Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

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Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am So Sep 18, 2016 4:38 pm

Verschwörungstheorie heißt heute alles, was dem medialen Mainstream nicht in den Kram passt – zuletzt bei der Thematisierung von Hillary Clintons Gesundheitszustand. Seit langem umkreist den Begriff eine weit gespannte Debatte, in der es letztlich um das Selbstverständnis der USA geht: Sind wir mehr Imperium oder Rechtsstaat – und wie verfahren wir mit Leuten, die von offiziellen und offiziösen Narrativen abweichen?

http://staatsstreich.at/verschwoerungstheorie-der-kampf-gegen-stigmatisiertes-wissen.html
- - -
Seltsamerweise war es am 15. Jahrestag der 9/11-Anschläge, als die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton überstürzt eine Gedenkveranstaltung verlassen musste.Vor dem Einstieg in ihren Van sackten der Bedauernswerten die Beine weg und sie musste in’s Wageninnere gehoben werden.
Sie sei “überhitzt” gewesen, hieß es gleich danach und ein paar Stunden später, sie laboriere an einer “leichten Lungenentzündung”.
In den Tagen nach dem Vorfall wurde der weiteren Öffentlichkeit aber bekannt, dass die Frau bei ihren Auftritten in der Öffentlichkeit mehrfach gestolpert/gefallen war, dass sie offenbar von Tremors und Freezing-Anfällen befallen wird und in wenigstens 2 Fällen unmotiviert zu zucken begonnen hat – was meist durch auf YT einzusehende Bewegtbilder dokumentiert werden kann.
Ein Universum voll Kameras vergisst selbst die kleinste Geste nicht.

Wikileaks veröffentlichte Emails aus ihrer Zeit im Außenministerium, in denen sie State Department-Offizielle auf Recherche über Parkinson-Medikamente geschickt hatte.
Als Mediziner mit Erfahrung in neurologischen Krankheiten die Aufnahmen analysierten, fügte sich eins zum anderen. Für sie ist ziemlich eindeutig, dass die Clinton heute an Parkinson in moderat fortgeschrittenem Stadium leidet - - -
Zwar hat sie die denkbar beste medizinische Hilfe und scheint zu trainieren wie sie die Symptome überspielen kann – aber heil- oder wenigstens lange aufhaltbar ist die Krankheit noch nicht. Mit Parkinson könnte Clinton zwar noch Jahre das Amt des österreichischen Außenministers bekleiden, man wird sie im November aber kaum zur US-Präsidentin wählen.

Ihr Leiden war bisher nicht bekannt – jedenfalls nicht außerhalb einer kleinen Szene Washingtoner Polit-buffs, wo selbst ausgemachte Feinde die Gerüchte für dirty campaigning gehalten haben mochten. Aber es ist schon lange darüber getratscht worden und es hat sogar Zwitscherer gegeben, die sich bevorzugt diesem Thema gewidmet haben (#HillaryHealth).
Für die Mainstream-Journos, die der demokratischen Kandidatin schon immer aus der Hand gefressen (und entsprechend berichtet) hatten, war dies kein Thema – bzw. nur insoweit als sich damit Realitätsferne und Skrupellosigkeit des Donald zeigen lassen konnten. Ihre unverbrüchliche Treue zum Pro-Clinton-Spin hält bis heute und schwappt ungefiltert über den großen Teich – selbst wenn Aufmacher und Tenor der storys immer absurder werden: “Attest setzt Trump unter Zugzwang”  oder “Ebenfalls am Mittwoch zelebriert Trump die große “Ich bin kerngesund”-Show.”).

Bis heute setzen die Clinton-Fans im Dutzend einen Begriff ein, der hier seltsam deplatziert erscheint: Verschwörungstheorie, zum Beispiel:
“The bonkers conspiracy theory about Hillary Clinton’s health” (Vox) “How conspiracy theories about Hillary Clinton’s health went mainstream” (Vice), “Do Not Give Oxygen To ‘Conspiracy Theories’ That Hillary Clinton Is ‘Secretly Ill’ (CNN), “Trump campaign embraces conspiracy theory” (ThinkProgress), “Let’s call the conspiracy theories about Clinton’s health what they are…” (HuffPost) – siehe dazu diesen noch am 11. September erschienenen erstklassigen Bericht.

Damit sollte die Funktion klar sein, die dieser Begriff in der heutigen Sprachpragmatik erfüllt.
Verschwörungstheorie bezeichnet (und verurteilt) unerwünschte, auf eine breite Weise dissidente Wissensinhalte – welche, die nicht offiziell bestätigt sind, unabhängig davon, ob bei ihrer Verbreitung behauptet wird, dass eine Art von Kollusion, Verschwörung, stattgefunden habe.

Es geht, wie es der Politikwissenschafter Michael Barkun generalisierend ausdrücken würde, um stigmatisiertes Wissen.
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VT - Pearle Harbor

Beitrag von Dissident am Mo Dez 12, 2016 11:17 am

VT - Pearle Harbor

http://de.metapedia.org/wiki/Angriff_auf_Pearl_Harbor#cite_note-0

Der Angriff auf Pearl Harbor am 7.12.1941 führte zum Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg.

Der japanische Angriff auf Pearl Harbor wurde durch die USA provoziert u. erwartet, nachdem Japan auf das Ultimatum eines Truppenabzuges aus China nicht reagiert hatte. Roosevelt wollte die USA in den Krieg gegen Deutschland führen. Da er damit auf den Widerstand der Bevölkerungsmehrheit u. des Kongresses stieß, wählte er den Umweg eines Krieges mit Japan. Roosevelt war entschlossen, sowohl Deutschland als auch Japan zu vernichten u. dazu sein widerstrebendes Volk in den Krieg zu zwingen. Dies gelang, trotz angeblicher Neutralität, mit Boykotten, Kontensperrungen, militärischer Unterstützung Großbritanniens u. „Pearl Harbor”. Kritische Historiker sehen in Pearl Harbor ein Bauernopfer für den Kriegseintritt. Der Angriff auf die US-Flotte auf Hawaii war der Anlaß für die US-Amerikaner zum Eintritt in den 2. Weltkrieg.

Es kam zum Bombardement des dafür durch die USA insgeheim extra präparierten US-Hafens Pearl Harbor 1941, als Beginn des Krieges gegen Japan, nach der US-Blockade der lebensnotwendigen Rohstoffimporte Japans ---

US-Präsident Rosewelt hatte lange vor Pearl Harbor ein 8-Punkte-Programm vorgelegt, wie man die Japaner in den Krieg zwingen könne. Der wichtigste Punkt: Die Sperrung der Ölzufuhr durch die USA. Das sollte sie geradezu zwingen, sich die Ölproduktion Niederländisch-Ostindiens zu unterwerfen, dabei auch gegen die Philippinen vorzugehen u. so letztlich die USA in den Krieg hineinzuziehen. Das Embargo gegen Japan wurde verhängt. Die USA verlegten ihre bereits angejahrte Flotte, aus technisch veralteten Schlachtschiffen aus der Ära des 1. Weltkrieges stammend, gegen den Widerstand der Marine-Fachleute nach Pearl Harbor. Rechtzeitig wurden die militärisch kostspieligsten Einheiten, u. zwar dabei alle hochmodernen u. effektiven Flugzeugträger, aus dem Verband der in Pearl Harbor konzentrierten Kriegsschiffe herausgezogen u. auf strategische Positionen beordert, die für die Japaner in unerreichbarer Entfernung lagen. Sowohl aus der britischen Funkaufklärung damals im Pazifik auf deren Kolonial-Stützpunkten, als auch durch bestätigende Meldungen von Horchstationen der US-Marine sind die Bewegungen der jap. Kriegsflotte, bereits schon vor endgültiger Formierung zum späteren Angriff gegen die von den USA durchgeführte Erdrosselung des rohstoffarmen Japan, minutiös mitververfolgt worden. Obwohl rund um Pearl Harbor komplett alle Außensicherungseinheiten, bestehend aus Patrouillenbooten, Beobachtungsschiffen u. Inselausgucken der Inselgruppe, unerklärlicherweise abgezogen worden waren, u. auch der Hafenkommandant dort nicht von Washington her informiert wurde, wußte Washington rechtzeitig Bescheid.
Es gab außerdem Funkmeldungen einzelner japan. Einheiten auf dem Anmarschweg, die zu exakter Einpeilung geführt hatten, was Japan eigentlich durch eine befohlene Funkstille vermeiden wollte. Die politische Führung in Washington wußte aus geradezu mehrfach redundanter Nachrichtenlage (brit. Unterstützungsmeldungen aus deren Funkaufklärung, eigene US-Horchstationen, verräterische Funkmeldungen jap. Soldaten) ebenso Bescheid wie die von ihr in Kenntnis gesetzte oberste US-Marineführung. Nur die Flottenführung vor Ort u. die Hafenkommandantur im Streitkräftestützpunkt in Pearl Harbor ließ man ahnungslos.

   „Zum einen hat Franklin Delano Roosevelt [...] die Japaner absichtlich provoziert, uns in Pearl Harbor anzugreifen. Warum? 1940 bereits wollte er uns in den Krieg gegen Hitler verwickelt sehen, doch 80 % des amerik. Volkes wollten nach den Enttäuschungen von 1917 keinen europäischen Krieg, welcher Art auch immer. Er konnte nichts tun, um eine isolationistische Wählerschaft vom Fleck zu bewegen. [...] Insgeheim startete FDR eine Reihe von Provokationen, um die Japaner zu dem anzustacheln, was sich dann als Angriff auf unsere Flotte in Pearl Harbor herausstellte, wodurch unser prompter u. rückhaltloser Einstieg in den 2. Weltkrieg unvermeidlich wurde. Es gibt eine ausgedehnte Literatur zu diesem Thema, die bereits 1941 anfängt mit Charles A. Beards ‚President Roosevelt and the Coming of War‘ u. andauert bis zum gegenwärtigen ‚Day of Deceit‘ von Robert B. Stinnett, worüber gerade in den USA disputiert wird. Stinnett erstattet sehr detailliert Bericht über die Schritte hin zum Kriege, wie sie von FDR initiiert wurden, einschließlich des Ultimatums an die Japaner vom 26.11.1941, das sie aus China hinaus beorderte sowie darauf bestand, dass sie ihren Pakt mit den Achsenmächten widerriefen; das ließ Japan keine andere Wahl als Krieg, und der Zweck der Übung war erreicht."
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Re: Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am Fr Feb 17, 2017 3:53 pm

"Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt.

Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lächerlich, und früher oder später
wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen."


Zitat von Josef Pulitzer, geboren 1847 in Ungarn, gestorben 1911 in South Carolina als ungarisch-amerikanischer Journalist, Herausgeber und Zeitungsverleger.
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Re: Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am Fr Mai 19, 2017 10:34 am

http://www.michaelwinkler.de/Kommentar.html  --- Große Verschwörungen scheitern an zwei Dingen: am mangelnden Erfolg und am durchschlagenden Erfolg.

Ersteres ist leicht einzusehen,
selbst die verbissensten Revolutionäre werden schließlich alt und müde, geben frustriert auf oder sterben weg, wenn ihnen kein Erfolg beschieden ist.

Liegt die Verschwörung auf Erfolgskurs, so reißt dieser Erfolg alle Verschwörer mit.
Das, was wir als "System" kennen, hat diese Phase hinter sich, es hat seine Gegner ausgeschaltet und gewonnen.
Nun wird um den Anteil am großen Kuchen gestritten, den sich die jeweiligen Systemlinge sichern können. Sogar der allergrößte Kuchen reicht nicht, um alle glücklich zu machen. Dann sammeln sich die Bataillone innerhalb des Systems, der Konkurrenzkampf bricht aus. Bei den Kommunisten hat Stalin gewonnen und Trotzki wurde abserviert. Wir erleben derzeit die Machtkämpfe innerhalb des Systems. Killary, Soros und Trump sind dabei nicht die Offiziere auf dem Schachbrett, und sie sind erst recht nicht die Spieler. Sie sind austauschbare Opferbauern.

Für uns als Zuschauer kommt es nicht darauf an, wer gewinnt.
Wir profitieren nur, wenn das Spiel beendet wird, ein für allemal. Kurz gesagt: Wenn Stalin so tot ist wie Trotzki.
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Waffe im Kampf gegen freies Denken

Beitrag von Dissident am Mo Aug 07, 2017 9:47 am

Langer Text, aber lohnt sich zu lesen!
http://www.epochtimes.de/politik/welt/die-sprache-der-macht-der-begriff-verschwoerungstheorie-wird-als-waffe-im-kampf-gegen-freies-denken-benutzt-a2182966.html

Der Begriff "Verschwörungstheorie" wird als Waffe im Kampf gegen freies Denken benutzt

Es ist ja nicht nur der Mainstream – auch Kommunikations- u. Informationsplattformen weit weg von diesem verorten den Begriff „Verschwörungstheorie“ (abgekürzt: VT) unterschwellig als etwas Negatives u. versuchen sich, manchmal geradezu ungelenk, von „Verschwörungstheoretikern“ zu distanzieren. Niemand will falsch verstanden u. dann womöglich mit in die Ecke dieser vermeintlich verschrobenen, esoterisch eifernden Gilde gestellt werden. Selbst im allgemeinen privaten Umfeld haben die meisten Menschen ein Gefühl, daß sogen. VT u. ihre Vertreter zumindest krude u. weltfremd sind u. bedenken sie mit einer Mischung aus Belächeln u. Herablassung.

Dahinter steckt allerdings neben einer diffusen Angst vor dem Fremden auch ein gehöriges Maß Überhebung. Wir grenzen uns (wenn auch nur unterbewusst) von diesen Menschen ab, weil wir vor ihren Gedanken Angst haben. Doch woraus resultiert dieses Verhalten? VT u. Verschwörungstheoretiker wurden Dysphemismen, Worte, die ständig mit negativen emotionalen Wertungen benutzt werden u. so „automatisch“ negative Assoziationen wecken. Dysphemismen entstehen in der Regel nicht zufällig, sie sind Mittel der Manipulation – wie ihr Gegenstück, Euphemismen.
Dysphemismen u. Euphemismen sind Konnotationen, zusätzliche, emotional aufgeladene Strukturen in der Semantik des Begriffs u. als solche Machtinstrumente!

Ein kleines Beispiel aus der deutschen Wikipedia: Ein Dysphemismus zu Syrien:
„Zudem ist das politische System weitgehend auf den Präsidenten fokussiert. Üblicherweise wird die syrische Regierung deshalb als Diktatur angesehen.“

Ein Euphemismus zu Saudi-Arabien: „Obwohl das Königreich keine Theokratie ist, sind laut Grundordnung Staat und Religion nicht getrennt.“

WER bestimmt, was „üblich“ ist? Es ist also so, weil es alle sagen? WARUM sagen es alle?
Im Wikipedia-Artikel zu Saudi-Arabien kommt der Dysphemismus Diktatur (böse) nicht ein einziges Mal vor, obwohl das dort herrschende System ohne Frage eine Diktatur verkörpert – ungleich radikaler u. demokratieferner als die syrische Gesellschaft. Das ist ein klassisches Beispiel für Manipulation in Wikipedia. Zurück zu VT haben sich also in der öffentl. Meinungsbildung über das Ansprechen des Unterbewussten folgende Assoziationen herausgebildet – u. wer will schon mit solchen Attributen belegt werden:
- Verschwörungstheorie > unglaubwürdig, spinnig, weltfremd, esoterisch
- Veschwörungstheoretiker > Eiferer, Lügner, Dogmatiker, Spinner, Esoteriker
Diese Konnotation hängt von Zeit, Umständen u. Akteuren ab. Diktaturen wurden durchaus in der Geschichte auch schon positiv konnotiert. Die Ideologie des Marxismus-Leninismus sprach z.B. von der „Diktatur des Proletariats“, einer Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit als erstrebenswertem u. ethisch vornehmem Ziel. Es ist erstaunlich, wie unkritisch wir mit Begriffen hantieren, um sie dann auch noch wertend zu verwenden. Die ungemein kraftvolle u. so präzise deutsche Muttersprache wird vernachlässigt. Das hindert uns auch, das Wort „Verschwörungstheorie“ tatsächlich zu be- und so dann auch sinnvoll zu ergreifen.

Weil den Menschen immer mehr die Fähigkeit abhandengekommen ist, grundsätzlich zu hinterfragen u. stattdessen nicht nur Güter, sondern auch Botschaften einfach nur noch konsumiert werden, konnte auch der Begriff Verschwörungstheorie eine Orwellsche Umdeutung erfahren. Damit steht er keinesfalls allein. „Humanitäre Interventionen“ u. „humanitäre Korridore“, „Flugverbotszonen“, „Arbeitsagentur“, „Jobcenter“, „Verteidigungsministerium“ u. „Verteidigungshaushalt“, „Hilfspakete“ u. „Rettungspakete“, „Arbeitsmarktreform“ und und und. Gehen Sie selbst auf die Suche.
Das Problem ist: Wir sind tatsächlich in unserem geistigen Wesen das, was sich im Laufe des Lebens in unseren Köpfen manifestierte – u. was wir nun in Worten ausdrücken. Martin Heidegger hat es auf den Punkt gebracht:   „Die Sprache ist das Haus des Seins.“
Alle diese Umdeutungen von Begriffen lassen Ihren Kopf seinerseits Umdeutungen durchführen u. Fehlschlüsse ziehen. Denn die Umdeutungen sprechen Ihr tiefstes Inneres an, Ihre Emotionen, die Sie nicht so einfach beeinflussen können. Am Beispiel der Verschwörungstheorie(n?) möchte ich Ihnen das näher bringen.

Die Wurzeln des Kampfbegriffes
Richtig bekannt wurde der Begriff VT in den USA erst 1965, als die Arbeit des dort populären (2x mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten u. dem Laissez-faire-Kapitalismus anhängenden) Historikers Richard Hofstaedter erschien, betitelt mit “The paranoid style in American Politics”, womit auch der nachvollziehbare Anlass für die Schrift genannt ist. Hofstaedter erkannte sehr wohl den Zusammenhang zwischen (Konzentration von) Macht u. Verschwörungen. Doch deutete er VT als Vielzahl von Hypothesen, die entstanden seien als Produkt einer gefühlten Bedrohung von Volkssouveränität u. Demokratie durch die ungeheure Konzentration wirtschaftlicher Macht. Und er sah dies durch die Art u. Weise imperialer US-Politik begründet ---
Ist es ein Zufall, daß sich wenig später der US-Geheimdienst CIA dieses Begriffs annahm, um ihn zukünftig als Kampfbegriff zu nutzen? Einerseits verknüpfte die CIA VT mit kommunistischer Propaganda u. wies des Weiteren ihre Mitarbeiter in der Direktive 1035-960 (Concerning of the Warren Report) an, Kritiker u. Forschende des Kennedy-Mordes, die nicht auf der Linie des Warren-Reports mitliefen, nun mit dem Begriff „Verschwörungstheoretiker“, verbunden mit Charaktereigenschaften wie Geldgier u. Geltungssucht, zu diffamieren u. so unglaubwürdig zu machen.
Natürlich hat der US-Geheimdienst das Wort nicht erfunden.
Die CIA schuf jedoch eine neue Bedeutung (Hermeneutik) des Wortes Verschwörungstheorie u. löste es damit aus seiner inneren Logik.


Ist es schlussfolgernd eine Überraschung, das VT in seiner neuen Bedeutung nachfolgend auf geheimnisvolle Weise auch in Deutschland auftauchte? 1967 sandte die CIA besagte Direktive an ihre Außenstellen u. im gleichen Monat erschien der verändert kontextuierte Begriff VT in einem (ansonsten insges. sachlichen u. kritischen) Artikel des Spiegel zum Warren-Report.
In seinem Buch „Conspiracy theory in America“ begründet Lance DeHaven-Smith – Professor an der Universität von Texas –, daß die Begriffe VT u. Verschwörungstheoretiker gezielt von der CIA (eben mittels Direktive 1035-960) eingesetzt wurden, um die aufkommenden Zweifel an der offiziellen Version der Warren-Kommission zur Ermordung Kennedy´s im Jahre 1963 zu bekämpfen:   „Die CIA-Kampagne, welche zum Ziel hatte, den Begriff Verschwörungstheorie populär zu machen u. zugleich in Misskredit zu bringen, muss unglücklicherweise als eine der erfolgreichsten Propagandainitiativen der Geschichte bezeichnet werden.“

Besonders widerwärtig ist die Tatsache, daß hier ein Mechanismus zur Ausgrenzung Andersdenkender entwickelt wurde. Hierzu sagten die Professoren Ginna Husting u. Martin Orr im 2007 erschienenen Artikel „Dangerous Machinery: Conspiracy Theorist´s as a Transpersonal Strategy of Exclusion“:  „Wenn ich sie einen Verschwörungstheoretiker nennen würde, macht es nur wenig Unterschied, ob sie nun behaupten, daß eine Verschwörung existiert oder ob sie ein Thema angeschnitten haben, was ich lieber vermeiden möchte … Indem ich sie mit diesem Begriff versehe, schließe ich sie strategisch von der Sphäre der öffentlichen Rede, Debatte u. des Konflikts aus.“

Und James F. Tracy (Professor für Medienwissenschaften an der Universität Atlanta) meint:   „Heutzutage sind Moderatoren der Nachrichtenkanäle u. -sendungen sowie Kommentatoren mehr denn je in der Lage, gegen jeden, der es wagt, die offiziellen Darstellungen u. Narrative umstrittener u. in ihrer Bedeutung oft wenig verstandener Ereignisse infrage zu stellen, Propagandaaktivitäten zu entfalten, die sehr an die Methoden erinnern, wie sie in dem Dokument 1035-960 dargelegt wurden. Und da die Beweggründe u. Vorgehensweisen, wie sie dort dargelegt werden, offenbar von vielen Intellektuellen verinnerlicht u. von bestimmten Medien fast bis zur Perfektion ausgestaltet wurden, ist die fast widerstandslose Akzeptanz der Öffentlichkeit gegenüber der offiziellen Darstellung unaufgeklärter Ereignisse [gegeben].“

Exakt diesem System haben sich die Menschen unterworfen – und genau das zu beenden, ist das Anliegen dieses Artikels.

Wikipedia als Repräsentant der Deutungshoheit
Um das allgemeine derzeitige Verständnis zum Begriff sichtbar zu machen, nutze ich im Weiteren die Internet-Enzyklopädie Wikipedia (deutschsprachig), in der ein erbitterter Kampf um die Deutungshoheit geführt wird. Daß dem so ist, zeigt Ihnen ein Blick in die Diskussionsseite zum Wikipedia-Artikel Verschwörungstheorie.

Es ist ein wirklicher Kampf, sehr polemisch u. oft unter der Gürtellinie geführt. Es wird mit übler Propaganda hantiert u. Menschen werden diskreditiert, um andere Ansichten zu schwächen u. die eigene zu stärken. An dieser Stelle nur angemerkt sei, daß sich einige Aktivisten durch enormen „Berichtigungsdrang“ – gekoppelt mit einer beleidigenden, respektlosen Sprache – auszeichnen, z.B. ein gewisser „Kopilot“, der es zu zehntausenden Einträgen in der deutschen Wikipedia gebracht hat.

Wer die Deutungshoheit hat, wird sich Ihnen beim Lesen dort sehr schnell erschließen u. die Durchsetzung von Deutungshoheit überhaupt senkte die Glaubwürdigkeit dieser Plattform als politisch-gesellschaftliches Kompendium ganz erheblich. Gerade Gesagtes erklärt auch, warum der Wikipedia-Artikel entsprechende Änderungen teilweise im Stundentakt erfährt. Daher werde ich Zitate aus dem Artikel sowohl mit Datum als auch mit Uhrzeit angeben (womit der Leser in der Versionshistorie der Wikipedia prüfen kann). Setzen wir uns also mit den Begrifflichkeiten im Wikipedia-Artikel „Verschwörungstheorie“ auseinander u. entwickeln außerdem eine Definition, die auch logisch im Sinne der deutschen Sprache abbildbar ist. Der erste Deutungsversuch von Wikipedia sieht so aus:

„Dem Wortsinn nach ist die Verschwörungstheorie eine Theorie über eine Verschwörung.“

Was meinen Sie: Ist das korrekt? Meiner Ansicht nach nicht; ich ändere es mal ein klein wenig:
„Dem Wortsinn nach ist die Verschwörungstheorie eine Theorie über Verschwörungen.“

Die Tücke liegt im Detail u. das Vorliegende mag manchem Leser als Lappalie erscheinen. Es gibt allerdings auch ein Sprichwort, daß sich da nennt: „Kleine Ursache, große Wirkung“. Unternehmen wir deshalb einen kurzen Exkurs in die deutsche Sprache.

Die Bedeutung unserer Muttersprache
Der Wikipedia-Artikel nimmt sogar selbst den „Wortsinn“ in den Mund, beansprucht also die innere Logik der deutschen Sprache; bestehend aus Syntax, Semantik u. Hermeneutik. Innerhalb dieser lässt sich „Verschwörungstheorie“ als ein aus 2 Substantiven zusammengesetztes Wort klassifizieren. Bemühen wir ein schlichtes Schullexikon, erfahren wir:   „Zusammengesetzte Substantive bilden sich aus Grund- u. Bestimmungswort.“

Zurückkommend auf das DeterminativkompositumVerschwörungstheorie, ist „Theorie“ das Grundwort, welches durch das Bestimmungswort „Verschwörung“ spezifiziert wird. Mit dieser Spezifizierung wollen wir uns jetzt etwas näher beschäftigen u. dabei 2 Aspekte von Wortzusammenstellungen im Auge behalten: Syntax u. Semantik.

„Unter Syntax versteht man allgemein ein Regelsystem zur Kombination elementarer Zeichen zu zusammengesetzten Zeichen in natürlichen oder künstlichen Zeichensystemen.“  Elementare Zeichen sind diejenigen, welche in Ausprägung u. Reihenfolge die (Einzel-)Wörter „Verschwörung“ u. „Theorie“ bilden.

Semantik, auch Bedeutungslehre, nennt man die Theorie oder Wissenschaft von der Bedeutung der Zeichen. Zeichen können hierbei beliebige Symbole sein, insbesondere aber auch Sätze, Satzteile, Wörter oder Wortteile.“

Semantik gibt also den Begriffen einen Sinn; eine Bedeutung, die sich aus dem Sinn der Einzelbegriffe u. ihrer logischen Verknüpfung ergibt. Damit gehen wir in die nächste Runde unserer Untersuchung. Wir befassen uns mit den (Einzel-)Begriffen. Merken wir uns: Das Grundwort „Theorie“ (mit eigener Syntax u. Semantik) wird durch das Bestimmungswort „Verschwörung“ (ebenfalls mit eigener Syntax u. Semantik) spezifiziert. Das zusammengesetzte Wort hat eine darauf aufbauende Syntax u. Semantik. Aber da war ja noch etwas: die Hermeneutik:   „Die Hermeneutik (altgriechisch: ‚erklären‘ - ‚auslegen‘ - ‚übersetzen‘) ist eine Theorie der Interpretation von Texten u. des Verstehens. Beim Verstehen verwendet der Mensch Symbole. Er ist in eine Welt von Zeichen u. in eine Gemeinschaft eingebunden, die eine gemeinsame Sprache verwendet. Nicht nur in Texte, sondern in alle menschlichen Schöpfungen ist Sinn eingegangen; diesen herauszulesen, ist eine hermeneutische Aufgabe.“

Die Hermeneutik greift tief in unser Unterbewusstes ein, denn sie beschäftigt sich mit der Deutung von Ereignissen durch unsere Sinne. Jene Sinne, die in der Halle der Emotionen unseres Gehirns darauf warten, ganz bestimmte Ereignisse auf ganz bestimmte Weise zu verarbeiten. Semantik u. Hermeneutik gehen ineinander über. Schließlich entwickelt ja auch die Semantik bereits einen Sinn für Wörter. Beschäftigen wir uns also weiter mit der Semantik u. Hermeneutik des Begriffs „Verschwörungstheorie“.

Was ist eine Verschwörung?
Der Duden ist quasi ein syntaktisch-semantisch-hermeneutisches Lexikon, aus ihm habe ich folgende Erklärungen zum Begriff „verschwören“ entnommen:  "eine Verschwörung beginnen, ein Komplott schmieden, gemeinsame Sache machen, sich heimlich verbinden/verbünden, konspirieren; (umgangssprachlich) unter einer Decke stecken; (meist abwertend) sich zusammenrotten; (veraltet) komplottieren, konjurieren; --- sich einsetzen, sich ergeben, sich hingeben, sich in den Dienst stellen, sich verschreiben, sich widmen; (gehoben) sich anheimgeben, frönen, sich weihen; (gehoben, öfter leicht ironisch) huldigen"

Danach ist „verschwören“, respektive „Verschwörung“ emotional sowohl negativ (dysphemistisch) als auch positiv (euphemistisch) belegt, obwohl es sich um ein u. denselben Begriff handelt. Das ist auch durchaus völlig normal, weil wir alle in unserer Subjektivität einzigartig sind u. daher auch jeder von uns ein originäres Bild entwickelt. Gefährlich wird es, wenn systematisch versucht wird, unser Ich umzuprogrammieren. Wenn mit Macht versucht wird, uns die Wertung zu diktieren, Wenn wir das auch noch hinnehmen und uns so unseres freien Willens berauben lassen.

Die Wikipedia beschreibt Verschwörungen folgendermaßen:  „Der Begriff Verschwörung (oder Konspiration) ist die Substantivierung der Übersetzung (16. Jh.) des lateinischen Verbs coniurare = sich heimlich (durch Eid/Schwur) verbünden. Die heimliche Verbündung dient der Durchführung eines Plans mit entweder (a) selbstsüchtiger verwerflicher Zielsetzung zum Schaden Anderer oder (b) zwecks Beseitigung von – tatsächlichen oder vermeintlichen – Missständen. Die Zielsetzung einer Verschwörung beruht daher nicht immer auf niederen Motiven, sie basiert jedoch in jedem Falle auf Täuschung.“

Ich meine, das ist eine sehr wohl diskutierbare, aber doch um objektive Wahrheit bemühte Definition. Ich korrigiere: Es WAR eine um objektive Wahrheit bemühte Definition. In der Wikipedia findet eine Evolution, eine stetige Umdeutung des Begriffes statt. Nun, im Jahr 2017 lesen wir dort:   „Eine Verschwörung (Übersetzung des lat. Paralexem-Kompositums coniuratio, das aus coniuratio (deutsch „mit Eid“) entstanden ist) war ursprünglich „die Verbindung von Personen durch Schwur zu etwas Üblem oder was als Übel angesehen wird gegen eine Obergewalt“, eine Verbindung ähnlich einem Treueid, aber in Zusammenhang beispielsweise mit einer Intrige oder dem Ziel einer Revolte, Meuterei oder eines Putsches.“

In einer Theorie hätte diese Behauptung aus mehreren Gründen keinen Bestand. Auf eine Auffälligkeit möchte ich Sie aber schon hinweisen: Wikipedia sorgt inzwischen dafür, daß der Begriff durchweg negativ konnotiert ist. Das ist gleichbedeutend mit einer an Sie vermittelten unangenehmen Emotion. Also liest man dazu in Wikipedia auch noch:
„Der Begriff der „Verschwörung“ ist negativ besetzt.“
Da frage ich mich: Wer legt das fest? Wieso legt überhaupt jemand fest, wie der Begriff zu bewerten ist?!
Erinnern Sie sich noch an die oben beschriebene semantische Erklärung für eine (aus „verschwören“ abgeleitete) Verschwörung? Erkennen Sie, daß in Wikipedia der Begriff eines Teiles seiner Semantik befreit wurde? Es hat eine „Verarmung“ des Wortes stattgefunden; genau das, was Orwell mit „Neusprech“ ausdrücken wollte.

Nach Wikipedia wäre jetzt eine Verschwörung die unrechtmäßige Auflehnung gegen eine etablierte Ordnung („gegen eine Obergewalt“)
. Sie tritt also (als wie selbstverständlich in hierarchisch angesehenen Systemen) von unten nach oben auf. Die Obergewalt hat es selbstredend nicht nötig, Verschwörungen anzuzetteln. Schließlich ist ja ihre Macht durch demokratische Abstimmungsprozesse legitimiert; hinter ihr steht das RECHT.
Damit entsteht (wenn nicht reflektiert) ein Gefühl in Ihnen, daß Verschwörungen nur von Bösen gegen UNS ausgeführt werden, denn schließlich sind wir GUT.

Um diese Behauptung zu stützen, legt Wikipedia einen spektakulären Spagat hin:  „Dagegen ist die geheime Konspiration die „Zusammenarbeit mehrerer Personen unter einheitlicher Zielsetzung u. bewusster Ausschaltung fremden oder öffentlichen Einblicks“, beispielsweise Agententätigkeit oder geheimdienstliche Tätigkeiten. Die Verbindung von Verschwörung u. Konspiration (sowie die Gesamtheit der beteiligten Personen) wird dann als Komplott bezeichnet.“

Schauen Sie erneut auf die semantische Beschreibung im Duden u. die (geradezu gewalttätige) Umdeutung Wikipedias. Nach dieser ist es jetzt so: Die GUTEN konspirieren u. die BÖSEN verschwören sich. Geheimdienstliche Tätigkeiten sind notwendig u. gut u. wenn sie zum Schaden anderer führen, ist das zwar bedauerlich, aber aufgrund des edlen Ziels (auch ethisch) vertretbar, denn es war notwendig. Sie KONSPIRIEREN u. wenn jemand eben das als Verschwörung bezeichnet (aus meiner Sicht wäre das übrigens völlig korrekt), muss er damit rechnen, als „Verschwörungstheoretiker“ abgestempelt zu werden. Denn gut ist es wohl, weil es nur zu Ihrem Besten ist.

Eine Verschwörung ist also von strafrechtlicher Relevanz! Nur die Bösen müssen in den Knast, nicht wahr? Unsere Regierung als Hüter des Guten ist wohl auch deshalb weltweit unterwegs, die Bösen (gegen westliche Werte intrigierende u. sich so verschwörende Despoten) zu bestrafen – über die wir zuvor durch die guten Medien aufgeklärt wurden, oder? Ende des ironischen Einschubs. Das hat Folgen. Denn Sie werden sich nun emotional(!) vehement dagegen verwahren, wenn jemand Ihnen gegenüber äußert, an eine Verschwörung (mehr oder weniger) gewählter Machteliten zu glauben. Mit deren Meinungshoheit, der sich die Menschen unterwerfen, verbreiten sie mit Penetranz ein Bild des vertretenen Systems als Hort alternativloser westlicher Freiheit u. Demokratie, einschließlich ihrer eigenen Rolle als Beschützer derselben.

Es sind die GUTEN. Das eigene Wertesystem ist DER Maßstab u. wird (gedanklich beginnend) allen anderen sozialen Gemeinschaften übergestülpt. ---
Ohne es zu merken, haben Sie ein weiteres Schwarz-Weiß-Bild verinnerlicht. Wenn jetzt jemand genau dieses Bild des reinen Guten der westlichen Wertegemeinschaft in Frage stellt, steigt in Ihnen der üble Verdacht hoch, es mit einem „Verschwörungstheoretiker“ zu tun zu haben. Einfach die Tatsache, daß dieser Mensch aus seinem Alltagserleben u. erfassten Informationen heraus skeptisch ist, was seinen Glauben an die Meinungsführer erschüttert, macht ihn im Unterbewussten(!) der Menschen zum „Verschwörungstheoretiker“, was Quatsch ist. Denn an etwas zu glauben oder auch nicht zu glauben, ist keine Theorie!

Wie können Menschen, die einfach zweifeln, plötzlich zu Theoretikern werden – welcher Art auch immer? Anders herum gedacht, ergibt sich damit natürlich ein Sinn, wenn Mächtige u. von ihnen Instrumentalisierte (Politiker, Ideologen, Medien, öffentliche Personen – oder auch SIE) alles tun werden, um jeden, der kritisch in eine solche Richtung nachfragt, zu diskreditieren u. zu stigmatisieren – ja zum Feindbild zu machen. Wir haben gerade mehr oder weniger emotionale moralisch angereicherte Deutungen u. Interpretationen des Begriffes Verschwörung untersucht. Verschwörungen sind böse, haben wir gelernt ---

Wer ist böse? Wer ist gut? Wer nur legt das fest?
Keiner ist böse – nach seinem eigenen Selbstverständnis. Doch was sind denn tatsächlich Wesensmerkmale von Verschwörungen? Um das zu erfahren, müssten wir über die Semantik des Begriffes hinausgehen. Wir müssten mal eine Theorie über Verschwörungen entwickeln. Sie meinen, es gibt bereits genug? Schauen wir mal. Doch zuvor sollten wir ein klares Verständnis dafür haben, was eine Theorie auszeichnet.

Was ist eine Theorie?
Nutzen wir auch hierfür die Wikipedia; sie schreibt:  „Im Allgemeinen entwirft eine Theorie ein Bild (Modell) der Realität. In der Regel bezieht sie sich dabei auf einen spezifischen Ausschnitt der Realität. Eine Theorie enthält in der Regel beschreibende (deskriptive) u. erklärende (kausale) Aussagen über diesen Teil der Realität. Auf dieser Grundlage werden Vorhersagen getroffen.“
Theorien dienen demnach dazu, die Allgemeingültigkeit des Zusammenspiels bestimmter Prozesse u. deren Träger (Subjekte und Objekte) zu beschreiben.
Theorien beschreiben KEINE (einzelnen) Ereignisse, sondern versuchen Ursachen, Auftreten u. Folgen von Ereignissen u. der an ihnen beteiligten Subjekte u. Objekte anhand eines MODELLs zu erklären. Wikipedia sagt weiterhin:  „Nach positivistischem Verständnis sind Theorien mit dem Anspruch verknüpft, sie durch Beobachtungen (z.B. mittels Experimenten oder anderer Beobachtungsmethoden) prüfen zu können (Empirie). Diese Beobachtung liefert dann direkt die Wahrheit oder Falschheit der Theorie, d.h., sie verifiziert (bestätigt) oder falsifiziert die Theorie.“
Über Theorien lassen sich Hypothesen u. Vorhersagen aufbauen, in welche Erkenntnisse aus der jeweiligen Theorie einfließen können. Dabei können auch versch. Theorien in eine Hypothese einfließen. Erweisen sich die einzeln betrachteten Ereignisse als wahr im Sinne d. angewandten Theorie oder treten die auf ihrer Basis prognostizierten Ereignisse ein, dann bestätigt das die Theorie. Passiert das nicht, ist es sinnvoll die Theorie zu korrigieren, einzuschränken, im Extremfall auch zu verwerfen u. neu aufzustellen.
Theorien sind modellhafte Versuche der Annäherung an die Wahrheit und die Praxis ist deren Kriterium.

Wenn Theorien keine Theorien sind

Das bloße Aufstellen einer Behauptung ist demnach KEINE Theorie. Theorien haben einen wissenschaftlichen Anspruch, was somit heißt: Erst das Untermauern durch überprüfbare Sachverhalte in der Realität macht sie zu dieser u. erlaubt eine Schlussfolgerung. Je umfassender die theoretische Basis desto präziser, desto stichhaltiger die Vorhersage. Theorien beanspruchen Universalität, sie abstrahieren bestimmte Komponenten unserer Realität u. bringen sie in einen Zusammenhang. Die Prüfung des Wahrheitsgehaltes einer Theorie ist dann genau das, warum sie überhaupt aufgestellt wurde. Die Theorie ist ein Mittel, um Erkenntnis zu erlangen über tatsächliche, bislang verborgene Sachverhalte der Realität.

Durch verschiedenste Formen des Experiments wird nun der Wahrheitsgehalt einer Theorie untersucht. Theorie sucht ja nach Wahrheit u. kann selbstverständlich, als Produkt menschlichen Geistes, irren. Hat sich eine Theorie z.B. durch Falsifikation – einer speziellen Untersuchung, der sich jede Theorie stellen sollte, als ungültig erwiesen, verliert sie an Allgemeinheit oder muss bei fundamentaler Widerlegung verworfen werden. Aber auch eine im Nachhinein sich als falsch herausstellende Theorie kann wertvoll sein, liefert sie doch oft als quasi Nebeneffekt unverhoffte andere Wahrheiten, mindestens aber die Erkenntnis, daß der Weg, der sich als falsch herausgestellt hat, nicht weitergegangen werden muss.
Eine Theorie, die ihrem Namen gerecht wird, ist demnach das hier auf keinen Fall: krude, versponnen, weltfremd, esoterisch…
Noch etwas zeichnet eine Theorie aus: ihr Geltungsbereich. Dieser bezieht sich nicht auf einzelne Ereignisse sondern abstrahiert vielmehr aus einer Vielzahl der Untersuchten bestimmte Allgemeingültigkeiten. Denn erst dadurch erlangt die Theorie Bedeutung in der Praxis u. kann in selbiger auch auf Wahrheit geprüft werden. Um Ihnen diese Universalität etwas verständlicher zu machen, nun ein paar Beispiele:

Beispiel: Die Evolutionstheorie
Es gibt genau EINE Evolutionstheorie; aber es gibt keine Evolutionstheorie der Maikäfer, keine der Ringelnatter u. auch keine der Kleinen Hufeisennase. Die Theorie erfährt vielmehr ihre Anwendung u. Falsifikation auf eben die versch. Arten im Tier- u. Pflanzenreich.

Beispiel: Die Gravitationstheorie
Es gibt genau EINE Gravitationstheorie; aber es gibt keine Gravitationstheorie der Erde, keine des Apfels u. auch keine von Nachbars Katze; welche ja allesamt Masseeigenschaften besitzen. Die Theorie erfährt vielmehr ihre Anwendung u. Falsifikation auf eben diese verschiedenen mit Masse behafteten Objekte.

Beispiel: Die allgemeine Relativitätstheorie
Es gibt genau EINE allgemeine Relativitätstheorie (a.RT); aber es gibt keine a.RT der Erde, keine irgendeines Apfels u. auch keine von Lumpi (Nachbars Hund); welche alle als Materie miteinander in Zeit u. Raum wechselwirken. Die a.RT ist ein hervorragendes Beispiel für die Notwendigkeit einer neuen Theorie, wenn eine zuvor bestehende – in diesem Falle Newtons Gravitationstheorie – an ihre Grenzen stieß u. so ihre Allgemeingültigkeit verlor.

Beispiel: Die Verschwörungstheorie
Es gibt – wenn überhaupt – genau EINE Verschwörungstheorie; aber es gibt keine des 11.September2001, keine des 11.September1973 u. auch keine ihres Arbeitskollegen, der Gerüchte über Sie verbreitet, nur weil Sie ihm mal gesagt haben, daß Sie ihn nervig finden. Vielmehr erfährt die Theorie ihre Anwendung auf eben die beschriebenen Ereignisse – ebenso ihre Falsifikation (die Negativ-Prüfung auf Gültigkeit).

Das alles berechtigt zu der These:
Eine VT ist ein allgemeines theoretisches Modell u. kann hilfreich sein, spezielle Verschwörungen zu analysieren bzw. aufzudecken. Mit speziellen Verschwörungen befasst man sich über das Aufstellen von Thesen oder Hypothesen. Die Erkenntnisse aus den untersuchten Verschwörungen helfen, die (allgemeine) VT weiterzuentwickeln.

Bestimmte Theoretiker jedoch werden in der Sprachwelt des Mainstreams auffällig negativ gezeichnet. Die Menschen aber, welche die Rolle eines Verschwörungstheoretikers ausfüllen, sind schlicht Wissenschaftler, nur so ist der Begriff sinnig. Es sind Wissenschaftler mit dem Fachgebiet Verschwörungen. Frage: Wer meint, nach dem bisher Beschriebenen einen Verschwörungstheoretiker zu kennen?

Verschwörungstheorien, Wissen und Irrglaube
Wie dem auch sei; es dürfte klar sein, daß Theoretiker einen Anspruch erfüllen müssen, um diesen Namen führen zu können. Das gilt für JEDEN Theoretiker – auch für jenen der sich mit der Theorie über Verschwörungen beschäftigt. Doch nun lesen Sie einmal, welchen hanebüchenen Unsinn Wikipedia auf ihrer VT-Seite verbreitet:  „Psychologisch lassen sich Verschwörungstheorien als krankhafte Paranoia deuten, wenngleich die Mehrzahl der Forscher den Anhängern von Verschwörungstheorien keine Geisteskrankheit unterstellt. Häufiger sind Deutungen als Projektionen u. als Mittel, in überfordernden Situationen durch Reduktion von Komplexität den Glauben an die Durchschaubarkeit der Realität u. die Selbstwirksamkeit des Subjekts aufrechtzuerhalten. Die Neigung, an Verschwörungstheorie zu glauben, scheint nach mehreren Untersuchungen ein Persönlichkeitsmerkmal zu sein.“
Dieses Zitat möchte ich nun doch ein wenig auseinander nehmen, denn die Projektion, welche sich dahinter verbirgt, entlarvt sich als ein Blick in den Spiegel der Schreiber.
Die Meinungsführer (Politik u. Medien) leben eine ausgeprägte Paranoia gegenüber anderen Menschen u. Gesellschaften. Paranoia beschreibt ja eine tiefere innere Überzeugung, damit verbunden permanente Angst- u. Feindbilder. Die Gleichen also, die z.B. Russland expansive, aggressive Absichten unterstellen, sich dabei absurdester Argumente u. einer abgründigen Propaganda bedienen; die Russlands politischen Führer im Reich des Bösen verorten, reden von der Paranoia anderer.

Mal abgesehen davon, daß eine VT (semantisch) selbst keine Paranoia sein kann, möchte ich doch gern wissen, welche „Forscher“ das denn sind, die „Anhängern von VT“ Geisteskrankheiten unterstellen u. welche nicht. Allein, daß ein solcher Begriff (Geisteskrankheiten) für den eigenen, völlig unwissenschaftlichen Erklärungsversuch herhält, ist ein Armutszeugnis erster Güte – und richtig üble Propaganda. Was hat solch eine inhaltslose Aussage in einem Kompendium zu suchen? Nun, ich sage es Ihnen: Es soll Sie beeinflussen, emotional beeinflussen. Und das gelingt auch. Es gelingt allein schon dadurch, daß wir es lesen! Es ist ein massiver Angriff auf unser Unterbewusstes. Rational ist der Inhalt dagegen nichts weiter als Humbug! Wer kommt auf die Idee, solch einen Müll in die Wikipedia zu schreiben?

   Man warnt uns vor den dahinter stehenden Gedanken u. man warnt uns vor Menschen, die solche Gedanken vertreten. Und außerdem warnt man uns vor Menschen, die andere Menschen kennen, welche sich mit solchen Gedanken beschäftigen. Man befreit uns auf diese Weise vom freien Denken, man schreibt uns vor, wo es für unseren Geist sicher u. wo es gefährlich ist.

Und wir lassen es zu! Denn was passiert? Menschen wehren sich gegen Schuldzuweisungen, deren Sinndeutung (Hermeneutik) aus dem Reiche Orwells stammt. Sie wehren sich gegen an sie verliehene Titel, die im öffentlichen Bewusstsein ihre innere Logik verloren haben, die umgedeutet wurden. Indem wir uns jedoch (nachvollziehbar) unrechtmäßig BESCHULDIGT sehen, Verschwörungstheoretiker zu sein, haben wir dieses Macht- u. Herrschaftsspiel bereits akzeptiert, ja verinnerlicht. Wir lassen uns ein auf die verlogene Sprache der Macht, statt uns auf die wahrhaftige u. schlüssige Sprache zu besinnen.

Dabei ist mir Eines inzwischen sonnenklar: Wir brauchen dringend viele ernsthafte Verschwörungstheoretiker, denn zu viele Verschwörungen der jüngeren Vergangenheit konnten umgesetzt werden, weil es gelang, die wahren Täter u. Absichten, Ursachen u. Hintergründe der Verschwörungen zu verbergen! Schauen Sie – als nur ein Beispiel von vielen – auf den Syrien-Krieg. Dieser Krieg ist Teil einer Verschwörung gegen die syr. Gesellschaft u. obwohl das ohne weiteres schlüssig nachgewiesen werden kann, ist es der deutschen Gesellschaft in ihrer Gesamtheit nicht bewusst! Es ist nun einmal so, dass eine starke VT schlicht nicht existiert. Wir haben keine. Weder haben wir eine ernsthafte Theorie, noch haben wir die Menschen, die sich intensiv mit der Entwicklung einer solchen Theorie beschäftigen. Warum?

Es ist die Angst vor Ausgrenzung u. Stigmatisierung, die Angst BESCHULDIDGT zu werden. Wir fürchten uns, als Paranoide u. Schwachsinnige VERURTEILT zu werden. Es ist die erfolgreich eingepflanzte Schere im Kopf, die zuverlässig immer wieder darauf hinweist, was verboten ist, zu denken! Es ist die uns anerzogene Bereitschaft, das existierende Macht- u. Herrschaftssystem, das sich nämlich durch die gesellschaftliche Akzeptanz seiner Sprache manifestiert, im tiefsten Inneren zu akzeptieren.

Die mir bislang einzig bekannte VT, die ihren Namen annähernd verdient, möchte ich Ihnen nun kurz vorstellen:  Verschwörungstheorie und Karl Popper

Erstmalig einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde der Begriff VT mit dem 1945 erschienenen Buch „Die offene Gesellschaft u. ihre Feinde“ des österr. Philosophen Karl Popper. Popper sprach von einer ganz bestimmten Theorie, der Verschwörungstheorie der Gesellschaft u. definierte sie so:
„daß die Erklärung eines sozialen Phänomens in der Entdeckung besteht, daß gewisse Menschen oder Gruppen an dem Eintreten dieses [Ereignisses] interessiert waren u. daß sie konspiriert haben, um es herbeizuführen. (Ihre Interessen sind manchmal verborgen u. müssen erst enthüllt werden).“

Diese Aussage zur VT wirkt sachlich u. enthält sich also jeglicher (emotionaler) Bewertungen. Auch ist Popper sich durchaus nicht so sicher, daß diese Theorie (die er aber doch eher selbst kreiert) stimmig ist u. so sagt er danach: „Diese Ansicht von den Zielen der Sozialwissenschaften entspringt natürlich der falschen Theorie, daß, was immer sich in einer Gesellschaft ereignet, das Ergebnis eines Planes mächtiger Individuen oder Gruppen ist. Besondere Ereignisse wie Krieg, Arbeitslosigkeit, Armut, Knappheit, also Ereignisse, die wir als unangenehm empfinden, werden von dieser Theorie als gewollt u. geplant erklärt.“
Popper begründet seine Auffassung damit, daß auf diese Weise alle Ergebnisse menschl. Handelns durch Verschwörungen begründet werden sollen, was nach seiner Meinung nicht stimmen kann, weil doch – vereinfacht gesagt – das Geschehen auch auf einer Vielzahl von Individuen mit nicht vorhersehbarem Handeln u. unzähligen anderen Faktoren basiert. Die Begründung ist einleuchtend, denn natürlich sind nicht alle Ereignisse (so wie sie Popper w.o. aufzählte) gezielt herbeigeführt. Einige sind es ganz sicher, andere werden als „Kollateralschaden“ hingenommen (u. oft gern den Opfern in die Schuhe geschoben). Und wieder andere haben mit dem Wirken der im Umfeld tätigen Verschwörer schlicht nichts zu tun, sondern korrelieren einfach (zufällig) mit dem Wirken der Verschwörer. Doch trotzdem darf widersprochen werden, denn hier wird ein seit Tausenden von Jahren die menschl. Gesellschaften bestimmendes Kriterium ausgeblendet: die Macht. Das Denken in Machtkategorien, das Beherrschen u. Unterwerfen ist Teil der menschl. Natur, mehr noch ist es bis heute eine grundsätzliche Herangehensweise in Politik u. Gesellschaft.

Was Popper wohl nicht anerkennen wollte, ist die Tatsache, daß ein sich seiner Macht bewusster Mensch diese Macht – allein oder im Verbund mit Anderen – auch unbedingt zu seinem (egoistischen) Vorteil anwenden will u. entsprechend tätig wird! Das gilt auch für Menschen, die beherrscht werden, aber gleichermaßen denken u. bestrebt sind, innerhalb der Machthierarchien aufzusteigen u. so ebenfalls zu Macht zu gelangen. Wenn Menschen derart geprägt sind, handeln sie hochgradig egotistisch, u. da ihre Ziele eigennützig – u. somit kaum im Sinne der Allgemeinheit liegen, müssen sie ihre Handlungen vertuschen. Sie sind gezwungen, zu intrigieren, zu lügen – u. natürlich werden sie sich verschwören. Das taten sie u. das tun sie bis heute. Machtmenschen sind aktiv, sie treiben Prozesse stetig voran (weil sie in ihrer Seele Getriebene sind), leider in überwiegend die Gesellschaft schädigender Art und Weise.
Natürlich ist damit nicht gesagt, daß der Mächtige bzw. Macht anstrebende die Ziele auch immer erreicht. Popper relativiert sich in gewisser Hinsicht u. sagt weiterhin: „Ich muss also zugeben, daß Verschwörungen vorkommen. Aber die auffallende Tatsache, die die Verschwörungstheorie trotz der Existenz von Verschwörungen widerlegt, ist, daß nur wenige Verschwörungen am Ende erfolgreich sind. Verschwörer genießen nur selten die Früchte ihrer Verschwörung.“

Ob Verschwörer nur selten die Früchte ihrer Verschwörung genießen – nun, wir wissen es nicht. Aber immer dort, wo Macht ausgelebt wird, werden die verbindenden Eigenschaften des Menschen untergraben u. durch Eigennutz ersetzt. Daß unsere Gesellschaften auf Machtstrukturen basieren, macht Verschwörungen unausweichlich.

   Poppers Argumentation ist auch anderweitig nicht schlüssig, denn er unterstellt den Verschwörern in der Theorie (zwingend), daß sie Armut, Arbeitslosigkeit, Krieg, Knappheit exakt mitplanten. Psychopathen der Macht – da sollten wir uns keinen Illusionen hingeben – fassen auch so etwas ins Kalkül u. setzen es um. Aber zwingend ist ein solches Vorgehen ganz und gar nicht. Wenn es ihnen selbst nützt, werden sie diese Faktoren sogar bekämpfen. Schließlich dient alles einzig dem Zweck, über Machtausübung u. Erweiterung diese Macht (wie Popper es sagt) zu genießen. Poppers VT ist – so meine Sicht – nicht schlüssig. Sie ist auch nicht ausformuliert u. in der Praxis ungetestet. Es bleibt dabei: Die Entwicklung einer starken VT ist dringend erforderlich. Damit sie jedoch stark wird, ist auch das unerlässlich: starke Skeptiker.

Skeptiker als Gefährder der Alternativlosigkeit
Skepsis ob der deutschen Innen- u. Außenpolitik ist mehr als angebracht. Das gilt sowohl für die Tagespolitik als auch für die strategische Ausrichtung von Politik.
Die fundamentalen Probleme unseres Gesellschaftssystems werden von Politik u. Medien insgesamt verschwiegen. Diskussionen in diese Richtung werden durch die Meinungsführerschaft erstickt, indem sie den Opponenten allerlei diskriminierende Stempel aufdrückt; mit Bezeichnern, die zuvor emotional aufgeladen wurden u. so den Menschen die „passende“ Stimmung infiltrieren, wenn sie mit den so Abgestempelten auf die eine oder andere Weise in Berührung kommen.

„Verschwörungstheoretiker“ und „Skeptiker“ (hier im Kontext von Neusprech betrachtet) stehen dabei in einem engen Zusammenhang. Erstere versuchen sich Dinge unter Nutzung alternativer Quellen zu erklären, weil sie von den Meinungsführern eben unzureichend zum Sachverhalt informiert wurden. Die so Betitelten sind also schlicht Suchende. Skeptiker nehmen ihrerseits die Widersprüchlichkeit u. Unvollkommenheit der vom Mainstream gelieferten Informationen wahr u. untersuchen sie deshalb kritisch. .. Es geht um zwei unbedingt notwendige Rollen für eine gesunde Gesellschaft u. beide Rollen werden angegriffen. Denn im Rahmen unseres fest etablierten Herrschaftssystems sollen Sie NICHT SUCHEN und Sie sollen NICHT ZWEIFELN. Das ist der Grund für die Negativ-Belegung der Begriffe. Daß wir Verschwörungstheoretiker dringend benötigen, sagte ich schon. Gleiches gilt natürlich für den Skeptiker, denn nur durch ihn wird eine Theorie auch gefestigt u. weiter entwickelt:

„Ein Skeptiker [ist] ein Mensch, der zweifeln kann. Ein Skeptiker ist sich keiner Sache zu 100% sicher. Ein Skeptiker hält eine Behauptung nicht für wahr, wenn es keine guten Gründe, Argumente u. Belege für die Wahrheit einer Behauptung gibt. Ein Skeptiker diskutiert gerne, denkt gerne nach, hinterfragt Dinge u. überprüft Behauptungen mittels Rationalität, also seiner Vernunft u. seinem Verstand. Ein Skeptiker hält kritisches Denken u. die Überprüfung von Behauptungen für die wichtigste (vielleicht einzige?) Methode, um zwischen wahr und falsch unterscheiden zu können.“

Auch Skeptiker müssen von der Macht verteufelt werden. Wer Dinge in Frage stellt, wird das auch in Bezug auf Macht tun; gefährlich für Mächtige.
Aus dieser Akzeptanz der Umdeutung zur Ausübung von Macht können wir jedoch ausbrechen u. die Wörter wieder an ihren richtigen Platz stellen. In Diskussionen sind wir gefordert, offensiv für die Achtung vor unserer Sprache – und damit auch für die Achtung u. Wertschätzung unserer selbst – zu stehen. Suchen und zweifeln, vertrauen und kritisch hinterfragen – das kann der Schlüssel zu einem anderen gesellschaftlichen Verständnis sein.

Von Klimaskeptikern über Antisemiten und Reptiloide bis hin zu uns
Daß es beim Missbrauch des Begriffs VT um Feindbilder geht, um Ausgrenzung u. Denkverbote, möchte ich noch mit 2 kleinen Beispielen belegen. Der VT-Artikel in Wikipedia beinhaltet z.B. auch das, geschrieben in Neusprech (das sollten Sie sich beim Lesen immer bewusst machen): „Dabei verbreiten iranische Politiker die Verschwörungstheorie, die Juden würden nach der Weltherrschaft streben, wobei sie auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ zurückgreifen. So äußerte beispielsweise der damalige Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 23.9.2008 in einer Rede vor den Vereinten Nationen: ‚Die Würde, die Integrität u. die Rechte der amerikanischen u. europäischen Völker werden manipuliert durch eine kleine, aber hinterlistige Zahl von Leuten, nämlich die Zionisten. Obwohl sie eine winzige Minderheit darstellen, haben sie einen wichtigen Teil der Finanz- u. Währungszentren u. auch der politischen Entscheidungszentren einiger europäischer Staaten u. der USA in hinterlistiger, komplexer u. verstohlener Weise unter ihre Herrschaft gebracht.’“

Das läuft übrigens unter der Rubrik „Verschwörungstheorien in der islamischen Welt heute“. Der Artikel erzählt uns über eine sogen. VT aus dem Iran, nachdem die Juden die Weltherrschaft anstreben u. belegt das mit einem Zitat des ehem. iran. Präsidenten Ahmadinedschad. Ganz böse Manipulation läuft da ab, denn jener sprach von ZIONISTEN u. eben NICHT von JUDEN. In dieser durch Wikipedia konstruierten „VT“ wird auch gleich noch der Antisemitismus aus dem Hut gezaubert.

Es ist ein böses Spiel mit unserem Unterbewussten. Und es funktioniert. Warum lassen wir das für uns zu? Weil wir nicht mehr hinterfragen, weil wir unsere Skepsis vergraben haben u. weil wir Angst haben vor Ausgrenzung. Es gehört Mut dazu, aus diesem geistigen Gefängnis auszubrechen. Sie haben nun erkannt, daß der eh schon falsch u. zusätzlich emotional negativ belegte VT-Begriff noch mit der Keule des Antisemitismus aufgewertet wurde? Wie ist Ihr Bild des ehem. iran. Präsidenten? Ich bezweifle, daß es differenziert ist, denn Sie haben doch nur dieses. Ein Bild, das mit Lügen gefüttert wurde u. VT als Hure spielt dabei eine dienstbare Rolle.

Ich werfe auch mal eine steile These in den Raum u. ich höre sie schon rufen, die selbst ernannten Beamten der Gedankenpolizei. Aber ist das jetzt wirklich so falsch? Die deutsche Regierung handelt in ihrem Wesen antisemitisch, denn sie betreibt eine rundweg feindliche Politik gegenüber dem syr. Volk, das zum größten Teil aus Semiten besteht. Außerdem ist die Politik Israels ist zutiefst antisemitisch, denn sie richtet sich aggressiv sowohl gegen das palästinensische Volk als auch gegen die arabischen Nachbarn Syrien u. den Libanon, denen überwiegend semitische Volksgruppen angehören. Darüber könnte man gern mal diskutieren; allerdings wissen Sie jetzt natürlich, daß auch das absolut nichts mit einer VT zu tun hat.

Aber irgendwo gibt es doch Grenzen, nicht wahr? Reptiloide – das geht ja gar nicht, oder? Nochmals eine „Kostbarkeit“ aus der VT-Seite von Wikipedia: „Seit den 1990er Jahren werden antisemitische Verschwörungstheorien auch wieder in Europa rezipiert, u. zwar in esoterischem Gewand. Der britische ehem. Sportreporter David Icke verbreitet die Mär, die Welt wäre von „reptiloiden“ Außerirdischen unterwandert, die er zum Teil als Juden, zum Teil als Illuminaten darstellt. Dabei zitiert er zustimmend die Protokolle der Weisen von Zion. Icke selbst bestreitet, antisemitisch zu sein, da er ja nicht gegen alle Juden polemisiere, sondern nur gegen die Rothschilds, „eine der notorischsten schwarz-okkulten Blutlinien des mittelalterlichen Europa“ ---
- - -
.. die festigende Assoziation der Begriffe „Antisemitismus“ u. „Verschwörungstheorien“, die eine enorm starke emotionale Wirkung auf unsere manipulierte Gesellschaft ausüben. BEIDE Begriffe sind dekontextuiert, sind aus ihren ursprünglichen Bedeutungsmustern teilweise oder ganz entfernt worden.
- - -
Wenn Sie sich ernsthaft für Reptiloide interessieren, dann beschäftigen Sie sich damit u. bilden sich dadurch eine EIGENE Meinung. Doch ansonsten lassen Sie es einfach sein u. AKZEPTIEREN, daß andere Menschen auch andere Meinungen haben. Entscheiden Sie selbst, was Sie als wichtig für Ihr Leben betrachten u. was eben nicht.
Aber lassen wir uns doch nicht einfach eine fremde Meinung zu Andersdenkenden unreflektiert u. kritiklos überstülpen, um sie dann gedankenlos weiterzugeben. Nehmen wir Verantwortung wahr u. nutzen die Möglichkeiten des freien Denkens; verbunden mit der Achtung von Menschen – selbst wenn uns deren Gedanken fremd sein mögen.
Lehnen wir die an uns versuchte Zombifizierung, die Gehirnwäsche ab, die nur dafür geeignet ist, dienstbarer Geist von Macht zu werden u. uns deshalb in Feindbilder zu zwingen sucht. Hier geht es zudem noch um etwas ganz anderes, nämlich um die Überhebung der Meinungsführer, die sich selbst das Recht geben, als wertende urteilende Kontrollinstanz aufzutreten.

Sie führen sich tatsächlich als Gedankenpolizei auf u. sagen Ihnen, was Sie glauben dürfen u. was nicht. Solche Verhaltensweisen legen wir in unserem Alltagsleben allerdings auch gern selbst mal in die Diskussion, wenn es darum geht, die eigene Meinung durchzudrücken. Wikipedia ist selbstredend ein Spiegel des gesamtgesellschaftlichen Zusammenlebens!

Jenseits der Verschwörungstheorie
Daß mit dem Wort VT so ein Schindluder betrieben werden kann, hat also ganz wesentlich damit zu tun, auf welche Art u. Weise wir gegenwärtig Konflikte lösen u. als Individuen in unserem Alltag auf die Meinung anderer reagieren. Wir bilden uns oberflächlich eine Meinung von Menschen, auf deren Gedanken wir uns niemals wirklich eingelassen haben. Wir haben vergessen, daß es legitim ist, seine (tatsächlich) EIGENE Meinung zu vertreten, aber um glaubwürdig zu sein, ebenso notwendig ist, sich auf die Sichten anderer Menschen zu bewegen, um tatsächlich verstehen zu können.

Eine Diskussion ist für uns Kampf, Kampf um unsere eigene Wertschätzung, die wir durch den argumentativen Sieg über andere Meinungen glauben, stärken zu können. Kampf ist eine Folge von Angst, es ist eine Überlebensstrategie. So kommen wir aber nicht weiter, wenn wir gemeinsam an einer friedlichen Welt im Großen wie im Kleinen stricken wollen. Aber das genau möchte doch im Prinzip jeder Mensch. Was wir benötigen, ist eine andere Kultur der Auseinandersetzung unterschiedlicher Ansichten. Das aber können wir nicht einfordern – außer von uns selbst. Diese Veränderung kann nur aus uns selbst kommen u. durch ihre Vorbildwirkung anstecken.

Das beginnt damit, wie wir andere Sichten aufnehmen. Beginnen wir am besten gleich mit jenen, die glauben, die Erde ist eine Scheibe. Denn von jenen erwarten wir doch unsererseits, wie selbstverständlich, unsere Sicht zu akzeptieren, daß die Erde ein Kugel ist. Statt unseren negativen Emotionen nachzugeben, sollten wir der Versuchung widerstehen, uns einer Überlegenheit, einer vermeintlichen Sicherheit des Kreises Gleichgesinnter hinzugeben. Diese Überlegenheit ist die Kompensation für erlebte u. gelebte Unterlegenheit. Man hat den Menschen gelehrt, daß sie, wenn sie nicht FUNKTIONIEREN, wie man es von ihnen ERWARTET, sie die Dinge FALSCH machen, SCHULDIG gesprochen werden u. mit Strafe rechnen müssen. Sie können gerne mal den Blick auf die große Politik hinüber werfen, wie die ihre Handlungen gegenüber Schichten in der eigenen Gesellschaft oder auch anderen Gesellschaften legitimiert.

Deren Handeln ist bestimmt von der Bestrafung anderer u. der Angst, selbst bestraft zu werden. Fehler sind in diesem System nicht erlaubt. Angst vor Strafe diszipliniert u. Angst vor sozialer Ausgrenzung ist eine schlimme Strafe. Das geht durch alle Schichten der Gesellschaft! Und noch etwas dürften viele von Ihnen erfahren haben: Wer Dinge falsch macht, wird gern auf eine besondere Weise bestraft: Er wird ausgelacht. Ausgelacht zu werden ist eine sehr zynische Form von Erniedrigung, die leider als „Erziehungsmaßnahme“ bei Kindern allgemein akzeptiert ist. Ein Mensch, der aus (für sich) völlig triftigen Gründen daran glaubt, daß die Erde eine Scheibe ist, wird von der Gesellschaft ausgelacht. Wie muss sich dieser Mensch fühlen, wie wird sich das auf sein Sozialverhalten auswirken?

Unser Umgang mit sogen. Verschwörungstheoretikern ist Symptom eines geistigen Gefängnisses. Dieses Gefängnis hat uns aufgenommen u. versorgt uns, weil wir in ihm Zuflucht gefunden haben vor unseren Ängsten. Wir haben Angst, Dinge falsch zu machen, auf der falschen Seite zu stehen u. zahlen dafür einen hohen Preis: den der Freiheit. Es geht also gar nicht wirklich um Verschwörungstheoretiker, sondern um uns!

Angst ist wichtig u. unverzichtbar. Das Bombardement an vermeintlichen Gefahren, das Tag für Tag auf uns einprasselt, ist dagegen sehr wohl verzichtbar. Mehr noch ist es sogar extrem gefährlich, weil es permanent unsere Feindbilder füttert. Vor wem u. was sollten wir Angst haben u. uns deshalb BEWUSST damit auseinander setzen?
Menschen, die daran glauben, daß die Erde eine Scheibe ist, sind eine Gefahr? Da sehe ich ganz andere: den Raubbau an unserer Umwelt, den unreflektierten maßlosen Konsum als Kompensation tiefen Glücks, den ideologischen Wahnsinn, zu meinen, man könnte nach Gutdünken den Planeten, Gesellschaften u. die menschliche Spezies verändern, das Hinnehmen u. Mittragen von Kriegen in aller Welt durch uns, den Umgang mit Andersdenkenden …

Bleibt zum Abschluss zu sagen:

   Akzeptieren wir den doktrinären Dysphemismus der „Verschwörungstheorie“ (respektive „Verschwörungstheoretiker“) für uns selbst NICHT! Wohl wissend, daß das Unterbewusstsein eines jeden von uns auf vielen Ebenen unseres Lebens mehr oder weniger gezielt beeinflusst wird.

Gehen wir die Entwicklung einer tatsächlich ihrem Namen gerecht werdenden Verschwörungstheorie an, deren Erarbeitung uns helfen wird, gesellschaftliche, psychologische u. ideologische Ursachen u. Folgen von Verschwörungen zu erfassen u. richtige Schlussfolgerungen für eine friedlichere Zukunft im Kleinen wie im Großen zu ziehen.

Letztendlich geht es darum, den Begriff „Verschwörungstheorie“ aus der Klammer von Neusprech zu befreien!
Die Beendigung der eigenen Unterwerfung unter diese manipulierende, kontrollierende Sprache (eben Neusprech) kann eine lohnende Aufgabe sein, weil wir uns so in die Lage versetzen, freier über unser Ich zu verfügen.

Bleiben Sie schön aufmerksam.
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Re: Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am Do Sep 14, 2017 11:19 am

Daten können sich NICHT verschwören,
sie können höchstens unvollständig sein.

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Re: Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am Di Okt 03, 2017 10:00 am

http://www.journalistenwatch.com/2017/10/02/justiz-am-ende-osmanische-banden-machen-was-sie-wollen/

Leserkommentar:

"All das, was jemals diffamierte Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, Dunkeldeutsche, Pack, Nazis, Prepper, Islamhasser, Putinversteher etc pp
jemals gesagt haben, wovor sie jemals gewarnt haben, all das und noch viel mehr IST eingetroffen! All das!

Das sickert nun auch so langsam bei den Leuten durch … "
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Re: Verschwörungstheorie – Kampf gegen Stigmatisiertes Wissen

Beitrag von Dissident am Mi Okt 04, 2017 11:33 am

„Wenn nämlich irgendeine neue und daher paradoxe Grundwahrheit in die Welt kommt, so wird man allgemein sich ihrer hartnäckig und möglichst lange widersetzen, ja, sie noch dann leugnen, wenn man schon wankt und fast überführt ist.  Inzwischen wirkt sie im Stillen fort und frisst wie eine Säure um sich, bis alles unterminiert ist; dann wird hin und wieder ein Krachen vernehmbar, der alte Irrtum stürzt ein und nun steht plötzlich, wie ein aufgedecktes Monument, das neue Gedankengebäude, dann allgemein anerkannt und bewundert.“

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