Slowakei

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Slowakei

Beitrag von Dissident am Fr Aug 12, 2016 8:59 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Slowakei Die Slowakei ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa, der an Österreich, Tschechien, Polen, die Ukraine u. Ungarn grenzt. Die Hauptstadt u. gleichzeitig größte Stadt des Landes ist Bratislava.
Das Gebiet der heutigen Slowakei wurde am Wendepunkt des 5. u. 6. Jahrhunderts von den Slawen besiedelt. Deren erstes politisches Gebilde war das Reich des Samo (7. Jahrhundert), später befand sich in der Slowakei eines der Zentren des frühmittelalterlichen Mährerreiches. Im 11. Jahrhundert wurde die Slowakei ins Königreich Ungarn eingegliedert, das ab 1526 Teil der Habsburgermonarchie u. ab 1867 Teil Österreich-Ungarns war. Nach der Auflösung der Doppelmonarchie 1918 wurde die Slowakei Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei, außer während der Zeit von 1939 bis 1945, als der Slowakische Staat existierte. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde der tschechoslowakische Staat wiederhergestellt. Am 1.1.1993 entstand nach friedlicher Aufteilung dieses Staatsgebildes die unabhängige Slowakische Republik als Nationalstaat der Slowaken.

Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der EU u. der NATO. 2007 wurden gemäß Schengen-Abkommen die Grenzkontrollen zu EU-Staaten aufgehoben, 2009 trat d. Slowakei der Eurozone bei. Das Land ist eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik. Mit Polen, Tschechien u. Ungarn bildet die Slowakei die Visegrád-Gruppe.

Bevölkerung Im Land leben etwa 5,43 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsentwicklung hatte seit der Unabhängigkeit einen eher stagnierenden Verlauf. Mit einem Durchschnittsalter von 35,5 Jahren gehört die Slowakei zu den Staaten Europas mit einer eher jungen Bevölkerung.

Ethnien
Bei den Volkszählungen in der Slowakei wird nach der Selbsteinordnung in Nationalitäten (slowak. národnosť, im Sinne der ethnischen Volkszugehörigkeit) gefragt, wobei diese alle Personen mit dauerhaftem Wohnsitz auf slowakischem Staatsgebiet umfassen. Die ethnische Struktur dürfte von den Ergebnissen abweichen, so zum Beispiel ist der Anteil der Roma wesentlich höher geschätzt als in offiziellen Statistiken. Der sogenannte „Atlas der Roma-Gemeinden“, Jahrgang 2013 gibt eine Schätzung von 402.840 Roma (etwa 7,5 %) an, von Amnesty International ist die Zahl sogar auf 500.000 bis 900.000 geschätzt, was 9-17 % der Bevölkerung entspräche. Gerade bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 kam es zu gröberen Ungenauigkeiten

Minderheitensprachen Als Ortschaft mit Minderheit werden nach dem Gesetz jene Ortschaften bezeichnet, wenn eine nicht slowakische Bevölkerungsgruppe bei mindestens 20 % der Gesamtbevölkerung bei 2 oder mehr Volkszählungen erreichte. In diesen Orten wird die Minderheitensprache als Zweite im Amtsverkehr verwendet. Auch Aufschriften auf öffentlichen Gebäuden erfolgen zweisprachig. So ist zum Beispiel in der Gemeinde Krahule, einer Gemeinde in der Mittelslowakei, als einziger Gemeinde in der Slowakei Deutsch die 2. Amtssprache. 2011 wurde gegen den Willen der Oppositionsparteien ein Gesetz verabschiedet, nach dem der Prozentsatz auf 15 % reduziert wird. Es handelt sich dabei neben Deutsch um die Sprachen Ungarisch, Tschechisch, Bulgarisch, Kroatisch, Polnisch, Romani, Ruthenisch u. Ukrainisch.

Religionen Die Slowakei ist ein Land mit einer langen christlichen Tradition. Um das Jahr 828 ließ in der Stadt Nitra der dort residierende slawische Fürst Pribina die erste bekannte christliche Kirche auf dem Gebiet der heutigen Slowakei einweihen, 880 erfolgte die Gründung des Bistums Nitra. Im Jahr 863 kamen die byzantinischen Gelehrten und Priester Kyrill und Method ins Mährerreich und bauten dort eine eigenständige Kirchenorganisation mit altslawischer Liturgie auf. Method war von 870 bis 885 der Erzbischof von Mähren und Pannonien.
Die christlichen Kirchen spielten in der Geschichte der Slowaken eine herausragende Rolle, die slowakische Nationalbewegung des 18. u. 19. Jahrhunderts war eng mit der Katholischen u. der Evangelischen Kirche verbunden. Deren Priester bildeten bis ins 20. Jahrhundert hinein den Großteil der slowakischen Intelligenz. So wurde die erste slowakische Schriftsprache 1787 vom katholischen Priester Anton Bernolák veröffentlicht. 1843-1846 kodifizierte der evang. Gelehrte Ľudovít Štúr in Zusammenarbeit mit den evang. Priestern Jozef Miloslav Hurban u. Michal Miloslav Hodža die heutige moderne slowakische Standardsprache. Das Trio führte auch bewaffnete slowakische Freiwilligenverbände gegen Ungarn 1848 u. 1849. Nachdem die Slowakei 1918 Teil der Tschechoslowakei wurde, waren die Parteichefs der beiden einzigen rein slowakischen Parteien der katholischen Priester Andrej Hlinka u. der evang. Priester Martin Rázus.

Der Staatspräsident des ersten slowakischen Staates 1939-1945, Jozef Tiso, war ebenfalls ein kath. Pfarrer. Während der Diktatur der Kommunisten (1948–1989) war die kath. Kirche in der Slowakei die wichtigste oppositionelle Kraft.

Zentrum der evang. Christen in der Slowakei sind die westlichen Grenzgebiete zu Tschechien u. vor allem die Mittelslowakei. Im Nordosten des Landes gibt es noch mehrheitlich griechisch-kath. Gläubige, hauptsächlich Volksangehörige der ruthenischen Minderheit. Daneben existieren noch mehrere kleine protestantische Glaubensgemeinschaften (Methodisten, Baptisten, Brüdergemeinde u. Pfingstler). Außerdem gibt es Zeugen Jehovas,Siebenten-Tags-Adventisten u.a. 1938 gab es noch etwa 120.000 Juden in der Slowakei, .. ist ihre Zahl jedoch auf rund 2.000 Personen gesunken.
Die offizielle Zahl der Muslime in der Slowakei ist nicht bekannt, da der Islam keine eigenständige Kategorie bei der Volkszählung 2011 war. Die Anzahl der Gläubigen wird von der ansässigen Stiftung auf 5000 geschätzt. Bratislava ist die einzige Hauptstadt innerhalb der EU, in der es keine Moschee gibt.

1918-1938 Teil der Tschechoslowakei
Nach dem 1. Weltkrieg gründeten Slowaken u. Tschechen 1918 ihren gemeinsamen Staat Tschechoslowakei --- Mit dem Vertrag von Trianon wurde die Slowakei nach 1000 Jahren endgültig von Ungarn abgetrennt --- nahmen wegen der Staatsdoktrin des Tschechoslowakismus u. dem Zentralismus der Regierung in Prag Spannungen zwischen Slowaken u. Tschechen zu. Dabei entwickelten sich die nationalistisch-klerikalen Ludaken unter Führung des kath. Priesters Andrej Hlinka zum wichtigsten Sprachrohr der slowakischen Autonomieforderungen innerhalb des tschechoslowakischen Staates.

1938-1945 erster slowakischer Nationalstaat
1938 verlor die Tschechoslowakei .. in Folge des Münchner Abkommens u. des 1. Wiener Schiedsspruchs große Teile ihres Staatsgebietes. März 1939 wurde auch der Rest des mittlerweile in Tschecho-Slowakei umbenannten Staates zerschlagen, als slowakische Politiker nach deutschen Drohungen einer ungarischen Besetzung der Slowakei einen unabhängigen Slowakischen Staat ausriefen. Dieser erste slowakische Nationalstaat war eine Einparteiendiktatur der Ludaken unter Staatspräsident Jozef Tiso u. Premierminister Vojtech Tuka --- Die Slowakei beteiligte sich ab 1941 am Krieg gegen die Sowjetunion. Der im August 1944 gegen den Einmarsch der Wehrmacht u. die slowakische Kollaborationsregierung gerichtete Aufstand von Teilen der slowakischen Armee wurde nach 2 Monaten niedergeschlagen. Die Slowakei wurde im April 1945 von der Roten Armee besetzt u. nach dem 2. Weltkrieg Teil der neugegründeten Tschechoslowakei.

1945-1992 1948 übernahm die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) die Macht im Staat. Es folgte zunächst eine stalinistische Diktatur unter den Parteichefs Klement Gottwald u. Antonín Novotný. In den 1960er Jahren kam es im slowakischen Landesteil zu einer Liberalisierung, nachdem Alexander Dubček 1963 Erster Sekretär der slowakischen Kommunisten wurde. Als Dubček zu Beginn des Jahres 1968 auch zum Parteichef der gesamten KSČ aufstieg, kam es zum sogenannten Prager Frühling, der jedoch durch den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes (mit Ausnahme der Albaniens, der DDR u. Rumäniens) niedergeschlagen wurde. Unter Dubčeks Nachfolger Gustáv Husák folgte nun die sogenannte Normalisierung, bei der eine prosowjetische Neuausrichtung des Landes erfolgte. Als einzigen Punkt von Dubčeks Reformprogramm setzte Husák die Föderalisierung des Staates um, sodass nun eine Slowakische Sozialistische Republik u. eine Tschechische Sozialistische Republik die Tschechoslowakei bildeten.
Nov. 1989 erfolgte mit der Samtenen Revolution der unblutige Sturz des kommunistischen Regimes, neuer tschechoslowakischer Staatspräsident wurde der Dissident Václav Havel, der ehemalige Reformkommunist Alexander Dubček wurde zum Parlamentspräsidenten gewählt. Nach der demokratischen Wende kam es sehr bald wieder zu ersten Spannungen zwischen Slowaken u. Tschechen. Der erste Konflikt wurde der als Gedankenstrich-Krieg bekannte Streit um den neuen Staatsnamen. Nach den ersten freien Wahlen im Juni 1990 verdeutlichten sich auch die unterschiedlichen Interessen in wirtschaftlichen, nationalen u. außenpolitischen Fragen. Zum endgültigen Bruch kam es nach den Wahlen 1992. Der slowakische Ministerpräsident Vladimír Mečiar u. der tschechische Ministerpräsident Václav Klaus konnten sich nicht auf eine gemeinsame Bundesregierung verständigen u. einigten sich auf eine einvernehmliche Auflösung der Tschechoslowakei u. deren Aufteilung in 2 unabhängige Staaten, die in der Silvesternacht zum 1.1.1993 friedlich erfolgte.

Gegenwart (seit 1993)
Nach der Unabhängigkeit dominierte bis 1998 Ministerpräsident Vladimír Mečiar die slowakische Politik, der insbesondere nach seinem Wahlsieg bei der Nationalratswahl 1994 zunehmend autoritär regierte. Wirtschaftspolitisch verweigerte Mečiar die totale Öffnung der heimischen Wirtschaft, wie sie vom Westen gefordert wurde, u. begünstigte bei Privatisierungen keine ausländischen Unternehmen, sondern vorrangig slowakische, meist seiner Partei nahestehende Firmen. Außenpolitisch versuchte Mečiar die Slowakei in EU u. NATO zu führen, gleichzeitig lag ihm aber daran, bei der außenpolitischen Orientierung eine Balance zwischen Russland u. dem Westen zu erhalten. Da sie aber mit ihrer Innen- u. Wirtschaftspolitik immer wieder gegen westliche Vorgaben verstieß, näherte sich die Slowakei immer mehr Russland an u. geriet in Isolation zum Westen.
Die nach der Nationalratswahl 1998 an die Macht gekommene Regierung unter Mikuláš Dzurinda leitete eine umfangreiche Öffnung der slowakischen Wirtschaft für ausländische Investoren ein u. begann mit großangelegten Sparmaßnahmen im öffentlichen Sektor. Die Außenpolitik wurde nun ausschließlich auf die USA u. die EU ausgerichtet, der Beitritt zur NATO u. EU erfolgte jedoch erst 2004, nachdem sich Dzurinda bei der Wahl 2002 erneut durchsetzen konnte. In seiner 2. Amtszeit realisierte Dzurinda in der Slowakei eine stark neoliberale Politik, im Rahmen der die Slowakei als erstes Land überhaupt eine Flat Tax von 19 % einführte. Die Regierung Dzurinda wurde im westlichen Ausland als Reformregierung gelobt, traf jedoch wegen ihrer sozialen Einschnitte auf eine wachsende Unzufriedenheit innerhalb der slowakischen Bevölkerung.
Bei der Nationalratswahl 2006 siegte die linkspopulistische Smer-SD von Robert Fico, die sich nach einem Koalitionsabkommen mit den Nationalisten u. der Mečiar-Partei zunächst starker Kritik aus dem Westen gegenübersah. Unter der Regierung Fico trat die Slowakei 2007 dem Schengener Abkommen bei, die Einführung des Euro erfolgte am 1.1.2009. In der Außenpolitik orientierte man sich wieder mehr an Russland, betonte aber weiterhin die Zugehörigkeit zu EU u. NATO. Die neoliberale Wirtschaftspolitik der Ära Dzurinda wurde von der Regierung Fico beendet u. Arbeiterrechte ausgebaut, die Flat Tax aber vorerst beibehalten. 2010-2011 kam es erneut zu einer kurzfristigen wirtschaftsliberalen Regierung unter Ministerpräsidentin Iveta Radičová, die an die neoliberale Politik der Regierungen Dzurinda anknüpfen wollte. Die Regierungskoalition zerbrach aber 2011 vorzeitig wegen der Uneinigkeit der Regierungsparteien am EU-Rettungsschirm.

Bei der Nationalratswahl 2012 gewann die Smer-SD von Robert Fico die absolute Mehrheit der Stimmen u. konnte damit die erste Alleinregierung in der Slowakei seit 1989 bilden. Die während der 1. Regierung Fico noch beibehaltene Flat Tax, wurde nun im Rahmen einer Sanierung des Staatsbudgets 2013 abgeschafft u. Unternehmensabgaben sowie Steuern für Spitzenverdiener erhöht. Das Budgetdefizit wurde 2013-2014 von 4,3 % auf 3 % reduziert, womit die Slowakei wieder die Maastricht-Kriterien erfüllte. In der Außenpolitik unterstützte die 2. Fico-Regierung die gemeinsame EU-Position gegenüber Russland während der Krimkrise u. dem Krieg in der Ukraine seit 2014, übte aber gleichzeitig scharfe Kritik an den seitens der EU gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen. Während der Flüchtlingskrise in Europa 2015 erklärte die slowakische Regierung ähnlich wie die Regierungen anderer ehemaliger Ostblockstaaten, dass sie christliche Flüchtlinge bevorzuge u. eine EU-Quotenregelung zur Umverteilung der Flüchtlinge aus Griechenland u. Italien sowie einen dauerhaften verpflichtenden Verteilungsschlüssel auf alle EU-Staaten strikt ablehne.
Nach der Nationalratswahl 2016 verlor Ficos Smer-SD ihre bisherige absolute Mehrheit deutlich u. bildete eine breite Links-Rechts-Koalition.

Außenpolitik Die Slowakei ist seit 2004 Teil der EU u. der NATO. Die außenpolitische Ausrichtung des Landes unterliegt jedoch seit ihrer Unabhängigkeit starken Schwankungen. Dabei stehen sich das Konzept einer auf Balance zwischen Russland u. dem Westen setzenden Außenpolitik sowie das Konzept einer betont prowestlichen Außenpolitik gegenüber. Ersteres wurde während der 1990er Jahre von Ministerpräsident Mečiar vertreten u. wird seit 2006 wieder vom aktuellen Regierungschef Fico propagiert. Die betont prowestliche Außenpolitik wurde von den Regierungen Dzurinda (1998–2006) u. der Regierung Radičová (2010–2012) betrieben, welche auch die militärischen Einsätze der NATO im Kosovokrieg, Afghanistankrieg, Irakkrieg u. in Libyen unterstützten. Die Regierung Fico hingegen stellte sich während des Georgienkriegs 2008 demonstrativ auf die Seite Russlands u. lehnt auch den von den USA propagierten Raketenschild in Mitteleuropa wie auch die Unabhängigkeit Kosovos ab. 2014 erklärte Ministerpräsident Fico vor dem Hintergrund der Krimkrise, dass die Slowakei die „sinnlosen“ Sanktionen gegenüber Russland ablehne, da diese der Slowakei „erheblichen Schaden“ zufügen würden.

Im Bezug auf ihre Nachbarstaaten unterhält die Slowakei das beste Verhältnis zum ehemaligen „Bruderstaat“ Tschechien. Neben den engen wirtschaftlichen Beziehungen ist auch die gegenseitige Sympathie der beiden Nationen, die Anfang der 1990er noch unter nationalen Streitigkeiten zu leiden hatte, seit deren Unabhängigkeit 1993 kontinuierlich gestiegen --- Am schwierigsten gestalten sich die Beziehungen zum südlichen Nachbarland Ungarn. Diese sind historisch schwer belastet durch die tausendjährige Zugehörigkeit der Slowaken zum Königreich Ungarn, dessen Regierung im 19. Jahrhundert durch eine repressive Magyarisierungspolitik die nichtmagyarischen Völker Ungarns zu zwangsassimilieren versuchte, sowie die Besetzung der Süd- u. Ostslowakei durch ungarische Truppen vor dem 2. Weltkrieg (siehe dazu 1. Wiener Schiedsspruch u. Slowakisch-Ungarischer Krieg). Die ungarische Armee war im Rahmen des Warschauer Paktes auch an der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 beteiligt. Seit der Unabhängigkeit der Slowakei 1993 ist das Verhältnis der beiden Staaten von chronischen Streitigkeiten um die in der Slowakei lebende ungarische Minderheit, das Wasserkraftwerk Gabčíkovo u. die Beneš-Dekrete geprägt, von denen die in der damaligen Tschechoslowakei lebenden Ungarn ebenfalls betroffen waren. Seit dem Antritt der 2. Regierung Fico sprechen Beobachter jedoch von einer klaren Verbesserung der Beziehungen zwischen der slowakischen Regierung u. der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán, da man sich nun beiderseitig in der Minderheitenfrage zurückhalte.

Die bilateralen Beziehungen zu Österreich sind im Gegensatz dazu historisch nicht belastet. Einziger Streitpunkt in den ansonsten guten Verhältnissen stellt das slowakische Kernkraftwerk Bohunice u. die auf Kernenergie setzende Energiepolitik der Slowakei dar. Die Slowakei besteht in ihrer Energiepolitik am Festhalten an der Atomkraft, wobei Österreich auf entsprechende Sicherheitsstandards besteht.

Das Verhältnis zu den Nachbarn Polen ist als gut u. frei von Konflikten zu bezeichnen. Zu ihrem östlichen u. größten Nachbarn Ukraine hat die Slowakei grundsätzlich gute Beziehungen, allerdings kam es in Folge der Gaskrise 2009 u. der Krise in der Ukraine 2014 zu Differenzen zwischen der ukrainischen Regierung u. der Regierung in Bratislava, welche um die Versorgungslage der Slowakei mit Gas besorgt ist.

Mit dem Einsetzen der Flüchtlingskrise in Europa ab 2015 gehörte die Slowakei zu den Ländern, die sich einer Verteilungsquote in der EU für ankommende Flüchtlinge strikt widersetzten. Die slowakische Regierung unter Fico klagte im Dez. 2015 gegen eine solche Quote. Mit Ungarn, Tschechien u. Polen ist die Slowakei Teil der Visegrad-Gruppe, welche im Hinblick auf Flüchtlinge vor allem auf Abschottung setzt. Die Slowakei betont besonders, dass man keine muslimischen Kriegsflüchtlinge aufnehmen werde. Das Innenministerium in Bratislava erklärte Anfang 2016, diese würden sich diese in der Slowakei nicht heimisch fühlen. In der Slowakei würden nur Christen akzeptiert. Im Jahr 2015 beantragten lediglich 169 Menschen in der Slowakei politisches Asyl; davon wurde 8 Personen Asyl gewährt. Die regierdenden Sozialdemokraten sowie fast alle anderen slowakischen Parteien lehnen die Aufnahme von Flüchtlingen ab.
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Botschafter Hanns Ludin bis 1945

Beitrag von Dissident am Di Nov 08, 2016 2:09 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Ludin  Hanns Ludin (1905-1947) .. war in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1941 Repräsentant des Deutschen Reichs im Slowakischen Staat ---
1932 bis Kriegsende nahm Ludin ein Mandat als Reichstagsabgeordneter wahr --- 1941 bis April 1945 wirkte er als Repräsentant Deutschlands mit dem Titel „Gesandter I. Klasse und Bevollmächtigter Minister des Großdeutschen Reiches“ in der nur formell unabhängigen Slowakei --- floh April 1945 mit seiner Familie aus Bratislava in Richtung Westen. Bei Kriegsende wurde er von US-Truppen im österr. Stift Kremsmünster festgenommen u. kam ins US-Kriegsgefangenenlager in Natternberg --- 1946 wurde Ludin von den USA .. an die Tschechoslowakei ausgeliefert --- in Bratislava gehängt ---

http://web.archive.org/web/20071113130739/http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=6365&threadid=297008 --- Quelle: National-Zeitung ---
Hanns Ludin starb am 9.12.1947 am Galgen. Nicht im Bruchteil einer Sekunde, wie es sogar Massenmördern gewährt wird. Nein, er musste qualvolle 20 Minuten lang am Strick hängen, bis er erstickte.
In Pressburg, dem heutigen Bratislava, von einem tschechoslowakisch-sowjetischen Militärgericht verurteilt. Mit 4 gegen 2 Stimmen --- Es gibt keinen Zeitzeugen aus seiner Umge­bung, der nicht von seinem starken Charakter, seiner menschenfreundli­chen Gesinnung u. seiner einneh­menden Persönlichkeit berichtet --- Einer sei­ner engen Freunde, die sich vehement für ihn einsetzten, war Richard Scherin­ger, der Vorsitzende der Kommunisti­schen Partei Bayerns. Die beiden wa­ren wie Brüder u. Scheringer kannte Ludins Einstellungen gegenüber Zigeunern u. Juden, die von seiner Er­ziehung geprägt war. Ludin stammte aus einer Familie, in der Humanismus, Libe­ralität u. Bildung Tradition waren. Auch der jüdisch-deutsche Schriftsteller u. Pädagoge Kurt Hahn kämpfte für Ludin ---
Doch das Militärtribunal lehnte jedes Gnadengesuch ab. Es wollte ein Exempel statuieren. Der Journalist Wolf­gang Venohr hat eine umfangreiche Reportage über die Slowakei produziert u. ist zu der Auffassung gekommen, dass den Slowaken, insbesondere den kommunistischen, der Fall Ludin sehr peinlich sei: „Man gibt zu, dass nach dem Krieg große Fehler gemacht wor­den seien u. dass man mit Ludin den Falschen gehenkt habe."
Als Botschafter des Reiches lagen Ludin die Belange der Slowaken am Herzen. Die Loslösung von der Tschechei, vom Deutschen Reich unter­stützt, war im Sinne der meisten Slowa­ken. Sie empfanden sie als eine Befrei­ung von der tschechischen Unterdrü­ckung. „Er (Ludin) war zu gut für die Po­litik", lautete nach Kriegsende das Urteil des ehem. slowakischen Innenmi­nisters Malo.

Aus Berlin landeten ab Ende 1941 Deportations-Bescheide für slowakische Juden auf seinem Schreibtisch. Im da­maligen Amtsdeutsch hieß das „Aus­siedlung". Ludins Funktion war es, diese Anordnungen an die slowakische Re­gierung weiterzuleiten. Es gibt keinen Beweis für seine per­sönliche Schuld. In seiner Familie wird bis heute heftigst diskutiert. Sein jüngs­ter Sohn Malte produzierte einen Film: „2 oder 3 Dinge, die ich von ihm weiß." Darin versucht er fast missionarisch, den Vater als Nazi-Verbrecher zu outen. Im Interview bedrängt er seine älteste Schwester Erika, es doch endlich zuzu­geben. "Sag es!" Erika weigert sich. „Maltechen, es gibt keine Beweise. Un­ser Vater war ein guter Mensch."
Alles, was Malte Ludin an „Beweise" vorlegen kann, ist eine Anfrage vom slowakischen Ministerpräsidenten an die Botschaft des Deutschen Reiches in Pressburg. Er wollte eine Lager-Besichtigung vornehmen, da ihm Gerüchte zu Ohren gekommen seien, Juden würden ermordet. Diese Besichtigung wurde ihm schriftlich gewährt, unterschrieben von Hanns Ludin. Mehr gibt es nicht, was ihn, auch nur indirekt, belasten könnte. Nur die Vermutung, dass eine hochrangige Person wie ein Gesandter es „gewusst haben muss". Darauf fußt die gesamte Anschuldigung gegen Hanns Ludin ---
Es lag nicht in sei­ner Macht, die Deportation zu verhin­dern. Hätte er es versucht, wäre er wohl noch am selben Tag seines Postens enthoben worden u. hätte sich - mindestens - im Gefängnis wiedergefun­den.

Der Schriftsteller Ernst von Salomon hat Hanns Ludin im Gefangenenlager Natternberg bei Plattling kennen ge­lernt. Aus seiner Sicht war Ludin „weit­aus der beliebteste u. auch beste Mann im Lager". Er bewies Haltung u. innere Stärke.
Als die US-Lager-Soldaten ihre Gefangenen in einer Schläger-Gasse misshandelten, rannten alle Insassen so schnell wie möglich hindurch. Nur einer schritt langsam mit Würde: Hanns Ludin. Ein US-Soldat schlug auf ihn ein, wobei ihm der Knüppel aus der Hand fiel. Lu­din hob den Knüppel auf u. gab ihn dem Soldaten zurück. Er war auch nicht gefangen genommen worden, sondern hatte sich freiwillig den Amerikanern ge­stellt.
Ludins Schuld war offenbar, dass er möglicherweise seine Augen verschlos­sen hatte, nicht energisch versucht hat­te, sich genauen Aufschluss über die Vorgänge zu verschaffen, u. sich nicht gegen den übermächtigen Apparat gestellt hatte. Von Hanns Ludin ist nichts bekannt, was auf eine persönliche antisemitische Einstellung schließen ließe. Ganz im Gegenteil. Er schützte Juden in seinem Freundeskreis. Er war ein Menschen­freund u. versuchte, seine Kinder in der Zeit, die ihm blieb, zu anständigen Menschen zu erziehen. „Rede nicht schlecht über andere, das gehört sich nicht", schrieb er noch seiner ältesten Tochter Erika aus der Todeszelle, als sie ihm über eine strenge Lehrerin klag­te.

Ludin war im Oktober 1946 aus der amerikanischen in tschechische Gefan­genschaft überstellt worden. Er sagte im Verhör US-Offizieren: „Ich war des Reiches Gesandter in der Slowakei. Sie haben mir vertraut. Ich übernehme die Verantwortung."
Ernst von Salomon war entsetzt über das Verhalten seines Freundes, der mit dieser Verantwortungsüber­nahme auch den slowakischen Staats­präsidenten Tiso, den Ministerpräsiden­ten Tuka u. den Innenminister Mach schützen wollte. Salomon wollte nicht, dass Ludin „von den Tschechen ge­hängt wird wie ein gemeiner Verbre­cher.
Diplomaten genießen doch in aller Welt Schutz! Mit diesem Verhalten bist Du der Dumme!" Salomon versuchte, diesen edlen Menschen zu regen. Be­reitete dessen Flucht vor. Ludin sollte sich bei Salomons Entlassung aus dem Lager an seiner Stelle melden. Lu­din tat es nicht und sagte ihm stattdes­sen:
„Was sie auch gegen mich vorbrin­gen mögen, es ist nichts, wo ich wirklich Verantwortung getragen habe. Wenn ich sterben muss, so ist es nicht um meiner Schuld willen, sondern weil ich für das Reich stehe. Ich bin froh darum. Vergiss es nicht!"

Sein jüngster Sohn Malte sieht ihn als Naziverbrecher, der den Tod verdiente. Ähnlich seine Enkelin Alexandra, die jetzt ein Buch mit dem Titel „Schweigen tut weh" vorgelegt hat. Das Titelbild ihres Buches zeigt ihre Mutter Erika, wie Adolf Hitler sich zu ihr herunterbeugt und ihr die Wange streichelt. Ihr Vater hält seine Hand auf ihren Rücken.
Erika gerät nach dem Tod ihres Vaters in eine schwere Krise, die sie in ihrem ganzen Leben nicht mehr ganz abschütteln kann. Ihre Tochter Alexandra sieht darin das psychische Zerbrechen an der Schuld, die der Großvater auf sich geladen hat. Und dass Erika diese Schuld nie ausgesprochen u. anerkannt hat. Erika stand zu ihrem Vater, der ihr bis zu seinem Tod Werte wie Höflichkeit Herzensgüte, Wahrheitsliebe, Gerech­tigkeit, Geduld u. Ausdauer vermittelt hat, u. war von dessen Anständig­keit überzeugt.
Er hatte sie gemahnt ih­ren Charakter zu festigen: „Für Dich und Dein Leben, für das, was Du aus Dir und Deinem Leben machst, bist Du ganz allein verantwortlich. Wenn es schief geht, hast Du kein Recht, Dich über irgendjemanden oder irgendetwas zu beklagen."
Erika verlor nicht nur ihren Vater, sondern auch ihre wichtiqe Orientierungsfigur. Jedes Mal, wenn sie über ihn sprach, musste sie weinen. Die Tragik ging bei ihr weiter: Ihr Trauzeuge Detlev Rohwedder fiel später als Präsi­dent der Treuhandanstalt einem Atten­tat der RAF zum Opfer.

Hanns Ludins Frau Erla blieb ihm bis zu ihrem 91. Lebensjahr treu u. ließ kein schlechtes Wort auf ihn kommen. Für seine älteste Tochter Erika u. ihre anderen Geschwister, bis auf den jüngsten Bruder Malte, war Hanns Ludin kein Verbrecher, sondern ein Opfer seiner Zeit. „In dubio pro reo" galt für sie, wie eigentlich in jeder liberalen Rechtsprechung.
Für Hanns Elard Ludin galt dies nicht. Er war der Siegerjustiz ausge­setzt, die aus sowjetisch-tschechischer Sichtweise argumentierte. Die Loslö­sung der Slowakei wurde als völker­rechtswidrig hingestellt, obwohl die Sowjetunion selbst dort eine Botschaft unterhalten hatte u. diplomatisch an­erkannt war.
Dann kam der Krieg und danach sah alles anders aus. Viele Slo­waken mussten auch nicht zum Feld­zug gegen die Sowjetunion überredet werden, sie zogen aus Überzeugung in den Kampf gegen den Bolschewismus mit. In der Siegerjustiz hieß es dann, die Deutschen hätten die Slowaken „zum Bruderkrieg gezwungen."

Ludin ging aufrecht in den Tod. Seine letzten Worte waren, nach einem Ge­denken an seine Familie, „Es lebe Deutschland!".

Michael Stürzenberger [ Editiert von Administrator Schwabe am 11.07.07 10:59 - und Dissident ]
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Kommunistischer Partisanen-Aufstand 1944

Beitrag von Dissident am Sa Nov 12, 2016 9:31 am

http://web.archive.org/web/20071030104624/http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=6365&threadid=296515 --- Als Folge des Münchner Abkommens erhielt die Slowakei Okt. 1938 die Autonomie, Dr. Jozef Tiso wurde Ministerpräsident. Das Deutsche Reich erklärte sich zur Schutzmacht für die Slowakei ---

In der Slowakei wurde eine westliche "Schutzzone" eingerichtet, in der deutsche Soldaten stationiert wurden. Ab Sommer 1939 wirkte in Preßburg eine deutsche Militärmission, die dem Staat beim Aufbau einer eigenen Armee zur Seite stand. Dies erwies sich zunächst als schwierig, da ja die meisten Offiziere Tschechen waren, die mit den tschechischen Lehrern, Beamten u. den meisten anderen Tschechen ausgewiesen wurden oder bereits das Land verlassen hatten. Doch die Aufbauarbeit verlief recht erfolgreich. Am Polenfeldzug nahmen bereits 3 slowakische Divisionen mit zusammen 50000 Soldaten teil.
2 Jahre später nahmen slowakische Soldaten an der Seite der Wehrmacht am Angriff auf Sowjetrußland u. am Rußlandfeldzug selbst bis 1943 teil.

Die Sturmtruppen der Hlinka-Garde u. der Freiwilligen Schutzstaffel, einer para-militärischen Organisation deutscher Volksangehöriger unter Karmasin, initiiert u. durchgezogen. Beide Einheiten wurden 1941 nach SS-Vorbild umgeschult ---

Im Frühjahr 1944 kontrollierten slowakische Partisanenbanden (später sickerten bolschewistische Banden aus Sowjetrußland ein) bereits beträchtliche Gebiete der Ost- u. Mittelslowakei. Von allen Beteiligten wurde die Unterstützung durch die herannahende Rote Armee erhofft. Am Slowakischen Aufstand beteiligten sich Teile der slowakischen Armee, Tschechen über die tschechoslowakische Exilregierung in London, ebenso eine tschecho-slowakische Fallschirm-Jägerbrigade, die von den Sowjets ausgebildet worden war. Fallschirmspringer aus Israel wurden abgesetzt; sogar eine Gruppe geflohener französischer Kriegsgefangener kämpfte in der Strecno-Schlucht mit. Es gab auch jüdische Beteiligung aus den Arbeitslagern sowie aus dem Untergrund.

Der Aufstand ging von der slowakischen Armee aus, die aus etwa 60.000 Mann bestand u. von etwa 18.000 Partisanen (beliefert mit 10.000 Sowjetgewehren) unterstützt wurde. Die entscheidende Offensive gegen die Aufständischen begann am 17.10. von Ungarn aus --- Bei der Verfolgung der Aufständischen kamen neben dem deutschen Militär auch die SS-Truppe Heimatschutz, welche sich aus bewaffneten Einheiten slowakischer Deutscher rekrutierte u. die Hlinka-Gardisten zum Einsatz. Dörfer wie Nemecká, Kalište u. Telgárt wurden wegen Beteiligung u. Unterstützung des Aufstandes niedergebrannt, die Männer in KZ gebracht oder gleich auf der Stelle erschossen ---

Der Aufstand mit seinen etwa 20.000 Toten wurde später von der kommunistischen Geschichtsschreibung ausgeschmückt u. glorifiziert, wird heute jedoch einer ausgewogeneren Betrachtung unterzogen. Unter anderem werden auch Morde u. Grausamkeiten an der karpatendeutschen Bevölkerung, z.B. in Glaserhau, Neusohl, Schemnitz, Hochwies, Rosenberg, Deutschproben u. Krickerhau berücksichtigt.

Tiso floh am 5.4.1945 aus Preßburg, wurde von den Amerikanern in einem bayrischen Kloster aufgespürt, an die Tschechoslowakei ausgeliefert u. in Preßburg 1947 hingerichtet.
Rund um die politische Wende Ende 1989 in der Tschechoslowakei u. im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen der Slowakei trat bei einem Teil der Bevölkerung eine latent bestehende Tiso-Nostalgie offen zutage. 1991 wurden in Preßburg ein Buch u. ein Film vorgestellt, in welchen sowohl der Ankläger als auch der Verteidiger des Tiso-Prozesses zu Wort kommen. Die Dokumentation erregte größtes Aufsehen in der Slowakei, es kam zu Demonstrationen .seinandersetzungen mit Tiso-Anhängern, die den slowakischen Staat unter Tiso verherrlichen oder zumindest verharmlosen. Die beiden betagten Juristen stellten sich der Presse, mit ihren Argumenten für u. wider Tiso. Staatsanwalt Dr. Zabkaj faßte dabei wörtlich zusammen:
"Es heißt, alles was Tiso getan hat, hat er unter Druck der Deutschen getan. Aber nach dem Tode Hitlers, als der neue Staatschef Admiral Dönitz kurz an die Macht kam, war Tiso der erste u. höchstwahrscheinlich der einzige, der diesem ein Gratulationstelegramm mit dem Ausdruck der Treue geschickt hat. Diese Tatsache wurde beim Prozeß besonders negativ aufgenommen; Tiso hatte dieses Telegramm noch nach seiner Flucht aus Preßburg, von Österreich aus abgeschickt: er hatte gehofft, daß es noch zu einem Konflikt zwischen Ost u. West kommen wird "

Der slowakische Aufstand
Nur wenige Wochen nach der Einführung der obligatorischen Dienstpflicht der Slowakeideutschen in der Waffen-SS wurde die Volksgruppe von einem Ereignis betroffen, das ihre Heimat unmittelbar in das Kriegsgeschehen einbezog. Es kam zum slowakischen Aufstand. Seine Ursachen lassen sich im Grunde bis auf die Zeit der Entstehung der autonomen u. darauf der selbständigen Slowakei zurückführen.
Wie oben geschildert, hatte die Hlinka-Partei bei der Ausrufung der Autonomie zunächst die Unterstützung u. Mitarbeit der bedeutendsten slowakischen Parteien gefunden. Doch bereits einige Wochen danach fühlten sich diese durch den Totalitätsanspruch der Volkspartei brüskiert u. übergangen, u. die zuletzt durch die außenpolitische Situation bedingte Initiative der Hlinka-Anhänger bei der Gründung der selbständigen Slowakischen Republik führte sie schließlich in die Opposition. Sie verstärkten das Lager der innerpolitischen Gegner der jungen Republik, ohne aber zunächst eine Aktivität entwickeln zu können, die ohnehin wegen der für Deutschland u. seine Verbündeten günstigen Kriegslage wenig Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Erst die nach der deutschen Niederlage von Stalingrad eingetretene Wende der militärischen u. politischen Lage rief sie auf den Plan.

Eine besondere Rolle spielte dabei die seit Herbst 1938 verbotene kommunistische Partei. Obwohl sie nur relativ wenige Mitglieder u. Anhänger hatte u. während des scheinbar guten deutsch-sowjetischen Einvernehmens — entsprechend den Moskauer Weisungen — bis zum Jahre 1941 kaum hervorgetreten war, verfügte sie über eine Untergrundorganisation, die mit dem Herannahen der Front u. unter Mithilfe abgesprungener Sowjet Agenten immer aktiver wurde. Emigranten entfalteten von Moskau u. London aus lebhafte Propaganda gegen die Tizo Regierung.
Der Weihnachten 1943 gebildete slowakische Nationalrat fand bald Unterstützung in den Reihen des Offizierskorps der slowakischen Wehrmacht u. Polizei, das größtenteils aus tschechoslowakischem Dienst übernommen worden war u. sich durch den Einbruch der Hlinka-Garde in seine Ressorts brüskiert fühlte. Die militärische Vorbereitung des Aufstandes übernahm der Generalstabchef der slowakischen Streitkräfte, Generalleutnant Golian.
Unter der Vorspiegelung von Manövern zog er kampffähige Einheiten in der Mittelslowakei zusammen u. leitete die Verlagerung von Kriegs- u. Versorgungsmaterial dorthin ein, die als Sicherstellung dieser Güter vor den im Juni 1944 einsetzenden alliierten Bombenangriffen auf die Westslowakei deklariert wurde.

Unabhängig von den Vorbereitungen der Armee bildeten sich in den unzugänglichen Gebirgsgegenden der Ost- u. Mittelslowakei Partisanenbanden, die vorwiegend aus abgesprungenen sowj. oder in der Sowjetunion ausgebildeten slowakischen u. tschechischen Agenten , entwichenen franz. Kriegsgefangenen u. geflohenen ausländischen Zwangsarbeitern bestanden. Sie erhielten Zulauf u. Unterstützung vor allem aus den Reihen slowakischer u. tschechischer Kommunisten. In den Sommermonaten des Jahres 1944 verstärkten sie ihre von der sowj. Partisanenleitung in Kiew dirigierten Aktionen gegen die deutschen Nachschublinien u. die Anhänger der Tizo Regierung, kontrollierten weite Landstriche der Mittel- u. Ostslowakei.

Unter dem Eindruck der herannahenden Front entschlossen sich aber auch der Regierung nahestehende Offiziere zum Handeln, um dem Land unnötige Kämpfe u. Zerstör-
ungen zu ersparen. General Malár, der Befehlshaber zweier an den Karpatenpässen stehender slowakischer Divisionen, nahm im Einvernehmen mit dem Verteidigungs-minister Čatloš Verbindung mit der näherrückenden Roten Armee auf, mit dem Ziel, dieser im gegebenen Moment die Pässe zu öffnen u. eine schnelle Besetzung der Slowakei unter Vermeidung von Kampfhandlungen u. Zerstörungen zu ermöglichen. Die Pläne wurden allerdings durch die folgenden Ereignisse vereitelt.

Denn noch bevor der Nationalrat seine militärischen Vorbereitungen abgeschlossen hatte, lösten Überfälle der Partisanenbanden den Aufstand aus. In den Tagen zwischen dem 25. u. 28.8. besetzten sie die wichtigsten Orte der Mittelslowakei (u. a. Turz St. Martin, Vrútky, Rosenberg, Neusohl, Altsohl) u. metzelten am 26.8. in Turz St. Martin eine auf der Rückfahrt von Rumänien befindliche deutsche Militärkommission, die von General Otto geleitet wurde, bis auf den letzten Mann nieder.

Unter dem Zwang dieser Ereignisse gab der Nationalrat am 29.8. über den Sender Neusohl das Signal zum Aufstand, konstituierte sich gleichzeitig zu einer provisorischen Regierung u. ordnete die allgemeine Mobilmachung an. In den folgenden Tagen besetzten Einheiten der Aufständischen, gebildet aus Verbänden der slowakischen Armee u. Partisanenbanden, fast die gesamte Mittel- u. Ostslowakei. Die Hoffnung des Nationalrats auf Beteiligung der gesamten Armee bei der Erhebung, erfüllte sich aber nicht, denn die Unentschlossenheit der Truppenkommandanten u. die entstandene allgemeine Verwirrung bewirkten schließlich, daß die in der Westslowakei stationierten oder im Feld befindlichen Divisionen von den einmarschierenden deutschen Verbänden entwaffnet u. interniert werden konnten.

Auch die Erwartungen, die man in die erhoffte Hilfe der Sowjets u. der Westmächte setzte, blieben unerfüllt. In den folgenden Wochen wurden zwar eine in der Sowjetunion aufgestellte tschechoslowakische Jagdfliegereinheit u. eine Fallschirmjägerbrigade sowie Waffen- u. Kriegsmaterial ins Aufstandsgebiet eingeflogen, aber der erwartete Vorstoß der Roten Armee in der Slowakei blieb aus. Geplante größere Hilfsaktionen der Westmächte scheiterten am sowj. Standpunkt, daß die Slowakei zum Operationsgebiet der Roten Armee gehöre.
Die tschechoslowakische Exilregierung in London entsandte General Viest als Oberbefehlshaber u. Minister Němec als Regierungsbevollmächtigten zu den Aufständischen. Weder ihnen noch dem Slowakischen Nationalrat gelang es aber, den von sowj. Interessen diktierten kommunistischen Einfluß u. die herrschende Anarchie zu beseitigen. Zu dieser Verwirrung trug die chaotische Verwaltung im Aufstandsgebiet durch die Errichtung von Nationalausschüssen, die den bisherigen Verwaltungsapparat ablösten, nicht wenig bei. Die Masse der durch Drohungen u. Einschüchterungen verängstigten bäuerlichen slowakischen Bevölkerung stand dem Geschehen teilnahmslos oder abwartend gegenüber u. beugte sich dem Zwang der Umstände; einen stärkeren Widerhall fanden die kommunistischen Parolen der Aufständischen in den Reihen der in der Mittelslowakei lebenden protestantischen Minderheit.
Noch am 29.8. bat Tiso das Deutsche Reich um Hilfe gegen die Aufständischen. Da nicht genügend deutsche Truppen zur Verfügung standen, beschränkten sich die eilends aufgebotenen Verbände zunächst auf die Entwaffnung der in der Westslowakei stationierten slowakischen Einheiten u. der im Osten stehenden Divisionen.

Den Oberbefehl übernahm SS-Obergruppenführer Berger, der nach 3 Wochen durch den General der Waffen-SS u. Polizei Hermann Höffle ersetzt wurde. Erst nach 2-monatigen, für beide Seiten verlustreichen Kämpfen gelang es den deutschen Truppen, die schließlich die Stärke von 8 Divisionen umfaßten, den Aufstand niederzuschlagen u., in den letzten Oktobertagen, Neusohl, das Zentrum der Aufständischen, einzunehmen.
Für die in der Mittel- u. Ostslowakei lebenden Deutschen kam der Aufstand nicht völlig überraschend, hatten sie doch schon seit Monaten die Bewegungen starker Partisanenbanden, die vor allem in den abseits gelegenen Dörfern u. Gehöften plünderten, beobachtet u. die Motorengeräusche der einfliegenden Flugzeuge, die Agenten u. Material brachten, hören können. Ihre der Volksgruppenführung u. slowakischen Regierungsstellen mitgeteilten Informationen wurden aber entweder ignoriert oder bagatellisiert. Daher waren auch keinerlei Vorbereitungen zum Schutz der deutschen Bevölkerung getroffen, als der Aufstand losbrach.

Bei den nun folgenden Ereignissen mußten die Angehörigen der Volksgruppe aus ihren Einzelerlebnissen heraus den Eindruck gewinnen, als ob die von den Banditen u. Insurgenten unternommenen Überfälle speziell gegen sie gerichtet wären. Tatsächlich aber spielte die Volksgruppe in den Plänen u. Maßnahmen der Aufständischen nur insoweit eine Rolle, als sie auf Grund ihrer Nationalität u. Organisation als Verkörperung der Staatsmacht u. seiner deutschen Schutzherren galt. Einzelne Volksgruppen-angehörige, vorwiegend kommunistisch gesinnte Bergarbeiter aus dem Hauerland, schlossen sich sogar den Aufständischen an, nahmen an den Kämpfen teil oder übernahmen Funktionen in den örtlichen Verwaltungsbehörden. Für die Masse der Deutschen begann aber eine Zeit spannungsgeladener Unsicherheit u. Gefahr.

Da die slowakischen Garnisonen in den Orten des Waagtales, das das Hauerland nach Süden hin abgrenzt, zu den Aufständischen übergegangen waren, befand sich das gesamte mittelslowakische Deutschtum Anfang Sept. 1944 in deren Hand u. war von jeder Hilfe von außen abgeschnitten. Plünderungen, Verschleppungen u. ähnliche Willkürakte veranlaßten viele Einwohner deutscher Dörfer, wenn es ihnen möglich war, in die umliegenden Bergwälder oder, wie in Krickerhau, in die Kohlengruben zu flüchten. Einzelne konnten sich, durch ihre Angehörigen mit Lebensmitteln versorgt, bis zum Zusammenbruch des Aufstandes verborgen halten u. tauchten erst wieder nach dem Einmarsch deutscher Truppen auf oder versuchten, sich zu den deutschen Linien durchzuschlagen. Vielfach wurden sie aber auch gezwungen, sich den Banditen zu stellen, da man Repressalien gegen ihre Familien oder die übrige Bevölkerung androhte u. ergriff. In vielen Orten auch des Hauerlandes verliefen die ersten Wochen der Banditenherrschaft noch verhältnismäßig ruhig. Bei drohenden Zwischenfällen griffen wiederholt die slowakischen örtlichen Behörden oder angesehene slowakische Einwohner gegen das Treiben radikaler ortsfremder Elemente ein u. verhinderten Gewalttaten. Radioapparate u. Waffen (Jagdgewehre) mußten abgegeben werden, ein Teil der Männer wurde zu Zwangsarbeiten eingezogen.
Dort aber, wo radikalere, meist ortsfremde Elemente als Banditen oder Aufständische auftraten, kam es schon in den ersten Tagen u. Wochen zu Mordtaten an Deutschen oder exponierten Nationalslowaken. Viel kleinlicher Nachbarschaftshaß entlud sich nun in Drangsalierungen der deutschen Familien. Aber erst in den letzten Wochen u. Tagen des Aufstandes wandelte sich das Partisanenregime in eine Schreckensherrschaft.

Nachdem die Hoffnung der Aufständischen, die gesamte Slowakei u. vor allem die Hauptstadt des Landes zu besetzen, sich nicht erfüllt hatte u. da die überwiegende Mehrzahl der Slowaken dem Geschehen teilnahmslos gegenüberstand bzw. nur widerwillig mitmachte u. der konzentrierte Angriff der deutschen Truppen bald das Herrschaftsgebiet der Insurgenten einengte, gewannen in den einzelnen Aufständischen- u. Partisanenbanden die radikalen Elemente die Oberhand. Dies wurde dadurch erleichtert, daß es dem revolutionären Nationalrat von Anfang an nicht gelungen war, die Aktionen der heterogenen Verbände zu kontrollieren. Die zunehmende Gefährdung, die aus dem konzentrierten Vorgehen der z. T. aus Einheiten der Waffen-SS bestehenden deutschen Verbände für die Aufständischen erwuchs, steigerte ihre Verbitterung u. verleitete sie zu Repressalien gegenüber den Volksdeutschen Einwohnern. Sie richteten sich nicht allein gegen die Funktionäre der Volksgruppe, sondern gegen die deutschen Bewohner insgesamt. Alle Männer, deren man habhaft werden konnte, wurden festgenommen, in Zwangsarbeitslager wie Nováky oder Slovenská Ľupča verschleppt oder z. T. in Massenexekutionen umgebracht. Die Massenmorde von Glaserhaus, Prievidza u. die Ermordung der geistigen Führerschicht Deutsch Probens bildeten die furchtbarsten Exzesse dieser Art.
Von derartigen Massakern wurden nur die deutschen Bewohner der Mittelslowakei, des Zentrums der Aufstandsbewegung, betroffen, also die Arbeiter- u. Bauernbevölkerung des Hauerlandes, die ihrer sozialen u. geistigen Haltung nach am wenigsten dazu neigte, sich politisch im Sinne eines übersteigerten Nationalismus zu exponieren. Mitbeeinflußt wurde ihr Schicksal durch die Angstpsychose, von der die Partisanenbanden beim Herannahen der deutschen Truppen u. der von Himmler entsandten rücksichtslos vorgehenden Sicherheitspolizeikommandos ergriffen wurden. Dazu kam, daß gerade in der Mittelslowakei die protestantischen, tschechoslowakisch gesinnten u. von einem fanatischen Haß gegen die Nationalslowaken u. seine deutschen Beschützer getragenen Elemente überwogen u. zusammen mit den Linksradikalen die Initiative an sich rissen. Die verängstigte slowakische bäuerliche Bevölkerung wie auch die kommunalen Verwaltungsbehörden standen den Vorgängen ohne Verständnis gegenüber u. suchten zu helfen, wo es unauffällig möglich war.

In den übrigen deutschen Siedlungsgebieten der Slowakei kam es während des Aufstandes ebenfalls zu dramatischen Ereignissen, wenn auch nicht zu ähnlichen Ausschreitungen wie in der Mittelslowakei. In den Streusiedlungen der Ostslowakei hatten die Volksdeutschen unter den Requirierungen u. Bedrohungen der Banditen schwer zu leiden, ohne aber größere Menschenverluste beklagen zu müssen. Auch in der Zips operierten die Insurgenten von Anfang an etwas zurückhaltender. Dies wurde nicht zuletzt dadurch beeinflußt, daß die deutsche Bevölkerung der Oberzips eine, wenn auch manchmal durch die Banditen unterbrochene, Verbindung zu den im Generalgouvernement stationierten deutschen Truppeneinheiten u. Dienststellen halten konnte. Unter dem Schutz schwacher deutscher Einheiten konnten nach Ausbruch des Aufstandes Frauen u. Kinder in Autobustransporten in die Gegend um Zakopane evakuiert werden, von wo sie nach wenigen Tagen, nachdem deutsche Truppen gegen die Aufständischen eingesetzt worden waren, wieder in ihre Heimatorte zurückkehren konnten. Die Deutschen der Unterzips, die sich nicht weniger durch die Aufständischen bedroht fühlten, meisterten durch entschlossene Selbsthilfeaktionen, die durch kleine von Ungarn aus entsandte deutsche Einsatzkommandos unterstützt wurden, die bedrohliche Lage, ohne allerdings die Aktivität der Partisanenverbände ganz eindämmen zu können. In der Zips kam es zudem relativ früh zu der Aufstellung des Heimatschutzes, einer improvisierten Selbstschutzorganisation der ortsansässigen deutschen Männer, die in Zusammenarbeit mit den wenigen zur Verfügung stehenden deutschen milit. Einheiten vor allem die Evakuierung der Frauen u. Kinder aus den abseits gelegenen u. am stärksten gefährdeten deutschen Ortschaften sichern konnte.

Man kann also, verglichen mit den Ereignissen in der Mittelslowakei, keinesfalls von einer Partisanenherrschaft in der Zips sprechen, denn die Aufständischen konnten nur einige von den Deutschen besiedelte Orte besetzen, u. dies auch nur für wenige Tage. Die aus dem Generalgouvernement herbeigezogenen wenigen deutschen Truppen übten sogar auf die in der Zips stationierten u. unschlüssigen slowakischen Einheiten einen solchen Druck aus, daß sich diese durch Abstellung von Geschützen an der Niederwerfung des Aufstandes beteiligten. Zu schweren Übergriffen u. Mordtaten gegen Deutsche kam es nur in Einzelfällen. Selbst dort, wo die Volksdeutschen zur Zeit der Besetzung durch Partisaneneinheiten von der übrigen Bevölkerung isoliert, d. h. in einzelnen Gebäuden zusammengezogen u. bewacht wurden, bestand doch für sie keine unbedingte Gefahr für Leib u. Leben.
In Preßburg u. seiner näheren Umgebung nahm der Aufstand überhaupt keine ernsteren Formen an. Bei den ersten Alarmnachrichten hatten sich die Angehörigen der deutschen Volksgruppendienststellen im sogenannten Gesandtschaftsviertel (XIII. Bezirk) zusammengezogen u. zur Verteidigung vorbereitet, während das Gros der Preßburger Deutschen in seinen Wohnungen verblieb. Da es aber mit Hilfe slowakischer Regierungsstellen frühzeitig gelang, die in ihrer Haltung gegenüber der Aufstandsbewegung unentschlossenen slowakischen Garnisonen in Preßburg u. Umgebung zu entwaffnen bzw. in den Kasernen festzuhalten, u. da aus dem benachbarten Protektorat u. aus der Ostmark eilends aufgebotene deutsche Einheiten das Gebiet besetzten, konnte sich hier der Aufstand gar nicht entfalten.

Der Plan der Aufständischen, die ganze Slowakei in ihre Aktion einzubeziehen, war damit gescheitert. Die Bewegung wurde nach 2 Monaten durch die deutschen Gegenoperationen niedergeschlagen; allerdings gelang es nicht, alle Partisanenbanden zu vernichten. Sie zogen sich in die unwegsamen Gebirgsgegenden zurück u. setzten den Kampf fort. Die nach der Niederschlagung des Aufstandes von Himmler angeordneten harten Vergeltungsmaßnahmen forderten die Opposition auch der bisher der Slowakischen Republik positiv gegenüberstehenden oder abwartenden Bevölkerung heraus u. ließen das Land nicht mehr zur Ruhe kommen. Zum Schutz der deutschen Siedlungsgebiete wurde nun von der Volksgruppenführung mit Unterstützung der deutschen Wehrmacht für alle Slowakeideutschen der Heimatschutz aufgestellt, ohne daß damit aber eine Sicherung von Gut u. Leben der in der Ost- u. Mittelslowakei lebenden Deutschen erreicht werden konnte.


Zuletzt von Dissident am Sa Nov 12, 2016 10:41 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Slowaken, Deutsche, Ungarn...

Beitrag von Dissident am Sa Nov 12, 2016 10:17 am

http://web.archive.org/web/20071030104624/http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=6365&threadid=296515

--- Die slowakischen Truppen kämpften an der Ostfront bis zum Ende des Krieges. Die letzten größeren Einheiten kämpften aber bis zum April 1944, danach wurden die zu Technischen Korps -1./Rumenien, Ungarn, Österreich / und 2. /Italien/Technische Division transformiert. Kleinere Einhheiten der Armee kämpften weiter bis April 1945. Die letzten slowakischen Einheiten -1. Hlinka Garde /HG/ Grenadierregiment, die ein Teil der 44. SS -Division/Kampfgruppe/ Wallenstein war, kapitulierten am 11.5.1945.
3 Slowaken wurden mit den Riiterkreuz ausgezeichnet : General Malar, General Turanec und SS Oberscharführer Wendrinsky ---

Es war nicht nur Terror gegen die Deutschen, sondern auch gegen SLOWAKEN - Politiker, Lehrer, Pfahrer, Bürgermeister, Armeeoffziere, Mitglieder der HSLS-Partei, der Hlinka Garde u. Hlinka Jugend, etc wurden ohne Gnade hingerichtet --- Im August, also noch vor dem Aufstand wurde der Heimatschutz gegründet, der von der slowakischen Armee ausgerüstet wurde. Ab September gehörte die HS zur Waffen SS. Diese Einheiten beschützten die 150.000 Tausend Karpatendeutschen in der Slowakei. Bei den slowakischen Dörfer war es ein bisschen schwieriger. Ohne HG gab es keine Beschützer.

Noch eine Bemerkung: Die Beziehungen zwischen den Karpatendeutschen u. Slowaken waren während des 2. Wk vieleicht die besten von allen Ländern, wo es eine deutsche Minderheit gab. Sind es eigentlich immer noch. ZB.: Der ehemalige slowakische Präsident Rudolf Schuster /1999-2004/ kam aus einer deutsch-slowakischen Familie. Jeder, wer in der Slowakei war, weiss, dass ein Vergleich zur Tschechei nicht möglich ist ---
Volksdeutsche waren nie in der Hlinka Garde. Die waren in den FS /Freiwillige Schutzstaffel/ organisiert. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden war aber ganz gut. Z.B. als Ungarn die Slowakei 1939 angegriffen hat, kämpften diese paramilitärischen Einheiten zusammen mit der slowakischen Armee gegen Ungarn. Oder während des Aufstands 1944, da kämpften die HS Truppen zusammen mit den Einsatzkommandos der HG.
- - -
Die erste nationalistische Organisation war die Rodobrana -/Stammschutz, Schutz der slowakischen Stammes, oder so ähnlich/. Sie entstand 30.1.1923 als Einheit der Slowakischen Volkspartei, die für Sicherheit u. Schutz bei Veranstaltungen der Partei gegen die damals aktiven tschechischen, ungarischen, oder komunistischen Aktivisten sorgen sollte /ähnlich wie die SS/. Der Führer der Rodobrana war Dr. Vojtech Tuka, ein Universitätsprofesor. Es sollte etwas wie eine „Freiwillige Polizei“, oder besser gesagt ein politischer Sicherheitsaparat der Slowakischer Volkspartei sein. Manche Führer von Rodobrana bekammen auch eine Ausbildung in Italien. 1923 hatte Rodobrana ca. 5000 Miglieder, 1929 bei schon ca 60.000. Da Slowakei bis 1939 der Tschechoslowakei angehörte, war es nur selbstverständlich, daß Rodobrana in Jahren 1923-25 verboten wurde /die Mitgieder haben dann ilegal gearbeitet/ u. mehrere Führer ins Gefängnis landeten.
Seit 1938 war die Rodobrana ein Eliteteil der Hlinka Garde bis Juni 1940. Dann wurde sie aufgelöst. Es wurden die sog. Stosstruppen der HG gegründet.

Die Hauptorganisation in Jahren 1938-45 war die Hlinka garde /Hlinkova garda/. Sie entstand im Herbst 1938 aus der nationalistischen Organisation Rodobrana. Die Mitglieder trugen, ähnlich wie vorher Rodobrana, oder in Deutschland die SS eine schwarze Uniform u. hatten eigene Dienstgrade. Der Führer war 1938-1939 Ferdinand Durcansky u. ab März 1939 Alexander /Sano/ Mach. Die HG, war eigentlich genau dass selbe, wie die Allgemeine SS in Deutschland. In der HG entstand auch eine radikale Gruppe unter der Führung von Otomar Kubala. Diese organisierte mit dem Berater für die HG – SS Obersturmbannführer Viktor Nageler mehrere Kurse für die HG Mitgieder in Ausbildungslagern der Waffen SS /z. B in Senheim/, oder auch in der Slowakei. Sehr bekannt war die schöne Burg Bojnice, wo die Offzierschule der HG war. 1940 entstanden sog. „Stosstruppen der HG“, später in „Ausgewählte Truppen der HG“ umbenannt. Es war eine Elitetruppe der HG, die nur ca 2.000 Mann zählte. Die hatten auch eigene grau-grüne Uniformen, die den deutschen sehr ähnlich waren. Der Reichsführer der SS Himmler hat immer wieder versucht diese Männer in die Waffen SS zu bekommen. Das hat aber die slowakische Regierung nicht bewilligt. In den „Ausgewählten Einheiten der HG“ dienten viele ehemalige Mitglieder der Rodobrana. 1939 wurde die Slowakei von der ungarischen Armee angegriffen. In diesem kurzen Krieg kämpften auch die Gardisten. Die waren hoch motiviert u. haben sehr erfolgreich gekämpft.
1939 und 1941 – Bei den Uberfall auf Polen und die UdSSR übernam die HG den Schutz der ungarisch-slowakischen Grenze von der Armee.
1942- war die HG die Hauptorganisation, die die Transporte der Juden ins KZ organisierte /70.000 Menschen/. Die Gardisten dienten auch als KZ Wachen /ähnlich wie die SS Totenkopfstandarten/ in der slowakischen KZ s.
1944- Nach dem Beginn des Aufstandes in der Slowakei entschied sich die HG spezielle Truppen zu bauen die den Waffen SS ähnlich währen. So entstandten 38 Einsatz-kommandos der HG /Pohotovostne oddiely HG - POHG/ – die hatten Stärke von 50 bis 500 Mann u. sog. Feldeinheiten der HG –Feldbattalione, Feldkompanien. Dessen Aufgabe war vor allem gegen die Partisanen zu kämpfen, abgelegene Dörfer zu beschützen u. für allgemeine Ruhe in der Slowakei zu sorgen. Diese Einheiten haben eng mit den deutschen Waffen SS /4., 14.,18. SS Div u. der Einsatzgruppe H/ zusammengearbeitet. Später kämpften diese Einheiten natürlich auch gegen die Rote Armee. Der Führer dieser Einheiten war der radikale Otomar Kubala. Die trugen slowakische Uniformen mit schwarzen Dienstgrädern u. am linken Ärmel hatten die genau wie die Einheiten der W-SS ein schwarzes Band mit der Beschrifftung – Hlinkova garda. Am Ende des Krieges bildeten Gardisten noch den 1. Grenadier Regiment der HG, das zu einem Regiment der Waffen SS umgebaut werden sollte. Das war schon nach dem Rückzug nach Tschechei auf den SS Truppenübungsplatz Beneschau wo schon die Ausbildung begonnen hat. Ob du es glaubst oder nicht, es weiss niemand ob diese Einheit der Waffen SS angehörte. Es würde aber schon Sinn machen, weil der Befehlshaber des Regiments ein Deutscher war – SS Standartenführer Domes u. das Regiment war ein Teil der 44. SS –Division Wallenstein. Das Regiment wurde am 11.5.1945 durch die Amerikaner gefangengenommen.
- - -
Dass es sogar einen kurzen slowakisch-ungarischen Krieg gab, war mir gar nicht so bewußt. Ich dachte immer die Ungarn rückten auf Grund des Münchner Abkommens genauso problemlos in die neu festgelegten Grenzräume ein. War das ein offizieller Krieg oder mehr so ein wilder Volkswiderstand? Immerhin stand doch die Slowakei unter dem Schutz des Deutschen Reiches. Das hat man wohl dann diplomatisch geregelt, oder? Wie war dann das Verhältnis zu den Ungarn? Das ist doch bis heute nicht freundschaftlich, wegen den ungarischen Minderheiten?
. . .
Ja die Ungarn rückten nach dem Münchner Abkommnen 1938 auf das Gebiet der Slowakei problemlos ein. Interessant ist, dass das meistens ein Gebiet ohne ungarische Minderheit war. Nach der Ausrufung der Slowakischen Republik im März 1939 hat aber Ungarn die Slowakei angegriffen u. wollte sie ganz annektieren. Für die Slowaken war die Situation schwer, weil die Slowakische Armee nicht ohne Probleme war (in diesem Monat kam es zur Teilung der tschechoslowakischer Armee). Deshalb haben auch die Gardisten u. FS-Männer geholfen u. die haben zusammen mit der neugegründeten Armee die Ungarn zurückgedrängt. Trotzdem hat die Slowakei einige Gebiete verloren.
Die Probleme gibt es auch heute noch. ... Oftmals spricht man in ungarischen Parlament, dass das Abkommen von Trianon, dass vor 80 Jahren unterschrieben wurde, nicht akzeptiert wird. Probleme mit ungar. Minderheiten gab es u. gibt es in der Slowakei, Serbien, Ukraine, Slowenien, Rumenien - also in fast allen Nachbarstaten von Ungarn.
--- Man muss es so sehen, daß die Ungarische Monarchie ein multikultureller Staat war. Da gab es mindestens 5 Nationalitäten. Nach dem Vertrag von Trianon konnten viele Völker endlich ihren eigenen Staat haben ohne von den Ungarn unterdrückt zu werden. Wenn du glaubst, dass auf den Gebieten nur Ungarn gelebt haben, dann liegst du total falsch. In keinem Land in der Slowakei leben mehr als 27,6 % Ungarn/Land Nitra -27,6 %/. Willst du sagen, daß wenn da ca 30 % Ungarn leben, sollen die sonstigen 70 % Slowaken das Gebiet den Ungarn überlassen? Das ist doch Quatsch, oder? Das selbe war auch in 1939. Ungarn hat 74 Dörfer erobert wo 40.000 Einwohner lebten. Davon waren nur 309 Einwohner Ungarn!!! Also nicht mal 1 %. Zehntausende Slowaken wurden vertrieben u. mussten in die Slowakei fliehen. Die Leute wurden verprügelt, Frauen mißhandelt, beklaut u. dann nach Slowakei geschickt. Die, die geblieben sind, mussten 6 Jahre lang ungarische Schikanen ertragen.
---
Der Krieg begann in der Zeit als die Slovakei mit Deutschland über den "Schutzvertrag" verhandelte. Ungarn wollte also diese Zeit nützen um die Aggression zu starten, weil die Slowakei noch nicht unter dem Schutz von Deutschland stand. Die Kämpfe dauerten nur ein Paar Tage 23.3.- 25.3.1939 offiziell u. ein Paar Tage davor u. danach inoffiziell. Das Problem auf slowakischer Seite war, nicht vorbereitet gewesen zu sein. In dieser Zeit verlief die Teilung der tschechoslowakischer Armee u. deshalb gab es bei vielen Einheiten keine, oder nur wenige Offiziere oder Spezialisten. Das war der Grund weshalb auch HG, FS u. in der Karpatho-Ukraine sogar die ukrainische SIC-Miliz gegen die Ungarn kämpften. Die Kämpfe wurden beendet, als die Slowakei mit Deutschland den "Schutzvertrag" unterschrieb.
---
Was zu erwähnen ist, ist noch die slowakische Luftwaffe. Mehrere Einheiten der Luftwaffe kämpften an der Ostfront. Die "Sicherungsdivision" hatte für den Kampf gegen die Partisanen 2 Staffeln. Die Schnelle Division zuerst 3. Danach die 13. Jagdstaffel u. 41. Bomberstaffel. Die erfolgreichste Einheit war die 13. Jagdstaffel, das dem deutschen 52. Jagdgeschwader angehörte. In dem Jahr 1943 schoss die Staffel 215 Flugzeuge ab und verlor dabei nur 4 Piloten !!! --- Slowakisches Fliegerass Numer 1- Jan Reznak ---
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Richard Sulík

Beitrag von Dissident am Fr Nov 18, 2016 11:13 am

Eine bedeutende Person der jüngeren slowakischen Geschichte ist für mich Hr. Richard Sulik:

http://unser-mitteleuropa.com/2016/11/17/richard-sulik-sk-startet-frontalangriff-auf-angela-merkel-im-eu-parlament/ ---
Richard Sulík (SK) startet Frontalangriff auf Angela Merkel im EU-Parlament

Video unbedingt ansehen (deutschsprachig, 1:27 Minuten):
https://www.youtube.com/watch?time_continue=86&v=aoerYo2flSc

Warum zeigen unsere Rundfunkanstalten derartige Redebeiträge nicht im Fernsehen? Zu viel Wahrheit für den Zuschauer?
Richard Sulík, Abgeordneter des Europ. Parlament u, ehem. slowak. Parlamentspräsident, hat Angela Merkel im Europaparlament massiv angegriffen.
Bekannt geworden ist Sulik durch seine Ablehnung der Aufstockung des Europ. Rettungsschirms, weswegen er von Deutschland, das sich der Rettung der deutschen Banken verschrieben hatte, unter massiven Druck gesetzt wurde. Er war auch für das Scheitern der slowak. Regierung verantwortlich, als seine Partei die Zustimmung zur Griechenland-Rettung mit dem Hinweis verweigerte, dass griechische Rentner ein Mehrfaches an Rente verglichen mit slowakischen Rentnern bekommen würden.

Wer das nachfolgende Video „Richard Sulík macht Martin Schulz im deutschen Fernsehen lächerlich“ noch nicht kennt, sollte es unbedingt ansehen – es wurde in mehrere Sprachen übersetzt (hier deutscher O-Ton mit engl. Untertiteln) u. Sulík wurde dadurch in der Slowakei über Nacht quasi zum Nationalhelden:

Video unbedingt ansehen (deutschsprachig, 2:25 Minuten):
http://unser-mitteleuropa.com/2016/11/17/richard-sulik-sk-startet-frontalangriff-auf-angela-merkel-im-eu-parlament/

https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Sul%C3%ADk .. Nach Studienabschluss arbeitete er als Berater fürs slowak. Finanzministerium unter Leitung von Minister Mikloš, das 2004 die von Sulík entworfene 19-%-Einheitssteuer einführte. Danach war er 2004-2006 Vorsitzender des Bratislavaer Abfallwirtschaftsbetriebs u. 2006/2007 noch einmal Berater fürs Finanzministerium unter Leitung von Minister Počiatek.
2009 gründete er die liberale Partei Sloboda a Solidarita (SaS, Freiheit u. Solidarität), wurde auch ihr Vorsitzender. Bei den Parlamentswahlen 2010 erreichte die SaS 12,42 % der Stimmen u. stellt mit 22 Mandaten die drittstärkste Fraktion im slowak. Parlament. 2010/2011 fungierte er als dessen Präsident. Am 11.10.2011 stimmten Sulík u. die Mitglieder seiner Partei nicht für die Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, was eine Regierungskrise auslöste.
Bei der Europawahl 2014 wurde Sulík ins Europ. Parlament gewählt. 2015 nahm er als Referent an der 4. Konferenz für Souveränität 2015 – Freiheit für Deutschland in Berlin des Compact-Magazins in Kooperation mit dem russ. Institut für Demokratie u. Zusammenarbeit teil ..
.. sprach er sich für ein Ausscheiden Griechenlands aus der EU u. der Eurozone u. die Abschaffung des Strukturfonds aus. Als Grund dafür verwies er eigens auf die begünstigte Slowakei, weil dort angeblich mit den Fördermitteln aus Brüssel nur die Korruption Einzug gehalten habe.
Er spricht fließend Englisch und Deutsch.

http://www.tagesspiegel.de/politik/die-slowakei-und-die-eu-ratspraesidentschaft-die-neue-verantwortung-des-nein-sagers/13828718.html .. "Als wir in die EU eingetreten sind, dann nicht unter der Bedingung, Frau Merkels u. Junckers Flüchtlingspolitik zu folgen", polterte er u. versprach eisern: "Wir nehmen keine Flüchtlinge."
Dabei ist es geblieben. Suliks Partei sitzt im Parlament in Bratislava zwar auf den Oppositionsbänken. Doch auch die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsident Fico u. die übrigen Parteien des Landes präsentierten sich als kompromisslose Hardliner der europ. Flüchtlingspolitik. "Solange ich Ministerpräsident bin, werden wir uns nicht von Brüssel diktieren lassen, wie viele Menschen wir aufnehmen", versprach Fico .. Weil Flüchtlinge Terror u. sexuelle Übergriffe bedeuteten, verdienten sie keinen besonderen Schutz. Auch nach seiner Wiederwahl bekräftigte er seine Ablehnung von Muslimen: "Es mag ja komisch erscheinen, aber tut mir leid – der Islam gehört einfach nicht in die Slowakei" ..


Zuletzt von Dissident am Mi Sep 27, 2017 11:40 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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kein Islam in der Slowakei

Beitrag von Dissident am Fr Dez 02, 2016 9:05 am

http://1nselpresse.blogspot.co.at/2016/12/ein-neues-slowakisches-gesetz.html

Ein neues slowakisches Gesetz verhindert die Registrierung des Islam als Religion


Das Gesetz zeigt einen dramatischen Sinneswandel gegenüber dem Islam als Religion, der sich im letzten Jahr überall auf dem Kontinent zeigte, wo man Probleme hat, die eskalierende Migrationskrise zu meistern. Das ehem. kommunist. Land hat sich heftig gegen die Massnahmen der EU gewehrt, mit denen der Zustrom an Migranten nach Europa bewältigt werden soll, u. hat die Einführung von Migrantenquoten rundweg abgelehnt.

Die Regierung von Ministerpräsident Robert Fico sagte wiederholt, daß der Islam keinen Platz in der Slowakei hat. .. Das Parlament verabschiedete nun ein Gesetz, das von der slow. Nationalpartei SNS eingebracht wurde, u. nach dem eine Religion mindestens 50.000 Anhänger haben muss u. nicht mehr wie bislang 20.000, um staatl. Gelder zu erhalten, sowie um eigene Schulen betreiben zu dürfen. Die Veränderung wird es dem Islam bei weitem schwerer machen, da es in der Slowakei laut letztem Zensus gerade einmal 2.000 Anhänger gibt u. keine einzige offizielle Moschee ---

Der SNS Vorsitzende Andrej Danko sagte:   "Wir müssen alles dafür tun, damit auch in Zukunft keine Moscheen gebaut werden können."

Das Gesetz wurde von einer zwei Drittel Mehrheit bestehend aus der Regierung wie auch Oppositionsparteien im Parlament angenommen. Die Abgeordneten lehnten einen Gesetzesvorschlag der rechtsextremen Partei Unsere Slowakei ab, die Mindestanhängerzahl bei 250.000 festzulegen ---
Herr Danko rief zuvor bereits auf, die Registrierung des Islam zu verhindern u. das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Eine Reihe von islamistischen Terroranschlägen überall in Europa hat auf dem Kontinent zu moslemfeindlichen Haltungen geführt, was rechten u. einwanderungskritischen Parteien Auftrieb gegeben hat.

Leserkommentar:

"Die sind auch nicht mit der ewigen Büsserschuld belastet und dadurch weniger erpressbar wie unsere Politikerheulsusen, die keiner Selbstkasteiung aus dem Wege gehen wenn es sich um Juden handelt."
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Zigeuner: „Ende der Toleranz“

Beitrag von Dissident am Mo Dez 19, 2016 9:48 am

http://unser-mitteleuropa.com/2016/12/15/nachricht-des-slowakischen-premiers-an-die-zigeuner-ende-der-toleranz/

Nachricht des slowakischen Premiers an die Zigeuner: „Ende der Toleranz“

Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico schickte eine harte Nachricht an die Zigeuner. Er erklärte am Kongress seiner Partei, der „Smer“ („die Richtung“ – Sozialdemokratie), dass in den Zigeunersiedlungen Ordnung sein müsse. Er stehe persönlich hinter der Polizei und sei auch bereit Konflikte auszustehen, beginnend mit den Bürgerbeauftragten bis hin zu internationalen Organisationen und alle, die seine Haltung kritisieren würden.

„Wir tolerieren solche Leute nicht weiter, die das Sozialsystem missbrauchen, gesetzestreue Bürger belästigen und das Leben in den Städten und Dörfern stören. Ende der Toleranz“- zitierte das slowakische Internetportal „Neues Wort“ den Ministerpräsidenten, der die Abrechnung mit der sog. politischen Korrektheit als seine primäre Zielsetzung bezeichnete.

"--- Diese politische Korrektheit hat keinen Platz mehr in dieser Welt“, so Fico.
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Karpatendeutsche und Deutschösterreicher

Beitrag von Dissident am Mi Mai 03, 2017 3:55 pm

Wieder einige Details aus der für uns schmerzlichen slowakischen Geschichte:   http://de.metapedia.org/wiki/Karpatendeutsche

Karpatendeutsche
Als Karpatendeutsche bezeichnet man die Deutschen (Anm. Dissident: und Deutsch-Österreicher) auf dem Gebiet der heutigen Slowakei sowie im östlichen Karpatenbogen, der heute territorial zur Ukraine gehörenden Karpatoukraine.

Karpatendeutsche in der Slowakei
Deutsche Siedler haben die Slowakei vom 12. - 15. Jahrhundert, vor allem jedoch nach dem Mongoleneinfall von 1241, besiedelt. Im Gebiet von Pressburg gab es wohl auch schon etwas früher Deutsche. Sie haben vor allem ältere slowak. Städte, Markt- u. Bergbausiedlungen besiedelt u. wurden meist von Königen als Spezialisten (Handwerker, Bergleute) angeworben. Die 3 Hauptsiedlungsgebiete waren Preßburg u. Umgebung u. einige Sprachinseln in der Zips u. das Hauerland.


Ungefähr bis zum 15. Jahrhundert bestand die Führungsschicht aller slowak. Städte fast ausschließlich aus Deutschen. Die Deutschen (zum Teil eigentlich Altösterreicher) in Preßburg bildeten bei der Volkszählung im Sommer 1919 noch die größte Gruppe: 36 % der Bürger waren Deutsche, 33 % Slowaken u. 29 % Ungarn.

Etwa vom 12. Jahrhundert (der Südwesten schon seit 907) bis 1918 war die heutige Slowakei Teil des ungar. Staates bzw. später der ungar. Hälfte der k.u.k.-Monarchie. Preßburg war 250 Jahre lang sogar Krönungsstadt der ungar. Könige. Die Karpatendeutschen waren genauso wie viele Slowaken in der 2. Hälfte des 19. u. Anfang des 20. Jahrhunderts einem starken Magyarisierungsdruck ausgesetzt. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges plädierten die meisten Karpatendeutschen für den Verbleib der Slowakei bei Ungarn, danach für eine slowak. Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei. Ihre Zahl lag in der Zwischenkriegszeit bei etwa 130.000.

Allerdings waren die meisten Karpatendeutschen bereits vor dem Ende des 2. Weltkrieges aus der Slowakei nach Deutschland geflohen oder wurden von den deutschen Behörden evakuiert. Dies war nicht zuletzt eine Reaktion auf den slowak. Nationalaufstand im Spätsommer 1944, bei dessen Niederschlagung von den Partisanen Grausamkeiten an Deutschen verübt worden waren.
- - -
Gegenwart
Heute leben nach Volkszählung nur noch weniger als 6.000 Deutsche in der Slowakei. Die Karpatendeutsche Landsmannschaft in Stuttgart arbeitet mit dem Karpaten-
deutschen Verein in der Slowakei u. dessen Jugendverband u. mit der slowak. Regierung zusammen u. betreibt u.a. Traditionspflege. Größtes Problem der deutschen Minderheit ist die Assimilation der mittleren u. jungen Generation an das slowak. Umfeld, die in den meisten Fällen so weit geht, daß Sprache u. Brauchtum verlorengegangen sind. Es gibt jedoch immer noch 2 karpatendeutsche Dörfer, Hopgarten u. Metzenseifen. In Hopgarten ist die Einwohnerschaft noch mehrheitlich deutschstämmig u. deutschsprachig.

Der Karpatendeutsche Verein (KDV) mit zirka 4.800 Mitgliedern u. die slowak. Regierung schätzen, daß der Anteil der Deutschen heute bei ca. 10.000-12.000 Personen liegt.

Weiterführendes im Internet:
http://www.karpatendeutsche.de/
http://www.kdv.sk/?lang=de


Zuletzt von Dissident am Mi Mai 03, 2017 4:17 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Vertreibung und Verbrechen an unseren Zivilisten

Beitrag von Dissident am Mi Mai 03, 2017 4:02 pm

http://de.metapedia.org/wiki/Karpatendeutsche Vertreibung

Aus der Zips wurden die meisten Deutschen zwischen Mitte Nov. 1944 u. dem 21.1.1945 dank einer Initiative Adalbert Wanhoffs und der Vorbereitungen des Bischöflichen Amtes der deutschen evang. Kirche vor der heranrückenden Roten Armee nach Deutschland oder ins Sudetenland evakuiert. Die Preßburger Deutschen wurden Januar u. Februar 1945 nach langen Verzögerungen evakuiert, jene des Hauerlandes flüchteten Ende März 1945 aus ihren Orten. Die Rote Armee erreichte Preßburg am 4.4.1945.

Nach Kriegsende (8.5.1945) kehrte zunächst etwa ein Drittel der evakuierten u. geflüchteten Deutschen nach Hause in die Slowakei zurück, verlor jedoch ab 2.8.1945 – zusammen mit den Sudetendeutschen in der Tschechei u. den Ungarn in der Südslowakei – aufgrund des Beneš-Dekrets Nr.33 die tschechoslowak. Staatsangehörigkeit u. wurde in Sammellagern interniert. 1946/47 wurden schließlich etwa 33.000 Deutsche aus der Slowakei vertrieben, während ca. 20.000 Personen infolge besonderer Umstände in der Slowakei bleiben konnten. Von rund 128.000 Deutschen in der Slowakei im Jahre 1938 blieben also 1947 etwa 20.000 (16 %). Während der Vertreibung kamen ca. 23.000 Karpaten-Deutsche ums Leben.

Massaker von Prerau
Das größte Massaker an Karpatendeutschen fand in Prerau statt. Am 18./19.6.1945 wurden im mährischen Prerau alle 265 Insassen eines Zuges – karpatendeutsche Flüchtlinge – am dortigen Bahnhof von slowak. Soldaten unter Kommando von Karol Pazura ermordet.

Die meisten der 265 Karpatendeutschen, die sich am 18.6.1945 im Zug am Bahnhof in Prerau befanden, stammten aus der Ober- u. Unterzips. Sie waren kurz vor Kriegsende nach Nord-Böhmen evakuiert worden u. wollten nun in ihre Heimat zurückkehren. Während der Zug hielt, lief ein Militärtransport mit tschechoslowak. Soldaten in den Bahnhof von Prerau ein. Die Soldaten befanden sich von einer „Siegesfeier“ in Prag auf dem Heimweg. Am Nachmittag zwang der Nachrichtenoffizier Karol Pazur mit seinen Soldaten die 265 wehrlosen Zivilisten dazu, den Zug zu verlassen. 30 slowak. Soldaten konnten rekrutiert werden, um in der Nähe des Bahnhofs, an der sogen. Schweden-
schanze, ein Massengrab im Ausmaß von 17 x 2 m u. einer Tiefe von 2 m auszuheben.

Kurz nach Mitternacht wurden dann die Karpatendeutschen am 19.6. in Viererreihen vom Bahnhof weggebracht. Sie mußten sich bis zur Unterwäsche ausziehen, alle persönlichen Wertgegenstände abliefern u. wurden dann mit Genickschüssen ermordet. Neben den 71 Männern u. 120 Frauen fielen 74 Kinder diesem Verbrechen zum Opfer. Das jüngste Opfer war ein erst 8 Monate alter Säugling, das älteste Opfer war ein 80 Jahre alter Mann. Anschließend plünderten die Soldaten die noch im Zug befindlichen Wertgegenstände der Heimkehrer vollständig.

Massaker von Glaserhau
Das Massaker von Glaserhau ist in eine Reihe von Massaker an der Karpatendeutschen Zivilbevölkerung der Slowakei im Sept. 1944 einzuordnen. Ähnliche Massaker fanden in Hochwies, Rosenberg, Schemnitz, Neusohl, Krickerhau u. Deutsch-Proben statt. Sie bildeten den Auftakt der Fluchtbewegung der Karpatendeutschen aus der Slowakei.

Nach der Entstehung der 2. slowak. Republik haben sich slowak. Bürgerrechtler, insbesondere Josf Stricz, um eine juristische Aufarbeitung des Massenmordes bemüht. Ende der 90er Jahre wurden polizeiliche Ermittlungen aufgenommen, die jedoch ohne Verfahren eingestellt wurden, da der festgestellte Hauptverantwortliche Leonid Nikolajewitsch Slawkin mittlerweile schon verstorben war.

Verbrechen im Hauerland
Der Autor Wolfgang Venohr hatte Nov. 1968 in Preßburg ein Gespräch mit einem Herrn J. Spitzer, einem ehem. jüdischen Partisanenführer. Dieser berichtete ihm:
„Es kam zu schrecklichen Exzessen u. grausamen Ausschreitungen gegen die Volksdeutschen in Krickerhau, Deutsch-Proben, Oberstuben u. anderswo. Bei Kremnitz wurde ein ganzer Panzergraben mit den Leichen ermordeter Deutscher angefüllt.
Es sei in der Anfangszeit üblich gewesen, sich aus den Internierungslagern bei Sklabina u. Slovenská Lupca, wenn man Lust hatte, ein paar Deutsche herauszugreifen u. sie umzulegen. Sie überzogen wochenlang die ganze Mittel-Slowakei mit einem engmaschigen Netz des Terrors u. Schreckens.“

Die Geschehnisse in den Orten der Kremnitzer u. Deutsch-Probener Sprachinsel sowie den angrenzenden Streusiedlungen wurden in einem Buch mit dem Titel „Schicksal Hauerland“ dokumentiert. Mitautor ist Broisl Groß aus Schmiedshau. Darin ist die Gesamtzahl der Opfer dieser schrecklichen Zeit mit fast 1.200 angegeben.
Kein Ort des Hauerlandes blieb vom Treiben dieser verbrecherischen Banden verschont.

Begonnen hat es in der Stadt Rosenberg im Waagtal, wo sich die Banditen schon vor dem eigentlichen Beginn frei u. ungehindert bewegen konnten. Unterstützt wurden sie von einer Gruppe slowak. Soldaten. Sie machten Jagd auf Deutsche, wobei auch einige Slowaken in ihre Fänge gerieten. 146 Personen wurden auf LKW geladen u. in Liptovská Osada gnadenlos erschossen. Das war am 27.8.1944. Unter den Opfern war auch der verdiente Landsmann Ernst Hochberger, er war Leiter des Karpatendeutschen Kulturwerkes in Karlsruhe u. ist Verfasser etlicher Reise- u. Kunstführer durch die Slowakei.

Außer den schon erwähnten Verbrechen von Glaserhau u. Prerau fanden im Hauerland noch weitere Massaker statt. Einige Beispiele:
Deutsch-Proben – 30 Tote
Krickerhau – mehr als 80 Tote
Hochwies u. Paulisch – zusammen 85 Tote
Kuneschhau – 69 Tote
KZ Sklabina – 130 Tote
KZ Deutsch Lipsch – 32 Tote

Es gab keinen Ort mit deutscher Bevölkerung, in dem nicht Raub, Verschleppung u. Mord stattgefunden hätten - in kleinerem Umfang auch in der Unterzips.
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KZ und Todesmarsch

Beitrag von Dissident am Mi Mai 03, 2017 4:12 pm

http://de.metapedia.org/wiki/Karpatendeutsche   Konzentrationslager Schloß Slovenská Ľupča

Außer den Verschleppungsorten entlang des Gran-Tales war das Schloß in Slovenská Lupča die Haupt-Internierungsstätte für „schwere Fälle“ in der Art eines Gefängnisses. Vom Beginn des Aufstandes bis zu seiner Niederschlagung nach 7 Wochen wurden nahezu 600 Männer, Frauen, Kinder, ja sogar Säuglinge, im Schloß in unmenschlicher Weise gefangengehalten. Der größte Teil der Internierten waren Deutsche, davon allein über 100 Gefangene aus Krickerhau, daneben Slowaken, die der Hlinka-Partei angehörten, aber auch Tschechen, Ungarn sogar Ukrainer. Die Inhaftierten wurden einzeln, in kleinen Gruppen oder in großen Schüben, wie es Herr Anton K. aus Krickerhau selbst erlebte, auf das Schloß gebracht:

   „In der 3. Sept.-Woche wurde ich mit vielen Männern aus den Marter-Kellern des Arbeiterheimes herausgeholt, um nach Slovenska Lupca gebracht zu werden. Wie eine Viehherde, die zum Schlachthof geführt wird, schleppten sich annähernd 70 ausgemergelte Gestalten durch den Heimatort auf der Hauptstraße über Neuhau ins 16 km entfernte Heiligenkreuz. Nach einer schlimmen Nacht in einer Scheune wurden wir in Viehwaggons verladen u. nach Slovenska Lupca gebracht. Im Schloß erfolgte die Einweisung in einen Saal, in dem mehr als 100 Männer in drangvoller Enge auf dünner Strohschicht vegetierten!“

Die Insassen waren anfangs dauernd terroristischen Eingriffen u. Mißhandlungen durch den berüchtigten jüdischen Lagerleiter Staudinger u. seine Peiniger ausgesetzt. Nachts verschwanden immer einige der Gefangenen, wohin wußte niemand. Die Übrigen zitterten, da sie nie wissen konnten, wann sie abgeholt wurden.
- - -

Todesmarsch nach Prag

Das Schicksal der tausenden karpatendeutschen Evakuierten, die im innerböhmischen Raum vom Zusammenbruch überrascht wurden, war besonders hart. Neben den Drang­salierungen durch Rotarmisten waren sie der Willkür u. den Haßgefühlen der tschech. Aufständischen, aber auch der Behörden u. der Zivilbe­völkerung ausgeliefert. Die sogen. „Revolutionsgardisten“ (durchweg Verbrechergesindel) glaubten, an den wehrlosen Opfern, die ihnen der Zufall in die Hand gegeben hatte, Mut u. Nationalstolz unter Beweis stellen zu müssen. Auch der aufgeputschte Mob fiel über sie her, mißhandelte sie u. beraubte sie oft ihrer letzten Habe. Ihr blinder Haß gegen alles Deutsche brach wie eine Springflut hervor u. ließ keine menschlichen Regungen u. Gefühle aufkommen. Und wenn sie bei wenigen noch vorhanden waren, durften sie diese nicht zeigen, wenn sie ihr eigenes Leben nicht in Gefahr bringen wollten. Umso bewunderungswer­ter war die Haltung einzelner Tschechen, die auch in dieser Welt des Hasses u. der Mordlust versuchten, den Deutschen nach Möglichkeit zu helfen. Die Not steigerte sich durch Ausschreitungen aller Art u. den Entzug der persönlichen Freiheit, durch Zwangsarbeit u. durch Internierung.

Ein besonders hartes Geschick traf Herrn Anton B. aus Drexlerhau, der im Rahmen des Heimatschutzes zum Einsatz gekommen war u. am 6.5.1945 in der Nähe von Prag in die Gefangenschaft der Aufständischen geriet. Er berichtet:
   „In der dritten Ortschaft wurden wir in eine Schule gebracht. Dort wurden die Slowakeideutschen von den Reichsdeutschen getrennt. Schon am nächsten Tag stellten wir mit Verwunderung fest, daß nicht der Amerikaner, sondern der Russe einmarschiert war. Wieder mußten wir alle antreten. Es wurde uns mitgeteilt, daß wir nun bald nach Hause kommen würden. Nachmittags um 14 Uhr marschierten wir Richtung Prag, etwa 500 Mann. Von tschech. Posten einer Gemeinde wurden wir an die nächsten übergeben, bis wir in Ritschan angelangt waren. Hier kamen wir auf einen großen Sportplatz. Als wir einzeln durch die Tür hineingehen mußten, standen drinnen Russen.
Mann an Mann beidseitig mit Zaunlatten in der Hand u. schlugen auf uns, ohne Rücksicht darauf, wie sie einen u. wohin sie einen trafen. Noch vorher mußten wir auf einem großen Kleefeld antreten u. Uhren sowie Stiefel abgeben, die die Russen einsammelten. Es wurde keine Rück­sicht darauf genommen, daß nun viele barfuß gehen mußten. Auf dem Sportplatz waren ungefähr 4000 Männer u. Frauen – zwei Drittel davon etwa SS-Angehörige. Ich muß erwähnen, daß einige erschlagen, verge­waltigt u. erschossen wurden. Ich sah selbst, wie 4 Frauen, die sich nicht vergewaltigen ließen, zusammen mit einem Strick in einer Schlinge aufgehängt wurden. 6 Männer, die sich geweigert hatten, die Uhren abzuge­ben, lagen da, Mann an Mann – umgebracht. Wir wurden darauf aufmerksam gemacht, daß es uns genau so erginge, wenn wir nicht alle Befehle befolgten. Eine Frau kam mit einem Kleinkind im Kinderwagen. Der Wagen wurde umgeworfen, der Säugling zertrampelt.

   Gegen 10 Uhr vormittags mußten wir zu viert antreten u. in Richtung Prag weitermarschieren. Jede Reihe bekam beim Verlassen des Platzes ein Brot. Das wurde aufgeteilt u. gleich gegessen, denn dies war ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es war ziemlich heiß, zu essen bekamen wir weiter nichts, zu trinken erst recht nichts, während wir unterwegs laufen, hinlegen, Sprung auf marsch marsch usw. üben mußten. Fiel einer um, so bekam er den Todesschuß. Sprang einer in den Straßengraben, um sein Taschentuch naß zu machen, lag einer erschöpft da, wollte einer dem anderen helfen, war es für alle aus, denn schon ratterte ein MG. Kurz vor Prag lag mindestens alle 10 m einer auf dem Weg. Zum ersten Male durften wir hier zu einem Brunnen, um etwas Wasser zu erhaschen. Aber schon in etwa 10 Minuten hieß es wieder antre­ten. Die Nachzügler, die den Brunnen nicht gleich verließen, wurden sofort erschossen. Mindestens 60 Mann blieben dort liegen.

   Tschech. Legionäre, die aus Rußland kamen, erschienen mit 16 oder 17 Panzern u. fuhren kreuz und quer durch unsere Kolonne. Wer erwischt oder angefahren wurde, war verloren. Wieviele dort liegen blieben, kann ich nicht sagen. Jeder fühlte sich dem Tode geweiht. Als wir dann über die Moldaubrücke gingen, sprangen einige aus Verzweiflung übers Geländer ins Wasser. Nach jedem Verzweifelten wurden von der Begleitmannschaft einer oder zwei aus der Menge nachgeworfen. Keiner wußte, wann er an der Reihe sein wird.

   In Prag wurden wir durch die Hauptstraßen geführt, sodaß sich die Bewoh­ner der Stadt an uns richtig austoben konnten. Wir wurden geschlagen, angespuckt, die Kleider wurden uns heruntergerissen u.a.m. In der Nacht kamen wir mit etwa 3.000 Mann wieder auf einen Sportplatz. Das war der Rest von den 4.000, die am Morgen losgezogen waren. 1000 Mann sind unterwegs eines elenden Todes gestorben. In der Frühe mußten sich Tschechen, Slowaken u. Österreicher melden. Wir waren etwa 400 Mann u. wurden in einen geschlossenen Hof gebracht. Den ganzen Tag u. die ganze Nacht blieben wir dort, ohne etwas zu essen oder zu trinken zu bekommen. Die anderen Männer wurden abtransportiert, wohin weiß ich nicht. Wir mußten wieder zu viert antreten. Nun waren auch schon Flüchtlin­ge mit Wagen u. Pferden da, also alles durcheinander. Wir gingen eine Ser­pentinenstraße aufwärts. Oben durften wir rasten. Hier machten uns die Posten aufmerksam, daß wir uns nicht so anstellen sollten, wie die anderen am Tage zuvor. Wir dürften ja nicht auseinander laufen, sonst erginge es uns wie jenen. Wir sollten nur ins Tal schauen, da könnten wir das Massen­grab sehen. Dann wurden wir auf den größten Sportplatz von Prag geführt, der etwa 1 km lang u. ebenso breit war. Hier kamen an die 24.000 Männer, Frauen, Kinder u. Greise zusammen. Da trafen wir einen reichsdeutsehen SS-Sturmmann von unserer Kompanie, mei­nen Gruppenführer. Wir fragten gleich nach dem Schicksal der anderen Kameraden. Er winkte mit der Hand ab, Tränen traten ihm in die Augen, sprechen konnte er nicht viel. Aber soviel sagte er, daß von den 2.600 Mann höchstens 200 übrig geblieben sind. Er berichtete, daß auf der Anhöhe, wo wir rasteten, einige versuchten zu flüchten u. auseinanderliefen. Da wur­den sie zusammengeschossen, daß sich ein Fluß aus Blut bildete. Nun wuß­ten wir Bescheid, warum sie uns geraten hatten, beisammen zu bleiben. Gleich darauf kam ein Tscheche gelaufen, der fragte, was der bei uns suche, er solle sofort verschwinden, so konnten wir uns nicht näher informieren. Er konnte aber noch sagen, daß er dabei war, wie sie die Toten in Massengrä­bern begruben.

   Mit einem tschech. Leutnant konnten wir uns anfreunden. Ihm klagten wir unser Leid, wir wären doch Slowaken u. müßten ebenso leiden wie die anderen. Schließlich bekam er Mitleid u. meinte, er könne uns nicht anders helfen, als uns zum Arbeitseinsatz außerhalb des Lagers zu bringen. 30 Volksdeutsche waren es, die mit ihm aus dem Lager durften. Auf seinen Wunsch hin konnten wir uns Zivilkleider beschaffen, weil wir bis dahin noch teils slowak. teils SS-Uniformen trugen. 2 Tage gingen wir so zur Arbeit. Während unserer Abwesenheit wurde das Lager den Russen überge­ben u. nach Osten abtransportiert. Es waren auch viele Drexlerhauer dabei.

   3 Monate verbrachten wir in diesem Lager, das bald wieder aufgefüllt worden war. Nach 1 Woche erschien ein Jude namens Spitzer aus Rosen­berg, der die Slowaken sehen wollte, die hier arbeiteten. Er war in tschech. Uniform als Stabskapitän u. hatte einen Zigeuner in Uniform bei sich. Als er uns nach den Namen fragte u. wir ihm antworteten: Schuster, Schneider usw., sagte er, das sind ja alles Deutsche u. keine Slowaken. Einzeln mußten wir nochmals vortreten. Dann stellte er fest, daß alle bis auf einen Deutsche seien. Gerade ein SS-Unterscharführer R. aus Oberstuben, der einen slowak. klingenden Namen hatte, sei Slowake u. der einzig Verläßliche.

   Wir anderen wurden von ihm zum Tode verurteilt. Am meisten haben ihn die Zipser Deutschen interessiert. Wahrscheinlich wollte er an ihnen Rache üben. Nachdem er uns gesagt hatte, daß wir niemals mehr weder unsere Heimat noch unsere Familien wiedersehen werden, wußten wir, was uns bevorstand u. daß dieser Jude von den Partisanen war. Er wollte uns gleich aus dem Lager mitnehmen, wahrscheinlich, um seinen Vorsatz durchzuführen. Nachdem sich dieses aber an einem Samstagnachmittag zugetragen hatte, zu einer Zeit als nur der Kommandant des Lagers u. nicht der Major anwesend war, konnte der Kommandant dies nicht zulassen, u. sagte ihm, er sol­le am Montag wiederkommen, wenn der Major anwesend sein werde. Ich war Augenzeuge, wie 6 junge SS-Männer etwa 18 Jahre alt, auf Befehl dieses Juden ausgezogen mit dem Koppel geschlagen wurden, bis sie bewußtlos waren. Wegen der Ruhr, die im Lager herrschte, haben die Men­schen ihre Bedürfnisse in versch. Gräben verrichtet. In solche Gräben wurden sie geworfen, nachdem sie erschossen worden waren. Der Jude gab dann dem Kommandanten des Lagers den Befehl, Heber Reichsdeutsche zur Arbeit zu nehmen, uns bis Montag einzusperren u. uns nichts zu essen zu geben. Wir wären ja alle SS-Männer u. Gestapo-Leute. Den Befehl führte dieser auch aus. Gewöhnlich kam der Major morgens um 9 Uhr ins Lager. An diesem Mon­tag traf er aber schon um 8 Uhr ein, weil er erfahren hatte, daß der Jude um 9 Uhr kommen wollte. Er belehrte uns noch vorher u. sagte: ‚Ich habe euch schon mehrmals gesagt, Ihr sollt Euch als Slowaken ausgeben u. wenn der Christus selber kommt. Und wenn einer mehr haben will, soll er zu mir kommen.‘ Und nun sollten wir unsere Arbeit so wie bisher verrichten, er sei mit uns sehr zufrieden. Alles andere würde er schon machen, das sollten wir nur ihm überlassen. Natürlich waren wir sehr neugierig, was nun kommen werde. Den Juden u. den Zigeuner sahen wir nicht. Gegen 9.30 Uhr hieß es vor dem Büro antreten. Auf einmal stand der Zigeuner mit einer russ. Maschinenpistole vor uns. Er frag uns verschiedenes, vor allem, wer bei der SS u. Gestapo war. Kurz darauf kam ein tschech. Leutnant in Zivil, den wir von früher kannten, aus dem Büro u. sagte, wir sollten nichts verschweigen u. die Wahrheit sagen. Alle Namen, Dienstgrad, Dienstzeit, wo gedient u. wie nach Prag gekommen, mußten wir angeben. Dies dauerte 1 Stunde, dann schickte er uns wieder auf unsere Arbeitsplätze zurück. Nach etwa einer vier­tel Stunde sahen wir Juden u. Zigeuner das Lager verlassen. Der Major kam zu uns u. sagte, er wolle uns helfen, wo er könne, wir sollten aber nicht versuchen auszureißen. Er werde auch alles unternehmen, daß wir nach Hause kämen. Es vergingen noch 3 Monate. 4x waren wir noch zum Verhör bestellt. Als der 2. Transport nach Hause abgehen sollte, bedauerte der Major, daß er den ersten überhaupt hatte wegfahren lassen, da diese sehr viele Schläge bekommen hatten. Wir sollten erst alles ein bißschen zur Ruhe kom­men lassen, dann könnten auch wir nach Hause. Am 9.7.1945 versetzte er uns nach Preßburg, von wo wir entlassen werden sollten. Hier war ich 3 Monate. Nachdem ich kein Ende sah u. durch Zufall die Anschrift meiner Familie erfuhr, bin ich am 9.11.1945 ausgerissen u. bei den Meinen glücklich angekommen.“
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Re: Slowakei

Beitrag von Dissident am Mo Okt 09, 2017 5:36 pm

http://www.anonymousnews.ru/2017/10/03/slowakei-verschaerft-gesetze-islam-als-religionsgemeinschaft-nicht-zugelassen/

Slowakei verschärft Gesetze: Islam als Religionsgemeinschaft nicht zugelassen

Die Slowakei hat ein Gesetz verabschiedet, welches eine staatliche Anerkennung des Islams als Religionsgemeinschaft quasi unmöglich macht. Der slowakische Premierminister Robert Fico hatte wiederholt gesagt, der Islam habe keinen Platz in der Slowakei.
- - -
Der Gesetzentwurf ist nicht explizit gegen den Islam formuliert. Er stellt aber eine Barriere zur staatl. Anerkennung jeglicher Religion dar, die in der Slowakei unter 50.000 Anhänger hat. Bisher lautete die Regelung 20.000 Anhänger. Nun muss eine Gemeinschaft 50.000 Anhänger haben, um in der Slowakei staatl. Subventionen zu erhalten u. eig. Schulen betreiben zu dürfen. Zurückgewiesen wurde der Vorschlag der oppositionellen „Volkspartei Unsere Slowakei“, die Anerkennungshürde auf 250.000 Anhänger zu erhöhen.

Regierung und Opposition waren sich einig
Das Parlament verabschiedete den Gesetzentwurf, der von der Slowakischen Nationalen Partei (SNS) eingebracht wurde mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament. Sowohl Regierungs- als auch u. Oppositionsparteien waren sich bei dem Thema einig. Durch die Gesetzesänderung wird es für Muslime so gut wie unmöglich, sich als offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft zu registrieren. Nach neuesten offiziellen Zählungen gibt es in der Slowakei aktuell 2.000 Muslime u. keine einzige anerkannte Moschee.

Die „Islamische Stiftung in der Slowakei“ schätzt die Zahl der Muslime jedoch auf rund 5.000
Das neue Gesetz soll vor allem verhindern, dass Gruppierungen wie die „Kirche des fliegenden Spaghetti-Monsters“ in der Slowakei Anerkennung als Religionsgemeinschaft erlangen. Die parodistische Bewegung entstand 2005 u. hat weltweit Anhänger. Der SNS-Vorsitzender Andrej Danko sagte aber auch: „Wir müssen alles tun, damit in Zukunft keine Moschee gebaut wird.“ Die Slowakei hat 5,4 Mio. Einwohner u. 62 % davon gelten als römisch-katholisch. Danko hatte bereits Schritte gefordert, um das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit zu verbieten.
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Re: Slowakei

Beitrag von Dissident am Mo Jan 29, 2018 4:49 pm

https://hartgeld.com/infos-eu.html

Salesman: Nun muss ich mal eine Lanze für meine Lieblings-Osteuropäer brechen, den Slowaken.
Die Slowaken haben vergangenes Jahr Österreich ausgeholfen und ein paar (hundert) Vergewaltiger, Terroristen und illegale Asylneger abgenommen. Leider wurde diesem Klientel weder Executive Lounges und Junior Suiten angeboten, noch wurde für Sie extra gekocht.
Als diese Goldstücke dann noch über den Slowakischen Harz4 Satz informiert wurden, sind diese rasch wieder geflüchtet. Die Slowakei ist eh schon lange ein Geheimtipp für Fluchtburgen.
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Re: Slowakei

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