Jewish Mafia

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Jewish Mafia

Beitrag von Dissident am Mo Nov 27, 2017 4:15 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Kosher_Nostra  Kosher Nostra (auch yiddisch connection, Jewish mob, Jewish Mafia, Kosher Mafia) war eine jüdisch dominierte Verbrechensorganisation in den USA .. Der Name ist eine Anspielung auf die jüdische Herkunft einiger Mobster – „koscher“ (engl. „kosher“) ist die hebräische Bezeichnung für rein (siehe jüd. Speisegesetze) – und in Anlehnung an die Bezeichnung Cosa Nostra (it. unsere Sache) gewählt.

Mobster bezeichnet insbesondere in den USA im engeren Sinne Personen, die im organisierten Verbrechen tätig sind.

Nach dem Ende der Eastman Gang gehörten viele Kosher Nostras dem Bugs and Meyer Mob bzw. der von Louis Buchalter angeführten „Murder Inc.“ („Mord AG“) an ..
Meyer u.a. arbeiteten eng mit der italienischstämmigen Mafia zusammen ..
.. wurde es üblich, den Begriff Mafia, der ursprünglich nur für die originäre, rein sizilianische Cosa Nostra galt, für jegliche Form organisierter Kriminalität zu benutzen. Mobster wie Meyer Lansky werden deshalb insbes. in der Presse ebenfalls als „Mafiosi“ bezeichnet.

..1881-1910 waren ca. 1,6 Mio. jüd. Einwanderer nach New York gekommen, von denen ca. 1,2 Mio. an der heruntergekommenen Lower East Side lebten ..
vielfältige illegale Aktivitäten versprachen ..einen schnelleren sozialen Aufstieg, der in letzter Konsequenz zum Berufsverbrechertum mit den ertragreichen Sparten Schutzgelderpressung, Zuhälterei u. Glücksspiel führte ..


Zuletzt von Dissident am Do Dez 28, 2017 10:29 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Re: Jewish Mafia

Beitrag von Dissident am Mo Nov 27, 2017 4:22 pm

Liste bekannter Kosher Nostras

Name - - - Geburt - - - Tod - - - Todesursache - - - Spitzname - - - Anmerkung

[th][/th][th][/th][th][/th][th][/th][th][/th][th][/th]
Adelman, LouisFishDrogenhändler und Pentito
Alberts, Meyer1925erschossenLittle Augie Gang
Alderman, IsraelIcepick WillieHandlanger von David Berman
Amberg, Herman19021926SelbsttötungHymanAmberg-Familie; Gegner der Shapiro-Brüder
Amberg, Louis18971935erschossenPretty„labor racketeering“; Gegner der Shapiro-Brüder
Amberg, Joseph C.18921935erschossen„labor racketeering“; Gegner der Shapiro-Brüder
Annenberg, Maxieurspr. Boss von Dion O’Banion, Bruder von Moses Annenberg
Berman, David19031957HerzinfarktDavie the JewAssoziierter von Moe Sedway von der Genovese-Familie
Berman, Otto18891935erschossenAbbadabbaBuchhalter von Dutch Schultz
Bernstein, Abe18921968natürlicher TodAnführer der Purple Gang
Bernstein, Samuel1944KrebsSam ButchChemiker des Drogenhändlers Louis Adelman
Bernstein, SholemSolMurder, Inc. Fluchtwagenfahrer und Autodieb, später Pentito
Bioff, William Morris19001955BombenattentatWillie42-Gang, Filmproduzent
Birger, Shachna Itzik „Charles“18811928gehängtCharlieRivale der Shelton Brothers Gang
Blumenfeld, Isadore19001981HerzinfarktKid CannFreund von Meyer Lansky
Bowdach, Gary1943Assoziierter der Gambino-Familie, Geldeintreiber und Auftragsmörder, später als Pentito im Zeugenschutzprogramm
Brock, StanleySunnyAssoziierter der Gambino-Familie, Geschäftspartner von Gary Bowdach
Chalupowitz, AbrahamTrigger AbeMurder, Inc.
Cicchini, Louis1970erschossenChickAssoziierter der Gambino-Familie, Geldeintreiber und Geschäftspartner von Gary Bowdach, von Bowdach erschossen worden
Cohen, Irving19041991natürlicher TodBig GangiSchauspieler und Boxmanager
Cohen, Louis19041939erschossenLouis KerznerLabor Slugger War, geboren als Louis Kerzner
Cohen, Philip1906/19071949erschossenLittle FarvelMitglied der Murder, Inc.
Dalitz, Morris Barney18991989natürlicher TodMoeDesert Inn, Mentor von Frank Sinatra
Diamond, Stanley1940StanleyAssoziierter der Lucchese-Familie, verwandt mit David Diamond
Drucker, Jacob1905/19061962Jack, Little Sure ShotMitglied der Murder, Inc.
Eisen, Maxie1926erschossenPräsident der Kosher Meat Peddler's Association; assoziiert mit Dion O'Banion, dann Saltis-McErlane Gang
Fein, Benjamin18891962Dopey Benny„labor racketeering“
Feinstein, Irving1939erstochen und verbranntPuggyermordet durch die Murder, Inc.
Friedmann, Isadore (Irving)1939erschossenDanny Fieldslangjähriger Weggefährte und Geldeintreiber von Louis Buchalter, geriet 1939 in den Verdacht mit den Behörden zu kooperieren
Goldberg, Max1926erschossenLittle Augie Gang
Goldis, MorrisGeschäftspartner von Louis Buchalter und Jacob Shapiro; angeklagt wegen des Mordes an William Snyder, dem Präsidenten der Local 138. Teamsters Union
Goldis, WilliamWolfieGeschäftspartner von Louis Buchalter und Jacob Shapiro; angeklagt wegen des Mordes an William Snyder, dem Präsidenten der Local 138. Teamsters Union
Golob, Maxum 1909The JerkMurder, Inc.
Gordon, Waxey1886/18891952KrebsGrößter „bootlegger“ an der Ostküste der Vereinigten Staaten
Greenberg, Harry1939erschossenBig Greeniealias Harry Schachter; Vertrauter von Louis Buchalter und später Pentito
Greenberg, Max18831933erschossenBig Maxie, Big Head GreenbergBootlegger und Geschäftspartner von Waxey Gordon und Max Hassel. Hassel und Greenberg fielen 1933 einem Mordanschlag zum Opfer
Greenthal, Abe18261889General, TheSheeny Gang, bis kurz vor seinem Tod in Haft
Grossman, Morrisum 18961925erschossen und samt Automobil angezündet worden, Tatverdächtiger in der Ermordung von Meyer AlbertsNathan Kaplans Rough Riders Gang
Guzik, Jake18861956Greasy ThumbAssoziierter des Chicago Outfit
Hinkes, Max19111995PuddyUnterführer von Abner Zwillman
Hassel, Max1900/19011933erschossenBootlegger und Geschäftspartner von Waxey Gordon und Maxie Greenberg. Greenberg und Hassel fielen 1933 einem Mordanschlag zum Opfer
Hoff, Max18931942HerzinfarktBoo Hoo, Boo BooBoxmanager und „bootlegger“ in Philadelphia
Murray Humphreys18991965Camel, The; Hump, Theassoziierter Killer des Chicago Outfit
Holtz, Hyman18961939?Curly; Little HymieAssoziierter von Meyer Lansky
Horowitz, Harry18891914Elektrischer StuhlGyp the BloodLenox Avenue Gang, zum Tode verurteilt wegen des Mordes an Herman Rosenthal
Kaplan, IzzyBruder von Nathan Kaplan, Rough Riders Gang
Kaplan, Nathan1891/18951923erschossenKid DropperLabor Slugger War, Rough Riders Gang
Katzenberg, Jacob1888Yasha; The wandering jewHeroinhandel mit Lucky Luciano, Waxey Gordon, etc.
Keywell, Harry19101997natürlicher TodThe Purple Gang
Kovolick, Philip19081971?Little Farvelalias Kovalick
Kravits, LouisShadowsalias Kravitz
Krompier, MartinThe Crumpet, Marty the WolfHandlanger von Dutch Schultz
Landau, Abe18981935erschossenHandlanger von Dutch Schultz
Lebowitz, Joe1931Nigger Joeim Kampf gegen die Purple Gang ermordet
Levine, HymieLoud Mouth„bootlegger“ im Loop von Chicago für Al Capone
Levine, Samuel1903Redeventuell Mörder von Salvatore Maranzano
Lewinsky, Benjamin18931922erschossenBen Brownalias Levine; Labor Slugger War; ermordet von William Lipshitz
Lewis, Vach1908erschossenCyclone LouieEastman Gang
Linsey, Joseph18991994natürlicher TodGeschäftsverbindung zu Joseph P. Kennedy und Meyer Lansky
Lipshitz, William190119??Nathan Kaplans Rough Riders Gang; 1922 wegen des Mordes an Benjamin Levinsky zu lebenslanger Haft verurteilt worden
Lorber, Abe1895Little YiddelKautionsagent und Inhaber des Williamsburg Boys Club, eines Treffpunkts von Kriminellen aus Brooklyn. 1935 soll Louis Amberg dort durch Angehörige der Murder, Inc. ermordet worden sein. 1941 wurde Lorber wegen Drogenhandels verurteilt
Magoon, Seymour1908unbekanntBlue JawMurder, Inc.; später Pentito
Marks, Harryum 19061924Drive-by shootingKid Portchester, manchmal auch Harry Marx, Harry CohenLittle Augie Gang
Martin, Hyman19031987Pittsburgh HymieVerbindungsmann in Pittsburgh von Moe Dalitz und Lou Rothkopf
Midgen, Jacobum 1909KuppyMurder, Inc.
Mortan, Samuel J.18941923Nails
Newman, JohnJoseph Schaeffer, Jeff/Jake NewmanMurder, Inc.; Mörder von Abe Wagner und Prohibition Agent John Finiello
Nitzberg, Irving1909KnadlesMurder, Inc.
Reles, Abe19061941Sturz oder Sprung aus dem FensterKid Twistwichtiger Pentito; Aussage führte zum Ende der Murder, Inc.
Rosen, HarryNigBig Seven; Assoziierter der Lucchese-Familie
Rosenberg, Harvey19501979erschossenChrisAssoziierter von Roy DeMeo, einem Mitglied der Gambino-Familie
Rosenberg, Louisum 18901914Elektrischer StuhlLefty LouieLenox Avenue Gang, zum Tode verurteilt wegen des Mordes an Herman Rosenthal
Rosenthal, Frank19292008natürlicher TodLeftysiehe Casino (Film)
Rosenkrantz, Bernard19021935erschossenLuluLeibwächter von Dutch Schultz
Rosenzweig, Joseph189119??Joe the GreaseLabor Slugger War, Partner von Benny Fein
Rothkopf, Louis19031956Loubrachte Mickey Cohen und Bugsy Siegel zusammen
Sagansky, Harry J.18981997Docwurde im Alter von 91 inhaftiert
Sage, Walter1937erstochenMurder, Inc. Angehöriger und zuständig für das Glücksspielgeschäft
Salles, Sidneyum 19061941erschossenShimmyMurder, Inc. Angehöriger und Beteiligter an der Ermordung von Harry Greenberg[3]
Schiffman, CharlesCharlie Schippman, Morris FeldmanAngehöriger der Gruppe um Waxey Gordon
Schwartzman, Louis1923erschossenMidget LouisLittle Augie Gang
Seidenschner, Jacobum 18851914Elektrischer StuhlWhitey LewisLenox Avenue Gang, zum Tode verurteilt wegen des Mordes an Herman Rosenthal
Shapiro, Irving19041931erschossenKontrahent der Amberg-Brüder
Shapiro, Jacob18991947GurrahPartner von Louis Buchalter
Shapiro, Meyer19081931erschossenKontrahent der Amberg-Brüder
Shapiro, William19111934lebendig begrabenWillieKontrahent der Amberg-Brüder
Sherman, Charles1935ermordetChink
Silverberg, AlbertGeorge YoungMurder, Inc.; Mörder von Abe Wagner und Prohibition Agent John Finiello
Silverman, MaxMurder, Inc. und Lepke Lieutenant
Snyder, Benjamin1915Bennyalias Benjamin Schneider, Labor Slugger War
Spanish, Johnny18911919erschossenLabor Slugger War; geboren als John Weyler
Stacher, Joseph19021977HerzinfarktDocBugs and Meyer Mob
Sykoff, MeyerMickey, Michael SackettMurder, Inc. Pentito
Tannenbaum, Albert19061976Tic-TocMurder, Inc.
Tannenbaum, Benjaminum 19061941erschossenBenny the BossMurder, Inc.
Taubman, MorrisAngehöriger der Gruppe um Waxey Gordon
Tietlebaum, Harry1889alias Teitelbaum; Bugs and Meyer Mob
Toblinsky, Joseph1879Yoski (Nigger); Yesky NiggerYiddish Black Hand, 1902 inhaftiert im Sing Sing
Wagner, Albert1931erschossenAlbieKontrahent von John(Aces)Mazza, Bruder von Abraham Wagner
Wagner, Abraham1932erschossenAbeuntergetauchter Ex-Bootlegger aus NYC, ermordet von Joseph Schaefer und George Young
Weiss, Emanuel19061944Elektrischer StuhlMendyMurder, Inc.
Weiss, Samuelum 1904SammyLittle Augie Gang
Wolensky, Moe1942erschossenDimplesBeteiligter in Buchalters und Meyer Lanskys Glücksspielgeschäft. Überredete 1939 Buchalter, sich den Behörden zu stellen, indem er gegenüber Buchalter vorgab, ein Deal bezüglich einer Höchststrafe würde bestehen
Workman, Charles19081979Charlie the BugMitglied der Murder, Inc., wegen des Mordes an Dutch Schultz zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden
Yaras, Dave19121974HerzinfarktDave „Yiddles“ Miller
Yaras, Leonard1985erschossenSohn von David Yaras
Yaras, Ronnie1974erschossenSohn von David Yaras
Zelig, Jack18821912Big JackEastman Gang
Zuta, Jacob U.18881930erschossen(Big) JackAl Capone: „don't zuta me“
Zwerbach, Max18841908erschossenKid TwistAnführer der Eastman Gang


Zuletzt von Dissident am Di Jan 09, 2018 5:18 pm bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet
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"Mörder AG"

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 10:56 am

Wie so oft, zahlt es sich aus, die deutschsprachige Wikipedia-Version mit der englischsprachigen zu vergleichen, siehe rot markierte Stellen...
Kein Zufall, meint Dissident...

https://en.wikipedia.org/wiki/Murder,_Inc. .. enforcement arm of the Italian-American Mafia, Jewish Mob, and connected organized crime groups in New York and elsewhere. The groups were largely composed of Italian-American and Jewish gangsters .. was believed to be responsible for between 400 and 1,000 contract killings .. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Murder,_Inc. 
Die Murder, Inc. (dt. etwa „Mord AG“), auch Brownsville Boys, war eine US-amerikanische kriminelle Vereinigung in den 1930er und 1940er Jahren, der Hunderte von Morden zuzurechnen sind .. Die Morde dienten hauptsächlich dem Zweck, die kriminellen Aktivitäten u. wirtschaftlichen Interessen des National Crime Syndicates abzusichern u. auszuweiten. Zu den Opfern zählten jedoch auch potentielle Belastungszeugen, die keinerlei direkte Verbindung zum organisierten Verbrechen hatten. Diese Morde sollten andere Straftaten der kriminellen Vereinigung ermöglichen oder verdecken. Dazu gehörte insbes. der durch Jacob Katzenberg organisierte internationale Drogenhandel, der von der Murder, Inc. aktiv unterstützt wurde u. als eine der Haupteinnahmequellen der kriminellen Vereinigung neben der Unterwanderung legaler Arbeitsgewerbe wie der Bekleidungsindustrie gesehen werden kann.
Die von Buchalter und Albert Anastasia geführte Verbrecherorganisation setzte sich im Wesentlichen aus 3 Teilen zusammen: erstens die Kerngruppe um Abe Reles, die im Stadtteil Brownsville (New York City) angesiedelt war (die Brownsville Boys); zweitens die im Nachbarstadtteil angesiedelten Italiener von den Ocean Hill Hooligans u. drittens die Männer, die bereits vorher direkt mit Buchalter & Co. zusammengearbeitet hatten.

Vorläufer

Bereits die Eastman Gang unter Monk Eastman hatte eine Preisliste aufgestellt, die auch Mord beinhaltete; eine Schlägerei wurde für 15, Raub mit Messereinsatz (engl. „stabbing“) für 25 u. ein Mord für 50 US-Dollar ausgeführt ..
Viel lukrativer war jedoch das Eingreifen in Arbeitskämpfe, insbes. im Bekleidungsbezirk (Garment District) in New York City. Setzten zunächst die Arbeitgeber Schläger im Arbeitskampf z.B. als Streikbrecher ein, hielten die Gewerkschaften bald mit eigenen Trupps dagegen. Schläger konnten wie Söldner angeworben werden, u. wer das Monopol besaß, diktierte die Preise u. in der Regel den Ausgang eines Arbeitskampfes. Daraus entwickelte sich die Idee, das „Labor Racketeering“ zu erweitern u. die Gewerkschaften zu unterwandern; im sogen. Vierten „Labor Slugger War“ hatten sich Louis Buchalter u. Jacob Shapiro auf Anweisung von Meyer Lansky ihres Bosses Jacob Orgen entledigt. Unter Buchalter wurden nun die Anweisungen von Lansky umgesetzt, die Gewerkschaften infiltriert u. der ursprüngliche „Schlägerdienst“ zu einer Tötungsmaschine erweitert, die als Murder, Inc. für das National Crime Syndicate in den 1930er Jahren Mordaufträge ausführte.

Der Beginn

Die Bildung der Murder, Inc. korrespondiert mit der Zusammenarbeit der Mobster Lucky Luciano u. Meyer Lansky. Es waren immer wieder die Ressourcen des Bugs and Meyer Mob, die Luciano bei seinen Konflikten innerhalb der Fünf Familien der Cosa Nostra behilflich waren. Die Zusammenarbeit hatte sich – über New York City hinaus – in der Seven Group etabliert u. expandierte weiter. L. Buchalter bezeichnete die Murder, Inc. ursprünglich als „The Combination“ ..
Die Mordbefehle wurden im Auftrag der Bosse der „Kommission“ in der Regel von Buchalter u. zeitweise von Joe Adonis an die Gruppe gegeben. Als Kopf der Gruppe fungierte Albert Anastasia, der von Jacob Shapiro unterstützt wurde, einem Vertrauten von Buchalter. Als Treffpunkt fungierte ein Hinterzimmer des von Vincent Mangano u. Emil Camarda, Vizepräsidenten der International Longshoremen's Association, gegründeten „City Democratic Club“. Philip Mangano war ebenso häufig anwesend in diesem 'Club' wie Albert Anastasia. Die Kerngruppe um Abe Reles traf sich in einem Süßwarenladen in Brownsville namens Midnight Rose’s, wo bald auch die Ocean Hill Holligans Harry Maione u. Francesco Abbandando anzutreffen waren, die Reles bei der Beseitigung der Shapirobrüder geholfen u. sich darüber mit ihm u. seinen Kumpanen angefreundet hatten. Befehle an diese Gruppe wurden anfänglich von Louis Capone – häufig auch telefonisch – übermittelt.
Die Existenz der Mordbande wurde der Polizei erstmals 1932 durch den Alkoholschmuggler Abe Wagner bekanntgemacht, der daraufhin nach Saint Paul (Minnesota) floh, dort aber von George Young u. Joseph Schafer erschossen wurde. Deren wahre Identitäten stellten sich kurze Zeit später als Albert Silverberg u. John Newman heraus, 2 Verdächtige in der Ermordung des Prohibition Agents John Finiello in einer Brauerei in Elizabeth, New Jersey, 1930. Beide zählten zu den Mitgliedern der Bande um Harry Rosen aus Philadelphia. Dessen Verbindung zu Buchalter u. Shapiro war den Behörden jedoch spätestens seit 1931 bekannt, als ein Treffen der Kosher Nostra im Franconia Hotel in New York durch eine Razzia der New Yorker Polizei beendet wurde u. sämtl. Teilnehmer in Gewahrsam genommen wurden. Nach Aussagen von Abe Reles versuchte man mit allen Mitteln die beiden Auftragsmörder nach ihrer Verurteilung zu einer lebenslangen Haftstrafe in Minnesota zu befreien. Neben größeren Geldbeträgen, die für div. Rechtsmittel eingesetzt wurden, planten Mitglieder der Organisation angeblich auch die Ermöglichung eines gewaltsamen Gefängnisausbruchs. Mehrere Male besuchte Bugsy Siegel die beiden Täter, der sich vehement für deren Freilassung einsetzte. Tatsächlich erlangten Silverberg u. Newman 1948, 1 Jahr nach der Ermordung von Siegel u. einige Jahre nach dem Ende von Murder, Inc., ihre Freiheit.

Auswahl ausgeführter Mordaufträge


  • 1932: Vincent „Mad Dog“ Coll wurde am 8.2. durch Bo Weinberg, Leonard Scarnici u. Anthony Fabrizzo ermordet. Formal gesehen noch kein Mord der Murder Inc.; die Beteiligten handelten aber im Auftrag der Seven Group; organisatorisch in gewisser Weise ein Vorläufer des National Crime Syndicate. Mit Scarnici u. Fabrizzo wurden – nicht nur für das Opfer – unbekannte Auftragsmörder eingesetzt; Weinberg – zweiter Mann von Dutch Schultz, der im Krieg mit Coll war – fungierte als Fluchtfahrer.


  • 1935: Am 24.10. starb der angeschossene Dutch Schultz. Er war unter juristischen Druck geraten, kurzzeitig inhaftiert worden u. plante die Ermordung des Staatsanwalts Thomas E. Dewey. Die Mordabsicht war von Albert Anastasia, den Schultz für das Vorhaben gewinnen wollte, an Lucky Luciano u. Meyer Lansky verraten worden. Noch vor seiner Urteilsverkündung versuchte Luciano, Dutch Schultz von einem Mord an Dewey abzuhalten. Die „Commission“ des National Crime Syndicate beschloss nach dessen Weigerung seinen Tod, um Gefahren für die Gesamtorganisation abzuwenden, welche die Ermordung des Staatsanwaltes unweigerlich nach sich gezogen hätte. Dutch Schultz wurde von Charles Workman auf der Herrentoilette des „Palace Chop House“ in Newark angeschossen. Bei dem Überfall am 23.10. tötete Workman des Weiteren den Buchhalter von Schultz Otto Berman, seinen Leibwächter Lulu Rosenkrantz u. seinen Haupthandlanger Abe Landau. Zu Workmans Mittätern gehörten Emanuel Weiss, der den Eingangsbereich des Lokals gesichert hatte, u. Seymour „Piggy“ Schechter, der Fluchtwagenfahrer.


  • 1939: Am 28. 4. lag die Murder, Inc. nicht richtig: Als der ehem. Gewerkschaftsboss der Garment Union – Philip Orlovsky – ermordet werden sollte, identifizierte der im Wagen von Seymour Magoon sitzende Jacob „Kuppy“ Migden stattdessen – wie sich später herausstellte – Irving Penn, einen 42-jährigen Geschäftsführer der Schirmer Inc, der prompt vom ebenfalls mitfahrenden Jack „Dandy“ Parisi erschossen wurde.
  • 1939: Am 14.7. wurde der Gewerkschaftsaktivist Peter Panto, der sich gegen die Korruption u. mafiösen Strukturen in den Hafengewerkschaften eingesetzt hatte, auf Anweisung von Albert Anastasia ermordet. Nach einem Telefongespräch verließ Panto sein Haus u. wurde danach von Zeugen nicht mehr lebend gesehen. Man fand seinen Leichnam Januar 1941 in einer Kalkgrube.


  • 1939: Am 5.9. wurde Irving Feinstein ins Haus von Abe Reles verschleppt u. dort zu Tode gefoltert. Ein weiterer Tatbeteiligter war Harry Maione. Außerdem wurde versucht, die Leiche von Feinstein durch Feuer unkenntlich zu machen. Feinstein soll Vincent Mangano, den Boss des später als Gambino-Familie bezeichneten Clans, hintergangen haben.

Das Ende

Louis Buchalter sah sich gegen Ende der 1930er Jahre dem enormen Druck der Staatsanwaltschaft ausgesetzt. Diese ermittelte gegen ihn wg. Drogenhandels, seiner Beteiligung an der Unterwanderung der Gewerkschaften, der Erpressung von Unternehmen u. letztlich wg. zahlreicher Mordfälle. 1937 entzog sich Buchalter der strafrechtlichen Verfolgung u. galt ab diesem Zeitpunkt als Flüchtiger vor der Justiz. 1939 verlor Buchalter die Unterstützung anderer hochrangiger Figuren des organisierten Verbrechens. Man verlangte, daß sich Buchalter den Behörden stellt, um die Ermittlungsbehörden ruhig zu stellen, u. drohte damit, andernfalls selbst das Ende seiner Gruppe u. seiner Macht herbeizuführen. 1939 folgte Buchalter dem Begehren, einerseits um einen Bandenkrieg zu verhindern, andererseits weil man ihm gegenüber vorgab, ein angeblicher Deal bezüglich einer Höchststrafe würde bestehen.
Januar 1940 saß der Kleinganove Harry „Harry the Mock“ Rudolph schon einige Jahre im Gefängnis. Allerdings hatte er den Mord an seinem damals 19-jährigen Freund Alex „Red“ Alpert nicht vergessen. Nachwuchsgangster Alpert war am 25.11.1933 in Brownsville von hinten niedergeschossen worden, weil er seine Beute aus ungeschliffenen Diamanten nicht für nur 700 US-Dollar an Strauss u. Reles verkaufen wollte. Rudolph – der nach Rikers Island ins dortige Gefängnis „The Rock“ verlegt worden war, entschloss sich nun, mit dem Staatsanwalt des Distrikts Burton B. Turkus zusammenzuarbeiten. Dadurch wurde eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, obwohl die Aussagen Rudolphs, der Juni 1940 im Gefängnis eines natürlichen Todes starb, nie verwendet wurden.
Turkus verhaftete auf Grund der Aussagen von Rudolph u. auf Weisung des Staatsanwalts von Kings County William O’Dwyer, Abe Reles, Martin Goldstein u. Dukey Maffetore. Als nächster entschloss sich Maffetore zur Aussage, da er nicht in den Mord an Alpert verwickelt war. Auch Reles erkannte, daß er einerseits zum Tode verurteilt werden könnte, andererseits sein Boss L. Buchalter nicht das Risiko eingehen würde, Zeugen am Leben zu lassen. Er entschloss sich deshalb ebenfalls, mit den Behörden zu kooperieren. Reles enthüllte die Ermordung des Süßwarenhändlers Joseph Rosen u. sorgte damit für die Aufklärung eines 4 Jahre lang ungelösten Falles. Rosen war am 12./13.9.1936 in seinem Geschäft in Brownsville (New York City) erschossen worden. Laut Reles hatte Buchalter die Ermordung Rosens angeordnet, an deren Planung u. Ausführung Harry Strauss, James Ferraco, Emanuel Weiss, Sholem Bernstein u. Louis Capone beteiligt waren.
In der Nacht vor seiner Anhörung starb Reles – der wichtigste Belastungszeuge im Mordfall Joseph Rosen – auf mysteriöse Weise durch einen Sturz aus seinem Hotelzimmer. Meyer Lansky soll ein Kopfgeld von 100.000 US-Dollar auf Reles ausgesetzt haben, um dessen Aussage vor Gericht zu verhindern. Während Albert Anastasia mit dem Tod von Reles einer zukünftigen Anklage durch Staatsanwalt O'Dwyer entkommen konnte, da sämtliches belastende Material, das dieser gegen Anastasia gesammelt hatte, auf den Aussagen Reles beruhte, konnte der Ausfall des Belastungszeugens Buchalter u. viele Mitangeklagte nicht vor einem Schuldspruch retten.
Denn neben Reles hatten mittlerweile auch einige andere verhaftete u. zu Informanten gewordene Mitglieder der Verbrecherorganisation (wie Albert Tannenbaum, Sholem Bernstein, Oscar Friedman, Seymour Magoon usw.) Aussagen bezüglich begangener Straftaten gemacht. So folgten zahlreiche Mordanklagen, die für Harry Strauss, Martin Goldstein, Harry Maione, Frank Abbandando, Emanuel Weiss, Louis Capone u. Buchalter mit der Verurteilung zum Tode endeten.

Hinrichtungen

L. Buchalter u. die wg. Mordes überführten Mitglieder seiner Organisation wurden auf dem elektrischen Stuhl des Sing-Sing-Gefängnisses hingerichtet. Er ist damit der bisher einzige hochrangige Angehörige des organisierten Verbrechens, der in den USA zum Tode verurteilt u. hingerichtet wurde.

Mitglieder
Name - - - Geburt - - - Tod - - - Todesursache - - - Spitzname - - - Anmerkung

Abbandando, Francesco19101942Elektrischer StuhlThe DasherOcean Hill Hooligans
Anastasia, Albert19021957erschossenMad HatterAmerikanische Cosa NostraGambino-Familie
Berger, PaulunbekanntunbekanntKosher NostraPentito
Bernstein, SholemunbekanntunbekanntSolKosher NostraAutodieb und Fluchtwagenfahrer, später Pentito
Brown, SidneyFatsMordanklage in Sullivan County, New York. Anklage nach dem Tod des einzigen Belastungszeugen Abe Reles fallengelassen[6]
Capone, Louis18961944Elektrischer Stuhlnicht verwandt mit Al Capone
Carbo, Paolo Giovanni19041976Frankie CarboAmerikanische Cosa NostraLucchese-Familie, später Box-Promoter, jedoch weiterhin im kriminellen Milieu, wegen Erpressung zu 25 Jahren Haft verurteilt
Chapman, AbeAbraham Chalupowitz, "Trigger Abe" ChapmanKosher NostraBeteiligter im Drogenhandel der Bande
Cohen, Louis19041939erschossenLouis KerznerKosher NostraMörder von Nathan Kaplan, 1937 auf Bewährung entlassen und 1939 erschossen worden
Cohen, Irving19041991natürlicher TodBig GangiKosher Nostrafloh und wurde Hollywood-Schauspieler
Cohen, Philip1906/19071949erschossenLittle FarvelKosher NostraBeteiligter im Mordfall Rosen, 1941 wegen Drogenschmuggels zu einer Haftstrafe verurteilt und nach Entlassung erschossen worden[7]
Dioguardi, Giovanni19141979Johnny DioAmerikanische Cosa NostraLucchese-Familie, später verantwortlich für die Säureattacke auf den Journalisten Victor Riesel und dessen Erblindung
Drucker, Jacob1905/1906[8]1962JackKosher NostraBehörden fahndeten drei Jahre nach Drucker wegen dessen angeblicher Beteiligung an fünf Morden. 1944 zu 25 Jahren verurteilt und 1962 in Haft verstorben.[9][10]
Feinstein, Irvingum 19051939erstochen und verbranntPuggyKosher Nostra
Ferraco, James1905/19061940?Dizzy, Dirty FaceAmerikanische Cosa Nostra1940, nach einer Anklage wegen Drogenhandels in Dallas und Mordanklage in New York, spurlos verschwunden
Friedman, Isadore1939erschossenDanny Field(s), Irving FriedmanKosher NostraGeldeintreiber und langjähriger Weggefährte von Louis Buchalter, der jedoch 1939 in Verdacht geriet mit den Behörden zu kooperieren
Friedman, OscarThe PoetKosher NostraPentito
Goldis, MorrisKosher NostraMitorganisator der Streikbrecheraktivitäten und involviert in die Erpressung von Unternehmen
Goldis, WilliamWolfieKosher NostraMitorganisator der Streikbrecheraktivitäten und involviert in die Erpressung von Unternehmen
Goldstein, Martin19051941Elektrischer StuhlBugsyKosher Nostra
Golob, Max1909/1910[11]Maxie, The JerkKosher NostraWegen des Mordes an John Murtha zu 5 Jahren Haft verurteilt[12]
Greenberg, Harry1939erschossenBig Greenie, Harry SchachterKosher NostraBuchalter fürchtete dass der von der Justiz gesuchte Greenberg auch ihn belasten würde. Man verfolgte Greenberg nach Los Angeles. Bugsy Siegel und Frankie Carbo nahmen dort an Greenbergs Ermordung teil.
Gurino, Vito1957HerzversagenSocko, Chicken HeadAmerikanische Cosa Nostra1942 nach dreifachem Mordgeständnis zu 80 Jahren bis lebenslang verurteilt und in Haft verstorben[13]
Holtz, Hyman18961939?Curly auch Little HymieKosher NostraBeteiligter im Drogenhandel der Bande. 1939 im East River gefunden
Kovolick, Philip19081971?ermordetJoseph Farvel, The Stick, auch KovalickKosher Nostra1971 tot in einem Stahlfaß am Grund eines gefluteten Steinbruchs in Florida gefunden
Krakow(er), Whitey1941ermordetKosher NostraEines der ersten internen Opfer, Schwager und Fahrer vom Bugsy Siegel
Kravitz, LouisLou KayKosher NostraBeteiligter im Drogenhandel der Bande. Ein ausgesetztes Kopfgeld konnte eine Festnahme nicht herbeiführen. Kravitz blieb verschwunden[14]
Levine, Abraham1916unbekanntPrettyKosher Nostranach Verhaftung Ausstieg aus dem kriminellen Milieu und Leben in Williamsburg
Levine, Samuel1903unbekanntRedKosher NostraMord an Salvatore Maranzano
Magoon, SeymourunbekanntunbekanntBlue JawKosher NostraPentito, danach spurlos verschwunden
Maione, Harry19081942Elektrischer StuhlHappyOcean Hill Hooligans
Mangano, Vincent18881951erschossenAmerikanische Cosa Nostra
Midgen, Jacob1909/1910KuppyKosher Nostra1943 wegen des Mordes an Irving Penn zu 10 Jahren Haft verurteilt[15]
Nitzberg, Irving1909KnadlesKosher Nostrazunächst wegen des Mordes an Albert Shuman 1941 zum Tode verurteilt, 1943 vor der Hinrichtung durch höhere Instanz freigesprochen[16]
Newman, JohnJoseph Schaeffer, Jake/Jeff NewmanKosher NostraMörder des Prohibition Agents John Finiello. Verurteilt wegen des Mordes an Abraham Wagner
Parisi, Gioacchino18991982Jack, The DandyAmerikanische Cosa NostraRevolvermann von Albert Anastasia, wegen verschiedener Morde vor Gericht gestellt, jedoch in allen Prozessen wegen Mangel an Beweisen freigesprochen[17][18][19]
Reles, Abraham19061941FenstersturzKid TwistKosher NostraPentito
Romeo, Anthony1942gefoltert und erschossenTony Romanello/Romero, Tony SpringAmerikanische Cosa NostraHandlanger von Albert Anastasia und involviert in die Ermordung von Peter Panto
Sage, Walter1937erstochenKosher Nostrageriet in Verdacht Gewinne aus dem Glücksspielgeschäft zu unterschlagen
Salles, Sidney1905/1906[20]1941erschossenShimmyKosher Nostrainvolviert in die Ermordung Harry Greenbergs[21]
Ricchiettore, Santo19051976Sonny BoyAmerikanische Cosa NostraVorbild für „Luca Brasi“ in Der Pate
Silverberg, AlbertGeorge YoungKosher NostraMörder des Prohibition Agents John Finiello. Verurteilt wegen des Mordes an Abraham Wagner
Silverman, MaxKosher NostraLepke Lieutenant, Mitorganisator der Streikbrecheraktivitäten und involviert in die Erpressung von Unternehmen
Shapiro, Jacob18991947Herzinfarkt im GefängnisGurrahKosher Nostra
Shomberg, LouisDutch GoldbergKosher Nostra
Strauss, Harry19091941Elektrischer StuhlPittsburgh PhilKosher Nostra
Sykoff, Meyer1908Mickey, Michael SackettKosher NostraPentito
Tannenbaum, Albert19061976Tic-TocKosher NostraPentito
Tannenbaum, Benjaminum 19061941erschossenBenny the BossKosher NostraLaut Polizeiangaben war Tannenbaum bereit gegen Mitglieder der kriminellen Vereinigung auszusagen[22]
Weiss, Emanuel19061944Elektrischer StuhlMendyKosher Nostra
Wolensky, Morris1942[23]erschossenMoe, Moey DimplesKosher NostraBeteiligter in Buchalters und Meyer Lanskys Glücksspielgeschäft. Überredete 1939 Buchalter, sich den Behörden zu stellen, indem er gegenüber Buchalter vorgab, ein Deal bezüglich einer Höchststrafe würde bestehen
Workman, Charles19081979Charlie the BugKosher NostraWegen des Mordes an Dutch Schultz zu 23 Jahren Haft verurteilt. Seit 1964 in Freiheit[24]


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Mussolini - Mafia - USA

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 11:48 am

Kurzer Ausflug nach Italien, der Heimat der italienischen Mafia.

Der erste, der radikal damit aufgeräumt hat, war der faschistische Führer Italiens - Mussolini:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46168991.html

Der Zusammenstoß zwischen Mussolini und der Mafia war unvermeidlich .. Zwar war es Don Calò u.a. weitblickenden Mafia-Führern ratsam erschienen, sich durch Beiträge an die faschistische Kriegskasse rückzuversichern. Aber Mussolini war sich dennoch klar darüber, daß die Mafia von alters her ein Interesse daran hatte, Italien zu schwächen u. zu teilen; auch früher hatte sie der Unterstützung revolutionärer Regierungen stets einen Dolchstoß in den Rücken folgen lassen. Nach diesem bewährten Muster schienen sich denn nun auch Obstruktion u. Sabotage zu wiederholen. Faschistische Beamte, die nach Sizilien geschickt wurden, um die von der Mafia bestochene u. kontrollierte Verwaltung zu ersetzen, wurden ignoriert. Faschistische Gerichtshöfe, die straffällige Mafia-Angehörige aburteilen sollten, fanden es ebenso unmöglich, sie zu überführen, wie vordem demokratische Gerichte. Einheit u. Disziplin einer im Gleichschritt marschierenden Nation gab es auf dem Festland - nicht aber auf Sizilien.
In Palermo konnte ein Parteimitglied mittags auf der belebten Via Maqueda im Beisein Hunderter von Menschen erschossen werden, u. kein einziger wäre bereit gewesen zu bezeugen, er habe auch nur einen Schuß gehört. Berichtete ein Carabinieri-Offizier: "Es gibt nur 2 Arten von Zeugen. Die einen leben in der Nähe des Tatortes u. haben unter keinen Umständen etwas gesehen oder gehört. Die anderen wohnen in der Nachbarschaft der Angeklagten - sie haben, als der Schuß fiel, gerade aus dem Fenster geschaut u. gesehen, wie der Angeklagte seelenruhig auf seinem Balkon stand."

Beunruhigende Tatsachen kamen ans Licht, als die Faschisten die Aktivität der Mafia untersuchten. Dem Duce wurde gemeldet, die Mafia habe völlige Kontrolle über die sizilianische Wahlmaschinerie; die Mafia-Abgeordneten im Parlament verbrächten ihre Zeit damit, die Untersuchungen von Verbrechen der Ehrenwerten Gesellschaft" zu blockieren; andere seien darauf spezialisiert, in Parlamentsreden darzulegen, daß es die Mafia gar nicht gebe.
Damals waren Gewalttaten in Sizilien 10x so häufig wie im übrigen Italien. Dem Duce wurde von der kleinen Stadt Favara berichtet, die innerhalb eines Jahres 150 Mafia-Morde erduldet hatte u. in der während des Jahrzehnts zuvor nur ein einziger Mann auf natürliche Art an Altersschwäche gestorben war.
Noch unerfreulicher für Mussolini, ..war die unpatriotische Einstellung Siziliens in Kriegszeiten. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges z.B. hatte die Mafia das Gerücht verbreitet, daß die zur Ausbildung nach Italien eingezogenen Soldaten dort kastriert würden. Die Mafia offerierte - gegen entsprechende Bezahlung - Mittel u. Wege, dem Wehrdienst zu entkommen. Während des Krieges beherbergte die Insel Schwärme von Deserteuren, die von der Mafia beschützt u. ausgebeutet wurden.
Mussolinis Kampagne gegen die Mafia wurde schließlich durch einen Vorfall ausgelöst, der sich während seines Besuches in Sizilien 1924 zutrug. In den Straßen Palermos hatten die Funktionäre noch ohne Schwierigkeiten die geräuschvolle Begeisterungs-Kulisse aufbauen können, wie sie der Duce damals schon gewohnt war. Doch dann äußerte er - zur Bestürzung seines Gefolges - den Wunsch, eine Kleinstadt in der Umgebung zu besuchen. Seine Wahl fiel auf Piana dei Greci - offenbar hatte er irgendwann eine Broschüre der Fremdenverkehrsindustrie in die Hand bekommen, die einen Besuch dieses Gemeinwesens angelegentlich empfahl.
Der armselige kleine Ort war von den Nachfahren albanischer Flüchtlinge aus der seinerzeit europäischen Türkei bevölkert, die in Sizilien Schutz gefunden hatten. Touristen-Attraktionen waren ein folkloristisches Programm mit alt-albanischen Trachtengruppen u. ein religiöses Kuriosum: Piana dei Greci war die einzige Stadt Siziliens, in der es eine griechisch-orthodoxe Kirche u. einen amtierenden Popen mit langem Bart u. hohem, schwarzem Hut zu sehen gab. 2 Hindernisse standen Mussolinis Abstecher im Wege. Einmal das Sicherheitsrisiko: Schon in Palermo hatte man alle Polizisten Rücken an Rücken mit geladenen Gewehren im 10m-Abstand entlang der Via Maqueda aufbauen müssen, um den Parade-Weg des Duce abzusichern. Piana dei Greci aber war der Polizei nicht nur wegen seiner exotischen Trachten bekannt, sondern es war auch berüchtigt als ein Sammelpunkt unzufriedener Bauern u. wg. Teilnahme an einem Bauernaufstand in den 90er Jahren.
Das 2. Problem war die Person des Bürgermeisters u. Mafia-Potentaten Don Ciccio, der den Regierungschef namens der Stadt willkommen heißen würde: Er war berüchtigt wegen seines krankhaft ausgeprägten Selbstbewußtseins. Man sah bereits voraus, daß nur mit äußerstem Geschick bei der Begegnung der beiden Potentaten ein peinlicher Eklat vermieden werden könnte. Don Ciccio Cuccia, ein bösartiger Frosch von einem Mann, war dafür bekannt, daß er alle nur denkbaren Situationen dazu ausnutzte, sich in seiner Selbstherrlichkeit zu bestätigen und - typische Mafia-Leidenschaft - weiteres "Ansehen zu gewinnen".
So hatte einige Jahre zuvor König Viktor Emanuel einen Abstecher nach Piana dei Greci unternommen. Der König, wird berichtet, war in sehr schlechter Stimmung - gelangweilt von den albanischen Volkstänzen und zudem gepeinigt von der wilden Dudelsackmusik. Doch plötzlich fand er sich auch noch ins Innere der festlich dekorierten u. von Weihrauchduft erfüllten Kirche gedrängt, wo gerade eine fremdartige griechisch-orthodoxe Zeremonie begann. Seine Majestät wollte zurück ins Freie, wurde aber geschickt von seinem Gefolge getrennt u. nach vorn manövriert - an die Seite Don Ciccios. Und ehe der König sich's versah, wurde ihm trotz aller Proteste ein schreiendes Kind in den Arm gedrückt - Sekunden später war er Taufpate von Don Ciccios Sohn geworden.
Das vermehrte Prestige, das der Mafia-Potentat mit diesem Trick errungen hatte (es wurde automatisch noch das Kreuz eines Ritters von der Krone Italiens übersandt), mag ihn dazu verleitet haben, auch den Besuch Mussolinis für seine Publicity-Sucht auszunützen. Gelegenheit dazu bot sich gleich nach der Ankunft der Besucherkolonne.
Cesare Mori, Mussolinis Polizeichef, der über die Sicherheitsvorkehrungen in Piana dei Greci alles andere als glücklich war, schlug vor, der Duce möge für die Stadtrundfahrt Don Ciccios Wagen benutzen. Der Staatschef setzte sich neben den Bürgermeister, u. seine Motorrad-Eskorte formierte sich beiderseits des Wagens. Da fragte Don Ciccio den Polizeichef mit lauter Stimme: "Verzeihen Sie, Hauptmann, was sollen all die Polizisten? Solange Sie in meiner Nähe sind, ist nichts zu fürchten. Ich bin hier derjenige, der befiehlt!" Spätestens in diesem Augenblick wurde dem Duce klar, wie in Sizilien die Dinge lagen: Sogar sein eigener Polizeichef hatte es für angebracht gehalten, ihn, den obersten Herrn des Staates, unter den Schutz der Mafia zu stellen.
Mussolini widersetzte sich Don Ciccios Vorschlag, auf die Eskorte zu verzichten - ein "Mangel an Respekt", den Ciccio Cuccia damit beantwortete, daß er die Räumung des Hauptplatzes anordnete, als Mussolini seine Rede hielt. War der König einst mürrisch gewesen - Mussolini kochte vor Wut: Als er mit seiner Ansprache begann, bestand sein Auditorium aus etwa 20 Dorftrotteln, Bettlern u. Schuhputzern - ein eigens von Don Ciccio ausgesuchtes Publikum. Noch war der vorgeschobene Unterkiefer des Diktators nicht zu einem allgemein gefürchteten Gefahrensignal geworden, sonst hätte Don Ciccio ahnen können, was ihm blühte. Vermutlich machte er sich nicht einmal die Mühe, Mussolini zuzuhören - er hätte freilich gut daran getan. Denn Mussolinis Ansprache hatte ein unvorhergesehenes Thema: Sie war die Kriegserklärung an die Mafia. Wochen später wiederholte der Duce sinngemäß vor dem faschistischen Parlament, was er in Piana dei Greci gesagt hatte. Doch diesmal saß Don Ciccio schon im Gefängnis. Den Auftrag Mussolinis, die Mafia zu liquidieren, erhielt der Präfekt Mori ..

Cesare Mori war vom Polizisten zum Chef der gesamten Polizeistreitmacht aufgestiegen; er war mithin der zweitmächtigste Mann im Staate, nach dem Duce. Trotzdem blieb er im Grunde ein einfacher Polizist, der den Erfolg eines Unternehmens im wesentlichen nach der Anzahl der Verhaftungen beurteilte. Der Präfekt war bei Mussolinis Niederlage in Piana dei Greci mit dabeigewesen, Don Ciccio hatte ihn - buchstäblich zur Seite gestoßen, u. er hatte mit anhören müssen, wie man ihn einen "sbirro" nannte - ein übler italien. Schimpfname für Polizisten. So gönnte sich Mori, ein Mann mit ausgeprägtem Sinn für Theatralik, denn auch das Vergnügen, die Verhaftung Don Ciccios persönlich durchzuführen: Er schickte ihm eine Einladung zu einer Cocktail-Party - die Party endete im Ucciadone-Gefängnis zu Palermo.
Danach setzte er - mit Mussolinis Freibrief - die Aktion in Gang, die er zuweilen scherzhaft seinen "Attila-Plan" nannte. Unbekümmert um demokratische Legalität, ließ Mori die Verdächtigen zu Tausenden verhaften. Ganze Schiffsladungen von Opfern wurden in Ketten auf Strafinseln transportiert ..

Mori hatte zuweilen extravagante Einfälle. Als er erfuhr, daß Mafia-Mörder ihre Opfer gelegentlich aus einem Mauer-Hinterhalt belauerten, ordnete er an, sämtliche Mauern in Sizilien innerhalb von 24 Stunden bis auf eine Höhe von 90 cm abzutragen .. 1927 berief Mussolini das faschistische Parlament ein, um zu verkünden, daß der Kampf gegen die Mafia nun beendet sei. Unter dem stürmischen Beifall der Abgeordneten hielt er den Arm seines Präfekten Mori wie zur Siegerpose eines Boxers in die Höhe u. feierte ihn als "Inkarnation der reinen weißen Flamme faschistischer Gerechtigkeit".
.. Die Wirkung der von Mori ausgeführten Säuberungsaktion konnte jedoch nur vorübergehend sein. Sie mähte allenfalls die Spitzen des Unkrauts ab; was aber not getan hätte, war eine Änderung des Bodens und des Klimas, das die Frucht hervorbrachte.

Die intelligenteren Mitglieder der Mafia - größtenteils Rechtsanwälte u. Ärzte - waren schlau genug, sich Moris Zugriff durch den Beitritt zur faschistischen Partei zu entziehen. Etlichen einflußreichen Männern wurde die Ausreise nach den USA erlaubt, andere durften nach Tunesien auswandern - mit der Verpflichtung, von dort aus den Franzosen möglichst große Schwierigkeiten zu bereiten. Es war die unbedeutende Garnitur der "Ehrenwerten Gesellschaft", die ins Gefängnis wanderte.
Dennoch - einen bedeutsamen Effekt hatten die Maßnahmen Moris: Die Mafia-Chefs wie Don Calò und Konsorten verloren ihre kurz zuvor gewonnenen feudalen Privilegien. Als wieder Pachtland der Großgrundbesitzer versteigert wurde, erreichten die Preise ihr altes Niveau; die meisten Mafia-Oberen, die der Säuberung entgangen waren, zogen für den Augenblick vor, nicht weiter aufzufallen.
Den Bauern ging es damals - bis zum Einmarsch der Alliierten 1943 - besser als jemals zuvor. Wenigstens konnten sie jetzt mit dem Gutsherrn über Vertragsbedingungen verhandeln, ohne daß sie Gefahr liefen, eins über den Kopf zu bekommen u. in eine Erdspalte oder einen jener stillgelegten Bergwerksschächte geworfen zu werden, die von der Mafia mit Vorliebe als Friedhöfe benutzt wurden.
Zumindest einen großen Fisch hatte der Polizisten-Chef Mori bei seiner Mafia-Aktion ins Netz bekommen: Don Vito Cascio Ferro, ein Vierteljahrhundert lang, als Vorgänger von Don Calò, anerkannter Chef der Mafia, spektakulärster Verbrecher in der sizilianischen Geschichte. Don Vito war in seiner Jugend in die USA ausgewandert. Dort war er eines der aktivsten Mitglieder der "Schwarzen Hand" geworden, einer Vereinigung von Flüchtlingen der Mafia, der neapolitanischen Camorra u. einer weniger bekannten kalabresischen Verbrechervereinigung. Die Auswanderer hatten sich geschickt den andersartigen gesellschaftlichen u. politischen Bedingungen der Neuen Welt angepaßt ..
Er war ein Liebling der High Society, die sich in Palermos glanzvollsten Salons zu treffen pflegte. Er mußte Kunstausstellungen, eröffnen, balgte sich mit Herzögen u. Herzoginnen bei Gesellschaftsspielen u. lauschte ehrfürchtig bei Dichterlesungen oder wenn auf Edisons neuartigen Phonographen-Walzen "Donauwellen" dargeboten wurden. Er liebte es, in vornehmer Gesellschaft am Drosselschießen teilzunehmen, modisch gekleidet in Knickerbocker u. Norfolk-Jacke; er schloß sich aristokratischen Zirkeln an, die an Allerseelen armen Kindern Kuchen u. Süßigkeiten bescherten. Frauen vornehmer Abstammung sprachen von einer seltsamen magnetischen Kraft, die einen Raum durchstrahle, wenn Don Vito gegenwärtig sei. Und einmal rügte er seinen Friseur: Er hatte Locken von Don Vitos Kopf an einen Amulette-Hersteller verkauft.
69 schwere Verbrechen wurden ihm, zumindest als Mittäter, zur Last gelegt, 20 davon waren Morde - er wurde in allen Fällen freigesprochen. Nur in einem der Fälle gab Don Vito später zu - und brüstete sich sogar damit -, einen Menschen umgelegt zu haben. "Meine Tat war uneigennützig", pflegte er zu sagen, "sie war die Antwort auf eine Herausforderung; ich hätte mir nicht leisten können, sie zu ignorieren."
Das Opfer war Joseph Petrosino, ein amerikanischer Detektiv, der Nachforschungen über die Schwarze Hand anstellte. Seine Recherchen in der Chicagoer Unterwelt hatten ihn davon überzeugt, daß es eine Verbindung zwischen der amerikanischen Geheimgesellschaft u. der Mafia gab. So reiste er 1909 hinüber nach Sizilien, um die Methoden der Dachorganisation an Ort und Stelle zu studieren. 2 amerikanische Verbrecher begleiteten ihn, Mitglieder der Schwarzen Hand; sie hatten sich bereit erklärt, den Detektiv bei seinen Nachforschungen zu unterstützen - wahrscheinlich hatten sie die Mafia schon im voraus über Petrosinos Pläne informiert.
Am Abend des Tages, da Petrosinos Schiff im Hafen von Palermo festmachte, dinierte Don Vito wie gewöhnlich mit einem einflußreichen Mitglied der Palermoer Gesellschaft, diesmal mit einem Abgeordneten des Parlaments. Plötzlich gab er vor, sich an eine überaus wichtige Sache zu erinnern, die er zu erledigen vergessen habe, bevor er von zu Hause wegging, und bat, ihn für einige Augenblicke zu entschuldigen. Dann lieh er sich den Wagen des Gastgebers u. fuhr zur Piazza Marina, unweit des Hafens.
Zur gleichen Zeit verließ Petrosino sein Hotel, das gleichfalls in der Hafengegend lag; offenbar hatte er vor, zu einem geheimen Rendezvous zu gehen. Minuten später erloschen die Lichter in Palermo. Don Vito erwartete den Amerikaner schon; er tötete ihn mit einem einzigen Pistolenschuß. Dann kehrte er zum wartenden Wagen zurück u. fuhr wieder zum Haus seines Gastgebers - er kam zum Nachtisch gerade noch zurecht. Als später ein Verdacht auf Don Vito fiel, war der Politiker vor Gericht bereit zu schwören, daß sein Gast zur Mordzeit das Haus nicht verlassen habe. Eine erdichtete Anklage wegen Schmuggels mußte schließlich herhalten, dem alten Mafia-Führer den Prozeß zu machen. Don Vito begnügte sich damit, den Fortgang der Verhandlung geringschätzig zu ignorieren. Für einen Mafia-Exponenten alter Schule war "Ansehen" alles - auch in dieser verzweifelten Situation. Als einVertreter der Verteidigung für eine milde Strafe plädierte, tadelte ihn der Altmeister der Mafia: Dieses sei eine Taktik, die "im Widerspruch zu meinen Prinzipien steht; sie ist eine Beleidigung meiner Autorität". Vor der Urteilsverkündung erhielt der Angeklagte Gelegenheit zu einem letzten Wort. Don Vito sagte: "Meine Herren, da Sie mir keines meiner zahlreichen Verbrechen nachweisen konnten, waren Sie gezwungen, mich wegen des einzigen Deliktes zu verurteilen, das ich nie begangen habe." Diese Erklärung traf in der Tat genau den Sachverhalt.
Noch im Gefängnis übte Don Vito seinen ungeheuren Einfluß aus - er bewirkte Reformen. Er entwarf eine Art Wohlfahrtsplan, wonach Kriminelle, die noch auf freiem Fuß waren, verpflichtet wurden, zum Unterhalt der Angehörigen von Strafgefangenen beizutragen. Er selbst zahlte aus seinem Privatvermögen größere Summen für die Aussteuer der heiratsfähigen Töchter seiner Mitgefangenen.
Gefangene reinigten seine Zelle u. machten ihm das Bett. Aufseher, die sich zuviel herausnahmen, wurden entlassen, wenn Vito dem Gefängnisdirektor Meldung machte. .. Kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Ucciadone-Gefängnis in Palermo starb Don Vito an einem Herzleiden. Die Zelle, in der er gehaust hatte, blieb seither außergewöhnlichen Gefangenen vorbehalten.


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Mussolini - Mafia - USA

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 2:09 pm

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14024466.html  .. Unter der Herrschaft des Duce waren viele Mafiosi aus Sizilien u. Kalabrien in andere Regionen Italiens verbannt worden; damals begann die Mafia, obgleich von Mussolini erbittert verfolgt, in allen Landesteilen Metastasen zu bilden. Neue Wachstumsschübe folgten nach dem 2.Weltkrieg, aus dem die Mafiosi als aufrechte "Antifaschisten" hervorgingen. In bestem Einvernehmen mit der US-Besatzungsmacht eroberten sie im heimatlichen Süden allerorts Schlüsselpositionen in der neu etablierten Verwaltung. Als dann wenig später Roms Nachkriegsregierungen große Hilfsbeträge für die Entwicklung des bis dahin vernachlässigten "Mezzogiorno" bereitstellten, kamen viele Mafiosi, die zuvor kaum über nennenswerten Reichtum verfügt hatten, erstmals zu Wohlstand: Sie lenkten den Geldstrom in die eigenen Taschen. Als überaus vorteilhaft für die Paten erwies sich dabei das Autonomie-Statut für Sizilien, das die Zentralregierung in Rom 1946 mit dem Ziel verabschiedet hatte, Separatismus-Bestrebungen auf der Mittelmeerinsel abzufangen. Darin wurde unter anderem festgelegt, daß in Sizilien Geldinstitute ohne Zustimmung u. Kontrolle der Bank von Italien gegründet u. geführt werden dürfen. Fortan wurden auf der Insel private Bankhäuser reihenweise gegründet - durchweg Mini-Institute, in denen seither illegal erworbenes Mafia-Geld "gewaschen" wird.

Noch mehr in Schwung kam die Nachkriegsmafia, als die US-Regierung inhaftierte "Cosa Nostra"-Chefs wie etwa den Gangster Lucky Luciano nach Italien entließ - aus Dankbarkeit: Die Ex-Häftlinge hatten, im Zusammenspiel mit ihrer sizilianischen Verwandtschaft, der US-Armee 1943 bei der Invasion geholfen. Nun machten sich die Rückkehrer, geschult in der Unterwelt von Chicago oder New York, in Palermo u. Neapel an die Arbeit.
Dort stießen die cleveren Italo-Amerikaner auf - jedenfalls in ihren Augen - beklagenswert rückständige Verhältnisse. Als Luciano etwa plante, auf Sizilien nach US-Vorbild Prostituiertenringe aufzuziehen, sträubten sich die einheimischen Mafiosi heftig; das Projekt, gaben sie zu bedenken, gefährde die Moral ihrer Töchter. Luciano kam schließlich nicht umhin, den aufgebrachten Familienvätern zu versprechen, er werde für den Bordellbetrieb nur ausländische Mädchen anheuern.
Danach zog er es vor, seinen Tätigkeitsbereich aufs Festland zu verlegen. In der Camorra, der neapolitanischen Spielart der Mafia, fand der Großstadt-Gangster ein Ambiente, das seinem rücksichtslosen Arbeitsstil mehr entsprach als das altbackene Milieu der sizilianischen Paten. Immer schon hatte in der Camorra ein schärferer Wind geweht. Rüde Gangstermethoden, "nackte Gewalt u. das brutale Ausschießen einer funktionablen Hackordnung", waren lt. Raith in der Camorra seit jeher üblich. Siziliens Mafiosi, die staatl. Gesetze zwar souverän mißachteten, sich dabei aber keineswegs als Rechtsbrecher fühlten, waren immerhin stets auf ihre bürgerliche Reputation bedacht. Die Camorra-Familien dagegen, durchweg im Untergrund lebende Outlaws, pfeifen auf den Anschein einer weißen Weste; sie stehen mit der Staatsmacht offen auf Kriegsfuß.
Im Camorra-Stil kurbelte Luciano, kurz vor seinem Tod 1962, das Rauschgiftgeschäft an - einen für die Mafia damals neuen Erwerbszweig, der bald darauf den "Ehrenwerten" vor allem auf Sizilien ungeahnten Reichtum u. nie gekannte Macht verschaffte. Nachdem Interpol 1972 die sogen. "French Connection" zerschlagen u. Marseille als europ. Umschlagplatz für den Heroin-Handel verriegelt hatte, übernahmen Siziliens Mafiosi den Drogen-Import; fortan war es mit der Ruhe auf der Insel vorbei.
Beim Aufbau der nun entstehenden Heroin-Multis kam es, von der Mitte der 70iger Jahre an, zu mörderischen Auseinandersetzungen, bei denen oft innerhalb weniger Monate ganze Sippen ausgerottet wurden. Nur noch in gepanzerten Autos (Typ "Alfetta", Kaufpreis 100.000 Mark) verließen die Chefs der führenden Mafia-Clans ihre schwerbefestigten Wohnsitze - u. wurden dennoch serienweise umgebracht.
Im Verlauf der blutigen Clan-Kriege war das traditionelle Handwerkszeug der Mafia-Killer - die "lupara", eine meist abgesägte Schrotflinte - durch Maschinenpistolen vom Typ Kalaschnikow AK47 ersetzt worden, eine Waffe, deren Durchschlagskraft sizilianische Experten noch erhöht haben. Mitunter wurden die Opfer aber auch mit Dynamit in die Luft gesprengt oder, nach Cosa-Nostra-Vorbild. In die Betonfundamente von Neubauten eingegossen - ein Verfahren, das den Namen "lupara bianca" trägt (weiße Flinte), weil die Leichen dabei zuvor in Kalk gebettet werden.
Die Mafia-Feldzüge, bei denen auch viele Unbeteiligte ums Leben kamen, nahmen schließlich ein solches Ausmaß an, daß sich die Regierung in Rom, wieder einmal, zu Gegenmaßnahmen veranlaßt sah. Schon 1962-1975 hatte das römische Parlament die Mafia-Umtriebe durch eine Sonderkommission untersuchen lassen, mit mäßigem Erfolg. In Palermo war 1966-1973 der energische Carabinieri-Offizier Dalla Chiesa den wildgewordenen Paten auf der Spur gewesen, dann aber abberufen worden.
Nun, Frühjahr 1982 kehrte er nach Palermo zurück. In der Zwischenzeit hatte er Italiens Rote Brigaden gejagt u. zerschlagen. Mit 150 zusätzlichen Polizeiagenten trat er ein zweites Mal gegen die Mafia an. Doch der erfolgreiche Terroristen-Fahnder verirrte sich offenbar im sizilianischen Mafia-Labyrinth, das sich im vergangenen Jahrzehnt von Grund auf gewandelt hatte. Nach dem Tod Dalla Chiesas fanden sich, anders als erwartet, in seinem Tresor weder bedeutsame Untersuchungsberichte noch Aktionspläne für die nächste Zeit. So dürftig waren die Unterlagen des immer zuversichtlich wirkenden Polizeipräfekten, daß die Ermittlungsbeamten sich fragen, weshalb die Mafia Dalla Chiesa überhaupt hatte ermorden lassen.
Wahrscheinlich, glauben die Experten, sei Dalla Chiesa, ohne es zu merken, zu einer Art Schachfigur im Machtspiel rivalisierender Mafia-Gruppen geworden: Mit der Ermordung des gefürchteten Carabinieri-Generals habe die sizilianische Mafia ihren ausländischen Geschäftspartnern signalisieren wollen, daß sie staatl. Störmanöver jederzeit vereiteln könne. Vielleicht aber, so eine andere Hypothese, gehe der Mord auch auf das Konto untergeordneter Mafiosi, die so die Mafia-Oberen in eine Konfrontation mit der Staatsmacht treiben wollten.
Jedenfalls, glaubt Autor Raith, habe Dalla Chiesa die neue Mafia falsch eingeschätzt. Einen Gegenspieler wie etwa den legendären Don Calogero Vizzini, der einst als oberster Chef ("capo dei capi") mit unbestrittener Autorität die mafiosen Unternehmen kontrollierte, fand Dalla Chiesa nach seiner Rückkehr auf die Insel nicht mehr vor; der Pate war, erstaunlicherweise, an Altersschwäche gestorben.
Spätestens Ende der 70iger Jahre ist lt. Raith das alte Paten-System endgültig untergegangen. "Die Übergabe der Ämter an Jüngere", notiert Raith, "klappte faktisch nirgends." Kaum waren die Alten abgetreten, so Raith, "fielen konkurrierende Gangs u. manchmal die eigenen Verwandten über die designierten Nachfolger u. deren Familien her". So wurde 1981 die gesamte Familie des Salvatore ("Toto") Inzerillo, des letzten Anwärters auf das Amt eines "capo dei capi", innerhalb weniger Monate umgebracht.
Seither herrscht Anarchie in der Mafia - eine Handvoll mächtiger Clans rauft sich um das Milliarden-Geschäft mit Heroin u. Waffen, wobei die immer dichter werdenden internat. Verflechtungen, vor allem mit der Cosa Nostra in den USA, das Gesamtbild noch unübersichtlicher machen. Dabei operieren die führenden Mafiosi entweder als Manager in kompliziert verschachtelten Großunternehmen oder, immer häufiger, aus dem Untergrund.
Dieser Wandel, meint Raith, sei für die Mafia gefährlich: Er schwächt den Rückhalt, den die ehrenwerte Gesellschaft bei der Bevölkerung zumindest im Süden Italiens seit jeher besaß. Zwar widerspricht Raith vielen Beobachtern, die in der Mafia gleichsam den Ausdruck eines urwüchsigen sizilianischen Volkscharakters zu erkennen glauben - das, notiert er, sei ebenso irrig wie der Glaube, die Mafia sei jemals für die Sache der Armen u. Unterdrückten eingetreten.
Immerhin aber, konstatiert Raith, seien sich im italien. Süden Volk u. Mafia allzeit einig gewesen im Widerwillen gegen die römische Staatsgewalt, eine Ablehnung, die sich in den traditionellen "capi" gewissermaßen personifiziert habe. Seit dem Abgang der volkstümlichen Paten ist das eingefleischte Mißtrauen der Sizilianer erkennbar abgeflaut - was sich, lt. Raith, besonders deutlich nach dem Mord am Carabinieri-General Dalla Chiesa zeigte. Schon vor seinem Tod hatte der bullige Polizeipräfekt, der sich um seine persönliche Sicherheit ostentativ nur wenig kümmerte, in Italien die Statur eines Volkshelden angenommen. Nun trauerten sogar die Sizilianer um den aus Rom entsandten Mafia-Gegner, der bei seiner Mission gescheitert war: Erstmals kam es in Palermo zu Massenprotesten gegen die Mafia.
Gefährliche Folgen für die Ehrenwerten hatte das nicht. Zwar setzte die Regierung in Rom unverzüglich einen "Hochkommissar" für Sizilien ein, der den Mord an Dalla Chiesa aufklären sollte. Doch die anfangs hektischen Ermittlungen sind mittlerweile im Sande verlaufen. "Der Faktor Zeit", resümiert Raith, "arbeitet zweifellos für u. nicht gegen mafiose Interessen."
Auch Autor Raith wurde bei seinen Recherchen vom langen Arm der Mafia gelegentlich gestreift: Mehrmals fand er, auf Erkundungsreisen durch Sizilien u. Kalabrien, die Reifen seines Autos zerstochen, einmal wurden die Bremsleitungen durchgeknipst - deutlicher Wink von den "Freunden der Freunde".

Werner Raith: "Die ehrenwerte Firma". Klaus Wagenbach Verlag


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Arnold Rothstein

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 2:22 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Rothstein - Arnold Rothstein (1882-1928) wurde in eine wohlhabende jüdische Familie geboren; sein Vater Abraham Rothstein war Geschäftsmann. Der mathematisch begabte Rothstein entwickelte schon früh Interesse an illegaler Geschäftstätigkeit, während sein älterer Bruder Rabbi wurde. Bereits während seiner Schulzeit beschäftigte er sich mit dem Glücksspiel u. verließ mit 16 Jahren die Schule. Einige Zeit arbeitete er als Handelsreisender u. wählte dann Billardhallen als seine bevorzugten Aufenthaltsorte. Im Alter von 20 Jahren begann er sich intensiv mit Sportwetten zu befassen u. setzte bei Pferderennen, Baseballspielen, Boxkämpfen, aber auch auf den Ausgang von Wahlen. Sein Spitzname „The Big Bankroll“ (dt.: Das dicke Geldbündel) hat seinen Ursprung in dieser Zeit, da er ein dickes Geldbündel, aus 100-US-Dollar-Noten bestehend, mit sich herumtrug. 1909 heiratete er die Schauspielerin Carolyn Greene.

1914 wechselte er die Seiten u. bot selbst Wetten im eigenen Wettbüro an. Er engagierte sich intensiv bei den Sportwetten, insbes. bei Pferderennen. So trat er als Investor einer Rennserie auf dem Havre de Grace in Maryland auf. Bereits damals wurde vermutet, daß er zahlreiche Wetten zu seinen Gunsten manipuliert hatte, da er über ein weitgespanntes Netz an Informanten verfügte. Bereits im Alter von 30 Jahren war er auf diese Weise zum Millionär geworden.

Chicago White Sox

Sein Hang, Sportwetten zu manipulieren, fand seinen Höhepunkt 1919. Offenbar hatte er die World Series der Baseball-Liga manipuliert, indem er Mitglieder des Teams der Chicago White Sox bestochen hatte. In Chicago musste er vor einer Grand Jury aussagen, wo er als unschuldiger Geschäftsmann auftrat, der sich um sein Ansehen sorgte. Da ihm nichts nachgewiesen werden konnte, blieb dieser Prozess die einzige Anklage vor Gericht, der er sich stellen musste. Offenbar hatte Rothstein Abe Attell als Strohmann benutzt, von dem er sich nun distanzierte. Rothstein zog sich danach aus diesem Geschäft zurück, da er seine potentiellen Geschäftspartner als unzuverlässig ansah. Deshalb ging er auf einen ähnlichen Deal mit Joseph "Sports" Sullivan nicht mehr ein.

Rothstein war Eigentümer eines Rennpferds namens „Sporting Blood“, das 1921 die Travers Stakes unter merkwürdigen Umständen gewonnen hatte. Offenbar hatte er auch hier die Wette manipuliert, die ursprünglich 3:1 für „Sporting Blood“ stand u. Rothstein setzte 150.000 US-Dollar auf sein eigenes Pferd, da ihm bekannt war, daß der 2. Favorit „Pudery“ Fußprobleme hatte. Als kurz vor dem Start „Pudery“ nun überraschend von der Startliste gestrichen wurde, war seinem Pferd der Sieg nicht mehr zu nehmen. Eine Manipulation Rothsteins konnte jedoch nie nachgewiesen werden, u. er erzielte einen Wettgewinn von über 500.000 US-Dollar.

Alkohol
Rothstein investierte schon früh in den Alkoholschmuggel, aber auch in den Drogenhandel. Während der Alkoholprohibition in den USA betrieb er eine Reihe von sogenannten Flüsterkneipen, in denen als Offenes Geheimnis Alkohol ausgeschenkt wurde. Als seriöser Geschäftsmann blieb er jedoch im Hintergrund u. suchte sich Strohmänner u. Akteure für diese Geschäftsfelder. Er wurde auf diese Weise eine Art Mentor für Meyer Lansky, Jack "Legs" Diamond, Charles "Lucky" Luciano u. Dutch Schultz. Dabei soll der ursprüngliche Kontakt über Frank Costello zustande gekommen sein. Rothstein hatte zahlreiche Spitznamen wie „Mr. Big“, „The Fixer“, „The Man Uptown“ u. „The Brain“, die seine Rolle als einflussreicher Geldgeber u. Bestimmer im Hintergrund beschrieben.
Er vermittelte bei Streitigkeiten zwischen den New Yorker Gangs; als sein Büro fungierte Lindy's Restaurant. Er initiierte u.a. den Broadway Mob von Lucky Luciano u. Meyer Lansky u. formierte die Seven Group über New York City hinaus.

Das Ende

Am 3.11.1928 wurde Rothstein im Park Central Hotel angeschossen u. starb am folgenden Tag im Krankenhaus. Hintergrund soll lt. einer Unterweltlegende eine Poker-Veranstaltung über 3 Tage sein, bei der er 320.000 US-Dollar verloren, sich aber hinterher geweigert haben soll, seine Spielschulden zu bezahlen. Der Spieler George „Hump“ McManus wurde für den Mord festgenommen, aber später freigesprochen. (McManus selbst gestand den Mord an Rothstein unabhängig voneinander gegenüber 2 Personen, Hawk McGee, einem Angestellten, sowie McManus altem Weggefährten Alvin C. „Titanic“ Thompson). Eine andere Theorie besagt, daß Dutch Schultz Rothstein aus Rache ermorden ließ, da dieser Joey Noe durch Jack Diamond ermordet hatte ..

Nachlass
Die illegalen Aktivitäten von Rothstein wurden von Meyer Lansky, Bugsy Siegel, Frank Erickson u.a. Mobstern übernommen. Rothsteins Tod war auch ein Zeichen für den Niedergang der politischen Korruption der Tammany Hall u. dem Aufstieg von Fiorello LaGuardia zum Bürgermeister von New York. Insbes. Dutch Schultz u. Lucky Luciano wurden Ziel der Nachforschungen des von LaGuardia eingesetzten Staatsanwaltes Thomas E. Dewey. Dessen Arbeit führte indirekt zum Tod von Schultz u. direkt zur Verurteilung u. späteren Abschiebung von Luciano. 10 Jahre nach Rothsteins Tod erklärte sein Bruder für die verbliebenen Geschäfte von Arnold den Bankrott.


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Lewis Solon Rosenstiel

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 3:03 pm

https://en.wikipedia.org/wiki/Lewis_Rosenstiel  Lewis Solon Rosenstiel (1891-1976) .. was a friend of attorney Roy Cohn, and together they formed the organization American Jewish League Against Communism ..
.. Schenley became one of the largest liquor companies in the USA. It was one of the "Big Four", which dominated liquor sales, and included Seagram, National Distillers and Hiram Walker. Rosenstiel retired from Schenley in 1968 and it was acquired by financier Meshulam Riklis. The company was sold to Guiness in 1987 ..
.. the Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science is named after him and his wife ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Lewis_Solon_Rosenstiel  .. war der Neffe eines Eigentümers einer Brennerei für medizinischen Alkohol. Vor dem Ende der Prohibition 1933 wurde Rosenstiel Eigentümer eines umfangreichen Lagers medizinischen Alkohols in Schenley. Dieses Lager war das Grundkapital der Schenley Industries. Während des 2. Weltkriegs kaufte er die Brauerei Blatz Brewing Co., stieg in den Spirituosen-Handel ein u. ließ Penicillin u. weitere Antibiotika herstellen ..
1945 war Schenley Industries Marktführer für Spirituosen in den USA u. erwirtschaftete einen Jahresgewinn von 49 Mio. US-Dollar.
1947 gründete Schenley Industries das Tochterunternehmen Universal Service Corporation, das von dem Olympiafunktionär John Valentine Grombach geleitete wurde ..
1952 betrug der Wert von Schenley Industries, 438 Mio. USD. Am 1.12.1960 erörterte Rosenstiel mit dem Finanzminister der USA Robert B. Anderson Fragen des Konsums von unversteuertem Alkohol. Auf Rosenstiels Geburtstagsfeiern traf sich das US-Justizwesen.
Rosenstiel war ein intimer Freund des Direktors des FBI, J. Edgar Hoover. Hoover schloss Wetten bei Buchmachern von Meyer Lansky ab, den Einsatz zahlte Rosenstiel, wenn Hoover gewann, brachte ihm ihr gemeinsamer Rechtsanwalt Roy Cohn den Gewinn. Roy Cohn drückte 1975 dem komatösen Rosenstiel einen Stift in die Hand, womit dieser sein Testament unterzeichnete. Als Philantrop stiftete er den Rosenstiel Award.


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Meyer Lansky

Beitrag von Dissident am Mi Nov 29, 2017 3:19 pm

http://www.jmw.at/de/exhibitions/kosher-nostra-juedische-gangster-amerika-1890-1980 .. Meyer Lansky, der sich neben seinen dunklen Geschäften als herkunftsbewusster Jude immer für Anliegen seines Volkes einsetzte ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Meyer_Lansky - Meyer Lansky (eigentlich polnisch Meier Suchowlański, 1902-1983) war ein Mobster der US-Mafia u. gilt heute als einer der wichtigsten Köpfe der sogen. Kosher Nostra. Lansky wurde von der Presse oft als „Bankier des organisierten Verbrechens“ u. als "Boss aller Bosse" bezeichnet .. Er wurde in den USA mehrmals verhaftet u. angeklagt, jedoch nie schuldig gesprochen.

.. aus jüdischer Familie .. benutzte er Meyer als Vornamen. Dieser ist eine Ableitung des jüdischen Rufnamens Meir ..
In den Jahren der Prohibition wurde er ab 1921 im Alkoholschmuggel u. -handel mit Dutch Schultz u. Bugsy Siegel, als "Bugs and Meyer Mob" bekannt. Zusammen mit ihren italienischen Freunden bildeten sie den „Broadway Mob", der hochwertigen Whiskey lieferte. Gemeinsam mit Bugsy Siegel hatte Lansky eine Autovermietung in der Cannon Street gegründet, welche auch zur Tarnung eigener Schmuggelaktivitäten diente; im Schlepptau Siegels stie Moe Sedway über die Autovermietung zur Gruppe. Der Alkohol wurde nicht nur geschmuggelt, sondern auch bei Gelegenheit von anderen – eigentlich verbündeten Partnern – gestohlen. So überfielen Lansky, Siegel u.a. Beteiligte 1927 einen Konvoi von Waxey Gordon, erschossen 3 u. verwundeten weitere Personen. Gordon war derart aufgebracht, daß er bei einem Treffen auf Lansky losgehen wollte u. Lucky Luciano dazwischengehen musste.
Die Auseinandersetzung drohte zu eskalieren, u. es war bald die Rede vom „War of the Jews“ (deutsch „Krieg der Juden“). 1928 war Arnold Rothstein ermordet worden, was offenbar Verteilungskämpfe beförderte u. zu zahlreichen Mordanschlägen auf Angehörige beider Seiten führte. So setzte Gordon 1932 die 3 Fabrazzo-Brüder auf Bugsy Siegel an; dieser überlebte u. tötete daraufhin einen der Brüder persönlich. Lansky u. Luciano sollten einen gewaltfreien Weg finden, den Konflikt zu beenden. Sie gaben 1933 Thomas E. Dewey, der auch sie bereits ins Visier genommen hatte, einen Tipp. Gordon konnte nun kaum erklären, mit welchen Mitteln er sein Imperium finanziert u. warum er bisher keine Steuern gezahlt hatte. Er wurde deshalb im selben Jahr zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.
Lansky war auch als Einbrecher u. Schläger auf Seiten der Unternehmer gegen streikende Gewerkschafter beteiligt. Im 4. "Labor Slugger War" entledigten sich 1927 Louis Buchalter u. Jacob Shapiro ihres alten Bosses Jacob Orgen, da dieser sich nicht an Anweisungen von Lansky halten wollte. Damit wurde eine Grundlage der später als "Murder Inc." bezeichneten Tötungsorganisation gelegt.
Krieg von Castellammare
Lansky arbeitete eng mit Luciano u. seinen Freunden zusammen, die allerdings Mustache Pete u. Joe Masseria verpflichtet waren. Die Auffassungen zwischen den alten „Greaseballs“ (deutsch „Fettklöße“), wie Personen wie Masseria auch genannt wurden, und den „Young Turks“ (deutsch "Jungtürken") wie Luciano, klafften weit auseinander. Allein die Zusammenarbeit von Luciano mit dem Nicht-Sizilianer Costello, einem Mann aus Kalabrien, dürfte Masseria suspekt gewesen sein. Die Zusammenarbeit mit Nicht-Italienern, die sich bald insbes. in der "Seven Group" etablierten u. expandierten, wurde vermutlich sogar als ein potenzielles Risiko gesehen. 1929 wurde Luciano von 3 bewaffneten Männern entführt, zusammengeschlagen, niedergestochen u. überlebte nur knapp.
Da sich Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft in New York zwischen Salvatore Maranzano u. Masseria bereits angedeutet hatten, schien es zunächst so, als ob Maranzano Luciano hätte beseitigen wollen. Lansky klärte jedoch Luciano darüber auf, daß es Masseria war, der hinter dem Mordanschlag steckte. Als der "Krieg von Castellammare" begann, hielt sich Luciano aus taktischen Gründen zurück. Es waren dann die Mitglieder des "Bugs and Meyer Mob", die für Luciano am 10.9.1931 Maranzano aus dem Weg räumten.
Glücksspiel & Heroin

Nach dem Ende der Prohibition konzentrierte Lansky sich wieder aufs Glücksspiel u. erweiterte 1936 seine Aktivitäten landesweit auf Florida u. New Orleans; im gleichen Jahr, als sein alter Partner Luciano verhaftet worden war. Diese Aktivitäten waren nie aufgegeben worden; so kontrollierte Dutch Schultz bis zu seiner Ermordung u.a. immer noch die italienischen Straßenlotterien. Aufgeschreckt durch Al Capones Verurteilung 1931 wg. Steuerhinterziehung, erkannte Lansky seine eigene Gefährdung u. zog es vor, seine Gewinne auf ein Nummernkonto bei einer Schweizer Bank zu überweisen. (Später soll er laut Lucy Komisar eine Bank gekauft u. über ein Netzwerk von Finanztransaktionen Geldwäsche betrieben haben, damit ihm nichts nachgewiesen werden konnte.)
1935, nachdem die Luxol-Fabrik in Elberfeld geschlossen u. sein Schmuggelring in Wien zerschlagen worden war u. so die Heroinversorgung für mehrere Jahre stockte, sicherte sich Lansky große Lieferungen aus Shanghai, die in den Heroinraffinerien der Triaden (Chinesische Mafia) hergestellt und über Verbindungsmänner in die USA geliefert wurden. (1931 erst stellte Fa. Bayer, Elberfeld/Deutsches Reich die Produktion von Heroin als Medikament ein)
https://de.wikipedia.org/wiki/Triade_(Kriminalistik) .. 1935 sicherte sich der US-Großkriminelle Meyer Lansky, nachdem die Luxol-Fabrik in Elberfeld geschlossen und ein jüdischer Schmuggelring in Wien zerschlagen worden war u. so die Versorgung mehrere Jahre stockte, große Heroinlieferungen aus Shanghai, die in den Heroinraffinerien von Chang hergestellt u. über Verbindungsmänner von Huang in die USA geliefert wurden. Nach Ende des Bürgerkrieges, der mit dem Sieg der Kommunisten endete, wurde die Produktion im sogen. "Goldenen Dreieck" von dorthin ausgewichenen Kuomingtang-Truppen aufgebaut u. von dort über Bangkok von den Triaden in alle Welt gehandelt. In Europa wurde Amsterdam der wichtigste Importhafen..


Zweiter Weltkrieg
Lanskys Partner Luciano war zwar 1936 inhaftiert worden, übte aber durch Frank Costello, der für ihn den Sitz in der "Kommission" des National Crime Syndicate einnahm, seine Macht als Oberhaupt über die Genovese-Familie u. das National Crime Syndicate aus. Eines von Lucianos Zielen war immer gewesen, eine Erlassung der Haftstrafe oder zumindest Hafterleichterungen zu erreichen. Durch den Eintritt der USA in den 2.Weltkrieg Ende 1941 u. die Aktivität deutscher U-Boote an der US-Küste ab 1942 ergab sich diese Möglichkeit. Es kam offenbar zur Zusammenarbeit mit der US-Navy bzw. deren eigenem Geheimdienst. (Siehe ausführlich: Lucky Luciano: „Zweiter Weltkrieg“) Demnach war die US Navy nach den ersten Sabotagevermutungen im Zuge der steigenden Erfolge der deutschen U-Boote u. nach einem Tipp durch den Bezirksanwalt Frank S. Hogan an Joseph "Socks" Lanza, den über den Fulton Fish Market herrschenden Mobster, herangetreten. Dessen Einfluss war jedoch zu gering, um insbes. den Widerstand der misstrauischen Hafenarbeiter zu überwinden, u. Lanza riet dem militärischen Geheimdienst der Marine, sich an den einflussreichen Luciano zu wenden, dessen Arm bis in die Docks u. die zuständige Gewerkschaft reichte.
Am 11.4.1942 soll ein Frühstück im Restaurant Longchamps in der West 58th Street mit Lansky, Moses Polakoff (Anwalt von Luciano), Distriktstaatsanwalt Gurfein u. dem Nachrichtenoffizier Carles Haffenden stattgefunden haben. Da die räumliche Entfernung von Lucianos Haftanstalt von Polakoff u. Lansky als zu weit betrachtet wurde, um einen ständigen Kontakt einzurichten, schlugen beide vor, Luciano nach Sing Sing zu verlegen, was jedoch abgelehnt wurde. Stattdessen wurde Luciano am 12.5.1942 von Dannemora ins Meadow Prison in Comstock/New York verlegt, wo der Geheimdienst der Marine diskrete Treffen mit ihm durchführen konnte. Dank dieser Zusammenarbeit konnten versch. deutsche Spione in den Hafenbereichen aufgegriffen werden. Auch Lansky nutzte sein Netz aus Helfern u. Informanten, um Spione aufzuspüren, hielt sich jedoch aus den Operationen heraus u. stellte lediglich den Kontakt zwischen beiden Seiten her. So beobachteten u.a. seine Leute Vincent Alo, Johnny "Cockeye" Dunn u. Eddie McGrath die Piers oder schleusten Agenten des Marine-Geheimdienstes in die Arbeiterschaft am Hafen ein.
Nach dem Weltkrieg leugnete die US-Marine offiziell jegliche Zusammenarbeit mit Lansky, Luciano oder anderen kriminellen Personen. Eine 1954 durchgeführte offizielle Untersuchung des Untersuchungsrichters des Bundesstaates New York, William B. Herlands, kam zum Schluss, daß „Salvatore Lucania“ sowie weitere wichtige Exponenten der Mafia während des 2.Weltkriegs aktiv an den militärischen Aktivitäten der USA mitgewirkt hatten.

Las Vegas und Kuba

Lansky war gemeinsam mit anderen Gangstern finanziell am Bau des Hotel u. Kasinos  "The Flamingo" in Las Vegas beteiligt, welches von Bugsy Siegel aufgebaut werden sollte. Als die Kosten des Umbaus sich versechsfachten u. außerdem bekannt wurde, daß Siegel 2 Mio. US-Dollar in die Schweiz transferiert hatte, wurde dessen Position unhaltbar. Nach Ende des 2.Weltkrieges investierte Lansky auch in Hotels u. Kasinos auf Kuba. Als Lansky seine Aktivitäten in der Karibik u. an der Westküste der USA begann, wurde Joseph „Doc“ Stacher der stille Helfer u. Partner im Hintergrund u. fungierte als eine Art Supervisor in den Kasinos Sands and Fremont.
Jack Dragna, der lokale Boss der Cos Nostra in Kalifornien, war kein Freund dieser Expansion der Mobster unter Meyer Lansky nach Las Vegas. Er schickte seinen „enforcer“ (am: „Durchsetzer“) Jimmy „The Weasel“ Fratianno aus, um seine Rechte geltend zu machen. Moe Sedway wurde körperlich attackiert, und auch der ranghöhere Stacher wurde körperlich angegriffen. Eigentlich hatte das National Crime Syndicate Las Vegas als offene Stadt vorgesehen, welche keinem Clan oder Gruppe als Territorium zugeordnet war. Als Lansky deshalb Tommy Lucchese darauf ansprach, kam es zunächst zu keiner Lösung. Lansky suchte aber nicht den Konflikt, sondern bot Dragna eine Beteiligung am Flamingo an, was dieser jedoch ablehnte.
Nachdem Luciano 1946 unter der Bedingung freigelassen wurde, die USA zu verlassen, u. zunächst nach Italien zurückgekehrt war, ließ er sich kurz darauf in Havanna nieder, um von Kuba aus die Kontrolle über seine „Familie“ weiter wahrzunehmen, investierte aber auch selbst auf der Insel. Luciano hatte nach seiner Freilassung eine Konferenz des National Crime Syndicate geplant. Seine Bewegungsfreiheit war jedoch durch Behördenauflagen sehr eingeschränkt, u. es soll Lansky gewesen sein, der Luciano auf den idealen Konferenzort Havanna aufmerksam machte. Ab dem 22.12. fand dann im Hotel Nacional die, später als "Havanna-Konferenz" bezeichnete, einwöchige Tagung statt, die als einflussreichste Versammlung nach der „Atlantic-City-Konferenz“ der Mobster von 1929 gilt, da hier wichtige Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt wurden. Insbes. wurde auf dieser Konferenz die Ermordung von Bugsy Siegel beschlossen, die am 20.6.1947 vollzogen wurde. Danach wurden Gus Greenbaum und Moe Sedway Besitzer des Kasinohotels Flamingo in Las Vegas.
1947 musste Luciano Kuba verlassen, da die US-Regierung seine Anwesenheit auf der Insel nicht duldete u. Druck auf die kubanische Regierung ausübte, indem sie drohte, Medikamentenlieferungen solange auszusetzen, bis Luciano das Land verlassen habe. Lansky blieb auf Kuba. Als am 10.3.1952 Batista die bestehende Regierung auf Kuba stürzte, wurde er dessen Berater, um insbes. das Glücksspiel zu einer erfolgreichen Einnahmequelle zu entwickeln.
Am 25.8.1955 verkaufte Michael „Mike“ McLaney, der offizielle Konzessionär von Batista, das Casino Internacional an Lansky u. das 450-Zimmer Hotel Nacional Casino an Moe Dalitz u. Sam Tucker. Lanskys Bruder Jacob „Jake“ Lansky war 1959 der Manager des Nacional Hotel in Havanna, dessen „stiller Teilhaber“ der Diktator war. Mit dem Sieg der Revolution 1959 unter Fidel Castro änderten sich die politischen Verhältnisse, Spielkasinos u. Hotels auf Kuba wurden verstaatlicht. Zwar hatten Lansky, Dalitz u. Tucker 1958 ihre Anteile an Carroll Rosenbloom weiterverkauft, der wiederum im Juni 1958 Mike McLaney beteiligte, aber Lansky beklagte später immer wieder den Verlust seiner Investitionen auf Kuba.
Rückkehr in die USA
Lansky u. seine Geschäftspartner kehrten in die USA zurück u. reorganisierten sich in Florida. John Pullmann – seit der Prohibition ein enger Partner von Lansky – gründete 1961 die Bank of World Commerce auf den Bahamas, die in enger Geschäftsbeziehung mit der Bank of Pelgrine stand, die wiederum von Meyer Lansky genutzt wurde. Mit seiner Rückkehr geriet Lansky ins Visier des FBI u. wurde abgehört. So wurde z.B. im Frühjahr 1962, nachdem er sich nach der Behandlung seiner Herzprobleme vom Trafalgat Hospital in ein kleines Hotel eingebucht hatte, sein Zimmer mit einer Abhörwanze ausgestattet. Stellte Lansky Hauspersonal ein, wurde dieses umgehend von FBI-Agenten angesprochen; Lansky wurde offen observiert, u. Agenten diskutierten mit ihm sogar über seine Moral.
In den 1960er Jahren musste er seine Glücksspielaktivitäten in Nevada aufgeben, da Howard Hughes die Casinos in Las Vegas übernahm. (Später in den 1970er Jahren kehrten andere Mobster nach Vegas zurück u. setzten bis etwa 1979 Strohmänner ein, bis auch das nicht mehr funktionierte.) Lansky benutzte offenbar die Miami National Bank seines langjährigen Geschäftspartners Samuel Cohen zur Abwicklung seiner Aktivitäten in Nevada. Cohen bekannte sich 1972 in einem Gerichtsverfahren der Verschwörung schuldig u. erhielt eine Haftstrafe von 1 Jahr.
Lansky soll in den 1950er u. 1960er Jahren auch in den Drogenschmuggel verwickelt gewesen sein. Gründe dafür waren einerseits die hohen Profite, andererseits hatte Luciano bereits seit seiner Ausweisung nach Sizilien 1946 mit der Organisation eines internationalen Heroin-Handels begonnen. Weitere Investitionen sollen sich auch wieder auf die Prostitution bezogen haben; Lansky investierte auch in Golfplätze u. Hotels.
Ein weiterer Mosaikstein in Lanskys internat. finanziellen Verflechtungen war die Beziehung zur Banque De Credit International in Genf, die von Tibor Rosenbaum in den 1950er Jahren gegründet worden war u. 1976 in Insolvenz ging – verbunden mit einem erheblichen Prestigeverlust für die ihr zuletzt eng verbundene Hessische Landesbank. Der Diplomat u. Geheimdienstmann Rosenbaum finanzierte ursprünglich über die Bank Waffenkäufe für Israel. Für Lansky, der Rosenbaum erstmals 1965 getroffen hatte, eröffnete die Bank auch eine Verbindung nach Israel.
Flucht nach Israel
Der Fahndungsdruck auf Lansky baute sich weiter auf; März 1970 war Lansky wegen Drogenbesitzes von der Polizei festgenommen worden u. gegen Kaution von 50.000 USD freigekommen. Sommer 1970 setzte er sich mit seiner zweiten Frau Thelma („Teddy“) nach Israel ab u. erhielt auf dem Flugplatz Lod ohne weiteres ein 3-monatiges Visum. Wie sein alter Freund u. Geschäftspartner Joseph Stacher wollte er das Recht aller Juden in Anspruch nehmen, sich in Israel ansiedeln zu dürfen u. israelischer Staatsbürger zu werden. Stacher lebte seit 1965 in Herzlia Pituach, wo Lansky im Luxushotel Accadia das Appartement 337 bezog. Später ließ er einige Lastwagenladungen Mobiliar u. Effekten von seiner Villa in Miami nach Israel schaffen. Er hatte vorgesehen, sich im Vorort Ramat Aviv von Tel Aviv niederzulassen, in einem Haus in der Oppenheimer Straße, in dem auch der damalige Verkehrsminister Shimon Peres wohnte.
Es begann ein zähes Ringen um seinen Aufenthalt, das 14 Monate andauern sollte, bis der israel. Innenminister am 29.9.1972 eine weitere Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis verweigerte. Grund für den Entscheid war insbes. ein neuer US-Haftbefehl wg. illegalen Glücksspiels. In Israel war man der Ansicht, daß Lansky seine illegale Geschäftstätigkeit von Israel aus fortsetzen wollte, insbes. nachdem einschlägig bekannte Mobster wie Benjamin Spiegelblum (bzw. Ziegelbaum), Bernard Rosa u. Jacob Markus zu geschäftlichen Besprechungen in Tel Aviv aufgetaucht waren. Rosa, Ziegelbaum u. Markus wurden am 31.5.1971 aus Israel ausgewiesen. Lansky engagierte einen bekannten Anwalt, Yoram Alroy, um seine Ausweisung zu verhindern. Am 3.9.1971 gab er dem israel. Fernsehen sogar ein Interview. Lansky wies auf seine großzügigen Spenden für Israel oder jüdische Institutionen in den USA hin u. gab an, einige Millionen US-Dollar in die israel. Wirtschaft investieren zu wollen. Trotzdem scheiterte er u. musste am 5.11.1972 Israel verlassen. Er reiste über die Schweiz, Argentinien, Brasilien nach Paraguay, wo er dem FBI übergeben wurde, das ihn zurück in die USA brachte. In Israel wurde eine Gesetzesinitiative eingereicht, um zukünftig zu verhindern, daß Kriminelle das israel. Rückkehrgesetz nutzen können.
Die letzten Jahre
Lanskys Rolle als Mobster war bekannt, aber es konnte ihm nichts nachgewiesen werden. Ab 1973 wurde im nunmehr 3. Verfahren in den USA letztmals versucht, ihn gerichtlich zu belangen, u. er wurde u.a. wg. Steuerhinterziehung angeklagt. Am 3.11.1976 wurde er allerdings freigesprochen, da sich die Jury über die belastende Zeugenaussage des Kredithais Vincent „Fat Vinnie“ Teresa uneinig war, dessen Glaubwürdigkeit wg. seiner Mitgliedschaft in der Patriarca-Familie von Boston angezweifelt wurde. Lansky verhielt sich nach dem Prozess weiterhin vorsichtig. Er traf sich mit seinen Vertrauten nur auf öffentlichen Plätzen oder in Einkaufszentren. Wenn er mit seinem Chauffeur unterwegs war, hielt er immer Ausschau nach neuen öffentlichen Telefonzellen, die er für seine Telefongespräche nutzen konnte. Das FBI gab deshalb die Beobachtung von Lansky Ende der 1970er Jahre schließlich auf. Als wichtigste Assoziierte von Lansky in dieser Zeit gelten Samuel Cohen u. Alvin Ira Malnik.
Am 11.10.1977 wurde der Stiefsohn von Lansky, Richard Schwartz, hinter seinem Restaurant in Bay Harbor Islands erschossen. Hintergrund war offenbar ein nichtiger Streit zwischen ihm u. Craig Teriaca am 30.6.1977 im Club „The Forge“, der von Alvin Ira Malnik betrieben wurde. Schwartz schoss den 29-jährigen Sohn des Mafioso Vincent Teriaca tödlich nieder. Der Mord an Schwartz gilt als Racheakt für den Tod von Craig Teriaca.
Seine letzten Jahre verbrachte Lansky in Miami Beach. 1983 starb er an Krebs.
Nachlass
Lansky hinterließ seine Frau Thelma „Teddy“ Sheer Lansky (geb. Schwartz; † 1997) u. die 3 Kinder Buddy, Paul u. Sandra. Von seiner ersten Frau Anne war er 1946 geschieden worden. Auf dem Papier besaß Lansky zwar nichts, u. seine Frau konnte nicht einmal die Krankenhausrechnung bezahlen, aber zum Zeitpunkt seines Todes vermutete das FBI 300 Mio. US-Dollar auf versteckten Konten. Noch Sept. 1982 hatte das Forbes Magazine Lansky unter den 400 reichsten Personen der USA aufgelistet.
Lt. Biograf Robert Lacey soll Lansky bereits in seinen letzten 20 Jahren nicht mehr gut bei Kasse gewesen, u. sein Einfluss u. Einkommen in Gangsterkreisen soll stark übertrieben worden sein. Jedenfalls wurde bis heute nichts von den 300 Mio. gefunden.
Lansky hat, typisch für die Kosher Nostra, keinen Nachfolger aufgebaut; als solcher wird jedoch heute Alvin Ira Malnik gesehen, der bereits seit den 1950er Jahren für Lansky, u.a. auch als Verteidiger, tätig war, eine Nichte von Lansky geheiratet hat und entsprechende Aktivitäten Lanskys fortgesetzt haben soll. Nach Lanskys Tod 1983 bezeichnete das Reader´s Digest Malnik als „heir apparent“, den „offensichtlichen Erben“ von Lansky.


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Politmafia

Beitrag von Dissident am Do Nov 30, 2017 2:35 pm

Aus dem Buch: Das zensierte Buch: Geschäfte und Verbrechen der Politmafia
Eine kritische Bestandsaufnahme des internationalen Dunkelmännerwesens
Jürgen Roth & Bernd Ender (Anm. Dissident: verwendete Abkürzungen: OK für Organisierte Kriminalität)

.. Geht man davon aus, daß der Reinprofit der Mafia 1980 bei über 600 Mio. Dollar lag, wird die wirtschaftliche Bedeutung der OK deutlich.
Einer der wichtigsten Mafiachefs, Meyer-Lansky, behauptete einmal sogar, daß sie größer sei als der Konzern US-Steel.

  .. In einem US-Senats-Untersuchungsausschuß wurde versucht, diese Mafia-Gewinne aufzuschlüsseln. Man kam zu folgendem Ergebnis: Etwa 63 Mrd. Dollar kommen aus dem Drogengeschäft, 22 Mrd. aus Spielbanken u. weitere 8 aus Geschäften wie Schmuggel u. Prostitution, der Rest aus anderen Geschäften wie Wetten usw. ..
100 Mrd. Dollar sind keine Kleinigkeit. Es gibt kaum einen Staat, dem eine solche Summe für seinen Staatshaushalt zur Verfügung steht.


.. mit dem Geld der organisierten Kriminalität wird nicht nur Profit, sondern auch Politik gemacht – was die Zusammenarbeit von bestimmten Politikern mit der Mafia in einem anderen Licht erscheinen läßt.

.. Die Aufdeckung dieser kriminellen Finanztransaktionen ist nahezu unmöglich, da alle Beteiligten, inklusive Politiker, wie Pech und Schwefel zusammenhalten.
In Italien ist immer wieder deutlich geworden, was geschieht, wenn Richter oder Journalisten versuchen, den Zusammenhang zwischen Mafiageldern, Politikern u. den Investitionsobjekten aufzudecken: massive Drohungen bis hin zum Mord sind an der Tagesordnung.

.. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß ein Teil der schmutzigen Gelder auch für Nachrichtendienste bereitsteht, die damit geheime Operationen u. Aktivitäten finanzieren .. Wer heute noch glaubt, die Mafia sei auf Italien u. die USA beschränkt, wer glaubt, sie arbeite mit abgesägten Schrotflinten (Luparas), der irrt: Mafia ist heute in der Tat ein Synonym für die Verflechtung von organisierter Kriminalität u. öffentlichem Leben u. somit ein Teil der Nationalökonomie.

.. »Ich hätte die Untersuchungen gegen Drogen- u. Waffenhändler nicht in allen Details vorantreiben können, wenn ich nicht durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit einigen politischen Hintermännern zuvorgekommen wäre«, erklärte der italien. Richter Carlo Palermo. Palermo ermittelte, daß sich die großen kriminellen Drogen- u. Waffendeals meist unter den Augen diverser nationaler u. internationaler Nachrichtendienste abspielen.
Nach dem aktuellen Erkenntnisstand ist der Schluß zulässig: Drogengroßhändler u. Waffenschieber laufen an der langen Leine staatlicher Sicherheitsdienste.

.. Die politische Mafia in den USA
Wie in einem Focus des internationalen Netzwerkes von Waffen, Drogen, OK u. hoher politischer Absegnung u. Duldung konzentriert sich die Politmafia in der Person des ehem. US-Präsidenten Richard Nixon. Seine Verbindungen zur OK, zur Mafia, haben eine lange Geschichte. In den USA spricht man davon, daß spätestens 1946 Nixon erste intime Kontakte mit der Mafia eingegangen sei. Damals finanzierte einer der besten Mafia-Anwälte Nixons Kandidatur für den Kongreß mit.
Noch deutlicher wird die Verbindung in den frühen 50iger Jahren, als Mafia-Boß Meyer-Lansky über Diktator Batista in Kuba ein Zentrum der OK aufbauen ließ. 250.000 Dollar wurden von Meyer-Lansky an Batista dafür bezahlt. Einen Monat nach Batistas Rückkehr nach Havanna trudelte Nixon dort ein, um die neu aufgebauten Spielcasinos der Mafia zu besuchen. Er hielt sich jedoch in den Casinos nicht nur als interessierter Beobachter auf, sondern investierte zusammen mit anderen Mafia-Größen auf Kuba.
Batista entwickelte sich zum scharfen Antikommunisten u. sein kubanisches Regime gleichzeitig zum sicheren Hafen für US-Unternehmungen. Keiner war mit dieser Situation zufriedener als Mafiaboß Meyer-Lansky u. der nicht weniger bekannte Mafiaboß Lucky Luciano. Letzterer hoffte, so ist einem Bericht der US-Behörde »Federal Bureau of Narcotics« zu entnehmen, daß Kuba zum Zentrum aller Drogenoperationen werden würde. Kuba entwickelte sich zum Drogenzentrum. Gleichzeitig wurde es das Paradies für Glücksspieler. Die Casinos, an denen Richard Nixon einige Anteile besaß, wurden von der Mafia kontrolliert.
Als Fidel Castro den Diktator Batista stürzte, war das sowohl für die Mafia wie für den in Kuba operierenden CIA außerordentlich schmerzhaft. Der CIA hatte Angst, daß Kuba u. seine sowj. Unterstützer die soziale Revolution in andere lateinamerikanische Länder exportieren würden, gegen die dortigen US-Kapitalinteressen.
Viel bedeutsamer war die Situation der »schwarzen Wirtschaft«, daß die Mafia ihre Pfründe verloren hatte. Daher begann der CIA in Zusammenarbeit mit der Mafia, glaubt man US-Untersuchungsausschüssen, mit Planungen, um Castro durch eine überraschende Invasion zu stürzen. Über 1200 geflohene Kubaner, die in Miami ausgebildet wurden, sollten in der Schweinebucht landen, Castro stürzen u. ein den USA freundlich gesonnenes Regime installieren.
Finanziert wurden die Söldner im wesentlichen durch die Mafia, die Aktion wurde von Nixon geplant. Nixon war damals der Kopf der sogen. 52er Gruppe, einer Untergruppe des Nationalen Sicherheitsrates, der die verdeckte Operation betreute. Als die Invasion mißlang, wurde später mehrmals versucht, Castro zu liquidieren. Meyer-Lansky war einer der ersten gewesen, die diese Idee entwickelt u. dafür schon 1959 eine Mio. Dollar bereitgestellt hatten. Pläne einer weiteren Invasion wurden von Präsident John F. Kennedy gestoppt. Seine Vorbehalte gegen die Zusammenarbeit von US-Geheimdiensten u. OK bei der Schweinebucht-Invasion führten dazu, daß er sich später die Mafia zum Todfeind machte. Nach seiner Ermordung sagte sein Bruder Robert, der ehem. Justizminister, der Mafia den Kampf an. Aber durch dessen Ermordung wurden aktive Maßnahmen gegen die Mafia frühzeitig beendet.
Als Nixon dann zum Präsidenten gekürt wurde, war eine seiner ersten Amtshandlungen, einen Staatsanwalt zu feuern. Es handelte sich um Robert Morgenthau, der die Verbindungen der OK zu Politikern untersucht hatte. Morgenthau war auf 2 bedeutende Mafiafinanziers des Nixon-Wahlkampfes gestoßen, die nicht nur Steuern hinterzogen, sondern auch illegale Geldtransfers in die Schweiz durchgeführt hatten. Nixons Verbindungen zur Mafia auf den Bahamas kamen dabei ebenfalls ins Spiel. 1968 war er dort als Präsidentschaftskandidat u. Ehrengast zur Eröffnung eines neuen Spielcasinos, das der Mafia gehörte.
Ein weiterer Prominenter, der eng mit Nixon zusammenarbeitete, war der Chef der Transportarbeitergewerksehaft Teamster, Jimmy Hoffa. Hoffa, so staatsanwaltschaftliche Untersuchungen, verfügte über »enge Beziehungen zur Mafia-Gruppe Meyer-Lansky«, eine Verbindung, die durch Robert Kennedy aufgedeckt worden war. Hoffa landete im Gefängnis, sollte 13 Jahre verbüßen, wurde jedoch 1971, als Nixon Präsident war, von diesem begnadigt. Solche »merkwürdigen Beziehungen« zwischen Politikern der Republikanischen Partei im Umfeld von Nixon u. der Mafia intensivierten sich während der Präsidentschaft Nixons. Ein klassisches Beispiel: Hilfe ließ Nixon der Mafia angedeihen, indem er sich mit seinem französ. Kollegen zusammentat, um die korsische Mafia, die einen wichtigen Platz im Drogenhandel innehatte, zu zerschlagen. 2 Mafia-Organisationen standen sich seinerzeit im Wege: die US-amerikanische unter Führung von Meyer-Lansky in Miami u. die französische mit ihrem Stützpunkt in Marseille. Das Goldene Dreieck, Laos, Burma, Thailand, stand unter der Kontrolle der US-Mafia, während die Türkei, Iran u. der Libanon im wesentlichen von den Franzosen ausgebeutet wurden.
Vieles spricht nun dafür, daß es weniger um die Zerschlagung des internat. Drogennetzes, sondern mehr um die Monopolisierung des Drogenhandels in Händen von Meyer-Lansky ging. Deutlich wird das daran, daß nach der Zerschlagung der korsischen Connection der Drogenverbrauch in den USA innerhalb von 4 Jahren um 100 % anstieg. 1978 klagte der für Drogen zuständige New Yorker Staatsanwalt: "Es ist mehr Stoff in den Straßen als zur Zeit der 60iger u. frühen 70iger Jahre."
Verwunderlich dürfte das kaum sein, da ja inzwischen William Colby, Teilnehmer des Cercle Violet, die politische Dimension des Drogenhandels sichtbar gemacht hat. Die Meo-Armee in Laos wurde vom CIA ausgebildet, ihre Rauschgiftanbauflächen wurden vergrößert, während Nixons u. Kissingers Schützlinge in Paraguay u. Bolivien mit den dortigen Kokainkönigen zusammenarbeiteten, um die Generale zu unterstützen, die Südamerika vor »kommunistischen Einflüssen« bewahren sollten. Um diese lokalen Machthaber für ihre eigene Politik einspannen zu können, drückten die USA beide Augen zu bzw. förderten die Rauschgiftgeschäfte dieser Politgangster.

In die Rauschgiftgeschichte eingegangen ist neben vielen anderen Fällen der folgende Vorgang: In Mexiko-Stadt verhaftete die dortige Rauschgiftpolizei 1975 den Chef einer Drogenbande, Alberto Sicilia. Nach Schätzungen der US-Drogenbehörde hatte er wöchentlich Heroin u. Marihuana im Wert von 3,6 Mio. Dollar in die USA geschmuggelt. Bei seiner Verhaftung trug er 2 Schweizer Bankbücher mit einem Guthaben von 260 Mio. Dollar in der Jackentasche. In der Brieftasche des gebürtigen Kubaners fand die Polizei je 1 gültigen mexikanischen, US-amerikan. u. kubanischen Reisepaß. Unter der Folter mexikanischer Drogenfahnder erklärte Sicilia, Agent des CIA zu sein u. in dessen Auftrag ein Rauschgiftsyndikat aufgebaut zu haben. Ziel dieser Aktion sei es gewesen, so der Geständige, von den Erlösen aus dem Drogengeschäft auf dem Schwarzmarkt Waffen einzukaufen u. diese an mittelamerikanische Guerillaorganisationen weiterzugeben. So wollte man unbequeme Regime verunsichern oder – wie es in der CIA-Fachsprache heißt – destabilisieren. Angesichts der aufgerüsteten Guerilla im Land hätten diese Regime dann Militärhilfe der USA beantragen müssen, die das Pentagon ihnen gegen die gewünschten politischen Konzessionen wie zum Beispiel Senkung des Ölpreises gewährt hätte. 1977 beschuldigte ein geheimer Bericht des Kongresses in Washington den CIA, auch den asiatischen Opium-Schmuggelring in den USA zu unterstützen. Weiter heißt es in dem Bericht:
Es war eine Ironie, daß der CIA die Verantwortung für die Drogenbekämpfung übernehmen sollte, während er gleichzeitig die wichtigsten Leute im Drogenhandel unterstützte.
Nixon unterhielt enge Beziehungen zu dem US-Multimillionär Robert L. Vesco. Dieser wurde dadurch bekannt, daß er die auch in der BRD tätige Kapitalgesellschaft OOS, deren Aushängeschild der ehemalige FDP-Vizekanzler Erich Mende war, ausgeplündert hatte. Vescos Beziehungen zur Familie Nixon u. zur republikanischen US-Administration waren eng. Gegner Vescos, u. davon gab es viele, vermuteten, daß Nixon neben der 1973 bekannt gewordenen illegalen Wahlkampfspende von 200.000 Dollar auch andere Zuwendungen von Vesco erhalten hatte.
Nixons Justizminister John Mitchell konnte dem Präsidentenfreund zwar nicht die hartnäckige Nachstellung der SEC (US-amerikanische Steuerfahndung) ersparen, ihn aber doch durch persönliche Intervention aus dem Schweizer Gefängnis St. Antoine befreien. Vesco mußte dort wegen Betrugsverdachts nur eine Nacht verbringen. Der internat. Finanzbetrüger Vesco mit seinen verdeckten finanziellen Zuwendungen für Nixons Wiederwahl nahm noch andere Geschäftsinteressen Nixons wahr, wofür Nixon als Gegenleistung im wesentlichen alle Untersuchungen gegen Vesco hinsichtlich seiner Aktivitäten im Drogen- u. Waffenhandel einstellen ließ.
1974 wurde bekannt, daß Vesco mit einer Firma namens Wer-Bell zusammenarbeitete und diese Zusammenarbeit die Finanzierung von geheimen Guerilla-Aktivitäten in La-teinamerika einschloß. Wer-Bell ist in den USA eine bedeutende Rüstungsfabrik, die solche Waffen produziert, wie sie vorzugsweise von Nachrichtendiensten benutzt werden. Berüchtigt sind die sogen. stillen Maschinenpistolen M 10 u. M 11. Diese beiden Waffen sind zur Zeit exklusiv bei westlichen Geheimdiensten u. westlichen Terroristen in Gebrauch.
Vesco wollte 2000 dieser Maschinenpistolen einkaufen. Gleichzeitig vereinbarte er mit Wer-Bell, eine Fabrik in Costa Rica aufzubauen, die die Waffen in Lizenz produzieren sollte. Der Grund: Diese Maschinenpistolen konnten nur mit Spezialgenehmigungen der US-Regierung exportiert werden. Trotzdem gelangte 1976/1977 eine große Anzahl dieser »stillen Maschinenpistolen« in die Hände europäischer Terroristen. Als Piere Lugi Concutelli, ein führender Repräsentant der italien. Neofaschisten Ordine Nuovo, im Feb.1977 geschnappt wurde, fand die Polizei in seinem Appartement eine M 10-Maschinenpistole, die als Tatwaffe des Mordes an Roms Magistratsmitglied Vittorio Occorsio identifiziert wurde, der in Rom erschossen worden war, nachdem er verkündet hatte, daß er die enge Kooperation zwischen faschistischem Terror u. der Mafia aufdecken werde. Eine weitere dieser Wer-Bell-Maschinenpistolen wurde gefunden, als spanische Terroristen aufflogen.
Von Wer-Bell u. Vesco führen viele Wege zu den fanatischen Castro-Gegnern wie Orlando Bosch, der als Führer eine kubanische Exilgruppe in Miami in eine Terrorarmee umrüstete. Von diesen Leuten wurden später sogen. Todesschwadrone in viele lateinamerikanische Länder gesandt. Auch der für Heroinangelegenheiten zuständige Mafiaboß Santo Trafficante jun. hielt sich zwischen Jan.1973 u. Sommer 1975 beim Nixon-Freund Vesco auf. Der Journalist Jim Hougan spekulierte in seinem Buch SPOOKS, daß die drei mit dem CIA zusammengearbeitet hätten, um den antikommunistischen Terror in Lateinamerika zu eskalieren. Aber Nixons schützende Hand über Veseos kriminellen Aktivitäten verhinderte zunächst jede Aufdeckung dieser u.a. Skandale. 1973 beschuldigte ein Agent der US-Drogenabwehr DEA Vesco, am Heroinschmuggel beteiligt zu sein. Weil er entsprechende Untersuchungen einleitete, wurde er gefeuert u. mit dem Tode bedroht. Aufgrund einer Intervention des Weißen Hauses konnte ein Senats-Untersuchungsausschuß diesen Vorgang nicht weiter durchleuchten.
1 Jahr später, als ein anderer Untersuchungsausschuß Wer-Bells Waffengeschäfte mit Vesco untersuchte, wurde aufgedeckt, daß Vesco selbst Agenten der Drogenabwehr beschäftigt hatte. Sommer 1977 deckte die Polizei den Transport einer großen Menge Heroin u. Kokain in den US-Bundesstaat Rhode Islands auf. In einem der aufgebrachten Schiffe entdeckte man ein Buch, in dem stand: »to Vesco 6 million – he picked up W. Shrimper (Lansky), curier beat up.«  Immer dann, wenn die Beziehungen zwischen Nixon, CIA, der Drogenabwehr DEA, Vesco u. der Mafia Gegenstand von Untersuchungen waren, kam es zu zahlreichen u. plötzlichen Todesfällen.
Nachdem die Arbeit von versch. Senats-Untersuchungsausschüssen von höchsten politischen Stellen der US-Administration unter Nixon sabotiert worden war, die die Verbindungen zwischen dem inzwischen nach Costa Rica geflohenen Vesco u. dem Waffen- u. Drogenhandel zum Gegenstand hatte, fragte US-Senator Henry Jackson empört:
"Warum wünscht die US-Regierung, daß Robert Vesco nicht in die USA kommt? Hat er etwa besondere Informationen, mit denen er den nationalen Alptraum, den wir gerade durchleben, klären könnte?" - Ein Mitglied des Senats-Untersuchungsausschusses bot eine Antwort an: "Mehr als jede andere Person hat Vesco Informationen, die, wenn er auspacken würde, selbst Watergate zu einem Picknick machen würden."
Die Zusammenarbeit von Nixon u. der OK, mit den Querverbindungen zu Nachrichtendiensten u. Waffen- u. Drogenhändlern, führte dazu, daß Nixon zweifellos auch privaten Nutzen aus diesen Verbindungen zog .. Richard Nixon lebt derweil komfortabel im Ruhestand. Wozu sicher die Grundstücke beitragen, die ihm in den 50iger Jahren zu äußerst günstigen Bedingungen in Miami von der Mafia zugeschustert worden waren. Er hat es aber auch nicht aufgegeben, politisch aufzutreten. 1980 hielt er sich auf Einladung des Springer-Blattes Welt am Sonntag in der BRD auf u. trat im ZDF-Magazin von Gerhard Löwenthal auf. Was er mit CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep besprach, weiß man nicht. Doch das, was der damal. stellv. CDU-Bundesvorsitzende Alfred Dregger ihm sagte: »Er bedaure zutiefst, daß die Tage der vertrauensvollen Verbundenheit u. Freundschaft, die Sie, s.g. Hr. Nixon, mit Bundeskanzler Adenauer, Präsident Eisenhower u. Außenminister Dulles wesentlich mitgeprägt haben, inzwischen durch eine westliche Bündnispolitik abgelöst wurden, die zu schweren Belastungen der Partnerschaft zwischen den USA u. der BRD geführt haben. Die westlichen Verbündeten müßten sich gerade in einer Zeit friedensbedrohender Konflikte aufeinander verlassen können."
Dregger hatte Nixon die politische u. moralische Unterstützung der CDU zugesichert, auf die die USA in der gegenwärtigen weltpolitischen Krisenlage hoffe u. auf die sie zu Recht Anspruch erhebe. Nixon rügte bei seiner Deutschlandtournee die Abrüstungspolitik Carters, sprach sich für eine Erhöhung der Rüstungsausgaben aus u. machte Stimmung für seinen Gesinnungsgenossen Ronald Reagan. Gleichzeitig stellte Nixon ein von ihm verfaßtes Buch vor mit dem bezeichnenden Titel DER DRITTE WELTKRIEG HAT SCHON BEGONNEN.


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Politmafia

Beitrag von Dissident am Do Nov 30, 2017 3:20 pm

Aus dem Buch: Das zensierte Buch: Geschäfte und Verbrechen der Politmafia
Eine kritische Bestandsaufnahme des internationalen Dunkelmännerwesens
Jürgen Roth & Bernd Ender

.. Die Reagan-Administration – ein Mafia-Kabinett?
An der Zusammenarbeit zwischen Mafia u. Republikanischer Partei in den USA hat sich bis heute wenig geändert. Das Reagan-Kabinett wird manchmal im Scherz als »Mafia-Kabinett« bezeichnet. Ein reiner Scherz ist das aber leider nicht. Da mußte erst auf massiven Protest der US-Öffentlichkeit hin der Arbeitsminister der Reagan-Administration, Raymond Donovan, abtreten. Er hatte zu innige u. insbes. nachweisbare Beziehungen zur Mafia. »600.000 Dollar«, so die Anschuldigung, »habe er für den Wahlkampf von Reagan beigesteuert, Gelder aus Mafia-Quellen.«
Nachgewiesene Verbindungen zur Mafia hat der ehem. Unternehmer u. CIA-Direktor William Casey. Selbst Reagan scheint eher auf gutem Fuß mit Mafia-Bossen zu stehen. Am 27.8.1980 traf der damalige Präsidentschaftskandidat Reagan privat mit dem Vizepräsidenten der Teamster-GewerksChaft, Roy Williams, u. mit Jack Presser zusammen.
Die Teamster-Gewerkschaft gilt allgemein als von der Mafia kontrolliert. Ihre Mitglieder zahlen Beiträge in Milliardenhöhe, die dann von der Mafia wieder in gewinnbringende Geschäfte investiert werden. So hat die Gewerkschaft der Teamster, die berühmte Gewerkschaft der Fernfahrer, die von Gambino, dem Paten einer New Yorker Familie, kontrolliert wird, die systematische Plünderung des Kennedy-Flughafens organisiert. Jedes Jahr lassen die Fahrer des Syndikates auf Anordnung der Familie Güter im Werte von Milliarden Dollar verschwinden. Das FBI schätzt, daß mehr als ein Drittel der wertvollen Güter auf dem Kennedy-Airport unterschlagen werden – elektronische Geräte, Juwelen, Pelze, Nahrungsmittel – u. in die Hände der Mafia fallen.
Bei dem Treffen zwischen den Teamster-Führern u. Reagan 1980 ging es um die Mobilisierung der Gewerkschaftsmitglieder im Wahlkampf 1980. Doch am Morgen dieses Treffens veröffentlichten die US-Zeitungen Artikel über Williams’ Zeugenaussage vor dem Senats-Untersuchungsausschuß am vorangegangenen Tag. Sie berichteten, daß er selbst persönliche u. finanzielle Verbindungen zu Personen aus dem Umfeld der OK hatte. Unter den Mobsters, zu denen Williams Verbindungen haben sollte, war der Boß der Unterwelt von New Orleans, Carlos Marcello, der sich einst gebrüstet hatte. »Wir besitzen die Teamsters.«
Nach dem Treffen von 1980 gewann Reagan die Wahl, ganz sicher mit finanzieller Unterstützung der Teamster-Gewerkschaft. 1981 wurde Williams, welch Zufall, zum Präsidenten der Teamster gewählt. Er trat erst zurück, nachdem die Beschuldigungen gegen ihn so massiv geworden waren u. bekannt geworden war, daß er einen US-Senator bestochen hatte. Am 21.4.1981 ersetzte ihn der andere Mafia-Verbindungsmann Jack Presser. Gegen Presser laufen dzt. gerichtliche Untersuchungen in Cleveland wg. Bestechung u. Betrugs.
Trotz aller Beschuldigungen gegen die Teamster-Führer u. trotz der vorliegenden Beweise u. Verurteilungen geht die Freundschaft zwischen der Reagan-Administration u. der Mafia-kontrollierten Gewerkschaft nicht in die Brüche. US-Präsident Carter war es immerhin für einige Zeit gelungen, die Teamster u. ihren Anhang aus dem Weißen Haus zu verbannen, die schon von Nixon lange Zeit unterstützt worden waren. Es gibt zwar keine Beweise dafür, daß die Reagan-Administration genau wie Nixon alle Kampagnen der Teamster unterstützt u. ihre Führer vor gerichtlichen Untersuchungen schützt. Sicher ist aber, daß immer dann, wenn der Kongreß oder Gerichtsbehörden die Kooperation der Regierung bei Untersuchungen gegen die Gewerkschaft benötigen, diese prinzipiell nicht gewährt wird.
Es gibt Weigerungen, offizielle Dokumente herauszugeben, es werden im Gegenteil die Angeschuldigten offiziell u. öffentlich unterstützt. Tatsache ist, daß Reagan, im Gegensatz zu Carter, substantielle Reduzierungen im Budget derjenigen Dienste durchführte, die im Kampf gegen die organisierte Kriminalität erfolgreich waren. Die gesamten Einschnitte, die er in seinem ersten Budget durchführte, im Sept.1981, betrugen ein Drittel des bisherigen Budgets. Das Büro für Management u. Budget sagt zur gleichen Zeit, daß keine neuen Operationen im Finanzjahr 1982 gegen die OK genehmigt würden. 1983 blieb die Situation unverändert. Die Ausnahme ist nur, daß die US-Administration begonnen hat, den angekündigten Krieg gegen die Drogen wieder zu beenden, der auch nicht mehr war als ein Feigenblatt für die Unfähigkeit der Regierung, gegen die Mafia zu kämpfen. Außerdem wurden die Etats von all denjenigen Diensten beschnitten, die bislang im Kampf gegen die OK u. das Gewerkschafts-gangstertum extrem effektiv waren. Jimmy Carter fertigte die Teamster für 4 Jahre ab. Als Reagan den ersten Gang nach Washington als Präsident machte, war einer seiner ersten Schritte ins Hauptquartier des marmornen Gewerkschaftspalastes hinein. Dort besuchte er ein Treffen mit dem Vorstand der Gewerkschafter, unter denen sich Mitglieder wie Presser oder Williams befanden. Dort lud Reagan die höchsten Kommandeure ein, ihn bei der Auswahl seines Arbeitsministers zu unterstützen.
Die Teamster waren gerne bereit, ihm bei der Ministerauswahl zu helfen. Raymond J. Donovan wurde zum Arbeitsminister gekürt. Donovan war ein Mann der Teamster-Gewerkschaft. Dabei wurde er schon während seiner Anhörung im Jan.1981 beschuldigt, Zahlungen an einen New Yorker Teamster-Offiziellen geleistet zu haben, für sein privates Unternehmen in New Jersey. Weitere Beschuldigungen gegen Donovan folgten. Ein FBI-Memorandum enthielt detaillierte Aufstellungen über die Verbindungen von Reagans Arbeitsminister Donovan zur OK. Die Dokumente wurden jedoch in die Schublade gelegt. Als Donovan Arbeitsminister war, nahmen Untersuchungen gegen die Gewerkschaftsoffiziellen drastisch ab, um etwa 30 % gegenüber der vergleichbaren Zeit unter der Carter-Regierung. Schließlich mußte Donovan doch gehen.
Im Gegensatz zu der Kritik des Kongresses an den Beziehungen zwischen Gewerkschaft u. Kriminalität besteht Reagan bis heute auf der Unterstützung dieser Gewerkschaftsführer. So veröffentlichte 1981 das »Senate Permanent Inve-stigation Subcommittee« einen Interims-Report über den Pensionsfonds der Teamster. In ihm wird Roy Williams als einer bezeichnet, der auf versch. Ebenen der Teamster-Gewerkschaft als »Maulwurf« der OK operiert.
10 Tage später wandte sich Reagan über Video an die Delegierten der Teamster-Versammlung in Las Vegas. Er pries die Gewerkschaft u. ihren Führer. Reagan: »Ich hoffe, daß ich im Team mit den Teamstern bin.« (… team with the Teamsters) Und dann, am 12.6.1981, lud Reagan diesen Williams zusammen mit anderen Gewerkschaftsführern zu einer Top-Level-Wirtschaftskonferenz ins Weiße Haus ein. Weitere führende Unterstützer der Reagan-Administration haben Verbindungen zur OK. Da gibt es Richard Allen, den ehem. Sicherheitsberater, der immer noch zu Reagans engsten Beratern gehört. Allen ist dafür bekannt, daß er zu Robert Vesco in Washington 1972 Verbindungen unterhalten hatte. Damals ging es um die Lieferung von Waffen an südamerikanische Terroristen. Richard Allen, so wird allgemein gesagt, sei sicher kein Anhänger dieses kriminellen Vescos gewesen, aber wie er ein professioneller kalter Krieger.
Allen gründete 1975 das Committee on the Present Danger, eine Koalition gegen jegliche Entspannungspolitik, in der Veteranen wie Paul Nitze, Gordon Gray, General Maxwell Taylor u. der Anwalt von Vesco, Edward Bennett Williams, sich vereinten ..


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„Bugsy“ Siegel

Beitrag von Dissident am Di Dez 12, 2017 9:59 am

Wie so oft, erfährt man auf dem englisch-sprachigen Wikipedia mehr als auf dem deutschsprachigen, deshalb vorab einiges daraus:

https://en.wikipedia.org/wiki/Bugsy_Siegel .. Siegel was not only influential within the Jewish mob but, like his friend and fellow gangster Meyer Lansky, he also held significant influence within the Italian-American Mafia and the largely Italian-Jewish National Crime Syndicate. Siegel was one of the founders and leaders of Murder Inc. and became a bootlegger during Prohibition .. other sources state that his family came from Austria (On the 1910 New York Census, both of Siegel's parents listed their birthplaces as Austria) His parents, Jennie (Riechenthal) and Max Siegel, constantly worked for meager wages ..
Siegel developed a protection racket where pushcart merchants were forced to pay him a dollar or he would incinerate their merchandise. Siegel had a criminal record that included armed robbery, rape and murder dating back to his teenage years .. The Bugs and Meyer mob was known to be responsible for the killing and removal of several rival gangdom figures. Siegel's gang mates included Abner "Longie" Zwillman, Louis "Lepke" Buchalter, and Lansky's brother, Jake; Joseph "Doc" Stacher, another member of the Bugs and Meyer Mob .. Siegel first smoked opium during his youth and was involved in the drug trade ..
He gained admiration from young celebrities, including Tony Curtis, Phil Silvers and Frank Sinatra .. The alliance with the countess took Siegel to Italy in 1938, where he met Benito Mussolini, to whom Siegel tried to sell weapons. He also met Nazi leaders Hermann Göring and Joseph Goebbels, to whom he took an instant dislike and later offered to kill them .. During his first year in Hollywood, he received more than $400,000 in loans from movie stars ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Bugsy_Siegel - Benjamin „Bugsy“ Siegel, eigentlich Benjamin Hymen Siegelbaum, (1906-1947), Mobster der Kosher Nostra ..

geriet schon als Kind in die Gesellschaft von Kleinkriminellen .. tat sich mit Meyer Lansky zusammen. Die beiden waren bald als „Bugs and Meyer Mob“ bekannt .. Der große cholerische Siegel schüchterte Kontrahenten u.a. Jugendliche ein, der kleine intelligente Lansky entwickelte die Strategien u. vermittelte unter anderem ein Bündnis zu den Italienern Frank Costello u. Lucky Luciano. 1929 heiratete Siegel Esta Krakower, deren Bruder Whitey Krakower ebenfalls zum Umfeld von Lansky u. Siegel gehörte. Dieser wurde 1941 eines der ersten internen Opfer beim Niedergang der Murder Inc. ..

1932 entging Siegel nur knapp dem Tod: Waxey Gordon, ein Gangster aus Philadelphia, hatte als Killer die 3 Fabrazzo-Brüder auf ihn angesetzt. Siegel ließ 2 der Brüder umbringen u. tötete einen von ihnen persönlich. Um der Strafverfolgung zu entgehen, zog er Ende der 1930er-Jahre nach Los Angeles. Seine Familie u. einige seiner Killer nahm er dorthin mit u. begründete damit die Glücksspielaktivitäten des Mobs in Kalifornien u. später in Nevada.
An der Ermordung Harry Greenbergs alias Harry Schachter, eines in Ungnade gefallenen Mitglieds der Murder Inc., am 22.11.1939 waren neben Albert Tannenbaum, der Greenberg quer durch Amerika von der Ost- zur Westküste verfolgt hatte, Frank Carbo u. Siegel – sozusagen als Repräsentanten des organisierten Verbrechens an der Westküste – vermutlich als Mittäter beteiligt. Greenberg wurde im Auftrag von Louis Buchalter ermordet, der sich gerade der juristischen Verfolgung durch Staatsanwalt Dewey ausgesetzt sah u. Greenberg als potenziellen Zeugen zum Schweigen bringen wollte. Frankie Carbo u. Siegel mussten sich zwar wg. des Mordes vor Gericht verantworten, eine Verurteilung konnte allerdings trotz der Zeugenaussagen von Abe Reles u. Tannenbaum, nicht erreicht werden.
Siegel brachte die lokalen Buchmacher unter seine Kontrolle, wobei er eine Blutspur hinterließ, u. zugleich die Gewerkschaft der Statisten, die für die Studios von Hollywood überlebenswichtig war. Durch seine Freundschaft mit dem Schauspieler George Raft, der ebenfalls aus Williamsburg stammte, lernte Siegel auch einige Stars kennen, welche ihn wegen seines melodramatischen Gangster-Images u. wg. seines guten Aussehens mochten. Unter anderem hatte er eine Affäre mit Jean Harlow.
Continental Press
Mit Hilfe seiner Kumpels Bugsy Siegel, Mickey Cohen u. Jack Dragna erlangte Gus Greenbaum 1928 im Südwesten die Kontrolle über die Trans-America Race Wire Services (eine Nachrichtenagentur für Ergebnisse von Pferderennen). Das Monopol wollte Carlos Marcello durch die Übernahme des Continental Press komplettieren, allerdings weigerte sich James M. Ragen, der diese Nov.1939 von Moe Annenberg gekauft hatte. Aug.1946 wurde Ragen ermordet; ein nicht ganz unriskantes Vorgehen: Ragen gehörte zu den Ragen´s Colts – einer irisch-italien. Verbrecherbande aus Chicago – u. sein Bruder Frank Ragen hatte es deshalb sogar zum Polizeichef von Chicago gebracht. Ein Belastungszeuge wurde ermordet u. ein anderer verschwand spurlos. In den Mord sollen neben Dave Yaras auch Leonhard Patrick, Willie Block, Gus Alex, Shlomo Daffodyl u. Strongy Ferraro verwickelt gewesen sein.
Der Trick des Nachrichtenmonopols bestand einerseits darin, Sportwetten auch unabhängig von den Rennbahnen zu vermarkten, aber andererseits auch darin, sich einen Informationsvorteil zu verschaffen, denn die heutigen unabhängigen Massenmedien, welche die Sportergebnisse sofort veröffentlichen, gab es damals noch nicht.
Las Vegas
1945 zog Siegel nach Las Vegas, wo es damals erst 2 Kasinos gab. Zuerst versuchte er, sich in diese hineinzudrängen. Als dieser Versuch scheiterte, kaufte er eines von ihnen auf, ließ es umbauen u. nannte es "The Flamingo Hotel". Unterstützt wurde er dabei von Mickey Cohen. Die dazu benötigten Geldmittel wurden hauptsächlich von der Cosa Nostra zur Verfügung gestellt. Als sich die für den Bau des Kasino-Hotel-Komplexes veranschlagte Summe versechsfachte u. außerdem der Verdacht aufkam, Siegel hätte zusammen mit seiner Freundin Virginia Hill, der späteren Gattin des österr. Skifahrers Hans Hauser, 2 Mio. US-Dollar ins Ausland gebracht, wurde die Situation für ihn gefährlich. Zwar waren die gestiegenen Baukosten vor allem durch die Nachkriegsinflation in die Höhe getrieben worden, aber als das Flamingo eröffnet wurde u. trotz des Auftritts von Jimmy Durante floppte, war das Ende von Bugsy besiegelt.
Auf der einwöchigen Havanna-Konferenz des National Crime Syndicate ab dem 22.12.1946 in Havanna soll auch über das Flamingo gesprochen u. Siegels Tod beschlossen worden sein. Lansky gelang es nicht, die anderen Bosse zu beruhigen. Siegel wurde am 20.6.1947 in seinem Haus in Beverly Hills erschossen. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Nach der Ermordung Siegels wurde das Flamingo von Gus Greenbaum u. Moe Sedway geleitet, woraufhin es bald große Gewinne erzielte.
Nach einer weiteren Theorie spielten bei seiner Ermordung auch seine Anteile in den „Trans-America Race Wire Services“ eine Rolle. Auf besagter Havannakonferenz war dieses Geschäftsfeld den Italienern zugesprochen worden u. Siegel hätte diese Entscheidung nicht akzeptiert u. seine Anteile behalten.

https://www.abendblatt.de/archiv/1966/article200902943/Virginia-Hill-nahm-Gift.html .. Die frühere amerik. "Gangsterbraut" Virginia Hill, die in der Nähe von Salzburg tot aufgefunden worden war, hat Selbstmord begangen. Die Polizei hatte einen Freitod zunächst für unwahrscheinlich gehalten u. damit zu Vermutungen Anlaß gegeben, daß die 50jährige Virginia, in Gangsterkreisen einst der "Körper" genannt, einem Racheakt ihrer früheren Freunde zum Opfer gefallen sein könnte .. In der Pension in Salzburg, in der sie mit ihrem 15jährigen Sohn Peter lebte, hat die Polizei jetzt einen Abschiedsbrief gefunden, in dem sie schrieb, daß sie freiwillig aus dem Leben scheide, weil sie "alles satt habe" .. 1954 machte sie zum letztenmal Schlagzeilen, als sie angeklagt war, über 80.000 Dollar Einkommensteuer hinterzogen zu haben. Vor 12 Jahren heiratete sie den österr. Skilehrer Hans Hauser .. Seit einiger Zeit lebten die beiden jedoch getrennt ..
http://salzburg.orf.at/news/stories/2891662/ .. „Sie hat dann versucht, die Mafia zu erpressen. Dabei hat ihr Tagebuch eine Rolle gespielt. Das wurde aber offiziell nie gefunden. Und das ist eh gut, weil wenn wir das hätten, dann bekämen wir wohl große Probleme. Darin sollen alle Aktionen im Drogenhandel u. alle Morde aus ihrer Zeit aufgelistet sein.“ .. 2 dubiose Männer aus Chicago bezogen 1966 im ehem. Salzburger Hotel Österr. Hof (heute Sacher) ihr Quartier .. Virginia flüchtete wenig später aus der Stadt nach Unken (Pinzgau) ins Heutal, wo Fam. Hauser bis heute eine Hütte besitzt. Dort wurden angeblich wilde Partys gefeiert. Am 23.3.1966 kam jedenfalls ihre Leiche zum Vorschein. Selbstmord mit Schlaftabletten in einem Waldgebiet bei Koppl (Flachgau) im Alter von 49 Jahren - so lautet bis heute die offizielle Version ..
https://www.sn.at/wiki/Virginia_Hill ..
1951 leitete Senator Estes Kefauver in New York eine Untersuchung des organisierten Verbrechertums ein. Virginia Hauser, geborene Hill, wurde als Zeugin geladen. Sie gab zwar zu, die größte Gangsterbraut Amerikas zu sein, bestritt aber massiv, irgendetwas über die Machenschaften des organisierten Verbrechens zu wissen. Es wurden hohe Summen genannt, die ihr die Gangsterbosse bezahlten. Auf die Frage, für welche Dienste sie so viel Geld bekam, konfrontierte sie die Kommission mit der Aussage, das müsse wohl mit ihrer besonderen Begabung im Umgang mit Männern zusammenhängen. "I'm the goddam best lay in the country." Ich bin die gottverdammt beste Matratze im Land.
Da Steuerbehörden und die Mafia hinter ihr her waren, kamen Virginia, Hans und ihr Sohn Peter nach Salzburg zurück, wo sie bei seiner Mutter am Gaisberg in der Zistelalm wohnten. Hans hatte keine Arbeit, Virginia hatte Schulden. Sie begann wieder zu reisen, Nat Coiner zu treffen und für ihn zu arbeiten, was mit Hans und Peter an ihrer Seite nicht mehr so einfach war wie früher. Hans wusste von den Verstrickungen seiner Frau und auch, woher das Geld kam, von dem sie lebten. Er wollte ihr ein ruhiges, bescheidenes Leben bieten, Virginia aber liebte den Luxus, für den ganz normalen Familienalltag auf einem österreichischen Berggasthof war sie nicht geschaffen. Es gab immer mehr Streit zwischen ihr und Hans, das Familienglück bekam Risse, schließlich trennten sich Hans und Virginia Hauser. Peter kam in ein Internat in Montreux, Hans blieb auf der Zistelam, Virginia, die in der Zwischenzeit einen österreichischen Pass bekommen hatte, reiste in die USA, um ihr gewohntes Leben wieder aufzunehmen. Doch nun war sie die Ehefrau eines Außenseiters, die Mutter eines Sohnes, für den sie zu sorgen hatte. Ihre Jugend, ihre Schönheit, ihr Glanz vergingen, andere Frauen hatten ihren Platz eingenommen. Nat Coiner verlor das Interesse an ihr und stellte schließlich seine Zahlungen ein.
Verzweifelt reiste Virginia ohne Geld 1964 zu ihrem Mann nach Salzburg auf die Zistelam. Hans bot ihr einen neuen gemeinsamen Anfang, doch Virginia wollte alles sein, nur nicht arm, sie wollte alles, nur kein langweiliges Leben führen. Sie schrieb an Nat Coiner, dass sie, sollte er seine Geldsendungen nicht wieder aufnehmen, gezwungen sei, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben und alles über die Machenschaften der Cosa Nostra und ihre Rolle im Rauschgiftgeschäft zu erzählen. Nat Coiner flog sofort nach Salzburg und stieg im Hotel Österreichischer Hof ab. Der Chefportier des Hotels rief auf der Zistelam an und warnte Hans und Virginia. Sie flohen ins Heutal bei Unken, wo am Fuß des Sonntagshorns Hauser eine Hütte besaß. Hans kehrte bald danach auf die Zistelalm zurück, Virginia blieb im Heutal und schrieb dort während der nächsten zwei Jahre ihre Lebensgeschichte auf. Es wird erzählt, dass Virginia Hill im Alpengasthof Heutal wilde Parties gefeiert haben soll.
Anfang 1966 kehrte sie wieder in die Stadt Salzburg zurück, wo ihr Sohn Peter als Liftboy im Hotel Österreichischer Hof arbeitete. Sie selbst lebte in der Pension Eibl in der Vogelweiderstraße 98.
Lucky Luciano und Joe Adonis, mächtige Manager der Cosa Nostra und ehemalige Geliebte Virginia Hills, wurden um die Mitte der fünfziger Jahre aus den USA ausgewiesen und lebten nun in Italien. Virginia Hill, die dringend Geld brauchte, flog zu Joe Adonis nach Neapel, um die alte Freundschaft aufzufrischen und ihm anzubieten, wieder ins Rauschgiftgeschäft einzusteigen. Joe Adonis wusste, dass Virginia Hill von Nat Coiner gesucht wurde und versuchte, die Cosa Nostra mit der Veröffentlichung ihrer Lebensgeschichte zu erpressen. Man machte ihr Hoffnungen, sie wieder für sich arbeiten zu lassen. Jacky "Two Black Shoes" Tadori, ein Freund von Adonis, fuhr Virginia mit dem Wagen nach Salzburg. Dort, so lautete sein Auftrag, drohte er, ihren Ehemann Hans und ihren Sohn Peter zu töten, wenn sie sich nicht selber tötete und überreichte ihr zwanzig Schlaftabletten, die innerhalb einer Stunde nach der Einnahme zum Tod führen würden.
Am Dienstag, dem 22. März 1966 traf sich Virginia mit Hans im Gasthof "Zur Schönen Aussicht" auf dem Heuberg bei Salzburg. Sie hatten sich wenig zu sagen, die Gespräche drehten sich hauptsächlich um die Weiterbildung ihres Sohnes Peter. Gegen 18:50 Uhr trennten sich ihre Wege am Heuberg. Am 23. März sah der Pensionist Franz Inzinger am Alterbach unterhalb des Weges eine Gestalt liegen, die er für einen Betrunkenen hielt. Als er die Virginia Hill am nächsten Tag bei seinem Spaziergang noch immer dort liegen sah, meldete er den Vorfall der Polizei. Als offizielle Todesursache im Fall Hill gilt Selbstmord.
Virginia Hill ist wie ihr Ehemann Hans Hauser und ihr Sohn Peter am Friedhof Aigen beerdigt.
https://www.sn.at/salzburg/kultur/virginia-hill-die-geschichte-einer-salzburger-gangsterbraut-964090 .. in die USA zurück, wo sie als Braut des ermordeten Siegel von den Medien belagert wurde. Auch das FBI war hinter ihr her. Um sie zu schützen, schickte sie ihr alter Freund Nat Coiner, der ihr gewohntes Luxusleben, das sie auf keinen Fall aufgeben wollte, nun wieder finanzierte, nach Mexiko. Dort organisierte sie zur Zufriedenheit ihrer Auftraggeber den Rauschgift- und Goldschmuggel, baute ein Netz von Bestechungen auf und aktivierte die einst von Benjamin Siegel arrangierte "Milchstraße" für den Transport von Rohopium von den Feldern südlich der amerikanischen Grenze über seine Verarbeitung in Tijuana bis zum Vertrieb des Kokains und Heroins in Los Angeles. Virginia Hill war nach der Geschichte mit Benjamin Siegel, nach ihren Selbstmordversuchen und wegen der andauernden Bedrängung durch Reporter und FBI nervlich angeschlagen und wollte wieder nach Europa, um Ruhe zu finden. Nat Coiner schlug ihr vor, zur Erholung in den mondänen Wintersportort Sun Valley in den Rocky Mountains zu fahren. Sie verschob ihre Europareise, traf am 4. Jänner 1950 in Sun Valley ein und begann nach einigen Tagen, Schi fahren zu lernen. "Ein großgewachsener, gutaussehender Kerl namens Hans Hauser wurde mein Schilehrer .. sie war glücklich und hatte das Gefühl, erstmals in ihrem Leben einen geradlinigen, natürlichen Mann getroffen zu haben, der sie als Mensch achtete und der es auch mit der Liebe ernst meinte .. Prozess in USA .. Das Verfahren, das im Fernsehen übertragen wurde und aus Virginia eine landesweit bekannte Persönlichkeit machte, brachte keinen Erfolg im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Doch nun wurde die Steuerbehörde auf Virginia Hill aufmerksam, beschlagnahmte ihren gesamten Besitz und forderte Nachzahlungen in einer Höhe, die ihre Möglichkeiten bei weitem übertraf .. Hans hatte keine Arbeit, Virginia hatte Schulden .. Hans wusste von den Verstrickungen seiner Frau und auch, woher das Geld kam, von dem sie lebten. Er wollte ihr ein ruhiges, bescheidenes Leben bieten, Virginia aber liebte den Luxus, für den ganz normalen Familienalltag auf einem österreichischen Berggasthof war sie nicht geschaffen. Es gab immer mehr Streit zwischen ihr und Hans, das Familienglück bekam Risse, schließlich trennten sich Hans und Virginia Hauser. Peter kam in ein Internat in Montreux, Hans blieb auf der Zistelam, Virginia, die in der Zwischenzeit einen österreichischen Pass bekommen hatte, reiste in die USA, um ihr gewohntes Leben wieder aufzunehmen. Doch nun war sie die Ehefrau eines Außenseiters, die Mutter eines Sohnes, für den sie zu sorgen hatte. Ihre Jugend, ihre Schönheit, ihr Glanz vergingen, andere Frauen hatten ihren Platz eingenommen. Nat Coiner verlor das Interesse an ihr und stellte schließlich seine Zahlungen ein. Verzweifelt reiste Virginia ohne Geld zu ihrem Mann nach Salzburg auf die Zistelam. Hans bot ihr einen neuen gemeinsamen Anfang, doch Virginia wollte alles sein, nur nicht arm, sie wollte alles, nur kein langweiliges Leben führen. Sie schrieb an Nat Coiner, dass sie, sollte er seine Geldsendungen nicht wieder aufnehmen, gezwungen sei, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben und alles über die Machenschaften der Cosa Nostra und ihre Rolle im Rauschgiftgeschäft zu erzählen. Nat Coiner flog sofort nach Salzburg und stieg im Hotel "Österreichischer Hof" ab. Der Chefportier des Hotels rief auf der Zistelam an und warnte Hans und Virginia, die daraufhin ins Heutal bei Unken flohen, wo sie am Fuß des Sonntagshorns Unterschlupf in einer abgelegenen Hütte fanden, die dem Hauser Max, Bruder von Hans, gehörte. Hans kehrte bald danach auf die Zistelalm zurück, Virginia blieb im Heutal und schrieb dort während der nächsten zwei Jahre ihre Lebensgeschichte auf. Man erzählt sich, dass Virginia im "Alpengasthof Heutal" wilde Partys feierte, auf den Tischen tanzte, ihre Striptease-Künste vorführte und ein Verhältnis mit einem Unkener hatte .. Anfang des Jahres 1966 zog Virginia Hill nach Salzburg und wohnte mit ihrem Sohn, der als Liftboy im Hotel "Österreichischer Hof" arbeitete, in der Pension Eibl, Vogelweiderstraße 98 ..
Lucky Luciano und Joe Adonis, mächtige Manager der Cosa Nostra und ehemalige Geliebte Virginia Hills, wurden um die Mitte der fünfziger Jahre aus den USA ausgewiesen und lebten nun in Italien. Virginia Hill, die dringend Geld brauchte, flog zu Joe Adonis nach Neapel, um die alte Freundschaft aufzufrischen und ihm anzubieten, wieder ins Rauschgiftgeschäft einzusteigen. Joe Adonis wusste, dass Virginia Hill von Nat Coiner gesucht wurde und versuchte, die Cosa Nostra mit der Veröffentlichung ihrer Lebensgeschichte zu erpressen. Man machte ihr Hoffnungen, sie wieder für sich arbeiten zu lassen. Jacky "Two Black Shoes" Tadori, ein Freund von Adonis, fuhr Virginia mit dem Wagen nach Salzburg. Dort, so lautete sein Auftrag, drohte er, ihren Ehemann Hans und ihren Sohn Peter zu töten, wenn sie sich nicht selber tötete und überreichte ihr zwanzig Schlaftabletten, die innerhalb einer Stunde nach der Einnahme zum Tod führen würden. Er wünschte ihr viel Glück, drehte sich um und ging weg ..
Am Dienstag, dem 22. März 1966 traf sich Virginia mit Hans im Gasthof "Zur Schönen Aussicht" auf dem Heuberg bei Salzburg. Sie hatten sich wenig zu sagen, die Gespräche drehten sich hauptsächlich um die Weiterbildung ihres Sohnes Peter.
"Als wir um 18 Uhr 50 das Gasthaus "Zur Schönen Aussicht' verließen, wollte ich meine Frau Virginia mit dem Wagen nach Hause fahren. Sie gab mir jedoch zur Antwort, dass sie wegen eines Spazierganges zur "Schönen Aussicht' gegangen sei. Sie wollte daher nicht mit mir fahren, sondern den Weg zu Fuß nach Hause zurücklegen. Ich gab meiner Frau am Parkplatz noch einen Abschiedskuss, und sie ging allein auf der Straße in Richtung Gnigl. Nach ungefähr fünfzig Metern holte ich meine Frau ein, hupte ein paar Mal und winkte ihr zu. Ab diesem Zeitpunkt habe ich meine Frau nicht mehr gesehen." So lauten Hans Hausers Angaben im Protokoll des Landesgendarmeriekommandos Salzburg. Als man ihn später fragte, welche die letzten Worte waren, die er mit seiner Frau gesprochen hatte, sagte er:
Virginia fragte mich: "Wo ist der Mond?"
Ich antwortete: "Ich weiß nicht, Darling."
"Du weißt, ich liebe den Mond", sagte Virginia.
"Vielleicht ist er hinter einer Wolke", sagte ich.
"Ich glaube, ich werde ihn brauchen in dieser Nacht", sagte Virginia.
Auf die Frage, ob ihm der letzte Satz seiner Frau nicht zu denken gegeben habe, antwortete er: "Na, denkt hab i mir nix dabei."
Der Pensionist Franz Inzinger gab am 25. März zu Protokoll: "Am Mittwoch, dem 23. März 1966, ging ich nachmittags allein auf den Heuberg, um mir Schlüsselblumen zu holen. Am Alterbach sah ich unterhalb des Weges eine Gestalt liegen. Die Gestalt lag in seitlicher Lage, zusammengekrümmt, und ich hatte den Eindruck, dass diese Person schlafe. Unmittelbar neben der Person steht ein Baum, ein sogenannter Zwilling. Zwischen diesen beiden Stämmen lag eine schwarze Ledertasche. Da ich mit Sicherheit vermutete, dass es sich um eine betrunkene Person handelte, setzte ich meinen Weg fort. Ich will erwähnen, dass ich vor Jahren einmal einen Betrunkenen, den ich in der Nähe von Hallein aufgefunden hatte, geweckt habe. Dieser Betrunkene hat mich dann furchtbar geschimpft. Aus diesem Grunde habe ich mich der in der Nähe des Alterbachs liegenden Person, bei der ich vermutete, dass sie ebenfalls betrunken war, nicht weiter genähert. Am nächsten Tage machte ich vormittags wieder einen Spaziergang auf den Heuberg hinauf. Die Person lag noch genau am gleichen Platz und ich hatte die Gewissheit, dass sie tot war. Ich konnte aber feststellen, dass sich die Ledertasche nicht mehr bei der toten Person befand."
Hans Hauser übersetzte die Aufzeichnungen der Virginia Hill ins Deutsche, sie wurden im Jahr 1970 unter dem Titel "Virginia Hill. Memoiren einer Gangsterbraut" als Buch veröffentlicht. Virginia berichtet darin über ihre Männerbekanntschaften, über ausgelassene Partys, Geld, Sex, Reisen und Nebensächlichkeiten. Die Personen des organisierten Verbrechens, zu denen sie in Beziehung stand, werden allesamt ausführlich abgehandelt, jedoch in unverbindlicher, fast freundlicher Art und Weise. Sie erinnern eher an Frauenhelden, an Glücksspieler, an gute Freunde als an jene Schwerverbrecher, die sie sind. Man hat fast den Eindruck, als wollte sie sich mit diesem Buch bei ihren Gangsterfreunden rehabilitieren, um wieder ins Geschäft einsteigen zu können.
"Ich hatte für Gangster etwas übrig. Sie waren aufregend und faszinierend. Sie hatten gute Manieren und verstanden es, eine Frau zu bezaubern. Das gefiel mir."
Im Jahr 1974 nahm Hans Hauser zu Joe Adonis Kontakt auf und teilte ihm mit, dass noch andere Aufzeichnungen seiner Frau Virginia aufgetaucht seien, Aufzeichnungen mit für die Cosa Nostra unangenehmen Inhalten. Er selbst sei im Besitz dieses verschwunden geglaubten Manuskriptes und habe vor, es zu verkaufen beziehungsweise zu veröffentlichen. Jacky "Two Black Shoes" Tadori fuhr wieder von Neapel nach Salzburg. Hans Hauser wurde kurz darauf erhängt aufgefunden, die offizielle Todesursache lautete, wie acht Jahre zuvor bei seiner Ehefrau, Selbstmord. Das Manuskript bleibt verschwunden.
Peter Jackson Hauser, der Sohn von Hans und Virginia, starb im Mai 1995 im Alter von vierundvierzig Jahren. Er ist ebenso wie seine Eltern auf dem Friedhof Aigen in Salzburg beerdigt.


https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Hauser_(Skirennl%C3%A4ufer) - Hans Hauser (1911-1974), österr. Skisportler .. Zur Zeit der Olymp. Winterspiele 1936 befand er sich  in Hochform, zählte aber auf Grund seiner Skilehrertätigkeit als Profi u. wurde daher von der sicher scheinenden Teilnahme in Berchtesgaden ausgeschlossen. Nachdem der Salzburger schon vorher geholfen hatte, W.Averell Harrimans Skizentrum „Ketchum“ in Sun Valley aufzubauen, ging er gemeinsam mit seinem ebenfalls im Skizirkus tätigen Bruder Max in die USA .. Während Max Hauser nach Ausbruch des 2.Weltkrieges in die Heimat zurückkehrte, blieb Hans trotz der drohenden Internierung in USA u. arbeitete als Skischulleiter in Sun Valley .. Nach seiner Hochzeit mit Virginia Hill ..kam 1950 der gemeinsame Sohn Peter zur Welt. Hans Hauser kehrte mit Familie nach Europa zurück u. führte in den folgenden Jahren ein unbeschwertes Leben in der Schweiz .. Virginia Hauser beging 1966 Suizid, der Sohn starb bei einem Autounfall. Der bisher stets als Lebemensch bekannte Hans Hauser zog sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück u. beging am 27.7.1974 in seiner Geburtsstadt Salzburg Selbstmord. Max Hauser, dem stets der Ruf des „besonneneren“ der beiden Brüder vorauseilte, überlebte Hans um 9 Jahre .. Die Zistelalm am Gaisberg wird mittlerweile von der 4. Generation der Familie Hauser geführt ..
https://www.sn.at/salzburg/kultur/virginia-hill-die-geschichte-einer-salzburger-gangsterbraut-964090 .. Hans Hauser, der Außenseiter und Eindringling, wurde belächelt, er wusste anscheinend nicht, welche Art von Frau er da geheiratet hatte. Er liebte seine Frau, wollte mit seiner Familie ein normales Leben führen ..

https://www.sn.at/wiki/Peter_Jackson_Hauser  Peter Jackson Hauser (20.11.1950-11.5.1995) kam kurz nach der Hochzeit seiner Eltern in Amerika zur Welt u. übersiedelte mit ihnen 1951 nach Europa. Nach der Trennung seiner Eltern kam Peter in ein Internat nach Montreux (Schweiz) u. arbeitete später unter anderem als Liftboy im Hotel Österr. Hof. Nach dem Tod seiner Mutter ging er 1969 als US-Staatsbürger nach Vietnam u. diente 1 Jahr im Vietnamkrieg. Zurück in Europa desertierte er in Heidelberg (D) aus der US-Armee, floh nach Italien u. wurde dort von der Militärpolizei gefangen genommen u. auf die US-Militärbasis in Pisa gebracht. Hier enden die Aufzeichnungen über seine Militärkarriere ohne weitere Hinweise. Peter Jackson Hauser starb unter mysteriösen Umständen bei einen Autounfall nahe Toulouse, Frankreich.


Zuletzt von Dissident am Fr Jan 26, 2018 9:23 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Dutch Schultz eigentlich: Arthur Flegenheimer

Beitrag von Dissident am Mi Dez 13, 2017 4:05 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Dutch_Schultz  Dutch Schultz eigentlich: Arthur Flegenheimer (1901-1935), Mobster u. Bandenchef eines Alkoholschmugglerrings während der Prohibitionszeit .. er war der Sohn von Emma u. Herman Flegenheimer, Juden, die aus Deutschland nach New York ausgewandert waren. In seiner Jugend lernte er Meyer Lansky, Bugsy Siegel u. Lucky Luciano kennen .. Schultz u. sein Partner Joey Noe schmuggelten vor allem Bier. Dies geschah mit so großem Erfolg, daß er auch der „Bier-Baron der Bronx“ genannt wurde. Seine Einnahmen wurden auf 2 Mio. Dollar pro Jahr geschätzt. Sein Partner im benachbarten Manhatten war Owney Madden, der den West Side Irish Mob anführte u. insbes. den irischen Stadtteil Hell´s Kitchen unter seiner Kontrolle hatte. Nach Ende der Prohibition beherrschte er die durch italien. Einwanderer eingeführte Straßenlotterie, das „Number Game“ bzw. „Policy Game“ (d.h. Nummernspiel), welche seitens der Strafverfolgung als „Number Racket“ bzw. „Policy Racket“ klassifiziert wurde. Schultz erwarb das Monopol, indem er Casper Holstein u. Stephanie St. Clair aus diesen Aktivitäten verdrängte.
1938, drei Jahre nach dem Tod von D. Schultz, enthüllte sein ehem. Anwalt Richard „Dixie“ Davis, daß er Zeuge wurde, wie er vor seinen Augen 1935 den Geschäftspartner Jules „Martin“ Modgilewsky in einem Hotel erschossen hatte .. Als Davis später einen Zeitungsartikel über das Auffinden des ermordeten Martin las, war er schockiert zu erfahren, daß man dessen Leichnam, mit unzähligen Messerstichen übersät, auf einem Schneehaufen vorfand. Als Davis Schultz fragte, was es damit auf sich hatte, antwortete er: "Ich habe ihm sein Herz rausgeschnitten.."
1933 wurde Fiorello LaGuardia zum Bürgermeister von New York gewählt. Nachdem einer seiner Vorgänger (Jimmy Walker) wg. Annahme von Schmiergeldern zurückgetreten, angeklagt u. nach Europa geflohen war, bestimmte er Thomas E. Dewey zum Sonderankläger. Damit versuchte der neue Bürgermeister die Macht der Tammany Hall zu brechen, denn Dewey wendete sich gegen das organisierte Glücksspiel, welches bereits geschäftliche Grundlage der klassischen Banden wie der Eastman Gang oder der Five Points Gang gewesen war u. nun insbes. von Dutch Schultz u. seinen Schlägern organisiert wurde. Per Radio bat Dewey um Informationen aus der Bevölkerung u. erhielt über 3000 Hinweise. Nachdem Schultz zunächst 1933 wg. Steuerhinterziehung angeklagt wurde, ging Dewey wg. Prostitution u. Mädchenhandels auch gegen Lucky Luciano vor. Während seiner Inhaftierung fungierte Bo Weinberg als Schultz’ Stellvertreter. Als Schultz wieder freigelassen wurde, hatte er den Eindruck, daß Weinberg nicht mehr loyal sei u. in geheimem Kontakt mit Lucky Luciano u. Louis Buchalter stand, um ihn endgültig abzulösen. Hintergrund war, daß sich Luciano u.a. hochrangige Mitglieder des organisierten Verbrechens gegen einen von D. Schultz geplanten Mordanschlag auf Dewey ausgesprochen hatten, da sie der Auffassung waren, daß eine solche Tat die Position ihrer Organisationen schwächen u. eine erhöhte Aufmerksamkeit der Ermittlungsbehörden nach sich ziehen würde. Die Mordabsicht war Lucky Luciano u. Meyer Lansky durch Albert Anastasia, den Schultz für das Vorhaben gewinnen wollte, verraten worden. Noch vor seiner Urteilsverkündung versuchte Luciano, D. Schultz von einem Mord an Dewey abzuhalten. Die „Commission“ des National Crime Syndicate beschloss nach dessen Weigerung seinen Tod, um Gefahren für die Gesamtorganisation abzuwenden, welche die Ermordung des Staatsanwaltes unweigerlich nach sich gezogen hätte.
Am 9.9.1935 verschwand Bo Weinberg nach dem Besuch eines Nachtclubs in Midtown Manhattan u. wurde nie wieder gesehen. Gerüchte besagen, Schultz hätte die Füße von Weinberg einzementiert u. ihn dann in den East River geworfen. Der Mordbefehl der „Commission“ wurde dadurch nicht rückgängig gemacht; möglicherweise wurde er erst durch den Mord an Bo Weinberg ausgelöst: am 23.10.1935 wurde D. Schultz von Charles Workman auf der Herrentoilette des „Palace Chop House“ in Newark angeschossen. Er starb am nächsten Tag um 20:35 Uhr im Newark Hospital. Zusammen mit ihm wurden auch sein Buchhalter Otto Berman, sein Leibwächter Lulu Rosenkrantz u. sein Haupthandlanger Abe Landau bei dem Überfall von Charles Workman u. seinem Komplizen Emanuel Weiss angeschossen. Sie alle starben wenig später an ihren Schusswunden.
Mit Schultz waren auch viele Hauptgefolgsleute ausgeschaltet worden; die Lotterie wurde von anderen Kosher Nostras übernommen. Lucky Luciano wurde zu 25-50 Jahren verurteilt. Ironischerweise wurde Luciano 1946 von seinem ursprünglichen Ankläger Dewey freigelassen, da dieser inzwischen Gouverneur von New York geworden war; bei der Entlassung soll es auch indirekt eine Rolle gespielt haben, daß Luciano seinerzeit die Ermordung Deweys durch D. Schultz verhindern wollte. Die restlichen Angehörigen des Dutch-Mobs dürften unter das Kommando von Louis Buchalter gekommen sein.
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Louis „Lepke“ Buchalter

Beitrag von Dissident am Fr Dez 22, 2017 3:55 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Buchalter 
Louis „Lepke“ Buchalter (1897-1944), Mobster, zählte neben Albert Anastasia zur Führung der kriminellen Vereinigung Murder Inc. u. wird heute der Kosher Nostra zugerechnet. Zu Beginn der 1930er Jahre erlangten Buchalter u. Jacob Shapiro durch die gewaltsame Unterwanderung örtlicher Gewerkschaften u. die Übernahme versch. Transport- u. Produktionsunternehmen beinahe die vollständige Kontrolle über die Textil- u. Bekleidungsindustrie im Gebiet New York City. Er wird deshalb als einer der mächtigsten u. skrupellosesten Gewerkschaftskriminellen in der Geschichte Amerikas angesehen u. ist der bisher einzige hochrangige Angehörige des organisierten Verbrechens der in den USA zum Tode verurteilt u. hingerichtet worden ist.
Er war das Kind jüd. Emigranten aus Russland .. Daher auch sein Spitzname „Lepke“, eine Verballhornung des jiddischen „Lepkeleh“ (engl. „Little Louis“) .. brach er die Schullaufbahn ab, begann mit kleinkriminellen Tätigkeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wurde Mitglied einer Straßenbande .. freundete Buchalter sich neben Meyer Lansky auch mit Bugsy Siegel an .. 1912 lernte Buchalter vermutlich Jacob „Gurrah“ Shapiro kennen, u. gemeinsam spezialisierten sie sich auf Schutzgelderpressungen von Ladenbesitzern. 1915 wurde Lepke das erste Mal wg. div. Einbrüche u. Ladendiebstähle angeklagt, jedoch freigesprochen. 1916 wurde er zusammen mit einem Komplizen nach einem Einbruch verhaftet u. zu Aufenthalt in einer Besserungsanstalt verurteilt. Nach Entlassung auf Bewährung kehrte er wieder nach New York zurück u. verdiente sich weiterhin mit Diebstählen seinen Lebensunterhalt. Sept. 1917 wurde er erneut verhaftet u. wg. schweren Diebstahls angeklagt. 1918 wurde er zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt ..bereits nach 1 Jahr entlassen. 1920 erneut Gefängnisstrafe wg. Einbruchs .. 1922 auf Bewährung entlassen. Direkt nach seiner Entlassung stieg er zusammen mit Jacob Shapiro 1922 ins "labor racketeering" ein u. wurde wie Shapiro Mitglied der Bande von Jacob "Little Augie" Orgen. Eintrittskarte der Mobster ..war die Unterstützung von Streikbrechern ..
Unterwanderung der Gewerkschaften und Gründung der Murder Inc.
Im sogen. 4. "labor slugger war" ermordeten Buchalter u. Shapiro vermutlich den Anführer ihrer Bande Jacob Orgen u. übernahmen gemeinschaftlich dessen Position. Direkt nach dem Drive-by-shooting wurden die beiden wg. des Mordes an Orgen u. des versuchten Mordes an dessen Geschäftspartner u. Bodyguard Legs Diamond festgenommen, eine Anklage wg. mangelnder Beweise jedoch fallengelassen.
Shapiro u. Buchalter konzentrierten sich von da an gemeinsam auf die Unterwanderung der örtlichen Gewerkschaften durch ihre Gefolgsleute. Die sich bildenden mafiösen Strukturen innerhalb der Gewerkschaften ermöglichten es ihnen, Einfluss auf die verschiedensten Arbeitsgewerbe zu nehmen. Buchalter heuerte zahlreiche Männer an, die Erpressungen u. Mordaufträge ausführen sollten, um die kriminellen Aktivitäten abzusichern u. massiv auszuweiten. Damit schuf er eine der Grundlagen der "Murder Inc.". Letztlich konnten Buchalter u. Shapiro somit de facto ein Kartell errichten, mit dem sie den jeweiligen Markt beherrschten.
Als die Öffentlichkeit allmählich auf das Ausmaß des Konglomerats von Verbrecherbanden in New York aufmerksam wurde u. die Staatsanwaltschaft die Strukturen hinter den mafiösen Gebilden zu durchleuchten begann, wurde der Druck auf Buchalter u.a. kriminelle Führungspersönlichkeiten groß. Bandenführer Dutch Schultz, der mit einer Verurteilung rechnen musste, war deshalb der Ansicht, nur durch die Ermordung des Staatsanwaltes Dewey einer Verurteilung zu entgehen, u. bat das National Crime Syndicate um die Erlaubnis, Dewey töten zu dürfen.
Während Anastasia u. Shapiro ihm zustimmten, stieß der Wunsch bei den restlichen Führungskräften wie Lucky Luciano u. Buchalter auf Ablehnung, da sie befürchteten, dadurch nur noch mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu geraten. Schultz wollte dennoch den Mord an Dewey ausführen lassen, weswegen das „National Crime Syndicate“ beschloss Schultz zu ermorden, u. er u. 3 seiner Gefolgsleute am 23.10.1935 von 2 Mitgliedern der Murder Inc. erschossen wurden. Nach dem Tod von Schultz setzte Dewey den Schwerpunkt seiner Ermittlungen nun auf Shapiro u. Buchalter. Als Dewey glaubte, genug Beweise gegen die Bandenchefs gesichert zu haben, um eine Verurteilung zu erwirken, leitete die New Yorker Polizeiabteilung eine bundesweite Fahndung ein u. sorgte für eine großflächige Verteilung von Steckbriefen der Gesuchten. Buchalter, dem eine Anklage wg. Drogenschmuggels drohte, zog es vor unterzutauchen. Er lebte nun in kleinen Wohnungen in New York, u. begann damit, potentielle Belastungszeugen in Bezug auf seine Verwicklung in Straftaten von der Murder Inc. ermorden zu lassen.
1939 verlor Buchalter die Unterstützung anderer hochrangiger Figuren der OK. Man verlangte, daß sich Buchalter den Behörden stellt, um die Ermittlungsbehörden ruhig zu stellen, u. drohte damit, andernfalls selbst das Ende seiner Gruppe u. seiner Macht herbeizuführen. Buchalter folgte dem Begehren, um einerseits einen Bandenkrieg zu verhindern u. andererseits, weil man ihm gegenüber vorgab, ein angeblicher Deal mit dem Direktor des FBI Edgar Hoover bezüglich einer Höchststrafe würde bestehen. Buchalter stellte sich den Behörden, nachdem er sich zuvor mit Hoover persönlich getroffen hatte, um dem FBI-Direktor eine medienwirksame Verhaftung zu bescheren .. Man verurteilte Buchalter im anschließenden Strafverfahren zu einer Haftstrafe von 14 Jahren wg. Drogenschmuggels. Die Haftzeit wurde in einem weiteren Prozess wg. Beteiligung an der Unterwanderung der Gewerkschaften auf 30 Jahre verlängert.
Abe Reles und Joseph Rosen
Als 1940 der Staatsanwalt das Bandenmitglied Abe Reles wg. Beteiligung an einem Mord anklagte, lieferte dieser ausführliche Informationen über die Machenschaften seiner Organisation u. ungeklärte Mordfälle, um selbst Strafmilderung zu erlangen. So enthüllte er u.a. die Ermordung des Süßwarenhändlers Joseph Rosen, die 4 Jahre lang als ungelöster Polizeifall galt. Rosen war 1936 in seinem Geschäft erschossen worden. Lt. Reles ordnete Buchalter die Ermordung Rosens an, an deren Planung u. Ausführung Harry Strauss, James Ferraco, Emanuel Weiss, Sholem Bernstein, Philip Cohen u. Louis Capone beteiligt waren. Joseph Rosen war der frühere Eigentümer einer Spedition gewesen, die Kleidung transportierte, die in gewerkschaftsfreien Nähereien produziert worden war. Als Buchalter in den 30er Jahren mit einem Zuliefererstopp Händler erpressen wollte, die sich bisher geweigert hatten, Beiträge an Buchalters Gewerkschaftsimperium zu zahlen, wurde auch Joseph Rosen dazu gezwungen, keine Waren mehr an diese Händler zu liefern oder deren Waren abzunehmen. Der Auftragsmangel sorgte dafür, daß Rosen seine Spedition schließen musste. Ab diesem Zeitpunkt verlangte Rosen sowohl neue Arbeit als auch Wiedergutmachungszahlungen von Buchalter, der zunächst versuchte die Wünsche des ehem. Speditionseigentümers zu erfüllen. Doch Rosen war nicht zufrieden zu stellen u. wandte sich an seinen Freund, den Mobster Max Rubin, der mit Buchalter verhandelte. Schließlich einigte man sich, Rosen einen Süßwarenladen (am: „Candy Store“) zu überlassen, den er allerdings ruinierte. Wg. seiner neuen Forderungen u. Drohungen, er würde den Staatsanwalt über Buchalters Machenschaften informieren, war er zu einer Gefahr für Buchalter geworden.
Das Ende
Als auch die Auftragsmörder Seymour Magoon u. Albert Tannenbaum zu Informanten der Justiz wurden u. gegen Buchalter u. seine Handlanger aussagten, war dessen Schicksal besiegelt. Buchalter unterschätzte offenbar die mögliche Belastung durch Tannenbaum, da dieser in den Mord an Rosen nicht verwickelt war u. nie direkte Mordaufträge von Buchalter bekommen hatte. Allerdings hatte Tannenbaum den Mord an Irv Ashkenaz, der der Polizei über den Einfluss Buchalters auf Taxi-Unternehmen berichtet hatte, genau an dem Tag ausgeführt, als Buchalter sehr aufgebracht über Rosen war. Tannenbaum, der Buchalter berichten wollte, fand einen wütenden Boss vor, der gegenüber Rubin aussagte, daß Rosen niemals gegenüber dem Staatsanwalt Dewey würde aussagen können. Auf diese Weise wurde durch die Zeugenaussage von Tannenbaum der Mordauftrag an Rosen durch Buchalter belegt, da Rosen 2 Tage später ermordet wurde. Max Rubin, der durch sein früheres Gespräch mit Buchalter ein potentieller Belastungszeuge im Mordfall Joseph Rosen geworden war, sollte ebenfalls auf Drängen Buchalters ermordet werden. Nachdem ein erster Mordanschlag fehlschlug u. Rubin einen Kopfschuss überlebt hatte, wurde Magoon von Emanuel Weiss angeheuert, um den Auftrag zu Ende zu bringen. Bevor es dazu kommen konnte, wurde Magoon von Polizisten, die Rubin beschützten, verhaftet. So sollten später neben A. Tannenbaum sowohl Max Rubin als auch Magoon gegen Buchalter, Emanuel Weiss u. Louis Capone im Mordfall Joseph Rosen aussagen.
Dez. 1941 endete der Prozess u. eine Jury befand die 3 Angeklagten für schuldig. Man verurteilte Buchalter u. seine beiden Handlanger Weiss u. Capone wg. Mordes an Joseph Rosen zum Tode. Die ebenfalls am Mord an Joseph Rosen Beteiligten Harry Strauss (1941 hingerichtet) u. James Ferraco waren bereits vor Verfahrensbeginn nicht mehr am Leben. Lediglich der Fluchtwagenfahrer Sholem Bernstein erlangte Strafmilderung, da er als Belastungszeuge gegen seine Komplizen aussagte. Der zunächst ebenfalls von der Anklage erfasste Philip Cohen wurde aus nicht näher bekannten Gründen wieder von der Angeklagtenliste gestrichen, wg. Drogenschmuggels allerdings zu einer Haftstrafe verurteilt u. nach seiner Entlassung 1949 in New York erschossen.
Die Verteidigung der 3 Verurteilten versuchte mit allen Mitteln, die Wiederaufnahme des Verfahrens durchzusetzen u. gegen die Urteile vorzugehen. So wurde die Hinrichtung, die für den 2.1.1942 vorgesehen war, über 2 Jahre hinausgezögert. Der Fall beschäftigte schließlich sogar den Obersten Gerichtshof, der die Todesurteile jedoch bestätigte.
Das hielt die Verteidigung der Verurteilten jedoch nicht davon ab, weiterhin die Wiederaufnahme des Verfahrens zu fordern. Dabei beriefen sich Capone u. Weiss insbes. auf das Vorliegen neuer, entlastender Beweise. So standen nun eidesstattliche Erklärungen der Geschwister des Auftragsmörders Harry Maione, eines Mithäftlings u. eines Gefängniswärters zur Verfügung, daß Maione kurz vor seiner Hinrichtung den Mord an Joseph Rosen gestanden u. die Tat zusammen mit Frank Abbandando u. Martin Goldstein begangen hatte. Da alle 3 bereits wg. anderer Morde verurteilt u. hingerichtet worden waren, wurden die Anträge abgewiesen, worauf die Verteidigung das Gericht der Voreingenommenheit beschuldigte u. erneut eine Wiederaufnahme des Verfahrens verlangte. Trotz der neuen Beweislage weigerte sich der Court of Appeals, dem Antrag stattzugeben. Buchalter bot für eine Wiederaufnahme des Verfahrens auch die Preisgabe von Informationen an, welche die Beteiligung von ranghohen Gewerkschaftern u. Politikern an Straftaten bis hin zu Mord beinhalteten. Nach der Erkenntnis, daß Gouverneur Dewey die Todesurteile höchstens in eine lebenslange Haft umwandeln würde, lehnte Buchalter es ab, Enthüllungen zu machen.
Auf Grund der Ermittlungen des ehem. Staatsanwalts Dewey war auch Jacob Shapiro längst inhaftiert. Dieser schrieb seinem Freund u. früheren Kollegen Buchalter einen Brief mit den Worten „Ich habe es dir gesagt“. Gemeint war damit Buchalters ablehnende Haltung bezüglich der Bitte von Dutch Schultz aus dem Jahr 1935, die auch von Shapiro unterstützt worden war, den ermittelnden Staatsanwalt töten zu dürfen. Buchalter wurde, nachdem das letzte Gnadengesuch von Dewey, dem Staatsanwalt, dessen Ermordung Buchalter damals verhindert hatte, u. mittlerweile Gouverneur von New York, abgelehnt worden war, am 4.3.1944 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Am selben Tag, wenige Minuten vor Buchalters Hinrichtung, wurden auch dessen Handlanger Emanuel Weiss u. Louis Capone hingerichtet ..
Sonstiges
Buchalter war Inhaber des 1942 eröffneten Nachtclubs Riobamba in Manhattan. Da er sich zu dieser Zeit bereits im Gefängnis befand, führte seine Ehefrau Betty Buchalter die Geschäfte. Als Manager fungierten Linton D. Weil u. Arthur Jawitz, später bekannt unter dem Namen Arthur Jarwood. In dem Club hatte Frank Sinatra 1943 sein Solo-Debüt. Das Etablissement gehörte zu dieser Zeit zu den populärsten Nachtclubs der Stadt. Weitere bekannte Künstler, die vorübergehend engagiert wurden, waren Dean Martin, Hannah Williams u. Jane Froman.
Als Buchalter im Frühling 1944 hingerichtet wurde, stand auch das Ende des Riobamba bevor. Der Betrieb wurde schließlich wg. Steuerhinterziehung eingestellt. Nach dem Tod ihres Mannes heiratete Betty Buchalter den früheren Manager des Clubs Arthur Jarwood ..
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Monk Eastman alias Edward Ostermann

Beitrag von Dissident am Fr Dez 22, 2017 4:42 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Monk_Eastman - Monk Eastman (1873-1920) alias Edward Ostermann, Begründer der Eastman Gang, wird der Kosher Nostra zugerechnet. Weitere Decknamen waren Joseph „Joe“ Morris, Joe Marvin, William „Bill“ Delaney u. Edward „Eddie“ Delaney. Er wurde als Sohn jüdischer Gastronomen geboren .. wurde Rausschmeißer in einer Tanzhalle .. Nach diesen Erfahrungen gründete er die Eastman Gang. Neben den üblichen Aktivitäten einer solchen Gruppierung (Zuhälterei, Glücksspiel, etc.) arbeitete die Gruppe auch für die Tammany Hall, insbes. zur Stimmenorganisation in den Wahlkämpfen. Bereits für 1900 werden dieser Bande rund 1.100 Mitglieder zugerechnet. Eastman hatte eine regelrechte Preisliste entwickelt, eine Schlägerei wurde für 15, Raubüberfälle mit Messereinsatz (engl. „stabbing“) für 25 u. ein Mord für 50 US-Dollar ausgeführt. Unter Ambulanzfahrern wurden die durch Aktivitäten der Gang ausgelösten Einsätze „Eastman Ward“ genannt. Eastman legte damit vermutlich die Grundlagen der späteren Murder.Inc, bei der später, wie bei der Eastman Gang, überwiegend Kosher Nostras den Mord als Geschäft betrieben.
Konflikt mit den Five Pointers
In zahlreichen Auseinandersetzungen hatten die Eastmans u. die von Italienern kontrollierte Five Points Gang als einzige klassische Gangs von New York City die Jahrhundertwende überstanden. Gruppen wie die irischen Whyos waren untergegangen, kleinere Gruppen hatten sich den größeren Banden angeschlossen. Da beide Banden in den gleichen Geschäftsfeldern mit räumlichen Überschneidungen tätig waren, z.B. der Organisation von spontanen Stuss-Kartenspielen, einer Variante des Kartenspiels Pharo bzw. Faro, war der Kampf vermutlich unausweichlich. Eine relativ friedliche Einigung, wie sie später die Fünf Familien der US-amerikan. Cosa Nostra entwickelten, war auch eine Konsequenz aus solchen profitschädigenden blutigen Auseinandersetzungen.
Vermutlich hatte der Konflikt schon vor 1901 begonnen, aber in jenem Jahr wurde Eastman angegriffen u. mit einem Treffer im Unterleib niedergeschossen. Als Vergeltung wurde ein Mitglied der italien. Bande ermordet. Offensichtlich für die breite Öffentlichkeit wurde der Bandenkrieg durch eine große Schießerei Sept. 1903, als sich Dutzende Gangster beider Seiten an der Rivington Street gegenüberstanden. 2 Männer wurden getötet, mehrere Passanten verletzt.
Politiker der Tammany Hall versuchten auf beide Seiten Einfluss zu nehmen. Es ist nicht auszuschließen, daß hierin auch die eigentliche Ursache der Inhaftierung von Eastman am 3.2.1904 zu sehen ist, die ev. mit einem Raub auf der West Side begründet wurde, aber auf die Befriedung der Auseinandersetzung gemünzt war. Bis zu diesem Zeitpunkt genossen beide Seiten einen politischen Schutz, der schon als polizeiliche Immunität gedeutet werden kann. Vermutlich hatten dann aber die Italiener mit der Kontrolle über die Unione Siciliana u. daraus resultierende sicheren italienischen Stimmen bei Wahlen, auf Dauer politisch mehr zu bieten. Außerdem wurde der elegante Paul Kelly, der bei seinen Auftritten auch problemlos als ehrlicher Geschäftsmann durchging, offenbar in der Tammany Hall besser akzeptiert, als der dagegen grobschlächtig wirkende Eastman.
Die inzwischen etwa 2000-köpfigen Eastmans waren aber anscheinend nicht bereit gegen die kleineren Five Pointers zurückzustecken, die es erst 1905 auf eine Stärke von 1.500 brachte. Die Lücke, welche die Inhaftierung von Eastman riss, wurde durch seinen Protege Max Zwerbach gefüllt, der sich gegen Richie Fitzpatrick tödlich durchgesetzt hatte. Zwerbach u. Vach Lewis wurden 1908 erschossen, die Zersplitterung der Eastman Gang war nun nicht mehr aufzuhalten u. konnte auch von Monk Eastmann nach seiner Entlassung nicht mehr gestoppt werden. 1912 wurde dann auch Jack Zelig der Anführer der größten Fraktion erschossen.
Das Ende
Mit Diebstählen, Opiumhandel, etc. bestritt Eastman nun seinen Lebensunterhalt, was immer wieder zu kurzen Haftstrafen führte. Im Alter von 44 Jahren meldete er sich zum Kriegsdienst und wurde der 106th Infantry („O'Ryan's Roughnecks“) der 27th Division der US Army zugeteilt u. kämpfte im 1.Weltkrieg in Frankreich. April 1919 kehrte er nach New York zurück u. nahm seine kriminellen Aktivitäten wieder auf; am 26.12.1920 wurde er erschossen. Ursache war offensichtlich ein Streit mit seinem Partner Jeremiah „Jerry“ Bohan, einem korrupten Prohibitionsagenten. Beide hatten miteinander getrunken u. waren in den frühen Morgenstunden aneinandergeraten. Um 3:45 verließ Eastmann das Bluebird Cafe. Bohan folgte ihm u. schoss ihn vor dem Eingang zur U-Bahn nieder. Bohan ging für diese Tat 3 Jahre ins Gefängnis, Eastman wurde unter vollen militärischen Ehren beerdigt. Viele Mitglieder der Eastman Gang dürften ab 1921 beim Bugs and Meyer Mob ihre kriminelle Karriere fortgesetzt haben.
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Mickey Cohen

Beitrag von Dissident am Sa Dez 23, 2017 9:52 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Mickey_Cohen  Mickey Cohen - Meyer Harris „Mickey“ Cohen (1913-1976), Mobster, Kosher Nostra.. Kind ukrainisch-jüdischer Emigranten .. Im Alter von 6 Jahren verkaufte Mickey auf der Straße Zeitungen, aber sein Bruder Harry (genannt Louie) zog ihn bald von dieser Position ab. Beide Brüder gingen dann illegalen Tätigkeiten nach; ihr Bruder Sam Cohen entwickelte sich später zu einem gläubigen, orthodoxen Juden. Während der Zeit der Prohibition verkaufte der 9-jährige Mickey Alkohol, den sein älterer Bruder im Laden seiner Mutter hergestellt hatte. Mickey wurde noch im gleichen Jahr verhaftet ..
19 Jahre alt .. als Boxer versuchte und sich an illegalen Preiskämpfen in Los Angeles beteiligte .. Seinen letzten Kampf bestritt er 1933 .. Danach beendete er seine Boxkarriere ..
In Cleveland hatte er Lou Rothkopf, der in Beziehung zum Mobster Moe Dalitz stand, kennengelernt. Cohen übersiedelte dann nach New York u. arbeitete für Tommy Dioguardi, den Bruder von Johnny Dio, sowie für Owney Madden. Schließlich ging Cohen nach Chicago, wo er ins legale u. illegale Glücksspiel einstieg, das vom Chicago Outfit unter Al Capone kontrolliert wurde. Während der Prohibition war Cohen als „enforcer“ (engl. Durchsetzer) fürs Outfit tätig u. wurde wegen seiner Rolle beim Tod zahlreicher Gangster nach einem Kartenspiel, das offenbar außer Kontrolle geraten war, verhaftet. Cohen blieb weiter beim Karten- u. Glücksspiel u. arbeitete später mit Mattie Capone, dem jüngsten Bruder von Al Capone zusammen. Da er auf diese Weise auch mit Jake Guzik verbunden war, musste er schließlich Chicago verlassen, als es zu einem Konflikt mit rivalisierenden Spielern kam. Auf Mickey Cohen selbst war auf offener Straße gezielt geschossen worden.
Er kehrte nach Cleveland zurück u. nahm seinen Kontakt mit Lou Rothkopf wieder auf, der außerdem gute Kontakte zu Meyer Lansky u. Bugsy Siegel unterhielt. Rothkopf arrangierte die Zusammenarbeit mit Bugsy Siegel in Kalifornien, nachdem Siegel New York verlassen hatte. Beide entwickelten den Nebenstandort Westen zu einem lukrativen, millionenschweren Geschäft aus Drogen-, Glücksspiel- u. Gewerkschaftskriminalität für die Gangster der Ostküste.
Continental Press
Mit Hilfe seiner Kumpels Mickey Cohen, Bugsy Siegel u. Jack Dragna errang Gus Greenbaum 1928 im Südwesten die Kontrolle über den „Trans-America Wire Service“, der insbes. die Ergebnisse der Sportwetten übertrug. Dieses Monopol wollte Carlos Marcello durch die Übernahme der Continental Press komplettieren. James M. Ragen, der diese 1939 von Moe Annenberg gekauft hatte, weigerte sich allerdings. 1946 wurde Ragen ermordet. Dies war ein nicht ganz unriskantes Vorgehen, denn Ragen gehörte zu den Ragen´s Colts u. sein Bruder Frank Ragen hatte es zum Polizeichef von Chicago gebracht. Ein Belastungszeuge wurde ermordet u. ein anderer verschwand spurlos. In den Mord sollen Dave Yaras, Leonard Patrick, Willie Block, Gus Alex u. Strongy Ferraro verwickelt gewesen sein. Der Trick des Nachrichtenmonopols bestand darin, daß sich die Mobster einen Informationsvorteil verschafften, denn die heutigen Massenmedien, welche die Sportergebnisse sofort veröffentlichten, gab es damals noch nicht.
Las Vegas
Mickey Cohens Aufgabe war es im Besonderen, Bugsy Siegel beim Aufbau des Kasinos Flamingo in Las Vegas zu beobachten u. zu unterstützen, sowie Sportwetten zu organisieren. 1947 wurde der Tod von Siegel durchs National Crime Syndicate beschlossen, da Siegel die Baukosten überschritten hatte u. gleichzeitig vermutet wurde, daß er mit Hilfe seiner Freundin Virginia Hill 2 Mio. US-Dollar auf ein Nummernkonto in der Schweiz verschoben habe. Cohen galt als Hauptverdächtiger dieses Mordes; jedenfalls wurde er der Nachfolger für alle Glücksspielaktivitäten, die Siegel betrieben hatte. Cohen traf sich mit zahlreichen Persönlichkeiten des öffentl. Lebens u. Politikern aus Hollywood. Bis zu seinem Lebensende war Cohen z.B. mit Sammy Davis Jr. befreundet.
Krieg mit der Dragna-Familie
In späteren Jahren wurde die „Familie“ der Cosa Nostra in Los Angeles von Frank Carbo übernommen, was zunächst keinen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Cohen hatte. Allerdings war Jack Dragna ein lokaler Boss der Cosa Nostra im Westen, der sich zwar Siegel untergeordnet hatte, aber nicht bereit war, eine ähnliche Dominanz durch Cohen zu akzeptieren. Auch gegen andere Kosher Nostras wie Moe Sedway u. Doc Stacher ging Dragna gewalttätig vor. Auf Cohen wurden zahlreiche Mordanschläge verübt. 1949 wurden 2 Bombenattentate auf sein Haus in der Moreno Avenue in Brentwood verübt. Im Wagen sitzend wurde Cohen beschossen u. im Aug. 1949 vor einem Restaurant angegriffen, wobei seine Begleiter – sein damal. Leibwächter u. eine Filmschauspielerin – schwer verletzt wurden. Cohen selbst wurde an der Schulter getroffen. Daraufhin verwandelte Cohen sein Haus in eine Festung mit Flutlicht u. Alarmanlagen. Als Bodyguard heuerte er Johnny Stompanato an.
Im Zuge der Ermittlungen gegen die Dragna-Familie, zu der Carbo gehörte, gerieten aber auch Cohens brutale Methoden ins Visier der Ermittler; es existiert auch die These, daß gerade diese Intensität der Ermittlungen des FBI – die Akten dort umfassen über 1.755 Seiten – die Mordanschläge ausgelöst haben. 1950 wurde Cohen, wie viele andere Mobster auch, vor die Kefauver Commission geladen. 1952 wurde er wg. Steuerhinterziehung für 4 Jahre inhaftiert. Nach seiner Haft avancierte er zu einer internationalen Berühmtheit, da er Gegenstand zahlreicher Zeitungsartikel wurde, er trat z.B. in der Fernsehshow des Journalisten Mike Wallace auf.
Lana Turner
Cohens Leibwächter Stompanato war zu seiner Zeit einer der populärsten Playboys in Hollywood. So suchte Frank Sinatra eines Tages Cohen auf, damit dieser sich nicht weiter mit seiner Ex-Frau Ava Gardner traf, mit der er weiter befreundet geblieben war. Allerdings soll Gardner selbst eine der zahlreichen Eroberungen von Cohen gewesen sein. Als Cohen sich auf McNeil Island aufhielt, nutzte Stompanato die freie Zeit, um sich mit der Schauspielerin Lana Turner zu treffen, mit der er eine Affäre begann. Als er bei einem Streit drohte, sie u. ihre Tochter Cheryl Crane umzubringen, wurde er 1958 von der minderjährigen Cheryl erstochen. Es kam zu einem Prozess, in dem auch eine mögliche Mitschuld der Mutter geklärt werden sollte. Als Lana Turner freigesprochen wurde, war Mickey Cohen darüber so erbost, daß er aus Rache die Liebesbriefe Turners an die Presse weitergab, um damit eine verleumderische Kampagne auszulösen ..
Das Ende
Seine geschäftliche Tätigkeit erstreckte sich auf Blumenläden, Tankstellen, Nachtclubs, Kasinos usw. 1961 wurde er erneut wegen Steuerhinterziehung angeklagt, 1962 zu 15 Jahren verurteilt u. zunächst in Alcatraz inhaftiert. Als Alcatraz geschlossen wurde, kam er nach Atlanta. 1963 griff ihn der Mithäftling Estes McDonald von hinten mit einem Blei- oder Eisenrohr an u. traf ihn am Kopf; seitdem war Cohen einseitig gelähmt. Er wurde .. 1972 freigelassen. Seine letzten Jahre verbrachte Cohen ..im Westen von Los Angeles ..

https://en.wikipedia.org/wiki/Mickey_Cohen  .. Boss of the Cohen crime family ..
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Moe Sedway - Morris Sidwirtz bzw. Sedwits

Beitrag von Dissident am Di Dez 26, 2017 11:48 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Moe_Sedway  Moe Sedway eigentlich Morris Sidwirtz bzw. Sedwits (1894-1952), Mobster der Kosher Nostra ..

1901 emigrierte Fam. Sedwits von Polen in die USA .. 1919 wurde er im Umfeld eines Craps-Spiels verhaftet u. verbrachte 1 Jahr in einer Besserungsanstalt. Seine Einträge in den Akten der Polizei wuchsen in den frühen 1920er Jahren an. Seine Bekanntschaft mit Meyer Lansky begann, als dieser zusammen mit Bugsy Siegel eine Autovermietung in der Cannon Street gründete, welche auch zur Tarnung eigener Schmuggelaktivitäten während der Prohibition diente. Sedway - im Schlepptau Siegels - sollte auch später mit diesem in Las Vegas eng zusammenarbeiten; letztendlich wurde Meyer Lansky damit zum obersten Befehlsgeber von Sedway.
In den 1930er Jahren war es insbes. seine Aufgabe, Kunden für den „Trans-America race wire service“ zu gewinnen, wodurch es möglich wurde, Sportwetten auch fern der eigentlichen Wettkampfstätten anzubieten, da die Ergebnisse zeitnah übermittelt wurden. Seine Geschäftsreisen führten ihn bis nach Las Vegas. 1935 wurde er wg. Verschwörung angeklagt, aber nicht verurteilt .. 1940 war er wg. Glücksspiels in San Diego verhaftet worden .. Zusammen mit Gus Greenbaum wurde er 1945 Betreiber des El Cortez Hotel .. Sedway übernahm außerdem Finanzierung u. Errichtung des Flamingo Hotels, nachdem William R. Wilkerson in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Er betrachtete das Flamingo-Objekt als günstige Gelegenheit, in Las Vegas Fuß zu fassen u. dort weiter zu expandieren. Seinem Sohn Robbie zufolge gab er dem Freund seiner Frau Beatrice "Bee", Mathew "Moose" Pandza, den Auftrag, Benjamin "Bugsy" Siegel zu ermorden, den dieser am 20.6.1947 mit einem M1-Gewehr ausführte. Bereits unmittelbar nach dem Tod von Bugsy Siegel nahmen Sedway u. Greenbaum das Flamingo in Besitz. Sie öffneten das Flamingo auch für weniger exclusive Gäste u. das Flamingo boomte. Allein im ersten Jahr erwirtschafteten die beiden einen Gewinn von ca. 4 Mio. US-Dollar.
Jack Dragna, der lokale Boss der Cosa Nostra in Kalifornien, war kein Freund dieser Expansion der Mobster unter Meyer Lansky nach Las Vegas. Er schickte seinen „enforcer“ (am: „Durchsetzer“) Jimmy „The Weasel“ Fratianno aus, um seine Rechte geltend zu machen. Sedway wurde körperlich attackiert u. auch der ranghöhere Doc Stracher, im Prinzip die rechte Hand von Lansky, wurde körperlich angegriffen. Eigentlich hatte das National Crime Syndicate Las Vegas als offene Stadt vorgesehen, welche keinem Clan oder Gruppe als Territorium zugeordnet war. Als Lansky deshalb Tommy Lucchese darauf ansprach, kam es zunächst zu keiner Lösung. Lansky suchte aber nicht den Konflikt, sondern bot Jack Dragna eine Beteiligung am Flamingo an, was dieser jedoch ablehnte.
Sedway war auch in anderen Orten an Glückspielprojekten beteiligt; u.a am Hollywood Yacht Club, wo er der Partner von Julian Kaufman war.
1950 wurde Sedway vom "Kefauver Committee", welches durch Senator Estes Kefauver geleitet wurde, befragt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Moe_Sedway ..  was born to a Jewish family as Morris Sidwirtz .. he began his criminal career in street gangs with Bugsy Siegel ..
Sedway served as a Clark County alderman, and was head of the United Jewish Appeal in Las Vegas. He was also on the board of directors of the Clark County Library ..
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Gustav "Gus" Greenbaum

Beitrag von Dissident am Mi Dez 27, 2017 2:59 pm

https://en.wikipedia.org/wiki/Gus_Greenbaum .. was born to a Jewish family .. Sedway and Greenbaum ran the El Cortez Casino in 1945 ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Gus_Greenbaum  Gustav "Gus" Greenbaum (1894-1958), Mobster u. Assoziierter des "Chicago Outfit", Kosher Nostra .. Bekannt wurde er durch seine Verwicklung in die Glücksspieloperationen der Cosa Nostra in Las Vegas. Er stand bereits seit den späten 1910er Jahren in Verbindung zu Meyer Lansky u. wurde dessen Mob zugerechnet. Nach dem Ende der Prohibition begann Greenbaum mit dem Chicafo Outfit zusammenzuarbeiten. (Häufig wird seine Mitgliedschaft im Outfit formuliert; angesichts seiner nicht-italienischen Herkunft kann das grundsätzlich als ausgeschlossen gelten.) Mit Hilfe seiner Freunde Bugsy Siegel, Jack Dragna u. Mickey Cohen gelang ihm, 1928 im Südwesten die Kontrolle über den „Trans-America Wire Service“, der insbes. die Ergebnisse der Sportwetten übertrug, zu erlangen.
Das Monopol wollte Carlos Marcello durch die Übernahme des Continental Press komplettieren, allerdings weigerte sich James M. Ragen, der diese 1939 von Moe Annenberg gekauft hatte. Aug.1946 wurde Ragen ermordet .. Der Trick des Nachrichtenmonopols bestand darin, daß sich die Mobster einen Informationsvorteil verschafften, denn die heutigen Massenmedien, welche die Sportergebnisse sofort veröffentlichten, gab es damals noch nicht. Greenbaum war ein effizienter Spielorganisator, u. die Geschäfte florierten. 1946 war er so erfolgreich, daß er sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen konnte, um es Kemper Marley u. Alex G. "Fats" Cohen zu überlassen.
Las Vegas
Nach dem 2. Weltkrieg ging Greenbaum nach Las Vegas u. übernahm zusammen mit Morris Rosen u. Moe Sedway die Kontrolle der Glücksspiel-Aktivitäten für das Outfit. Als Bugsy Siegel 1947 ermordet wurde, übernahmen beide dessen Kasino-Hotel The Flamingo. Das Kasino-Projekt wurde fertiggestellt u. dabei von ursprünglich 97 auf 200 Gästezimmer erweitert. Ende 1947 erzielte das Flamingo bereits einen Gewinn von 4 Mio. US-Dollar. 1950 war er auch die treibende Kraft hinter dem 50-Mio.-US-Dollar-Erfolg des Tropicana, u. sein Ansehen innerhalb der Mobster war entsprechend groß. Vermutlich kontrollierte er noch weitere Kasinos u. Glückspielaktivitäten in Arizona. Als führender Verantwortlicher für den Mob in Las Vegas ordnete er die Ermordung von Tony Brancato u. Tony Tombino an, da diese ein Kasino ausgeraubt hatten, das der Cosa Nostra gehörte. Nach seinen Erfolgen wurde ihm auch das Riviera Casino angeboten, da es 5 Mio. Dollar Verlust produziert hatte. Greenbaum wollte diesen Job nicht, aber Anthony Accardo u. Jake Guzik - als einflussreicher Berater des Outfit de facto der verlängerte Arm der Anführer im Outfit - wollten ihn überzeugen. Greenbaum lehnte den Job dennoch ab, da es seinem Plan entgegenstand, nach Phoenix zurückzukehren, da er genug von Las Vegas hatte. Eine Woche später wurde seine Schwägerin tot in ihrem Schlafzimmer aufgefunden, u. Greenbaum übernahm nun doch die Aufgabe des Managers im Riviera.
Das Ende
.. 1958 wurde John Roselli, ein Vertrauter Greenbaums, zu Paul Ricca u. Anthony Accardo bestellt, um Greenbaum zum Rücktritt aufzufordern. Außerdem wurde festgestellt, daß Greenbaum Gewinne abschöpfte, was schon von Sam Giancana bemerkt worden war. Greenbaum sollte seine Anteile verkaufen u. dann unbehelligt Las Vegas verlassen; er lehnte jedoch ab u. zweigte weiterhin etwas von den Geldern ab, die bereits aus den Kasinos für das Outfit an der Steuerbehörde vorbei abgeschöpft worden waren. Nun wurde Marshall Caifano der „enforcer“ (am: „Durchsetzer“) fürs Outfit in Las Vegas in Marsch gesetzt, um das Problem zu lösen. Am 3.12.1958 wurde Greenbaum mit durchschnittener Kehle in seinem Schlafzimmer entdeckt. Seine Frau wurde mit eingeschlagenem Schädel u. ebenfalls durchschnittener Kehle aufgefunden. Johnny Roselli schob später Meyer Lansky die Verantwortung für den Mord zu; dieser habe Greenbaum unbedingt loswerden wollen, um seine eigenen Anteile am Riviera zu vergrößern.
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Moses Louis „Moe“ Annenberg und Nachkommen...

Beitrag von Dissident am Mi Dez 27, 2017 3:20 pm

https://en.wikipedia.org/wiki/Moses_Annenberg Moses Louis „Moe“ Annenberg .. born to a Jewish family .. Annenberg married Sadie Cecillia Freedman (1879–1965). They had one son, the publisher and philanthorpist Walter Annenberg and 7 daughters; Diana Annenberg (1900–1905), Esther "Aye" Annenberg Simon Levee (1901–1992), Janet Annenberg Hooker (1904–1997), Enid Annenberg Haupt, Lita Annenberg Hazen (1909–1985), Evelyn Annenberg Jaffe Hall (1911–2005), and Harriet Beatrice Annenberg Ames Aronson (1914–1976). Annenberg died in prison on July 20, 1942 ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Moses_Annenberg  Moses Louis „Moe“ Annenberg (1877-1942), Verleger u. 1936 Herausgeber des Philadelphia Inquirer. Er war auch ein Mobster der Kosher Nostra. Moses Louis A. wurde in Ostpreußen geboren u. wanderte um 1900 nach Chicago aus. Er begann in Chicago als Zeitungsverkäufer der Hearst Corporation u. gründete die Triangle Publications Inc. - Moe A. hatte kriminelle Kontakte; 1910 wurde er von der Hearst Corporation angewiesen, seine Verbindung zu den Ragen´s Colts zu nutzen. In Chicago herrschte ein Zeitungskrieg zwischen der Chicago Tribune u. dem Hearst-Blatt Chicago Examiner um die Auflage, der auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen auf der Straße führte. Annenbergs Bruder Maxie Annenberg wurde wg. seiner "Promotion" in diesem Konflikt angeklagt. 1922 übernahm Annenberg mit finanzieller Hilfe von Johnny Torrio vom Chicago Outfit die Daily Racing Form, eine Zeitung in der die Rennergebnisse veröffentlicht wurden. Diese ging unter ihm dazu über, die Rennergebnisse zeitnah zu veröffentlichen. Auf diese Weise konnten auch jenseits der Rennbahn Sportwetten angeboten werden. Seine Verwicklungen in das illegale Glücksspiel brachten ihn auch in Kontakt mit Meyer Lansky, dessen Freund er wurde. Behilflich bei seinen Wettaktivitäten war insbes. Frank Erickson, der als rechte Hand von Arnold Rothstein galt, u. heute als einer der größten Buchmacher der US-Ostküste seiner Zeit gesehen wird.
Aus einem Papier aus Ellies Island geht hervor, daß Annenberg Aug. 1923 von einer Reise nach Southampton zurückkehrte .. Mit ihm reiste seine Ehefrau Sadie C. Anneberg.
1927 nahm er an der „Atlantic City Conference“ des National Crime Syndicate teil. Im gleichen Jahr verkaufte der Spieler Jacob „Monte“ Tennes seine Anteile am Chicago Racing Wire Service an Annenberg. Zwischenzeitlich hatte Annenberg dann auch die Kontrolle über den Continental Press Racing Rire Service erworben, verkaufte diese aber an Arthur B. „Mickey“ McBride aus Ohio, der zum Mayfield Road Mob in Cleveland gehörte. Mit Hilfe seiner Kumpels Bugsy Siegel, Mickey Cohen u. Jack Dragna gelang Gus Greenbaum 1928 im Südwesten die Kontrolle über den Trans-America Race Wire Services (Nachrichtenagenturen für Ergebnisse von Pferderennen). Das Monopol wollte Carlos Marcello durch die Übernahme des Continental Press komplettieren, allerdings weigerte sich James M. Ragen, der diese 1939 von Moe Annenberg gekauft hatte, u. wurde Aug.1946 ermordet.
1936 wurde er Herausgeber des Philadelphia Inquirer. 1939 wurde Annenberg wg. Steuerhinterziehung angeklagt u. zu 3 Jahren Haft verurteilt. Auf den ersten Blick erscheint seine Verurteilung als ein Routine-Erfolg des Internal Revenue Service durch Elmer Lincoln Irey, der 1931 bereits erfolgreich gegen Al Capone ermittelt hatte u. in seiner 27-jährigen Laufbahn über 15.000 Fälle mit einer Erfolgsquote von 90 % bearbeiten sollte. Dieser selbst schrieb in seinem Buch The Tax Dodgers, daß Franklin Delano Roosevelt die IRS aber auch gegen politische Gegner einsetzte. 1942 wurde Annenberg kurz vor seinem Tod aus der Haft entlassen.
Nachlass
Moses Annenberg u. seine Frau Sarah waren seit 1908 Eltern des Philantropen Walter Annenberg, der die Zeitungen seines Vaters erbte, später verkaufte u. das Vermögen zur Gründung der Annenberg Foundation nutzte.

Sohn: https://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Annenberg .. Walter Hubert Annenberg .. following his father's death in 1942, Walter took the reigns at the Inquirer, expanding its influence and growing his own. He built up his family’s magazine business with great success, extending it into radio and television. During his tenure as U.S. Ambassador to the United Kingdom, he developed a close friendship with Queen Elizabeth II and other members of the Royal family ..
He established the Annenberg Foundation in 1988, and personally gave over $2 billion to educational establishments and art galleries, including both the Annenberg School for Communication at the University of Pennsylvania and USC Annenberg School for Communication and Journalism in Los Angeles ..
Annenberg was a stutterer since childhood .. he dropped out of the Wharton School of the University of Pennsylvania, never attaining a college degree. While in college, he was a member of Zeta Beta Tau, a traditionally Jewish fraternity .. Annenberg, who was the biggest individual stockholder of the Pennsylvania Railroad ..
In 1953 he became one of the founding trustees of Eisenhower Fellowships .. Many school buildings, libraries, theaters, hospitals, and museums across the USA now bear his name. His collection of French impressionist art was valued at approximately US$1 billion in 1991 and was donated to the Metropolitan Museum of Art in New York upon his death in 2002. In 1990, he donated $50 million to the United Negro College Fund which was the largest amount ever contributed to the organization. He was also a member of the Founding Council of the Rothmere American Institute at Oxford Uni, helping to raise funds for the Institute's building and library ..
Dunkelman and Annenberg had 2 children: a daughter, Wallis, and son, Roger. Roger committed suicide in 1962 .. 1951, Annenberg married Leonore "Lee" Cohn. Lee was a niece of Harry Cohn, the founder and president of Columbia Pictures. Although of Jewish ethnicity, she was raised a Christian Scientist by her uncle's wife. Despite being born to Jewish families, the Annenbergs were not practitioners of Judaism ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Annenberg  Walter Hubert Annenberg, (1908-2002), Diplomat, Verleger u. Kunstmäzen .. der in der Firma seines Vaters tätig war, wurde als möglicher Mitwisser angeklagt. Seine Unschuld stellte sich aber bald heraus. Nach dem Tod seines Vaters erbte er die Lokalzeitungen The Philadelphia Inquirer u. den Daily Racing Form. In den folgenden Jahren kaufte er auch andere Printmedien sowie Radio- u. Fernsehstationen. Sein größter Erfolg war die Gründung u. Herausgabe der Fernsehzeitschrift TV Guide (1953). Nach Wahlkampfspenden für die Kandidatur Nixons zum US-Präsidenten wurde Annenberg während Nixons Präsidentschaft als US-Botschafter nach London gesandt (1969−1974). In dieser Zeit wurde er von Königin Elisabeth II. zum Knight Commander (KBE) ernannt. Im US-Präsidentschafts-Wahlkampf 1980 unterstützte er mit seinen Freunden dem Bierbrauer Joseph Coors u. dem Kaufhauserben Alfred Bloomingdale die Kandidatur von Reagan mit finanziellen Mitteln.
1988 verkaufte Annenberg sein Medienunternehmen an den Medienunternehmer Rupert Murdoch. Als Philanthrop spendete er in den folgenden Jahren mehr als 1 Mrd. $ an das Metropolitan Museum of Art, zog es in der Regel aber vor, geheim zu spenden.
Walter Annenberg heiratete 1938 Veronica „Ronnie“ Dunkelman, ihre Ehe wurde nach 12 Jahren geschieden. Aus der Verbindung gingen 2 Kinder, Roger u. Wallis, hervor. .. 1951 heiratete er Leonore „Lee“ Rosenstiel (1918−2009), Nichte von Harry Cohn, den Gründer und Präsidenten von Columbia Pictures. Sie brachte 2 Töchter, Diane u. Elizabeth, mit in die Ehe .. Seine Villa "Sunnylands" ..wurde von vielen Prominenten wie den US-Präsidenten Richard Nixon, Gerald Ford, Ronald Reagan, George Bush, Bill Clinton u. George W. Bush besucht. Ebenso von Margaret Thatcher u. Königin Elisabeth II. Aber auch Schauspielgrößen wie Bing Crosby, Bob Hope, Gregory Peck, James Stewart u. Frank Sinatra waren dort zu Gast. Seit 2012 ist die Villa für die Öffentlichkeit zugänglich ..
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25396553.html .. 87. Stelle auf der Liste der reichsten Menschen der Welt .. Annenberg versuchte sich als Amateurdiplomat, den ein für Wahlkampfspenden dankbarer Richard Nixon als Botschafter nach London entsandte ..
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/vip-villa-sunnylands-luxus-unterschlupf-fuer-praesidenten-a-818352.html .. VIP-Villa "Sunnylands" - Luxus-Unterschlupf für Präsidenten, Reagan war Stammgast, Nixon fand hier nach dem Watergate-Skandal Zuflucht. Und Sinatra feierte im "Sunnylands" seine Hochzeitsparty: Die Luxusvilla in Kalifornien war ein Unterschlupf für die Schönen u. Mächtigen der USA .. Lee Annenberg war später unter Reagan 1 Jahr Protokollchefin des Weißen Hauses - "mein einziger bezahlter Job", sagte sie später. Dank dieser Society-Connections las sich das Gästebuch der Annenbergs bald wie ein "Who's Who" der US-Gesellschaft. 7 Präsidenten weilten auf "Sunnylands": Dwight Eisenhower, Richard Nixon, Gerald Ford, Ronald Reagan, George Bush, Bill Clinton u. George W. Bush ..
Reagan feierte auf "Sunnylands" 18x Silvester, am liebsten mit Golfspielen. Nixon verfasste hier 1974 seine Regierungsansprache u. verkroch sich im selben Jahr nach seinem Watergate-Rücktritt vor Reportern .. Queen Elizabeth II. war Stammgast - "Sunnylands" ist das einzige US-Privathaus, das sie je beehrte. Prinz Charles 1981 zu Besuch .. Die Annenbergs bewirteten Regierungschefs (Maggie Thatcher, Japans Ministerpräsident Toshiki Kaifu), Hochadel (Fürstin Gracia Patricia von Monaco), Hollywood-Legenden (Bing Crosby, Bob Hope, Gregory Peck, James Stewart) u. Silicon-Valley-Stars (Bill Gates). Frank Sinatra heiratete hier 1976 seine letzte Ehefrau, das Model Barbara Marx .. Diane Deshong, Tochter von Lee Annenberg aus einer früheren Ehe .. 1988 verkaufte Annenberg seinen Konzern für 3 Mrd. Dollar an Rupert Murdoch - damals der lukrativste Medien-Deal der Geschichte .. Annenbergs Tochter Wallis, die Präsidentin der Stiftung ..

Tochter: https://de.wikipedia.org/wiki/Enid_A._Haupt - Enid Annenberg Haupt (1906-2005), Philanthropin, die unter anderem den botanischen Garten in New York förderte. Sie spendete über 140 Mio. $ für wohltätige Zwecke.
https://en.wikipedia.org/wiki/Enid_A._Haupt .. 1953, she was charged with publishing Seventeen magazine, a post she would hold until 1970. She also wrote "Young Living", a syndicated fashion, beauty and lifestyle column. Haupt's first marriage, to Norman Bensinger, ended in divorce; they had 1 child, Pamela Enid Bensinger (Nusbaum, Allen), (1929-1997). She later married Ira Haupt, who died in 1963. It was through this marriage that she became involved with gardening, particularly in the growing of flowers, after she encouraged her husband to help his gardeners find better jobs.
Philanthropic legacy
Haupt is quoted as often having said "Nature is my religion," and once told The New York Times "Books are the most important things in my life besides nature." As an heiress to a family fortune, she was able to make significant contributions to her personal causes and interests, foremost among which was horticulture.
Haupt contributed the Haupt Fountains at the Ellipse located between the White House and the Wahington Monument, and also a four-acre Victorian garden, known as the Enid A. Haupt Garden, on the south side of the Smithsonian Castle .. She donated River Farm, a 27-acre plantation, located near Mount Vernon and once owned by George Washington, to the American Horticultural Society .. and much more...


Tochter: https://en.wikipedia.org/wiki/Janet_Annenberg_Hooker - Janet Annenberg Hooker (1904–1997) was an American philanthropist .. She contributed $5 million of the $10 million cost of the Janet Annenberg Hooker Hall of Geology, Gems and Minerals, which opened in 1997, and which is the most comprehensive Earth sciences complex of its kind .. The Hope Diamond (among other things) is now on permanent display there. Her first gift to the National Museum of Natural History was the Hooker Emerald Brooch, which she donated in 1977, when it was valued at $ 500,000. She later gave the museum the Hooker Starburst Diamonds. She also paid for the redecoration of the Blue Room at the White House, and she donated the Lobby Colonnade of the Metropolitan Opera in memory of her mother. She was married three times—first in 1924 to publisher L. Stanley Kahn (divorced 1937), then in 1938 to investment banker Joseph A. Neff (died 1969), and lastly in 1974 to James Stewart Hooker, head of labor relations for the Philadelphia Inquirer (died 1976).

Enkelin: https://en.wikipedia.org/wiki/Wallis_Annenberg  Wallis Huberta Annenberg (born July 15, 1939) is an American philanthropist and heiress. Annenberg serves as President and Chairman of the Board of The Annenberg Foundation, a multibillion-dollar philanthropic organization in the USA: https://en.wikipedia.org/wiki/Annenberg_Foundation
.. Her family wasJewish. Her father owned a 15-acre (61,000 m2) estate called Inwood, where Wallis was raised. When she was 10 years old, her parents divorced and her mother moved to Washington to marry Ben Ourisman, a Chevrolet car dealer. Meanwhile, her father remarried in the year after the divorce to Leonore "Lee" Cohn ..
Marriage and divorce
While in Venice, she met Seth Weingarten who had just completed his undergraduate education at Princeton Uni and was looking forward to Yale Medical School. They quickly fell in love and, after only 1 year of studies at Columbia, Annenberg dropped out of school and married Weingarten. They moved around the country, following her husband's career, and having 4 children in the process: Lauren, Roger, Gregory and Charles (born in Roswell where Weingarten was serving as a medical officer at Wallker Air Force Base. Weingarten eventually accepted a position at UCLA (at the hospital now known as Ronald Reagan UCLA Medical Center) and they established a permanent home.
In 1975, she divorced Dr. Weingarten after which she worked for TV Guide, which her father owned at the time. She stayed for 3 years after its sale to Murdoch in 1988.
She appeared on The Joan Rivers Show on the new Fox television network in 1986, alongside actresses Lucille Ball & Michele Lee.
Philanthropy
Annenberg today carries on her father's legacy as a public benefactor. As Chairman and President of the Annenber Foundation, she donates the family name and fortune to philanthropic and charitable projects, largely to the benefit of Los Angeles County. She is on the board of trustees at the Los Angeles County Museum of Art as well as at the Museum of Contemporary Art, Los Angeles. She is also a supporter of the Harlem Childrens Zone, the Ojai Foundation's "Council project" for inner-city kids, and the Ocean Alliance. She serves on the Board of Trustees at the Uni of Southern California (home of the USC Annenberg School for Communication an Journalism); the Wallis Annenberg Hall at USC was opened at part of the Annenberg School in 2014. She is involved with the Wallis Annenberg Concourse at the Ronald Reagan UCLA Medical Center as well as the Wallis Annenberg Center for teh Performing Arts, which held its opening gala in October 2013. She was inspired by and provided funding to build the Universally-Accessible Treehouse in Torrance. “It is thrilling to be able to make it possible for people of all ages and physical abilities to experience the world from a treehouse,” said Wallis Annenberg. “There's a sense of vision, fun and pure escape that only such a structure can provide."
Her children Lauren Bon, Gregory Weingarten and Charles Weingarten serve on the board of directors of the Annenber Foundation. Her son Roger Weingarten, a resident of Devereux in Santa Barbara who was diagnosed schizophrenic at age 15 like his namesake, is not on the board. Despite her father leaving the majority of his multibillion-dollar fortune to the Annenberg Foundation, it is estimated that Annenberg has a personal fortune in excess of 500 million dollars.

https://en.wikipedia.org/wiki/Zeta_Beta_Tau - Zeta Beta Tau (ΖΒΤ) is a Greek letter social fraternity. ZBT was founded on December 29, 1898. After being founded as the world's first Jewish Zionist Fraternity, in 1954 Zeta Beta Tau became nonsectarian and opened their doors to non-Jewish members, changing their membership policy to include "All Men of Good Character". ZBT values the diversity of its brothers. link: https://zbt.org/
Founding .. The Zeta Beta Tau fraternity was spearheaded unto his death by Dr. Richard J.H. Gottheil, a professor of languages at Columbia Uni and a Zionist. On December 29, 1898, he formed a Zionist youth society with a group of students from several New York City universities. 15 young men—among them Herman Abramowitz, Aaron Levy, Bernhard Bloch, David Liknaitz, Isidore Delson, Louis S Posner, Aaron Drucker, Bernhard Saxe, Bernard Ehrenreich, Herman Sheffield, Menachem Eichler, David Swick, Aaron Eiseman, Maurice Zellermayer, and David Levine—gathered at the Jewish Theological Seminary on this date to found the organization.
The society was called Z.B.T., which referred to the first letters in the Hebrew phrase "Zion Be-mishpat Tipadeh", which translated means "Zion shall be redeemed with judgment". This is taken from Isaiah 1:27—Zion be-mishpat tipadeh ve-shaveha be-tzedakah--"Zion shall be redeemed with judgment, and they that return of her, with righteousness". The word "judgment" is sometimes translated as "justice" ..
In 1903 Z.B.T. formally became Zeta Beta Tau, and its purpose shifted away from that of a Zionist youth organization as other Zionist organizations grew in prominence. The original Hebrew meaning of Z.B.T. is not esoteric. However, it was publicly revealed in the official written history of Zeta Beta Tau, Here's to Our Fraternity: One Hundred Years of Zeta Beta Tau, 1898–1998, by Marianne Rachel Sanua. Zeta Beta Tau expanded rapidly. By 1909, it had established 13 chapters in the Northeast and a 14th at Tulane Uni in New Orleans. In 1913, it established its first Canadian chapter at McGill Uni in Montreal, and in the same year of Nov. 29 Zeta Beta Tau as first represented at the National Interfraternity Conference. 5 years later, it founded its first West Coast chapter at the Uni of Southern California in Los Angeles. At the 1954 National Convention, the delegates amended Zeta Beta Tau's constitution, ritual and internal procedures both in theory and in practice to eliminate sectarianism as a qualification for membership.
Mergers
The Zeta Beta Tau has merged with four other national Jewish fraternities. In 1959, Phi Alpha merged into Phi Sigma Delta. In 1961 Kappa Nu merged into Phi Epsilon Pi. In 1969–70, Phi Sigma Delta and Phi Epsilon Pi merged into Zeta Beta Tau. Today, the merged Zeta Beta Tau fraternity lists 140,000 members, with chapters and colonies at over 90 campus locations.
Pledging abolished
Zeta Beta Tau abolished the institution of pledging in 1989 as a way to combat and eliminate hazing, and replace the pledging process with one in which new members are accepted as brothers upon receiving a bid to the fraternity. Zeta Beta Tau's decision to get rid of pledging did not involve an associate membership process however. Once a brother joins the fraternity he will receive all rights and responsibilities as the rest of the chapter, and shall be eligible for any position within the chapter regardless of how long he has been a brother. This decision was made in response to the Age of Liability, in which extensive research on hazing shed light on how the culture of subservient pledging led to a number of deaths nationwide .. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Zeta_Beta_Tau_brothers - List of Zeta Beta Tau brothers ..
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Abner „Longy“ Zwillman

Beitrag von Dissident am Do Dez 28, 2017 9:54 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Abner_Zwillman  Abner „Longy“ Zwillman (1904-1959), Mobster der Kosher Nostra, wurde als Sohn einer jüdischen Familie geboren ..
begann mit Verkauf von Lotterielosen .. organisierte den Vertrieb über lokale Kleinhändler. 1920 hatte er, auch mit Hilfe von Schlägern, den größten Teil davon unter seine Kontrolle gebracht. Nach Einführung der Prohibition begann er mit dem Schmuggel von Whisky aus Kanada, den er mit gepanzerten LKW aus US-Armeebeständen des 1.Weltkrieges nach New Jersey transportierte. Damit war er ein wichtiges logistisches Bindeglied innerhalb der von Arnold Rothstein initiierten "Seven Group", die den größten Teil des illegalen Marktes unter sich aufteilte. Den Erlös aus diesen Aktivitäten investierte er in andere Geschäftsfelder. Er stieg groß ins illegale Glücksspiel u. Prostitution ein, die er durch legale Aktivitäten tarnte. So gehörten ihm bald auch einige der bekanntesten Clubs u. Restaurants. Ende der 1920er Jahre erzielte er bereits ein Einkommen von ca. 2 Mio. $ pro Jahr.
1929 half Zwillman beim Zustandekommen der sogen. „Cleveland Conference“, bei der sich zum ersten Mal jüdische u. italienische Mafiosi trafen, woraus quasi eine 'Vermittlungskommission' („Mafia Ruling Commission“) u. vermutlich auch die Grundlage für das "National Crime Syndicate" entstand. Es trat im Folgejahr erstmals zusammen. Nach dem Tod von Dutch Schultz 1935 übernahm Zwillman dessen illegale Aktivitäten, u. seitdem begann die Presse ihn als „Al Capone von New Jersey“ zu bezeichnen. Vermutlich kontrollierte er über 20 Jahre lang die Lokalpolitik in Newark.
Während der 1940er Jahre kontrollierte er mit seinem Partner Willie Moretti – insbes. über seinen Nachtclub „The Palisades“ – die Glücksspielszene. 1946 erwarb er zusammen mit Joe Reisfeld die Firma Sommerset Importers von Joseph P. Kennedy. J.P.Kennedy, Patron des Kennedy-Clans wollte sich von seinen Alkohol-Aktivitäten trennen, um die politische Karriere seiner Söhne Robert u. John F. Kennedy durch sein potenziell schlechtes Image nicht zu gefährden, da illegale Aktivitäten während der Prohibitionszeit an die Öffentlichkeit hätten treten können.
1959 sollte Zwillman vor dem „McClellan“-Ausschuss des Senats aussagen u. hatte bereits eine Vorladung dazu erhalten. Am 27.2.1959 wurde er jedoch in West Orange erhängt aufgefunden. Seine Handgelenke wiesen Spuren auf, die eine Fesselung nahelegten. Deshalb ging die Polizei von einem Mord aus. Einige Spekulationen sehen Vito Genovese als Auftraggeber des Mordes, andere glauben, letztlich habe Meyer Lansky den Mord angeordnet. Dieser habe befürchtet, der in die Jahre gekommene Zwillman habe beschlossen, ein Informant der Regierung zu werden.

https://en.wikipedia.org/wiki/Abner_Zwillman .. Zwillman later joined a syndicate headed by Joseph Reinfeld to smuggle liquor from Canada using ships ..
Zwillman dated actress Jean Harlow at one time and got her a two-picture deal at Columbia Pictures by giving its head, Harry Cohn, a huge loan. He also bought Harlow a jeweled bracelet and a red Cadillac. He referred to her in derogatory terms to other mobsters in secret surveillance tapes. He married Mary de Groot Mendels Steinbach, in 1939. She was the only daughter of Eugene Mendels, whose father, Emanuel S. Mendels, was a founder of the American Stock Exchange (then known as the Curb Exchange). The Zwillmans had a daughter, Lynn Kathryn Zwillman born c. 1944. Mary Zwillman had a son from previous marriage, who became Abner Zwillman's stepson, John Steinbach ..
Zwillman was particularly close to Capone and was his partner in controlling the movie projectionist union. In the mid-1940s, he went into hiding while the union leaders were tried for forcing Hollywood studios to pay huge bribes to ensure that their theaters would remain open. He and Capone were reportedly paid millions of dollars annually.
However, Zwillman often sought to legitimize his image, offering a reward for the return of the Lindbergh baby in 1932, and contributed to charities, including $250,000 to a Newark slum-clearing project ..
During the 1959 McClellan Senate Committee hearings on organized crime, Zwillman was issued a subpoena to testify before the committee. However, shortly before he was to appear, Zwillman was found hanged in his West Orange, New Jersey, residence on February 27, 1959 .. The theory that he was hanged was also supported by deported mobster Lucky Luciano, who allegedly told journalist Martin Gosch in Italy that the suicide theory was nonsense, and that before hanging him, Zwillman's killers had trussed him up like a pig .. His widow remarried 3 years later, to sports figure Harry Wismer. His daughter Lynn married Warren Tuttle in 1968 ..
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Charles „King“ Solomon

Beitrag von Dissident am Do Dez 28, 2017 5:31 pm

https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Solomon_(racketeer) .. Charles „King“ Solomon .. was a Jewish-Russian mob boss ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Solomon_(Mobster) - Charles „King“ Solomon (1884-1933) Mobster der Kosher Nostra .. er kann als einer der frühen Figuren der OK in der Geschichte von New England gelten. Mit seinen Eltern war er ins West End von Boston gezogen; sein Vater betrieb ein Theater ..Während seiner Jugendzeit arbeitete Solomon im Restaurant seines Onkels, kam in Kontakt mit Prostitution, Kautionsbetrug u. Hehlerei u. erlangte in den frühen 1920er Jahren in der Stadt die Kontrolle über die illegale Glücksspielaktivitäten u. den Handel mit Betäubungsmitteln. Mit Dan Carroll war er mit Beginn der Prohibition auch in den Alkoholschmuggel eingestiegen u. unterhielten eine große Anzahl der beliebtesten Speakeasy in Boston. Solomon war gut vernetzt u. unterhielt Verbindungen nach Kanada, New York u. Chikago. Seine politischen Kontakte verhinderten Anklagen wg. Alkoholschmuggels; allerdings gab es 1922 einige Ermittlungen gegen ihn auf Grund seiner Drogen-Aktivitäten, welche letztendlich zu einer 5-jährigen Haftstrafe führten, von der er 13 Monate im Atlanta Federal Penitentiary absitzen musste.
1927 nahm Solomon an der „Atlantic City Conference“ Teil, da er einer der Köpfe der sogen. Seven Group war.
1933 wurde Solomon von den konkurrierenden Gangstern John Burke and James Coyne auf der Herrentoilette des Cotton Club erschossen. Seine Geschäfte wurden von anderen Mitglieder seine Bande - wie Joseph Linsey, Hyman Abrams u. den Brüdern Max & Louis Fox - übernommen.


https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Solomon_(racketeer) .. the Cocoanut Grove nightclub. He enjoyed extensive contacts throughout the underworld including the Bronfmans in Canada as well as associates in New York and Chicago .. During his imprisonment, a request for his transfer to a prison closer to Boston was made by Boston Congressmen George H. Tinkham and James A. Gallivan ..
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Hyman Abrams / Oscar „The Poet“ Friedman

Beitrag von Dissident am Sa Dez 30, 2017 12:10 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyman_Abrams  Hyman Abrams, "Big Mike", Mobster der Kosher Nostra. Während der Prohibition galt er als hochrangiges Mitglied der Gangsterbande um Charles "King" Solomon in Boston. Nach dem gewaltsamen Tod von Solomon 1933 führte er - mit anderen Mitgliedern der Bande - die kriminellen Geschäfte fort. Nach dem Ende der Prohibition engagierte sich Solomon in den neuen Casinos, wie sie von Meyer Lansky organisiert wurden; insbes. das Flamingo in Las Vegas u. später das The Sands with Carl Cohen and Jack Entratter.

https://de.wikipedia.org/wiki/Oscar_Friedman  - Oscar „The Poet“ Friedman Kosher Nostra - Mobster, der für die Murder Inc. "arbeitete" .. Über die Person von Oscar F. ist wenig bekannt, außer daß er - wie ein Großteil der anderen Mitglieder der Murder, Inc. - aus einem der jüdischen Vierteln von New York stammte u. es um 1940 zu seiner Festnahme kam. Der Name „The Poet“ resultierte aus dieser Verhaftung, da er sitzend auf einerParkbank aufgegriffen wurde, während er gerade anspruchsvolle Literatur las.
Friedman wurde verdächtigt in div. Mordfälle verwickelt zu sein. Es folgte eine Anklage durch Staatsanwalt O´Dwyer, der es sich zum Ziel gemacht hatte, gegen die Murder, Inc. vorzugehen u. Ende der 1930er Jahre den Schwerpunkt seiner Ermittlungen auf den Bandenchef Louis Buchalter gesetzt hatte.
Innerhalb der kriminellen Vereinigung hatte Friedman insbes. die Funktion, Fluchtfahrzeuge u. Automobile, die in irgendeiner Form an Straftaten beteiligt waren oder dem Abtransport von Leichen dienten, verschwinden zu lassen. Dies geschah in der Weise, daß Friedman, der (vordergründig) als Autohändler arbeitete ..die Fahrzeuge einfach weiterverkaufte. Wenn dies nicht möglich war, wurden die Vehikel in ihre Einzelteile zerlegt oder verschrottet. Nach seiner Verhaftung sagte er gegenüber den Behörden aus u. trat als belastender Kronzeuge gegen die Auftragsmörder Martin Goldstein u. Harry Strauss in Erscheinung. Beide wurden zum Tode verurteilt u. im Gefängnis Sing Sing auf dem  elektrischen Stuhl hingerichtet.
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Martin „Bugsy“ Goldstein / Harry „Pittsburgh Phil“ Strauss

Beitrag von Dissident am Di Jan 02, 2018 11:21 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Goldstein_(Mafioso)  Martin „Bugsy“ Goldstein (1906-1941), Mobster der Kosher Nostra .. Der unter dem Namen Meyer Goldstein geborene Bandit war in den 1920er u. 1930er Jahren zusammen mit Seymour Magoon in die Unterwanderung der Maler-Gewerkschaft verstrickt. Als nach dem "Krieg von Castellammare" das National Crime Syndicate gebildet wurde, entstand die Murder Inc. als zentrales Tötungsorgan .. Goldstein stand dabei unter Befehl von Albert Anastasia u. Louis Buchalter. 1935 wurden Goldstein u. ein weiterer Auftragsmörder namens Harry Strauss wg. Mordes an Joseph Amberg, sowie Mordes an Morris Kessler angeklagt u. vor Gericht gestellt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, nachdem 6 Zeugen nicht mehr in der Lage waren, die beiden Angeklagten als Täter zu identifizieren. Nach der Verhaftung seines Jugendfreundes Abe Reles, eines weiteren Auftragsmörders der Murder, Inc., u. dessen Kooperation mit dem Staatsanwalt Dewey, wurde Goldstein 1940 verhaftet u. vor Gericht gestellt. Auf Grund der Aussagen von Reles u. Magoon verurteilte man Goldstein u. dessen Komplizen Harry Strauss wegen Mordes an Irving Feinstein zum Tode.

https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Strauss - Harry „Pittsburgh Phil“ Strauss (1909-1941), Auftragsmörder der Murder Inc. + Kosher Nostra .. 1930 wurde Strauss wg. div. Vergehen verhaftet: u.a. wegen Diebstahls u. Drogenhandel. Insges. wurde er 18x verhaftet, aber in keinem Fall verurteilt. Er gehörte zum Umfeld von Louis Buchalter u. folgte diesem in die Murder Inc., als diese durch Meyer Lansky u. Lucky Luciano als Exekutivorgan gebildet wurde. Strauss soll an der Ermordung von 30 Personen beteiligt gewesen sein. Er verfügte über ein breites Spektrum an Tötungstechniken. Neben Schusswaffen kamen auch Messer,  Eispickel oder eine Feueraxt zum Einsatz. Er ertränkte aber auch Opfer oder beerdigte sie bei lebendigem Leib, falls er sie nicht vorher erwürgt hatte. 1935 wurde gegen Strauss ein Haftbefehl wg. Mordes erlassen. Martin Goldstein, Louis Capone u. Strauss wurde vorgeworfen, den Doppelmord an Joseph Amberg u. Morris Kessler gemeinschaftlich geplant u. ausgeführt zu haben. Die beiden Opfer waren in einer Brooklyner Autogarage erschossen worden. Während die Anklage gegen Capone fallengelassen wurde, mussten sich Strauss u. Goldstein vor Gericht verantworten. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt, nachdem 6 Zeugen nicht mehr in der Lage waren, die beiden Angeklagten als Täter zu identifizieren. Am 12./13.9.1936 war er zusammen mit Louis Capone, Philip Cohen, Emanuel Weiss u. James Ferraco an der Ermordung von Joseph Rosen, dem Besitzer eines Süßigkeitengeschäfts beteiligt, der damit gedroht hatte, gegen Louis Buchalter auszusagen. 1937 nahmen Strauss u. Abraham Levine an der Ermordung von Walter Sage, einem Mitglied der Bande um Abe Reles u.  Harry Maione, teil, indem sie die unmittelbaren Täter Irving Cohen u. Jacob Drucker bei der Tatausführung unterstützten. Als Abe Reles gegen Buchalter als Pentito aussagte, war auch das Schicksal von Strauss besiegelt. Strauss wurde wg. des Mordes an Irving "Puggy" Feinstein u. 5 anderen Personen am 5.9.1939 verhaftet .. wurde Strauss am 12.6.1941 auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet.
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Abraham „Bo“ Weinberg / George Weinberg

Beitrag von Dissident am Mi Jan 03, 2018 3:26 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_Weinberg  Abraham „Bo“ Weinberg (1897-1935), Mobster der Kosher Nostra .. Dutch Schultz nahm Weinberg zusammen mit seinem Bruder George Weinberg während der Prohibition in seine Bande auf. Weinberg stieg dort zu einem der wichtigsten „Enforcer“ (engl.: Durchsetzer) u. Auftragsmörder auf u. bewährte sich insbes. in den sogen. „Manhattan Bootleg Wars“, die ausbrachen, als Schultz seine Aktivitäten auf Manhattan ausdehnte. Im "Krieg von Castellammare" wurde Weinberg mit dem Mord an Salvatore Maranzano in Verbindung gebracht u. er soll es gewesen sein, der das Gerücht von der angeordneten Massen-Exekutierung von Mustache Petes nach dem Ende der Auseinandersetzung verbreitete. Des Weiteren wird seine Beteiligung an den Morden an Jack "Legs" Diamond u. Vincent "Mad Dog" Coll angenommen. 1933 wurde Fiorello LaGuardia zum Bürgermeister von New York gewählt. Nachdem sein Vorgänger Jimmy Walker wg. Annahme von Schmiergeld zurückgetreten, angeklagt u. nach Europa geflohen war, bestimmte er Dewey zum Sonderankläger. Damit versuchte der neue Bürgermeister die Macht der Tammany Hall zu brechen, denn Dewey wandte sich gegen das organisierte Glücksspiel, welches bereits geschäftliche Grundlage der klassischen Banden, wie der Eastman Gang oder der Five Points Gang, gewesen war u. nun insbes. von Dutch Schultz u. seinen Schlägern organisiert wurde. Übers Radio bat Dewey um Informationen u. erhielt über 3000 Hinweise aus der Bevölkerung. Während einer Inhaftierung seines Bosses fungierte Weinberg als dessen Stellvertreter. Als Schultz wieder freigelassen wurde, hatte er den Eindruck, daß Weinberg nicht mehr loyal sei u. in geheimem Kontakt mit Lucky Luciano u. Louis Buchalter stand, um Schultz endgültig abzulösen. Hintergrund war, daß sich Luciano u.a. hochrangige Mitglieder des Org. Verbrechens gegen einen von Dutch Schultz geplanten Mordanschlag auf Dewey ausgesprochen hatten, da sie der Auffassung waren, daß eine solche Tat die Position ihrer Organisationen schwächen u. eine erhöhte Aufmerksamkeit der Ermittlungsbehörden nach sich ziehen würde. Am 9.9.1935 verschwand Bo Weinberg nach dem Besuch eines Nachtclubs u. wurde nie wieder gesehen. Gerüchte besagen, Schultz hätte die Füße von Weinberg einzementiert u. ihn dann in den East River geworfen.
.. George Weinberg (1901–1939) wurde nach dem spurlosen Verschwinden seines Bruders ein Informant der Regierung. Obwohl er in einer sicheren Unterkunft in den White Plains von New York untergebracht worden war, beging er am 29.1.1939 Selbstmord. Dazu hatte er die Waffe eines ihn beschützenden Beamten an sich gebracht.
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Pentito

Beitrag von Dissident am Mi Jan 03, 2018 3:55 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Pentito - Als Pentito wird ein Mitglied der Mafia bezeichnet, das sich nicht an das Gebot der Omertà hält.

Um als Pentito (it.: „Reuiger“ u. „Geständiger“) angesehen zu werden, reicht bereits der Verdacht aus, unzuverlässig oder ein potentieller Verräter zu sein.
Aus diesem Grund werden auch Drogensüchtige u. Mitglieder, die sich mit Ehefrauen anderer Mafiamitglieder einlassen, als potentielles Risiko eingestuft.
Dabei ist der Begriff des „Reuigen“ nicht immer wörtlich zu nehmen, da hinter den Aussagen auch häufig das Motiv steckt, sich selbst Vorteile (u. a. durch Straferleichterungen) zu verschaffen oder internen Feinden zu schaden; ..
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Jacob „Little Augie“ Orgen = Jacob Orgenstein

Beitrag von Dissident am Di Jan 09, 2018 5:04 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Jacob_Orgen  Jacob „Little Augie“ Orgen (1894-1927) war ein US- Mobster der Kosher Nostra und Kopf der „Little Augies“, einer Straßenbande, die während der Prohibition gewaltsam Arbeitskämpfe unterstützte.

Der unter dem Namen Jacob Orgenstein geborene Orgen entstammt einer jüdisch-orthodoxen Familie der Mittelschicht aus Österreich u. wurde durch den Labor Slugger War in New York City allgemein bekannt. Nach der Verhaftung u. Verurteilung von Benjamin Fein 1917 formte Orgen seine eigene Bande, deren Mitglieder auch als „Little Augies“ bekannt wurden. Orgen gelang es, potente Mitglieder wie Louis Buchalter, Jacob Shapiro u. Jack Diamond zu rekrutieren. Orgen war mit Solomon Shapiro verbündet u. beide waren im Garment District, der Bezirk in dem viele "sweatshops" der Bekleidungsindustrie angesiedelt waren, aktiv.
1923 brach ein Bandenkrieg anlässlich des Streiks der Wäschereimitarbeiter des Bezirks aus. Gegner von Orgen war Nathan Kaplan, welcher am 28.8.1923 von Louis Cohen (alias Louis Kusher) erschossen wurde. Damit wurden Orgen u. seine Bande die beherrschende Kraft im "Labor Racketeering" der Stadt.
Orgen begann sein Schlägermonopol auch für andere Zwecke zu nutzen u. stieg unter anderem in den Alkoholschmuggel ein. Mit Jack Diamond betrieb er Flüsterkneipen. Ohnehin hatte sich die Geschäftsgrundlage geändert, da die Vorfälle bei den Arbeitskämpfen von staatlicher Seite untersucht wurden. Damit begann die Unterwanderung der Gewerkschaften durch die Mobster, wie Meyer Lansky es angeordnet hatte. Orgen blieb beim alten Geschäftsmodell. Da er sich einerseits nicht an die Anweisungen hielt, u. anderseits zum Konkurrenten beim Alkoholschmuggel entwickelt hatte, wurde Orgen am 16.10.1927 wahrscheinlich durch seine ehem. Gefolgsleute Louis Buchalter u. Jacob Shapiro ermordet. Bei dem "Drive-by-shooting" wurde auch der Bodyguard von Orgen, Jack Diamond verwundet. Buchalter u. Shapiro wurden wg. dringendem Tatverdacht zunächst festgenommen, jedoch nicht verurteilt.
.. Unter Buchalter wurden nun die Anweisungen von Meyer Lansky umgesetzt, die Gewerkschaften infiltriert u. der ursprüngliche Schlägerdienst zu einer Tötungsmaschine erweitert, die als Murder Inc. für das National Crime Syndicate in den 1930er Mordaufträge erledigte ..
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Re: Jewish Mafia

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