KL Mauthausen

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Außenlager STEYR-Münichholz

Beitrag von Dissident am Mi Aug 24, 2016 5:34 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||43 .. Ab Anfang 1942 bauen 300 Häftlinge, vor allem Spanier, das Lager auf. Die Gesamtzahl der hier Inhaftierten ist nicht bekannt. Ende 1944 sind 2.000 Personen in Steyr in KZ-Haft. Sie stammen aus der Sowjetunion, Polen, Jugoslawien, Spanien u. Frankreich .. In Steyr sterben mind. 295 Häftlinge ..
Die Steyr-Daimler-Puch AG entwickelt sich nach 1938 rasch zum größten Rüstungskonzern auf dem Gebiet Österreichs. 1941 baut sie in Steyr unter anderem ein Flugmotorenwerk, zu dem täglich ein Häftlingskommando aus dem KZ-Mauthausen anrückt. März 1942 wird für die KZ-Häftlinge ein eigenes Außenlager errichtet. Die Häftlinge sind in der Produktion von Kugellagern u. Flugmotoren, beim Bau von Luftschutzstollen sowie bei Aufräumarbeiten nach Luftangriffen eingesetzt ..
Die Häftlinge sind in einem Barackenlager im Steyrer Stadtteil Münichholz untergebracht ..
Lagerführer ist Aug. 1943 bis Mai 1945 SS-Obersturmführer Otto Heess. Am 5.5.1945 befreien US-Truppen das Lager Steyr-Münichholz.

http://www.mkoe-steyr.net/informationen/kz-steyr/ .. Für die Stadt Steyr mussten sie Strassen u. Luftschutzbunker bauen .. April 1945 wurde mit 3.090 der höchste Häftlingsstand erreicht, da mehrere Evakuierungsmärsche aus dem KZ Wiener Neustadt über Steyr geführt wurden .. Auch bei den Luftangriffen auf die Steyr-Werke Februar/April 1944 kamen Häftlinge um. Im Veraschungsbuch der Stadt Steyr sind 226 Häftlinge namentlich erfasst, deren letzter Aufenthaltsort das KZ Steyr-Münichholz war u. die im Steyrer Krematorium verbrannt wurden ..
ukrainische KZ-Häftling Berimez Wladimir Maximowitsch .. José Martinez Carpio .. Jakob Rosenmann .. Hufnagel Alfred .. Der spanische Häftling José Borras schildert:
„Die Versorgung der Nebenlager wurde immer von der Verwaltung von Mauthausen aus durchgeführt. Mit LKW wurden in einem großen Umkreis an die abhängigen Nebenlager große Kisten mit versch. Lebensmitteln, wie Brot, Würste, Fleisch, Gemüse, Fette, usw. aber auch Wäsche sowohl für die Garnison als auch für die Häftlinge unter großer Sicherheitsvorkehrungen transportiert.“ ..
Aus dem Rapportbuch des KZ Mauthausen ist die Anzahl der Häftlinge des Nebenlagers Steyr vom 17.2.1944 bis 15.3.1945 ersichtlich:
17. Februar 1944: 1022
1. März 1944: 1016
1. April 1944: 1474
1. Mai 1944: 1382
1. Juni 1944: 1402
1. Juli 1944: 1381
1. August 1944: 1377
1. September 1944: 1560
1. Oktober 1944: 1797
1. November 1944: 1791
1. Dezember 1944: 1943
1. Jänner 1945: 1971
1. Februar 1945: 1759
1. März 1945: 1623
15. März 1945: 1502
25. April 1945: 3090
29. April 1945: 2918
Vom 30.3. bis 18.4.1945 wurden die Nebenlager Peggau, Leibnitz, Hinterbrühl, Floridsdorf I u. II. Saurer-Werke Wien, St. Ägyd, Hirtenberg, Melk, Amstetten, Wiener Neustadt sowie Wiener Neudorf aufgelöst u. die gehfähigen Häftlinge vielfach übers Nebenlager Steyr nach Mauthausen, Gusen oder Ebensee überstellt ..

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Nebenlager_Steyr-M%C3%BCnichholz .. Das Nebenlager wurde am 14.3.1942 in der Haagerstraße in Münichholz gegründet .. In den Steyr-Werken waren seit Frühjahr 1941 ca. 300 Häftlinge aus Mauthausen für Bauarbeiten eingesetzt. Diese wurden täglich mit der Bahn von Mauthausen nach Steyr u. zurück transportiert. Ab Herbst 1941 bemühte sich die Firmenleitung wg. des zunehmenden Mangels an Facharbeitern, fachlich geeignete KZ-Häftlinge für die anlaufende Fertigung von Flugmotoren u. Wälzlagern zu bekommen u. zwar in einem eig. Nebenlager. Georg Meindl schrieb am 5.1.1942 an Ernst Kaltenbrunner:    „[…] soll es sich möglichst um Metallfacharbeiter oder um solche Kräfte handeln, welche sich für Maschinenarbeit anlernen lassen. Das tägliche Zurückbringen dieser Häftlinge nach Mauthausen erfordert nicht nur einen größeren Einsatz von Bewachungsmannschaften, sondern mindert auch die Arbeitsleistung der Häftlinge.“
Die Einrichtung eines Nebenlagers in der Justizanstalt Garsten wurde von der Justiz abgelehnt, worauf Frühjahr 1942 ein Barackenlager in der Nähe des Werksgeländes errichtet wurde ..
.. kranke Häftlinge wurden ins Hauptlager zurückgeschickt .. Durch die US-Luftangriffe am 23. u. 24.2.1944 sowie am 2.4.1944 wurden die Werke schwer beschädigt, sodaß die bereits laufende Verlagerung der Produktion in weniger gefährdete Bereiche forciert wurde. Die Flugmotorenfertigung wurde nach Wien verlegt, die Wälzlagerfertigung nach Linz, Gewehrläufe wurden in Gusen produziert ..
Das letzte noch erhaltene Gebäude, die Lagerkantine, wurde 1993 abgerissen, bevor dort eine Dokumentationsstätte über das Lager errichtet werden konnte. Im Lamberg-Stollen in Steyr, einem von KZ-Häftlingen errichteten Luftschutzbunker, gibt es seit 2013 eine dauerhafte Ausstellung über Zwangsarbeit unter dem Titel „Stollen der Erinnerung“ ..

https://web.archive.org/web/20080626003534/http://bob.swe.uni-linz.ac.at/Ebensee/Betrifft/42/kzsteyr42.php .. Gedenkfeier .. Unter den franz. Gästen waren 4 ehem. Häftlinge, die das KZ-Steyr-Münichholz überlebt hatten. Jean Guerbette .. Renè Breton .. Daniel Vélu ..

http://derstandard.at/1319183142449/Stollen-der-Erinnerung-Dauerausstellung-in-Steyrer-KZ-Stollen-ab-2013 .. Lamberg-Stollen .. Die 140 Meter lange, hufeisenförmige Anlage befindet sich unter dem Schloss Lamberg .. Leserkommentar: ".. gibt es nicht in der gegend ennsleite/gelände ehem. steyr-werke ausgedehntere stollensysteme, erinnere mich dunkel, da mal was von einem "tunnelforscher" gelesen zu haben..."

https://web.archive.org/web/20080626003534/http://bob.swe.uni-linz.ac.at/Ebensee/Betrifft/42/kzsteyr42.php .. ist ein letzter Rest des KZ bis März 1993 erhalten geblieben: die ehem. Lagerkantine. Hier sollte nach Vorstellung des Komitees „Mauthausen Aktiv Steyr„ eine Dauerausstellung über das ehem. Lager, eine Dokumentation der NS-Zeit in Stadt u. Region Steyr in Form einer Zeitgeschichte-Werkstätte entstehen. Das Komitee schlug der Stadtverwaltung Steyr vor, das Gebäude für diesen Zweck anzukaufen. Auch eine Besichtigung durchs Denkmalamt fand statt. In einer Nacht- u. Nebelaktion ließ jedoch der Besitzer kurz darauf die Baracke abreißen. Die Proteste in der Öffentlichkeit konnten daran nichts ändern. Die neue Lösung wurde vom Museum Arbeitswelt ermöglicht, die auf dem Museumsareal befindliche Baracke – wie das Museum selbst ein alter Industriebau der ehem. Messerfabrik Hack – wurde zur Verfügung gestellt. Das nunmehr Zeitwerkstatt benannte Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Historiker Bertrand Perz, dem Komitee „Mauthausen Aktiv Steyr„, Mitarbeitern des Museums u.a. Personen erstellt ..


Zuletzt von Dissident am Sa Jan 20, 2018 11:55 am bearbeitet; insgesamt 10-mal bearbeitet
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Außenlager GREIN

Beitrag von Dissident am Mi Aug 24, 2016 5:58 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||14 --- Februar 1945 arbeiten 120 KZ-Gefangene in Grein. Es sind vor allem italienische Schutzhäftlinge sowie sowj. Zwangsarbeiter u. Kriegsgefangene. Am 16.2.1945 flüchtet der sowj. Häftling Piotr Narishny. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt ---
Die Firma Voigt & Haeffner produziert elektrische Schaltgeräte u. -anlagen, unter anderem für die Luftrüstung. Sommer 1944 übersiedelt das Linzer Zweigwerk ins Schloss Greinburg, das zu diesem Zweck baulich adaptiert wird. KZ-Häftlinge müssen im Auftrag der Baufirma Koller den Keller ausbauen u. Baracken errichten. ---
Dauer des Bestehens: 4.2.1945 bis 19.2.1945


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Außenlager AMSTETTEN

Beitrag von Dissident am Mi Aug 24, 2016 6:00 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||8 --- Am 16. u. 19.3.1945 wird der Bahnhof Amstetten, ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt des Deutschen Reiches, bei alliierten Luftangriffen schwer beschädigt. Die Aufräumungs- u. Reparaturarbeiten erledigen Häftlinge aus Mauthausen. Am 20.3.1945 wird kurzfristig ein zusätzliches Arbeitskommando von 495 weibl. KZ-Häftlingen nach Amstetten geschickt ---
Ein Luftangriff am 20.3.1945 fordert unter den Häftlingen eine unbekannte Zahl an Todesopfern --- Die Häftlinge sind in einem Gebäude des Militärlagers II der Wehrmacht, südlich der Stadt Amstetten, untergebracht. Erste Häftlinge werden Anfang April 1945 ins Stammlager Mauthausen rücküberstellt. Am 18.4. löst die SS das Lager endgültig auf und transportiert die noch verbliebenen 1.500 Häftlinge ebenfalls nach Mauthausen.

Anm. Dissident: Ist die obige Datumsangabe der Bombardierung des Amstettener Bahnhofs richtig? Auf dem Luftbild der US-AirForce wird der 19.2.1945 angegeben...



Zuletzt von Dissident am Mi Nov 22, 2017 10:36 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Außenlager TERNBERG

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:36 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||44 --- Etwa 400 KZ-Häftlinge sind in Ternberg inhaftiert. Die meisten sind Gegner des faschistischen Regimes aus Spanien, die aus dem aufgelösten Außenlager Vöcklabruck hierher überstellt werden --- Zur Stromversorgung der neu gegründeten Industriebetriebe in Oberösterreich werden entlang des Flusses Enns mehrere Kraftwerke gebaut. Die Deutsche Bergwerke u. Hüttenbau GmbH, ein Tochterunternehmen der Reichswerke „Herman Göring“, errichtet ab 1939 ein Wasserkraftwerk in Ternberg. Sie setzt dazu auch fast 2.000 Zwangsarbeiter ein.


Ab Mai 1942 müssen KZ-Häftlinge aus Mauthausen nicht nur in der Baugrube des Kraftwerks arbeiten, sondern auch im Steinbruch u. beim Straßenbau --- Die KZ-Häftlinge werden in 6 durch Stacheldraht abgetrennten Baracken innerhalb des bestehenden Zwangsarbeiterlagers untergebracht --- Der Bau des Kraftwerks wird im Sept. 1944 kriegsbedingt eingestellt. Die SS löst das KZ-Außenlager am 18.9.1944 auf u. transportiert die Häftlinge ins Stammlager Mauthausen --- Nach 1945 wird das Kraftwerk von der Ennskraftwerke AG fertiggestellt u. 1950 in Betrieb genommen.


Zuletzt von Dissident am Di Okt 10, 2017 4:06 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Außenlager GROSSRAMING

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:40 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||15 --- Insges. werden etwa 1.800 KZ-Häftlinge nach Großraming transportiert --- Nach Angaben der SS verüben 7 Häftlinge Selbstmord, 17 werden „auf der Flucht erschossen“. Beinahe ein Drittel der KZ-Gefangenen wird als arbeitsunfähig ins Stammlager Mauthausen rücküberstellt --- Für die neu gegründeten Industriebetriebe in Oberösterreich müssen die Nationalsozialisten die Stromversorgung sicherstellen. Die Kraftwerke Oberdonau AG errichtet mehrere Wasserkraftwerke entlang des Flusses Enns. Eine Arbeitsgemeinschaft der Bauunternehmen Rella & Co u. Kunz & Co führen den Bau des Kraftwerkes durch. Weitere Baufirmen errichten die dafür notwendigen Straßen u. Brücken. Die KZ-Häftlinge werden sowohl beim Kraftwerksbau als auch bei den Erschließungs-arbeiten eingesetzt --- Die Häftlinge sind in einem 14 Baracken umfassenden Lager direkt neben der Enns untergebracht --- Die Bauarbeiten am Kraftwerk werden Sommer 1944 weitgehend eingestellt u. die Häftlinge – nach Auflösung des Lagers – am 29.8.1944 nach Mauthausen rücküberstellt ---


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Außenlager DIPOLDSAU

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:42 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||10
Etwa 130 KZ-Gefangene sind in Dipoldsau --- Am Ufer der Enns wird ein Barackenlager errichtet --- KZ-Häftlinge müssen für die Kraftwerke Oberdonau AG im Zuge der Errichtung des Wasserkraftwerkes Großraming Straßen, Brücken u. einen Floßaufzug bauen. Einige Häftlinge sind zudem bei der Arbeit in einem Steinbruch eingesetzt --- Das Außenlager Dipoldsau wird Ende August 1944 aufgelöst.


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Außenlager MELK, "Quarz"

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:46 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||31 - Anf.1944 errichtet der SS-Sonderstab Kammler gemeinsam mit der Quarz GmbH, einer Tochter der Steyr-Daimler-Puch AG eine 65.000 m² große unterirdische Fabrik nahe Melk. Sie soll der vor Luftangriffen sicheren Fertigung von Kugellagern, Flugmotoren u. Panzern der Steyr-Daimler-Puch u. der Flugmotorenwerke Ostmark, dienen, deren Produktion aus Steyr, Graz, St. Valentin u. Wr.Neudorf nach Melk verlagert werden soll .. Insges. werden mehr als 14.000 KZ-Häftlinge nach Melk transportiert .. 1.440 Arbeitsunfähige werden ins Stammlager zurücktransportiert .. Die Gefangenen werden in der Freiherr v. Birago-Kaserne in Melk untergebracht. Sie müssen die Kasernenbauten um zusätzliche Baracken erweitern .. von 11.-15.4.1945 räumt die SS das Lager vor der herannahenden sowj. Armee .. In mehreren Gruppen werden die Gefangenen mit Schiff, Bahn u. zu Fuß nach Mauthausen u. ins Außenlager Ebensee transportiert.

Buchtipp: "Projekt Quarz. Steyr-Daimler-Puch und das Konzentrationslager Melk" von Bertrand Perz, Wien 1990

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Melk  .. am 21.4.1944 für 500 Häftlinge eröffnet .. bei Roggendorf riesige Stollen .. Die Häftlinge wurden auch zur Errichtung versch. Barackensiedlungen in der Umgebung u. der „Luftwaffen-Siedlung“ in Loosdorf eingesetzt. Weitere Opfer .. Dienst in einem großen Sägewerk in Amstetten, das Pölzholz für die unterirdischen Anlagen herstellte ..
Die Kaserne Melk wurde in 2 Bereiche eingeteilt: Der 1. Bereich war der Häftlingsbereich, bestehend aus Teilen der Kaserne u. mehreren Holzbaracken. Herbst 1944 wurde dort auch ein eig. Krematorium errichtet. Der Häftlingsbereich wurde mit doppeltem Stacheldrahtzaun u. einer Kette von Wachtürmen mit MG-Ständen umgeben. Dieser Bereich war in 18 Blöcke unterteilt. Weiterhin existierten dort Werkstätten, 1 Entlausungsanlage, Krankenrevier, Schreibstube u. weitere Einrichtungen.
Der 2. Bereich umfasste die Räume für SS-Mannschaften bzw. die Luftwaffe u. diente der Unterbringung der Wachmannschaften. Hierzu wurden wiederum Teile der alten Pionierkaserne verwendet, jedoch auch neue Steinbaracken errichtet. Diese befanden sich außerhalb der Kaserne, auf der anderen Seite der Straße. Weiterhin wurde in Loosdorf eine eig. Wohnanlage für Wachmannschaften u. deren Familien gebaut.
Innerhalb des 1-jährigen Bestehens sind bis März 1945 dort mind. 14.390 Häftlinge .. eingeliefert worden ..
Am 8.7.1944 fand ein US-Luftangriff auf das Lager statt, der etwa 400 Häftlingen den Tod brachte .. Es existieren exzellente Aufklärungsfotos des Lagers vom 19.11.1944 .. Die Wachmannschaft bestand aus 500 Soldaten der Luftwaffe, die Herbst 1944 durch die Waffen-SS übernommen wurden ..
.. gingen große Häftlingstransporte am 11.4.1945 nach Mauthausen (1500), am 13.4.1945 (4400) u. 15.4.1945 (1500) nach Ebensee ..
Das KZ Melk wurde am 8.5.1945, völlig menschenleer stehend von der Roten Armee erreicht ..
Das Außenlager wurde bald nach der Befreiung für Umsiedler genutzt u. nachdem das Gelände 1950 in den Besitz der Stadt Melk überging, wieder seiner ursprünglichen Funktion als Kaserne zugeführt .. In der Gedenkstätte, dem ehem. Krematorium, wurde eine neue Ausstellung eingerichtet ..

http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/katalog/gedenkstaette_melk .. Melk wurde innerhalb eines Jahres zum drittgrößten Außenlager des KZ Mauthausen .. fiel die Wahl des Standortes auf den geologisch u. verkehrstechnisch günstig gelegenen Wachberg bei Roggendorf. Da dieser Hügel aus Quarzsand besteht, erhielt das Unternehmen den Decknamen Quarz. Der größte Teil der Häftlinge des Lagers Melk war im Stollenvortrieb tätig. Die Häftlinge wurden von der SS an die dort tätigen Baufirmen vermietet ..

https://www.youtube.com/watch?v=l3LiLe1byQA .. Der polnische Häftling Jerzy Michnol erinnert sich an die Zeit im KZ Melk
https://www.youtube.com/watch?v=swt3wwvj5_M .. Andrew Sternberg erinnert sich an seine Zeit als Häftling im KZ Melk
https://de.wikipedia.org/wiki/Ladislaus_Sz%C3%BCcs .. Ladislaus Szücs (1909-2000) war in den KZ Auschwitz u. Mauthausen sowie dessen Außenlager Melk u. Ebensee inhaftiert .. Autor von: Zählappell. Als Arzt im Konzentrationslager. Hrsg. u. mit einem Vorwort versehen von Ernst-Jürgen Dreyer ..


Zuletzt von Dissident am Mi Jan 03, 2018 5:21 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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Außenlager EISENERZ

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:48 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||12
Bis zu 469 KZ-Häftlinge befinden sich Sommer 1944 in Eisenerz --- Regelmäßig werden aber Gruppen von kranken u. arbeitsunfähigen Häftlingen ins Stammlager Mauthausen abtransportiert u. durch andere, arbeitsfähige ersetzt --- Die Österr.-Alpine Montangesellschaft, seit 1939 in die Reichswerke „Hermann Göring“ eingegliedert, betreibt den Abbau der Erzvorkommen am steir. Erzberg --- Das Barackenlager zur Unterbringung der KZ-Gefangenen wird im Gsollgraben unweit der Kleinstadt Eisenerz errichtet --- März 1945 wird das Lager Eisenerz aufgelöst, die Häftlinge werden ins KZ-Außenlager Peggau überstellt ---  Von Bruck an der Mur werden die KZ-Häftlinge nach Mauthausen transportiert.


Zuletzt von Dissident am Mi März 08, 2017 4:10 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Außenlager ST. AEGYD

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:52 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||36 --- Die SS nimmt am Ortsrand von St. Aegyd am Neuwalde ein Grundstück der Kirche in Besitz. Darauf wird das Häftlingslager, bestehend aus 2 Unterkunftsbaracken u. 1 Wasch- u. Latrinenbaracke, errichtet --- Insges. werden 497 Häftlinge nach St. Aegyd transportiert --- Unter dem Namen Kraftfahrtechnische Versuchsanstalt der Waffen-SS lässt die Kraftfahrtechnische Lehranstalt (KTL-Wien), die ihren Sitz in Wien-
Schönbrunn hat, KZ-Häftlinge in St.Aegyd mit dem Bau einer Stollenanlage beginnen. Zu einer Nutzung der Stollen kommt es nicht mehr. Heute vermutet man, daß hier Versuche mit einem neuartigen Turboantrieb für Panzermotoren angestellt werden sollten. Die Häftlinge werden auch beim Wegebau, bei Forstarbeiten u. in der Holz-
verarbeitung eingesetzt --- Nach nur 2 Monaten wird mehr als die Hälfte der Gefangenen als arbeitsunfähig eingestuft. 46 Häftlinge sterben im Lager, mehr als 140 werden ins Stammlager Mauthausen zurücktransportiert --- Am 1.4.1945 wird das Lager gleichzeitig mit den Außenlagern im Großraum Wien geräumt.

301 Häftlinge werden mit der Bahn nach St. Pölten transportiert u. von dort zu Fuß nach Krems an der Donau --- Nach kurzem Aufenthalt in der Strafanstalt Stein geht der Transport mit der Bahn weiter. Am 4.4.1945 treffen die Gefangenen in Mauthausen ein. Im Zuge der Evakuierung kommen 4 Häftlinge ums Leben.

Aus dem Buch "Das KZ-Aussenlager St.Aegyd am Neuwalde" von Christian Rabl:
--- Im Okt. 1944 folgte die Beschlagnahmung von Caritashaus u. Hauptschule der Pfarre St.Aegyd durch die SS ---
Das Lager St.Aegyd wurde am 2.11.1944 .. eröffnet. An diesem Tag kamen die ersten 300 Häftlinge .. mit dem Zug aus Mauthausen --- das Lager wurde nicht rechtzeitig fertig --- Das Lager firmierte unter der offiziellen Bezeichnung "Kraftfahrtechnische Versuchsanstalt der Waffen-SS" (KVA), wurde aber beispielsweise im Mauthausener Rapportbuch bis zum 11.Nov. unter der Bezeichnung "KTL-Wien" geführt u. taucht in späteren Listen des Hauptlagers auch unter dem Namen "KTL-St.Aegyd" auf ---
.. war durch die angrenzenden Geleise auch eine gute Verkehrsanbindung gewährleistet --- Zeitzeuge Franz Hölzl berichtet, vom Hauptbahnhof St.Pölten aus sei eine direkte Gleisverbindung zwischen Westbahn u. Traisentalbahn errichtet worden .. direkte Verbindung Wien-St.Aegyd ---
Der eigentliche Schutzhaftlagerbereich nahm vom gesamten .. Areal weniger als 10% ein (ca. 4.073m²) und befand sich am östlichen Ende des Pfarrgrundstücks, dort wo die heutige Pfarrsiedlung endet. Noch bevor allerdings der eigentliche Bereich des KZ entstand, errichteten Zwangsarbeiter in unmittelbarer Nähe bereits Werkstätten ---
"Es begann mit der Ausmessung einer Längsstraße durch die Pfarrwiese vom Hause Nr. 24 bis zur Villa Amt Weißenbach Nr. 128. Alsbald entstanden Baracken zu beiden Seiten der geplanten Straße. Unterhalb des Friedhofes wurde eine Halle für eine Großtischlerei gezimmert. Neben dem Gemeindefriedhof schuf man eine Küche. Auch elektrisches Licht und Wasser waren zugeführt worden. Nunmehr konnte man die Unterkünfte mit Arbeitskräften aus der Ukraine besetzen. Außerdem vollzogen noch Maurer und Zimmerer den Bau von 2 Parallelbaracken im unteren Teil der Pfarrwiese. Jede hatte einen Fassungsraum für 150 Personen." --- Häftlingshöchststand: 303 Männer ---
Sowohl Schutzhaftlager als auch Werkstättenbaracken wurden offenbar nicht von den KZ-Häftlingen selbst errichtet sondern bereits in den Monaten vor ihrer Ankunft ---
Neben den 2 Häftlingsbaracken wurden ein Waschraum und damit verbunden eine Latrine errichtet --- das gesamte Lager war von einem etwa 3m hohen Zaun umgeben ---
Kurt Frey, Zeuge in den beiden Prozessen und nach eig. Angaben ab Sept. 1944 Angeh. der SS-Wachmannschaften von St.Aegyd, gab zu Protokoll, Dass "die Umzäunung des Lagers nur aus gewöhnlichen Stacheldraht bestand, der nicht unter Strom stand." --- 4 Wachtürme an den Ecken des Stacheldrahtzauns ---
Zeitzeugen erinnern sich, daß bald nach Eröffnung des Lagers damit begonnen wurde, auf dem Areal hinter der heutigen Hauptschule einen Stollen auszuheben ---
--- nach der Räumung wurden die Baracken noch für einige Wochen als Lazarettlager verwendet, danach aber abgebaut oder verkauft --- Binnen weniger Wochen wurden die Baracken abgerissen, der Stollen zugeschüttet u. das ehem. Lagerareal in kleine Baugrundstücke zerteilt u. veräußert ---
Nach einer Anzeige ehem. Häftlinge musste sich der Rapportführer Anton Perschl .. verantworten ... der zu Protokoll gab, einem in die Dunkelheit flüchtenden Häftling aus mehr als 20 Metern Entfernung .. in den Hinterkopf geschossen zu haben. Perschl stritt keineswegs ab, immer wieder Häftlinge "georfeigt" zu haben, dies sei aber stets nur zu ihrem eigenen Schutz geschehen, um sie vor dem Strafkommando in Mauthausen zu bewahren. Das Gericht .. verhängte eine Freiheitsstrafe, die bereits durch die U-Haft abgesessen war --- konnte das Gericht der Argumentation Perschls in folgender Weise zustimmen:
"Es ist zweifellos richtig, dass es sich in Ansehung der dort angehaltenen Personen zum Grossteil um Gewohnheitsverbrecher gehandelt hat, deren Behandlung einem anderen Maßstab zu unterstellen ist, als bei sonstigen arbeitswilligen Menschen. Es ist ferner richtig, dass eine im Aussenlager vorgenommene Disziplinierung - selbst vom Gesichtspunkte der Angehaltenen aus - immer noch eine menschlichere Bestrafung darstellte, als die ansonsten zu gewärtigende Rücküberstellung in das KZ Mauthausen und der damit allfällig verbundenen Einreihung in die Arbeitskompagnie."

Im Falle des St.Aegyder Lagerführers Willi Auerswald kam es in Dachau zur Anklage .. das den Reichsdeutschen .. 1947 zum Tode verurteilte. In den folgenden Jahren wurde die Strafe mehrfach reduziert, ehe Auerswald .. 1955 .. freigelassen wurde, und 1 Jahr später verstarb ---
die wochenlangen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt waren für die Häftlinge nur schwer auszuhalten ---
Mehrere Zeugen gaben vor dem Volksgerichtshof an, dass sich die Häftlinge von den umliegenden Bauern Most in größeren Mengen beschaffen konnten ---
Im Gegensatz zu den größeren Außenkommandos war in St.Aegyd kein ständiger SS-Arzt stationiert. Der Mediziner Richard Plättig, Lagerarzt in Wr. Neudorf, gab aber im Rahmen des Verfahrens gegen Lagerführer Willi Auerswald an, Ende 1944 in St.Aegyd gewesen zu sein ---

Lager-Meldung: "Nach KLM wurden rücküberstellt: am 4.April 1945 vom Kdo. St.Aegyd 297 Häftlinge."
- - -
1. Häftlingstransport nach St.Aegyd am 2.11.1944: 300 Männer .. 3 große Gruppen: Facharbeiter, Hilfsarbeiter u. Funktionshäftlinge ---
Berufsgruppen: 20 Maurer, 20 Tischler, 20 Zimmerleute, 14 Schlosser, 8 Stellmacher, 7 Betonarbeiter, 6 Maler, 6 Elektriker, 5 Spengler, 4 Maschinenführer, 3 Schneider, 3 Schuster, 2 Sanitäter, 2 Schmiede, 2 Schweißer, 2 Friseure u. 1 Installateur ---
Funktionshäftlinge: 10 Kapos, 1 Lagerschreiber u. 3 Schreiber ---
8 der St.Aegyder Häftlinge waren "BV-er", wie die kriminellen Häftlinge oder "Berufsverbrecher" im Lagerjargon zumeist bezeichnet wurden ---
Die "SV-Haft" bezog sich auf die Personengruppe, .. die für unbestimmte Zeit aus Justizanstalten in KZ überstellt wurden ---
"RZA-Häftlinge" = russische Zivil Arbeiter ---

Rücktransport nach KLM vom 8.1.1945 --- 27.12.1944 .. Brief an SS-Ostf. Dittmann in KLM: "Von den hierher am 3.11.44 überwiesenen Häftlingen sind inzwischen 29 gestorben und einer ist nach Mauthausen überstellt worden, sodass insgesamt ein Defizit von 30 Häftlingen besteht. Ich bitte den Stand der Häftlinge auf die ursprüngliche Anzahl von 300 Mann zu ergänzen und der hiesigen Lagerführung Mitteilung zu machen, wann die Häftlinge abgeholt werden können." ---
.. begab sich der im Lager Wr. Neudorf stationierte SS-Arzt Richard Plättig nach St.Aegyd und unterzog die Häftlinge einer Untersuchung. Er stellte bei 160 Häftlingen Arbeitsunfähigkeit fest und empfahl deren sofortige Rücküberstellung nach Mauthausen. Warum letztlich nur 91 Häftlinge rücküberstellt wurden, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. 3 Tage nach dem Rücktransport vom 8.1. wandte sich die Bauleitung von St.Aegyd neuerlich an Mauthausen:
"Auf meine Bitte vom 27.12., mir meine Häftlinge auf den Stand von 300 Mann zu ergänzen, haben Sie mir leider mitgeteilt, dass dies z.Zt. nicht möglich sei. Inzwischen sind ausserdem 90 Häftlinge die hier auf keinen Fall mehr in Einsatz gebracht werden konnten, nach dorthin abgestellt worden, sodass wir insgesamt nur 105 einsatzfähige Leute hier haben. Dieser Stand reicht auf keinen Fall aus zur Deckung des Bedarfs. Ich bitte Sie dringend,Obersturmführer, mir entweder die 90 zuletzt überstellten Häftlinge oder wenigstens die 37 verstorbenen oder sonst wie vorher überstellten Leute baldmöglichst zu ersetzen, da ich hier alle Arbeiten sonst stoppen müsste."
---
Am 3.2.1945 hatte die SS-Bauleitung die Hoffnung auf einen neuen Häftlingstransport offenbar bereits aufgegeben, in einem Schreiben ans Hauptlager:
" --- lediglich 120 noch arbeitsfähig, der Rest verstorben .. revierkrank oder auf Anordnung des Mauthausener Lagerarztes rücküberstellt ..."
Darüber hinaus zeigte der Bauleiter aber auch Verständnis für die Situation im Hauptlager, denn wie er aus einem Bericht des Schutzhaftlagerführers Auerswald wisse, sei dort inzwischen das Fleckfieber ausgebrochen ---
am 20.2. wurden weitere 50 arbeitsunfähige Häftlinge zurück nach Mauthausen transportiert --- kamen am 21.Febr. 185 "neue" Häftlinge in St.Aegyd an ---
Während alle  bisherigen Häftlinge direkt vom Hauptlager nach St.A. gekommen waren, kamen die des letzten Zugangstransportes bereits aus Nebenlagern, wie etwa Melk, Linz III, Loiblpass, Klagenfurt, Steyr, Gusen oder Eisenerz ---
.. die Schließung des Außenkommandos stand wegen der täglich näherrückenden Front allerdings unmittelbar bevor --- sowj. Truppen erreichten St.Aegyd am 9.5.1945 ---
Die Häfltinge bekamen für den Rücktransport ins KLM Marschverpflegung, die aus einem Brot u. ein wenig Margarine bestand. Vormittag des 1.4.1945 in 2 Waggons gepfercht .. 1 Waggon für für die SS bestimmt .... in St.Pölten geriet die Fahrt ins Stocken, da die Gleisanlagen völlig zerstört waren. Die Häftlinge mussten unter SS-Aufsicht zu Fuß weiter u. verbrachten die Nacht im Freien. Auch die Nacht vom 2. auf 3.4. im Freien bei Minusgraden u. Schnee ... Am Abend des 3.4. erreichte der Marsch das Gefängnis Krems/Stein ... Nachdem sie neuerlich etwas Marschverpflegung bekommen hatten, wurde der Rücktransport fortgesetzt:
"Unser Lagerführer .. war so menschlich, daß er für jene, die nicht marschieren konnten einen Bauernwagen beschlagnahmt hat u. hinter Stein hat er dann einen Zug angehalten u. die Zivilbevölkerung musste 2 Waggons räumen." ---
2 Häftlinge sollen v. Lagerführer Auerswald u.a. SS-Wachen erschossen worden sein, weil sie sich geweigert hatten, während eines Fliegerangriffes in Deckung zu gehen ---
Rajmund Pajer kann sich nicht an Erschießungen erinnern ... einige suchten ihr Heil in der Flucht .. "We arrived somewhere near Enns and we were on foot again. When we crossed from Enns over to Mauthausen over the Danube you know its a steel bridge near Mauthausen. And that was when some of our guys jumped to the water."
---

die als Kapos eingesetzten Häftlinge .. befanden sich schon seit der Anfangsphase in Mauthausen. Bei ihnen handelte es sich überwiegend um "kriminelle Häftlinge" mit grünem Winkel --- Besonders brutal gegenüber seinen Mithäftlingen verhielt sich der Lagerälteste .. "Toni der Lahme" .. vermutlich Anton Hornacek (Nr.200) ... seine Aufgabe: für Ruhe und Ordnung zu sorgen, .. dabei unterstützten ihn die beiden Blockältesten Karl Kreitner und Ludwig Koczwara ..
--- In den letzten Kriegstagen rächten sich die Grausamkeiten der Kapos und viele von ihnen bezahlten .. mit dem Leben, wie beispielsweise der Lagerälteste Anton Hornacek ... lt. Rajmund Pajer war es Popovic, der Hornacek nach der Befreiung des KZ Mauthausen an Ort und Stelle gelyncht hat ---
Während im Hauptlager zumindest in den letzten Kriegsmonaten teilweise politische Häftlinge die Macht unter den Häftlingsfunktionären an sich rissen, bestand die Lageraristokratie in St.Aegyd großteils aus kriminellen Häftlingen ---

Im Mai 1945 wurden .. in St.Aegyd zahlreiche Unternehmen beschlagnahmt und öffentlicher Verwaltung (Anm. Dissident: der prov. Regierung Österreichs bzw. der Besatzungsmächte) unterstellt. Das ehem. KZ-Lager war von dieser Regelung ebenfalls betroffen: "Am 22.5.1945 wurde die Kraftfahrtech. Lehranstalt der Waffen-SS in St.Aegyd (Barackenlager ohne Maschinen) beschlagnahmt ... Als öffentliche Aufsichtsperson und Verwalter wurde Hr. Walter Walch bestimmt."
Auch der Betrieb der Fa. Schmidt & Junk wurde beschlagnahmt ... auch hier Walch als Verwalter ... auch das Unternehmen Stephansdach wurde "als zur Hälfte arisierter Betrieb" beschlagnahmt. Der Besitzer, Hr. Heinrich Stephan wurde am 18.7.1945 ins Anhaltelager Lilienfeld überstellt, von wo er aber flüchten konnte.

Arbeitseinsatz
--- Nov./Dez. 1944 Gruben ausheben für Betonfundamente --- Baracke für SS-Bauleitung fertigstellen --- Stollenbau --- Graben ausheben für Wasserleitung --- Schotter u. Sand gewannen die Häftlinge im Rotenbach, einem kleinen Tal nahe St.Aegyd, dort wurden die LKW beladen --- direkt im und ans Lager angrenzend war ein Steinbruch, in dem die Häftlinge mit Krampen u. Schaufeln arbeiteten (vermutlich beim Stollen) --- Bericht zum Stollen: "Und da waren noch 2 Tage Bohrungen. Als Zivilarbeiter war eingesetzt ein Bergmann. Sie haben den gebracht aus Kolmar, jetzt ist das in Polen. Der war ja ein Fachmann, ein Bergmann. Er hat die Aufsicht über die Bohrarbeiten gehabt und hatte auch 2x abgeschossen Gesteine." ---
Baumfällarbeiten im ans Lager angrenzenden Pfarrwald .. steiles Gelände, große Schneemengen --- das Holz wurde in der Lager-Zimmerei und -Tischlerei weiterverarbeitet --- Straßenbau für Lagerzufahrt --- Gleisarbeiten --- Kläranlage bzw. Kiesgrube --- und Einsatz in den Werkhallen des Lagers ---
die offizielle Bezeichnung des Lagers St.Aegyd - "kraftfahrtechnische Versuchsanstalt" - lässt vermuten, daß hier die in Wien entworfenen Prototypen ersten Tests unterzogen werden sollten ---

Technische Fachkräfte
Vor allem bei den baulichen Tätigkeiten der SS standen die Häftlinge meist unter der Leitung von Technikern diverser Baufirmen. Wie aus den St.Aegyder Hägtlingslisten hervorgeht, kam es durchaus vor, daß die eingesetzten Techniker oder Facharbeiter aus den Reihen der Häftlinge kamen. 2 bereits entlassene Häftlinge äußerten sogar den Wunsch, als Angestellte bei der SS-Bauleitung in St.Aegyd aufgenommen zu werden. Der Zimmerermeister Adolf Simanke etwa wird namentlich in einem Brief der St.Aegyder Bauleitung ans "KL. Mauthausen - Arbeitseinsatz - z.Hd. SS-Obersturmführer Dittmann" erwähnt:
"Ich hatte am 5.1. in Ihrer Abwesenheit mit einem Unterscharführer gesprochen wegen des inzwischen entlassenen, früher hier geschäftigt gewesenen Häftlings Adolf Simanke, Nr. 91.732. Ich bitte um Mitteilung, ob irgendwelche Bedenken bestehen, den Betreffenden ins Angestelltenverhältnis der Bauleitung zu übernehmen. Simanke hatte bereits während seiner Haft hier bei der Bauleitung gearbeitet und könnte hier ein wichtiges Arbeitsgebiet übernehmen."
Bereits Ende 1944 forderte die SS-Bauleitung überdies einen Hochbautechniker aus Mauthausen an, wie einem Schreiben vom 27.12.1944 zu entnehmen ist. In der Zeit von 4.-8.1.1945 befand sich der in den St.Aegyder Häftlingslisten als Tiefbauingenieur vermerkte Karl Heintz aus Luxemburg in St.Aegyd. Der 30-jährige Schutzhäftling trug die Nr. 114.437. Auch auf Heintz wird im Brief vom 11.1.1945 Bezug genommen:
"Der gerade 2 Tage hier beschäftigte Häftling Nr. 114.437 ist inzwischen auf dortigen Befehl nach Mauthausen wieder überstellt worden. Der Betreffende könnte ebenfalls, falls er inzwischen entlassen worden ist, bei der Bauleitung als Hochbautechniker weiter beschäftigt werden und hat auch den Wunsch dazu geäussert. Ich bitte um Mitteilung, ob die Entlassung erfolgt ist und ob dortseits dagegen Bedenken bestehen."
Neben Simanke u. Heintz kamen auch weitere Häftlinge als höher qualifizierte Facharbeiter in St.Aegyd zum Einsatz. Der Schutzhäftling Luigi Brogi (113.918) kam am 21.2.1945 nach St.Aegyd. Der 35-jährige Italiener wollte in St.Aegyd lt. Transportliste als "Baumeister" fungieren. Mit demselben Transport wie Brogi kam außerdem der 34-jährige poln. "Hochbauingenieur" Ignacy Kucziynski (119.980) nach St.Aegyd.
---
Für die Verarbeitung des von den Häfltingen geschlagenen Holzes war die Firma Schmidt & Junk verantwortlich. Die reichsdeutsche Firma hatte zu diesem Zweck eine örtliche Baustelle mit einer Tischlerei u. Zimmerei errichtet. In erner unmittelbar nach dem 2.Weltkrieg verfassten Sachverhaltsdarstellung des damals ortsansässigen Unternehmens Stephansdach ist über diese Firma zu lesen:
"Die Fa. Schmidt & Junk hat ihre Zweigniederlassung in Wien u. ist eine altreichsdeutsche Firma, die nach 1938 in Wien ihre Tätigkeit aufgenommen hat u. nach den jetzt wieder geltenden österr. Bestimmungen als ausländische Firma betrachtet wird. Hier in St.Aegyd ist nur eine örtliche Baustelle errichtet worden für das Bauvorhaben der SS."
Fa. Stephansdach war im "Holz- Hallen- u. Barackenbau" tätig u. Inhaber Heinrich Stephan fürchtete nach Kriegsende die mögliche Konkurrenz. der Fa. Schmidt & Junk  ---
Stephansdach produzierte Baracken in Fertigteilbauweise ... Franz Hölzl, der selbst nach Ende des 2.Weltkrieges für Stephansdach gearbeitet hat, äußert die Vermutung, daß die Häftlingsbaracken in St.Aegyd von Stephansdach hergestellt worden sein könnten:
"Da ist ja nur eine Grundfeste betoniert worden u. dann die Baracken draufgestellt. Und die Baracken die sind ja zum Teil bei uns in St.Aegyd sogar vorgefertigt worden, diese Wehrmachtsbaracken." --- Der ehem. Mauthausen-Häftling Franz Kuzma gab zu Protokoll, daß er öfters von Mauthausen aus Ziegellieferungen nach St.Aegyd begleitet hätte.
- - -

die Totenbücher des Standortarztes Mauthausen befinden sich in den National Archives in College Park, Maryland, USA. Mikrofilmkopien im Archiv der Gedenkstätte KLM ---
die Ortschronik von Hans Heppner geht von 80-100 Todesopfern unter den KZ-Häftlingen aus --- Alle bisher angeführten Quellen geben ihre jeweilige Opferzahl im Konjunktiv an. Dies liegt daran, daß tatsächlich nie eine vollständige Exhumierung des KZ-Friedhofes stattfand --- der überwiegende Teil jener Häftlinge wurde auf dem örtlichen Friedhof in einem Massengrab .. begraben ---
Bei der Formulierung des Gedenksteins wurden möglicherweise auch verstorbene Zwangsarbeiter miteinbezogen --- legt die Vermutung nahe, daß hier die zu beklagenden Todesopfer aus den besagten 5 Jahren addiert wurden, auch wenn das KZ selbst erst Ende 1944 errichtet wurde ---

Häftlinge:
Heinz Apenzeller (Häftlings-Nr. 118.521) Auschwitz, danach Mauthausen, von 21.2.-1.4.1945 in St.Aegyd, im Zug nach St.Aegyd lernte er SS-Mann Anton Perschl kennen u. war in St.Aegyd als dessen persönlicher Diener ("Putz") beschäftigt. Apenzeller war Vorstandsmitglied des österr. Mauthausen Komitees --- 2007 verstorben ---
Edmund Aschik, 71.490, am 21.2.1945 nach St.Aegyd
Stefan Bak, 100.708, Pole Sch., Zimmermann
Antonio Bellina, Italiener (53.359) Zimmermann --- Der Fall Bellina wurde in der Lokalpresse als flammendes Beispiel dafür abgedruckt, wie gütig u. selbstlos die St.Aegyder sich den KZ-Häftlingen gegenüber verhalten hätten... Brief von Bellina, 22.12.1955 im Gemeindearchiv St.Aegyd
August Berger, (106.419) Zigeuner, Holzarbeiter, angeblich auf Flucht von Jäger oder Förster angeschossen und nach Mauthausen überstellt
Henryk Czeslaw Bilski, Pole (106.420) (vom 21.2.-1.4.1945 an in St.Aegyd) wanderte nach Belgien aus. 1983 das 5. mal Urlaub in St.Aegyd. Im Rahmen dieses Aufenthalts verzeichnete er auf mehreren Plänen die Standorte von Baracken u. Arbeitskommandos in St.Aegyd, lieferte detaillierte Maßangaben u. Pläne der Baracken. Unterlagen u. Pläne, welche in dieser Arbeit zitiert werden, befinden sich .. im Besitz der Familie Heinrich Wenzel aus St.Aegyd.
Stepan Borff, 104.201, Pole Sch., Zimmermann
Marian Branski (105.358), Pole, verstorben "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Luigi Brogi (113.918) kam am 21.2.1945 nach St.Aegyd. Der 35-jährige Italiener wollte in St.Aegyd lt. Transportliste als "Baumeister" fungieren
Stanislaw Brzezinski (100.749) Pole, am 2.11.44 von KLM nach St.Aegyd, Tischler
Piero Caleffi
Josef Calusinski oder Calucinski (100.754) Pole, am 2.11.44 von KLM nach St.Aegyd, Tischler, nach Mauthausen zurücküberstellt
Vinzenz Cellbrodt kam 1938 als Funktionshäftling (Kapo) nach Mauthausen (Nr. 831), BV-Häftling, und wurde am 2.11.1944 nach St.Aegyd verlegt. Wurde am 22.12.1944 durch einen Schuß aus der Dienstpistole des Rapportführers Anton Perschl .. "auf der Flucht erschossen" (Als Cellbrodt zu später Stunde im betrunkenen Zustand zu randalieren begann, habe er ihn dem Lagerführer vorführen wollen. Auf dem Weg zur Lagerführer-Baracke habe ihm der Kapo einen Stoß versetzt und einen Fluchtversuch unternommen. Daraufhin habe er ihn 2x dazu aufgefordert, stehen zu bleiben und erst nach Ausbleiben einer Reaktion auf dem Boden liegend auf den Flüchtenden geschossen .. --- Freispruch im Zweifel)
Antoni Chlebowski (105.730), Pole, verstorb. 22.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Kazimierz Ciechowicz (105.379) Pole, verst. 21.12.44 "allgemeine Sepsis, Phlegmone li. Schenkel"
Adam Cwieka (105.386), Pole, verst. 3.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Afanasij Demjanenko, 103.919, Tischler, Ziv. Russe
Cataldo Doria, am 13.1.1944 nach Mauthausen, Nr. 42.072
Istvan Dosza (114.713) ungar. Jude, verst. 27.3.45 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Louis Duqueyroix, 26.972, Zimmermann, Franz.Sch.
Stanislaw Ferkulj, 102.522, Tischler
Kurt Fischer 116.694 am 21.2.1945 nach St.Aegyd
Alfred Fogel (100.809) Pole, verst. 14.2.45 "Kreislaufschwäche"
Max Funkenstein, Arbeitskommandoführer
Eugenius Furman (105.443) Pole, verst. 30.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Wojciech Gdecynski (100.824) Pole, verst. 19.11.44 "Grippe, Lungenentzündung, Kreislaufschwäche"
Josef Godlewski (100.830) Pole, nach Fluchtversuch wieder festgenommen, es drohte ihm Rücktransport in Steinbruch KLM, verst. 2.3.45 "Freitod durch Erhängen, Unfall"
Stanislaw Gorajek (100.835) Pole verst. 13.11.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Karl Heintz,  114.437, Luxemburg.   siehe oben: wollte nach seiner ev. Haftentlassung bei der St.Aegyder Bauleitung angestellt werden!
Ludwig Hoppé, am 21.2.1945 nach St.Aegyd
Anton Hornacek, (Nr.200) "Toni der Lahme" Lagerältester, zu Kriegsende von Mithäftlingen ermordet
Wladislaw Jaborski (102.792) Pole Zimmermann gest. 15.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Johann Jauk (104.008) Deutscher Kutscher und Hilfsarbeiter, verst. 19.11.44 "eitr. Dickdarmkatarrh"
Philipp Jovanovitsch (106.766) Jugoslawe, Dolmetscher und Hilfsarbeiter, verst. 27.11.44 "Lungenentzündung"
Antonin Juscinski (105.538) Pole, Setzer und Hilfsarbeiter, verst. 19.2.45 "Kreislaufschwäche"
Jan Kacprzak (105.540) Pole, Beamter und Hilfsarbeiter, verst. 29.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Jan Kanigowski (104.492) Pole, Maler, verst. 30.12.44  "Phlegmone li. U.Schenkel, allg. Sepsis"
Stanislaw Kbzewski, 100.969
Feliks Kendziora (101.835) Pole, Lokführer und Maschinenführer, verst. 22.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Kurt Koczwara, Kapo
Ludwig Koczwara, Nr. 262, Kapo
Karl Kreitner, Küchenkapo, Nr. 13.896
Alois Kubicek (Lagerschreiber) Nr. 286
Ignacy Kucziynski (119.980), Pole, "Hochbauingenieur"
Wladyslaw Kuleszynski (104.648) Pole, Maler, verst. 9.12.44 "Lungenentzündung"
Milija Lasarovic (106.811) Jugoslawe, Bauer, Hilfsarbeiter, verst. 28.12.44 Todesursache unbekannt
Edmond Louviau (99.703) Belgier, Lokführer, Maschinenführer, verst. 26.12.44 "Phlegmone li. Arm, allg. Sepsis"
Andrzej Malitek (105.685) Pole, Landarbeiter, Hilfsarbeiter, verst. 23.12.44 "Kreislaufschwäche"
Miecyslaw Mazek, 101.060, Tischler
Adam Mikolajczyk (105.708) Pole, Hilfsarbeiter, verst. 1.2.45 "Kreislaufschwäche"
Antonio Mucciacio (106.881) Italiener, Landarbeiter, Hilfsarbeiter, verst. 7.1.45 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Iwan Niesterjenko, Russe, KLM-Nr. 107.598, hat sich angeblich vor Zug geworfen, beide Beine abgetrennt - Totenbuch Mauthausen: 29.3.45 "akute Herzschwäche, Collaps" .. war als Nichtkommunist von anderen russ. Häftlingen bedroht ...
Antonije Nikodijevic (106.893) Pole, Beamter, Hilfsarbeiter, verst. 27.11.44 "Grippe - Schizophrenie, Kreislaufschwäche"
Rajmund Pajer, (69.186) Italiener, von slowenischen Partisanen zwangsrekrutiert, in Gefangenschaft geraten, Aufenthalt in Mauthausen u. Klagenfurt-Lendorf, vom 21.2.-1.4.1945 in St.Aegyd, Arbeitskommando Lageraufbau --- lebt in Montreal, Kanada
Jozef Palgan (105.758) Pole, Gärtner, Hilfsarbeiter, verst. 11.2.45 "allg. Herzschwäche, Gehirnerschütterung"
Vincenzo Pappalettera, italien. Schriftsteller (am 21.2.1945 nach St.Aegyd überstellt)
Kazimierz Petrykowski (105.766) Pole, Bauer, Hilfsarbeiter, verst. 20.12.44 "Kreislaufschwäche"
Heinrich Peusens, 106.093, Tischler, Deutscher, SV DR
Wladyslaw Piotrowski (105.775) Pole, Hilfsarbeiter, verst. 3.1.45 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Jan Pniewski, Pole, 15 Jahre alt
Pavle Popovic (106.941), Sanitäter
Alexej Prawosud (90.187) Russe, am 2.11.44 von KLM nach St.Aegyd, Tischler
Iwan Rewin, 106.446, Tischler, Kgf.SU
Albert Richter, 61.473, Zimmermann, Deutscher, SV DR.
Pawel Rosinkin, 88.862, Ziv. Russe, Zimmermann,
Wladyslaw Sadomski (101.224) Pole, Kaufmann, Hilfsarbeiter, verst. 11.11.44 "allg. Körperschwäche, Kreislaufschwäche"
Radivoje Saric (106.982) Jugoslawe, Hilfsarbeiter, verst. 3.1.45 "Phlegmone li. U.Arm, allg. Sepsis"
Wasilij Schary, 102.369, Ziv.Russe, Zimmermann
Mikolaj Schlopak, 102.377, Ziv.Russe, Zimmermann
August Schober, 117.349, Spanienkämpfer, in Tischlerei
Nikolaj Schtschawinskij (96.846) Russe, am 2.11.44 von KLM nach St.Aegyd, Tischler
Adolf Simanke, 91.732, Deutscher, DR Schutz., siehe oben: wollte nach seiner Haftentlassung bei der St.Aegyder Bauleitung angestellt werden!
Ignat Siwtzow, 102.277, Tischler, Ziv. Russe
Milorad Smiljanic (106.999) Jugoslawe, Bauer, Hilfsarbeiter, verst. 18.11.44 Todesursache unbekannt
Jan Smyczynski, 102.302, Pole Sch., Zimmermann
Jaques Sustendal (60.551) Franzose, Arzt aber als Hilfsarbeiter vorgesehen
Roman Szachewicz (105.860) Pole, Hilfsarbeiter, verst. 13.11.44 "Herzmuskelentzündung, allg. Körperschwäche"
Leon Szkopiarek (101.315) Pole, Maurer, verst. 22.11.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Stefan Szwedzinski (105.876) Pole, Maschinenschlosser, Schlosser, verst. 26.12.44 "Grippe, Kreislaufschwäche"
Amedeo Tamussin (115.742) Italiener, Tischler, verst. 30.3.45 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Miloje Tersic (107.044) Jugoslawe, Eisenbahner, Hilfsarbeiter, verst. 5.1.45 "Lungenentzündung"
Franciszek Tuszynski (105.914) Pole, Schriftsetzer, Hilfsarbeiter, verst. 21.11.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Dragutin Vukamanovic (107.081) Jugoslawe, Baubeamter, Hilfsarbeiter, verst. 26.11.44 "akute Herzschwäche, Collaps"
Andrzej Wardach (101.388) Pole, Landwirt, Hilfsarbeiter, verst. 23.11.44 "Herzmuskelentzündung, allg. Herzschwäche"
Anton Wieczorek (107.088) Pole, Hilfsarbeiter, verst. 2.12.44 "Collaps, allg. Herzschwäche"
Tadeusz Wielkopolan (103.247) Sanitäter
Roman Wisniewski (101.421) Pole, Bäcker, Hilfsarbeiter, verst. 18.2.45  "akute Herzschwäche"
Bronislaw Wojcik (101.436) Pole, Betonmeister, Betonarbeiter, verst. 13.12.44  "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Waclaw Wojtawicz, 102.455, Pole Sch., Zimmermann
Jan Zagierski (79.580) Pole, Sanitäter
Wladyslaw Zdunik (105.960) Pole, techn. Installateur, Installateur, verst. 23.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Leonard Zebrowski (105.961) Pole, Bauer, Hilfsarbeiter, verst. 23.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"
Michal Zietarski (96.450) Pole, Stellmacher, verst. 24.12.44 "allg. Körperverfall, Kreislaufschwäche"


Zuletzt von Dissident am Di März 07, 2017 10:15 am bearbeitet; insgesamt 26-mal bearbeitet
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Außenlager Wien-Schwechat (Heidfeld)

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 8:57 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||50 --- Am 13.7.1944 werden die 2.000 Häftlinge des aufgelösten Außenlagers Wien-Schwechat (Heidfeld) nach Floridsdorf überstellt --- Nach dem Luftangriff auf die Heinkel-Werke in Wien-Schwechat sollen diese in die unterirdische Seegrotte in Wien-Hinterbrühl verlagert werden. Bis die Grotte für die Flugzeugproduktion genutzt werden kann, produziert Heinkel in versch. Braukellern in Wien, so auch in Jedlesee in Wien-Floridsdorf. Auch die Akku Fabrik AG (AFA-Werke), führender Hersteller von U-Boot-Batterien, verlagert seine Produktion wg. der Luftangriffe nach Wien. Die KZ-Häftlinge arbeiten bei Heinkel u. AFA in der Produktion --- Zur Unterbringung der Häftlinge wird auf dem Sportplatz des Floridsdorfer Athletiksport-Clubs ein Barackenlager errichtet. Bis zu seiner Fertigstellung werden die Heinkel-Zwangsarbeiter in den Kellern des Brauhauses Mautner in Jedlesee untergebracht --- Am 1.4.1945 löst die SS die Arbeitskommandos in Wien-Floridsdorf auf - Häftlinge zu Fuß in Außenlager Steyr-Münichholz u. weiter ins Stammlager Mauthausen

Aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN 2012, MAUTHAUSEN MEMORIAL (pdf-Datei)
---
Flugzeugwerke Ernst Heinkel AG .. wurde auf dem 1938 errichteten Fliegerhorst Schwechat-Heidfeld eingerichtet, auf dem sich heute der Vienna International Airport befindet. Die Verlagerung in den Wiener Raum im 2. Halbjahr 1942 stieß von Anfang an auf Probleme der Arbeitskräfterekrutierung, die nicht zuletzt mit der Konzentration der Flugzeugproduktion im Raum Wien zusammenhing. Das Problem mangelnder Arbeitskräftezuteilung für die Produktion löste die Ernst Heinkel AG für Wien-Schwechat fast zeitgleich wie die Flugmotorenwerke Ostmark durch den Einsatz von KZ-Häftlingen, von denen die ersten am 30.8.1943 in Schwechat eintrafen. Mitte April 1944 wurde ein Höchststand mit 2.638 Häftlingen erreicht. Etwa zur selben Zeit waren im gesamten Werk Wien der Ernst Heinkel AG 11.875 Beschäftigte tätig.
Luftangriffe auf das Heinkelwerk in Schwechat-Heidfeld ab Frühjahr 1944 führten am 26.6.1944 zu einer weitgehenden Zerstörung des Werks u. in Folge zur unterirdischen Verlagerung ---
mussten große Teile des Werks so wie im Fall von SDPAG u. FO provisorisch auf versch. Kellereien im Reichsgau Groß-Wien aufgeteilt werden. Als Hauptstandort bezog
Heinkel zunächst Brauereikeller in Jedlesee im Wiener Bezirk Floridsdorf nördlich der Donau. Mit der Verlegung von Teilen der Flugzeugfertigung nach Floridsdorf unter dem Decknamen „Julius“ kam es am 13.7.1944 auch zur Verlegung des Außenlagers Schwechat mit 1.993 Häftlingen ins neue Barackenlager nach Wien-Floridsdorf auf dem Sportplatz des Floridsdorfer Athletiksportklubs in der Hopfengasse 8, das Außenlager erhielt nun auch die Bezeichnung „Floridsdorf“ anstelle von „Schwechat“.
Das KZ-Außenlager in Wien-Floridsdorf bestand bis zur Evakuierung am 1.4.1945 u. hatte in erster Linie den Zweck, wie schon in Schwechat KZ-Häftlinge für die Flugzeugfabrikation der Ernst Heinkel AG zur Verfügung zu stellen ---
der ehem. Lagerführer des Außenlagers Schwechat bzw. Floridsdorf, SS-Obersturmführer Anton Streitwieser, vor Gericht: „Die Lager Heidfeld u. Schwechat waren nicht identisch ---"


Zuletzt von Dissident am Mi März 08, 2017 3:46 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Aussenlager Wien-Saurerwerke

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:03 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||52 --- Die 1906 gegr. Österr. Saurerwerke AG ist ein bedeutender Hersteller von Nutzfahrzeugen. Ab Sommer 1944 setzt das Unternehmen neben zivilen Zwangsarbeitern insgesamt 1.600 Häftlinge aus dem KZ Mauthausen in versch. Bereichen der Fahrzeugfertigung ein --- Für die Unterbringung der KZ-Häftlinge werden in der Nähe der Saurerwerke Baracken eines Zwangsarbeiterlagers baulich adaptiert --- Die SS löst das Lager am 2.4.1945 auf u. führt die Häftlinge zu Fuß ins Außenlager Steyr-Münichholz  --- Die Schwerkranken werden im Lager zurückgelassen u. wenig später von der sowj. Armee befreit ---


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Aussenlager Wien-Schönbrunn oder KTL-Wien

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:07 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||53
Der Förster und Naturforscher Viktor Schauberger führt in Wien-Schönbrunn Experimente in den Bereichen Strömungstechnik, Energiegewinnung u. alternative Antriebsarten durch. Besonders seine Versuche, alternative Fluggeräte zu entwickeln, stoßen auf das Interesse der SS. 1943 arbeitet er gemeinsam mit Häftlingen im KZ Mauthausen unter anderem an der Entwicklung einer sogen. Flugscheibe. 1944 wird sein Labor – vermutlich wegen der besseren Infrastruktur – in die Kraftfahrtechnischen Lehranstalt der Waffen-SS (KTL-Wien) in der Wiener Fasangartenkaserne verlegt ---Die 5 Häftlinge des Sonderkommandos werden Sept. 1944 von Mauthausen hierher überstellt. Sie werden gut behandelt u. genießen sogar einige Freiheiten. Ein Häftling wird von der Polizei im Gasthaus aufgegriffen. Ein anderer übernachtet bei seiner Ehefrau. Beide werden nach Mauthausen zurückgeschickt --- Die Häftlinge sind nachtsüber in einem Raum der 1938/1939 für die Waffen-SS errichteten Fasangartenkaserne --- Ein einziger SS-Angehöriger, der nicht näher bekannte SS-Hauptsturmführer Lindner, bewacht die Häftlinge --- Anfang April 1945 werden Häftlinge u. Werkstatt in ein beschlagnahmtes Sensenwerk im oberösterr. Leonstein verlegt, wo sie die Arbeit fortsetzen müssen. Kurz vor der Befreiung von Mauthausen wird das Häftlingskommando ins Stammlager zurückgeschickt --- Heute nutzt das österr. Bundesheer das in Maria-Theresia-Kaserne umbenannte Bauwerk der Waffen-SS.

Aus dem Buch "am Neuwalde" von Christian Rabl:
--- Daß Viktor Schauberger trotz dieser angeblichen Verschwörung gegen seine Person ab 1943 von der SS unterstützt wurde, verdankt er einer Initiative des Regierungsdirektors im Gau Oberdonau, August Schmöller ---
Auf Bestreben Schmöllers bekam der .. Naturforscher im KZ Mauthausen von Lagerkommandant Ziereis Räumlichkeiten, Maschinen und Häftlinge als Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt. Am 20.4.1943 führten Schauberger und Ziereis in Mauthausen ein erstes diesbezügliches Gespräch. Einige Wochen arbeitete Schauberger mit den Häftlingen Dr.Ing. Wolfgang zu Putlitz (Häftlingsnummer 43.173), Ing. Ludwig Götz (Nr. 43.048) und Victor Jezinski (Nr. 11.147) in M. an seiner "Repulsine" ---
Am 27.9.1944 kam er schliesslich gemeinsam mit 5 Häftlingen in die KTL-Wien. Neben Putlitz, Götz und Jezinski begleiteten ihn Stanislav Rezniczek (Nr. 54.448) u. Miloslav Jasinski (Nr. 1.355)
--- Am 28.2.1945 wurde er samt seiner Häftlinge ins Sensenwerk Leonstein verlegt, wo er seine Tätigkeit bis Kriegsende weiterführte (Anmerkung Dissident: Widerspruch zu obiger Quelle!) ---


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Aussenlager WIEN-SCHWECHAT ("Santa")

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:13 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||55 --- Vermutlich ab März oder April 1944 arbeiten ca. 600 KZ-Häftlinge aus dem Lager Wiener Neudorf in Schwechat --- Weil alliierte Bombenangriffe verstärkt auch die Rüstungsbetriebe auf dem Gebiet Österreichs treffen, verlagern die Flugmotorenwerke Ostmark u. die Steyr-Daimler-Puch AG ab März 1944 Teile ihrer Flugmotorenproduktion in mehrere Schwechater Braukeller. Zunächst stellen hier KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Wiener Neudorf Maschinen auf, sie müssen wahrscheinlich auch in der Produktion arbeiten --- Auf dem Phönix-Sportplatz in Schwechat wird im Juli 1944 ein Lager mit 15 Baracken zur Unterbringung der KZ-Häftlinge errichtet --- Lagerführer ist SS-Untersturmführer Anton Streitweiser, der allen unter dem Namen Wien-Floridsdorf zusammengefassten Lagern vorsteht --- Am 31.3.1945 löst die SS das Lager auf. Die Häftlinge werden nach Wien-Hinterbrühl transportiert. Am darauffolgenden Tag  1.884 Häftlinge zu Fuß von hier nach Mauthausen ---

Aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN 2012, MAUTHAUSEN MEMORIAL (pdf-Datei)

--- Mit dem Einzug von Rüstungsbetrieben war meist eine erhebliche Einschränkung des Brauereibetriebs, wenn nicht eine völlige Stilllegung verbunden. Auch im Bereich der überregional bedeutenden Großbrauerei Schwechat stand die Stilllegung der gesamten Bierproduktion zur Debatte, die Größe u. Bedeutung der Brauerei dürften aber dazu geführt haben, dass letztlich nur Teile des Betriebs an Rüstungsfirmen abgetreten werden mussten.
Die Nutzung der Keller der Schwechater Brauerei für die Rüstungsproduktion erfolgte durch 2 Firmen: durch die Flugmotorenwerke Ostmark (FO) für die Verlagerung der Flugmotorenproduktion aus Wiener Neudorf, u. die Steyr-Daimler-Puch AG (SDPAG) für die Verlagerung der Flugmotorenfertigung in Steyr. Die Ernst Heinkel AG verlegte Teile ihrer Flugzeugproduktion vom Werk Schwechat-Heidfeld nach Luftangriffen ebenfalls in Kellereien nach Schwechat ---
Für kleine, aber wichtige Teilfertigungen konnte Meindl in den Verhandlungen erreichen, dass die bereits zugesagten Keller in Schwechat bis zur Verlagerung nach Dubnica vorerst weiter für die FO Wiener Neudorf reserviert wurden. Nach ihrem Freiwerden sollten diese an die Ernst Heinkel AG Schwechat abgegeben werden. Die FO erhielten überdies noch Räume in einem der Wiener Flaktürme u. div. zusätzliche Keller zugewiesen ---
Der offizielle Verlagerungsbescheid für die Brauereikeller in Schwechat auf Basis der Jägerstabs-Entscheidung erfolgte am 7. bzw. 8.3.1944. Demnach sollten die „alten Brauerei-Keller, Schwechat, Wienerstrasse“ mit 9.500 m² – es handelt sich dabei um die sogen. Ebersdorfer Keller – sowie die „neuen Schwechater Brauerei-Keller, Wien-Schwechat, Brauhausgasse“ mit insges. 20.000 m² an die FO vermietet werden ----
Auch nach dem Beschluss zum Bau der großen unterirdischen Fabrik „Quarz“ bei Melk mussten für die SDPAG zwischenzeitlich Verlagerungsobjekte gefunden werden ----
Auf Grund der gemeinsamen Firmenleitung von FO u. SDPAG traten beide Firmen ab März 1944 im Reichsgau Wien als „Verlagerungsgemeinschaft“ auf, die sich den Tarnnamen „WKB“ (Wiener Kellereibetriebe) gab ---
Der ehem. Häftling Eugen S., der in Wiener Neudorf unter anderem im Bunkerbaukommando, im Gärtnerkommando, im Erdbewegungskommando der Firma Überland sowie im Malerkommando Zwangsarbeit verrichten musste: „Anschließend, nach dem ,Malerkommando‘[,] kam ich in die FOW-Werke, Schwechatkeller, ca. 2 km von Wien entfernt, zählt aber noch zu Wien. Von hier aus kam ich zum Luftkriegseinsatz direkt nach Wien. Dies war bis zur Räumung des Lagers das letzte Kommando, dem ich in Wiener Neudorf angehörte.“
Aus diesen Aussagen geht nicht hervor, wann diese Häftlinge in Schwechat gearbeitet haben, auch wenn das Aufstellen von „Rüstungsmaschinen“ auf den Zeitpunkt der Übersiedlung von FO-Teilen nach Schwechat im Frühjahr 1944 hinweist---
.. Aussage eines ehem. Häftlings nahelegt. So berichtet Walter S., der in der Lohnbuchhalterei der FO arbeiten musste u. dort Akkorde für die Löhne der Zivilarbeiter berechnete: „Nach der Bombardierung der Flugmotorenwerke war ich etwa 2-3 Monate bei dem Arbeitskommando – Brauerei Schwechat – eingesetzt, wo nach der Bombardierung die wichtigsten Maschinen in die Brauereikeller geschafft wurden u. dort mit der Produktion wieder begonnen wurde.“ ---

Eine andere Gruppe der Häftlinge wurde nach Schwechat überstellt, wo sie in Kellerräumen an versch. Flugzeugmodellen arbeiteten. Es waren dies die Kommandos Santa I, II und III --- Es wurde klargestellt, daß die KZ-Gefangenen auch im Konstruktionsbüro des Werks eingesetzt werden sollten ---
Der Betriebsdirektor Josef Schaberger bemühte sich persönlich bei Franz Ziereis um weitere KZ-Gefangene ---
Zur Aufrechterhaltung des Lagerbetriebs waren in den Hauptlagern des KZ-Systems maximal 10 % der einsitzenden Gefangenen vorgesehen ---
2 Fliegerangriffe im April u. Juni 1944 hatten für die KZ-Gefangenen verheerende Folgen, denn 176 von ihnen verloren ihr Leben ---
Noch im März 1945 ging der techn. Direktor des Wiener Heinkelwerks davon aus, unter bestimmten Voraussetzungen 20 Düsenjäger liefern zu können ---


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Aussenlager HINTERBRÜHL

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:22 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||51 --- Das geflutete Gipsbergwerk in Hinterbrühl ist als Seegrotte seit 1932 Touristen-attraktion. Das Wehrwissenschaftliche Institut für Karst- u. Höhlenforschung der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe, von Himmler mit der Suche nach unter-irdischen Produktionsstätten beauftragt, hält das Bergwerk für einen tauglichen Standort. Ab Aug. 1944 wird die Grotte leer gepumpt. Die Heinkel-Werke wollen die gesamte Flugzeugproduktion aus Schwechat in die 12.000 m² große Fertigungsfläche verlegen, letztlich stellen KZ-Häftlinge hier das strahlgetriebene Jagdflugzeug He-162 her --- Eigentlich sollen alle Häftlinge aus Wien-Schwechat (Heidfeld) bzw. aus dem späteren Wien-Floridsdorf nach Hinterbrühl verlegt werden. Weil aber lediglich 1 Flugzeug-modell hier produziert wird, kommen nur etwa 800 Gefangene aus dem Außenlager Wien-Floridsdorf zum Einsatz --- Die Häftlinge werden nahe dem Eingang zur Seegrotte in einem Barackenlager untergebracht --- Vorwiegend Angehörige der Luftwaffe bewachen die Häftlinge. Wie alle anderen Heinkel-Lager im Großraum Wien, die unter dem Außenlager Wien-Floridsdorf zusammengefasst sind --- Ende März 1945 werden die Lager im Großraum Wien vor der herannahenden Roten Armee geräumt. Die KZ-Häftlinge aus Wien-Schwechat werden nach Hinterbrühl transportiert, am 1.4.1945: 1.884 Häftlinge zu Fuß von hier nach Mauthausen ---  1.624 kommen am 7. oder 8.4.1945 in Mauthausen an --- 1946 werden die Leichen aus dem Massengrab Hinterbrühl exhumiert u. auf den Wiener Zentralfriedhof umgebettet.

Aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN 2012, MAUTHAUSEN MEMORIAL (pdf-Datei):

Fast alle Lager, die an den Standorten des Heinkel-Konzerns in u. um Wien entstanden waren, wurden aufgelöst, einzige Ausnahme war das in der Hinterbrühl. Es wurde als „Arbeitslager 3“ von der Staatspolizei weitergenutzt. Anfang Nov. 1945 fand man auf diesem Gelände ein erstes Massengrab. Die Polizeidirektion Wien übertrug den Fall an die Staatspolizei. Mitte Dez. 1945 wurde auf dem Gelände in Hinterbrühl ein weiteres Grab entdeckt. Am 17.1.1946 folgte die Exhumierung von insgesamt 51 Leichen ---
Der Stollen, in dem die KZ-Gefangenen arbeiten mussten, war 1945-1948 wiederhergestellt u. für den Publikumsverkehr unter „Seegrotte Hinterbrühl“ geöffnet worden ---
1959 reichte der ehem. KZ-Gefangene Edmund Bartl eine Schadensersatzklage gegen die mittlerweile in Stuttgart ansässige Ernst Heinkel AG ein. „Seine Klage wurde als Musterprozess stellvertretend für 40 weitere Zivilklagen von ehem. KZ-Gefangenen geführt.“ Darunter waren auch Personen, die in KZ-Außenlagern u. Unterkommandos in u. um Wien für die Firma Heinkel arbeiten mussten. Der Prozess ging durch mehrere Instanzen, dauerte bis 1967. Seit 1964 wurden die von Seiten des Heinkel-Konzerns in den Prozess eingebrachten Schriftsätze u. mündl. Aussagen mit Anwälten der Firmen Krupp, Siemens u. AEG abgestimmt. Die Klage von Bartl wurde 1967 vom Bundes-gerichtshof, dem obersten deutschen Gericht, abgelehnt. Die Ansprüche seien verjährt. Alle weiteren Beschwerden gegen diesen Beschluss blieben erfolglos.


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Aussenlager WIENER NEUDORF

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:28 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||47 --- Die Flugmotorenwerke Ostmark in Wiener Neudorf sollen die größte u. modernste Flugmotorenfabrik des Deutschen Reiches werden. Als der Lizenznehmer Daimler-Benz nach 2 Jahren noch immer keine Motoren produziert, bestellt das Reichsluftfahrt-ministerium den Manager der Steyr-Daimler-Puch Georg Meindl zum kommissarischen Leiter. Dieser fordert bei der SS umgehend KZ-Häftlinge für den Arbeitseinsatz an. Die Gefangenen müssen auch einen großen Luftschutzbunker bauen --- Mehr als 4.000 Personen befinden sich hier in KZ-Haft --- Am 26.7.1944 sterben 31 Häftlinge bei einem alliierten Luftangriff --- 39 Fluchtversuche sind verzeichnet, ihr Ausgang ist unbekannt --- Die KZ-Häftlinge werden in Baracken des Bauarbeiterlagers südlich des Werksgeländes untergebracht. Nach Zerstörung des Lagers durch US-Luftangriffe verlegt die SS sie in Baracken des Betriebsarbeiterlagers nordöstlich des Werkes --- Am 2.4.1945 räumt die SS das Lager angesichts der herannahenden sowj. Armee. 39 marschunfähige Häftlinge werden ermordet. 2.518 KZ-Häftlinge müssen sich zu Fuß auf den Weg nach Mauthausen machen. Mind. 53 Marschunfähige werden unterwegs erschossen, einige fliehen. Am 13.4.1945 kommen 2.370 erschöpfte Häftlinge im Hauptlager an.


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Aussenlager HIRTENBERG, "Gustloffwerke"

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:35 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||21 --- 1939 nach Eingliederung der Hirtenberger Patronenfabrik in die NS-Industriestiftung Wilhelm Gustloff wird das Werk in Hirtenberg zu einem der größten Hersteller von Munition auf österr. Gebiet ausgebaut. Tausende Zwangsarbeiter u. Zwangsarbeiterinnen, vor allem Frauen aus der Ukraine u. Kriegsgefangene, arbeiten hier in der Produktion. Ab Herbst 1944 werden auch weibl. KZ-Häftlinge eingesetzt --- Am 28.9.1944 treffen die ersten weibl. Häftlinge aus dem KZ Auschwitz ein --- In einem bereits bestehenden Zwangsarbeiterlager am östlichen Ortsrand von Hirtenberg, dem sogen. Weinberglager, wird ein Bereich abgetrennt, in dem die weibl. KZ-Häftlinge untergebracht werden --- 25 SS-Angehörige u. weibl. Aufseherinnen bewachen die Häftlinge --- Das Lager Hirtenberg wird am 1.4.1945 vor der heranrückenden Roten Armee evakuiert. Die Häftlinge müssen die 170 km lange Strecke nach Mauthausen zu Fuß bewältigen --- 48 Frauen wagen eine Massenflucht. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt. 342 weibl. Häftlinge erreichen am 18./19.4. Mauthausen.


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Aussenlager WIENER NEUSTADT

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:39 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||49
Insgesamt werden 1944 u. 1945 zwischen 540 u. 700 KZ-Häftlinge nach Wiener Neustadt überstellt --- Etwa 200 Gefangene werden ins Stammlager Mauthausen zurücktransportiert --- 1944 erhalten die Rax-Werke den Auftrag zur Produktion von Landungsbooten, sogen. Marine-Artillerie-Leichtern. Ab Sommer 1944 werden daher in Wr. Neustadt erneut KZ-Häftlinge aus Mauthausen eingesetzt. Die Gefangenen müssen in der Produktion arbeiten sowie Bombenschäden beseitigen --- Die SS räumt das Lager am 30.3.1945 angesichts der näher rückenden Roten Armee. Die etwa 540 KZ-Häftlinge im Lager müssen zu Fuß ins Außenlager Steyr-Münichholz u. weiter nach Mauthausen marschieren --- mindestens 10 können fliehen. Am 9.4.1945 kommen 496 Häftlinge aus Wiener Neustadt in Steyr an.

Aus dem Buch "Das KZ-Aussenlager St.Aegyd am Neuwalde" von Christian Rabl:
--- Wr.Neustadt, wo Häftlinge für das Unternehmen Henschel Raketen bauen mussten ---
es kamen in der "Serbenhalle" zwischen Juli 1944 u. 31.1.1945 bei einem Häftlingshöchststand von 697 Männern "nur" 6 Häftlinge ums Leben ---


Buchtipp: "Das KZ in der Serbenhalle. Zur Kriegsindustrie in Wiener Neustadt" von Florian Freund/Bertrand Perz, Wien 1988


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Aussenlager PEGGAU

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:46 am

Nach einem Luftangriff auf das Zweigwerk der Steyr-Daimler-Puch AG in Graz-Thondorf am 26.7.1944 wird die dort angesiedelte Produktion von Flugmotorenteilen unter die Erde verlagert. In Peggau baut die Marmor ARGE, eine Kooperation zwischen Steyr-Daimler-Puch AG u. SS, bestehende Natursteinhöhlen zu einer fast 10.000 m² großen Anlage aus. Beim Stollenbau kommen KZ-Häftlinge zum Einsatz --- März 1945 wird der Höchststand von 888 Häftlingen verzeichnet --- In Hinterberg bei Peggau errichten die Häftlinge auf einem beschlagnahmten Grundstück des Stifts Vorau ein Lager mit 10 Baracken --- Am 2.4.  Häftlinge gemeinsam mit jenen aus dem Außenlager Eisenerz zu Fuß nach Bruck an der Mur ---  Von Bruck aus werden die Häftlinge in Güterwaggons nach Mauthausen transportiert, wo sie am 7.4. eintreffen. 21 Häftlinge kommen bei der Evakuierung ums Leben, 9 können fliehen.


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Aussenlager SCHLOSS LANNACH

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 9:53 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||40 --- Lannach ist ein Unterkommando des in Salzburg gelegenen Außenlagers Schloß Mittersill. Wie dieses wird Lannach als Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück gegründet. Sept. 1944 wird es der Verwaltung des KZ Mauthausen unterstellt. Die 9 Frauen werden damit zu Mauthausen-Häftlingen. Sie sind allesamt Zeuginnen Jehovas. Trotz schwerer Arbeit sind die Haftbedingungen vergleichsweise gut --- 1943 gründet die SS ein Institut für Pflanzengenetik. Die Verwaltung des Instituts untersteht der SS-eigenen Deutschen Versuchsanstalt für Ernährung u. Verpflegung GmbH, dem wissenschaftl. Zweig der SS-Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe. Das Institut erforscht im steir. Landgut Lannach Pflanzensorten, die unter schwierigen klimatischen Bedingungen in den eroberten Gebieten angebaut werden können. Die KZ-Häftlinge verrichten Reinigungsdienste sowie Arbeiten im Schlossbetrieb --- 1 KZ-Aufseherin bewacht die Häftlinge. Leiter des Instituts ist der Wissenschaftler u. SS-Untersturmführer Heinz Brücher. Er flieht nach Kriegsende u. erhält in Argentinien mehrere Professuren für Pflanzengenetik. 1991 wird Brücher auf seiner argentinischen Farm ermordet --- Am 9.5.1945 wird Schloss Lannach von der Roten Armee befreit. Die Frauen fahren nach Mauthausen, wo sie von der US-Armee Entlassungspapiere für die Heimreise erhalten ---


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Aussenlager LEIBNITZ (Aflenz)

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:01 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||23 --- Mehr als 900 KZ-Häftlinge werden ins Lager in Aflenz transportiert --- Die Steyr-Daimler-Puch AG stellt im Werk Graz-Thondorf Teile von Daimler-Benz-Flugmotoren u. später auch Panzer her. Ende 1943 wird nach unterirdischen Räumen gesucht, in denen die Produktion vor Luftangriffen geschützt weitergeführt werden kann. Die Wahl fällt auf Aflenz bei Leibnitz, wo seit der Antike ein Kalksteinbruch besteht. Die KZ-Häftlinge müssen zunächst die bestehenden Stollen erweitern u. später auch in der Produktion arbeiten --- Das aus 4 Baracken bestehende Häftlingslager wird in unmittelbarer Nähe des Römersteinbruches im steir. Ort Aflenz errichtet --- Anfang April 1945 löst die SS das Lager auf. Die 467 noch in Aflenz verbliebenen Häftlinge werden, begleitet von rund 50 Wachmännern, zu Fuß ins Außenlager Ebensee ---  kranke u. marschunfähige Häftlinge erschossen. Etwa 50 Häftlinge unternehmen einen Fluchtversuch. 407 Häftlinge erreichen am 18.4. Ebensee.


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Aussenlager BRETSTEIN

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:17 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||7 --- 1939 erwirbt die SS für ihre Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung u. Verpflegung 3 Berg-
bauernhöfe in Bretsteintal u. erprobt hier den biologisch-dynamischen Anbau von Saatgut. Für SS-eigene „Wehrbauernhöfe“ im eroberten Osteuropa werden außerdem Bergschafe u. -pferde gezüchtet. Nach dem Lageraufbau stellt die SS 170 Häftlinge der zuständigen Agrarbezirksbehörde Leoben für den Bau des Güterweges ins Bretsteintal zur Verfügung. Überdies verrichten die Häftlinge Zwangsarbeit auf den Bauerhöfen der SS --- Unterhalb des Wieserbauernhofes werden 4 von Zäunen u. Wachtürmen umgebene Häftlingsbaracken sowie 2 Baracken für die SS errichtet --- Da Mitte 1942 der Güterwegebau durch den Generalbevollmächtigten für die Regelung der Bauwirtschaft, Albert Speer generell stillgelegt wird, erfolgt mit Beginn des Winters die Einstellung aller Arbeiten Das Lager wird nach der Überstellung der Häftlinge ins Außenlager Steyr-Münichholz aufgelöst u. Sommer 1943 von einem kleinen Häftlingskommando abgebaut ---


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Aussenlager ST. LAMBRECHT

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:20 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||37 --- Seit 1942 setzt der SS-eigene Deutsche Reichsverein für Volkspflege u. Siedlerhilfe im beschlagnahmten Benediktinerstift St. Lambrecht männl. KZ-Häftlinge als Arbeitskräfte ein. Ab Mai 1943 werden zudem weibl. Häftlinge aus dem KZ Ravensbrück nach St. Lambrecht überstellt u. dort von den Männern abgetrennt untergebracht. Die Frauen müssen häusliche Arbeiten verrichten, werden aber auch in der Land- u. Forstwirtschaft eingesetzt sowie zu Gartenarbeiten herangezogen --- Die mehr als 20 hier inhaftierten Häftlinge sind Zeuginnen Jehovas. Sie werden zunächst als Häftlinge des Frauen-KZ Ravensbrück geführt u. ab 15.9.1944 der Verwaltung des KZ Mauthausen unterstellt --- Die Frauen werden im Parterre des Südtrakts des Stiftes untergebracht. Ein einziger Raum mit vergitterten Fenstern u. Türen dient als Ess- u. Schlafraum --- Für die Bewachung der Gefangenen werden Aufseherinnen aus dem KZ Ravensbrück eingesetzt --- Die SS verlässt vermutlich Anfang Mai 1945 das Lager u. lässt die Häftlinge zurück. Am 11.5. befreien britische Einheiten die Gefangenen in St. Lambrecht.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 8:49 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Aussenlager SCHLOSS LIND

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:25 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||41 --- Das landwirtschaftliche Gut gehört zum 1938 beschlagnahmten Benediktinerstift St. Lambrecht. Wie dieses wird auch Schloss Lind vom Deutschen Reichsverein für Volkspflege u. Siedlerhilfe gepachtet. Das hier im Juni 1942 eingerichtete Außenlager des KZ Dachau geht im Nov. 1942 in die Verwaltung des KZ Mauthausen über. Die Häftlinge werden bei Arbeiten in der Landwirtschaft u. beim Wegebau eingesetzt --- Die ersten 20 Häftlinge sind Baufacharbeiter, die nach wenigen Wochen durch Häftlinge aus dem Außenlager St. Lambrecht ersetzt werden. Der Höchststand der Häftlinge beträgt 30 Personen --- Todesfälle im Lager Schloss Lind sind nicht bekannt --- Die Häftlinge sind in einem Raum im 3. Stock des kleinen Schlosses in der Nähe des steir. Ortes Neumarkt untergebracht --- Einige SS-Angehörige bewachen die Häftlinge. Zuletzt ist SS-Unterscharführer Josef Schmidt Lagerführer --- Am 3.5.1945 werden die Häftlinge Richtung Mauthausen in Marsch gesetzt. Wegen der heranrückenden alliierten Streitkräfte müssen die Gefangenen jedoch wieder umkehren. Am 5.5. befreit die Österr. Freiheits-bewegung das Lager. Am 11. oder 12.5. treffen britische Einheiten ein.


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Aussenlager KLAGENFURT-Lendorf

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:29 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||22 --- Die Bauleitung der Waffen-SS u. Polizei in Klagenfurt setzt KZ-Häftlinge beim Bau einer SS-Junkerschule u. einer Kaserne ein. Die Häftlinge müssen Baracken, einen Löschteich, ein Schwimmbad sowie Luftschutzstollen bauen u. außerdem Bombenschäden in der Stadt Klagenfurt beseitigen --- Juni 1944 sind 130 KZ-Häftlinge im Klagenfurter Stadtteil Lendorf. Die Haftbedingungen sind dort besser als in anderen Lagern, teilw. erhalten die Gefangenen die gleiche Kost wie die SS. Ein deutscher Häftling kann erfolgreich aus dem Lager flüchten. 2 KZ-Gefangene kommen im Lager zu Tode --- Bei der SS-Kaserne in Klagenfurt-Lendorf wird eine Holzbaracke zur Unterbringung der Häftlinge errichtet --- Zur Bewachung werden 1 SS-Offizier u. 14 SS-Schützen eingesetzt. Ehem. Häftlinge berichten von einem „großteils anständigen“ Verhalten der Wachmannschaften gegenüber den Insassen --- Am 6.5.1945 befiehlt die SS den Abriss der Häftlings- u. der SS-Baracke. Am 7.5. wird das Außenlager aufgelöst. Die Häftlinge werden ins Außenlager Loiblpaß transportiert.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 8:54 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Aussenlager LOIBL Nord

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:52 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||28 --- Der Alpenpass am Loibl ist als Verkehrsweg zwischen Deutschen Reich u. Balkan von strategischer Bedeutung. Seit 1941/1942 wird an einem wintersicheren Straßentunnel gearbeitet. 1943 übernimmt die Universale Hoch- u. Tiefbau AG das Bauprojekt. Die SS überlässt der Firma gegen Bezahlung KZ-Häftlinge als Arbeitskräfte, die sie in einem Nord- u. einem Südlager unterbringt. Diese müssen den Tunnel ohne die üblichen Sicherheitsvorkehrungen vom Norden u. vom Süden her in den Berg graben ---  Insges. sind etwa 1.800 Häftlinge in beiden Lagern am Loiblpass inhaftiert. Juli 1944 erreicht die Zahl der Häftlinge im Nordlager mit 580 ihren Höchststand --- In beiden Lagern sterben insgesamt 40 Gefangene. 600 werden wegen Krankheit u. Erschöpfung ins Stammlager zurücktransportiert --- Neben dem Nordportal des Tunnels wird zunächst ein prov. Lager für wenige Häftlinge eingerichtet. Ab Herbst 1943 steht dort bereits ein Barackenlager für einige hundert Gefangene --- SS-Männer u. Angehörige der Polizeisicherungskompanie bewachen die Häftlinge. Lagerführer der beiden Lager am Loiblpass ist zunächst SS-Obersturmführer Julius Ludolph. Nach Beschwerden ziviler Bauingenieure wird er durch SS-Obersturmführer Jakob Winkler ersetzt. Im Nordlager führt anfangs SS-Hauptscharführer Lemmen u. später SS-Oberscharführer Paul Gruschwitz das Kommando --- Am 15.4.1945 schließt die SS das Lager nördlich des Loibls. Die Häftlinge werden ins Südlager gebracht.

http://www.erinnern.at/bundeslaender/oesterreich/gedaechtnisorte-gedenkstaetten/katalog/kz_loibl --- Der Gedenkort „Loibl KZ Nord“ beim österr. Zollamtsplatz beim Tunnelportal ist frei u. ganzjährig zugänglich. Das ehem. KZ Areal liegt auf Privatgrund ca. 200 m davon entfernt.

Wie auch heute noch damit "Politik gemacht" wird: http://www.stopptdierechten.at/2016/09/11/jager-bier-und-ein-hochstand-auf-einem-ehemaligen-kz-gelande/
Jäger, Bier und ein Hochstand auf einem ehemaligen KZ-Gelände --- Jährlich findet am 2. Wochenende im Juni die Gedenkfeier zur Befreiung des ehem. KZ auf der Nordseite des Passes am Loibl/Ljubelj statt --- In diesem Jahr wurde die Gedenkfeier jedoch von einer ärgerlichen Unannehmlichkeit begleitet. An der Grenze zum ehem. KZ-Gelände war nämlich ein Hochstand durch einen Jäger errichtet worden, der nicht nur an die ehem. Wachtürme des KZs erinnerte, sondern auch erneut Aufschluss über den hierzulande anzutreffenden, unsensiblen Umgang mit dem Ort gibt. So zeigte die Schießlucke direkt auf jenen Platz, wo früher die Häftlingsbaracken gestanden hatten.

Während Vertreter der Überlebenden Beschwerde einlegten u. beispielsweise der grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser eine parlament. Anfrage startete, schritt die Autonome Antifa Kärnten/Koroška gleich zur Tat. Sie montierten die Leiter zum Hochsitz ab u. forderten mittels eines Transparents ein „angemessenes Gedenken“. Auch auf die Kritik reagierte der Besitzer, der Unternehmer Hermann H., eher unsensibel u. verstand nicht, warum der Hochstand derartige Reaktionen hervor gerufen hatte. Anstatt den Hochstand einfach so schnell wie möglich abzubauen, sorgte er Mitte August erneut für Aufsehen, weil er der Autonome Antifa Kärnten/Koroška anbot, sich zu einem Bier zu treffen u. diese Arbeit gemeinsam zu verrichten u. damit ihre Muskeln zu stärken. Er wollte den „Konflikt“ offensichtlich auf „Kärntner Art“ klären u. sich beim Saufen „verbrüdern“. Zumindest von einer Anzeige sah er ab, kündigte jedoch an, bei künftigen Gedenkfeiern niemanden mehr auf seinem Grundstück parken zu lassen. Die Aktivisten der Antifa nahmen die Einladung nicht an, da sie ihnen nicht ernst gemeint schien. In einer Stellungnahme wiesen sie darauf hin, dass der Besitzer sie durch falsche Behauptungen wie, dass der Hochstand „lebensgefährlich“ angeschnitten worden sei, diffamiert hätte. Zumindest der Hochstand wurde inzwischen tatsächlich entfernt.

aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN Jahrbuch 2012 (pdf-Datei):
--- Die Überlegungen, die Passtrecke durch einen Tunnel zu verkürzen, entstanden um das Jahr 1940. Insbesondere war die Trasse während des 2. Weltkriegs strategisch u. militärisch wichtig für den Nord-Süd-Transport. Schon 1941 arbeitete zunächst die Fa. Raubal (Klagenfurt) unter Aufsicht der Organisation Todt, seit 1943 die Fa. Universale (Wien) mit zivilen Arbeitern am Loibltunnel. Das bzw. die beiden KZ wurden 1943, zunächst an der Südseite, wenige Monate später auch an der Nordseite, von Häftlingen erbaut. Die Arbeiten auf der rund 1.500 m langen Strecke gingen zügig voran. Nach dem Tunnelanschlag erfolgte schon 9 Monate später Dez. 1943 der Durchstich. Rund 1 Jahr darauf fuhr das 1. Auto durch den Tunnel. Eine prov. Fertigstellung ermöglichte der Wehrmacht u. zahlreichen Flüchtlingen den Rückzug nach Norden im Frühjahr 1945 --- Arbeitsunfähige Häftlinge wurden nach Mauthausen zurücktransportiert ---
Nach Kriegsende wurden die Baracken in den beiden Lagern südlich u. nördlich des Tunnels abgetragen --- ... lange Zeit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung; mit der Eröffnung des Karawankentunnels (A 11) bei St. Jakob im Rosental südlich von Villach verlor die Passstraße am Loibl ihre Bedeutung u. wird heute nicht mehr sehr stark frequentiert ---


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 9:02 am bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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