Nationbuilding mal anders...

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Nationbuilding mal anders...

Beitrag von Dissident am Di Feb 21, 2017 1:27 pm

http://www.n-tv.de/panorama/Russe-plant-neues-Zarenreich-in-Suedsee-article19704836.html --- Russe plant neues Zarenreich in Südsee

Ein reicher Russe will das Zarenreich wiederbeleben - und zwar mitten im Pazifik. Auf Kiribati wird sein Angebot ernsthaft geprüft. ---
Die Gegensätze könnten kaum größer sein. Mit Moskau, dem Ural oder Sibirien gar hat der Inselstaat Kiribati überhaupt nichts zu tun. Die 33 Inseln und Atolle im Pazifik, auf halber Strecke zwischen Australien u. Hawaii, erfüllen die Südsee-Klischees in Perfektion. Sandstrände, Palmen, mehr als 30 Grad. --- wenn es nach Anton Bakow geht, soll genau hier das neue Zarenreich entstehen.

Der Geschäftsmann u. Vorsitzende der russ. Monarchistenpartei will auf 3 der Inseln die Regentschaft der Romanows wiederbeleben - pünktlich zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution. "Mein Ziel ist, den Status der Romanow-Dynastie wiederherzustellen, der 1917 verloren gegangen ist", sagt der 51-Jährige.

Fürstentümer sind Vorbild
Einen Zaren hat er schon: den deutschen Adligen Prinz Karl Emich zu Leiningen, ein entfernter Verwandter von Zar Alexander II. Der 64-Jährige - früher einmal mit Gabriele Thyssen verheiratet, der späteren Ehefrau des Aga Khan - lässt sich bereits Nikolaus III. nennen. Was noch fehlt, ist die Zustimmung der Regierung von Kiribati. Und: Untertanen. Auf den Inseln namens Malden, Starbuck und Millennium lebt im Moment noch niemand.

Insgesamt haben sie eine Fläche von immerhin 64 Quadratkilometern - deutlich mehr zum Beispiel als der Vatikan. Aber die Inseln liegen mehrere 100 Kilometer voneinander entfernt. Malden - mit 40 Quadratkilometern die größte - wurde von Großbritannien 1956 benutzt, um dort eine Wasserstoffbombe zu testen.

Bakow will die Inseln nicht etwa leasen, sondern gleich kaufen. Das neue Reich der Romanows soll dann, erläutert er, eine "eigenständige Verwaltungseinheit in freier Verbindung mit der Republik Kiribati" sein. Modell soll sein, wie Monaco oder Liechtenstein mit Frankreich beziehungsweise der Schweiz verbunden sind.

Bakow verspricht Infrastruktur und Jobs
Das Geld dafür hat Bakow wohl. Er gehört zu den Leuten, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion reich geworden sind, im Tourismus und mit Finanzinvestitionen. Vorübergehend war er am Moskauer Flughafen Domodedowo beteiligt. Zwischenzeitlich saß er auch in der Duma, dem russ. Parlament. Heute, so viel nur, sei er mit dem "An- u. Verkauf von Land" beschäftigt. Wie viele Millionen er aktuell besitzt, verrät der Monarchist nicht.

Im Januar traf sich Bakow mit Kiribatis Präsidenten Taneti Mamau, um die Dinge voranzubringen. Der Russe stellte den Insulanern 120 Mio. US-Dollar (etwa 113 Mio. €) in Aussicht. Zudem will er "in einem ersten Schritt" weitere 230 Mio. (217 Mio. €) in die Entwicklung von Malden investieren. Auf der Insel soll unter anderem eine Kette von Öko-Hotels entstehen. Bakow verspricht aber auch Häfen, Schulen, Krankenhäuser, Solaranlagen sowie, als Extra, eine "Universität des Russischen Reichs". Alles in allem sollen 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. "Darüber hinaus würden auch mehr Steuern u. Zollgebühren in Kiribatis Staatshaushalt fließen", sagt er.

Kiribati prüft Millionen-Angebot
Für den Mini-Staat, einen der ärmeren der Welt, würde das einen ziemlichen Auftrieb bedeuten. Das Angebot wird nun von der Regierung geprüft. Der Präsident hat dazu eine Arbeitsgruppe gegründet. Vorgänger Teburoro Tito bezeichnet das Projekt als "Geldbringer - vorausgesetzt, dass wahr ist, was sie uns erzählen".

Bakow hofft darauf, dass die Sache noch in diesem Monat klar gemacht werden kann. ---
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