KL Mauthausen

Seite 4 von 6 Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter

Nach unten

Aussenlager LOIBL Süd

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:55 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||29 --- Insges. sind etwa 1.800 Häftlinge in beiden Lagern am Loiblpass inhaftiert. Die genaue Häftlingszahl des Loibl Südlagers ist nicht bekannt --- Auf der slowen. Seite des Loibls wird nahe dem Tunneleingang ein Barackenlager errichtet --- Anfang Mai kündigt die SS die Übergabe des Lagers an die Alliierten an. Die Häftlinge werden weiterhin bewacht, dürfen sich aber im Lager frei bewegen. Am 7.5.1945 müssen die Gehfähigen unter ihnen zu Fuß westwärts marschieren. Die Kranken werden im Lager zurückgelassen, jugoslaw. Häftlinge entlassen. Am 8.5. befreien Partisanen die Häftlingskolonne nahe Feistritz.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 9:04 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager SCHLOSS MITTERSILL

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 10:59 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||42 --- Das SS-Ahnenerbe gründet Anfang 1943 gemeinsam mit der Universität München u. dem Bayr. Kultusministerium das Sven Hedin Institut für Innerasienforschung. Das Institut soll die 1938/1939 durchgeführte Tibetexpedition der SS wissenschaftl. auswerten --- Sommer 1943 wird das Institut von München ins Schloss Mittersill verlegt, wo Mitarbeiter auch auf Expeditionen vorbereitet werden. Die KZ-Häftlinge werden bei Haus- u. Reinigungsarbeiten eingesetzt --- Schloss Mittersill wird als Außenlager des Frauen-KZ Ravensbrück gegründet u. Sept. 1944 der Verwaltung des KZ Mauthausen unterstellt. 15 Frauen, alle wegen ihrer Zugehörigkeit zu den Zeugen Jehovas in KZ-Haft, werden März 1944 nach Mittersill gebracht. Nach wenigen Tagen werden 9 von ihnen ins von Mittersill aus verwaltete Außenkommando Schloss Lannach überstellt. Die Haftbedingungen sind in Mittersill vergleichsweise erträglich --- Die weibl. Häftlinge sind vermutlich direkt im Schloss untergebracht --- Einige SS-Angehörige bewachen die weibl. Häftlinge. Lagerführer ist SS-Hauptsturmführer Edmund Geer, zuvor technischer Leiter der Tibet-Expedtion --- Am 8.5.1945 befreien US-Einheiten das Lager Schloss Mittersill.

7.123 - - - Hedwig Tessarzik --- Ravensbrück vom 8.12.1941 bis 22.3.1944  --- Am 24.3.1944 ins Subkommando Schloss Mittersill überstellt - 7 Jahre 11 Monate Gefängnis u. KZ --- wurde am 20.3.1899 geboren u. heiratete Rudolf Tessarzik, geb. 18.3.1894, mit dem sie 3 Kinder hatte. Die Familie wohnte in Lötzen, Ostpreußen. Wann die beiden ZJ wurden, ist nicht bekannt. Hedwig war Hausfrau, ihr Mann Posthauptsekretär. Er verlor schließlich wg. seiner Zugehörigkeit zu den ZJ seine Arbeit u. auch seine Beamten-ansprüche. Rudolf Tessarzik war 1937-1941 inhaftiert. Er wurde als wehrunfähig erklärt u. seine bürgerlichen Rechte wurden ihm aberkannt. Die 3 minderjährigen Kinder - Dagmar, Astrid u. Lothar - wurden nach der Verhaftung der Eltern 1937 versch. Familien zugeteilt, bis der Vater 1941 aus dem Gefängnis entlassen wurde. Hedwig wurde am 11.6.1937 in Lötzen verhaftet u. von einem Sondergericht in Königsberg zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Weil sie ihre Glaubensüberzeugung nicht aufgegeben hatte, wurde sie nach Haftende in Schutzhaft genommen u. ins Frauen-KZ Ravensbrück überstellt, wo sie vom 8.12.1941 bis 22.3.1944 als Häftling Nr. 7.123 Zwangsarbeit leisten musste.
Am 24.3.1944 wurde sie zusammen mit 14 weiteren ZJ ins Subkommando Schloss Mittersill überstellt. Hedwig verblieb mit 4 weiteren in Mittersill, während 9 Frauen bereits in den nächsten Tagen ins Schloss Lannach weitertransportiert wurden. Hedwig wurde für div. Arbeiten, vermutlich Reinigungsarbeiten, eingesetzt. Am 8.5.1945 wurden die 6 Frauen durch US-Truppen befreit u. ins (befreite) KZ Mauthausen gebracht, wo sie furchtbaren Zuständen ausgesetzt war. Offensichtlich kehrte sie danach wieder ins Schloss Mittersill zurück, denn sie unterschrieb einen Fragebogen der Glaubensgemeinschaft mit „Schloss Mittersill, am 7.12.1945“. Wann sie nach Hause zurückkehrte, ist bislang unbekannt --- http://doedr.forumieren.net/t48p100-kl-mauthausen#1184

http://doedr.forumieren.net/t48p100-kl-mauthausen#1184 --- Ottilie (Otylia) Weber - 2 Jahre 11 Monate Haft u. KZ - Ottilie Weber wurde 1911 in Bleschno bei Czestochau geboren. Sie war ledig u. wohnte bei ihren Eltern in Czarny-Las Nr. 44 (bis 1945 Schwarzwaldau, Schlesien). Am 17.6.1942 wurde sie wg. ihrer Betätigung als ZJ in Czarny verhaftet. Nach der U-Haft im Gefängnis Lublin wurde sie am 4.9.1942 ins KZ Auschwitz-Birkenau (Nr. 18.962) deportiert. Am 22.3.1944 wurde sie ins Frauen-KZ Ravensbrück überstellt, wo sie die Haftnummer 28.086 erhielt. Am 24.3.1944 wurde sie zusammen mit 14 weiteren Zeuginnen Jehovas ins Subkommando Schloss Mittersill überstellt. 9 Frauen wurden bereits in den nächsten Tagen ins Schloss Lannach weitertransportiert. Ottilie wurde für div. Arbeiten, vermutlich Reinigungsarbeiten, eingesetzt. Am 8.5.1945 wurden die 6 Frauen durch US-Truppen befreit u. ins KZ Mauthausen gebracht, wo sie furchtbaren Zuständen ausgesetzt war. Offensichtlich kehrte sie danach wieder ins Schloss Mittersill zurück, wo sie noch einige Zeit als Reinigungskraft arbeitete. Sie unterschrieb einen Fragebogen der Glaubensgemeinschaft mit „Schloss Mittersill, am 7.12.1945“.Es ist von ihr außerdem folgender Brief in polnischer Sprache erhalten geblieben, den sie datiert mit „Schloss Mittersill, am 24.2.1946“ nach Hause schrieb. Daraus ist zu entnehmen, daß sie mit ZJ aus Salzburg Kontakt hatte.
„Liebe Brüder u. Schwestern! Schloss Mittersill, am 24.2.1946
Ich sende Euch allen herzliche Grüße aus den hohen Alpen, wo ich mich schon 2 Jahre befinde. Ich reinige die Zimmer auf einem alten Schloss, das weit fern in den Bergen in der Nähe der italienischen Grenze liegt. Ich bin geistig u. körperlich gesund, es geht mir hier gut, allerdings möchte ich gerne erfahren, wie es Euch, Ihr Geliebten zur Zeit geht u. ob meine Schwestern, mit denen ich in Auschwitz 17 Monate lang Freude u. Trauer teilte, alle gesund heimgekehrt sind? Bruder E. hat mir geschrieben, dass du schon wieder deine frühere Arbeit hast, worüber ich mich sehr freue. Die Schwestern aus Salzburg besuchten mich auch mehrmals. Herzlicher Händedruck! Ich erwarte eine schnelle und gute Antwort von Euch allen!
Eure Otylia Weber.
Schloss Mittersill, Pinzgau, Kreis Zell am See, Land Salzburg, Österreich, Austria”
Sie kehrte schließlich in ihre Heimat zurück, wo sie heiratete u. dann Ottilie Kukula hieß.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 9:07 am bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager EBENSEE, Tarnnamen: „Zement“, „Kalksteinwerke“, „Solvay“, „Dachs II“, „Taube I“

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 11:05 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||11 .. bei Ebensee wird ein Stollennetz errichtet, das für die vor Luftangriffen sichere Unterbringung der vom Heereswaffenamt betriebenen Raketenversuchsanstalt im norddeutschen Peenemünde vorgesehen ist. Letztendlich werden in den Stollen aber Treibstoff sowie Motorteile für die Steyr-Daimler-Puch AG erzeugt. Die KZ-Häftlinge müssen 2 Stollenanlagen mit einer Gesamtfläche von mehr als 40.000 m² in den Berg treiben. Später werden sie auch in der Produktion eingesetzt .. Insges. gelangen ca. 27.000 KZ-Häftlinge ins Außenlager Ebensee ..  Nach Eintreffen großer Evakuierungstransporte verschlechtert sich die Grundversorgung .. Die ersten Häftlinge werden in einer ehem. Weberei am Ortsrand von Ebensee untergebracht. Sie müssen auf einem bewaldeten Areal nahe der Ortschaft ein Barackenlager errichten, in das sie Ende Jänner 1944 verlegt werden. Ab Frühjahr 1944 wird .. ein eig. Krematorium errichtet .. Das Bewachungspersonal setzt sich überwiegend aus Angehörigen der Wehrmacht zusammen. Lagerführer SS-Hauptsturmführer Georg Bachmayer, SS-Hauptsturmführer Alfons Bentele, SS-Obersturmführer Otto Riemer u. SS-Hauptsturmführer Anton Ganz .. Kurz vor Befreiung: ..Die Bewacher flüchten vor der herannahenden US-Armee, übergeben das Kommando übers Lager an den einheimischen Volkssturm. Am 6.5.1945 befreien US-Truppen das Lager. Hunderte Häftlinge sterben noch in den Wochen danach an den Folgen der KZ-Haft .. Auf dem ehem. Lagergelände entsteht nach dem Krieg eine Wohnsiedlung, ein Teil wird zum KZ-Friedhof.

Karten aus der Häftlingskartei des KL Ebensee, ausgestellt in der Dauerausstellung im Zeitgeschichte Museum Ebensee, Foto: Verbund Oö. Museen

http://www.tenhumbergreinhard.de/1933-1945-lager-1/1933-1945-lager-e/ebensee.html .. Höchster Häftlingsstand: 18.437 .. Nach Befreiung verwendete die US-Armee das Lager als Gefangenenlager für die SS Einheit „Panzerdivision Hohenstauffen“, bevor es als „Displaced-Person-Camp“ genutzt wurde. Aufgrund von Spannungen zwischen polnischen u. jüdischen Lagerbewohnern wurden die meisten jüd. DPs nach Bad Gastein verlegt.

Juli 1946 entschied der Gemeinderat von Ebensee, das KZ abzureißen u. die Grundfläche zur Verbauung einer Arbeitersiedlung auszuschreiben. Die dort vorhandene Infra-struktur v. Wasser, Strom, Kanalisation u. Anbindung ans Verkehrswesen erschienen den Verantwortlichen geradezu perfekt dafür geeignet. Um sicher zu gehen, daß die mittlerweile parzellierten Gründe auch gekauft u. damit die letzten Spuren eines KZ verschwinden würden, pries man den m² um ca. 4 Schilling an, was weit unter den damals üblichen Grundstückspreisen lag .. Buchtipp: "Arbeitslager Zement. Das Konzentrationslager Ebensee und die Raketenrüstung" von Florian Freund, Wien 1989

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Ebensee .. beschloss der Rüstungsrat, Untergrundfabriktunnel am Hochkogel u. Erlakogel, oberhalb des Traunsees anlegen zu lassen. Hans Kammler wurde mit Durchführung beauftragt. 2 Monate später, am 8.11.1943, wurden die ersten Häftlinge in die Nähe der Ortschaft Ebensee verlegt, um Häftlings- u. Werkstättenbaracken zu bauen. Als Tarnnamen für diese KZ-Anlagen wurden „Zement“, „Kalksteinwerke“, „Solvay“, „Dachs II“ oder „Taube I“ gewählt .. Das gesamte Stollensystem war durch ein Schienensystem untereinander verbunden. Es sollte ein Raketen-Entwicklungswerk mit Prüfständen entstehen, wo das Aggregat 9 (A9) produziert werden sollte, u. Ende 1944 wurde in den Ebenseer Stollen mit der Errichtung einer Schmierölraffinerieanlage begonnen. Die Raffinerie begann Februar 1945 zu produzieren. Letztendlich sollten noch im Frühjahr 1945 in der Anlage B Motoren für Panzer u. Flugzeuge hergestellt werden .. Ankommende Häftlinge wurden teils 2 Wochen in Quarantäne gehalten .. Nach Zerstörung des Bahnhofs Attnang-Puchheim am 21.4.1945 wurde die sogen. „Todeskolonne“ täglich teils per Viehwagen, teils zu Fuß zum Bahnhof transportiert, um ihn wieder aufzubauen ..

Mai 1945: Krematorium des KZ Ebensee, das Juli 1944 in Betrieb genommen wurde, Archiv der Stadt Linz

1990 wurde auf dem Gelände des ehem. KZ eine Gedenkstätte eingerichtet. 2001 wurde diese um das Zeitgeschichte Museum Ebensee erweitert, das die Geschichte Österreichs u. der Region im Zeitraum 1918-1955 behandelt. Weiters verfügt das Dokumentationszentrum über die öffentlich zugängliche Zeitgeschichtebibliothek, die Opfer- u. Überlebendendatenbanken, Zwangsarbeiterkarteien u. zeitgenössische Dokumente wie Fotos führt ..

Bekannte Häftlinge: Roberto Castellani, italien. Überlebender der KZ Mauthausen u. Ebensee, Curt Mezger, Mario Piccioli, italien. Überlebender der KZ Mauthausen, Ebensee u. Linz III, Italo Tibaldi, italien. Überlebender der KZ Mauthausen u. Ebensee .. Ein poln. ehem. Häftling, Ladislaus Zuk, lebt bis zu seinem Tod 2016 in Ebensee u. war als Zeitzeuge bei Führungen tätig .. http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_14.htm .. 1919 wurde Wladiyslav Zuk in Warschau geboren .. Am 6.10.1939 war ganz Polen von den Deutschen besetzt .. Wladislaw zerschnitt Reifen u. warf brennende Flaschen voller Benzin gegen deutsche Panzer. Die Attacken auf die Wehrmacht wurden immer häufiger .. Zuk berichtet, daß am 16.4.1940 plötzlich ein LKW vor seiner Wohnung stand u. er, trotz Bitten seiner Mutter, aufgegriffen u. mitgenommen wurde. Er kam mit zahlreichen anderen Jugendlichen ins Gefängnis. Dort nahm man ihre Personalien auf, verhörte sie .. Er blieb 3 ½ Jahre im Gefängnis, ehe er am 26.11.1943 ins KZ Auschwitz eingewiesen wurde. Als er in Ausschwitz ankam, wurde ihm die Nr. 164.953 auf die Hand tätowiert .. wurde er zu einem Transport bestimmt, der nach Ebensee gehen sollte. Am 11.2.1944 kam er im Hauptlager Mauthausen an, um registriert u. für arbeitsfähig erklärt zu werden. Er erhielt eine neue 5-stellige Nummer, 52.099, u. musste 1 Woche in Quarantäne bleiben, da Typhus ausgebrochen war. Erst am 18.2.1944 erreichte er mit einem Transport Ebensee .. Am 4.5.1945 wurden die Arbeiten an den Stollen beendet. 2 Tage später erreichten die Amerikaner Ebensee .. Die KZ-Insassen wurden in ein Zivillager in Ebensee evakuiert u. die ersten Häftlinge begannen, in Wohnungen einzubrechen. Um sich vor Überfällen zu schützen, nahm die Bevölkerung ehem. KZ-Insassen bei sich auf. Zuk hatte Glück. Ein Mann sprach ihn auf der Straße an, um ihm ein Quartier anzubieten .. "Ich bekam ein Zimmer mit Möbeln u. einem Bett, das Decken u. Polster hatte. Es kam mir vor, als ob ich im Himmel wäre. Die Frau bot mir Butterbrot u. Milch an, doch der Arzt hatte gewarnt, ja kein Fett u. ja nicht zuviel zu essen. Aufgrund dessen verständigte ich mich mit der Frau in Zeichensprache, daß ich nur 1 Stück Brot u. etwas Milch mit Wasser wollte. Sie wusch mich, gab mir Gewand. Dann kam der Arzt, Dr. Kerner, u. erklärte ihr, wie sie mit mir umzugehen hatte. Damals war ich 24 Jahre alt u. wog 39 kg. Die Amerikaner gaben uns Essen, das ich bei der Frau abgab, u. nach einiger Zeit hatte sie mich wieder aufgepäppelt." .. Die Frau, bei der er Quartier bezogen hatte, erfuhr nun, daß er ledig war. 4 Wochen später war er mit ihrer Tochter verheiratet u. stolzer Stiefvater von 2 Kindern .. 1949 erhielt Wladislaw Besuch von einem Rechtsanwalt, der versuchen wollte, um Entschädigungen zu kämpfen. Dokumente wurden eingereicht u. nach 8 Jahren Wartezeit begann der Prozess zu laufen. 1959 gewann Zuk diesen u. erhielt 48.000 Schilling (abzüglich 10% Anwaltskosten). Außerdem bekam er aufgrund der Haftzeit 150 Mark monatlich. Ein weiteres Verfahren wegen Gesundheitsschäden wurde 1960 geführt, u. dafür wurden ihm 110.000 Schilling zugesprochen .. Der unerwartete Geldsegen half ihm u. seiner Familie sehr. Durch die Verwandten seiner Gattin fand er neue Arbeit u. wurde in Ebensee Abteilungsleiter. Jetzt, beinahe 56 Jahre nach der Befreiung ..ist er Pensionist ..Den Winter verbringt er in Polen, im Sommer steht er dem Widerstandsmuseum Ebensee, insbes. dem Leiter, Herrn Dr. Quatember, zur Verfügung ..

http://doedr.forumieren.net/t48p100-kl-mauthausen#1536 .. In Ebensee konnte Drahomír Bárta mit Hilfe von anderen Häftlingen das Totenbuch des Lagers verbergen, als die SS am 5.5. in der Lagerschreibstube auftauchte u. alle schriftlichen Dokumente einsammelte, um sie im dortigen Krematorium zu verbrennen ..

http://doedr.forumieren.net/t48p75-kl-mauthausen#222 .. nach Abzug der SS .. spontane Lynchaktionen gegen .. Kapos u.a. verhasste Häftlingsfunktionäre .. in Ebensee wurden über 50 Personen von wütenden Ex-Häftlingen erschlagen ..

http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_2.htm .. die "Amerikarakete" (A9-Rakete oder Interkontinentalrakete) u. die Flakrakete "Wasserfall" sollten dort von Wernher v. Braun weiterentwickelt werden. Es waren 2 Stollenanlagen in Planung. Stollen A sollte die Einrichtungen der Forschungsanstalt Peenemünde aufnehmen. In Stollen B sollten die Prüfstände der Raketen vorgenommen werden .. Juli 1944 wurde ein Resümee über die bisherigen Ereignisse zum Vorhaben Zement geschrieben: "Als nach dem Angriff vom 17. auf den 18.8.1943 für die Verlagerung der Großfertigung das sehr gut geeignete MW (Mittelwerk; d.V.) gefunden war, tauchte der Gedanke auf, auch für die Verlagerung der Entwicklung ein ähnlich geartetes Stollensystem zu finden .. So kam man auf das Vorhaben Zement, das umso geeigneter erschien, als dort sowieso Gestein für andere Erzeugungen gebrochen werden musste. Greifbare Gestalt erhielt das Projekt, als General Kammler zusagte, den gesamten Ausbruch einschließlich des Ausbaues, jedoch ohne die eigentliche Einrichtung, mittels eines größeren Häftlingseinsatzes unter Leitung der SS in ca. 5 Monaten durchzuführen."
Ausschlaggebend für die Verlegung nach Ebensee war, daß dort ohnehin schon ein Steinbruch existierte. Somit vermutete man nicht sofort eine unterirdische Forschungsanstalt in den Stollen .. Besonders wichtig war, daß eine sehr gute Bahnverbindung für den Transport zwischen Linz u. Ebensee existierte .. Reichsminister Speer konnte am 10.7.1944 erreichen, daß Teile des Stollens A für den Bau von Panzergetrieben verwendet wurden. Die Alliierten hatten Deutschland inzwischen in eine prekäre Situation gebracht. Es fehlte an Treibstoff, deshalb wurde versucht, die Treibstoffproduktion unter die Erde zu verlagern. Die Verarbeitung von Erdöl war in unterirdischen Stollen kein Problem. Der Bau von neuen Stollen wäre jedoch zu aufwendig gewesen, weshalb man nun die gesamte Stollenanlage A in Ebensee beanspruchte. 8 Destillationsanlagen (Deckname "Ofen"), 1 Schmierölraffinationsanlage, 1 Erdölcrackanlage wurden in den Stollen untergebracht. Deckname für die Ebenseer Crackanlage war "Taube 1", für die Schmierölraffinerie "Dachs II". Am 1.8.1944 wurde mit der Arbeit begonnen, ab Feb. 1945 war die Produktion der Destillationsanlagen in vollem Gange. Die Produktionsverlagerung erwies sich jedoch als nicht so effektiv wie man gehofft hatte. Die Alliierten hatten begonnen, die Bahn zu bombardieren. Ebensee war aber auf die Lieferung des Rohöls via Bahn angewiesen. Deshalb konnten ab dem Anlaufen der Destillationsanlagen bis zu Ende des Krieges nur 20 % der vorgesehenen Menge an Rohöl verarbeitet werden. Aug. 1944 konnten die Forscher in Peenemünde die Fehler der A4-Rakete beheben. Aufgrund dessen wurde das Projekt wieder stärker gefördert u. die Stollenanlage B wurde dem A4-Projekt zugesprochen. Als sich die Frontlage immer mehr verschlechterte, wurden anstelle des A4-Projekts bedrohte Fabriken der Rüstungsindustrie in die Stollen eingelagert. Die Daimler Puch AG, die Motorteile für Panzer u. LKW erzeugte, erhielt Stollen 4+5, die Nibelungenwerke (Teil d. Steyr-Konzerns), welche Bremstrommeln für Panzer erzeugten, konnten in d. Stollen 1+2 der Anlage B arbeiten. Letztlich wurden die Stollen, die von tausenden KZ-Häftlingen in den Berg getrieben wurden, nicht für die Entwicklung der Wunderwaffen genutzt, sondern, um die Rüstungsindustrie sicher unterzubringen u. somit den Krieg fortsetzen zu können.

http://doedr.forumieren.net/t48p125-kl-mauthausen#1962  http://doedr.forumieren.net/t59-gerichts-und-zeitzeugen-der-anderen-art#1961 .. Verbrecher übelsten Typs: Magnus Keller. Er war als Häftlingslagerältester in den KZ Dachau u. Mauthausen eingesetzt gewesen u. hatte dort zahlreiche Menschen zu Tode gequält. Später ist er in Prozessen als Belastungszeuge aufgetreten.
http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_4.htm .. Mit dem 1. Transport, der nach Ebensee kam, wurde auch Magnus Keller, der vormals in Mauthausen Lagerältester I war, dorthin gebracht. Er war von Bachmaier ausgewählt worden, die Funktion des Lagerältesten I in Ebensee zu übernehmen. Auch er selbst wollte versetzt werden, da er in Mauthausen andauernd Rivalen hatte, die um seinen Posten kämpften. Keller wurde aufgrund seines korpulenten Körperbaus (110 kg), seinem Gang u. dem immerwährenden Gebrüll von den Inhaftierten King-Kong genannt. Er genoss viele Privilegien. Er bewohnte nicht nur ein eigenes komfortables Zimmer mit Bett, Sitzgarnitur, Radio, Kochgelegenheit, Bedienungspersonal u. bester Verpflegung, er hatte auch eine Schweinemästerei. Camille Scholt, ein Lagerschreiber, über Magnus Keller: ".. Magnus Keller war sehr feig. Er hatte immer Angst, er könnte um die Ecke gebracht werden .. Bei Hinrichtungen war er immer am laufenden. Die Blockführer kamen zu ihm u. brachten ihm vor, welcher Häftling verschwinden mußte."
Keller beteiligte sich selbst nie an Gewalttaten gegenüber den Häftlingen. Er war viel zu schlau, er beschäftigte sich lieber mit dem Handel von Gold u. Diamanten. Die Bluttaten ließ er durch seinen Stellvertreter, Lorenz Dähler, durchführen. Dähler war ein krimineller Häftling, der unter Alkoholeinfluss regelrechte Massenmorde durchführte. Er hatte die Funktion des Lagerältesten II inne u. war weit gefürchteter als Keller. Ein Häftling erzählt: ".. Lorenz - ein Deutscher von 40-45 Jahren - war übermittelgroß, korpulent, breitschultrig, körperlich stark entwickelt. Seine Stimme war heiser, die Augen schwarz. Er schaute immer nach unten, zur Erde, er trug eine feldgraue Mütze. Er bewegte sich immer mit einem Schlauch unterm Arm oder im Stiefelschaft. Er schlug die Gefangenen systematisch ohne jeden Grund nieder. Lorenz führte alle Anordnungen von Ganz aus. Die Folterung der Opfer war für ihn einfach ein Vergnügen." - Dähler genoss aufgrund seiner Funktion u. seiner Gewalttätigkeit gegenüber den Mithäftlingen außergewöhnliche Privilegien. Er durfte regelmäßig eine Freundin in Rindbach bei Ebensee besuchen. Aufgrund seines aggressiven Verhaltens wichen ihm die Häftlinge aus. Sicherlich auch deswegen, weil er bekannt dafür war, den Häftlingen ihre Goldzähne ziehen zu lassen.

http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_6.htm --- Laut dem französ. Häftling Jean Laffitte befanden sich Herbst 1944 im KZ Ebensee 35% Polen, 30% Russen, 6% Franzosen, 5% Italiener, 4% Jugoslawen, 1,5% Spanier u. 1,5% Deutsche (inkl. Österreicher) ---
http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_7.htm .. Leopold Redlinger, der in den letzten Monaten des NS-Regimes im Kommando Attnang-Puchheim tätig war .. Die Außenkommandos hatten Arbeiten zu erledigen, die in direktem Zusammenhang mit der Errichtung von Stollen zusammenhingen. Sie hatten z.B. Betonteile für die Auskleidung der Stollen zu fertigen. Andere Häftlinge arbeiteten im Kommando Steinkogel. Dieses Kommando musste Straßen, Bahnlinien, Brücken, Kanäle u. Wasserversorgung für die Raffinerie bauen. Sie mussten sogar die Schiffe in Ebensee streichen. Arbeiten, die der Allgemeinheit zugute kamen. Es gab bei den Außenkommandos viele versch. Kommandos, die jedoch teilweise sehr kurzlebig waren. Es gab das Kommando Kiesgrube, Transportkommando Steinkogel, Kdo. Weberei, Elektrikerkommando, Straßenbaukommando u. die Kommandos der versch. Zivilfirmen.
Die Lagerschreiber mussten täglich für die Firmen Arbeitskommandos (Kapos, Facharbeiter, Hilfsarbeiter) zusammenstellen. Die Firmen forderten in sogen. Häftlingsanforderungen  für jedes Kommando die bestimmte Anzahl der gewünschten Häftlinge. Nach Anzahl u. Wert der Häftlinge mussten sie dann bezahlen. Es gab Facharbeiter u. Hilfsarbeiter. Wenn eine Firma z.B. einen Facharbeiter oder auch Meisterhäftling wollte, so musste sie mehr als für einen gewöhnlichen Häftling, einen Hilfsarbeiter, bezahlen. Die Bezahlung der Häftlinge erfolgte über das KZ Mauthausen ..
Am Bauvorhaben in den Stollen waren einige bekannte u. teilweise bis heute tätige Zivilfirmen beteiligt: Universale, Hinteregger u. Fischer, Holzmann u. Polensky, Fohmann Beton u. Montierbau, Siemens Bauunion, Siemens Schuckert, Rela u. Comp., Großdeutsche Schachtbau, Deutsche Bergbau Hermann Göring, Nibelungen Werke u. DIWIDAG. Diese Firmen stellten Meister für div. Bauvorhaben, die die Häftlinge beaufsichtigten u. ihnen die Arbeitsaufgaben stellten. Die Zivilarbeiter waren entweder so streng wie die SS, oder sie nahmen die Häftlinge in Schutz u. halfen ihnen.
"Ein Bekannter von mir war als Zivilarbeiter bei der Baufirma Universale in leitender Stelle. Er war Vorarbeiter bei einem Kommando, das unmittelbar in meiner Nähe arbeitete. Dobringer /.../ war bereit mir zu helfen. Er legte für mich Lebensmittel an vereinbarte Stellen. /.../ Auch Schuhe organisierte er für mich. /.../"
Der Großteil der Häftlinge hatte bei der Arbeit ausgebrochenes Material auf Loren hinaus zu befördern. Zusätzlich mussten noch Gleise verlegt werden, um die Steine aus den vorgetriebenen Stollen nach draußen transportieren zu können. Vom 12.-18.2.1945 waren, lt. Zahlen einer US-Untersuchungskommission, 9890 Personen in den Stollen tätig .. Das Arbeitsverhältnis zwischen Zivilarbeitern u. Häftlingen betrug ungefähr 1:6. Unter diesen Verhältnissen war der Arbeitsfortschritt noch verhältnismäßig gut zu überblicken u. die Arbeitsleistung der Häftlinge konnte bis auf ein Maximum gesteigert werden ..

http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_10.htm --- Sommer 1944 wurde die Sonntagsarbeit aufgehoben u. die Häftlinge konnten die Sonntage nun für sich nützen. Sehr beliebt war es bei den kräftigeren Häftlingen, Fußball oder Volleyball zu spielen. Es erscheint einem bei genauerer Betrachtung einigermaßen sonderbar, daß man unter diesen Bedingungen überhaupt auf die Idee kam, zusätzl. Anstrengungen, u. sei es zum Vergnügen, auf sich zu nehmen. Doch in einigen privilegierteren Kommandos wie in der Schneiderei, der Küche oder der Bäckerei war die Arbeit nicht annähernd so anstrengend wie in so manch anderen Kommandos ---
Auch im Lager Ebensee wurde eine Musikkapelle gegründet, die von Karl Meierhöfer, einem deutschen kriminellen Häftling, geleitet wurde. Er war einer der wichtigsten Prominenten im Lager. Die Kapelle bestand aus mehreren Blechblasinstrumenten u. Zupfinstrumenten .. Die Mitglieder der Kapelle wurden in bessere Kommandos versetzt, damit sie Zeit zum Üben hatten --- Dez. 1944 wurde eine sogen. ‘Music-Hall Revue’ vorgeführt, zu der nur einige wenige prominente Zuhörer geladen wurden. François Wetterwald, Arzt im KZ Ebensee, war einer von ihnen ---

http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_12.htm Im KZ Ebensee kam es gegen Ende des 2. Weltkriegs zu einer internat. Häftlingsbewegung, die sich erfolgreich gegen die Herrschaft der SS auflehnte. Die Bewegung wehrte sich nicht nur erfolgreich gegen die Verfrachtung in die Stollen (Anm. Dissident: stimmt das?), sondern bemühte sich auch, Mithäftlinge in bessere Kommandos zu versetzen oder ihnen zusätzliche Nahrung zu beschaffen. Der Ursprung der illegalen Organisation war kurz nach der Errichtung des Lagers. Zu den Gründern kann Henri Koch, auch Père Henri oder Vater Henri genannt, gezählt werden. Henri war seit 1942 Mitglied der KPF, arbeitete im Schusterkommando u. half den Häftlingen, so gut er konnte. Gemeinsam mit Drahomir Bárta versuchte er, andere Kommunisten u. Antifaschisten ausfindig zu machen. Sie konnten ihnen eine bessere Nahrungsversorgung bieten, ab und zu sogar die Zuteilung zu besseren Kommandos regeln oder zusätzliche Kleidung verschaffen.
Als das Lager fertig gebaut war, entstanden mehrere versch. Kommandos u. nun konnten die Möglichkeiten besser genutzt werden... Bei jedem neuen Transport wurden die interessanten Häftlinge sofort herausgesucht u. dementsprechend gefördert. (Anm. Dissident: und die anderen benachteiligt...) Durch Dr. Quenouille, der 1943 als Oberarzt aufs Revier in Ebensee kam, fand sich nun auch die Möglichkeit, einzelnen Häftlingen einige Tage Ruhe zu verschaffen. "Er tat eine Menge zur Rettung vieler Menschen. Er konnte zumindest teilweise eine grössere Menge Leute krankschreiben, konnte den Aufenthalt der Häftlinge auf dem Krankenrevier verlängern, konnte beim Verbergen u. Verlegen der Leute behilflich sein wie auch beim Fälschen der Namen. Wenn sich Arzt u. Schreibstube absprachen, war es nach Bedarf möglich, Tote u. Lebendige, Namen etc. zu verwechseln. Im Interesse derer, die Grund hatten unerkannt bleiben zu wollen."
Von den Häftlingen, denen geholfen wurde, konnte man auch wiederum Hilfe für andere erwarten. Sehr viele Tschechen, die der Organisation angehörten, hatten aufgrund ihrer Deutschkenntnisse Stellen als Blockschreiber inne. In jedem Innenkommando hatte die Gruppe mindest. 1 ihrer Leute untergebracht. Dadurch hatten sie überall die Möglichkeit, etwas zu organisieren. Im Arzneilager arbeitete ein spanischer Häftling mit ihnen zusammen u. lieferte gegebenenfalls Medikamente. In der SS-Küche wurde für die Häftlinge regelmäßig etwas Nahrung abgezweigt (Anm. Dissident: .. die anderen wieder fehlte...)
Der Rückhalt der Widerstandsgruppe war bei den Kommunisten zu finden. Diese Gruppe der Politischen hatte durch ähnliche Traditionen u. Lieder eine enge Gemeinschaft. Durch diese große Solidarität ließen sich viele Häftlinge überzeugen u. näherten sich dieser Gruppe an. Die Häftlinge vertrauten einander u. die Bewegung erhielt eine Struktur. Natürlich versuchte die Organisation so gut wie unbemerkt zu existieren. Spitzel der SS waren im Lager unterwegs u. jeder Mitwissende, der auch nur ein Wort darüber verlor, riskierte den Tod aller Beteiligten.
Die Führung wurde von Jean Laffitte, Hrovje Macanovic (Lagerdolmetscher) u. Drahomir Bárta übernommen. Laffitte vertrat die Franzosen, die Belgier u. Spanier, Macanovic die Jugoslawen, Polen u.a. kleinere Gruppen, Bárta vertrat die Tschechen, die Sowjets u. die deutschen Kommunisten .. Die Widerstandsgruppe wollte möglichst viele Politische in den Funktionsposten .. Ihre Aufgabe bestand auch darin, mit regelmäßigen Meldungen von der Außenwelt die KZ-Insassen auf dem Laufenden zu halten u. so in ihrem Mut zu stärken. Außerdem waren Sabotageakte u. der Aufbau einer militärischen Führung geplant, um für einen bewaffneten Widerstand bereit zu sein. Eine Gruppe Wehrmachtsangehöriger unter der Führung von Josef Poltrum, erklärte sich bereit, den Häftlingen in Gefahrensituationen zur Seite zu stehen. Poltrum war der Verantwortliche des Munitionslagers. Er fälschte Empfangsscheine, sodass die Widerstandsgruppe bei jeder Lieferung einige Waffen erhielt. Doch zu einem bewaffneten Aufstand kam es nicht. Der Übermacht der SS-ler hätten die Aufständischen sicher nicht standhalten können, denn im Nachhinein stellte sich heraus, daß Poltrum nur einige wenige Pistolen u. Handgranaten zur Seite geschafft hatte.
http://schulen.eduhi.at/brgrohrbach/fba/seite_13.htm In den letzten Wochen des Krieges war das Lager Ebensee überfüllt. Ursprünglich war es für 5.000 Häftlinge errichtet worden, aber der höchste Häftlingsstand, der zu dieser Zeit erreicht wurde, war 18. 437. Die SS fürchtete sich immer mehr vor den Häftlingen und wagte sich nur noch mit einem Hund in das Lager hinein --- Die Nahrungsversorgung verschlechterte sich u. die Häftlinge begannen Kohle, Gras u. Rinde zu essen. Die Todesrate stieg auf 200 Personen pro Tag mit steigender Tendenz. Am 1.5.1945 kam die Nachricht von Hitlers Selbstmord u. der Schlacht um Berlin. Dies bestärkte die Vermutungen der Häftlinge, dass der Krieg bald aus sein würde --- waren die SS, die Lagerältesten u. einige andere Funktionshäftlinge verschwunden. Zur Bewachung hatten sie Wehrmachtsangehörige zurückgelassen. Die erkannten jedoch bald, dass nun eine Wende eingekehrt war u. legten ihre Waffen nieder. Die Hierarchie der SS wurde völlig aufgelöst. Der Blockälteste Ludwig, der sehr viele Häftlinge zu Tode geprügelt hatte, wurde als erster abgesetzt u. eine Kettenreaktion der Lynchjustiz an den verhassten Funktionshäftlingen kam in Gang. "Er kam in die Schreibstube u. begann aufgeregt u. herrisch gegen seine Absetzung zu protestieren. Er schrie uns wütend an. Es kam zu einem Streit, in dessen Verlauf Ludwig plötzlich einen Dolch hervorzog u. sich auf uns stürzte. Es kam zu einer wüsten Schlägerei. Wir waren damals ungefähr zu fünft auf der Schreibstube, aber nur mit bloßen Händen, außerdem waren wir auf den Angriff nicht gefaßt. Ludwig stach wild u. tollwütig um sich. Er hatte die primitive fürchterliche Kraft eines wilden Tiers. Es floß Blut. Die meisten von uns waren leicht verletzt. Erst als wir uns von unserer Überrumpelung erholt hatten, Stühle, Tische und alles, was greifbar war, zur Hand nahmen, gelang es uns, Ludwig zu überwältigen. Letztlich konnten wir ihm das Messer entwinden u. schmissen ihn hinaus vor die Schreibstube. Ludwig fiel zu Boden. Vor der Schreibstube befand sich zu diesem Zeitpunkt eine Gruppe von Häftlingen. Als ihn die Häftlinge blutverschmiert vor der Schreibstube liegen sahen, begriffen sie mit einem Schlag, daß sich die Situation im Lager änderte u. die Macht in andere Hände überging u. stürzten sich auf ihn. Sie schleiften ihn auf den Appellplatz, der einige Meter von der Schreibstube entfernt war, u. banden ihn an den Leitungsmast. Es kamen viele Häftlinge zusammen. 100 oder 200. Ein jeder wollte ihm ins Gesicht spucken u. ihn ohrfeigen. Er wurde erstochen u. erschlagen u. blieb einige Zeit lang tot am Leitungsmast angebunden."
Die Versorgung des Lagers stellte für die Häftlinge in dieser Situation ein Problem dar. Es wurde der Entschluss gefasst, ein Häftlingskomitee um Medikamente u. Nahrung auszusenden. 4 Häftlinge gehörten dazu: Drahomir Bárta, Ernst Lörcher, Hermann Scheler u. ein namentlich unbekannter Häftling. Sie erhielten ausreichend Medikamente von den Wehrmachtssoldaten, aber mit der Nahrungsmittelbeschaffung gab es Probleme. Ebensee hatte zu geringe Vorräte u. auch der Pfarrer, den sie fragten, konnte ihnen in diesem Fall nicht helfen. Am 6. Mai 1945 um 14 Uhr 50 erreichten endlich die Amerikaner das KZ Ebensee ---
Um die Toten würdig bestatten zu können, wurde ein Friedhof, 2 km vom Lager entfernt, errichtet. Einheimische NSDAP-Anhänger mussten die Leichen abtransportieren u. das Lager reinigen. Die Häftlinge wurden großteils bei Ebenseer Familien einquartiert u. von den US-Soldaten mit Nahrung u. Medikamenten versorgt ---
Als man bei Bauarbeiten 2 Massengräber mit 3.000 Leichen entdeckte, ließ die Mailänderin Hilda Lepetit ein Denkmal auf dem Massengrab errichten, in dem ihr hier zu Tode gekommener Mann liegt. Aus diesem Anlass wurde der KZ-Friedhof verlegt. Die Toten wurden exhumiert u. im heutigen KZ-Friedhof erneut bestattet. Insges. sind hier ca. 4000 KZ-Opfer in Einzel- u. Massengräbern beerdigt ---

http://doedr.forumieren.net/t88-mauthausen-haftlinge-und-nebenlager#385 

.. Roberto Castellani (1926-2004) u. viele weitere Bewohner Pratos wurden wg. Beteiligung am Streik auf Anordnung der deutschen Besatzungsmacht von italien. Faschisten verhaftet, in die Festung von Prato u. schließlich nach Florenz gebracht .. Am 8.3.1944 verließ ein Transport mit Aufschrift „Freiwillige Arbeiter für Deutschland“ den Bahnhof Florenz Richtung Österreich. Nach 3 Tagen u. 4 Nächten erreichte der Zug das KZ Mauthausen. Dort folgte nach der üblichen Prozedur, die jeder Häftling über sich ergehen lassen musste (Rasur, Dusche, Häftlingskleidung) die Verlegung in die Quarantäne. Castellani trug in jener Zeit die Häftlingsnummer 57.027. Nach 14 Tagen in Mauthausen wurde er ins KZ Ebensee verlegt, ..zunächst als Gärtner bei den Baracken der SS eingesetzt .. als er, ..der Arbeit fernblieb. Ein Kapo erwischte ihn dabei u. er wurde sofort zur Arbeit in die Stollen geschickt, wo er bis zur Befreiung des KZ arbeiten musste .. wog Castellani zum Zeitpunkt der Befreiung des KZ Ebensee am 6.5.1945 nur noch 28 kg ..
.. Weniger als die Hälfte der in Ebensee inhaftierten Prateser hatten die Befreiung 1945 erlebt. Dorval Vanini u. Roberto Castellani zählten zu denjenigen, welche Zeit ihres Lebens im Zuge von Erinnerungsfahrten (pelerinaggi) nach Mauthausen u. Ebensee zurückkehrten .. Städtepartnerschaft Prato-Ebensee .. Die Industriestadt Prato war am 4.3.1944 Schauplatz eines Streikes von 480 Textilarbeitern .. Roberto: „Eine andere große Tragödie für uns Italiener war, daß wir (im KZ) nicht gut angesehen waren, da wir gegen alle Krieg geführt hatten.“ .. Eines Tages jedoch ging er nicht zur Arbeit, da er aus Mitlied bei seinem Freund Mario Nanni blieb, dem eine Tbc-Diagnose 3 Tage Aufenthalt im Revier ermöglichte .. erfuhr er vom illegalen internationalen Lagerkomitee u. wurde zusammen mit 1 tschech. u. 1 poln. Häftling mit Auskunftsdiensten innerhalb der Lagerorganisation betraut ..
Am 14.5.1944 wird Danielo Veronesi, ein 18jähriger Italiener ..nach erfolglosem Fluchtversuch ..exekutiert ..
Nach der Befreiung machte sich Castellani zusammen mit Vincenzo Maranghi, Gino Fioravanti u. einem gewissen Gianni aus Udine zu Fuß auf nach Italien ..
.. Hilda Lepetit hatte für ihren im Lager verstorbenen Mann Roberto Lepetit ein Denkmal über dem Massengrab bauen lassen, das die Überreste ihres Gatten enthielt ..

.. Zeitzeugeninterview mit George D. Havas .. (*1929) .. Am 3. Tag nach der Ankunft in Auschwitz wurden alle Häftlinge, die älter als 18 Jahre waren, Arbeitskommandos zugeteilt. Am 28.5.1944 erfolgte der Transport nach Mauthausen. 3 Tage lang dauerte die Fahrt, die insges. 2.000 Männer ..nach Mauthausen brachte .. Der Marsch vom Bahnhof zum Lager ist Havas in besonders schlechter Erinnerung geblieben, weil der Schuh seines Bruders beschädigt war u. so Steine in seinen Fuß drangen .. Er erhielt neue Häftlingskleidung, die Häftlingsnummer wurde auf ein Stück Blech gestanzt u. auf Jacke u. Hose genäht. Es folgte die Einweisung ins Quarantänelager mit 500 anderen Häftlingen, in dem er vom 28.5.-2.6. blieb .. Havas lernte in Mauthausen Marton Kisch kennen. Es entwickelt sich eine Freundschaft, die die Deportation nach Ebensee sowie den Krieg überdauern sollte .. Die Deportation in das Arbeitslager Ebensee erfolgte zur Überraschung der Häftlinge in einem zivilen Zug, eine Tatsache, die als gutes Zeichen für die Zukunft gedeutet wurde. 479 Gefangene wurden über Linz u. Attnang-Puchheim nach Ebensee transportiert. Als der Zug am Eisenbahnknoten Attnang hielt, bemerkte Havas zahlreiche zerstörte Lokomotiven am Bahnhof .. Ankunft in Ebensee am 2.6.1944 .. Havas wurde in Block 26 untergebracht, jedem Häftling wurde ein eigenes Bett u. 2 Decken zugewiesen, weiters erhielten sie 1 Löffel u. 1 Schüssel. Ermutigt durch die scheinbar besseren Umstände ging Havas zum Blockältesten u. erklärte ihm, seine Schuhe seien derart abgenützt, daß sie zur Arbeit kaum mehr tauglich seien. Der Blockälteste gab ihm bereitwillig ein neues Paar Schuhe von guter Qualität. Der SS-Arzt Willi Jobst, dessen Namen Havas im Lauf seiner Haft in Ebensee erfuhr, nahm die Untersuchung der eingetroffenen Häftlinge vor u. teilte ihn zum Arbeitskommando in Block 7 ein. Am nächsten Tag nach Morgenappell marschierte das Kommando in die Stollen des Steinbruchs Ebensee. Er erinnert sich an den ungeheuerlichen Lärm der Kompressoren u. Motoren .. Er mußte an Kipploren arbeiten, die er mit Bruchmaterial aus dem Stollenvortrieb zu befüllen hatte .. italien. Mithäftling Saffo Morelli, „Fiorentino" genannt .. Am 10.6.1944 erreichte ein neuer Transport mit jüd. Gefangenen das KZ. An die 500 Menschen wurden durch SS-Arzt Jobst selektiert u. Arbeitskommandos zugeführt .. berichtet der französ. Häftlingsarzt Dr. Wetterwald von einer Selektion kranker Häftlinge: Man mußte die 500 Schwächsten u. Kränkesten nach Mauthausen schicken, u.sie wurden dann, jeder einzelne, sofort von Leuten in besserem Zustand ersetzt, die am Tag darauf kamen .. Im Revier arbeitete zu dieser Zeit Wladimir Pipka als Sanitäter .. Havas erinnert sich gut an die beiden Lagerältesten in Ebensee. Magnus Keller, politischer Häftling mit dem roten Winkel, verhielt sich vergleichsweise menschlich zu den KZ-Häftlingen, während der deutsche Kriminelle Lorenz Dähler als Mörder im Lager bekannt war .. Havas täuschte eine Rippenfellentzündung vor, wurde tatsächlich ins Revier eingewiesen. Der Häftlingsarzt verlegte ihn in die Tuberkulosestation u. nach Inspektion durch Jobst ins „Judenrevier“, wo er sich 9 Tage von der schweren Arbeit erholen konnte, jedoch dem Risiko ausgesetzt war, sich tatsächlich durch die kranken Kameraden zu infizieren. Frühling 1945 wurde er zu Gartenarbeit eingeteilt, Rübenbeete waren zu bestellen .. Die Situation im Lager verschärfte sich im Frühjahr 1945 zusehends, als die Nahrungsmittelrationen für die Gefangenen gekürzt wurden .. In den letzten beiden Monaten seiner Haft in Ebensee wurde die Situation im Lager aufgrund der enormen Überfüllung, dem Ausbleiben der Nahrungsmitteltransporte u. dem Ausbruch von Fleckfieber, Typhus u. Ruhr unerträglich .. Nach der Befreiung wurden die Häftlingsblöcke nach Nationalitäten belegt. Havas erhielt eine Soldatenuniform als neue Kleidung u. trat nach Aufenthalt im Sanatorium Bad Ischl die Heimreise mit der Bahn an .. lernte er den Vorsitzenden des Mauthausener Häftlingskomitees, Jos Hammelmann, kennen ..

https://memorial-ebensee.at/website/index.php/de/geschichte/19-konzentrationslager/6-kz-ebensee .. Die SS–Lagerführung wechselte in Ebensee mehrmals. Insgesamt standen dem Lager 4 Lagerkommandanten vor. Auf Georg Bachmeier u. Anton Bentele folgte Otto Riemer, der besonders zu erwähnen ist. Mai 1944 erschoss er in alkoholisiertem Zustand mind. 8 Häftlinge eines Arbeitskommandos. Als Firmen, die Häftlinge beschäftigt hatten, den Vorfall nach Mauthausen meldeten, wurde Riemer degradiert. Sein Nachfolger, Anton Ganz, blieb bis zur Befreiung des Lagers Kommandant ..


Zuletzt von Dissident am Di Nov 21, 2017 4:02 pm bearbeitet; insgesamt 23-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager LENZING

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 11:08 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||24 --- In Lenzing wird seit den 1930er Jahren Papier u. Zellulose hergestellt. Nach dem „Anschluss“ Österreichs arisiert die Thüringische Zellwolle AG die Lenzinger Papierfabrik AG u. errichtet an diesem Standort eine neue Zellwollefabrik. Ab Herbst 1944 müssen weibliche KZ-Gefangene in Produktion u.a. Bereichen arbeiten --- Etwa 600 weibliche KZ-Häftlinge werden – mehrheitlich aus KZ Auschwitz – nach Lenzing überstellt. Die meisten sind Jüdinnen --- Jänner 1945 werden 5 Frauen auf dem Fußmarsch von der Fabrik ins Lager von einem Zug überrollt u. getötet --- Die Häftlinge werden in 2 Hallen einer ehemaligen Papierfabrik in Pettighofen untergebracht. Die rund 300 2-stöckigen Holzbetten müssen sie selbst zimmern --- Unter dem Lagerführer SS-Oberscharführer Karl Gieseler sind 19 SS-Männer für die äußere Bewachung zuständig. Weibliche SS-Aufseherinnen versehen innerhalb des Lagers Dienst. Nach dem Krieg wird gegen mehrere Aufseherinnen ermittelt. Fast alle Ermittlungen u. Gerichtsverfahren werden eingestellt --- Am 4.5.1945 verlassen Lagerführung u. Wachmannschaften das Lager. Am 5.5. übergibt der Werkleiter v. Lenzing das Lager an US-Soldaten.

http://www.voecklabruck.net/lenzing/lenzing01.php --- Errichtung 3.11.1944 als Außenkommando des KZ Mauthausen ---


Zuletzt von Dissident am Do März 23, 2017 3:18 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager VÖCKLABRUCK

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 11:11 am

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||45 --- Die KZ-Häftlinge müssen in Vöcklabruck u. Umgebung vor allem Infrastrukturarbeiten verrichten. Sie bauen Straßen, Brücken, Wasserleitungen u. führen Abrissarbeiten durch. Einige Häftlinge müssen in einer Schottergrube im Gemeindegebiet von Attnang-Puchheim arbeiten --- 300 Spanier sind hier inhaftiert ---  Es ist nicht bekannt, ob Häftlinge im Lager umkommen. 2 Spanier u. 1 Marokkaner unternehmen einen erfolglosen Fluchtversuch. Die Spanier werden wieder ergriffen, der Marokkaner stirbt angeblich an Erfrierungen --- Im Vöcklabrucker Stadtteil Wagrain wird ein Lager mit 7 Baracken errichtet --- Mai 1942 löst die SS das Lager auf u. überstellt die KZ-Häftlinge ins neu errichtete Außenlager Ternberg.


Baracken des Lagers Vöcklabruck/Wagrain. Die Häftlinge des KL Vöcklabruck wurden überwiegend im Straßenbau eingesetzt. Aufnahme vom Sept. 1941.
wikimedia | Bundesarchiv Inventar Nr.: Sammlung KZ Mauthausen (Bild 192-254)


Zuletzt von Dissident am Mi März 29, 2017 3:00 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager REDL-ZIPF, Deckname Schlier

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 12:16 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||35 --- Im Dez. 1943 sind 1.900 Männer aus ganz Europa im KZ Redl-Zipf inhaftiert --- Nach alliierten Luftangriffen auf die Wr. Neustädter Rax-Werke am 30.8.1943 werden die Prüfanlagen für Raketenbrennkammern u. die Einrichtungen zur Gewinnung von Raketentreibstoff in Braukeller nach Zipf verlegt. KZ-Häftlinge müssen die Keller ausbauen u. dann Flüssigsauerstoff produzieren --- Bei der Flüssigsauerstoffproduktion kommt es wiederholt zu Unfällen; bei einer Explosion wird Sabotage durch Häftlinge vermutet --- Das aus 4 Unterkunfts- u. 1 Küchenbaracke bestehende Häftlingslager wird unweit der Zipfer Brauerei errichtet ---

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Nebenlager_Redl-Zipf --- Das KZ-Nebenlager Redl-Zipf, Deckname Schlier, im .. Gemeindegebiet von Neukirchen an der Vöckla ---
diente ab 1943 zur Produktion von Triebwerken der V2 --- Als Deckname des Rüstungsbetriebes wurde „Steinbruch-Verwertungs G.m.b.H., Betrieb Schlier“ gewählt; Schlier deswegen, weil in der Nähe von Zipf ein Mergelvorkommen ist. Die „Steinbruch Verwertungs GmbH“ hatte ihren Sitz in Attnang-Puchheim, Ausbau u. Verwaltung lagen in den Händen von Dr. Rickhey u. SS-Sturmbannführer Dr. Fritz Loth ---
Der Aufbau wurde unter Kommando von SS-Hauptsturmführer Georg Bachmayer vorgenommen, die Eröffnung war am 11.10.1943 ---
Nach Ausbau des Stollensystems durch die Häftlinge wurde Anfang 1944 der Betrieb eines Raketenteststands der V2 aufgenommen. Im „Vorwerk Schlier“ in Zipf wurden ca. 500 Triebwerke getestet, bevor sie in die V 2 eingebaut .. wurden. Die Anlage umfasste neben dem Triebwerksprüfstand eine Anlage zur Erzeugung von Flüssigsauerstoff u. einen Trafobunker. Ebenso wurde von Häftlingen ein Zubringergeleis der Eisenbahn errichtet. In der Anlage arbeiteten viele Wissenschaftler, Ingenieure, Facharbeiter u. Verwaltungsangestellte ---
Unfälle u. Explosionen beim Testbetrieb des Triebwerkprüfstands forderten am 29.2.1944 sowie am 28.8.1944 etliche Todesopfer, u.a. Ilse Oberth, die Tochter des Raketenforschers Hermann Oberth. Dadurch wurden die Triebwerkstests verzögert, zeitweise wurde auch die Sauerstoffproduktion lahmgelegt. Nach der 2. Explosion wurden keine Triebwerkstests mehr aufgenommen, sondern nur mehr die Produktion von Flüssigsauerstoff betrieben.

Im Verlauf des Krieges wurde auch ein Teil der Nibelungenwerke in das Stollensystem verlagert.

--- kranke Häftlinge wurden ins KZ Mauthausen zurück transportiert ---

Das Lager wurde am 3.5.1945 evakuiert ... Die SS setzte am 4.5.1945 das Lager in Brand, so dass heute nur mehr einzelne Grundmauern der Lagerbaracken zu sehen sind. Die Anlage selbst besteht noch heute, der Trafobunker kann besichtigt werden, die Stollen befinden sich jedoch im Firmengelände der Brauerei u. sind nur im Rahmen einer Führung zugänglich ---

http://www.schlier.at/arge-schlier_002.htm --- Die Erhaltung der vorhandenen Baulichkeiten des NS-Rüstungsbetriebes "Steinbruch-Verwertungs G.m.b.H., Betrieb Schlier" auf dem Gelände der Bauerei Zipf ist eines unserer Anliegen. In dieser Form einzigartig, gehören diese im Bezug auf die V2-(Aggregat 4)-Rüstungsindustrie zu den zeitgeschichtlichen Besonderheiten ---

Zur Tarnung der Anlagen wurden in Zipf die Bunker mit Netzen überspannt, sowie alle Gebäude schwarz gespritzt ---
Nach der Errichtung des Rüstungsbetriebes wurden die in Zipf verbliebenen KZ-Häftlinge vorwiegend zu Erhaltungsarbeiten eingesetzt ---
Die ebenfalls in Redl-Zipf untergebrachten Häftlinge der Aktion Bernhard sollten hier ihre Fälschungsarbeiten wieder aufnehmen u. ab Mai Dollarnoten in Serie herstellen ---
Das von Dr. Paul Le Caer, Häftling in Schlier, gerettete Totenbuch verzeichnet 266 Einträge ---
Am 29.2.1944 ereignete sich ein Betriebsunfall. 14 Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Installationen waren zerstört u. die geplante Inbetriebnahme des Werkes war auf
jeden Fall undenkbar. Laut Gauleiter Eigrubers Bericht an Albert Speer war der Unfall durch Ausströmen von flüssigen Sauerstoff u. durch eine offene Karbidlampe,welche ein Vorarbeiter im Werk selbst bei sich trug, verursacht worden. Der Sicherheitsdienst, kurz SD genannt, u. die Gestapo beleuchteten diese Angelegenheit jedoch näher in Bezug auf eine Sabotagehandlung.
Jedenfalls wurde die Flüssigsauerstoffproduktion durch diese Explosion fast genau 2 Monate aufgehalten. Die Ingenieure, die nicht an Sabotage glaubten (es wurde eine Karbidlampe, in der Nähe der Rohrleitungen gefunden), arbeiteten mit Hochdruck u. unter Verstärkung durch Spezialisten an der Vervollständigung der Anlagen u. an der
Wiederinstandsetzung der zerstörten Leitungen. Anfang Mai 1944 hat man in „Schlier“ den 1. Triebwerkstest einer V2 Rakete durchgeführt. Die Triebwerke wurden überprüft u. die Drücke sowie der Schub gemessen, um die Brenndauer für eine bestimmte Reichweite zu bestimmen.
Am 28.8.1944 um 12 Uhr 29 ereignete sich ein weiterer Betriebsunfall, eine schwere Explosion erschütterte Redl-Zipf. Es wurden die primitivsten Sicherheitsvorkehrungen
außer Acht gelassen. Ein Gutachten des techn. Sachverständigen der Reichsstatthalterei in Linz bestätigte dies. Die Traueranzeige des Betriebes Schlier erwähnt den Tod von 25 Menschen, die jedoch nach dieser verheerenden Explosion bis zur Unkenntlichkeit verbrannt waren oder nur noch in Einzelteilen aufgefunden werden konnten.
Ihnen wurde am Friedhof Vöcklabruck-Schöndorf ein Staatsbegräbnis bereitet. Es wurde ein Sabotageakt vermutet u. die Gestapo eingeschaltet. Ein hochrangiger Stab von
Raketenforschern widmete sich den Problemen der Testanlage u. es wurden auch versch. Änderungen veranlasst, die bei der Wiederinstandsetzung der Anlage berücksichtigt werden sollten. Da die unter Schock stehenden überlebenden Ingenieure u. das übrige techn. Personal diese Wiederherstellung nicht forcierten, kam es in Redl-Zipf zu keinen Triebwerktests mehr. Es wurde bis zum Kriegsende in der um 2 Einheiten erweiterten Sauerstoffanlage (Februar 1945) nur mehr flüssiger Sauerstoff für die Front hergestellt ---
Ab 18.4.1945 befand sich in Redl-Zipf auch das aus dem KZ Sachsenhausen überstellte Geldfälscherkommando „Bernhard“. Es unterstand ab Sommer 1942 dem SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger, von dem sich auch der Name ableitete. Diese Abteilung bestand vor allem aus Grafikern, Lithografen, Fotografen, Chemikern, Malern. Es handelte sich um 142 Häftlinge, die aus Sachsenhausen aufgrund der zusammenbrechenden Ostfront übers Hauptlager Mauthausen weiter nach Redl-Zipf kamen. Dieses Kommando hatte die Aufgabe, die Agenten des Sicherheitsdienstes der SS u. der Militärspionage mit falschen Papieren, Ausweisen u. Pfundnoten zu versorgen. In Redl-Zipf kam es nicht mehr zur Produktion von gefälschten Geldnoten (im Mai 1945 waren auch noch gefälschte Dollarnoten geplant). Es wurden nur mehr die vorhandenen Pfundnoten in einem Stollen sortiert. Vor der Evakuierung des Kommandos nach Ebensee wurden noch Kisten voller Falschgeld mit Mängeln am KZGelände verbrannt. Die einwandfreien „Blüten“ wurden am 1.5.1945 in 80 wasserdichten Kisten gemeinsam mit dem geheimen Archiv des Referats VI F4 des Reichssicherheitshauptamtes auf LKW`s verladen u. weggebracht ---
Am 3.5.1945 befahl der letzte Lagerkommandant, SS Obersturmführer Alfons Bendele - der Karl Schöpperle in dieser Funktion ablöste - die Evakuierung des Lagers nach Ebensee. Die Häftlinge aus dem Revier, die Polen, Jugoslawen, Tschechen u. Russen wurden mit 3 LKW nach Ebensee befördert. Die anderen Häftlinge aus Redl-Zipf, vor allem Spanier, Franzosen, Italiener, Belgier, bis auf einige Funktionshäftlinge u. Handlanger der SS, mussten nach Ebensee marschieren ---
Vgl. Sturm; „Geheimprojekt Schlier“, S. 152. Einige der Häftlinge konnten sich jedoch auf dem Evakuierungsmarsch nach Ebensee absetzen, darunter auch Paul Le Caer, der auf seiner Flucht das Totenbuch des Lagers Redl-Zipf rettete ---

http://doedr.forumieren.net/t88-mauthausen-haftlinge-und-nebenlager#385
https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Burger  Adolf Burger (*1917)  Nach der Druckerlehre absolvierte er den Dienst in der tschechoslowak. Armee, aus der er 1939 nach Gründung der 1. Slowak. Republik als Jude entlassen wurde. Er kam für ein halbes Jahr in ein Arbeitslager nach Levoča, danach arbeitete er in einer Druckerei --- Dort kam er mit der Widerstandsbewegung in Kontakt. Er druckte Taufscheine für Juden u. rettete damit viele Leben --- Aug. 1942 wurden er u. seine Frau wegen der illegalen Tätigkeit von der slowak. Gestapo in Bratislava verhaftet; im KZ Žilina sahen sie sich kurz wieder. Adolf wurde ins KZ Auschwitz verschleppt, wo er als Häftling mit der Nr. 64.401 gekennzeichnet wurde --- Als gelernter Buchdrucker u. Setzer wurde er auf Befehl des SD 2 Jahre später in die Fälscherwerkstatt (Blocks 18 u. 19) des KZ Sachsenhausen kommandiert, in dem in großen Mengen engl. Pfundnoten, jugoslaw. Partisanen-Geld, sowj. Ausweise, brasilianische, engl. u. amerikan. Pässe, Soldbücher, Briefmarken u. Formbriefe, wie beispielsweise die des Palästina-Amtes in Genf, gefälscht wurden. Die von SS-Sturmbannführer Naujocks konzipierte, von Heydrich zu einer Führer-Vorlage erweiterte u. von Himmler u. Hitler abgestimmte Aktion Bernhard wurde als „größte Fälscherwerkstatt“ bezeichnet. Burger erinnert sich: „Alles war auf dem neuesten technischen Stand.“ --- Vor den herannahenden Alliierten wurde die Fälscherwerkstatt zu Kriegsende zuerst nach Mauthausen, dann ins KZ Redl-Zipf bzw. Ebensee verlagert. Dort wurde Burger am 6.5.1945 durch Soldaten der 3. US-Armee befreit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Le_Ca%C3%ABr  Paul Le Caër (*1923) wird 1943 aufgrund seines Widerstandes gegen die deutsche Besatzung von der Gestapo verhaftet. Übers Internierungslager Royallieu bei Compiègne - April 1943 ins KZ Mauthausen (Häftlingsnr. 27008). Nach Verlegung ins KZ-Nebenlager Wiener Neustadt kommt er Nov. 1943 ins KZ-Außenlager Redl-Zipf (Deckname "Schlier"), ---  hat er das Glück, zu Sanitäterdiensten im „Krankenrevier“ herangezogen zu werden --- Als die SS das Außenlager Anfang Mai 1945 auflöst, die Häftlinge ins Außenlager Ebensee transportiert, kann er fliehen. Im Zuge seiner Flucht nimmt er das „Totenbuch“ des Lagers mit den Namen von 266 ermordeten Häftlingen an sich u. bewahrt es vor der Vernichtung. Am 8.5.1945 stößt Paul Le Caër auf das KZ-Außenlager Lenzing u. informiert in der Folge die Alliierten Streitkräfte über das Lager bzw. versucht, den im Lager untergebrachten weiblichen KZ-Häftlingen zu helfen. In den Tagen kurz nach der Befreiung, gelingt es Paul Le Caër mit 2 seiner Mithäftlinge den letzten Lagerkommandanten von Schlier aufzupüren, gefangenzunehmen u. den US-Behörden auszuliefern ---
1984 begann Le Caër seine Erinnerungen aufzuschreiben. Er schuf einen Text, der in der Dritten Person über sich u. seine schrecklichen Erfahrungen im Lager erzählt. Dieser Text entwickelte sich über 2 Jahrzehnte weiter u. erschien in franz. Sprache in 3 Fassungen, wovon die 2. für eine deutsche Übersetzung vom Autor vollständig überarbeitet wurde ---  Er legte eine Sammlung aller auffindbaren Bildquellen über das Lager Mauthausen an u. publizierte diese gemeinsam mit Bob Sheppard --- Ein weiteres Feld seiner Erinnerungsarbeit war die Mithilfe beim Aufspüren von SS-Angehörigen, die nach 1945 in die USA emigriert u. dort untergetaucht waren.


Zuletzt von Dissident am Mo März 20, 2017 4:29 pm bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager BACHMANNING

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 12:19 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||9 --- Von Mai bis Nov. 1942 werden 20 Häftlinge des Dachauer Außenlagers Bad Ischl zu Holzfällerarbeiten in Bachmanning herangezogen. Am 14.9.1943 werden 20 Häftlinge von Mauthausen hierher überstellt --- Das SS-Unternehmen Deutsche Ausrüstungswerke GmbH plant den Einstieg in die Holzverarbeitungsindustrie. Im Sägewerkbetrieb in Bachmanning sollen KZ-Häftlinge Fensterrahmen u. Spinde für den Wohn- u. Siedlungsbau in den besetzten Gebieten Osteuropas herstellen. Bachmanning wird als Außenlager des KZ Dachau gegründet, später aber dem Mauthausener Außenlager Großraming unterstellt. Bachmanning ist in SS-Dokumenten nur an 1 Tag, am 14.9.1943 als eigenständiges Außenlager von Mauthausen genannt --- Das Sägewerk befindet sich in Unterseling in der oberösterr. Gemeinde Bachmanning. Der Standort des Lagers ist nicht bekannt --- Ende August 1944 wird das Lager aufgelöst.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 9:32 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager GUNSKIRCHEN, auch Wels, Wels I, Notbehelfsheimbau, Arbeitslager Gunskirchen

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 12:21 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||16 --- 400 KZ-Häftlinge müssen im Winter 1944/1945 in einem Wald nahe  Gunskirchen ein Barackenlager errichten. Dessen ursprünglicher Verwendungszweck ist unklar. Frühjahr 1945 dient Gunskirchen als provis. Auffanglager für ungarische jüdische Zwangsarbeiter, die vor der vorrückenden Roten Armee aus Ostösterr. Richtung Mauthausen evakuiert werden. Die Gefangenen werden nicht mehr zur Arbeit eingesetzt --- Das Barackenlager wird mitten im Wald errichtet. Als die Häftlinge hierher verschickt werden, ist das Lager noch nicht fertig gestellt. Es gibt kaum sanitäre Anlagen u. kein fließendes Wasser --- Das Lager wird von dSS u. von Angeh. der Wiener Feuerschutzpolizei bewacht --- Am 5.5.1945 erreicht die 71. Infanteriedivision der 3. US-Armee Gunskirchen u. befreit 15.000 Häftlinge. Tausende Leichen liegen zu diesem Zeitpunkt unbeerdigt auf dem Gelände des Lagers oder sind in prov. Massengräbern verscharrt. Noch nach der Befreiung sterben mehr als 1.000 Menschen an den Folgen der KZ-Haft ---

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ-Au%C3%9Fenlager_Gunskirchen --- andere Bezeichnungen für das Lager auch „Wels“, „Wels I“, „Notbehelfsheimbau“ u. „SS-Arbeitslager Gunskirchen“ --- Erste Hinweise auf das Lager im Waldgelände liegen für den 27.12.1944 vor; damals waren rund 400 Häftlinge beim Aufbau des Außenlagers beschäftigt. Diese Häftlinge waren zunächst in einem ehem. Schulgebäude in Gunskirchen untergebracht ---
Nach Darstellung von Daniel Blatman wollten die Verantwortlichen die mehr als 15.000 Häftlinge aus dem Zeltlager im KLM verlegen, da wegen der unzureichenden Unterbringung u. sanitären Verhältnisse eine Gefährdung fürs ganze Lager zu befürchten war. Die Zusammenlegung jüdischer Häftlinge in ein separates Lager geschah höchstwahrscheinlich auch wegen der Direktive Himmlers, wonach Juden als wichtiges Unterpfand zu bewahren seien ---
Die provis. Baracken in Gunskirchen waren bald völlig überfüllt. In den letzten Tagen vor der Befreiung brach die Versorgung zusammen; täglich verstarben im Lager 150 Menschen. Die Toten wurden in Massengräbern verscharrt, einige blieben im Lager liegen ---
SS-Hauptsturmführer Karl Schulz gab am 3.5.1945 bekannt, daß er das Lager den Amerikanern übergeben wolle. Noch am selben Tag erreichten Mitarbeiter des Internat. Komitees vom Roten Kreuz das Lager u. versuchten, eine Versorgung sicherzustellen. Am 4./5.5.1945 erreichte die US-Army das Lager u. traf 5.419 entkräftete Häftlinge an, von denen später noch mehr als 1.000 verstarben --- 1979 wurden 1.227 Tote aus Massengräbern exhumiert u. in der Gedenkstätte Mauthausen beigesetzt ---

http://schulen.eduhi.at/hsgunskirchen/mar23_06.htm --- Überlebender: Dr. Robert O. Fisch ---

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Schulz_(SS-Mitglied) --- Karl Schulz (*1902, † unbekannt) war SS-Hauptsturmführer u. Leiter der Politischen Abteilung im KZ Mauthausen .. war bis 1939 bei der Kriminalpolizei Köln --- Am 1.9.1939 leitete Schulz die Politische Abteilung im KZ Mauthausen, die dort Aufgaben einer Außenstelle der Gestapo übernahm. Diese Abteilung hatte 4 Aufgabenbereiche. Für die neuen Häftlinge war die Abteilung die 1. Anlaufstelle, wo sie registriert u. fürs KZ eingeteilt wurden. Hier wurden sie auch einem Verhör unterzogen.
Die Polit. Abteilung hatte auch die Aufgabe, eine Statistik des Lagers zu führen. Schließlich sollte sie auch die Aufgaben eines Standesamtes übernehmen. Schulz führte diese Abt. mit 31 Angehörigen der SS u. 12 Frauen als Hilfskräfte aus der näheren Umgebung des Lagers. Er selber wohnte mit seiner Frau u. seinem Sohn in der Nähe des KZ.

Als die Alliierten sich dem KZ Mauthausen genähert hatten, floh er in der Nacht vom 2. auf den 3.5.1945 mit seiner Geliebten Neugebauer, die im Lager als Stenotypistin arbeitete, in die Tschechoslowakei. Seine Familie ließ er zurück. Schulz tauschte seine Uniform aus u. besorgte sich neue Personalpapiere auf den Namen Karl Müller. Anschließend ließ er sich wieder in Köln nieder. Am 13.3.1956 wurde er wegen der Beschuldigung von Verbrechen im KZ Mauthausen erstmals verhaftet, wobei sein eigentlicher Nachname jetzt zu Schulze verändert war. Die Ermittlungen zogen sich sehr lange hin, so dass er aus der Untersuchungshaft entlassen werden musste. 1966 kam es zu einer Klageerhebung (Az: 124 KS 1/1966 (z) 40-9/66 LG) vor dem Landgericht Köln.
Schulz musste sich dort gemeinsam mit dem ehem. 3. Schutzhaftlagerführer Anton Streitwieser .. verantworten. Der Verfahrensgegenstand beinhaltete die Ermordung tausender KZ-Häftlinge durch Misshandlungen, Vergasung u. Erschießung. Zudem waren die Angeklagten der Teilnahme an Selektion im Rahmen der Aktion 14f13 sowie der Tötung gefangener amerikanischer Fallschirmjäger im Steinbruch beschuldigt. 30.10.1967 wurde das Urteil verkündet: Schulz erhielt 15 Jahre Haft wg. gemeinschaftlichen versuchten Mordes in 1 Fall sowie Beihilfe zum Mord in 9 Fällen. Streitwieser wurde zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe u. zusätzlich 7 Jahren Haft verurteilt aufgrund von gemeinschaftlichen Mord in 3 Fällen sowie Körperverletzung mit Todesfolge in 2 Fällen. Zudem wurden Streitwieser die Bürgerrechte auf Lebenszeit u. jene von Schulz auf 10 Jahre aberkannt. Da Schulz die lange Untersuchungshaft angerechnet u. ihm ein Teil der Strafe erlassen wurde, konnte er die Haftanstalt als freier Mann verlassen.


Zuletzt von Dissident am Mi März 22, 2017 3:51 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager WELS II

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 12:26 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||46 .. Alliierte Luftangriffe im Februar u. März 1945 zerstören die Bahnanlagen in Wels. Zur Beseitigung der Bombenschäden werden Häftlinge aus dem KZ Mauthausen eingesetzt, die hier in Tag- u. Nachtschichten arbeiten müssen. Viele Gefangene sind ausgebildete Metallfacharbeiter. Möglicherweise ist geplant, sie bei den Flugzeug- u. Metallbauwerken Wels einzusetzen ..  Am 25.3.1945 treffen die ersten 1.000 Häftlinge aus Mauthausen in Wels ein. 1 Tag später werden weitere 1.000 Häftlinge aus dem Außenlager Ebensee nach Wels überstellt. Die Haftbedingungen sind hart. Nach nur 2 Wochen tauscht die SS 400 arbeitsunfähige Gefangene gegen weitere Häftlinge aus Ebensee aus .. Die Häftlinge werden in einer Halle im Welser Stadtteil Noitzmühle untergebracht .. Am 13.4.1945 löst die SS das Lager auf u. überstellt die Häftlinge ins Außenlager Ebensee. Der SS-Lagerarzt in Ebensee meldet am 12.4. 19 Tote unter den Welser Häftlingen u. weitere 35 am 13.4.


Zuletzt von Dissident am Mi Nov 22, 2017 2:35 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

HARTHEIM - Aussenlager?

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 12:46 pm

Ob man Hartheim als "Außenlager" bezeichnen kann, bin ich mir nicht so sicher.
Schloss Hartheim war ein Zentrum der Euthanasieaktionen, bei denen Geisteskranke und Behinderte getötet wurden.
Diese Euthanasieaktionen sind nachweisbar und werden wohl von keinem Revisionisten bestritten.
Eine moralische Beurteilung dieser Aktion gehört nicht hierher. Ich weise aber darauf hin, dass in den freiheitlich-demokratischen Staaten des Westens alljährlich Hunderttausende von zum allergrössten Teil gesunde Kindern «aus sozialen u.a. Gründen» (d. h. vor allem, weil der Staat den Müttern kein anständiges Kindergeld zahlen will) abgetrieben werden, und zwar ganz legal.
Was ist nun schlimmer: eine Tötung unheilbar kranker Menschen oder die heute laufend in unvergleichlich grösserern Umfang praktizierte Tötung gesunder Kinder? -

Ob für die Euthanasieaktionen Gas verwendet wurde oder mittels anderer Methoden (Injektionen u.a.) der Tod herbeigeführt wurde, ändert nichts am Ergebnis für die Opfer.
Meines Wissens gab es im Schloß Hartheim schon vor 1945 keine Gaskammer mehr. Es gibt Namens-Listen der Euthansie-Opfer. Ob darauf Tötung durch Vergasen vermerkt ist, weiss ich nicht. Die Gaskammer dürfte vor allem auf Zeugenaussagen beruhen, Sachbeweise (ausser den Listen) liegen vermutlich keine vor.

Hier erzählt der ehem. Lagerschreiber vom KLM, Marsalek, daß Hartheim auch als "Genesungslager" benannt wurde: ca. bei Min. 7.20 --- http://ia600201.us.archive.org/0/items/Herbert-Pitlik-Wiesenthal-und-die-Gaskammer-von-Mauthausen/2008-HerbertPitlik-WiesenthalUndDieGaskammerVonMauthausen15m13s720x576_512kb.mp4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsanstalt_Hartheim --- Juni 1945 wurde bei Untersuchungen des US-Untersuchungsoffiziers Charles Dameron in der ehem. Vergasungsanstalt Hartheim ein Stahlfach aufgebrochen, in dem sich die sogenannte „Hartheimer Statistik“ befand. Es handelte sich um eine durch Edmund Brandt für interne Zwecke der Aktion T4 gefertigte 39-seitige Broschüre (wo kann man den gesamten Inhalt dieser Broschüre einsehen?) mit monatlichen statistischen Angaben zu den in den 6 T4-Tötungsanstalten im damal. Reichsgebiet erfolgten Vergasungen von Behinderten u. Kranken (dort als „Desinfektionen“ bezeichnet). Ein Verwaltungsangestellter bekannte 1968 u. 1970 als Zeuge, er habe das Zahlenmaterial Ende 1942 zusammenstellen müssen ---  Nach dieser Statistik wurden in der Tötungsanstalt Hartheim in den 16 Monaten zwischen Mai 1940 u. 1.9.1941 insgesamt 18.269 Menschen in einer Gaskammer ermordet ---
Diese Statistik umfasst lediglich die 1. Mordphase der Aktion T4, die auf eine Anordnung Hitlers hin mit dem Datum 24.8.1941 abgeschlossen wurde. Insgesamt wird die Anzahl der im Schloss Hartheim Ermordeten auf über 30.000 geschätzt. Unter den Ermordeten waren kranke u. behinderte Menschen, Häftlinge aus KZ u. ausländische Zivilarbeiter. Die Tötungen erfolgten mit dem farb-, geruch- u. geschmacklosen giftigen Gas Kohlenmonoxid ---
Besonders aus den Steinbrüchen in Mauthausen wurden nicht mehr Arbeitsfähige, aber auch politisch Unliebsame nach Hartheim zu ihrer Ermordung gebracht. In den Papieren wurde die Verbringung mit Begriffen wie Erholungsurlaub getarnt ---
Von Dez. 1944 bis Januar 1945 bauten Insassen des KZ Mauthausen die Anlagen ab u. stellten den Bauzustand von 1939 weitgehend wieder her. Ab März 1945 war im Schloss eine „Gauhilfsschule“ untergebracht---
Die T4-Organisatoren Viktor Brack u. Karl Brandt ordneten an, dass die Tötung der Kranken ausschließlich durch das ärztliche Personal erfolgen durfte, da sich das Ermächtigungsschreiben Hitlers vom 1.9.1939 nur auf Ärzte bezog. Die Bedienung des Gashahns war somit Aufgabe der Vergasungsärzte in den Tötungsanstalten. Allerdings kam es im Laufe der Aktion auch vor, daß bei Abwesenheit der Ärzte oder aus sonst. Gründen, der Gashahn auch vom nichtärztlichen Personal bedient wurde ---
Die Tötungsanstalten der Aktion T4 hatten vorgelagerte Zwischenanstalten. So wurden viele Transporte der Opfer für die Endstation Hartheim über die Landesirrenanstalt Niedernhart in Linz durchgeführt, wo Rudolf Lonauer als Arzt, wie auch in Hartheim, als Leiter tätig war. Tötungen erfolgten dort hauptsächlich durch Unterernährung u. Überdosis von Medikamenten. Immer wieder wurden Selektionen u. Zusammenstellungen durchgeführt. Mit den ausgewählten Opfern wurde dann ein Bus gefüllt, der nach Hartheim fuhr ---

Das Bild zeigt den Hartheim-Bus u. den Fahrer um 1940. Das Original befindet sich im Oö. Landesarchiv.


Das Foto zeigt Bedienstete der Anstalt Hartheim auf einem Betriebsausflug. Originalquelle: NARA II, RG 549, Records of Headquarters, U.S. Army Europe (USAREUR), War Crimes Branch, War Crimes Case Files („Cases not tried“), 1944-48, Box 490, Case 000-12-463 Hartheim (P) VOL I/A (Dokumentationsstelle Hartheim des OÖLA)

Aufgrund des Luftkrieges übersiedelte die Zentrale der NS-Euthanasie von der Tiergartenstraße 4 in Berlin in die Ostmark, welche damals als der Luftschutzkeller des Reiches bezeichnet wurde. Die Statistik sowie die Akten von Paul Nitsche – Korrespondenz, Notizen u. Berichte – gelangten vermutlich als Teil dieser Übersiedlung der T4-Zentrale nach Hartheim (Büroabteilung, Kostenverrechnungsstelle) u. ins Erholungsheim „Schoberstein“ bei Weißenbach am Attersee (Medizinische Abteilung).

Hartheimer T4-Personal
   Heinrich Barbl: Installateur
   Erwin Lambert: Maurermeister, Bauleitung Einbau Krematorium und Gaskammern
   Rudolf Lonauer: Leitender NS-Euthanasie-Arzt in Hartheim, Landesirrenanstalt Niedernhart in Linz, Schloss Gschwendt in Neuhofen an der Krems
   Vinzenz Nohel, Arbeiter, „Brenner“
   Franz Reichleitner: Kriminalpolizist, Verwaltung; – Wurde später Kommandant im Vernichtungslager Sobibor
   Georg Renno: Psychiater, Stellvertretender NS-Euthanasie-Arzt
   Anton Schrottmayer, Pfleger, Suizid
   Franz Stangl: Kriminalpolizist, Gestapobeamter, Stellvertretender Büroleiter; – Wurde später Lagerkommandant der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka
   Karl Steubel: Oberpfleger, Suizid
   Josef Vallaster: Arbeiter, „Brenner“, später Aufseher im Vernichtungslager Sobibor
   Gustav Wagner; – Wurde später stellvertretender Kommandant im Vernichtungslager Sobibor
   Christian Wirth: Kriminalkommissar, Büroleiter; – Wurde später Kommandant im Vernichtungslager Belzec

Hauptverantwortlich für die Rekrutierung des untergeordneten Personals waren, bestätigt durch spätere Zeugenaussagen, die beiden Gauinspekteure Stefan Schachermayr (1912–2008), Franz Peterseil (1907–1991) sowie Adolf Gustav Kaufmann (1902–1974), Leiter der Inspektionsabteilung der Zentraldienststelle der T4 in Berlin.

https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Dameron  Charles Dameron ---  Zu den Aufgaben seines Teams gehörten die Untersuchungen von Kriegsverbrechen wie Fliegermorden u. Verbrechen in den KZ Buchenwald sowie KZ Dachau im Rahmen des War Crimes Program. Hierbei war das Team ab Mitte Mai bis Juli 1945 im Linzer Raum tätig, um Geheimdienstberichten, dass im Schloss Hartheim Verbrechen begangen wurden, nachzugehen. Dameron gelang innerhalb kurzer Zeit eine weitgehende Aufklärung der unter den Decknamen Aktion T4 u. Aktion 14f13 bekannt gewordenen Euthanasie-Verbrechen in der NS-Tötungsanstalt Hartheim. Die Ergebnisse wurden im sogen. Dameron Report zusammengefasst. Der wichtigste Fund während der Untersuchungen waren dabei die bürokratischen Berechnungen zu den Euthanasie-Morden, welche unter dem Begriff Hartheimer Statistik in die Forschung eingegangen sind. Des Weiteren gehörten Teile der Korrespondenz des medizinischen Leiters der T4, Hermann Paul Nitsche, zu den Funden. Letztere waren als Beweismittel ein Teil der Anklage im Nürnberger Ärzteprozess.
- - -
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsanstalt_Hartheim#Hartheimer_Statistik
1940                                                                                                     1941                                                                                        Summe
Mai - - Juni - - - Juli - - -  Aug. - - Sept. - - - Okt. - - - Nov. - - - Dez. - - Jan. - - Febr. - - März - - April - - - Mai - - - Juni - - - Juli - - - -Aug.
633 - - 982 - - 1.449 - - 1.740 - - 1.123 - - 1.400 - - - 1.396 - - - 947 - - 943 - -1.178 - - 974 - - - 1.123 - - 1.106 - - 1.364 - - 735 - - 1.176 - - 18.269
(meine Anmerkung dazu: es handelt sich dabei um ein Blatt mit folgendem Text:)
"Bis zum 1. September 1941 wurden desinfiziert: Personen: 70.273"
Diese Zahl: 1. verteilt auf die einzelnen Anstalten für die Jahre 1940 und 1941 ergibt folgende Aufstellung:
Anstalt - - - - - 1940 - - - - - - 1941 - - - - - Sa
A - - - - -- - - - 9.839 - - - -        -   - - - -  9.839
B- - - - -- - - -  9.772 - - - -     -           9.772
Be- - - - -- - - -   -   - - - -     8.601       8.601
C  - - - - -- - -  9.670 - - - -  8.599       18.269
D - - - - -- - -  5.943 - - - -   7.777       13.720
E - - - - -- - -     -    - - - -  10.072      10.072
A-E- - - - -- -  35.224- - - -  35.049      70.273
(meine Anmerkung dazu: demnach müsste Rubrik C mit Summe 18.269 Hartheim betreffen. Die anderen Rubriken vermutlich andere Örtlichkeiten. Wieso ist es eigentlich so ausgeschlossen, daß es sich bei dieser Aufstellung nicht wirklich um irgendwelche Desinfizierungen handelte? Es muss ja nicht für jedes Wort aus NS-Akten zwingend ein Tarnname angenommen werden... Wenn dieses eine Blatt wirklich ein belastbares Beweisstück sein soll, muss man folgende Feststellungen dazu machen: Es findet sich darauf weder eine Dienststelle noch ein Name des Ausfertigers. Jeder könnte mit einer aufgefundenen Schreibmaschine solche Blätter in wenigen Minuten anfertigen.
An der Aktion T4 gibt es grundsätzlich keinen Zweifel, das wurde gemacht. Haben nicht die USA selber Euthanasie diskutiert bzw. sogar gemacht?) Die Frage ist eher, wie viele Opfer gab es nachweisbar bis zum offiziellen Ende und ev. noch nach der offiziellen Einstellung?


Allgemein zur Euthanasie oder Inanspruchnahme von Sterbehilfe (z.B. der österr. Politiker u. Filmschauspieler Herbert Fux): http://de.metapedia.org/wiki/Euthanasie
Euthanasie ist die Lehre der weitgehend leidensarmen aktiven Sterbehilfe an Menschen u. Tieren, um diese von einem unheilbaren, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigenden sowie der Volksgesundheit (insbesondere bei schweren Erbkrankheiten) abträglichen Leiden zu erlösen --- Der assistierte Freitod Senecas gibt ein heute noch bekanntes Beispiel dafür ab ---
Gemäß Duden von 2000 bedeutet Euthanasie in mediz. Hinsicht die „Erleichterung des Sterbens, besonders durch Schmerzlinderung mit Narkotika (Medizin), absichtliche Herbeiführung des Todes bei unheilbar Kranken durch Medikamente oder durch Abbruch der Behandlung“ ---
Euthanasie im geläufigen Wortsinne, beruht auf einem Artikel, den 1920 der Jurist Binding u. der Psychiater Hoche mit der Schrift "Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form" veröffentlicht haben. Darin sprechen sich die Autoren dafür aus, das Leben unrettbar Todkranker u. unheilbar Verblödeter, die nicht in der Lage sind, einen Willen zu bilden – oder auch nur Gefühlsbeziehungen zur Umwelt aufzunehmen –, die also Vollidioten im psychiatrischen Sinne seien, zu beenden. Der Terminus „lebensunwertes Leben“ ist hier nicht menschenverachtend, sondern im Hinblick auf eine nach normalem medizinischem Ermessen ethisch nicht mehr zu vertretende Minderung der Lebensqualität gemeint. Bei Hoche finden sich radikale Ansätze, insbesondere bezieht er volkswirtschaftliche Belastungen in seinen Abwägungsprozeß ein. Hierbei wurde allerdings nur die Tötung von „geistig Toten“, nicht jedoch von Körperbehinderten diskutiert u. erwogen.

Der Wunsch von Eltern schwer behinderter Kinder zu einer gesellschaftlich anerkannten Tötung ist ebenso aktuell wie auch heute noch die Diskussion über das Abschalten von lebenserhaltenden Maßnahmen. Euthanasie kann auch Menschen betreffen, die bereits ein erfülltes Leben hatten, aber durch Unfall oder Krankheit in Umstände geraten sind, in denen ihnen selbst das Sterben ein Wunsch ist. In einer Patientenverfügung kann heute jeder Erwachsene verbindlich Anweisungen für seine Wunschbehandlung in kritschster u. todesnaher Lage erteilen. Solche Weisungen können rechtlich heute die aktive Sterbehilfe aber nicht einschließen ---
In einer Literaturkritik zum 1. Band der Tagebücher von Virginia Woolf zitierte die Rezensentin Jutta Duhm-Heitzmann die berühmte Schriftstellerin Virginia Woolf mit folgenden Worten: „Auf einem Spaziergang begegnet sie einer ›langen Reihe von Kretins‹. Sie befindet: ›Es war absolut entsetzlich. Sie sollten wirklich getötet werden.‹“ Dieser unscheinbare Quellenbeleg steht weder für sich allein, noch handelt es sich um eine Quelle aus einer dezidiert sozialdarwinistisch gestimmten Epoche. Vielmehr lesen wir hier die unbefangene Wortmeldung einer heute insbes. unter linken Feministinnen geschätzten Autorin, die für ihre existenzielle Schreibweise weltberühmt wurde.

Das Zitat ist deshalb ein Dokument für eine ursprüngliche europäische Denkweise, die – in schroffem Gegensatz zu christlichen Forderungen stehend – immer Bestand behielt ---  Man kann sittlichen Sinn grundsätzlich nicht isolieren von der Gesamtheit der Haltungen u. Überzeugungen. Folglich macht erst die Umvolkung u. Umerziehung des europäischen Mannes zu einem zimperlichen, jammernden, feigen, konfliktscheuen Toleranzdeppen es real möglich, daß europäische Sittlichkeit zu einer unbekannten u. unverständlichen Sache wurde ---
In einer Anweisung Hitlers vom 1.9.1939 heißt es:   „Reichsleiter Bouhler u. Dr. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, daß nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann.“
- - -
Allein schon die Quelle Binding/Hoche (1920) beweist, daß das Konzept einer „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ vor u. außerhalb nationalsozialistischer Zusammenhänge ausgearbeitet worden ist. Entscheidender aber noch ist der Umstand, daß die im Dritten Reich getroffenen rechtlichen Regelungen zur Euthanasie auf eine volle ärztliche Verantwortlichkeit abzielen u. gerade keine politisch-ideologischen Vorgaben setzen.

https://www.exit.ch/startseite/  EXIT ist eine Vereinigung für humanes Sterben mit Hauptsitz in Zürich in der Deutschen Schweiz mit 73.000 Mitgliedern (Stand: 2014). EXIT unterstützt ihre eingetragenen Mitglieder in ihrem Selbstbestimmungsrecht am Lebensende u. begleitet sie bei dem Prozeß eines würdevollen, selbstbestimmten Todes.

http://de.metapedia.org/wiki/Sterbehilfe_(Niederlande) Sterbehilfe in den Niederlanden wurde am Karfreitag des Jahres 2001 unter Führung der linksliberalen Ministerin Els Borst legalisiert.


Zuletzt von Dissident am Mi März 29, 2017 3:15 pm bearbeitet; insgesamt 11-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager PASSAU I

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 2:35 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||32 --- Die Arno-Fischer-Forschungsstätte GmbH errichtet ein neuartiges, vor Luftangriffen geschütztes Unterwasserkraftwerk, das Passau mit Strom versorgen soll. Häftlinge des KZ Dachau leisten die Bauarbeiten. Nov. 1942 wird das Außenlager der Verwaltung des KZ Mauthausen unterstellt. Die Gefangenen müssen auch im Sägewerk Oberilzmühle arbeiten u. werden bei Aufräumarbeiten nach Luftangriffen u. beim Entschärfen von Blindgängern eingesetzt. Ein Häftlingskommando arbeitet im Passauer Hafen --- In Passau I sind zu Beginn 20 u. Okt. 1943 88 Gefangene inhaftiert ---
Häufig werden geschwächte Häftlinge ins Hauptlager zurücktransportiert --- Die Häftlinge sind in Baracken bei der Kraftwerksbaustelle am Fluss Ilz untergebracht --- Kurz vor der Ankunft der US-Armee löst der Lagerführer das Lager auf. Die SS flieht u. überlässt die Häftlinge sich selbst. Am 2.5.1945 rückt die US-Armee ins Lager ein --- Das unvollendete Unterwasserkraftwerk wird in der Nachkriegszeit zu einem konventionellen Flusskraftwerk umgebaut.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 9:57 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aussenlager PASSAU II

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 2:39 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||33 --- Die Zahnradfabrik Friedrichshafen gründet gemeinsam mit der heereseigenen Verwertungs-
gesellschaft für Montanindustrie in Passau eine Zweigstelle unter Tarnnamen Waldwerke GmbH. Der Betrieb stellt seit 1943 Panzergetriebe u. Bunkertüren her. Ab 1944 müssen hier neben 2.000 Zivil- u. Zwangsarbeitern auch KZ-Häftlinge in der Produktion arbeiten --- Insges. werden 350 KZ-Häftlinge ins Lager bei den Waldwerken transportiert --- 1 Häftling stirbt im Lager, 15 werden ins Stammlager Mauthausen rücküberstellt --- Die Häftlinge werden auf dem Betriebsgelände am nördlichen Donauufer in Passau-Grubweg untergebracht --- Ab 19.10.1944 beginnt die SS, das Lager aufzulösen. Die Häftlinge werden in 2 Transporten ins KZ Flossenbürg überstellt --- Ab Mai 1945 nutzt die US-Armee das ehem. KZ-Gelände zur Unterbringung von Displaced Persons.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 10:00 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Außenlager in Relation zum Stammlager Mauthausen

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 2:44 pm

http://www.ooegeschichte.at/epochen/oberoesterreich-in-der-zeit-des-nationalsozialismus/orte-des-terrors/mauthausen-gusen.html
--- Das Stammlager Mauthausen wurde immer mehr Verwaltungslager mit angeschlossenem Sterbelager u. bekam die Rolle eines Durchgangslagers u. einer Steuerungszentrale für die ab 1943 rasch wachsende Zahl der Außenlager, in denen sich ab 1944 die Mehrheit der Häftlinge befand --- Abgearbeitete u. kranke Häftlinge wurden von den Außenlagern ins Stammlager zurücktransportiert ---
1945 bekam das Stammlager zusätzlich die Funktion eines Auffanglagers. Häftlinge aus Evakuierungen anderer KZ wurden eingewiesen ---

Aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN 2012, MAUTHAUSEN MEMORIAL (pdf-Datei): --- zur Zahl der in versch. KZ inhaftierten nicht-jüdischen Österreichern ergab, wies das KZ Dachau den höchsten Anteil österr. Häftlinge auf (7.181), an zweiter Stelle lag Mauthausen mit insgesamt 3.362 österr. nicht-jüdischen Häftlingen

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Die-Aussenlager#map||
Ab 1941/42 verteilte die SS KZ-Häftlinge in immer größerer Zahl als Arbeitskräfte auf Außenlager in weiten Teilen Österreichs. Zunächst mussten sie dort vor allem Bauarbeiten leisten Verkehrswege, Kraftwerke oder Fabriken errichten. In der zweiten Kriegshälfte wurden sie zunehmend auch zur Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion gezwungen. Ab Ende 1943 mussten tausende Häftlinge unterirdische, vor Luftangriffen sichere Produktionsstätten errichten.

Bis zur Befreiung des KZ Mauthausen/Gusen wurden mehr als 40 Außenlager errichtet. Anfang März 1945 befanden sich an die 64.000 von insgesamt 83.000 KZ-Häftlingen in einem der Außenlager.
Hier nochmal eine Übersicht:
Amstetten
Bachmanning
Bretstein
Dipoldsau
Ebensee
Eisenerz
Enns
Grein
Großraming
Gunskirchen
Gusen I
Gusen II
Gusen III
Hartheim
Hirtenberg
Klagenfurt
Leibnitz
Lenzing
Linz I
Linz II
Linz III
Loiblpass (Nord)
Loiblpass (Süd)
Melk
Passau I
Passau II
Peggau
Redl-Zipf
Schloß Hartheim
Schloß Mittersill
Schloss Lannach
Schloss Lind
St. Aegyd
St. Lambrecht (Frauenlager)
St. Lambrecht (Männerlager)
St. Valentin
Steyr
Ternberg
Vöcklabruck
Wels II
Wien-Floridsdorf
Wien-Hinterbrühl
Wien-Saurerwerke
Wien-Schönbrunn
Wien-Schwechat (Heidfeld)
Wien-Schwechat („Santa“)
Wiener Neudorf
Wiener Neustadt (1943)
Wiener Neustadt (1944)

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Das-Konzentrationslager-Mauthausen-1938-1945/Haeftlingsgruppen
Zwischen 1938 und 1945 waren etwa 190.000 Personen aus mehr als 40 verschiedenen Nationen im KZ Mauthausen/Gusen und in seinen Außenlagern inhaftiert. Mindestens 90.000 kamen in diesen Lagern ums Leben.


Zuletzt von Dissident am Do März 23, 2017 2:56 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Funktionshäftlinge

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 2:53 pm

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Das-Konzentrationslager-Mauthausen-1938-1945/Das-System-der-Funktionshaeftlinge
Das System der Funktionshäftlinge

An der Spitze der Häftlinge stand der Lagerälteste. Er war der SS gegenüber für die Ordnung im gesamten Lager verantwortlich. Ihm unterstellt waren die Blockältesten, die jeweils eine Unterkunftsbaracke kontrollierten. Der Lagerschreiber wurde von der SS für Verwaltungsaufgaben im Häftlingslager eingesetzt.
Die sogenannten Kapos sorgten für die Bewachung am Arbeitsplatz.

Die meisten Funktionshäftlinge waren zunächst als Kriminelle inhaftierte Deutsche u. Österreicher.
Später besetzten diese Positionen vermehrt auch politische u. manche nicht­deutsche Häftlinge --- Funktionshäftlinge konnten ihre Stellung zum Schutz der Mithäftlinge ebenso einsetzen wie zur brutalen Durchsetzung ihrer eigenen Interessen oder jener ihrer persönlichen Günstlinge ---


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 11:22 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Die Endphase, Chaos im KLM und den Nebenlagern und außerhalb

Beitrag von Dissident am Do Aug 25, 2016 3:00 pm

Seit 1944 hatten unsere Kriegsgegner durch näherrückende Front u. zahlenmäßige Überlegenheit die Lufthoheit bis zu uns nach Österreich herein.
Es gab durch Bombardierung viele zerstörte Bahnhöfe, Gleisanlagen u. Fabriken. Nebenbei kamen auch Tieffliegerangriffe auf Züge, Straßen u. Zivilisten vor. Dadurch kam es zu Ausfall u. Verzögerung wichtiger Transporte, was neben der Wehrmacht natürlich auch die Zivilbevölkerung u. die KZ betraf. So ist zu erklären, daß es bei Lebensmitteln, Medikamenten u.a. wichtigen täglichen Gütern überall zuwenig gab.
Somit war die Belieferung der KZ stark reduziert u. gleichzeitig waren alle KL zu Kriegsende total überbelegt durch die Evakuierten aus den KZ, welche in Feindeshand gefallen waren. Es kam dadurch zu Unterernährung, Ruhr, Typhus u.a Krankheiten bzw. Seuchen. Es war eine chaotische gereizte Stimmung, was eine Erklärung unter anderem ist, daß es vermutlich vermehrt zu Übergriffen auf KL-Häftlinge kam.

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Wissen/Das-Konzentrationslager-Mauthausen-1938-1945/Die-Endphase  Die Endphase

Mit dem Vorrücken der Roten Armee u. der Auflösung der KZ im Osten wurde Mauthausen ab Jänner 1945 zum Zielort von großen Evakuierungstransporten. Die kommenden Monate bis zur Befreiung waren durch Überfüllung, Unterversorgung, Chaos u. Massensterben gekennzeichnet. Etwa 25.000 neu ankommende Häftlinge aus Auschwitz-Birkenau, Groß Rosen, Sachsenhausen, Ravensbrück u. Mittelbau-Dora wurden von Jänner bis Mai in Mauthausen registriert. Tausende weitere, etwa aus den Außenlagern des KZ Flossenbürg in Venusberg u. Freiberg blieben unregistriert. Die neu ankommenden Häftlinge .. waren oft bereits zu geschwächt für den Arbeitseinsatz. Sie brachte man zumeist entweder direkt im Sanitätslager, im behelfsmäßig errichteten Zeltlager oder in den ebenfalls neu hinzugekommenen Lagerteilen II u. III unter ---
Ende März begann die Auflösung der östlich von Mauthausen gelegenen Außenlager. Die Häftlinge wurden in Fußmärschen, Schiffs- u. Eisenbahntransporten ins Hauptlager sowie in Außenlager Gusen, Ebensee u. Steyr verfrachtet. Insges. dürften dabei mehr als 23.000 Häftlinge quer durch Österreich auf den Weg gebracht worden sein. Ein ähnliches Schicksal erfuhren die ungar.-jüdischen Zwangsarbeiterinnen u. Zwangsarbeiter, die ab Ende März 1945 aus den Lagern für den Bau des sogen. Südostwalls nach Mauthausen getrieben wurden ... Hunderte Personen starben auf diesen Todesmärschen an Anstrengung oder wurden erschossen, weil sie nicht mehr Schritt halten konnten --- Die Überfüllung der verbliebenen Lager sowie die immer mangelhaftere Versorgung verschlimmerten die Lebenssituation der Häftlinge zunehmend. April 1945 verzeichnete man mehr als 11.000 Todesfälle. Da die Krematorien von Mauthausen überlastet waren, ließ die SS im Februar 1945 nördlich des Lagers, nahe dem Ort Marbach, ein Massengrab ausheben, in dem rund 10.000 Tote verscharrt wurden.

Das Chaos in der Zeit als sich die Bewacher der Lager entfernten u. bis die Besatzungsmächte wieder halbwegs Ordnung herstellten:
https://web.archive.org/web/20061006155826/http://bob.swe.uni-linz.ac.at/Ebensee/Betrifft/46/verbrecher46.php
Zahlreiche Funktionshäftlinge, die ihre Position zur Mißhandlung der Mitgefangenen ausgenützt hatten, fielen der Selbstjustiz der Häftlinge am 5.5.1945 zum Opfer, als im Lager ein Machtvakuum herrschte. Die SS war geflohen u. die US-Truppen noch nicht vor Ort. Aus den Totenlisten sind die Namen „prominenter" u. von den Häftlingen gefürchteter "BV-Häftlinge" (Befristete Vorbeugehäftlinge – Kriminelle) zu entnehmen, die am 5.5. gewaltsam ums Leben kamen:
  Adolf Hartmann (KLM 2179)
  Otto Niedrig (KLM 24338) Revierältester
  Paul Friedel (KLM 60700) Schreiber des SS-Lagerarztes
  Heinrich Ludwig (KLM 445) Blockältester
  und andere
Die Leiche des Lagerältesten II, Lorenz Dähler, soll Augenzeugen zufolge, in Rindbach, einem Ortsteil von Ebensee, gefunden worden sein.

http://doedr.forumieren.net/t48p25-mauthausen#150 --- Louis Haefliger: --- Nach meiner Rückkehr nach Mauthausen herrschte ein Chaos ohnegleichen, die Häftlinge räuberten die eigenen Baracken bereicherten sich oft mit 3 oder mehr kompletten Anzügen, vergassen, daß dadurch ihre Leidensgenossen ohne Kleidung zurückbleiben mussten. Mann um Mann musste ich mit Hilfe einiger ehem. Häftlinge wieder ausziehen ---
Die Amerikaner rückten an, übernahmen die Gesamtorganisation der Lager, lösten die Häftlingswache ab, ---  u. dann begann die Säuberung dieser KZ. Tote überall, wo man nur hinblicken konnten, verhungerte Menschen, es gab aber auch umgebrachte Capos unter den Leichen, welche von den Häftlingen noch in letzter Stunde massakriert wurden --- Die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden hatten an dieser Massenbeerdigung teilzunehmen, Frauen u. Kinder. Die Männer mussten die Massengräber wieder auffüllen, schaufeln von Morgens bis Abends in die Nacht hinein, Frauen u. Kinder standen dabei eine Beerdigung, ---"

Aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN 2012, MAUTHAUSEN MEMORIAL (pdf-Datei):
Als das KZ Mauthausen u. seine noch bestehenden Außenlager am 5. u. 6.5.1945 von US-Truppen befreit wurden, befanden sich nach Schätzungen über 80.000 Männer u. etwa 5.000 Frauen im Lagerkomplex – der Großteil davon im Stammlager u. in den Außenlagern Gusen, Ebensee u. Gunskirchen. Die meisten der befreiten Häftlinge waren erst in der Endphase des Lagers vom Frühjahr 1944 bis Anfang Mai 1945 mit Evakuierungstransporten nach Mauthausen gekommen. Mauthausen übernahm im Auflösungs-
prozess des KZ-Systems eine wichtige Rolle als Evakuierungslager; neben Bergen-Belsen war es das einzige Stammlager, das selbst nicht evakuiert wurde ---
Aufgelöst wurden aufgrund des Vormarschs der Roten Armee auf österr. Gebiet ab Ende März 1945 dagegen die in Ost- u. Südösterreich gelegenen Außenlager; zur gleichen Zeit wurden ca. 18.000 bis 20.000 ungar.-jüdische ZwangsarbeiterInnen von der österr.-ungarischen Grenze nach Mauthausen getrieben.
In der Mauthausen-Forschung sind bisher nur Teilaspekte dieser Evakuierungen behandelt worden. Im Zentrum standen dabei vor allem die Todesmärsche ungar.-jüdischer ZwangsarbeiterInnen von den Südostwall-Lagern nach Mauthausen u. Gunskirchen ---
sind auch die Evakuierungstransporte aus Ravensbrück u. den Außenlagern des KZ Flossenbürg – Venusberg u.d Freiberg – thematisiert worden. Die weit zahlreicheren Evakuierungstransporte mit männl. Häftlingen sind dagegen bisher völlig unerforscht geblieben ---
Kontrovers diskutiert wurde in der Forschung vor allem die Frage nach Sinn u. Zweck der Evakuierungen ---
Evakuierungen erfolgten auf versch. Weise: mit der Bahn, mit Schiffen, mit LKW u. zu Fuß; oft mussten die Häftlinge einen Teil des Wegs marschieren u. wurden dann mit Transportmitteln weiterbefördert; der Bahntransport konnte in offenen oder geschlossenen Waggons erfolgen ---
Am 5.10.1943 trafen in Mauthausen 1.000 Männer u. 187 Frauen mit einem Transport aus dem KZ Igren in Dnepropetrovsk ein. Der Transport, der Dnepropetrovsk Ende Sept. verließ, erfolgte zu einem Zeitpunkt, als die Rote Armee vor der Stadt stand. Der sowj. Vorstoß ins Donezbecken hatte Mitte August begonnen, am 16. Sept. trat die Wehrmacht den Rückzug über den Dnepr an, bei dem auch über 550.000 Zivilpersonen evakuiert wurden ---
Mauthausen war im Jahr 1944 Zielort von Evakuierungstransporten aus den Lagern Majdanek, Płaszów u. Natzweiler. Aus Majdanek, dessen Evakuierung bereits Mitte März begann, wurden am 7.7.  1.250 Kriegsgefangene nach Mauthausen transportiert. Aus Płaszów traf am 10.8. ein Transport mit fast 4.600 jüd. Häftlingen ein. Die Häftlinge aus dem KZ Natzweiler wurden zum Großteil nach Dachau evakuiert; ein Teil wurde weiter nach Mauthausen gebracht.
Die größten Häftlingstransporte ins KZ Mauthausen kamen aber von Auschwitz ---
Warschau, Aug./Sept. 1944: Im Zuge u. Gefolge des Warschauer Aufstands wurden ca. 8.700 poln. Zivilisten – Männer, Frauen u. Kinder – aus der evakuierten Stadt über das Sammellager Pruszków nach Mauthausen deportiert, zum Teil direkt, zum Teil über Auschwitz. Ein Teil dieser Deportierten wurde aus dem Lager entlassen u. zur Zwangsarbeit auf den Gau Oberdonau verteilt ---
Zwischen 25.1. u. 2.3.1945 wurden im KZ Mauthausen über 9.400 Häftlinge aus Auschwitz registriert. Wie viele Häftlinge tatsächlich von Auschwitz nach Mauthausen evakuiert wurden, lässt sich nicht mehr feststellen, da die Toten in den Transporten bzw. bei der Aufnahme im Lager nicht registriert wurden. Mindestens ein Transport mit ca. 4.800 Häftlingen, darunter ca. 1.000 jüd. Häftlinge aus dem Außenlager Fürstengrube, wurde wegen „Überfüllung“ von der Lagerkommandantur nicht angenommen u. nach Mittelbau-Dora bzw. Ravensbrück weitergeleitet ---
Alle Toten hatten tätowierte Häftlingsnummern. Der Chronist berichtet, dass die Häftlinge trotz der Kälte „nur die dünne Sträflingsgewandung“ trugen u. hielt auch fest: „Der Häftling Nr. 11084 hatte schöne Goldzähne.“ Die Toten wurden in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Pfarrfriedhof von Neumarkt beerdigt u. 1968 in den Quarantänehof der KZ-Gedenkstätte Mauthausen umgebettet ---
Auf der Strecke Budweis–Mauthausen kam es auch zu Fluchtversuchen. Im Gefängnis Freistadt waren am 26.1.1945 26 poln. u. ungar. Häftlinge aus Auschwitz inhaftiert. 6 dieser Häftlinge waren vom Gendarmerieposten Rainbach bei ihrem Fluchtversuch festgenommen u. ins Gefängnis von Freistadt gebracht worden. In Rainbach waren außerdem 30 Leichen gefunden worden, deren Kleidung „zur weiteren Verfügung der Verwaltung des Konz.Lagers Mauthausen“ gestellt wurde. Dem Wiener Fritz Kleinmann war es dagegen gelungen, in der Nähe von Amstetten aus dem Waggon zu springen. Bei dem Versuch, mit der Bahn nach Wien zu fahren, wurde er jedoch verhaftet, 2 Wochen im Gefängnis St. Pölten festgehalten, verhört u. Mitte Februar nach Mauthausen gebracht ---
Neben den zurückdrängenden Wehrmachts- u. Waffen-SS-Verbänden waren im Jänner/Februar 1945 etwa 4,5 Mio. Zivilisten auf der Flucht nach Westen. Außer den KZ-Häftlingen wurden auch die Insassen der Gefängnisse u. Kriegsgefangenenlager evakuiert ---
Allein im Jänner/Februar 1945 wurden fast 20.000 männl. Häftlinge registriert. Für die ca. 3.000 Frauen aus Groß-Rosen, unter ihnen viele Auschwitz-Evakuierte, war Mauthausen nur eine Zwischenstation, da sie bald nach Bergen-Belsen weitertransportiert wurden ---
Die überwiegende Mehrheit der Häftlinge wurde vom Stammlager auf die Außenlager verteilt, wo sie vor allem beim Bau oder in der Produktion der Verlagerungsprojekte in Gusen II, Melk u. Ebensee eingesetzt wurden ---
die Zielorte konzentrierten sich in 2 Richtungen: zum einen Richtung Norddeutschland, Bergen-Belsen --- Die 2. Zielrichtung der Transporte war der süddeutsche Raum mit den Aufnahmelagern Dachau u. Mauthausen ---
Dass von Mitte März bis Anfang Mai 1945 nur mehr kleinere Evakuierungstransporte in Mauthausen eintrafen, hat mehrere Gründe. Zum einen war das Lager bereits durch die von Mitte Jänner bis Anfang März aus Auschwitz, Groß-Rosen, Sachsenhausen u. Ravensbrück eintreffenden Transporte völlig überfüllt, u. auch die Verteilung auf die Außenlager erwies sich zumindest ab Ende März aufgrund des Vorrückens der Roten Armee auf österr. Gebiet als immer schwieriger. Lagerkommandant Ziereis hatte bereits Ende Jänner einen Transport aus Auschwitz abgewiesen u. wollte auch danach keine weiteren Häftlinge mehr aufnehmen. Zum anderen begann Ende März die Evakuierung der östlich u. südlich gelegenen Mauthausener Außenlager nach Westen ---
Zu den letzten Gruppen, die im Zuge der sowj. Offensive gegen Wien nach Mauthausen gebracht wurden, gehörten auch Häftlinge aus den Gestapogefängnissen in Bratislava, Wien, Brünn, St. Pölten u. dem Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf ---

Quelle: FLORIAN FREUND, DER DACHAUER MAUTHAUSENPROZESS, (Aus: Dokumentationsarchiv des österr. Widerstandes. Jahrbuch 2001, Wien 2001, S. 35–66)
--- Die aufgestaute Wut u. Aggression der überlebenden Häftlinge äußerte sich nach Abzug der SS zunächst in spontanen Lynchaktionen gegen besonders brutale Kapos u.a. verhasste Häftlingsfunktionäre. Zu solchen Racheaktionen kam es vor allem in Gusen u. Ebensee. Allein in Ebensee wurden über 50 Personen von wütenden Ex-Häftlingen erschlagen. Noch bevor die US-Truppen das befreite KZ in Mauthausen übernehmen konnten, bildete sich dort angeblich ein „Gericht“ von befreiten Häftlingen, das über Häftlingsfunktionäre urteilte. Jack H. Taylor berichtete, daß er, am Tag nach der Befreiung wieder nach Mauthausen zurückgekehrt, das Lager unter dem Kommando eines russischen Majors vorfand: „They were having trials and dealing out death sentences and already about a dozen German Blockeldeters, Kapos and others had been murdered. The next day, Colonel Seibel took command, disarmed the prisoners, and restored order.“

https://www.profil.at/oesterreich/kz-mauthausen-ns-opfer-7555345 --- Als der blutjunge US-Soldat Benjamin Ferencz am 6. oder 7.5.1945 als Mitglied der "War Crime Unit" in einem Jeep durch das Tor des befreiten KZ Mauthausen fährt --- Wenige Tage später in Ebensee. "Auch hier lebende Tote", notiert er. Der Jurist ist außer sich. Als eine Gruppe ehemaliger Lagerinsassen einen flüchtenden SS-Wärter einfängt, den Mann gnadenlos zusammenschlägt, auf eine Trage fesselt, in den Krematoriumsofen schiebt u. langsam u. bei lebendigem Leib verbrennt, greift Ferencz nicht ein. Er versucht es nicht einmal. Er steht stumm daneben ---


Zuletzt von Dissident am Mi Jun 14, 2017 6:00 pm bearbeitet; insgesamt 8-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Evakuierungen, Auflösungen, Überfüllung anderer Lager

Beitrag von Dissident am Mi Aug 31, 2016 9:56 am

Ich habe den Eindruck, daß die Zustände in denjenigen KZ, die zuletzt in Feindeshand gefallen sind, am schlimmsten waren. Und zwar aus dem Grund, weil mit jedem Tag, der näher dem Kriegsende lag, die Versorgungswege am meisten zerbombt waren u. durch die Evakuierung der bereits von der Frontlinie überrollten Lager die restlichen in deutscher Hand befindlichen KL immer mehr überfüllt wurden bei zunehmend schwieriger werdender Lage betreffend Versorgung u. Hygiene.

Als kleines gegenwärtiges Beispiel sind diverse Flüchtlingslager in Ländern, die einfach keine so gute Organisation u. Mittel haben wie es bei uns in Österreich der Fall ist. Dabei ist das ganze noch zu Friedenszeit. Man stelle sich vor, im untenstehenden Beispielsfall würde noch tägliche Bombardierung des Umfelds erfolgen u. das ganze Land gegen anstürmende Armeen kämpfen müsste...

http://orf.at/stories/2356037/2356038/ --- Prekäre Bedingungen auf Ex-Flughafen

Die Lebensbedingungen in den Flüchtlingscamps von Elliniko rund um den alten Athener Flughafen werden von Tag zu Tag prekärer. Die örtliche Ärztekammer warnt sogar vor einer „Gesundheitsbombe“ im ehem. Terminal, da große Mengen Abwasser das Kellergeschoß überfluteten. Es drohe die Übertragung von Infektionskrankheiten.
Dutzende Kinder seien bereits wegen Magenschmerzen u. Durchfallerkrankungen in Spitäler eingeliefert worden. Auch schwere Infektionen wie Hepatitis A seien aufgetreten.

Das Flüchtlingscamp Elliniko ist in 3 Zentren aufgeteilt. Im früheren Flughafengebäude befanden sich zuletzt rund 1000 Personen, in den angrenzenden Hockey- u. Baseballstadien zusammen noch einmal 1.700. In den vergangenen Monaten waren aber schon über 3.500 Personen an diesen Orten untergebracht gewesen. Rund ein Drittel davon sollen Kinder sein, viele davon gelten als unterernährt...
Zitat Ende

Auflistung der Evakuierungstermine und Lagerübernahmen:

KL - - - -  - - - - - - -  - Evakuierung / Auflösung  - - - - - Datum der Übernahme durch fremde Armee

Auschwitz Stammlager - - - - 17.1.-23.1.1945 - - - 27.1.1945 Rote Armee
ebenso Birkenau
Auschwitz III Monowitz- - - - 18.1.1945 - - - -  - - 27.1.1945 Rote Armee
Belzec - - - - - - - - - - - - - - - 1943 Aufelöst?
Bergen-Belsen - - - - - - - - - 6. und 11.4.1945 - - - 15.4.1945 Briten
Berlin-Marzahn - - - - - - - - - 1.3.1943 aufgelöst
Bozen - - - - - - - - - - - - - - - ? - - - - - - - - - 4/1945 das Lager von der deutschen Besatzungsmacht verlassen wurde. Danach wurde das Rote Kreuz aktiv.
Buchenwald - - - - - - - - - - - 7.-10.4.1945 - - - - -  13.4.1945 US-Armee
Chaidari - - - - - - - - - - - - - - ? - - - - - - - - - - - - - nach 5/1944
Dachau - - - - - - - - - - - - - - 4.-27.4.1945 - - - - - 29.4.1945 US-Armee
Drancy - - - - - - - - - - - - - - durch schwedischen Gesandten und Repräsentanten des Roten Kreuzes gemeinsam mit den Alliierten am 18.8.1944 befreit
Flossenbürg  - - - - - - - - - -  4.-20.4.1945 - - - - - - 23.4.1945 US-Armee
Fort Breendonk - - - - - - - - - 8-9/1944 - - - - - - 4.9.1944
Fort Goeben - - - - - - - - - - - ? - - - - - - - 8/1944
Fünfbrunnen - - - - - - - - - - - US-Armee
Groß-Rosen - - - - - - - - - -  Anfang 1945 - - - - - - - 13.2.1945 Rote Armee
Gurs - - - - - - - - - - - - - - - 1944
Herzogenbusch - - - - - - - -  5.-6.9.1944 - - - - - - - 22.9.1944 an das Rote Kreuz. 27.10.1945 kanadische Truppen
Hodonín - - - - - - - - - - - - - 1942-1944 - - - - - - -  1945
Riga-Kaiserwald - - - - - - - - 9/1944 - - - - - - - - -  13.10.1944 Rote Armee
Kauen - Kaunas - - - - - - - - - 14.-26.7.1944 aufgelöst - - 1944 Rote Armee
Kulmhof, auch Chełmno - - - - 1943/1944 geräumt
Lackenbach - - - - - - - - - - - - ? - - - - - - - - - - - 4/1945 Rote Armee
Lemberg-Janowska - - - - - - - 19.7.1944 aufgelöst - - Rote Armee
Lety - - - - - - - - - - - - - - - - - 1942-1944 - - - - - -
Le Vernet - - - - - - - - - - - - - - 15.6.1944 aufgelöst
Litzmannstadt - - - - - - - - - - - ? - - - - - - - - - - - 18.1.1945 Rote Armee
Majdanek oder auch Lublin - - 23.7.1944 aufgelöst - - - - - 1944 Rote Armee
Maly Trascjanec - - - - - - - -   Juni 1944 geräumt - - - - Rote Armee
Mauthausen - -  -- - - - - - - - keine Evakuierung - - - 5.5.1945 US-Armee, später von Roter Armee übernommen
Mechelen - - - - - - - - - - - - - 8-9/1944
Mittelbau-Dora - - - - - - - - - vor 11.4.1945 - - - - - - 11.4.1945 US-Armee
Moringen - - - - - - - - - - - -  6.4.1945 - - - - - - - - - -9.4.1945
Natzweiler-Struthof - - - - - - 28.3.-8.4.1945 - - - - - - 28.4.1945 aufgelöst (viele Nebenlager)
Neue Bremm - - - - - - - - - - - 1944/45
Neuengamme - - - - - - - - - - 20.4.-2.5.1945 aufgelöst- - - - - - 4.5.1945 Briten
Niederhagen-Wewelsburg - - -  ? - - - - - - - - - -  - 2.4.1945 US-Armee
Nováky - - - - - - - - - - - - - - -  1944 - - - - - - - - - Rote Armee
Plaszow - - - - - - - - - - - - - - 9/1944-14.1.1945 aufgelöst - - 15.1.1945 Rote Armee
Pruszków - - - - - - - - - - - - - - 10.11.1944 - - - - - - - - -17.1.1945 poln. oder Rote Armee
Ravensbrück - - - - - - - - - - - 4/1945 am 27.4. geräumt - - - - - - - - 30.4.1945 Rote Armee
Reichenau - - - -  - - - - - - - - - 1944/45
Risiera di San Sabba - - - - - - - Ende April 1945 aufgelöst
Sachsenhausen - - - - - - - - - 21.4.1945 geräumt - - - - - 22.4.1945 Rote Armee
Schirmeck-Vorbruck - - - - - - - 8-22.11.1944 aufgelöst  - - - - - - 24.11.1944 US-Armee
Sereď - - - - - - - - - - - - - - - - 1945
Sobibor - - - - - - - - - - - - - - Ende 1943 aufgelöst?
Stutthof - - - - - - - - - - - - - 25.1.1945 geräumt - - - - - 9.5.1945 Rote Armee
Theresienstadt - - - - - - - - - 5.5.1945 übergab die SS dem IKRK, 8.5.1945 Rote Armee
Treblinka - - - - - - - - - - - - - 17.11.1943 aufgelöst
Uckermark - - - - - - - - - - - - ?
Vaivara - - - - - - - - - - - - - - 4.2.1944 - - - - - - - - - -  28.6.1944 Rote Armee
Warschau - - - - - - - - - - - - - 28.7.1944 geräumt - - - - 5.8.1944 Polnische Heimatarmee, 17.1.1945 Rote Armee
Welzheim - - - - - - - - - - - - - 25.4.1945 - - - - - - - - - -
Westerbork - - - - - - - - - - -  3.9.1944 - - - - - - - - - - - 12.4.1945 kanadische Truppen

Einige Lager wurden vor Überrollen durch die Frontlinie komplett geräumt u. evakuiert.
Andere nur teilweise u. es blieben Häftlinge zurück. Einige der auf dem Marsch oder Eisenbahntransport befindlichen Häftlingstrupps kamen in Kriegshandlungen um oder wurden auf dem Weg befreit bzw. konnten flüchten. Die letzten Lager hatten kaum mehr Möglichkeiten, irgendwohin zu evakuieren.
Die KL Mauthausen sowie Gusen I, II und III waren die vorletzten, die befreit wurden.  Das KL Stutthof bei Danzig wurde 4 Tage später befreit.


Liste der Ghettos (noch machen...) https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Ghettos_in_der_Zeit_des_Nationalsozialismus


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 10:34 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Lügner und Geschichtsfälscher

Beitrag von Dissident am Di Sep 06, 2016 4:55 pm

Leider wird die Aufklärung historischer Begebenheiten durch skrupellose Lügner erschwert. Im Fall des KL Mauthausen kommt noch hinzu, daß man schnell vom DöDR-Staatsanwalt juristisch verfolgt wird, wenn man sich das Recht nimmt, dubiose oder unglaubhafte Aussagen zu hinterfragen.

Hier einige Beispiele für die wahren "Leugner" der Wahrheit: http://doedr.forumieren.net/t59-zeitzeugen-der-anderen-art#297

Der hier mit Mauthausen-Bezug. Wie lange hat man ihm den Arsch nachgetragen und mit Ehrungen und Geld überhäuft?

http://de.metapedia.org/wiki/Marc%C3%B3,_Enric Enric Marco (* 1921) war seit 2001 Präsident der spanischen KL-Überlebendenorganisation Amical de Mauthausen y otros campos de concentración, mußte jedoch Mai 2005 zurücktreten, als durch einen Forschungsbericht des span. Historikers Benito Bermejo bekannt wurde, daß wesentliche Daten seiner Biographie, die seine behauptete Inhaftierung in den KL Mauthausen u. Flossenbürg betrafen, gefälscht waren.

Marco avancierte über die Jahre mehr und mehr zum Holocaust-Ausstellungs-Stück sowie zur „Symbolfigur der spanischen Deportierten“. „Enric Marco hielt in seiner Funktion als Verbandspräsident Hunderte Vorträge über den Holocaust. Im Jahr 1978 veröffentlichte er seine Biographie Erinnerungen an die Hölle“, in der er seine angeblichen Erlebnisse im Lager schilderte.
Noch am 28.1.2005 rührte der Möchtegern-KZ-Häftling die Abgeordneten im spanischen Kongreß zu Tränen, als er, der Ehrengast des Tages, ein bitteres Zeugnis ablegte:
"Als wir ankamen, mußten wir uns ausziehen, die Hunde bissen uns, ihre Lampen blendeten uns. Wir waren normale Leute, so wie Sie es auch sind. Sie brüllten uns auf deutsch ihre Befehle zu: links, rechts! Verstanden haben wir gar nichts, aber einen Befehl nicht zu verstehen, konnte dich das Leben kosten.
- - -
2001 wurde der spanische „KL-Häftling“ in Barcelona mit dem St.-Jordi-Kreuz ausgezeichnet.

Die Wahrheit
Im Jahr 2005 wurde bekannt, daß der Vorsitzende der spanischen KL-Überlebenden „Agrupación Amical Mauthausen“ Enric Marcó niemals Häftling in einem KL gewesen war. Fast 30 Jahren lang reiste der inzwischen 84-Jährige durch die Lande u. erzählte Lügen u. Geschichten von den Greueltaten, denen er im deutschen KL Flossenbürg als KL-Häftling No. 6.448 ausgesetzt war.

"Ich habe die Hofnung, daß diesmal alle die Lektion lernen. Den Jungen, die nichts von der Geschichte wissen, fehlt jemand wie ich, der es ihnen erzählt."

In Spanien trat er zum letzten Mal bei der Gedenkfeier anläßlich des 60. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz im spanischen Parlament auf. Am 3.5.2005 war Marco in Linz (bei Mauthausen) um España zu repräsentieren während der Zeremonien der Befreiung von Mauthausen. Der span. Staatschef Zapatero war ebenfalls anwesend. Umarmungen waren auf der Tribüne vorgesehen. Die Tränen in den Augen auch. Im letzten Moment bat die Vereinigung Mauthausen Marco daß er sich zurückziehe u. nach Barcelona zurückkehre. Die Amical verschwieg den Skandal, um die Ehrungen nicht zu unterbrechen u. gab öffentlich bekannt, daß Marco sich nach Barcelona zurückbegeben habe, weil er sich krank fühle.

Marcó war nicht, wie er behauptet hatte, 1943 in Frankreich von der Gestapo als Mitglied der franz. Résistance verhaftet u. in einem KL interniert worden, sondern hatte sich 1941 als Freiwilliger nach Deutschland gemeldet, als Franco auf Hitlers Wunsch hin Facharbeiter in die deutsche Kriegsindustrie entsandte. Marcó arbeitete bis 1943 in einer Kieler Werft u. kehrte dann nach Spanien zurück ---
--- mit seinen Holocaust-Lügen baute er seine profitable Karriere auf, die letztendlich sogar in einem Kino-Film, „Ich bin Enric Marco“ gezeigt wurde.


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 10:37 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Luftbildaufnahmen vom KL Mauthausen und Nebenlager ?!

Beitrag von Dissident am Do Sep 08, 2016 9:32 am

Interessant wäre es, eine Sammlung aller Luftbildaufnahmen der Aufklärungsflieger und Bomber der Alliierten zusammenzustellen, die ganz bestimmt am KL Mauthausen und vor allem den Hochtechnologie-Rüstungsbetrieben der Nebenlager Gusen, Melk usw. interessiert waren.

Viele Bombenabwürfe wurden fotografisch dokumentiert und Aufklärer nahmen Bilder vor den Angriffen auf.
Darauf müssen etwaige Vorgänge in und rund um Mauthausen zu sehen sein, noch dazu mit Uhrzeit und Datum dokumentiert.

https://www.mauthausen-memorial.org/de/Gusen/Das-Konzentrationslager .. Seit Ende 1943 wurden die sichtbaren baulichen Entwicklungen in Gusen/St. Georgen von der alliierten Luftaufklärung kontinuierlich beobachtet u. in unregelmäßigen Abständen fotografisch dokumentiert. Die Aufnahmen wurden im „Allied Central Interpretation Unit “ (ACIU) in England ausgewertet. Darauf basierend wurden Berichte, sogen. „Military Intelligence Photographic Interpretation “ (MIPI) Reports, angefertigt. Das Interesse galt den alliierten Geheimdiensten dabei vor allem den Entwicklungen der Rüstungsindustrie, besonders deren unterirdischer Verlagerung. Auf Grundlage dieser Berichte wurden schließlich Bombardierungspläne ausgearbeitet. Obwohl der Komplex St. Georgen/Gusen/Mauthausen seit Monaten in Beobachtung stand, wurde er nie zum Ziel systematischer Bombardierungen durch die Alliierten.


Zuletzt von Dissident am Di Okt 10, 2017 4:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Ärzte in Mauthausen

Beitrag von Dissident am Do Sep 08, 2016 6:33 pm

http://de.metapedia.org/wiki/Aribert_Heim  Aribert Ferdinand Heim (1914-1992) arbeitete als Arzt in den KL Sachsenhausen, Buchenwald u. einige Wochen von Okt.-Nov.1941 in Mauthausen. Zeugen hätten angebl. gesehen, er hätte aus gegerbter Haut eines Toten einen Lampenschirm für den Lagerkommandanten herstellen lassen ..
1962 tauchte er auf Grund eines in Wien ausgestellten Haftbefehls wegen angebl. Morde während seiner Zeit als Lagerarzt, unter .. Möglicherweise handelte es sich bei den Vorwürfen gegen Dr. Heim jedoch um Maßnahmen im Rahmen des Euthanasieprogramms T4 .. hielt er sich in Ägypten auf u. starb dort 1992
https://de.wikipedia.org/wiki/Aribert_Heim .. Eigenhändige Einträge im Mauthausener Operationsbuch dokumentieren mind. 243 Operationen Heims an Häftlingen Okt./Nov. 1941. Nach Zeugenaussagen eines Revierschreibers u. eines Operationsgehilfen soll Heim gemeinsam mit Lagerapotheker Erich Wasicky hundertfach Juden durch intrakardiale Giftinjektionen, etwa mit Phenol, ermordet haben .. Wie lange Heim Lagerarzt in Mauthausen war, ist nicht gesichert bekannt. Nach Heims eig. Angaben war er am 24.11.1941 in ein SS-Lazarett in Wien versetzt worden; später sei er Musterungsarzt bei versch. SS-Ergänzungsämtern gewesen .. Ab 20.10.1942 war er Arzt bei der 6. SS-Gebirgs-Division „Nord“, die auf finnischer Seite am Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion teilnahm .. zeitweise war er Arzt im Divisionslazarett in der Stadt Oulu .. Anfang 1945 waren Heim u. die SS-Division an die Westfront verlegt worden u. nahmen zum Zeitpunkt der Ardennenoffensive an Kämpfen in den Vogesen teil .. Am 15.3.1945 wurde er von US-Militärs gefangengenommen .. Entlassung am 22.12.1947 ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Wasicky  Erich Wasicky (1911-1947) war Juni 1940 bis Jan.1944 Lager-Apotheker im KZ Mauthausen .. er gehörte zu den Fahrern des Gaswagens, der zwischen Mauthausen u. dem ca. 5 km entfernten KZ Gusen eingesetzt wurde. Pro Fahrt wurden bis zu 30 Personen durch giftige Autoabgase oder durch Zyklon B umgebracht. Außerdem war er für die Vergasungsaktionen im Rahmen der Aktion 14f13 im Schloss Hartheim zuständig. Nach dem Bau der Gaskammern im KZ Mauthausen führte er dort die Selektion u. Vergasungen durch. Prozesszeugen berichten, daß er sowohl für die Bereitstellung von Zyklon B als auch für dessen Einsatz die Verantwortung trug. Nach Kriegsende wurde er am 13.5.1946 von einem US-Militärgericht im Rahmen der Dachauer Prozesse im Mauthausen-Hauptprozess zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 28.5.1947 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg durch Hängen vollstreckt.

Buchtip: KZ-Arzt Aribert Heim: die Geschichte einer Fahndung (von Stefan Klemp)
Einige sinngemäße Auszüge daraus: https://books.google.at/books?id=e5cKPmBksywC&pg=PA37&lpg=PA37&dq=Erich+Wasicky+prozess&source=bl&ots=__a3P_yByv&sig=VFRcG3-VaLHBbnZKCmU51G88Ol8&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwibncfVmIDPAhXDvRQKHURNABgQ6AEIMTAD#v=onepage&q=Erich%20Wasicky%20prozess&f=false
- - - Verteidigungsschrift Dr. Heims, die 2009 in Kairo gefunden wurde - - -
- - - 66-seitige Dokumentensammlung, die auf der website der New York Times abgerufen werden kann (Mai 2010) - - -
- - - Die Gedenkstätte Mauthausen geht von 220 operierten Häftlingen aus, einige mehrfach operiert - von diesen 220 sind 136 bis 1945 verstorben - - - -
- - - Zeugen: Josef Kohl in Wien von US-Ermittler Becker befragt, Dr. Gustav Rieger, Johann Payerl aus Linz, Hans Marsalek,
- - - Juli bis Sept. 1941 grassierte im KL Mauthausen eine Fleckfieber-Epidemie, kurz bevor Dr. Heim dort eintraf - - -
- - - Eduard Krebsbach Vorgesetzter von Dr. Heim - - -
- - - Otto Peltzer am 8.10.1941 von Dr. Heim am linken Oberarm wegen einer "Phlegmone" behandelt worden - - -
- - - über Dr. Heims Aufenthalt in KL Buchenwald keine Einzelheiten bekannt - - -
- - - Operationssaal gab es in Mauthausen nur im Truppenrevier außerhalb des Lagers, dort hat Dr. Heim operiert - - -
Buchtip: Dr. Tod: Die lange Jagd nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher (von Nicholas Kulish,Souad Mekhennet)
https://books.google.at/books?id=wFOcBgAAQBAJ&pg=PT21&lpg=PT21&dq=Josef+Kohl+Zeuge&source=bl&ots=-QCQ8z_WFD&sig=NjDy7qjx2__9u9t-68x_ghR6Z9Y&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjbh7vRnIDPAhWDPBQKHVswCq4Q6AEIHDAA#v=onepage&q=Josef%20Kohl%20Zeuge&f=false .. Josef Kohl in Wien von US-Ermittler Becker befragt .. Sonderermittler der US-Armee, Arthur A. Becker war selber 6 Jahre in deutschen u. österr. KZ gewesen .. unter ehem. KZ-lern wie Becker fanden die US-Behörden "begeisterte Freiwillige" bei der Zeugeneinvernahme .. am 18.1.1946 in Wien machte Becker eine Zeugeneinvernahme von Josef Kohl (österr. Kommunist) u. August Kamhuber betr. von den Deutschen gefangenen alliierten Spionen u. Saboteuren ..
Kohl kam 1938 nach Dachau u. Sept. 1939 nach Mauthausen, Schreiber im Revier von April 1940 bis Juni 1941 - - -
29.3.1946 Mauthausen-Prozess in Dachau .. Zeuge Ernst Martin KLM-Nr. 3148 war Revierschreiber versteckte zu Kriegsende vor Lagerauflösung 13 dicke Bände mit Auflistung von 71.856 Todesfällen u. 1 Operationsbuch, welche alle hätten verbrannt werden sollen .. tschech. Ärzte, die Häftlinge waren, assistierten im Revier / Zeuge Dr. Josef Podlaha .. Ermittler Arthur Becker war Autor für ein Theaterstück, das Mai 1946 im Salzburger Landestheater aufgeführt wurde! Titel: "Der Weg ins Leben". Eine Figur des Stücks lässt Becker darin sagen: "Wir haben einen Arzt.... Nein, einen Kopfjäger. Weisst Du, wie viele Menschen mit tadellosem Gebiss der schon umgebracht hat, weil ihr präparierter Schädel eine wundervolle Schreibtischzierde für ihn u. diese SS-Banditen ist?"  - - -
Gleich nach dem Krieg gab es in Linz, Goethestr. 63 ein "Zentrum für jüd. historische Dokumentation" ... sie hielten auf kleinen Karteikarten Zeugenaussagen fest .... 30 Freiwillige, zumeist in Durchgangslagern wie Bindermichl bei Linz sammelten die Aussagen .. die Miete in Höhe von 50 USD mtl. bezahlte Abraham Silberschein, der in Genf lebte .. ohne die Hartnäckigkeit von Simon Wiesenthal hätte es die ganze Operation nie gegeben .. Wiesenthal war auch bei der illegalen Organisation "Bricha" tätig, welche Ausreise für Juden nach Israel organisierte .. kaum 3 Wochen nach der Befreiung Wiesenthals schrieb er einen Brief an Colonel Richard Seibel, den für das Lager verantwortlichen Offizier, u. bot ihm seine Mitarbeit bei der Jagd nach NS-Kriegsverbrechern an. Die Amerikaner nahmen sein Angebot an ..
Wiesenthal kam immer wieder .. er begann für die War Crimes Unit, eine Spezialeinheit zur Verfolgung von Kriegsverbrechern, zu arbeiten ..  bis 1952 hatte er ca. 200 ehem. Nazis gefasst .. Tuviah Friedmann, Wiesenthals Mitstreiter, half eine Vereinbarung aushandeln, daß Wiesenthal sein Archiv 1954 an Yad Vashem verkaufen konnte .. 
- - - die in Ägypten gefundene Aktentasche Dr. Heims enthält Schriftstücke u. Briefe von ihm u. anderen. Es werden seine Verfolger u. Zeugen aufgezählt: Kaufmann, Robert Sommer, Karl Lotter, Kohl u. Wiesenthal - - - nachdem die Sowjets ca. 70.000 Kriegsgefangene verurteilt hatten, erklärten sie am 14.9.1950 die NS-Prozesse in ihrem Sektor für beendet .. Anfang der 50er Jahre forderten führende Politiker auch die Amerikaner, Briten u. Franzosen auf, ihre Kriegsgefangenen zu entlassen ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Tuviah_Friedman  Tuviah Friedman (1922-2011) Unmittelbar nach seiner Befreiung begann er im nun poln. Danzig - angeblich als Oberleutnant des Poln. Geheimdienstes - untergetauchte Naziverbrecher zu jagen. 1946 gründete er die „Wiener Dokumentation“, .. 1952 übergab Friedman die Archiv-
unterlagen dem Yad Vashem .. http://www.taz.de/!5128616/ In umfangreichen Briefen machte er auf mögliche Zeugenaussagen von Überlebenden aufmerksam. Freilich waren seine Schreiben bisweilen chaotisch bis gar nicht sortiert u. entsprachen so gar nicht dem üblichen nüchternen juristischen Stil ..

http://www.doew.at/erinnern/biographien/spanienarchiv-online/spanienfreiwillige-l/lotter-karl Zeuge Karl Lotter (1902-1997) SDAP, dann KPÖ. 1937 aus Österreich nach Spanien. Artillerie. 1939 Saint-Cyprien, Gurs. Prestataire-Kompanie. Bei Dünkirchen verhaftet. 1.8.1940 - 5.5.1945 Mauthausen. Nach der Befreiung Österreich. Sekretär der Bezirksleitung Mürzzuschlag der KPÖ. Arbeiter der Firma Schoeller-Bleckmann.
http://www.operationlastchance.org/AUSTRIA_110.64.htm  "He needed the head because of its perfect teeth," Lotter, a non-Jewish political prisoner, recalled in testimony 8 years later that was included in an Austrian warrant for Heim's arrest uncovered by The Associated Press.
Zitate Ende.

Anm. Dissident: Mitte Jänner 1946 machte der dubiose Hr. Becker die Zeugeneinvernahmen betr. Dr. Heim u. schon Mai 1946, 3 Monate danach hatte er darüber sein Theaterstück fertig zur Aufführung in Salzburg. Auch sehr dramatisch die Totenschädel als Schreibtischzierde .. was soll man von der Seriösität eines solchen Ermittlers halten? Ganz abgesehen von vielen Zeugenaussagen, welche ja nun wirklich nicht gerade unparteiisch gemacht worden sind: logisch wollten sich viele an ihren Kerker-
meistern rächen, logisch wollten sich Kommunisten an Nazis rächen, logisch wollten etliche durch Wiesenthal u. seine Bricha aus den Nachkriegslagern weggebracht werden...
all das sind bestimmt keine guten Voraussetzungen für wahrheitsgerechte Aussagen oder Geschichts-Dokumentation ...


Zuletzt von Dissident am Do Okt 19, 2017 4:38 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Aula / Harald Walser, Öllinger & Co

Beitrag von Dissident am Fr Sep 16, 2016 11:35 am

Wie schon im ersten Beitrag erwähnt:
Ich habe nicht vor, zu behaupten, daß in Mauthausen keine Häftlinge zu Tode gekommen wären oder daß dort nicht auch schlimme Dinge passiert sind. Unbestritten haben etliche SS-Männer Verbrechen begangen. Daneben passierten viele Verbrechen durch KL-Häftlinge, die sich als Lagerälteste, Blockälteste, Capos, Schreiber usw. an ihren Mithäftlingen vergingen.
Es ist auch nicht meine Absicht, jemand in seiner Ehre beleidigen zu wollen oder eine pauschale Verunglimpfung von KZ-Überlebenden und -Verstorbenen zu betreiben!

Ein Rechts-Staat muss aber zulassen, daß erwiesenermaßen Häftlinge, die wirklich Kriminelle waren auch als Kriminelle benannt werden dürfen...
Natürlich sehen Links-Grüne und Kommunisten wie Öllinger & Co das anders und versuchen anderen Österreichern mit Gewalt ihr verkehrtes Weltbild aufzudrücken.
Hier mal ein Blick in die website wo Öllinger werkt (mit finanzieller Unterstützung der Grünen Partei?)
http://www.stopptdierechten.at/2016/09/15/geschichtsverdrehung-und-geschmacklosigkeit-aula-klage-abgewiesen/
- - -
Vom Grazer Straflandesgericht wurde vergangene Woche eine Klage von mehreren Überlebenden des ehemaligen KZ Mauthausen gegen das rechtsextreme, freiheitliche Monatsmagazin Aula abgewiesen. Sie hatten wegen übler Nachrede und Beleidigung geklagt - - -

Zur Vorgeschichte

In der Juni/Juli 2015 Ausgabe des rechtsextremen, freiheitlichen Monatsmagazins Aula wurde der Artikel „Mauthausen-Befreite als Massenmörder“ von „Fred“ (Manfred Werner) Duswald publiziert. - - -  so wurden darin tatsächlich ehemalige Inhaftierten des KZ Mauthausen als „Landplage“ und „Kriminelle“, die plündernd und raubend durch das Land gezogen wären, bezeichnet. Daraufhin hatte der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser eine Anzeige wegen Verstößen gegen das Verbotsgesetz eingebracht, der jedoch von der Staatsanwaltschaft in Graz nicht stattgegeben worden war. - - - Begründung: Es sei „nachvollziehbar, dass die Freilassung mehrerer tausend Menschen aus dem Konzentrationslager Mauthausen eine Belästigung für die betroffenen Gebiete Österreichs darstellte“. Untermauert wurde diese Argumentation mit dem Verweis darauf, dass es Literatur gebe, in der von strafbaren Handlungen von ehemaligen Inhaftierten die Rede sei. Sowohl von der Politik, der Israelitischen Kultusgemeinde als auch vom Justizministerium folgte Kritik an der geschmacklosen Opfer-Täter-Umkehr, die von der Staatsanwaltschaft nachträglich legitimiert worden war.
- - -
Erneute Verhandlung
Nachdem das Verfahren bislang (trotz eines wenig aussichtsreichen Antrags) nicht wieder eingesetzt wurde, versuchten gleich mehrere Überlebende des ehemaligen KZs durch eine Privatklage einen neuen Anlauf. 9 Mauthausen-Überlebende - - - sowie die Tochter von Leon Zelman, Caroline Shklarek-Zelman, ehemalige Leiterin des „Jewish Welcome Service“ in Wien, klagten auf Widerruf, Unterlassung, Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung weil sie in den Formulierungen des Texts eine „pauschale Verunglimpfung von KZ-Überlebenden“ sahen und sie zudem „nicht aufgrund von strafrechtlichen Handlungen, sondern aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer politischen Gesinnung in den KZ interniert, ausgebeutet und malträtiert“ worden waren.

Unerfreulicher Ausgang
Im Zentrum der Verhandlung, die am vergangenen Freitag vor dem Grazer Straflandesgericht mit ähnlichem unerfreulichem Ergebnis ausging, stand jedoch nicht der erste Text Duswalds, sondern ein Beitrag, der rund ein Jahr später ebenfalls in der Aula abgedruckt wurde. Dieser zweite Text hatte die Berichterstattung über den Ausgang der zivilrechtlichen Klage zum Thema und wiederholte den Kläger_innen zufolge auf „triumphierende“ Art und Weise die bereits erwähnten, abwertenden Bezeichnungen. Gerade mal 45 Minuten wurde dabei verhandelt, dann kam der Richter zu dem Ergebnis, dass die Klage verfehlt und eine Betroffenheit der Kläger_innen wegen ihrer mangelnden Erkenn- und Identifizierbarkeit im Kontext eines Kollektivs von rund 20.000 befreiten Personen nicht gegeben sei. Zudem handle es sich in dem zweiten Artikel „nur“ um einen Bericht über die Geschehnisse, auch wenn diese „tendenziös“ und eine „Geschichtsverdrehung und Geschmacklos“ seien, neue Behauptungen hätten die Herausgeber_innen der Aula jedoch nicht aufgestellt.

Dass Opfer des ehemaligen KZs Mauthausen und Überlebende der von Nazis verübten Grausamkeiten mit ihrer Klage erneut abgewiesen wurden, ist vor allem deshalb erschreckend weil dadurch Geschichtsrevisionismus sowie ein menschenverachtender Umgang mit den NS-Gräueltaten ein weiteres Mal durch ein österreichisches Gericht legitimiert wurden. Die Hoffnung auf einen besseren Ausgang stirbt jedoch zuletzt und so hat der Anwalt der Kläger_innen Berufung eingelegt.
Zitat Ende

An die Linksgrünen sei gesagt:
Geschichtsrevisionismus ist sowieso eine legitime Sache, weil es in jeder Wissenschaft allgemein üblich ist, bei neuen Erkenntnissen das bisherige falsche oder ungenaue Geschichtsbild einer Revision zu unterziehen und auf den neuesten Stand zu bringen. So kann man heute eben nicht mehr wie in der Besatzungszeit von kommunistischen Henkern aufgrund von lügenden Zeugen nach einem Schauprozess einfach so aufgehängt werden. Akzeptiert diese Tatsache und auch, daß im KL Mauthausen nicht nur Häftlinge aus politischen oder rassischen Gründen festgehalten wurden, sondern auch aus Gründen, für die man heute noch in den Häfen geht...

Nächste Instanz obiger Sache, Harald Walser schreibt: http://haraldwalser.at/oberster-gerichtshof-entscheidet-gegen-rechtsextreme-aula/
--- Nun hat die Letztinstanz, der Oberste Gerichtshof (OGH), über unseren Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gegen die FPÖ-nahe Zeitschrift Aula entschieden: zugunsten der KlägerInnen --- Autor Manfred Duswald, der in einem Artikel KZ-Überlebende pauschal als Massenmörder u. Landplage bezeichnete: ein medienrechtliches u. zivilrechtliches. Im zivilrechtlichen Verfahren wurde nun der Antrag auf Unterlassung der Wiederholung dieser u. ähnlicher Aussagen bis zum Ende des Verfahrens in 2 Instanzen gewonnen. Der OGH bestätigte nun als Letztinstanz die vorhergehende Entscheidung --- Wir gehen nun zusammen mit unserer Anwältin Maria Windhager davon aus, dass wir auch das zivilrechtliche Hauptverfahren gewinnen werden ---

Letzter Stand (Febr. 2017) der Causa: http://www.stopptdierechten.at/2017/02/15/zeitschrift-aula-muss-artikel-gegen-kz-befreite-widerrufen/ ---  „Ich bin sehr erleichtert über die nun gerichtlich erwirkte definitive Klärung, dass es in Österreich ab sofort nicht mehr erlaubt ist, Holocaust-Überlebende in einer derartig menschenverachtenden Weise zu beleidigen, wie es die rechtsextreme Zeitschrift ‚Aula’ mehrfach getan hatte“, kommentiert der vergangenheitspolitische Sprecher der Grünen, Harald Walser, den Ausgang des zivilrechtlichen Verfahrens gegen den Aula-Autor Manfred Duswald und gegen die „Aula“ selbst. Vor Gericht wurde gestern das zivilrechtliche Verfahren mit einem Vergleich beendet, in dem die „Aula“ alle Ansprüche der Kläger anerkennen und sich zum Ersatz der Kosten des Verfahrens verpflichten musste, sowie den inkriminierten Artikel „KZ-Befreite als Massenmörder“ als unwahr zu widerrufen hat ---

Quelle: http://www.repclub.at/geschichte/ Tätigkeitsbericht 2016
„BERUFSVERBRECHER_INNEN“: UNWÜRDIGE KZ-OPFER? - Buchpräsentation u. Diskussion mit Sylvia KÖCHL u. Andreas KRANEBITTER.
Die KZ-Häftlingsgruppe der „Berufsverbrecher_innen“ (auch „BVer“ oder „Grünwinklige“ genannt) ist eine Opfergruppe der NS-Zeit, über die nur selten gesprochen wurde u. die bis vor kurzem noch völlig unerforscht war. Wer waren die Häftlinge mit dem grünen Winkel? Auf welchen Wegen kamen sie in die KZ? Und wie wurde den Überlebenden aus dieser Gruppe nach 1945 begegnet? Anhand von Fallgeschichten aus den KZ Mauthausen (Männer) u. Ravensbrück (Frauen) wurde mit vielen Mythen u. Märchen über die „Berufsverbrecher_innen“ aufgeräumt, die mit ein Grund dafür sind, daß sie nach wie vor von der Opferfürsorge ausgeschlossen werden.
Vortragende: Sylvia KÖCHL, Aktivistin der Österr. Lagergemeinschaft Ravensbrück & Freun-dInnen u. Autorin des Buches „‘Das Bedürfnis nach gerechter Sühne‘. Wege von ‚Berufsver-brecherinnen‘ in das Konzentrationslager Ravensbrück“, erschienen im Herbst 2016 beim Mandelbaum Verlag.
Andreas KRANEBITTER, wissenschaftl. Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mauthausen u. des Instituts für Soziologie der Uni Wien, Herausgeber des Gedenkstätten-Jahrbuchs „Justiz, Polizei und das KZ Mauthausen“, erschienen im Mai 2016 bei new academic press.


Zuletzt von Dissident am Mi Aug 09, 2017 3:52 pm bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Richard R. Seibel

Beitrag von Dissident am Fr Okt 28, 2016 9:13 am

Colonel Richard R. Seibel war nach der Befreiung im KL Mauthausen. Hier kann man ein Interview aus 1990 sehen, Text hier

https://www.ushmm.org/wlc/en/media_oi.php?MediaId=1203&ModuleId=10005196

"My doctors told me, said, "Now look. These people have been on a very severe diet, and you cannot feed them very much to start off with." So, as I mentioned, we found the potato storage, so we started out making very thin potato soup, same as they'd had previously. The most precious item in the...in their diet was bread. You could get your throat cut for a piece of bread so big. They guarded a little bit of bread with their lives. We found an old bakery, and we got some prisoners who had been bakers before and you won't believe this, but you know all the hullabaloo these days about oat bread and oats and all that sort of thing, well, I think we originated that. Because we didn't have any wheat and we didn't have any yeast. But we started making bread out of oats. And we baked thousands and thousands of loaves, but of course, when it first came out of the bakery, or off the...out of the ovens, it was just a mass of dough, not having any yeast or any curing agents of any kind. So we put it in...in a big warehouse and let it age until it dried out. As soon as that happened we started giving each prisoner a slice of bread. Oh my, the most precious thing they could have had. Well, we kept building up our bread supply, so finally we got to the point where we gave them two slices. And then a quarter of a loaf of bread. And then a half a loaf of bread. And they...they came in and said, "We don't want any more bread. We got enough." [laughing] We got a tremendous charge out of that."

---
In June 1941, Richard was ordered to active duty in the US Army. After a period of training, he was sent to Europe. He entered Austria in April 1945. A patrol came upon the Mauthausen camp and Richard was appointed to take command of the camp. He organized those inmates who had survived in the camp until liberation in May 1945, and brought in two field hospitals. After 35 days in Mauthausen, he was transferred to a post in the Austrian Alps.
--- Zitat Ende ---

aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN Jahrbuch 2012 (pdf-Datei)
--- Přemysl Dobias (1913-2012) .. studierte an der Karls-Universität in Prag --- 1941 wurde Dobias, der über die Slowakei nach Italien oder Ungarn fliehen wollte, verhaftet u. ins Gefängnis von Turnov u. dann nach Ruzyn gebracht. Mai 1942 deportierte man ihn nach Theresienstadt, von dort ins KZ Mauthausen, wo er als politischer Häftling im Steinbruch arbeiten musste --- An Dobias wurden Tests mit experimentellen Impfstoffen durchgeführt --- retteten ihn die beiden polnischen Häftlinge Franciszek Poprawka u. Kazimierz Rusinek, indem sie behaupteten, dass seine Übersetzungstätigkeiten vom Lagerkommandanten noch gebraucht werden würden. Am 5.5.1945 wurde das KZ Mauthausen von der US Army befreit. Přemysl Dobias wurde persönlicher Übersetzer von Colonel Richard Seibel. Er trat später außerdem bei den Nürnberger Prozessen als Zeuge auf. 1947 zog Dobias nach London ---



Zuletzt von Dissident am Mo Okt 31, 2016 9:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Fotographien

Beitrag von Dissident am Fr Okt 28, 2016 10:48 am

http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/gedenkstaetten-rundbrief/rundbrief/news/francisco_boix/
--- Mit der Befreiung des KZ Mauthausen am 5.5.1945 kommt es zu einer Zäsur der fotografischen Dokumentation des Lagers. Waren es zuvor die Propagandaaufnahmen der SS, die vorwiegend die »Effizienz« u. den »Erziehungscharakter« des Lagers zeigen sollten, so sind es nun in erster Linie Aufnahmen der Amerikaner, die in den Fokus ihrer Kameras rücken, womit sie nach ihrer Ankunft im Lager konfrontiert sind: ausgemergelte Körper der Überlebenden u. Berge von Leichen ---
Eine umfangreiche Fotoserie entsteht, mit der Boix die Gründung der »Spanischen Kommunistischen Partei in Mauthausen« in den Duschräumen des Lagers festhält ---
So entstehen die allerersten Aufnahmen der umgebauten Gaskammer von Mauthausen. Boix weiß, dass die SS versuchte, die Spuren ihres Mordens zu verwischen u. fotografiert die als Duschraum getarnte Gaskammer ebenso, wie jene Stelle im Exekutionsraum, an der die Erhängung von Häftlingen durchgeführt wurde ---
Höhepunkt von Boix ’ fotografischem Wirken in diesen Tagen .. die Dokumentation des Verhörs des gefangen genommenen Lagerkommandanten Ziereis --- Interessanterweise sind bislang keine anderen Aufnahmen dieses Verhörs als jene von Boix bekannt ---
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Mauthausen-Dokumente außerhalb der Gedenkstätte...

Beitrag von Dissident am Mo Okt 31, 2016 8:17 am

aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN Jahrbuch 2012 (pdf-Datei) --- Bemühungen, bedeutende Objekte wie das erste Totenbuch des KZ Mauthausen aus den National Archives and Records Administration (NARA) in den USA sowie das Veraschungsbuch des Krematoriums Gusen aus dem Staatl. Archiv der Russ. Föderation (GARF) in Moskau zu bekommen
- - -
2012 .. übergab die Familie Gerstorfer dem Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen im Beisein von Sektionschef Hermann Feiner historische Materialien von Maria Freylinger. Darunter befinden sich u.a. Briefe u. ein Stammbuch mit Einträgen ehem. Häftlinge des Außenlagers Ebensee. Maria Josepha Freylinger war Direktorin der Mädchenhauptschule in Ebensee u. hatte sich nach der Befreiung des KZ Ebensee um Überlebende des Lagers gekümmert. Ihren Nachlass vermachte sie der Familie Gerstorfer - - -


Zuletzt von Dissident am Do März 09, 2017 10:45 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Bauarchäologie in der KZ-Gedenkstätte

Beitrag von Dissident am Mo Okt 31, 2016 8:39 am

aus: KZ-GEDENKSTÄTTE MAUTHAUSEN Jahrbuch 2012 (pdf-Datei)

Bauarchäologie in der KZ-Gedenkstätte
Seit 2009 sind Bauarchäologen in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen aktiv. Es mag überraschen, dass SpezialistInnen, die normalerweise in mittelalterlichen Häusern oder Renaissanceschlössern arbeiten, in einem Baukomplex zu tun haben, der weniger als 100 Jahre alt ist. Dafür gibt es 2 Gründe:
1. ist ein Großteil der SS-Unterlagen über den Ausbau des Lagers zerstört worden oder verloren gegangen.
2. machen Vergänglichkeit u. Veränderungen auch nicht vor d. Gedenkstätte halt. Daher mussten immer wieder Bauten saniert od. für den lauf. Betrieb adaptiert werden.
Seit der Befreiung vom Nationalsozialismus hat es 3 große Sanierungsphasen gegeben (1948/1949, 1968/1969 u. seit 2002), die zur „Verunklärung“ der historischen Zustände beigetragen haben u. leider oft nicht ausreichend dokumentiert worden sind. So ist nicht immer sofort ersichtlich, ob eine Zwischenwand oder Farbschicht eine Erneuerung der Nachkriegszeit darstellt oder noch während der NS-Herrschaft entstanden ist.
Die bauarchäologischen Untersuchungen haben zahlreiche neue Erkenntnisse u. interessante Details ans Licht gebracht. Fast jedes Gebäude wurde noch zur NS-Zeit erweitert oder adaptiert, um mit der Vergrößerung des gesamten Lagers oder neuen Forderungen der SS Schritt zu halten. Es konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass das während des Winters von 1940/1941 begonnene sogenannte „Reviergebäude“, in dem heute das Museum untergebracht ist, ursprünglich genau die Länge der anderen Funktionsgebäude am Appellplatz haben sollte (52,5 m). Eine Planänderung um 1941/1942 führte jedoch zur Verlängerung des Gebäudes auf die heutigen 115 m. An einigen Stellen ist es gelungen, unmittelbare Spuren zu finden, die von den Männern – großteils Häftlinge – stammen, die das Lager bauten. Bleistiftkritzeleien, mit denen Poliere ihren „Mitarbeitern“ den Arbeitsablauf erklärten, oder Vermessungszeichen, an die sich die Betonbauer u. Fliesenleger halten sollten.
Dem versierten Blick des Bauarchäologen sind auch nicht die Standortspuren von Geräten entgangen, die nach dem Krieg abgebaut u. wohl zur Weiterverwendung an andere Orte transferiert wurden. Dazu gehören Abdrücke sowohl der Kochkessel, der Dampfkessel im Boden des Heizraums sowie Spuren von Waschmaschinen in der Mitte des Bodens der ehemaligen Wäscherei.
Das „Dritte Reich“ war nicht nur ein politisch-militärisches Gebilde, sondern auch ein großer wirtschaftlicher Binnenraum. Das zeigt sich an den verwendeten Baustoffen, die aus dem ganzen Imperium stammten. So kamen Wandfliesen aus Wien – mit der Herkunftsangabe auf Englisch „MADE IN GERMANY“ –, feuerfeste Ziegel aus der Steiermark, aber auch Bodenfliesen aus Böhmen u. Dachziegel aus Sachsen u. Schlesien. Weiters kamen die Heizungsrohre aus Köln, viele Fensterbeschläge aus dem Ruhrgebiet, sogenannte Fettabscheider der Küchenbaracke aus Hessen – u. die Krematorienöfen aus Erfurt u. Berlin.
Für die Lager-SS bestand kein Grund, ihren „Arbeitsplatz“ in düsteren oder nüchternen Farben zu halten. Nichtsdestotrotz überrascht es, dass Innenwände im ganzen Lager bunte Farben trugen, die manchmal in Streifen u. geometrischen Mustern angeordnet waren. Das gilt nicht nur für die Bordellzimmer (Block 1), sondern auch für das SS-Dienstzimmer im Krematorium, dessen Wände in einer hellblauen Farbe angestrichen wurden, sowie für das Wachzimmer des Bunkers, in dem ein kitschig wirkendes Blumenmuster vorgefunden wurde.
Während der Nachkriegszeit hatte man offenbar kein Verständnis für solche Farbschemen: Fast überall wurden sie mit weißen, gelben oder graugrünen Deckschichten übertüncht. Abgesehen vom Abbau von Geräten u. Rohrleitungen wurden die heute noch erhaltenen Funktionsgebäude am Appellplatz im Zuge der Einrichtung der Gedenkstätte 1948/1949 meist rücksichtsvoll saniert. Fenster u. Türen wurden damals mit ursprünglichen Beschlägen restauriert, die von abgebrochenen Lagerbauten stammten, so dass man heute nicht mehr entscheiden kann, ob sie aus der NS-Zeit oder von der Sanierung 1948 stammen. Umso umfangreicher waren 1968 die Eingriffe in das „Häftlings-Reviergebäude“, das heute das Museum beherbergt.
Das ehemalige Reviergebäude
Nachdem das Reviergebäude 2009 vom Bauforschungsteam untersucht worden war, wurde auch die Sanierung des Gebäudes 2010/2011 durch die Bauarchäologie betreut. Jeder bauliche Eingriff wurde im Voraus mit dem Bundesdenkmalamt Österreich u. der Bauarchäologie abgesprochen, um den Charakter des Gebäudes möglichst authentisch zu bewahren u. daher die notwendigen Reparaturen u. Ergänzungen gering zu halten. Die Baustelle wurde regelmäßig auf-gesucht u. die laufend zum Vorschein kommenden
Überreste dokumentiert. Wie auch im Arrestgebäude u. in der Kommandantur, erfolgte die Erschließung des Erdgeschosses des Reviers durch einen zentralen Gang, von dem Räume beiderseits abgingen. An der Seite zur Lagermauer lagen die Krankenräume, zum Platz hin die übrigen Räume wie Kanzlei, Operationssaal, Wachzimmer, Sanitär- u. Abstellräume. Im Untergeschoss gab es weitere Krankenräume, ein Laboratorium u. unweit der Gaskammer eine große, erst 1945 fertiggestellte Krematoriumsanlage. Als man 1968 das Museum einrichtete, wurden viele Zwischenwände entfernt, um ausreichend Platz für die Ausstellung zu schaffen. Gleichzeitig wurden auch die bis dahin noch teilweise erhaltenen bunten Farbschichten an den Wänden weiß übertüncht. Während der jüngsten Sanierung sind die Abdrücke u. die letzten Reste der 1968 ausgerissenen Wände im Boden u. in den Wandflächen entdeckt worden. Der einstige Verlauf dieser Wände wurde nun überall im Boden u. an den Wänden nachgezogen, um die ehemalige Raumaufteilung sichtbar zu machen. Auch das NS-zeitliche Farbschema wurde wieder entdeckt u. in einem in seinen ursprünglichen Dimensionen erhaltenen Krankenraum sogar vollständig freigelegt.
Bauarchäologie in der Tötungsstätte
Das Bauforschungsteam hat sich auch mit den am meisten belasteten Stellen der Gedenkstätte auseinandergesetzt. So konnte an Ort u. Stelle nachvollzogen werden, dass die Räumlichkeiten der Tötungsmaschinerie (Bereich der Gaskammer u. der Krematorien) 4x erweitert wurden, um die Eskalation der Vernichtung zu ermöglichen. Hier wurden Fundamente eines nicht mehr vorhandenen Krematoriumsofens ebenso dokumentiert wie der halbkreisförmige Abdruck des ehemaligen Kugelfangs, vor dem Exekutionen durchgeführt wurden.
Kurz vor der Befreiung wurden der Kugelfang u.a. Teile der Tötungsmaschinerie auf Befehl der SS abgebaut, um ihre Spuren zu verwischen. Dazu gehört der Apparat, mit dem das Giftgas in die Gaskammer eingeleitet wurde u. der in der „Gaszelle“ stand, einem kleinen Raum neben der Gaskammer. Die Stelle, an der der Gaseinfüllapparat montiert war, fällt heute durch weiße Wandfliesen auf. Wie gezeigt werden konnte, ließ die SS den Apparat abbauen u. das Loch schließen. Die vermutete Lage des Gasrohrs konnte mittels Georadar bestätigt werden.

(Das Bauforschungskernteam in der Gedenkstätte besteht aus 4 Mitarbeitern: Der Verfasser Paul Mitchell ist für die Untersuchung u. Dokumentation des Baubestands vor Ort zuständig. Er bereitet auch die Baualterspläne vor. .. Kollege (Karl Scherzer) ist auf die Untersuchung u. Dokumentation der Putz- u. Farbschichten spezialisiert. Günther Buchinger ist für die Erhebung der schriftlichen u. bildlichen Quellen u. Michael Grabner für die vergleichende Analyse von Baumringen (Dendrochronologie) zuständig.)
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Lagerkommandant Franz Ziereis

Beitrag von Dissident am Mo Nov 07, 2016 11:18 am

http://de.allbuch.online/wiki/Ziereis,_Franz  Franz Ziereis (1905-25.5.1945) --- Nach Besuch einer Kaufmannsschule in München verpflichtete er sich 1924 für 12 Jahre in der Reichswehr. 1936 trat er der SS bei u. übernahm 1937 die Führung der 22. Hundertschaft im SS-Totenkopfverband II („Brandenburg“). März 1938 nahm er mit mobilen Einheiten der SS-Totenkopfverbände am Anschluss Österreichs teil u. wurde am 1.7.1938 Ausbilder der SS-Totenkopfstandarte III („Thüringen“).

Am 9.2.1939 trat er die Nachfolge Sauers als Lagerkommandant v. Mauthausen an u. wurde 1942 zusätzlich Betriebsdirektor der Granitwerke Mauthausen mit Werk-
gruppenleitung in St. Georgen an der Gusen. Am 3.5.1945, 2 Tage bevor US-Invasoren das KL Mauthausen erreichten, begab sich Ziereis zu seiner Jagdhütte am Pyhrn.  
Die „Beichte“ auf dem Sterbebett
Laut einer als Beweisstück US-797 (Dokument 3870-PS) vor dem Nürnberger Tribunal eingereichten beeidigten Erklärung des ehemaligen Mauthausen-Häftlings Hans Maršálek wurde Ziereis angeblich am 22.5.1945, nachdem er von US-Soldaten gestellt u. beim Fluchtversuch angeschossen worden sei, von ihm in Anwesenheit des Kommandanten der 11. US-Division Richard Seibel, des ehemaligen Häftlings u. Arztes Dr. Koszeinski u. eines unbekannten polnischen Bürgers im KZ Gusen 6-8 Stunden lang verhört. Dabei soll er die Ermordung mehrerer Tausend Gefangener durch, unter anderem, Zuordnung zu Strafarbeits-Kompanien u. Sprengung in Tunneln, gestanden haben. Außerdem hätte Ziereis „gebeichtet“, daß aus tätowierter Haut Lampenschirme, Buchumschläge u. Lederetuis hergestellt worden seien.
In einem Fotoalbum von Dr. Oscar Roth, das der Yale Universität vermacht wurde, findet sich eine zweite, kürzere Version dieses Geständnisses, das in wesentlichen Punkten jedoch mit der Erklärung Maršáleks übereinstimmt. Allerdings gibt ein handschriftlicher Vermerk im selben Album die Umstände seiner Verhaftung etwas anders wieder. Danach wurde Ziereis nicht bei der Gefangennahme angeschossen, sondern „gefangengenommen und erschossen“.

Die beim Tode des Kommandanten Franz Ziereis anwesenden Amerikaner, Oberst Richard Seibel und Professor Dr. Premsyl J. Dobias, bestreiten jedoch, daß der Sterbende ein derartiges Geständnis abgegeben habe, und niemand hat je persönlich vor Gericht eine Stellungnahme abgegeben. Am 1.6.1989 und am 1.8.1990 stellt das Landesgericht für Strafsachen, Wien, fest, daß es sich bei dem Geständnis um eine nachträgliche Fälschung handelt.
Az. 26 B Vr 13108/87. Zit. in: Johannes Heyne: Die "Gaskammer" im KL Mauthausen - Der Fall Emil Lachout, Fußnote 4 (VHO). In Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 422-435.
Nach der offiziellen Version erlag Ziereis am 25.5.1945 seinen Verletzungen u. seine Leiche wurde mehrere Tage lang am Lagerzaun des KZ Gusen I ausgestellt u. dann ohne Kennzeichnung des Grabes beerdigt.

- Translation of document 3870-PS "AFFIDAVIT OF HANS MARSALEK"
- Transkript des Geständnisses, Oscar Roth Papers (englisch)
- "He was captured and shot.", Quotation from handwritten caption in Oscar Roth's album of photographs taken after the liberation of Gusen and Mauthausen concentration camps, Austria.
- Az. 26 B Vr 13108/87. Zit. in: Johannes Heyne: Die "Gaskammer" im KL Mauthausen - Der Fall Emil Lachout, Fußnote 4 (VHO). In Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(3&4) (2003), S. 422-435.


Zuletzt von Dissident am Do Nov 10, 2016 5:25 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
avatar
Dissident
Admin

Anzahl der Beiträge : 3272
Punkte : 3781
Anmeldedatum : 03.08.16

http://doedr.forumieren.net

Nach oben Nach unten

Re: KL Mauthausen

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 4 von 6 Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6  Weiter

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten