WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal

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Beitrag von Dissident am Fr Jan 20, 2017 5:15 pm

http://www.salzburg.com/wiki/index.php/WEB-Prozess  Der WEB-Prozess, oder eigentlich die WEB-Prozesse, sind die gerichtliche Aufarbeitung des WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandals, der als der größte Wirtschaftsskandal der 2. Republik in Österreich gilt.

Chronik
Die WEB-Gruppe beginnt 1975 damit, sogen. Hausanteilsscheine als Anlageprodukt anzupreisen. Anlegern werden hohe Renditen versprochen. Die Produkte werden von versch. Bautreuhandgesellschaften verkauft. Während sich die Hausanteilsscheine gut verkaufen, können sie am Finanzmarkt kaum Gewinne erzielen.

Nach außen wird der Konzern als solide Unternehmensgruppe dargestellt, die ihren Anlegern beste Renditen garantieren könne. Dazu trägt ein dichtes Geflecht an Verbindungen zu Banken u. Politik bei - Gründervater war Ex-ÖVP-Landtagspräsident Hans Zyla. Lt. Gutachtern ist das Imperium bereits Ende 1983 zahlungsunfähig. Die Lizenz zum Weitermachen bringt ein Moratorium der Regionalbanken Sparkasse, Raiffeisen u. Hypo. Diese stunden bis Mitte 1985 Rückzahlungen von 600 Mio. S.
Zur "Sanierung" werden Tausende Anleger geworben. Mit frischem Geld werden alte Ansprüche abgedeckt.

Ab 1988 mehren sich die Warnungen, dass der Salzburger Immobilienkonzern um WEB, Bautreuhand u. IMMAG Versprechungen gegenüber Anlegern nicht erfüllen könne. Zum Einstürzen bringt das Imperium dann eine Strafanzeige der Salzburger Arbeiterkammer am 28.6.1989 gegen etwa 30 Personen - von den Eigentümern über Manager u. Vielfach-Geschäftsführer oder Buchhalter bis zu führenden Bankmanagern wegen Betrugs u. Untreue. An der Aufdeckung beteiligt ist die damalige AK Konsumenten-schützerin u. spätere Landeshauptfrau Gabi Burgstaller.

Prozesse

WEB-I Prozess
Der 1. WEB-Prozess beginnt am 16.9.1996 im Salzburger Landesgericht. Angeklagt sind der WEB-Chef Bernd S., sowie Jürgen G., Herbert N., Dietrich R., Helmut S. Georg G., sowie IMMAG-Gründer Norman Graf, der sich allerdings vor Prozessbeginn nach Deutschland absetzen kann u. für die österr. Justiz unerreichbar bleibt.

Vorsitzender Richter Friedrich Gruber lastet im WEB-Verfahren bei der Urteilsverkündung am 14.6.1999 Bernd S. einen Schaden von 2 Mrd. Schilling (145 Mio. €) an, er bekommt 9 Jahre; Jürgen G.: 1,87 Mrd S, 9 Jahre; Herbert N.: rund 1,1 Mrd. S, 8 Jahre; Dietrich R.: 516 Mio. S, 6 Jahre; Helmut S. Schaden: 1,043 Mrd., 6 Jahre u. Georg G.: 1,043 Mrd. S, 6 Jahre. Der OGH bestätigt die Urteile am 23.5.2002 u. alle Verurteilten müssen Sommer 2002 ihre Haftstrafen antreten.

Das bis dahin teuerste Strafverfahren der 2. Republik kostet mehr als 7 Mio. €

WEB-II Prozess
Im WEB-II Prozess stehen ab 12.9.2001 fünf Angeklagte als Beitragstäter zur Untreue vor Gericht. Nach knapp 1 Jahr werden 2 Vorstandsmitglieder der IMMAG u. die Leiterin des Rechnungswesens freigesprochen, das Ex-IMMAG-Vorstandsmitglied Friedrich D. sowie der pensionierte Wirtschaftstreuhänder Otto H. zu 3 Jahren u. 6 Monaten bzw. 5 Jahren Haft verurteilt.
Febr. 2005 bestätigt das OLG Linz die 5 Jahre Haft für den ehem. Wirtschaftstreuhänder u. hebt das Strafausmaß für das Ex-IMMAG-Vorstandsmitglied Friedrich D. auf 5 Jahre an. Die Urteile sind rechtskräftig.

WEB-III Prozess

Im WEB-III Prozess sind 5 Manager der Salzburger Sparkasse angeklagt. Der Prozess endet mit 3 Schuld- u. 2 Freisprüchen am 7.7.2003. Der ehem. Vorstandsdirektor-Stellvertreter Gerhard Schmid (62) wird wegen des Verbrechens der Untreue zu 5 Jahren u. 6 Monaten Haft verurteilt.

Der Vorstandsdirektor-Stellv. Klaus Buttenhauser (60) u. der Kreditbetreuungsreferent Josef K. (50) werden wegen des Verbrechens der Untreue u. des Vergehens der Falschaussage vor Gericht zu 5 Jahren u. 10 Monaten verurteilt. Die beiden anderen Angeklagten, der Leiter der Sparkassenfiliale Neustadt, Gerhard R. (64), u. der damals dort tätige Sachbearbeiter Rudolf S. (56), werden freigesprochen. Alle 3 Verurteilten treten 2006 ihre Haftstrafen an.

WEB-Zivilprozess
Österreichs größtes Zivilverfahren, der WEB-Prozess gegen die Salzburger Sparkasse AG, startet im Spätherbst 2004. Als Zeugen werden mit Aufdeckerin Gabi Burgstaller und dem ehem. Bürgermeister der Stadt Salzburg, Josef Dechant, unter anderem auch prominente Politiker verhört.
Am 13.12.2005 wird der Zivilprozess mit einem Vergleich offiziell beendet: Der Vertrag zwischen den Klägervertretern u. der Erste-Tochter sieht vor, dass die Salzburger Sparkasse den 3.246 Klägern 19,1 Mio. € u. 600.000 € Verfahrenskosten zahlt.
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Gerhard Schmid

Beitrag von Dissident am Fr Jan 20, 2017 5:32 pm

http://diepresse.com/home/presseamsonntag/1379778/print.do --- WEB-Skandal: Der Klavierspieler --- 23.03.2013 | 16:16 | von Gerhard Hofer (Die Presse)

Gerhard Schmid war der erste hochrangige Bankmanager in diesem Land, der zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Bis heute beteuert er seine Unschuld. Für viele ist auch er ein Opfer des Salzburger WEB-Skandals --- „Wir haben uns ursprünglich nicht einmal vorstellen können, dass gegen die Sparkasse Salzburg u. uns Manager Anklage erhoben wird“, sagt Schmid.
Auch 10 Jahre nach seiner Verurteilung ist ihm die Fassungslosigkeit geblieben. „Wir hatten mit den Machenschaften der WEB-Manager nichts zu tun“, sagt er. „Wir hatten nur das Pech gehabt, dass der Girokontenverkehr seit den 1960er-Jahren über unsere Bank lief. Und plötzlich hieß es seitens der Staatsanwaltschaft, wir hätten Mitte der 80igerjahre erkennen müssen, dass hier Gelder veruntreut werden. Das ist aber eine absurde Idee.“

Es gab eine Zeit in diesem Land, in der es eine „absurde Idee“ war zu glauben, dass hochrangige Bankmanager für ihr Tun vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Es gab eine Zeit, in der man sich ab einer gewissen gesellschaftlichen Seehöhe in Sicherheit wähnte ---
„Vranitzky hat mich sogar im Gefängnis besucht.“ Und auch die 3 Notenbank-Granden, Adolf Wala, Herbert Schimetschek u. Ewald Nowotny. „Weil sie wussten, dass ich nichts angestellt habe“, sagt Schmid. Die Salzburger Bürgermeister, Josef Reschen, Josef Dechant u. Heinz Schaden, kamen regelmäßig in die Haftanstalt ---

Dass bei der jurist. Aufarbeitung des dam. größten Finanzskandals der 2. Republik unglaubliche Fehler gemacht worden sind, bezweifelt heute kaum noch jemand. 25.000 Anleger sind um 140 Mio. € geprellt worden. Am Ende wurden Manager, Steuerberater u. Bankdirektoren zu insg. fast 50 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Aber der mut-
maßliche Drahtzieher des Großbetrugs, Norman Graf, wurde nie gefasst. Er setzte sich nach Bayern ab, erwarb die deutsche Staatsbürgerschaft u. lebte bis zu seinem Tod in Freilassing nur wenige Km hinter der Grenze.
Bevor Graf in der Privatwirtschaft groß abkassierte, war er selbst Staatsanwalt in Salzburg. Er kannte sie also. Fast alle, die gegen ihn ermittelten. Und sie kannten ihn. Das sei wohl der Hauptgrund gewesen, warum Graf nie erwischt wurde, meinen prominente Zeitzeugen. Der Salzburger Rechtsanwalt Werner Steinacher nannte es 2006 eine „schwärende, offene Wunde der österr. Justiz“. Der Richter, der Schmid verurteilt hat, ist heute Präsident des Landesgerichts Salzburg. „Vranitzky hat damals zu mir gesagt: Du musst das als eine Krankheit betrachten, für die du nichts kannst“, erzählt Schmid ---
--- Heute sei ihm völlig klar, dass der Schuldspruch schon lange vor dem Prozess gefällt worden sei. Die tausenden Anleger mussten schließlich einen Teil ihres Geldes zurückbekommen. Von der Wohnbaugesellschaft WEB war nichts zu holen. Wer konnte also zahlen? „Zahlen kann eine Bank. Um Geld von der Bank zu bekommen, muss man ihre Organe verurteilen“, antwortet Schmid. 2,5 Jahre nach seiner Verurteilung verglichen sich die Bank u. die Anwälte auf eine Zahlung von 19,1 Mio. €. Schmid musste 430.000 € Schadenswiedergutmachung leisten ---

4 Monate saß Schmid im berüchtigten Gefängnis in Stein. Dann wurde er in die Außenstelle Oberfucha verlegt. Gelockerter Vollzug. Die Sträflinge arbeiten in der Landwirtschaft. Marillenernte, Gartenarbeit. „Eines Tages brachte mir mein Bruder ein E-Piano.“ Die Wärter erlaubten, dass es in der Gefängniskapelle aufgestellt wurde. Dort feierten die Häftlinge Weihnachten. Schmid spielte Weihnachtslieder. Von nun war er für die anderen Häftlinge „der Klavierspieler“ ---
Am 24.12.2007 wurde er nach 22 Monaten noch vor Verbüßung der Hälfte seiner Haftstrafe entlassen. Der Bundespräsident hatte den Gnadenantrag des Justizministeriums, der auf Intervention des Europ. Gerichtshofs in Straßburg zustande kam, unterschrieben ---


Der längste Skandal der Zweiten Republik Juni 1989 flog .. der WEB-Skandal auf. Die juristische Aufarbeitung des Betrugsfalls dauerte mehr als 16 Jahre.

Der Anfang 1975. Die WEB-Gruppe, die es schon seit den 1960er-Jahren gibt, begann erstmals sogen. Hausanteilsscheine auszugeben. Anlegern wurden dabei sehr hohe Renditen bei geringem Risiko versprochen. Die Anteilsscheine fanden reißenden Absatz. Schon bald dürfte sich intern abgezeichnet haben, dass die hehren Versprechungen nicht eingehalten werden können.

Zahlungsunfähigkeit 1983. Gutachter rekonstruierten, dass die WEB de facto bereits 1983 zahlungsunfähig war. Doch das Unternehmen, das über gute Kontakte zu Banken u. vor allem in die Politik hatte, konnte den Zusammenbruch verhindern. Die Banken stundeten die Rückzahlungen bis Mitte 1985. Um die Bankschulden in Höhe von 600 Mio. Schilling (43,6 Mio. €) zu begleichen, verkaufte die WEB noch viel aggressiver als zuvor Anteilsscheine. Tausende Anleger zahlten ein. Ihr Geld wurde aber nicht in Immobilienprojekte investiert, sondern zum Stopfen alter Finanzlöcher verwendet. Ein Pyramidenspiel begann.

Erste Alarmsignale 1988. Erstmals meldeten sich Anleger u. klagten darüber, dass ihre Forderungen von dem Immobilienkonzern nicht erfüllt wurden. Sie wandten sich an die Konsumentenschutzabteilung der Salzburger AK.

Die Anzeige 1989. Am 28.6.1989 erstattete die Arbeiterkammer unter Federführung ihrer Mitarbeiterin Gabi Burgstaller Anzeige gegen rund 30 Personen, darunter befanden sich nicht nur die WEB-Eigentümer u. -Mitarbeiter, sondern auch Bankmanager. Die Anzeige lautete auf Verdacht des Betrugs u. der Untreue. Der WEB-Skandal flog auf.

Erster Prozess 1996. Mehr als 7 Jahre später begann der 1. Prozess gegen mehrere WEB-Manager. Die Verhandlung fand ohne den Hauptverdächtigen Norman Graf statt. Der frühere Staatsanwalt hatte sich kurz zuvor nach Deutschland abgesetzt, die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen u. somit einer Auslieferung entzogen. Die übrigen Manager wurden Juni 1999 zu Haftstrafen zwischen 9 u. 6 Jahren verurteilt.

12.9.2001. Einen Tag nach dem Anschlag auf das World Trade Center startete der 2. WEB-Prozess. Er ging medial völlig unter. 2 Manager u. 1 Wirtschaftstreuhänder wurden zu jeweils 5 Jahren Haft verurteilt.

Prozess gegen Bankdirektoren. Der Prozess gegen 5 Manager der Sparkasse Salzburg endete mit 3 Schuldsprüchen u. Haftstrafen von 4 bis 4,5 Jahren. Unter den Verurteilten war auch der frühere Direktor Gerhard Schmid.

19,1 Mio. für Anleger 2005. Herbst 2004 startete der Zivilprozess gegen die Sparkasse Salzburg. Das Verfahren, bei dem auch prominente Zeugen wie Gabi Burgstaller auftraten, endete am 13.12.2005 mit einem Vergleich. Die 3.256 Anleger, die sich der Sammelklage angeschlossen hatten, erhielten 19,1 Mio. €.
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Beitrag von Dissident am Fr Jan 20, 2017 5:50 pm

http://derstandard.at/1375625966394/Ein-Wirtschaftskrimi-im-Polit-Filz --- Wirtschaftskrimi im Polit-Filz

Der .. WEB-Skandal war Konkurs, Politskandal u. Kriminalfall in einem - Gerüchte hatte es schon die Jahre davor gegeben ---
nach Beschwerden dutzender Anleger .. Anzeige gegen Geschäftsführer, Direktoren u. leitende Angestellte der Bautreuhand ---
--- Ca. 25.000 Anleger wurden ganz oder teilweise um ihr Geld geprellt, zahlreiche Firmen mussten Konkurs anmelden,
eine auf ein Verfahren dieser Dimension inhaltlich wie organisatorisch schlecht vorbereitete Justiz sah sich plötzlich mit einem der größten Wirtschaftsprozesse der 2. Republik konfrontiert ---
Insgesamt hat das Firmengeflecht rund 80 Teilfirmen gezählt.
--- Im Firmengeflecht wurden über Verrechnungsräder große Summen hin und her verschoben, um so Liquidität vorzutäuschen.
Als "Hirn" dieser Aktion galt der ehem. Staatsanwalt Norman Graf.
---WEB-Vorstand .. war hauptsächlich für die WEB verantwortlich, während Graf die Immag unterstand.
Komplettiert wurde das Quartett durch Zyla u. Siegfried Schider (beide bereits verstorben). Ein eigener Holdingvertrag regelte die Besitzverhältnisse unter den Männern. --- Auf der Strecke blieben die Anleger. Erst im Frühjahr 2004 konnten sich Anlegervertreter mit der Salzburger Sparkasse und etwas später dann auch mit dem Land Salzburg auf einen Vergleich einigen. Die Entschädigungsquoten lagen je nach Höhe der Einzahlung zwischen 50 u. 63 %.

Der Skandal löste auch ein politisches Beben aus. Obwohl die Causa überwiegend in der "schwarzen Reichshälfte" angesiedelt war, forderte sie 2 "rote" Opfer. SP-Landesparteichef u. Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Radlegger, der in der Regierung auch die Aufsicht über den gemeinnützigen Teil des Firmenkonglomerats hatte, wurde seine Freundschaft zum ehem. WEB-Vorstand zum Verhängnis. Er trat ebenso zurück wie der SPÖ-Bürgermeister der Stadt Salzburg Josef Reschen. Er hatte aus dem Bereich der WEB eine Wohnung gekauft u. wurde so zur Zielscheibe einer Medienkampagne.

Leserkommentare:
"Die Rolle des Herrn Mück, der vom ORF kurzfristig als Geschäftsführer zur WEB wechselte, gehört auch noch beschrieben"
"War das damals üblich dass man als Krimineller nur nach Deutschland fahren musste um vor einem Verfahren zu flüchten?! Und die Deutsche Staatsbürgerschaft bekommt man trotz Anklage in Österreich auch "einfach so"?!?"
""Während einige der Involvierten wie etwa Zyla krankheitsbedingt für die Justiz unerreichbar blieben [...]"
Ich nahme aber an, dass für die Erben der genannten Personen deren ergaunertes Vermögen aber sehr wohl erreichbar war, nicht?"
"Wurde wahrscheinlich eh nur zu 50% aufgeklärt ..."
"Hunderte Millionen (Schiling) wurden unauffindbar unter den Tisch gekehrt und nur mit kräftiger Parteienfinanzierung konnten die sich jahrelang über Wasser halten!"
"sehr unklar geschrieben: es geht überhaupt nicht hervor, ob sich jemand die 2 Mrd. eingenäht hat, oder ob man sich einfach verkalkuliert hatte"
"Ad hoc würde ich meinen, dass dieser Kriminalfall immer noch im Dunkeln liegt."
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Nachfolgefirma der WEB

Beitrag von Dissident am Sa Jan 21, 2017 10:16 am

http://salzburg.orf.at/news/stories/2679812 ---  Die Nachfolgefirma der WEB, die zur Salzburg Wohnbau gehörende ÖWB ---

http://salzburg.orf.at/news/stories/2515113/ --- 30.12.2011 - Nach Beendigung des Konkursverfahrens von WEB gehört die Gesellschaft nun zur Salzburg-Wohnbau. Die Eigentümer suchen jetzt einen neuen Namen für die Wohnbaugesellschaft und überlegen einen Neustart in einem anderen Bundesland.

Die Wiederbelebung des Gemeinnützigen Wohnungseigentumsbau (WEB) wurde eingeleitet. Nach 21 Jahren wurde das Konkursverfahren beendet. Nun gehört die Gesellschaft zur Salzburg-Wohnbau. Die Muttergesellschaft der Salzburg Wohnbau ist seit Beginn Mehrheitseigentümerin der gemeinnützigen WEB ---

Aus dem Abverkauf von Immobilien erhielt die marode Gesellschaft immerhin noch 1,7 Mio. €. Darüber waren selbst die neuen alten Eigentümer erstaunt. „Das ist sozusagen das Restvermögen der WEB, das jetzt ausgeschüttet worden ist. So gab es für einige eine Weihnachtsüberraschung - eine Überweisung, mit der niemand mehr gerechnet hat.“

In den vergangenen 21 Jahren flossen von diesem Geld auch mehr als 1 Mio. € an die Anwälte für die Massenverwaltung. Die WEB werde auf jeden Fall einen neuen Namen erhalten, erklärte Struber. „Wir überlegen mit unseren Freunden in Wien in einem anderen Bundesland aktiv zu werden. Wir haben auch schon Angebote aus anderen Bundesländern, z. B. Studentenwohnheime zu bauen. Wir werden jetzt einmal den Markt sondieren u. schauen, wohin wir wechseln“, fügte er hinzu. Die Geschäftsführung bleibt aber vorläufing bei der Salzburg Wohnbau in Salzburg.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/wirtschaft/22-Jahre-nach-der-Pleite-will-die-WEB-wieder-Wohnhaeuser-bauen;art15,812025 --- 04. Februar 2012 -
22 Jahre nach der Pleite will die WEB wieder Wohnhäuser bauen
SALZBURG. Gut zwei Jahrzehnte nach Auffliegen eines der größten Wirtschaftsskandale der Republik nimmt die Wohnbaufirma WEB den Betrieb wieder auf – unter einem neuen Namen und mit der Erste Bank als Aktionär.

--- die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft WEB ging wegen ihrer Haftungen gegenüber anderen Unternehmen Okt. 1989 pleite. Ende Nov. des Vorjahres beendete Konkurs-richter Gregor Sieber das Insolvenzverfahren. Es gab 3 Masseverwalter, Peter Zumtobel war Chef des Trios. 36 % Quote kamen für die mehr als 2000 Gläubiger heraus.
Nun haben die (Alt-)Aktionäre der WEB eine richtungsweisende Hauptversammlung abgehalten. Die Firma soll wieder operativ tätig werden – unter dem Namen ÖWB Gemeinnützige Wohnungs AG.

Die Salzburger Sparkasse und der Raiffeisenverband Salzburg haben ihre jeweils rund 12 % Prozent abgegeben. Dafür stockten die Wiener Gesellschafter, das Österr. Siedlungswerk (ÖSW, 54,91 %), die Erste Bank (25,09 %) u. der Verein zur Förderung des Sozialen Wohnbaus (7,55 %), auf. Neu im Aktionärskreis ist die Salzburger Bausparerheim Siedlungsgemeinschaft mit 12,45 %.

Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde der ÖSW-Vorstand Wolfgang Wahlmüller gewählt, sein Stellv. ist Wohnbau-Vereins-Obmann Leo Raffelsberger. Weiters im Kontrollgremium sind der ÖSW-Co-Vorstand Michael Pech, Astrid Kratschmann von der Erste Bank, der Salzburger Rechtsanwalt Michael Wonisch u. der Wiener ÖVP-Landtagsabgeordnete u. Bauernbunddirektor Norbert Walter. Als Favoriten auf die beiden Vorstandsposten der neuen ÖWB gelten die Chefs von Salzburg Wohnbau, Christian Struber u. Roland Wernik. Sie haben schon in den vergangenen Jahren für das ÖSW, das auch an Salzburg Wohnbau beteiligt ist, die insolvente WEB betreut.

„Operativ tätig werden kann die ÖWB frühestens im 2. Halbjahr 2012“, sagt Struber. Bis dahin müsse geklärt werden, wie viele Mitarbeiter u. wie viel Kapital die neue Gesellschaft brauche u. in welchem Bundesland sie tätig werde. Und es müsse die Vergangenheit aufgearbeitet werden.

Gläubiger verstorben
Ein Beispiel für die Vergangenheitsbewältigung: 100 WEB-Gläubigern konnte ihr Geld in Höhe von insgesamt 70.000 € nicht überwiesen werden, weil sie verstorben oder unauffindbar sind. Das WEB-Insolvenzverfahren dauerte laut Masseverwalter Zumtobel vor allem deshalb so lange, weil die Verwertung der Liegenschaften schwierig war. Einige Objekte wie Parkplätze u. Heizhäuser gehören immer noch der WEB.
Angesichts der Dimensionen seien die Masseverwalter-Honorare in Höhe von 1,1 Millionen € „bescheiden“, sagt Zumtobel. Er u. Richter Sieber sind nun in Pension. Die anderen beiden Masseverwalter waren Eckart Fussenegger u. Herbert Waltl. Letzterer starb im Nov. 2011.


Zuletzt von Dissident am Mo Jan 23, 2017 8:44 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Sammelklagen und Verjährungs-Problematik

Beitrag von Dissident am Sa Jan 21, 2017 10:30 am

http://www.konsument.at/presse/web-skandal-31-03-2004 --- Sammelklagen gegen Salzburger Sparkasse

--- Musterprozesse sollen die Haftung der Bank für ihre Organe klären, die Sammelklagen sollen verhindern, dass berechtigte Ansprüche in der Zwischenzeit verjähren. Es wird mit Streitwerten bis zu 50 Mio. € gerechnet --- Die Salzburger Sparkasse hat die Ansprüche zurückgewiesen und war auch nicht zu Gesprächen über einen Verjährungsverzicht bereit ---

Das Problem dabei für tausende weitere Geschädigte: Bis der Musterprozess entschieden ist, vergeht viel Zeit – u. berechtigte Forderungen würden zwischenzeitlich verjähren --- Um diese Verjährung von Forderungen zu verhindern, hat sich das BM für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz (BMSG) eingeschaltet u. den VKI beauftragt, zusammen mit den Anwälten der Geschädigten Sammelklagen nach österr. Recht zu organisieren.
Das Prozesskostenrisiko wird vom österr. Prozesskostenfinanzierer AdvoFin übernommen. Teilnehmer an der Sammelklage prozessieren daher ohne eigenes Risiko, verpflichten sich aber an AdvoFin eine Erfolgsquote von 37 % abzuführen.

Mit dieser – in Österreich – beispiellosen Aktion zum Schutz von geprellten Kleinanlegern soll verhindert werden, dass sich mitverantwortliche Banken einfach aus der Verantwortung stehlen ---

Ab 1983 wurde klar, dass die Versprechungen den Anlegern gegenüber nicht eingehalten werden können --- wird ein "Sanierungskonzept" erarbeitet u. der ehem. Staatsanwalt Graf, neben dem dam. WEB-Chef Bernd Schiedek, ins Unternehmen geholt --- Um möglichst wenig Verbindung zu den alten erfolglosen Bautreuhandprodukten erkennen zu lassen, wird der neue Teilkonzern IMMAG gegründet. Laut Urteil des OGH im Strafverfahren musste den Konzernspitzen schon damals klar gewesen sein, dass das Sanierungskonzept nicht funktionieren konnte --- Anlegergelder im Umfang von rd. 1 Mrd. ATS sind verschwunden respektive im Konzern für einen großzügigen Lebensstil der Betreiber verbraucht worden ---

Die Staatsanwaltschaft warf den damal. Managern der Salzburger Sparkasse vor, von den Untreuehandlungen spätestens ab 1986 gewusst u. nicht nur nichts dagegen unternommen zu haben, sondern an der Täuschung der Anleger durch Mitwirkung an den sogen. Verrechnungsrädern aktiv beteiligt gewesen zu sein.
Um die triste Vermögenslage des WEB/Bautreuhand/IMMAG-Konzern zu verschleiern, wurden ab 1984 an manchen Tagen bis zu 1,7 Mrd. ATS im Kreis bewegt, um Außenstehenden einen aktiven, erfolgreichen Wirtschaftsbetrieb vorzutäuschen. Alle Konten, die an diesen Transaktionen beteiligt waren, befanden sich bei der Salzburger Sparkasse u. wurden von einem Mitarbeiter unter Genehmigung des Vorstandes geführt ---

Die Beratung der geschädigten Anleger u. die Führung der Sammelklagen liegt in den Händen folgender Rechtsanwälte:

- Dr. Werner Steinacher Rechtsanwalt GmbH, Jahnstraße 11, 5020 Salzburg, Tel.: 0662/88 34 73, Fax 0662/88 34 73-2, E-Mail: office@law-sbg.at , www.law-sbg.at oder www.web-klagen.at  

- Dr. Manfred Korn, Stelzhamerstraße 5a, 5020 Salzburg, Tel. 0820/82 00 78, Fax 0820/82 00 79, E-Mail: manfred.korn@kanzleizentrum.at ,

- Dr. Rudolf Tobler, Untere Hauptstraße 72, 7100 Neusiedl am See, Tel. 02167/22 53, Fax 02167/22 53-13, E-Mail: office@tobler-goetz.at , www.web-rechtsverfolgung.at

Im Internet kann man auf den Homepages der genannten Anwälte die notwendigen Informationen zur Teilnahme an Sammelklagen auffinden u. herunterladen.


Zuletzt von Dissident am Sa Jan 21, 2017 11:10 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty teilweiser Schadensersatz von Salzburger Sparkasse

Beitrag von Dissident am Sa Jan 21, 2017 10:59 am

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20041124_OTS0107/haupt-unterstuetzt-anleger-angebot-der-salzburger-sparkasse-ist-verhoehung-der-geschaedigten --- 24. Nov. 2004 - Salzburger Sparkasse will 3.235 geschädigte Anleger mit Forderungen über 127,3 Mio € mit 7,27 Mio € abspeisen ---

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20051108_OTS0088/konsumentenschutzstaatssekretaer-dolinschek-begruesst-entschaedigung-fuer-web-opfer ---  8. Nov. 2005 - "Ich bin im Interesse der Geschädigten froh, dass wir bei diesem größten Zivilprozess in der Geschichte der 2. Republik nunmehr zu einem raschen u. guten Ende kommen werden. Wir haben in Verhandlungen erreicht, dass die Salzburger Sparkassen den geschädigten Anlegern die Zahlung von 19,1 Mio. € für verlorenes Kapital zusichert und eine Kostenbeteiligung von 600.000 € anbietet", teilte heute Konsumentenschutzstaatssekretär Dolinschek mit ---

http://sbgv1.orf.at/stories/188089 --- 11.04.2012 - Geld zurück an geprellte WEB-Anleger
--- Der Masseverwalter der "Concentra", Kern-Gesellschaft im WEB-IMMAG-Skandal, ruft jetzt Anleger auf, sich zu melden.
--- Die Spätfolgen des Konkurses sind immer noch nicht ganz ausgestanden - mehr als eine 1 Mio. € sollen nun unter rechtmäßigen Besitzern aufgeteilt werden. Das Geld stammt aus der Liquidation von Teil-Firmen des WEB-IMMAG-Imperiums.
33 Mio. € haben Rechtsanwalt Walter Aichinger u. ein Kollege im Concentra-Konkursverfahren an geprellte Anleger des WEB-Bautreuhand-IMMAG-Imperiums schon ausbezahlt. Dennoch existiert noch immer herrenloses Geld, sagt Aichinger.
"Die Concentra war Treuhänder der Hausanteilschein-Zeichner. Da sind also noch 461.000 € zu verteilen. Die Concentra war aber Verwahrer von IMMAG-Aktien", sagt Aichinger. "Da sind noch unbekannte Aktionäre mit einem Nominale von 13.700.000 Schilling u. einem treuhändig erliegenden Liquidationserlös von rund 575.000 €. Es gibt also mehr als 1 Mio. €, die es zu verteilen gilt."

Manche Verzichten auf Rückzahlung Gibt es Anleger, die nichts mehr von Geld wissen wollen?
"Eher kleinere Beträge"
"Diese Erfahrung habe ich schon auch gemacht. Es hat zum Teil Personen gegeben, die wir ausfindig gemacht haben. Manche haben gesagt, ich will damit nichts mehr zu tun haben, behaltet Euch das Geld. Es waren da eher kleine Summen. In Einzelfällen sind noch Beträge von bis zu 15.000 €, die ihre Abnehmer suchen."
Depot-Bestätigungen u. Losungsworte
900.000 € warten auf ehem. IMMAG-Aktionäre. Depot-Bestätigungen u. jeweilige Losungsworte genügen, um zumindest einen Teil des veranlagten Geldes zurückzubekommen, sagt Aichinger:
"Möglichst viele Geprellte suchen"
"Ich hoffe, dass ich diesen Konkurs noch im Jahr 2007 abschließen kann. Das ist nun unser letzter Anlauf, um mit Geschädigten von damals in Kontakt zu kommen. Wir wollen möglichst vielen Hausanteilschein-Zeichnern ihr Geld zukommen lassen."

Rest für wohltätige Zwecke
Interessiert sich bis Ende Juni niemand mehr für das herrenlose Geld, soll es in Übereinstimmung mit dem zuständigen Gericht wohltätigen und gemeinnützigen Organisationen gespendet werden.

Kontakte - Geld zurück?
Wer als geprellter Anleger sein Geld wiederhaben will, sollte sich auf diese Seriennummern der Hausanteilscheine beziehen:
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 11, 12, 14, 15, 16, 77, 22 und 23. Besitzer von IMMAG-Aktien haben Depotscheine mit Nummer u. Losungswort. Betroffene können sich hier melden: Dr. Walter Aichinger, Ignaz Rieder-Kai 11c,5020 Salzburg. E-Mail: law@raits-ebner.at
oder bei Rechtsanwalt Dr. Eckart Fussenegger, Mirabellplatz 6/2, 5020 Salzburg.



Zuletzt von Dissident am Mo Jan 23, 2017 9:35 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Buchempfehlung zum WEB-Skandal

Beitrag von Dissident am Sa Jan 21, 2017 11:05 am

Buchempfehlung zum WEB-Skandal, betreffend Norman Graf:
http://wolfgangschinwald.com/der-heimbringer/ --- Kurzbeschreibung

Schockiert liest der ÖBB-Pensionist Bertl S. beim Begräbnis eines Freundes die Sterbeanzeige. “Mitglied des Kameradschaftsbundes” steht unter dem Namen des Verstorbenen – sonst nichts. “Na, wenn das alles ist, was vom Leben übrig bleibt”, denkt Bertl voller Groll u. beschließt, sich aus dem Heer der “Heimkehrer” abzuheben, indem er sich zum “Heimbringer” befördert. Zu seiner Qualifikation will er ausgerechnet einen heim bringen, der partout nicht nach Hause will, einen, der sich der Vorladung zum größten Wirtschaftsprozess Österreichs entzieht, weil er die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat. – Na, habe die Ehre! ---

Hintergrund:
In den 80er Jahren wurde Salzburg vom so genannten WEB-IMMAG-Bautreuhand-Skandal erschüttert, der 25 000 Anlegern 2 Mrd. Schilling u. einigen Politikern ihren Kopf kostete. Im größten Wirtschaftsprozess der Geschichte Österreichs wurde der Skandal aufgerollt – mit zweifelhaftem Erfolg.
Diesen Hintergrund nahm der Autor zum Anlass einer fiktiven Geschichte, in der der Schwerpunkt auf den Gedanken u. Wünschen eines unbescholtenen Steuerzahlers liegt, der sich ärgert, dass die Justiz einen Ladendieb u. einen Falschparker unbarmherzig bestraft, in einem Millionenprozess aber völlig machtlos scheint u. versagt.
So wird der pensionierte Lokführer Bertl Steiger selbst aktiv. Er schmiedet den Plan, den Hauptverdächtigen, einen Ex-Staatsanwalt, mit einem Mopedauto zu entführen u. auf die richtige Bahn zu bringen.
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Gabi Burgstaller

Beitrag von Dissident am Mo Jan 23, 2017 8:23 am

Daß die spätere SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller bis heute als "große Aufdeckerin" des WEB-Skandals gilt, ist der übliche Lügenpresse-Fake.
Die AK musste gezwungenermaßen den Beschwerden der geschädigten WEB-Geld-Anleger nachgehen. Das hätte jeder AK-Jurist machen müssen. Von daher ist es ein Witz, daß gerade die SPÖ, die genauso in den WEB-Skandal verstrickt war wie wohl auch die ÖVP, aus diesem Korruptionsfall der DöDR sogar noch einen politischen Erfolg machen konnte...
pig Mad
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/543172_Vom-Skandal-zur-Landeshauptfrau-und-zurueck.html

--- Gabi Burgstallers Rolle in der Konsumentenschutzabteilung der AK, in der sie 25.000 geschädigte WEB-Anleger vertrat, ebnete ihr den Weg in die Politik.

Dabei geriet sie eher zufällig als Karenzvertretung in diese Affäre, in der Anleger mit verlockenden Hausanteilsscheinen um 170 Millionen € gebracht wurden. Keine 2 Monate bevor die Sache durch eine Anzeige der AK aufflog, hatte Burgstaller 1989 als junge Juristin ihren Job in der Konsumentenschutzabteilung angetreten. An der detektivischen Aufdeckungsarbeit hatte Burgstaller, anders als oft dargestellt, also kaum einen Anteil.

--- Ihren Auftritt hatte sie erst im nächsten Schritt. Als sich tausende Anleger an die Arbeiterkammer wandten, war Burgstaller öffentlichkeitswirksam erste Ansprechpartnerin u. organisierte die Rechtsansprüche der Geschädigten. Sie managte die Aufarbeitung u. erarbeitete sich als Aufräumerin erstmals Bekanntheit. Wenige Wochen nach Auffliegen des Skandals machte Burgstaller erstmals Bekanntschaft mit einem politischen Untersuchungsausschuss. Mit 26 Jahren saß sie ab Sommer 1989 als Beraterin der SPÖ im U-Ausschuss zum WEB-Skandal ---
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Strafen, Verurteilte und Davongekommene...

Beitrag von Dissident am Mo Jan 23, 2017 9:03 am

https://archive.is/20130114234730/http://wirtschaftsblatt.at/archiv/unternehmen/967327/index

.. Strafen für WEB-Bosse

--- 6 von ihnen müssen hinter Gittern, Bernd Schiedek u. Hans-Jürgen Gold gar für 9 Jahre ---
Herbert Neuberger für 8 Jahre sowie die einstigen WEB-Wirtschaftsprüfer Georg Geyer, Dietrich Rößlhuber u. Helmut Scheufele für je 6 Jahre. Klaus Zyla, Sohn u. Nachfolger von WEB-Gründer Hans Zyla, ging frei. Die Schuldsprüche sind nicht rechtskräftig. Alle 6 Verurteilten haben berufen.
Wie der vorsitzende Richter Friedrich Gruber ausführte, hatten die verurteilten Ex-Bau-Manager hinter der Fassade des Salzburger Wohnbaukonzerns WEB/Bautreuhand/IMMAG ein geradezu Potemkinsches Finanzdorf aus rund 150 Firmen mit Namen wie Cerberus, Diana oder Zeus errichtet.
Gleich einem Schneeballsystem wurden zwischen diesen "Göttergesellschaften" Anlegergelder in Höhe von 4,3 Mrd. Schilling jahrelang im Kreis transferiert u. so der Schein der Liquidität erweckt. In Wahrheit wurde mit den in sogenannten IMMAG-Hausanteilsscheinen angelegten Geldern Finanzlöcher im Konzern gestopft u. private Konten der WEB-Manager in Luxemburg gespeist.
- - -
Ab 1980 wurden die Versprechen gegenüber den Anlegern wissentlich nicht erfüllt, sondern ein Teil ihrer Gelder zum eigenen Vorteil abgezweigt", begründete Vorsitzender Gruber den Urteilsspruch. Die in den 60er Jahren vom seinerzeitigen Landtagspräsidenten Hans Zyla (ÖVP) gegründete WEB zählte bei ihrem Zusammenbruch vor 10 Jahren zu den größten gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften Österreichs. 1.200 Objekte wurden errichtet, darunter auch Hotels der Marken Pannonia u. Norica
- - -
Der WEB-Prozeß geht als das teuerste Gerichtsverfahren in die Geschichte Österreichs ein. Rund 120 Mio. hat das 10jährige Verfahren bereits gekostet, ein Ende ist noch nicht abzusehen. Zum Vergleich: Der Lucona-Prozeß hatte 35 Mio. verschlungen. Auch 2,4 Mio. Aktenseiten u. 10 Jahre Verfahrensdauer sind Justizrekord.

http://derstandard.at/1317019392781/Demokratievolksbegehren-Radlegger-Ich-trete-nicht-als-Paulus-auf --- STANDARD: Mit Ihrem Engagement kommen Sie auch wieder ins Schussfeld der Kritik. Die "Kronen Zeitung" schreibt, Sie u. Wilfried Haslauer Sen. hätten mit dem sprichwörtlichen Salzburger Klima dazu beigetragen, dass in diesem "politischen Feuchtgebiet" ein WEB-Skandal entstanden sei u. so tausende Anleger geprellt wurden. Trifft Sie dieser Vorwurf?
Radlegger: Es hat einen Untersuchungsausschuss gegeben, es ist für jeden einsehbar, was herausgekommen ist. Da soll mir eine Zeile der persönlichen Schuld vorgehalten werden ... STANDARD: ... es geht nicht um Schuld, sondern um ein Klima, das Skandale fördert ---

http://sbgv1.orf.at/stories/145884 --- 11.04.2012 - Letzter WEB-Verurteilter tritt Haft an
Seit Montag ist auch der letzte Verurteilte im 3. WEB-Strafprozess in Haft: Ex-Sparkassen-Vorstandsdirektor Klaus Buttenhauser trat in Wels (OÖ) seine Strafe an. Er kam nach langem hin und her freiwillig ins Gefängnis.
--- 4 Jahre muss Buttenhauser absitzen, weil er von den betrügerischen Machenschaften des WEB-Bautreuhand-IMMAG-Imperiums gewusst hatte. --- Der 63-jährige Buttenhauser beteuerte bis zuletzt seine Unschuld u. sprach von einem Fehlurteil --- Die Justizanstalt Wels hat auch eine Krankenstation, in der die bis jetzt haftverhindernden Depressionen Buttenhausers behandelt werden können --- Nach der Hälfte der 4-jährigen Haftstrafe kann der Ex-Manager um frühzeitige Entlassung ansuchen. Dafür ist unter anderem gute Führung im Gefängnis entscheidend.
Die beiden anderen im 3. WEB-Strafprozess Verurteilten Ex-Sparkassen-Manager sitzen bereits seit März im Gefängnis: Vorstandsdirektor Gerhard Schmidt 4 und Kreditbetreuer Josef Keimelmeier 3,5 Jahre. Diese beiden traten ihre Haft im Gegensatz zu Buttenhauser nicht freiwillig an u. mussten von der Polizei abgeholt werden.

http://sbgv1.orf.at/stories/143961 --- Jetzt wurde seine seine Haftfähigkeit vom Oberlandesgericht Linz bestätigt --- Ein gerichtlich beeideter Sachverständiger hielt Buttenhauser, der beim Golfspielen beobachtet worden war, im Juli für haftfähig ---


Zuletzt von Dissident am Mi Jan 25, 2017 4:57 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Personen

Beitrag von Dissident am Mo Jan 23, 2017 10:04 am

Hier im Forum als Kurzbiographien zu finden:

Hans Zyla  http://doedr.forumieren.net/t11p125-menschen-und-personalien#1281

Haslauer Wilfried sen.  http://doedr.forumieren.net/t11p25-menschen-und-personalien#499

Wolfgang Radlegger  http://doedr.forumieren.net/t11p125-menschen-und-personalien#1279

Norman Graf http://doedr.forumieren.net/t11p125-menschen-und-personalien#1283
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WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal Empty Re: WEB-Bautreuhand-IMMAG-Skandal

Beitrag von Dissident am Mo Jan 23, 2017 11:29 am

Aus einer Rede im Nationalrat, Abgeordneter Mag. Eduard Mainoni: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXI/NRSITZ/NRSITZ_00025/SEITE_0122.html

"--- möchte ich zuerst ein Thema anschneiden, das meines Erachtens sehr interessant ist, nämlich: die Grenzen der Justiz, .. anhand eines nicht sehr neuen, aber doch auch sehr aktuellen Themas. Es ist ziemlich genau 11 Jahre her, dass ein Betrugsskandal aufgeflogen ist, ein Betrugsskandal, der in Österreich neben der "Konsum"-Pleite sicherlich der größte Wirtschaftsskandal der 2. Republik war, nämlich WEB – IMMAG – Bautreuhand ---
Die Causa WEB ist ein klassischer Fall von organisierter Kriminalität. Eine deutsche Arbeitsgruppe von Vertretern der Justiz u. der Polizei definierte die organisierte Kriminalität folgendermaßen: Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten und so weiter; und jetzt ist bitte wichtig: oder unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz und Wirtschaft ---
Einer der hauptschuldigen Drahtzieher dieses Skandals, der bis heute Prozesse mit sich bringt, war ein ehem. Staatsanwalt und hoher politischer Funktionär, nämlich Herr Norman Graf. Bei diesem Skandal mussten sich beinahe alle Richter in dieser Causa als befangen erklären. Im Finanzministerium gibt es eine Reihe von Beamten, die in den achtziger Jahren Teilnehmer u. Vortragende bei Seminaren in Siena waren, organisiert von einem Mann, der in Salzburg gerade heute als Beschuldigter im 2. IMMAG-Prozess vor Gericht steht.
Ein ehemaliger Bundeskanzler, ..  der vorher Bankdirektor war, gewährte diesem WEB-Imperium unter anderem einen Kredit von 30 Mio. Schilling, und als dieser uneinbringlich zu werden drohte, erfolgte die Finanzierung über Hausanteilsscheine. Das bedeutete aber, dass Tausende kleiner Anleger geschädigt wurden, als dieses Imperium zu Bruch ging ---
LH-Stellv. Radlegger, der von sich aus zurücktrat, bekam eine kostenlose Wohnungssanierung von der WEB.
Bürgermeister Reschen hatte Beteiligungen an diesem Imperium, von dem er nichts wissen wollte – er musste zurücktreten.
Der Chefredakteur des Aktuellen Dienstes im ORF in Salzburg wechselte einige Wochen vor der Strafanzeige gegen dieses Imperium zur WEB, und zwar als Direktor.
Seine Gattin hatte schon vorher von diesem Unternehmen eine halbe Million Schilling an Provision bekommen.
Der nunmehrige Stellv. des Chefredakteurs einer Salzburger Zeitung schrieb mehrmals Artikel in der Sonderbeilage für die WEB, die beiden LH-Stellv. steuerten jeweils Geleitworte bei.
Mehrere Bedienstete der Staatsanwaltschaft, .. wurden vom Geschäftsführer der WEB zu Essen und Trinken eingeladen. Der jetzige Leiter der Staatspolizei in Salzburg bekam, wie aus einem Brief des Hauptbeschuldigten hervorgeht, von der WEB eine Wohnung, und letztendlich saßen die Vorstände der Salzburger Banken zugleich in den Gremien dieses Imperiums.
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