Alpine Holding GmbH

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Alpine Holding GmbH

Beitrag von Dissident am Mi Sep 14, 2016 3:13 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Alpine_Holding

Die Alpine Holding GmbH bildete mit der Alpine Bau GmbH eine Baugruppe mit Sitz in Wals bei Salzburg, deren Kapital vom spanischen FCC-Konzern gehalten wurde. Am 19.6.2013 wurde von Alpine Bau ein Insolvenzantrag gestellt. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt. Es besteht der Verdacht auf Wirtschaftsstraftaten im Zusammenhang mit dem Konkurs des Unternehmens. - - - der zweitgrößte Baukonzern Österreichs.
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Alpine wurde 1965 von den Brüdern Georg Pappas und Dimitri Pappas gegründet - - - 1968 trat Dietmar Aluta-Oltyan und ab 1972 Otto Mierl in die Leitung des Unternehmens ein. - - - 2005 geriet das Unternehmen durch einen Skandal um die Auftragsvergabe bei der Allianz Arena in München in die Schlagzeilen.
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Die spanische Unternehmensgruppe Fomento de Construcciones y Contratas (FCC) übernahm 2006 die Anteile der Mehrheitseigentümer- und Gründerfamilie Pappas. - - -
2012 übernahm die spanische FCC die restlichen Anteile von Aluta-Oltyans und besitzt somit 100% der Alpine Holding. 2012 wurde bekannt, dass sich Alpine in Liquiditätsschwierigkeiten befindet. Diese sollen durch Liquiditätszufuhr durch die FCC sowie Kreditinstitute, Stundungen und den Verkauf von Teilen des Unternehmens behoben werden. November 2012 wurde ein Stillhalteabkommen mit den Banken unterschrieben. März 2013 wurde von den Konzerngesellschaften und den Gläubigern eine umfassende Restrukturierungsvereinbarung unterschrieben. Die Vereinbarung lief bis zum 31.3.2015. Die Gläubiger – rund 50 österreichische und ausländische Banken – stimmten einem Forderungsverzicht in Höhe von 150 Millionen € zu und der spanische Mutterkonzern FCC schießt insgesamt 246 Millionen € in seine Tochter ein.

Nachdem am Morgen des 18.6.2013 noch gemeldet wurde, dass die Banken offenbar einer weiteren Schuldenreduktion zustimmten, wurde am Abend gemeldet, dass die Alpine Bau Konkurs anmeldet. Der Insolvenzantrag wurde am nachfolgenden Tag gestellt.

Das Vermögen der Alpine Bau GmbH wurden auf 661 Millionen € beziffert, die Schulden auf 2,562 Milliarden €. August 2013 wurde festgestellt, dass die im Konkurs angemeldeten Forderungen über 4 Milliarden € betragen. - - -

Rechtsanwalt Eric Breiteneder hat 5 Manager der Alpine wegen des Verdachts der betrügerischen Krida angezeigt. Des Weiteren besteht der Verdacht, die Bilanzen der Alpine könnten unrichtig gewesen sein. 2014 verhängte die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) gegen 3 ehemalige Alpine-Manager Geldstrafen in der Höhe von je 84.000 € wegen Unterlassung einer Ad-hoc-Meldung über die schlechte Finanzlage des Konzerns im Jahr 2012.
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Laut einem Gutachten des Steuerberaters Manfred Biegler hätten die Banken schon 2010 über die Finanzprobleme der Alpine bescheid gewusst.
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2014 fand beim Wirtschaftsprüfer der Alpine, Deloitte, eine Hausdurchsuchung statt. Es laufen Ermittlungen wegen Betrug und Bilanzfälschung.


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Pappas, so viele "Zufälle" und "Glücksfälle" und "Unfälle"

Beitrag von Dissident am Mi Sep 14, 2016 3:39 pm

Zu den Gründern der Alpine:

https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Pappas  Georg Zacharias Pappas (1928-2008) wuchs in Ungarn auf. 1945 erfolgte der Umzug der Familie nach Salzburg. - - - 1951 lernten er und sein Bruder Dimitri den Direktor Günther Wiesenthal kennen. Mit ihm betrieben die Brüder Pappas ab 1952 den Aufbau des Mercedes-Benz-Händlernetzes in Österreich. Georg Pappas wurde als Nachfolger Wiesenthals ab 1960 Geschäftsführer des Mercedes-Benz Zentralbüros, der heutigen Mercedes-Benz Österreich Vertriebsgesellschaft m.b.H. Später erfolgten die Übernahmen der steirischen Firma Konrad Wittwar (1964), der oberösterreichischen Firma F. Zelenka (1972, heute: Pappas Linz) und der Tiroler Retterwerke AG (1986). 1965 gründete er mit seinem Bruder die Baufirma Alpine Baugesellschaft m.b.H.

1990 gründeten die Brüder Pappas für die Daimler-Benz AG die Generalvertretung Mercedes-Benz Magyarorszag Kft in Ungarn und expandierten damit erstmals ins Ausland. Seit 2005 ist die Pappas Gruppe auch in Oberbayern tätig.
Ab 2005 zog sich Kommerzialrat Georg Pappas sukzessive aus dem aktiven Geschäftsleben der Pappas-Gruppe zurück und übergab die Unternehmensführung an seine beiden Kinder, Generalkonsulin Catharina Pappas sowie Kommerzialrat Alexander Pappas.
Pappas war bis zuletzt Vizekonsul der Republik Griechenland für Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dimitri_Zacharias_Pappas Dimitri Zacharias Pappas (1921-1999)  Während sein Bruder Geschäftsführer wurde, kümmerte sich Dimitri um wichtige Kundenkontakte. 1965 gründete er mit seinem Bruder auch die Baufirma Alpine Baugesellschaft m.b.H. 1990 errichtete er mit seinem Bruder die Mercedes-Benz Generalvertretung Ungarn (Pappas-Gruppe).

Bereits seit 1956 übte er eine konsularische Tätigkeit in Salzburg aus. 1957 erteilte ihm die Republik Griechenland die Exequatur als Leiter ihrer konsularischen Vertretung für Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Seit 1984 war Pappas Doyen des Konsularischen Korps in Salzburg und an Dienstjahren ältester Konsul im Land Salzburg. Nachfolgerin als Generalkonsulin wurde seine Nichte Catharina Pappas.

http://www.trend.at/die-magazine/trend/portraet-geschichte-georg-dimitri-pappas-154605   Tatsächlich waren es 3 Brüder und Schwester Eleonore. Viktor Pappas, ein Halbbruder, lebt heute in Nizza. Sein Sohn Georg, familienintern nur Gogo genannt, ist an mehreren Pappas-Firmen beteiligt und leitet die Nutzfahrzeugsparte des Familienunternehmens in Wiener Neudorf.

Die Pappas sind auch nicht waschechte Griechen, obschon sie über Doppelstaatsbürgerschaften verfügen. Aber obwohl Dimitri Pappas 42 Jahre lang griechischer Honorarkonsul war und Catharina Pappas dieselbe Funktion seit 2001 innehat, kann keiner in der Familie Griechisch.

Das bringt uns zur Familiengeschichte, die ein wenig ungewöhnlich ist. Der Urgroßvater von Alexander und Catharina Pappas kam nach einem schweren Erdbeben von der griechischen Insel Zakynthos nach Wien und heiratete dort eine Russin aus Odessa. Der Vater der Firmengründer Dimitri und Georg Zacharias Pappas wiederum hatte in Wien studiert und sich im ungarischen Györ als Arzt niedergelassen, weil er so versessen auf Pferde war.

Die Pappas-Brüder, in Hegyeshalom geboren und in Wien-Mariahilf zur Schule gegangen, schlugen sich nach dem Krieg mit Schleichhandel und Bauernschläue durch.
Dimitri galt in der Schule als Straßenraufer mit dem Spitznamen der Rote. Georg Pappas hatte schon mit 10 Jahren seinen Vater verloren, sein Bruder Dimitri wurde so zum Vaterersatz. In Salzburg kamen die beiden mit amerikanischen Besatzungssoldaten ins Geschäft, erledigten Zollformalitäten, handelten mit Weihnachtsutensilien und verhökerten schließlich unter der Hand amerikanische Gebrauchtwagen. Bald betrieben die Chevrolet-Brothers einen schwunghaften Handel mit US-Autos. Dann passierte, so die Firmenlegende, ein merkwürdiger Unfall.  
Ein glücklicher Unfall. Georg Pappas wurde auf seinem Motorrad von einem Lastwagen angefahren, just vor der St.Gilgener Villa des damaligen Mercedes-Generalvertreters Günter Wiesenthal. Ein wirklich erstaunlicher Zufall. Eine Generalvertretung war in einer Zeit, in der die Nachfrage größer als das Angebot war, wie eine Lizenz zum Gelddrucken, und Wiesenthal galt als der Star am heimischen Mercedes-Himmel. - - -
Vor seiner Villa in St. Gilgen also lag nun der 23-jährige Georg Pappas, und ihm wurde geholfen. Frau Wiesenthal, eine Ungarin, versorgte den jungen Mann, der genauso gut auf Ungarisch wie auf Deutsch parlieren konnte, und Günter Wiesenthal fand ebenfalls Gefallen an dem hungrigen jungen Autohändler, der alsbald von seinen aggressiven Autoverkaufsmethoden erzählte. Wiesenthal war beeindruckt und gab Pappas eine Anstellung mit kleiner Gewinnbeteiligung in seinem kleinen Geschäft in der Salzburger Getreidegasse. So kam Georg Pappas zu dem Automobil mit dem Stern.

Eine starke, resolute Frau namens Erna Tripolt, verwandt mit einem heutigen Wiesenthal-Vorstand, brachte Georg Pappas dann das Einmaleins des legalen Autoverkaufens bei. - - - Dimitri Pappas, ein begnadeter Netzwerker, ein Mann mit einer Nase für wichtige Leute in Salzburg, der nebenbei als schlecht bezahlter Korrespondent einer Athener Tageszeitung in der Festspielstadt Salzburg jobbte. - - - Als die griechische Königin Friederike Mitte der 50iger Jahre auf dem Cumberland-Besitz im Salzkammergut Urlaub machte, holte man, ein Glücksfall, den griechischen Zeitungskorrespondenten Dimitri Pappas als Betreuer. Die Freundschaft mit dem griechischen Königshaus, die sich daraus entwickelte, öffnete dem korpulenten Habenichts Dimitri Pappas aus Hegyeshalom bald Tür und Tor zur europäischen Prominenz, die sich in Salzburg zu den Festspielen ein Stelldichein gab und, so viel war klar, Mercedes-Automobile brauchte.

Und was die Verträge betraf, half ein Unglücksfall.
1960 starb Günter Wiesenthal an Krebs. Es wurde die entscheidende Chance für die Brüder Pappas. Angeblich fand Wiesenthal die Pappas-Brüder so tüchtig, dass er ihnen vorsorglich und testamentarisch die Generalvertretung für Salzburg überließ. Wahrscheinlicher ist, dass die deutschen Benz-Manager skeptisch waren, ob die Wiesenthal-Witwe Hilde den Job alleine schaffen würde. Susanne Sulke-Wiesenthal, die vor 2 Jahren verstorbene Tochter Hilde Wiesenthals, berichtete: Ich war schon in der Geschäftsleitung, und trotzdem setzte man mich bei meinem ersten Essen mit dem Vorstand in Deutschland an den Tisch der Sekretärinnen.

Die Pappas-Brüder hatten jedenfalls ihren Generalvertretungsvertrag in der Tasche und kauften alsbald einen Mercedes-Händler nach dem anderen. Dabei halfen Zufälle. Die Tochter des oberösterreichischen Mercedes-Großhändlers Hans Zelenka starb bei einem Verkehrsunfall, der Mann verkaufte. In der Steiermark fiel die Firma Wittwar und in Tirol die Retter AG in den Pappas-Schoß. Schließlich blieben in ganz Westösterreich nur mehr 2 kleinere Mercedes-Händler übrig.

Möglich war eine solche Expansion nur mit Rückendeckung der Stuttgarter Mercedes AG. Was für ein Glücksfall, dass der damalige Mercedes-Benz-Vorsitzende Joachim Zahn, dessen Witwe heute in München lebt, ein fanatischer Festspielgeher und begeisterter Jäger war. Die Pappas-Brüder luden den Mercedes-Boss Jahr für Jahr zu den Festspielen und auf ihre Jagd am Hochkönig ein und verschafften Zahn sogar die Ehrenbürgerschaft von St. Gilgen, wo die Zahns auch eine Villa erwarben. Merke: Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und verbessern die Verträge.

Die 70iger und 80iger Jahre waren in Salzburg die große Zeit der Pappas-Empfänge. Gastgeber Dimitri Pappas lud zur Festspielzeit zu rauschenden Festen, und die Prominenz folgte artig: von Karajan bis Flick, von Pavarotti bis zum griechischen Reeder-Milliardär Stavros Niarchos, vom spanischen König Juan Carlos bis zu Curd Jürgens.
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