Tschechien

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Tschechien

Beitrag von Dissident am Mi Nov 16, 2016 11:40 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechien  Tschechien ist ein Binnenstaat in Mitteleuropa mit rund 10,5 Millionen Einwohnern. Es setzt sich aus den historischen Ländern Böhmen (tschechisch Čechy) u. Mähren (tschechisch Morava) sowie Teilen von Schlesien (tschechisch Slezsko) zusammen. Das Land grenzt im Westen an Deutschland, im Norden an Polen, im Osten an die Slowakei u. im Süden an Österreich. Hauptstadt u. Millionenmetropole des Landes ist Prag, weitere Großtädte sind Brünn, Ostrava, Pilsen, Liberec u. Olmütz.

Das tschechische Reich entstand im späten 9. Jahrhundert durch die Vereinigung des Herzogtums Böhmen mit der Markgrafschaft Mähren. Aus den beiden Ländern wurde 1085 das Königreich Böhmen geformt. Dieses hatte eine Sonderstellung im Heiligen Römischen Reich u. beherrschte unter Dynastien wie den Přemysliden u. Luxemburgern große Gebiete Kontinentaleuropas. Im Zuge des Aufstiegs der Habsburger u. des Dreißigjährigen Krieges wurde das Gebiet Teil der Habsburgermonarchie u. blieb es bis zum Ende des 1. Weltkrieges u. Untergang v. Österr.-Ungarn.
1918 wurde die Tschechoslowakei gegründet. 1939: ... Die Slowakei wurde ein eigener Staat u. der tschechische Landesteil zum deutschen Protektorat Böhmen u. Mähren gemacht. 1945 wurde das Land durch die Rote Armee mit Unterstützung der Tschechoslowakischen Exilarmee vom NS-Regime befreit u. besetzt. 1948 übernahm im sogenannten Februarumsturz die Kommunistische Partei (KSČ) die Macht. Als Satellitenstaat der Sowjetunion wurde das Land ein Teil des Ostblocks u. Mitglied des Warschauer Pakts. Die Reformbewegung Prager Frühling wurde 1968 von Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen. 1989 wurde nach der Samtenen Revolution unter Václav Havel die Demokratie wiedererrichtet. Die heutige Tschechische Republik wurde am 1.1.1993 durch Teilung der Tschechoslowakei gegründet. 1999 wurde sie Mitglied der NATO u. 2004 Mitglied der EU.
(Anm. Dissident: Tschechien hat mit Stand 2017 noch immer seine eigene Währung! Auch wenn Euro angenommen werden...)

Tschechien ist ein Industriestaat; sein Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner ist das höchste der ehemaligen RGW-Mitglieder.

jüngere Geschichte:   Tschechoslowakei
1914-1918 kämpften Tschechen im 1. Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildeten sich im Exil eine tschechische u. slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte Opposition. 28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakei, T. G. Masaryk wurde erster Staatspräsident. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schloss sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik). 1919 fand der Beitritt der Karpatoukraine (1946 fällt sie an die Sowjetunion) statt, 1920 der Anschluss Teschens.

Zwischenkriegszeit u. 2. Weltkrieg

1918-1938 bestand die sogenannte 1. Tschechoslowakische Republik. Es gab eine starke deutsche Minderheit, die im Sudetenland die Mehrheit bildete. Bei der Volkszählung 1930 betrug der deutsche Bevölkerungsanteil auf dem Gesamtgebiet der heutigen Tschechischen Republik 29,5 %. Die Deutschen in der Tschechoslowakei waren seit 1919 durch die Deutsche Nationalpartei vertreten. Die deutschen Sozialdemokraten waren 1920-1935 die stärkste deutsche Fraktion im Prager Abgeordnetenhaus und wurden ab 1929 mit ihrem Vorsitzenden Ludwig Czech, der verschiedene Ministerposten bekleidete, auch Regierungspartei. 1933 gründete Konrad Henlein die Sudeten-deutsche Partei (SdP). Mit deutscher Unterstützung forderte die SdP immer weitergehende Autonomie u. Abtrennung des deutschsprachigen Landesteils von der Tschecho-slowakei ---
Nach dem „Anschluss“ Österreichs drohte Hitler mit dem Einmarsch ins Sudetenland. Großbritannien u. Frankreich hatten als Schutzmächte nach dem Vertrag von Saint Germain Schutzpflichten gegenüber der Tschechoslowakei. Außerdem gab es noch zusätzliche Bündnisverträge Frankreichs u. der Sowjetunion mit der ČSR. Die Regierungen Frankreichs u. Großbritanniens waren der Auffassung, durch Nachgeben („Appeasement-Politik“) einen drohenden Krieg verhindern zu können. Ohne die Beteiligung der tschecho-slowakischen Regierung unterzeichneten Hitler, Mussolini, Chamberlain u. Daladier am 29.9.1938 das Münchner Abkommen, nach dem die Tschechosl. das Sudetenland an Deutschland abtreten musste --- Etwa ein Drittel des Staatsgebietes fiel damit ans Deutsche Reich. Am 1.10. entstand darauf die föderative 2. Republik.

Am 5.10.1938 trat Präsident Beneš zurück u. ging ins Exil nach Großbritannien. Sein Nachfolger wurde Emil Hácha. Nach dem Einmarsch deutscher Truppen am 15.3.1939 in die „Rest-Tschechei“ wurde das Protektorat Böhmen u. Mähren errichtet. Die 1. Slowakische Republik wurde ein Satellitenstaat des Deutschen Reiches. Am 27.9.1941 folgte auf den dauerhaft beurlaubten Statthalter Neurath als neuer Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Am 27.5.1942 wurde auf Heydrich ein tödliches Attentat verübt. Als Vergeltungsmaßnahme ermordeten die Nationalsozialisten alle Bewohner der Dörfer Lidice u. Ležáky. Während der deutschen Besetzung befanden sich auf tschechischem Boden das KZ Theresienstadt sowie mehrere Außenlager des KZ Flossenbürg, darunter die „Richard“-Gruben. 1945 fand die faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei durch das „Kaschauer Programm“ der neuen Regierung unter Premierminister Zdeněk Fierlinger statt. US-, sowjetische u. tschechoslowakische Truppen befreiten das Land. Die in der Erklärung von Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem von den USA u. dem von der UdSSR verwalteten Gebiet verlief entlang der Städte Budweis, Pilsen u. Karlsbad.

Ende des 2.Weltkriegs u. Realsozialismus

Am 5.5.1945 begann der Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht, am 8.5. war der Weltkrieg zu Ende. Am 9.5. marschierten sowj. Truppen in Prag ein. Präsident Beneš übernahm wieder die Regierungsgewalt. Im Zuge der Wiederherstellung des Staates wurden die sogenannten Beneš-Dekrete erlassen. Neben gewöhnlichen Verwaltungsangelegenheiten regelten diese auch die Vermögensenteignung u. Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei, die nach dem Krieg als „Staatsfeinde“ angesehen wurden. Dieser Racheakt wurde juristisch nicht aufgearbeitet, lange Zeit als Tabuthema behandelt u. erst spät öffentlich diskutiert.
Am 26.5.1946 gewann die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) die Wahlen, wurde Bestandteil der Regierung u. konnte mithilfe der Unterstützung durch die UdSSR einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KSČ) wurde in der Folge Ministerpräsident.
Am 25.2.1948 fand die vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten statt. Es kam zur Verfassungsänderung u. Umgestaltung des Landes nach sowj. Muster. Erster sog. „Arbeiterpräsident“ wurde Klement Gottwald. Nov. 1952 wurde Rudolf Slánský zusammen mit 11 weiteren Angeklagten im „Slánský-Prozess“ zum Tode verurteilt. 1957 wurde Antonín Novotný Präsident. Auf der Kafka-Konferenz 1964 in Liblice wurde Franz Kafka rehabilitiert. Rufe nach Reformen wurden laut u. kulminierten auf dem 4. tschechischen Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik an der politischen Führung.

Prager Frühling
Zwischen dem 3. u. 5.1.1968 wurde Novotný vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wurde Vorsitzender der KSČ. Präsident wurde General Ludvík Svoboda. Anfang März folgte die Aufhebung der Zensur. Der „Prager Frühling“ begann, die Weiterentwicklung verlief überwiegend spontan. Am 5.4.1968 wurde ein Aktionsprogramm der KSČ unter Alexander Dubček verabschiedet. Ein „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ wurde angestrebt (verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen).
Am 21.8.1968 begann eine militärische Intervention: sowj. u. weitere Truppen des Warschauer Pakts besetzten die Tschechoslowakei. Im Zuge dieser Besetzung erließ Moskau die Breschnew-Doktrin der „Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten“. In der Folge emigrierten viele Tschechen. Die nachfolgende politische Etappe wurde „Normalisierung“ genannt. Am 1.1.1969 entstand mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation die Tschechische Sozialistische Republik als eine der beiden Teilrepubliken der Tschechoslowakei. Am 17.4.1969 erfolgte die Ablösung Dubčeks u. die Wahl Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KSČ. Aufsehen erregten die Selbstverbrennungen der Studenten Jan Palach u. Jan Zajíc (16.1. u. 25.2.1969) zu Beginn der „Normalisierung“.
In der Folge wurde die ČSSR einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks. Am 1.1.1977 wurde die Bürgerbewegung „Charta 77“ gegründet.

Die Samtene Revolution
Am 17.11.1989 unterdrückte die Polizei brutal eine Studentendemonstration, was Großdemonstrationen von bis zu 750.000 Menschen nach sich zog. Am 19.11.1989 wurde das Bürgerforum zur tragenden Kraft der „Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowakei. Am 10.12.1989 erklärte Staatspräsident Gustáv Husák seinen Rücktritt.
Alexander Dubček wurde am 28.12.1989 zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt. Am 29.12.1989 wurde Václav Havel von der Föderalversammlung zum Präsidenten der ČSSR gewählt. Anfang 1990 wurde die Tschechische Sozialistische Republik in Tschechische Republik umbenannt. Am 23.4.1990 – nach dem sogenannten Gedankenstrich-Krieg – folgte die Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische u. Slowakische Föderative Republik (ČSFR).
Am 8.6.1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen in der ČSFR statt. Am 5.7.1990 wurde Václav Havel zum Präsidenten der ČSFR gewählt. Am 21.2.1991 trat die ČSFR dem Europarat bei. Am 16.12.1991 folgte die Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens. Am 5.6.1992 fanden Parlamentswahlen in der ČSFR statt. Der Ökonom Václav Klaus (ODS) wurde Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik („Marktwirtschaft ohne Adjektiv“). Durch eine Coupon-Privatisierung wurden 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen.
Vladimír Mečiar wurde Ministerpräsident in der Slowakei. Klaus u. Mečiar vereinbarten .. eine Teilung der Tschechoslowakei in 2 Staaten. Am 20.7.1992 trat Präsident Havel von seinem Amt zurück. Am 25.11.1992 wurde das Gesetz über die Auflösung der ČSFR im föderalen Parlament verabschiedet.
Am 16.12.1992 wurde die neue Verfassung der Tschechischen Republik als „demokratischer Rechtsstaat“ verabschiedet. Die Charta der Grundrechte u. -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wurde unverändert von Tschechien übernommen.

Tschechische Republik
Am 1.1.1993 wurde die Tschechoslowakei einvernehmlich aufgelöst u. die Tschechische Republik sowie die Slowakische Republik als unabhängige Staaten ausgerufen. Am 2.2.1993 fand die Vereidigung des neugewählten tschechischen Präsidenten Václav Havel statt. Am 30.6.1993 trat Tschechien dem Europarat bei. 1994–1995 war das Land nicht-ständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Tschechien unterschrieb 1995 das neue EU-Assoziierungsabkommen u. trat 1995 der OECD u. 1999 der NATO bei. Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des Tschechischen Fernsehens Česká televize löste die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Am 28.2.2003 wurde Václav Klaus zum Staatspräsidenten gewählt.
Am 1.5.2004 trat die Tschechische Republik der EU bei (siehe: EU-Erweiterung 2004). --- Seit 8.3.2013 ist Miloš Zeman der erste direkt gewählte Staatspräsident. Die aktuelle Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Bohuslav Sobotka bilden die sozialdemokratische ČSSD, ANO 2011 u. die KDU-ČSL.
Tschechien bildet mit Polen, der Slowakei u. Ungarn die sogenannte Visegrád-Gruppe. Fast alle politischen Parteien nehmen eine ablehnende Haltung zur Aufnahme von Flüchtlingen ein. Von den 10,5 Millionen Einwohnern in Tschechien sind rund 12.000 Muslime. Der Ausländeranteil des Landes liegt bei rund 4 % u. damit weit unter dem europäischen Durchschnitt.

Administrative Gliederung: Das Staatsgebiet Tschechiens umfasst die 3 historischen Länder Böhmen, Mähren und Schlesien.


Zuletzt von Dissident am Di Nov 14, 2017 9:10 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Brünner Todesmarsch

Beitrag von Dissident am Mi Nov 16, 2016 2:05 pm

Dunkle Kapitel in der tschechischen Geschichte sind die Verbrechen an der deutschen Bevölkerung in der Zeit vorm Protektorat (Sudetenkrise) und 1945 als die Vertreibungsverbrechen stattfanden, welche durch das Benes-Dekret nachträglich straffrei gestellt wurden.
Das waren alles eindeutige Völkerrechts-Brüche und wären zu ahnden gewesen, aber die angeblichen "Befreier" kehren ihre eigenen Verbrechen und die von anderen Nationen gern unter den Teppich. Untenstehend Zeitzeugenberichte über diese tschechischen Pogrome an Deutschen.
Fairerweise muß man sagen, daß es doch auch Tschechen gibt, die dieses Unrecht ansprechen und Entschuldigung und Versöhnung anstreben.
Was fällig ist, das wäre die Aufhebung der Benes-Dekrete und Wiedergutmachung an den Opfern dieser tschechischen Verbrechen des 20. Jahrhunderts.

http://web.archive.org/web/20071213005517/http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=6365&threadid=296773

30.5.1945 - In Brünn in Mähren beginnt ein Marsch von 25.000 Deutschen, die nach Österreich ausgewiesen werden sollen. Allein bei dieser menschenverachtenden Massenvertreibung kommen mehrere tausend Deutsche ums Leben.

Brünn bedauert die Vertreibung der Deutschen
Als erste tschechische Stadt hat die mährische Metropole Brünn vergangene Woche Donnerstag offiziell die Vertreibung deutscher Einwohner nach dem 2. Weltkrieg bedauert. Beinahe 1 Jahr nachdem die tschechische Bürgervereinigung "Jugend für interkulturelle Verständigung" die Stadtoberen dazu aufgefordert hatte, ihr Schweigen zum berüchtigten Brünner Todesmarsch zu brechen, liegt damit ein erstes Ergebnis vor.

Am 30.5.1945 mussten Brünner Deutsche ihre Habseligkeiten packen u. sich am nächsten Tag auf dem Mendelsplatz in Brünn versammeln. Unter der Aufsicht gewaltbereiter tschechischer Milizen setzte sich von dort aus der Zug der deutschen Einwohner Brünns Richtung Österreich in Bewegung. Insgesamt wurden ungefähr 25.000 Deutsche auf den "Todesmarsch" geschickt. Genaue Zahlen, wie vielen Menschen dieser Marsch das Leben kostete, liegen nicht vor. Die Angaben schwanken zwischen von bis zu 1500 Todesopfern. Es war wohl auch ein Ziel der vom Stadtrat vor einem Jahr eingesetzten Kommission, Licht in dieses Dunkel der Geschichte zu bringen u. überdies die Verantwortlichkeit für die Tragödie festzustellen. Doch keins von beidem gelang so richtig.

http://www.zdf.de/ZDFde/img/8/0,1886,2269320,00.jpg --- Vertriebene Sudetendeutsche im Lager Wiesau

Augenzeugenbericht,von Lieselotte Meckes: "Dann kam der 29.5., Vorabend vor dem Fronleichnamsfest 1945. Wir, Frauen u. Alte, waren aus den Lagern entlassen worden, man schöpfte wieder etwas Hoffnung. An diesem Tag waren wir in unserer Stadtwohnung. Frau Malanik, eine tschech. Mitbewohnerin, eine liebe Frau übrigens, erzählte meiner Mutter, dass einige Tage vorher eine Kolonne deutscher Gefangener Richtung Bahnhof marschiert sei, bewacht von russischen Soldaten. Unter den Gefangenen habe sie meinen Vater erkannt, weil er sich immer wieder umgedreht u. an der Häuserfassade hochgeblickt habe. Wohin deutsche Gefangene transportiert wurden, war kein Geheimnis. Dass meine Mutter darüber sehr unglücklich war, ist verständlich. Erst Opa-Heinrich im Lager, Aufenthalt unbekannt, u. jetzt auch noch mein Vater in russ. Gefangenschaft. Übrigens war es auch Fr. Malanik, die Jahre später das Grab meines Großvaters auf dem Brünner Zentralfriedhof ausfindig machte. Sie fand den Namen Heinrich Schimek auf der Liste der in diesem Grab befindlichen Sträflingen aus Mirau.Doch an jenem Abend des 29.5.1945 blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken. Am späten Nachmittag erhielt die deutsche Bevölkerung Abmeldeformulare. Da Staatspräsident Benesch nach Brünn kam, sollten die Deutschen für 3 Tage die Stadt verlassen. Angeblich zur Sicherheit des Herrn Benesch, damit von Seiten der Deutschen kein Attentat auf ihn ausgeübt werden konnte. Welch lächerliche, fadenscheinige Ausrede für ein geplantes grausames Verbrechen. Von den Beamten des „Narodní výbor“ wurden wir aufgefordert uns bis 21 Uhr an bestimmten Sammelplätzen in den versch. Stadtteilen einzufinden. In der Hauptsache waren es Frauen, Kinder, alte u. kranke Leute. Viele ahnten sicher nicht, dass es ein Abschied für immer sein würde. Meine Mutter meinte jedoch, man muss sich nicht abmelden, wenn man nur 3 Tage weggeht, wir kommen nicht mehr zurück. Sie hatte Recht. Mitnehmen durfte man, was man tragen konnte. Es war mitten im Frühsommer, der in diesem Jahr sehr warm war, doch meine Mutter bestand darauf auch Wintermäntel, warme Kleidung u. Woll-
decken mitzunehmen. Und vor allen Dingen die restlichen Lebensmittel, u. das waren etwas Brot, Schmalz u. Marmelade.Dann ging es zum Sammelplatz an der Wiener-Gasse - Ecke Feldgasse. Die Hausfrau meiner Eltern, Fr. Hasl, machte Mutter darauf aufmerksam, dass im Treppenhaus noch der Kinderwagen der Familie Wochele aus dem 3. Stock stand, die schon vor Tagen mit Militärfahrzeugen der deutschen Wehrmacht geflüchtet war. Also eilte meine Mutter zurück u. holte diesen Kinderwagen. Da hinein packten wir unsere 2 Koffer, 1 Rucksack u. das Gepäck meiner Großmutter. Für meinen Lieblingsteddy war kein Platz mehr. Er musste zurückbleiben. Es dauerte übrigens bis Weihnachten 1951 bis ich wieder einen ähnlichen Teddybär bekam. Ich habe ihn heute noch, u. sogar meine Enkelkinder betrachten ihn respektvoll nur aus der Ferne. Dann setzte sich der endlose Trauerzug in Bewegung begleitet von Spottgebärden u. hämischen Zurufen der Tschechen. Angetrieben wurden wir von jungen bewaffneten tschech. Partisanen. Vorbei gings am Zentralfriedhof zunächst zu einer ausserhalb der Stadt befindlichen Polizeistation. Eine sogenannte „ärztliche Untersuchung“ sollte dort stattfinden. Angebliche Ärzte waren jedoch russ. Offiziere männlichen u. weiblichen Geschlechts, die, unterstützt von Tschechen, den verängstigten Menschen noch die letzten Wertgegenstände wegnahmen. Meine Mutter u. meine Großmutter mussten ihre Armbanduhren hergeben. Auf Uhren waren die Russen besonders scharf. Meine Mutter verlor dabei auch ihren Ehering.Weigerte man sich, so drohten sie den Finger abzuschneiden. Oma hatte ihren im Mantelsaum eingenäht u. somit gerettet. Später schenkte sie ihn meiner Mutter.Und weiter mussten wir Richtung Pohrlitz. Immer wieder wurden die Leute brutal von den Partisanen angetrieben. Wer nicht schnell genug vorwärtskam, wurde zusammengeschlagen. Der Morgen brach an, u. immer noch wurden wir wie eine Herde Vieh vorwärtsgetrieben. Es war der 30.5.1945, Fronleichnam."


Zuletzt von Dissident am Mi Nov 16, 2016 2:44 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Brünner Todesmarsch

Beitrag von Dissident am Mi Nov 16, 2016 2:18 pm

Folgendes Standardwerk zum Brünner Todesmarsch ist unentbehrlich: Der "Brünner Todesmarsch" Nemci Ven! Die Deutschen raus. Eine Dokumentation verfassst von Hanns Hertl u.a hrsg. vom Heimatverband der Brünner in der BRD e.V. ISBN 3-00-002566-9 Die Anschaffung des 232 S.-Werks lohnt sich. Bildokumente enthält das Buch nicht- allerdings zwei Kartenskizzen - Der Weg des "Brünner Todesmarsches" Teil : Von Brünn bis zur Grenze nach Österreich und Teil 2: Von der Grenze bis Wien

Fortsetzung  http://web.archive.org/web/20071213005517/http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=6365&threadid=296773

Eine deutsche Krankenschwester berichtet über die Austreibung der Deutschen aus Brünn und ihren Todesmarsch:

„Am 30.5. wurden wir aus unseren Brünner Wohnungen gejagt. Die ganze Nacht standen wir in Massen, Frauen u. Kinder u. Männer, im Freien. Bei Morgengrauen kam ein tschech. Stabskapitän mit einer Horde von Gendarmen u. Partisanen und schrie: "Gold, Geld u. Sparkassenbücher abgeben!"
Nach diesem Ruf stürzten er selber u. alle seine Begleiter auf die wehrlosen Frauen u. Greise u. entrissen ihnen alles, was ihnen wertvoll genug erschien.

Eine alte Dame, der ein Partisan den ganzen Schmuck geraubt hatte, bat ihn: "Mein Herr, ich bitte Sie, lassen Sie mir den Ehering. Er hat keinen Wert für Sie. Bald sind es 55 Jahre, daß ihn mir mein Mann vor dem Altar gegeben hat. Ich will mit diesem Ring begraben werden." Der Tscheche schrie sie an: "Du alte Sau!" ...

Im Morgengrauen begann der Abmarsch. Da die Massen die ganze Nacht hatten stehend verbringen müssen, brachen die Alten u. Kranken schon nach wenigen Kilometern zusammen ... Ein schweres Gewitter überflutete die Straßen. Die müden, vollständig erschöpften alten Menschen rutschten auf dem aufgeweichten Boden aus u. fielen. Sie wurden aufgeprügelt u. weitergepeitscht. Oft waren sie nicht mehr auf die Füße zu bringen. Die Straßengräben waren gefüllt mit Gepäckstücken, die von den völlig Erschöpften weggeworfen worden waren. Wer nicht weiter konnte, starb am Wege oder wurde von der Bevölkerung überfallen, nackt ausgezogen u. nach Schmuck u. Wertgegenständen durchsucht. Zahllose wurden zu Tode geprügelt oder erschossen ...

Nacht für Nacht wurden alle Frauen, die kranken, die alten, ja die siebzigjährigen, vergewaltigt. Die Frauen kamen jede Nacht zwei- bis dreimal daran. Ein Soldat wollte ein elfjähriges Mädchen mißbrauchen. Die Mutter wehrte sich mit übermenschlichen Kräften u. bot sich an Stelle des Kindes an, um das Kind zu retten. Die Mutter wurde blutig geschlagen, das Kind nicht freigegeben . . . Ich wurde in einer Nacht von 5 Soldaten vergewaltigt.

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Augenzeugenbericht   Quelle: Bild,Serie: Flucht und Vertreibung

Bevor der "Brünner Todesmarsch" begann, bombte die bolschewistische Luftflotte Brünn in Brand... --- Steffi Fischer aus Brünn: „Viele Kinder u. kranke alte Leute konnten nicht mehr weiter, wurden aber mit Fußtritten u. Gewehrkolbenhieben gezwungen, bis sie entkräftet im Straßengraben zusammenbrachen.
Da bat eine Tochter, bei der sterbenden Mutter im Straßengraben verbleiben zu dürfen, aber sie wurde von der sterbenden Mutter fortgezerrt: "Die Sau verreckt schon allein." Auch wurde einer hochschwangeren Frau, die durch die Aufregungen im Straßengraben gebar, das Kind aus dem Leibe getreten u. sie musste da selbst verbluten.

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Ingeborg Neumeyer über den Todesmarsch aus Brünn Quelle:Reuth, Deutsche auf der Flucht

"Nach tagelangen schwersten Kämpfen wurde die Stadt Brünn, Landeshauptstadt von Mähren, Ende April 1945, durch die Rote Armee erobert. Für uns Deutsche begann nun eine Zeit des Schreckens und Leidens. Der Hass der Tschechen auf alles, was deutsch war, erreichte ein unvorstellbares Maß an Brutalität.
Am 30.5.1945 nachts, wurden alle Deutschen von jungen "Revolutionären der tschechischen Nationalgarde" gewaltsam aus ihren Wohnungen vertrieben. Wir, Mutter, die 11-jährige Schwester u. unser Baby wurden in nur 10 Minuten aus unsere Wohnung gejagt. Am Morgen wurden die Menschenmassen von einer Horde bewaffneter, tsche­chischer "Partisanen" in lan­gen Kolonnen - schlimmer als Vieh - aus der Stadt getrieben, zur etwa 45 km entfernten österr. Grenze, Richtung Wien.

Es waren ca. 30.000 - 35.000 Frauen, Kinder u. Greise, Schwerkranke aus den Krankenhäusern, Altersheimen, selbst Hoch­schwangere. Es war ein sehr heißer, schwüler Tag, es gab kein Wasser, schon bald brachen die Menschen vor Erschöp­fung zusammen, meist Alte, Kranke u. Kinder. Wer nicht mehr aufstand, wurde brutal zusammengeschla­gen, tot geprügelt oder er­schossen.
Abends erreichte der Elendszug das Städtchen Pohrlitz. In dem 3.000-Einwohner-Ort irrten nun in der Dunkelheit etwa 30.000 Menschen umher. Verzwei­felte Mütter suchten in dem fürchterlichen Chaos ihre verloren gegangenen Kin­der. Schreiende u. wei­nende Kinder ihre Mütter. Am nächsten Morgen wurden die, die noch etwas Kraft besaßen, weiter zur noch etwa 30 km ent­fernt gelegenen österr. Grenze getrieben.

Mehrere Tausend völlig entkräftete Menschen, die nicht mehr weiterlaufen konnten, wurden von den Partisanen aus dem Ort ge­jagt auf eine Wiese, in 4 große, leer stehende Getrei­desilos. Dort lagen wir nun eng aneinander -wie Ölsardinen - auf blankem Betonboden. Tagsüber war es sehr heiß, nachts kalt, durch das zerschossene Dach blies der Wind, regnete es herein. Wir hatten nichts zu essen, kein Wasser.
Einmal kam ein Jauche­wagen mit Wasser ins La­ger, ich habe davon nicht getrunken, denn das Wasser stammte aus Gräben, in de­nen Leichen lagen. Wir er­nährten uns von Kräutern, Löwenzahn- u. Erdbeer-Blättern, fanden verschim­meltes Brot oder Kartoffelschalen.
Jede Nacht stürmten meist schwer betrunkene russ. Soldaten durch das von den tschech. Bewachern geöffnete Tor ins Lager. Mutter legte sich, mit dem Baby im Arm auf mich oder versteckte mich unter dem Kinderwagen, so wurde ich in der Dunkelheit nicht entdeckt. Ich hörte nur immer das furchtbare Schreien der vergewaltigten Frauen u. Mädchen.
Neben mir lag eine Mutter von 5 Kindern - Eines Morgens war sie tot. Die Kinder schrien vor Hunger u. Durst, das kleinste krabbel­te auf der Toten herum. Di­rekt hinter mir war eine todkranke 82-Jährige. Auch sie wurde vergewaltigt. Am nächsten Tag war sie tot.
Täglich starben 60-70 Menschen an Seuchen, sind verhungert u. verdurstet. Wir mussten die Toten aus dem Lager ziehen u. im Feld notdürftig verscharren.

Eines Nachts krochen wir in der Dunkelheit auf allen vieren durchs offe­ne Tor aus dem Lager. Mit einem Pferdefuhr­werk brachte uns ein „Fluchthelfer" in das Dorf Unter-Tannowitz nahe der österr. Grenze. In einem kleinen halb verfallenen Schuppen, den russ. Soldaten als Pferdestall genutzt hatten, fanden wir Unterschlupf. Mit Ungeziefer u. Mäu­sen hausten wir darin 11 Monate lang. Unsere Groß­eltern sind schon 2 Tage nach unserer Flucht qual­voll gestorben u. in einem Massengrab mit weiteren 890 Opfern verscharrt worden. Die genaue Zahl der Op­fer des Todesmarsches ist nicht bekannt. Sie wird auf 1.800 - 2.500 geschätzt. Insgesamt fielen etwa 25.000 Bewohner Brünns nach Kriegsende den unmenschlichen Grausamkeiten der Tschechen zum Opfer.

Das Buch: Zitat: Neu und nur bei Weltbild! Ralf Georg Reuth (Hrsg.) Deutsche auf der Flucht
Weltbild Originalausgabe 12.50 EUR * Das große Schicksals-Buch der Deutschen --- 14 Millionen Deutsche auf der Flucht - Alte und Kranke, Frauen und Kinder.
Die Zeitzeugen kommen zu Wort. Persönliche Berichte über die Flucht aus
* Westpreußen
* Ostpreußen
* Pommern
* Schlesien und
* Böhmen
Nach dem TV-Ereignis ''Die Flucht'' rief die BILD-Zeitung ihre Leser auf, persönliche Erinnerungen an die schwere Zeit 1945 zu schildern - und erhielt eine Fülle von Zuschriften. Das Schicksal Einzelner gibt der Geschichte ''ein Gesicht'': Menschen, die unter furchtbaren Bedingungen durch Eis und Schnee in den Westen ziehen
- aus West- und Ostpreußen, Schlesien, Pommern oder Böhmen.

Viele persönliche Fotos, Briefe und Tagebücher zeigen, wie es wirklich war:
Die Flucht aus dem Osten, Menschen in endlosen Trecks zu Fuß, auf Pferdewagen oder per Eisenbahn.
Dieses Buch handelt von der Flucht und Vertreibung der Deutschen aus dem Osten.
102 Zeitzeugen berichten, wie sie zwischen 1944 und 1950 ihre Heimat verließen und es für sie dabei ums nackte Überleben ging.
(Anm.: 102 = Erschreckend wenig, von über 14.000.000 Vertriebenen. Viele "Geschichten" wollte man u.U. gar nicht veröffentlichen ...)
Sie schildern, wie sie mit ihren Pferdefuhrwerken übers brüchige Eis des Frischen Haffs flohen. Sie erzählen von den letzten Kriegstagen in den Ruinen Königsbergs u. vom Kampf um die Schiffspassagen in den Ostseehäfen von Pillau, Danzig u. Gotenhafen. Die Flucht aus dem brennenden Breslau u. die Vertreibung aus den sudetendeutschen Gebieten fehlen in den Berichten ebenso wenig wie der Brünner Todesmarsch u. die Deportation der Deutschen aus Prag.
216 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, 22 x 29 cm, gebunden, mit Schutzumschlag. Weltbild ISBN-10: ISBN-13: 9783898977418
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Fortsetzung

Beitrag von Dissident am Mi Nov 16, 2016 2:42 pm

Fortsetzung --- Erwin Jurka in Deutsche auf der Flucht über den Brünner Todesmarsch:

" Am Vorabend zum 30.5.1945 kamen wieder Männer, Tschechen, u. forderten uns auf, uns in einer bestimmten Straße Brünns einzufinden. Wir hatten nur wenig Zeit, das Notwendigste zu­sammenzupacken. So wurden schnell ein paar Kleidungsstücke zu­sammengerafft - für meine Mutter, meinen 4-jähri­gen Bruder u. mich. Etwas zu essen u. zu trinken, was uns die Schwester u. der Bruder meiner Mutter, die ja Tschechen waren u. uns jetzt wieder besuch­ten, brachten. Große Familientreffen fanden damals nicht statt, nur heim­lich Besuche, bei denen uns immer wieder Kleinigkeiten zum Überleben zugesteckt wurden.

Als wir am Abend an dem uns zugewiesenen Ort an­kamen, waren schon viele Menschen anwesend. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir zu diesem Zeit­punkt schon den Grund für dieses Treffen wussten. Wir verbrachten die ganze Nacht auf der Straße. Ich weiß nicht mehr, woran wir dachten, ob wir überhaupt etwas dachten. Abgestumpft, verängstigt standen wir Stunde um Stunde auf der Straße. In der Morgendäm­merung des 30.5. kam dann der Befehl, in eine be­stimmte Richtung zu gehen. Irgendwie hatten wir er­fahren, dass es Richtung Süden, zur österr. Grenze gehen sollte.
Die Menschenmassen setzten sich langsam in Bewe­gung. Als wir die Stadt Brünn verlassen u. das freie Ge­lände erreicht hatten, sahen wir weder Anfang noch En­de des langen Zuges. Neben der Straße ein Straßengra­ben - manchmal eine kleine Böschung. Bald lagen im Straßengraben die ersten größeren Gepäckstücke, die die ausgemergelten, geschwächten u. vielfach auch kranken Menschen nicht länger schleppen konnten.

Es war erstaunlich wenig Wachpersonal zu sehen. Wir gingen auf der rechten Seite der Kolonne. Nach ein paar Stunden sahen wir die ersten Leichen u. Sterbenden im Straßengraben liegen. Schwangere Frauen, Neugeborene überwogen. Wir hörten aber weder Schüsse noch konnten wir beobachten, dass das Wachpersonal jemanden erschlug. Wir sahen nur das Ergebnis dieser Tortur. Je länger der Marsch dauerte, umso mehr Tote lagen im Graben. In dem Zug befan­den sich nahezu ausschließlich Frauen u. Kinder jeden Alters. Meine Mutter sagte un­zählige Male zu mir: „Schau nicht hin, schau nicht hin!" Am Abend erreichten wir Porlitz. Wir ließen uns auf Betonboden in einer großen Halle nieder. Es gab eine kleine Essensration, ich glaube, ein wenig Milch für die Kinder. Neben der Halle be­fand sich ein Erbsenfeld, dort verrichteten wir unsere Notdurft. Viele hatten Durchfall. Wir wateten durch die Exkremente, das Chaos war perfekt.

Am nächsten Tag brachen die Massen wieder auf, Richtung Österreich. Es kam eine Durchsage, dass die­jenigen, die gebürtige Tschechen seien u. die tsche­ch. Staats-angehörigkeit beantragen möchten, wie­der zurück nach Brünn dürften. Da wir annahmen, dass uns Vater, falls er jemals aus russ. Kriegsgefangen­schaft zurückkehren sollte, uns in Brünn eher finden würde als in Österreich oder Deutschland, meldeten wir uns.
Am folgenden Tag machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Brünn. Wir waren die einzigen Deutschen auf der Straße, auf uns allein gestellt, ohne Bewachung. Nach einigen Stunden hielt ein tschech. Lastwagenfahrer sein Fahrzeug an, ließ uns aufsteigen u. brachte uns zurück nach Brünn. Im Straßengraben war niemand mehr zu sehen, nicht einmal größere Gepäckstücke waren auszumachen. Jemand hatte gründlich aufgeräumt.

Kurz vor Ober-Gerspitz ließ uns unser barmher­ziger Samariter wieder absteigen. Es musste ja nicht unbedingt jemand sehen, dass er uns mitgenommen hatte. Das letzte Stück gingen wir zu Fuß zur Schwe­ster meiner Mutter, die in der Zwischenzeit ein schö­nes Haus einer vertriebenen deutschen Familie bezogen hatte. Geborgenheit, Sauberkeit u. reichlich Essen u. Trinken versprachen ein kleines Glück. Nach einigen Tagen sagte unsere Tante zu uns, dass wir nicht länger bleiben könnten, weil die Nach­barn schon über uns sprächen u. Probleme entstehen würden. Da wir in unsere eigene Wohnung nicht mehr zurückdurften, sahen wir uns in der übrigen Verwandtschaft um u. fanden eine alte Tante meiner Mutter in Königsfeld...."
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Tschechien will weiterhin seine Bürger bewaffnen

Beitrag von Dissident am Di Feb 28, 2017 2:37 pm

Zurück in die Gegenwart:

http://www.krone.at/welt/tschechien-will-weiterhin-seine-buerger-bewaffnen-trotz-eu-verbot-story-556390

Trotz EU-Verbot - Tschechien will weiterhin seine Bürger bewaffnen

Tschechiens Innenminister Chovanec hält demonstrativ ein Winchester-Gewehr quer vor der Brust. In einem Internet-Video erklärt er, warum er das Recht auf Waffenbesitz in der Verfassung verankern will. "Der Grund ist, dass sich in Europa die Sicherheitslage immer weiter verschlechtert", sagt der 47-jährige Politiker.
Der andere Grund: In Reaktion auf die jüngsten Terroranschläge will die EU das Waffenrecht in den Mitgliedsländern deutlich verschärfen.

--- Die Möglichkeiten der Sicherheitsorgane, in solchen (Terror-)Fällen "effektiv u. schnell" einzugreifen, seien begrenzt, so Chovanec. Er ist auf einer Wellenlänge mit Präsident Zeman. "Ich bin wirklich der Meinung, dass sich die Bürger gegen Terroristen bewaffnen sollten", sagt der 72-Jährige ...

--- Tschechien ein vergleichsweise waffenverliebtes Land: Die Zahl der legal registrierten Pistolen, Jagd- u. Sportgewehre sowie anderen Schusseisen liegt bei knapp 800.000. Die Tendenz ist seit Jahren steigend. Tschechien ist auch ein großes Herstellungsland: Im vorigen Jahr exportierten tschech. Firmen Schusswaffen im Wert von über 120 Mio. €.
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EU-Flüchtlingsquote, ohne Tschechien

Beitrag von Dissident am Di Apr 18, 2017 2:06 pm

http://www.epochtimes.de/politik/europa/tschechien-steigt-aus-eu-fluechtlingspakt-aus-a2097601.html?latest=1  .. Tschechien wird nicht mehr bei der EU-Flüchtlingsquote mitmachen. Sicherheitsbedenken sind der Grund

.. Tschechiens Innenminister hat am Sonntag angekündigt, dass sein Land keine weiteren Migranten mehr aus dem EU-Umverteilungsprogramm aufnehmen wird.

„Tschechien hat nicht vor, weitere Migranten aufzunehmen“, so der Sozialdemokrat Milan Chovanec in der Onlineausgabe der Zeitung „Pravo“ am Sonntag. Seine Ablehnung begründete er wie folgt: Es sei für seine Behörden schwierig, die Migranten in den Auffanglagern in Italien u. Griechenland auf Gefahren für die innere Sicherheit zu überprüfen.

Nur 12 Migranten hatte Tschechien aufgenommen im Rahmen der EU-Verteilungsquote für Flüchtlinge. Dabei hätte das Land knapp 3.000 Personen aus Griechenland u. Italien aufnehmen müssen. Nun drohen Strafzahlungen an die EU.

Sicherheit „ist es wert“
Mögliche Strafzahlungen an die EU will der tschechische Minister in Kauf nehmen. Das sei es wert, erklärte der 47-Jährige laut „Heute.at“: „Man darf diese Menschen nicht ohne Kontrollen hereinlassen.“

Für das Umverteilungsprogramm ist Tschechiens Weigerung ein Rückschlag. Tschechien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei hatten im September 2015 gegen die EU-weite Verteilungsquote gestimmt. Trotzdem hatte sich Prag bereit erklärt, den Mehrheitsbeschluss umzusetzen.
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Vlajka

Beitrag von Dissident am Mi Apr 19, 2017 3:53 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Vlajka  Die Vlajka (tschechisch Český nacionalněsocialistický tábor - Vlajka, kurz ČNST-Vlajka, war eine tschechische faschistische Kleinpartei. Ursprünglich stark nationalistisch u. antideutsch eingestellt, erfuhr sie in der Zeit der Tschecho-Slowakischen Republik (1938–1939) nach einem Führungswechsel starke ideologische Veränderungen. Sie begann sich insbesondere gegen Parteikorruption u. gegen die in Böhmen u. Mähren noch zugelassenen beiden tschech. Parteien, die Partei der Nationalen Einheit u. die Partei der Nationalen Arbeit, zu wenden. Am 11.11.1938 wurde die Partei verboten u. ihre Anführer verhaftet.

Während der Zeit des Protektorats zeigten die Protektoratsbehörden kein großes Interesse, eine tschech. faschistische Bewegung zu unterstützen. Im Sommer 1940 erreichte die Partei als illegale Partei den Höchststand von 13.500 Mitgliedern, danach sank ihre Zahl wieder stark ab, bis sie 1943 aufgelöst wurde. Nach dem Krieg wurden einige führende Persönlichkeiten der Partei zum Tode verurteilt u. hingerichtet.

http://www.ghetto-theresienstadt.info/pages/v/vlajka.htm --- Tschechische ..gruppe, die sich im Protektorat an den Verfolgungen von Juden beteiligte, jüdische Bürger überfiel, denunzierte, Friedhöfe u. Synagogen beschädigte oder zerstörte. Die Angehörigen der Vlajka versuchten, die „Volkswut“ gegen die Juden zu entfachen ---
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Re: Tschechien

Beitrag von Dissident am Do Jul 27, 2017 2:16 pm

Aus einer Rede des ehem. Präsidenten von Tschechien:  http://doedr.forumieren.net/t12p25-medien-und-propaganda#2182

.. “Zu Hause bin ich in den Medien immer wieder gefragt worden, warum ich in der letzten Zeit in Deutschland so oft rede. Meine Antwort ist relativ einfach: Deutschland ist – aus meiner Sicht – das heutige Schlachtfeld Europas. Es ist hier in Deutschland u. nicht in den anderen Ländern Europas, wo das heutige europäische Dilemma, der heutige Konflikt über die Zukunft Europas gelöst wird – oder auch nicht. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob die Deutschen Ihre heutige Rolle u. Verantwortung in aller Breite, Tiefe u. Wichtigkeit sehen u. ob sie sich damit mit voller Aufmerksamkeit beschäftigen. Ob sie fähig sind, die enorme Manipulation u. Indoktrinierung, die die heutigen europ. politischen Eliten vor unseren Augen verwirklichen, zu durchschauen.“
(…)
„Man kann heute ohne Übertreibung über einen Krieg in Europa sprechen. Die Schlachtformationen, die auf beiden Seiten auftreten, sind uns allen gut bekannt: auf der einen Seite, u. das ist meine Seite, steht Freiheit, Demokratie, traditionelle Familie u. das gewöhnliche, in der Geschichte bewährte, menschliche Benehmen, Souveränität der europäischen Nationalstaaten, Patriotismus, Auslandsreisen u. Auslandsaufenthalte statt Migration. Diese Seite ist relativ still, friedlich, höflich un.zur Diskussion bereit.

Auf der anderen steht politische Korrektheit, Multikulturalismus u. Humanrightismus, Feminismus, Genderismus u. die Aggressivität des Homosexualismus, Massenmigration, Frau Merkel, die Herren Juncker u. Schulz, nicht freiwillige u. nicht spontane Unifizierung, Zentralisierung, Harmonisierung u. Standardisierung Europas, Kontinentalismus, u. der Kulturmarxismus der Frankfurter Schule. Diese Seite ist arrogant, aggressiv u. monologisch. Leider hat sie lautere Sprachrohre u. stärkere Artillerie zur Verfügung.


Diese stilisierte Beschreibung ist von mir keine absichtliche Karikatur oder Verflachung der heutigen europäischen Situation. So übersichtlich sind die Karten in Europa heute verteilt. Wir sollten nie zulassen, dass diese Klarheit u. Übersichtlichkeit vernebelt werden. Für uns, für die tschech. u. deutschen Demokraten, bleiben nur die Argumente. Die sind aber zur Zeit nicht einfach zu präsentieren. Das freie Denken wird immer mehr unterdrückt. Die Debatte, die in den Medien u. in der Politik stattfindet, ist nicht repräsentativ. Die Propaganda regiert. (…)In meiner Lebensgeschichte habe ich es schon mal erlebt. Es war in den kommunistischen Zeiten.“

Soweit einige Auszüge aus der Rede. Die gesamte Rede des Präsidenten finden Sie unter diesem Link: https://www.klaus.cz/clanky/4142 .. noch ein paar Zitate daraus:

".. Ich bin sehr frustriert, daß es den deutschen politischen Eliten – mit Hilfe von der Schwäche der deutschen Opposition – gelungen ist, die dies jährlichen Wahlen als einen Quasi-Streit zwischen Merkel u. Schulz zu inszenieren, als einen fiktiven Streit, der die heutige Situation in Deutschland für die weiteren Jahre leider sicherstellen wird .."

".. Für uns, für die tschech. u. deutschen Demokraten, bleiben nur die Argumente. Die sind aber zur Zeit nicht einfach zu präsentieren. Das freie Denken wird immer mehr unterdrückt. Die Debatte, die in den Medien u. in der Politik stattfindet, ist nicht repräsentativ. Die Propaganda regiert. Ich stimme völlig mit dem Titel eines unlängst veröffentlichten Artikels in NZZ überein: Denkverbote statt Debatte. Der Autor dieses Artikels spricht sogar über die „Friedhofsruhe“ u. über das dominierende „Moralisieren u. Tabuieren“. In meiner Lebensgeschichte habe ich es schon mal erlebt. Es war in den kommunistischen Zeiten .."

".. Diese Politiker glauben wahrscheinlich aufrichtig an die Ideologie des Multikulturalismus, was aber schwer zu begreifen ist. Wollen sie wirklich aus den heutigen Migranten einen neuen europäischen Menschen, den homo bruxelarum, erschaffen? Ich habe Angst, daß es leider so ist .."

".. Die Massenmigration habe ich als eine gefährliche Beschädigung unseres Lebens, unserer Lebensqualität, unserer Traditionen u. Gewohnheiten betrachtet .."

".. Die führenden EU-Repräsentanten bestätigten .. daß sie von der Realität total entfernt sind .. eine Serie von leeren Phrasen, die uns an das ehem. kommunistische Vokabular erinnern .."

".. Wir wissen, daß wir nicht nur Reformen, sondern eine radikale Wende brauchen .."

".. Vor 1 Monat, nach einer arroganten Bekanntmachung der EU-Spitzen, daß die mitteleuropäischen (oder Visegrad Gruppe) Staaten die vorgeschriebenen Quoten der Migranten aufnehmen müssen, habe ich offiziell verkündet: Wir sollten mit den Vorbereitungen zum Verlassen der EU anfangen .."
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Re: Tschechien

Beitrag von Bürger am Di Okt 24, 2017 9:50 am

http://unser-mitteleuropa.com/2017/10/23/tschechischer-wahlsieger-babis-kuendigt-anti-immigrationskurs-an/

Tschechischer Wahlsieger Babiš kündigt Anti-Immigrationskurs an

Der als Sieger aus der tschech. Parlamentswahl hervorgegangene Chef der ANO-Partei, Andrej Babiš, will bei anderen EU-Staaten um Unterstützung für seinen Anti-Immigrationskurs werben. „Wir müssen Themenfelder vorbereiten, müssen im Europ. Rat deutlich machen, was wir ändern wollen“, sagte Babiš am Samstagabend in Prag.

Als Beispiele nannte Babic „eine Lösung im Bereich Migration, den Kampf gegen Zuwanderung“.
Babic will sich bei seinen Initiativen nicht auf die Visegrad-Staaten (Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei) beschränken, die eine strikte Anti-Zuwanderungspolitik verbindet. Mit dem österr. Wahlsieger Sebastian Kurz (ÖVP) habe man sicher einen Verbündeten, sagte Babic. Er vertrete mit Blick auf die Zuwanderungspolitik die gleiche Haltung wie er. „Die Visegrad-Gruppe braucht weitere Verbündete, wir brauchen Österreich u.a. Staaten, auf dem Balkan, Slowenien, Kroatien oder vielleicht andere“, so Babiš.

Schwierige Regierungsbildung
Die ANO-Partei ist mit 78 der 200 Mandate im tschech. Parlament stärkste Kraft. Gleichwohl steht der Milliardär vor einer schwierigen Regierungsbildung. Insges. zogen 9 Parteien ins Parlament ein. Der bish. Regierungschef Sobotka von den Sozialdemokraten u. die Christdemokraten, die mit ANO zuletzt eine Koalition gebildet hatten, erklärten bereits, daß sie nicht unter Babiš in eine Koalition eintreten wollten. Babiš beteuerte in dem Reuters-Interview aber, er wolle mit allen Parteien sprechen.
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Re: Tschechien

Beitrag von Dissident am Di Nov 14, 2017 9:10 am

http://www.mmnews.de/wirtschaft/35423-tschechischer-wahlsieger-gegen-euro-einfuehrung - Tschechien gegen Euro-Einführung

Der designierte tschech. Ministerpräsident Andrej Babis will keine weitere Integration in der EU.
Er lehne einen Beitritt seines Landes zur Eurozone ab, sagte Babis.
- - -
Die Banken seines Landes seien gesund u. verfügten "über genug Liquidität", so Babis weiter.
"Unsere Geschwindigkeit ist besser als die des Großteils der Eurozone-Staaten."
Er glaube auch nicht, daß der Euro ausländischen Investoren Vorteile bringe.
"Ich will keine weitere Integration, keinen europäischen Finanzminister."
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Re: Tschechien

Beitrag von Dissident am Do Nov 30, 2017 6:00 pm

http://www.mies-pilsen.de/imperial.htm

Zum tschechischen Imperialismus:
1918 zerfiel die österreich-ungarische Monarchie in ihre nationalen Bestandteile.  Auch die in Böhmen und Mähren ansässigen Tschechen sagten sich am Ende des Ersten Weltkriegs von der Zentralgewalt in Wien los und proklamierten einen eigenen Staat.  Dabei beriefen sie sich auf den neuformulierten Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker, der es allen Nationen und Nationalitäten erlauben sollte, selbst darüber zu entscheiden, zu welchem Staat sie gehören wollten.  Die Tschechen bezogen in ihr Staatsgebiet jedoch auch Territorien ein, deren Bewohner keine Tschechen waren und die Zugehörigkeit zu einer sogenannten Tschechoslowakischen Republik entweder deutlich ablehnten oder denen überhaupt die Möglichkeit genommen wurde, sich zu dem neuen Staatsgebilde zu äußern.  Dazu gehörten die Sudetendeutschen, die in Böhmen und Mähren größtenteils in geschlossenen Siedlungsgebieten, räumlich also von den Tschechen getrennt, lebten.  Nach dem Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker hätten auch die Sudetendeutschen das Entscheidungsrecht darüber haben müssen, welchem Staat sie sich anschließen wollten.  Aber das wurde ihnen mit Gewalt verwehrt durch tschechische Soldaten und Polizisten.  Die Einbeziehung des Sudetenlandes in einen von Tschechen beherrschten Staat war somit nichts anderes als ein Akt der bewaffneten Unterwerfung eines fremdes Volkes, folglich ein Ausdruck des tschechischen Imperialismus.  Als sich am 4. März 1919 Sudetendeutsche in ihrer Heimatstadt Eger und anderenorts zu einer friedlichen und unbewaffneten Demonstration für ihr Selbstbestimmungsrecht versammelten, wurden 54 von ihnen von Tschechen erschossen.  Das waren aber nur die ersten, nicht auch die letzten Opfer tschechischer Mörder.  Bis 1938 verloren 212 Sudetendeutsche auf diese Weise ihr Leben, weil sie sich mit der tschechischen Unterdrückung nicht abfinden wollten.
Die Tschechen hatten also mit Gewalt - und keineswegs nur in Eger -  vollendete Verhältnisse geschaffen, und es gelang ihnen, sich ihre Machtansprüche 1919 im Friedensdiktat von St. Germain von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs sanktionieren zu lassen.  Das geschah vor allem mit Hilfe der französischen Regierung, die eine Vereinigung Deutsch-Österreichs mit dem Deutschen Reich strikt ablehnte, aber auch nicht zulassen wollte, daß sich die Sudetendeutschen allein an Deutschland anschlossen.  Eine Zersplitterung der Deutschen und deren Kontrolle durch nichtdeutsche Mehrheiten gehörten zu den Kriegszielen Frankreichs und wurden 1919 in den Pariser Vorortverträgen konsequent erzwungen, wo es möglich war.  Vertreter Englands und Amerikas wurden bei diesen Beratungen von tschechischen Politikern, und hier vor allem von Masaryk und seinem engsten Mitarbeiter Benesch, mit gefälschten Statistiken über die Zusammensetzung der neugegründeten Tschechoslowakei getäuscht.  Vertreter der Sudetendeutschen, die zu den Beratungen nach Frankreich gekommen waren, wurden dort gar nicht gehört.  Proteste sudetendeutscher Politiker gegen die Besetzung ihrer Heimat durch tschechische Truppen blieben gleichfalls unbeachtet.  Aus Pariser Sicht spielten jedoch auch strategische Gründe eine Rolle: die Absicht, eine auch territorial starke Tschechoslowakei als Verbündeten der westlichen Siegermächte und militärischen Gegner Deutschlands zu haben.
So entstand ein neuer Nationalitätenstaat, und zwar ohne Zustimmung und gegen den Willen der nichttschechischen Nationalitäten.  Die Tschechen machten nur 46 Prozent der Bevölkerung des neuen Staates aus.  Es gab auch keine tschechoslowakische Nation.Tschechen und Slowaken wurden 1918 zum erstenmal staatlich vereint.  Bis dahin hatten die Tschechen in Böhmen und Mähren immer zum Deutschen Reich oder, nach 1806, zu Österreich gehört, die Slowaken hingegen zu Ungarn.  Und auch der Zusammenschluß mit den Tschechen geschah, ohne daß die Slowaken danach gefragt worden wären.  Am 30.  Oktober 1918 wurde lediglich eine Deklaration über einen gemeinsamen Staat der Tschechen und Slowaken von Privatpersonen unterzeichnet, die niemand dazu legitimiert hatte.  Der tschechische Imperialismus richtete sich also nicht nur gegen die Deutschen, die fast ein Viertel der Bevölkerung im neuen Staat ausmachten, sondern auch gegen Slowaken, Ungarn und Ukrainer. 
Zweifellos war das Selbstbestimmungsrecht der Völker 1919 kein allgemein anerkannter Grundsatz des Völkerrechts.  Derjenige, der sich dazu bekannte, mußte es jedoch für alle gelten lassen.  Aber tatsächlich wurde es nach dem Ersten Weltkrieg nur dort angewandt, wo es zum Nachteil der Deutschen benutzt werden konnte, und dort verweigert, wo es von Deutschen beansprucht wurde.  Das galt für die Sudetendeutschen ebenso wie für jene Deutschen, die 1919 polnischer, italienischer, französischer, belgischer Gewalt ausgeliefert wurden.
Der überaus willkürliche Umgang mit dem Begriff des Selbstbestimmungsrechts durch diejenigen Staaten, die seine Anwendung proklamierten, zeigte sich im 20.  Jahrhundert und bis in die Gegenwart noch oft.  Zwanzig Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges verlangten England und Frankreich dann 1938 - im Gegensatz zu  ihrer Haltung bei den Pariser Verträgen - von der Prager Regierung den Verzicht auf die tschechische Herrschaft in den mehrheitlich deutschbesiedelten Gebieten Böhmens und Mährens und somit die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubten die Alliierten den tschechischen Machthabern aber nicht nur, ihre Herrschaft wieder über ganz Böhmen und Mähren auszudehnen und somit den Sudetendeutschen erneut das Selbstbestimmungsrecht zu nehmen; sie stimmten sogar zu, daß die Sudetendeutschen ganz aus ihrer jahrhundertealten Heimat, die nie tschechisch war, vertrieben wurden.
Zwischen 1919 und 1938, dem Jahr ihres Anschlusses an das Deutsche Reich, waren die Sudetendeutschen in der Tschechoslowakischen Republik zahlreichen Benachteiligungen ausgesetzt.  Die Tschechen verfügten eine Wahlordnung, nach der sie für einen Abgeordneten
39.957 Stimmen aufbringen mußten, die Deutschen hingegen 47.716 und die Ungarn 109.847.  So sicherten sie sich auch im Parlament einen weitaus höheren Einfluß, als er ihnen zustand.  Zahllose Schikanen sollten bewirken, daß die Sudetendeutschen entweder die tschechische Volkszugehörigkeit annahmen oder auswanderten.  Die Zahl der deutschen Beamten bei der staatlichen Verwaltung, bei Gericht, Post und Eisenbahn wurde schon im ersten Jahrzehnt des Bestehens der Tschechoslowakei um die Hälfte verringert.  Die Sicherheitspolizei bestand fast vollständig aus Tschechen.  Deutsche Bewerber für den Staatsdienst ließ man oft an einer >Sprachprüfung< scheitern.  In den Ministerien gab es nur zwei Prozent deutsche Beamte.  Der deutschen Industrie wurden hingegen tschechische Arbeiter aufgezwungen, die deutsche Wirtschaft wurde bei der Vergabe von Aufträgen und Darlehen schwer benachteiligt.  Eine sogenannte Bodenreform enteignete große Gebiete aus sudetendeutschem Besitz  zugunsten von Tschechen.  Tausende von deutschen Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, 1933 die deutschen Parteien aufgelöst.  Die Liste solcher Schikanen ließe sich noch lange fortsetzen.
Aber das alles wurde weit von den Verbrechen überboten, die 1945 nach der Kapitulation der Wehrmacht von Tschechen an Deutschen verübt wurden.  Bevor diese ihrer ganzen Habe beraubt und aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, kam es in Böhmen und Mähren zu Massenmorden, denen etwa 241.000 Sudetendeutsche, etwa 120.000 reichsdeutsche Flüchtlinge und eine unbekannte Zahl von deutschen Soldaten zum Opfer gefallen sind.  Es war das Ziel der Tschechen, alle Deutschen aus dem von ihnen beanspruchten Gebiet zu vertreiben, Mord und Terror waren, wie auch im Fall der Polen, die Instrumente ihres Imperialismus.
Deutsche Kriegsgefangene und Verwundete aus Lazaretten wurden unter furchtbaren Mißhandlungen ermordet, an Laternenpfählen aufgehängt und bei lebendigem Leib verbrannt, unter großer Anteilnahme und Zustimmung der tschechischen Bevölkerung öffentlich totgeschlagen oder in Gewässern ertränkt.  Hunderttausende von Deutschen wurden, oft jahrelang, in tschechischen Lagern gefoltert, dem Hunger ausgesetzt und zur Zwangsarbeit getrieben.  Die Dokumentation des Bundesarchivs in Koblenz schreibt darüber: »Zu den Gewalttaten gehörten Tötungen, verübt in verschiedenster Weise durch Erschießen, Erhängen, Erschlagen, Ertränken, brutale und sadistische Mißhandlungen, ferner Vergewaltigungen von Frauen... Aus einer Anzahl von Gemeinden wird über öffentliche Exekutionen berichtet, denen zum Teil die Einsetzung improvisierter Volksgerichte vorausging.  Die diesen vorgeführten Personen wurden während und nach den Verhören auf das schwerste mißhandelt oder auch zu Tode gefoltert... Unmittelbar nach Beginn des Prager Aufstandes begann auch in großem Umfang die Verbringung von Deutschen in Gefängnisse und Lager.  Nach Ermittlungen des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes bestanden in der Tschechoslowakei 1215 Interniertenlager, 846 Arbeits- und Straflager und 215 Gefängnisse, in denen 350.000 Deutsche längere oder kürzere Zeit festgehalten worden sind. .. Unmenschliche Verhältnisse führten zum Tod von Lagerinsassen durch Kräfteverfall und Epidemien, verursacht durch mangelhafte Ernährung, fehlende Medikamente, unhygienische Verhältnisse und durch Depressionen infolge sadistischer Mißhandlungen.  Sehr hoch war die Sterblichkeit bei Kindern und älteren Leuten.  Von den Arbeitslagern wiesen die der Bergwerke eine besonders hohe Sterblichkeit auf... Nach Schätzungen des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes muß bei einer Gesamtzahl von 350.000 in Gefängnisse und Lager verbrachten Deutschen mit ca. 100.000 Opfern gerechnet werden.«
Das ist Imperialismus, wie er heute in Deutschland verschwiegen werden soll.
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Rudolf Slánský / Artur London

Beitrag von Dissident am Sa Dez 30, 2017 10:38 am

https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Sl%C3%A1nsk%C3%BD.. he was Jewish


https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Sl%C3%A1nsk%C3%BD  Rudolf Slánský (1901-1952) war 1945-1951 Generalsekretär der KP der Tschechoslowakei

Er wuchs als Sohn eines Händlers in Pilsen auf. 1921 trat er der Kommunistischen Partei bei u. war faktisch ab dieser Zeit Parteifunktionär. 1929 wurde er Mitglied des Zentralkomitees u. als Anhänger von Klement Gottwald, der zu diesem Zeitpunkt die Macht in der Partei übernommen hatte, auch des Politbüros. 1935-1938 war er Parlamentsabgeordneter, 1938 ging er nach Moskau u. wurde dort Mitglied der Auslandsleitung der KSČ, in dieser Funktion nahm er 1944 auch am Slowakischen Nationalaufstand teil.
1945 kehrte er in die Tschechoslowakei zurück u. wurde im selben Jahr Generalsekretär der KSČ. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Bekämpfung der bürgerlich-demokratischen Parteien u. der Machtübernahme der Kommunisten im Februar 1948 beteiligt u. für die Verfolgung zahlreicher Gegner der Kommunisten verantwortlich. Am 8.9.1951 wurde er als Generalsekretär entlassen u. erhielt den Posten eines stellv. Ministerpräsidenten. Am 23.11.1951 wurde er im Zuge der Field-Affäre verhaftet u. des Hochverrats angeklagt. Die Motivation dürfte einerseits darin zu sehen sein, daß Gottwald sich eines potentiellen Rivalen entledigen wollte, außerdem spielte ein durch das sowj. Vorbild jener Zeit inspirierte Judenfeindlichkeit eine wichtige Rolle. Slánský war wie die Mehrzahl seiner Mitangeklagten jüdischer Herkunft. In dem nach ihm benannten Schauprozess im Nov.1952 wurde er zusammen mit Außenminister Clementis, Otto Fischl, Josef Frank, Ludvik Frejka, Bedrich Geminder, Vavro Hajdu, Evzen Löbl, Artur London, Rudolf Margolius, Bedrich Reicin, Otto Katz, Otto Sling u. Karel Svab als angeblicher „Leiter eines staatsfeindlichen Verschwörungszentrums“ angeklagt, zum Tode verurteilt u. am 3.12.1952 zusammen mit 10 weiteren Mitangeklagten durch Hängen hingerichtet ..
1963 wurde Slánský juristisch rehabilitiert, zusammen mit Mordechai Oren, einem Mitglied der israelischen Mapam, der nach Abbüßung von 3 Jahren einer 10-jährigen Gefängnisstrafe begnadigt u. nach Israel repatriiert worden war. 1968 erfolgte im Zuge des Prager Frühlings auch seine Rehabilitierung durch die Partei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sl%C3%A1nsk%C3%BD-Prozess .. ein spontanes Schreiben der tschechischen antikommunistischen Emigrantenorganisation Okapi, in dem Slánský eine Flucht in den Westen angeboten wurde .. Dieser Brief, offenbar ohne Wissen westlicher Geheimdienste abgesandt, diente in der Folge als Beweismittel für die sowjetischen Unterstellungen des Landesverrats gegen Slánský ..
Slánský habe „aktive Schritte unternommen“, Gottwalds Leben mit der Hilfe „handverlesener Ärzte aus dem feindlichen Lager zu verkürzen“. Zur selben Zeit führte Stalin in der Sowjetunion eine Kampagne gegen ein angebliches Komplott von Medizinern vor allem jüdischer Herkunft, die sogen. Ärzteverschwörung ..
Der Staat Israel wurde als Anstifter eines neuen Weltkrieges u. als internationales Spionagezentrum dargestellt, er verschaffe sich Profite durch räuberische Handelsabkommen, zionistische Agenturen seien „verlässliche Agenturen“ u. „vorgeschobene Basis des US-Imperialismus“, die Tschechoslowakei werde durch illegale Massenauswanderung von Juden nach Israel wirtschaftlich geschwächt usw. Die Angeklagten wurden als „Kosmopoliten“ u. „Zionisten“ verurteilt .. Als Zeugen der Anklage erschienen 2 israelische Bürger: Mordechai Oren u. sein Cousin Shimon Ornstein. In einem anschließenden Prozess wurden beide zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt, 1954 jedoch freigelassen ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Artur_London - Artur London (1915-1986), tschechisch-kommunistischer Politiker .. entstammte einer deutsch-jüdischen Kleinbürgerfamilie in Mähren. Er war ab den 1930er Jahren in der kommunistischen Jugendbewegung aktiv u. kämpfte 1937-1939 im span. Bürgerkrieg. Ab 1939 lebte er in Frankreich, wo er sich nach Beginn des 2.Weltkriegs u. der Besetzung Frankreichs durch Deutschland zusammen mit seiner französischen Frau Lise (geb. Ricol) in der Resistance beteiligte, 1943-1945 war er im KZ Mauthausen inhaftiert. Nach dem Krieg lebte er zunächst in der Schweiz, 1948 zog er mit seiner Familie in die Tschechoslowakei, wo er 1 Jahr später stellv. Außenminister wurde. 1951 wurde er im Auftrag der stalinistischen Partei verhaftet, gefoltert u. wg. Hochverrat vor Gericht gestellt, wo er sich selbst der Spionage bezichtigen musste. Im Slansky-Prozess 1952 entging er nur knapp der Todesstrafe u. wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. 1956 wurde er freigelassen u. 1963 rehabilitiert.
https://en.wikipedia.org/wiki/Artur_London .. Accused of being a Zionist, Trotzkyst and Titoist, he was forced to confess and sentenced to life in prison. After the Slánský trial, London collaborated with the authorities and served as a lead witness in other construed political processes against top Czechoslovak communists, such as Eduard Goldstücker, Josef Pavel, Osvald Zavodsky, Gustav Husak, Otakar Hromako and others ..
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Re: Tschechien

Beitrag von Dissident am Sa Dez 30, 2017 11:51 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Margolius  Rudolf Margolius (1913-1952), tschech. Politiker, stellv. Außenhandelsminister 1949-1952 u. Mitangeklagter im Slansky-Prozess .. 1941 wurde er zuerst ins Ghetto von Lodz gebracht, dann KZ Auschwitz u. Dachau deportiert. Nach dem Krieg.. trat er 1945 der kommunistischen Partei bei. Aufgrund seiner zahlreichen Reisen wurde er zu einem Wirtschaftsexperten, insbes. auf dem Gebiet des Außenhandels, u. hatte mehrere Funktionen in der Regierung inne. Möglicherweise war es gerade seine Arbeit u. seine Kontakte zu westeuropäischen Partnern, die dazu beitrugen, dass er ..der angebl. Verschwörergruppe um Slansky zugeordnet wurde. Im bekannten Prozess wurde er zum Tode verurteil u. hingerichtet ..
https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Margolius .. May 1945 after escaping from Dachau, he was made a leader of the Garmisch-Partenkirchen camp for the war refugees ..
1949 in London Margolius negotiated and signed several important economic and financial agreements with Ernest Bevin and Sir William Strang who represented the British Government. The agreements through Margolius' effort were weighted much in favour of the Czechoslovak trade rather than the British trade .. he made trade agreements with capitalist countries against the wishes of the Soviet Union to increase trade with other socialist countries and he dealt with large sums of money ..
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Karel Šváb

Beitrag von Dissident am Mi Jan 03, 2018 4:00 pm

https://translate.google.at/translate?hl=de&sl=cs&tl=de&u=https%3A%2F%2Fcs.wikipedia.org%2Fwiki%2FKarel_%C5%A0v%C3%A1b

Karel Šváb (1904-1952), tschechoslowakischer Kommunist u. Vertreter der Staatssicherheit.  Nach dem kommunistischen Putsch nahm er an der Repression gegen die Gegner des Regimes u. vor allem an den Säuberungen der KPC teil. Seine Karriere kulminierte 1950, als er stellv. Minister f. nationale Sicherheit wurde. Im Rahmen der internen Säuberung wurde er als einer der Angeklagten im Slansky-Prozess verhaftet, zum Tode verurteilt u. hingerichtet.

.. 1935 bis zur deutschen Besetzung arbeitete er in Organisationen, die deutsche Flüchtlinge gegen das NS-Regime unterstützten. Kurz nach der Besetzung wurde er am 25.3.1939 von der Gestapo verhaftet. Er war in Pankrac, Dresden, Berlin u. ab 19.12.1939 in Sachsenhausen inhaftiert. Im KZ wurde er Mitglied der Gefängnisverwaltung, anfangs ein sogen. Schreibtischkommandant, mit ca. 30 Gefangenen.  Die Mitglieder der KPD bekleideten wichtige Positionen in der Häftlingsselbstverwaltung u. Šváb sicherte ihre Verbindung mit den tschech. Kommunisten. Anf.1944 wurde er für ca. 150 Häftlinge zum Vorarbeiter befördert .. Nach seiner Befreiung wurde er von einigen seiner Mitgefangenen wegen unangemessenen Verhaltens im KZ angeklagt. Diese Vorwürfe wurden weder im Detail untersucht noch beeinflussten sie seine nächste Karriere in der KPCh nach dem Krieg.
Seit Juni 1945 arbeitet er im KSČ-Sekretariat. 1946 wurde er Leiter der Gewerkschaftsabteilung, die auf Vorschlag von Rudolf Slansky entstand. Die Abteilung fungierte als Nachrichtenservice in den nichtkommunistischen Parteien der Nationalen Front u. kontrollierte die Aktivitäten der geheimen Mitglieder der Kommunistischen Partei in ihren Reihen. Besonderes Augenmerk wurde auf den Erwerb kompromittierender Materialien aus der Nazi-Okkupation gelegt. Später wurde er auch Leiter der Sicherheitsabteilung des Zentralkomitees der KPCh. Die Bedeutung seiner Position in der Partei nahm allmählich zu. Er sammelte Informationen nicht nur über Armeeangehörige, die Nationalbank u.a. staatl. Behörden, sondern auch über die KSČ-Funktionäre. Er trug auch dazu bei, illegale Verbindungen zwischen der KPCh u. den Sicherheitskräften zu schaffen. Nach dem kommunistischen Putsch Februar 1948 wuchs seine Macht weiter.  Er wurde Mitglied der Sicherheitsgruppe 5 u. des Organisationssekretariats des ZK der KP Chinas. Während 1949 nahm er an einer Untersuchung teil, die darauf abzielte, Feinde innerhalb der Partei zu entdecken. Diese begann in der Tschechoslowakei u. in anderen Ländern des Ostblocks nach der Verhaftung des ungarischen Ministers Rajka. Anf. Sept.1949 schickte Klement Gottwald ihn nach Budapest zu Gesprächen mit dem höchsten ungar. Vertreter Rakosim über Rajka.  Ende Sept. wurde er zum Leiter einer Sondergruppe Staatssicherheit ernannt, die Untersuchungen innerhalb der KSČ durchführen sollte. Sie unterstand nicht dem Innenministerium, sondern direkt Gottwald u. Slansky. In der StB war er für die Anwendung illegaler Praktiken wie Provokation oder Folter verantwortlich u. nahm persönlich an Vernehmungen mit Gewalt teil.
.. im Herbst 1950 beschuldigte die KP StB-Funktionäre, darunter auch ihn, die Verschwörung im Fall Otto Sling zu vertuschen .. Slings Fall wurde von seiner Schwester Maria Svermova untersucht .. am 16.2.1951 wurde er verhaftet u. am 4.7. aus der KP ausgeschlossen. Im Slansky-Prozess wurde Šváb am 27.11.1952 wg. Landesverrats angeklagt, zum Tode verurteilt u. am 3.12.1952 gehängt ..
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