Menschen und Personalien

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Gert-René Polli

Beitrag von Dissident am Mo Jul 31, 2017 10:21 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Gert-Ren%C3%A9_Polli  Gert-René Polli (*1960) war Leiter des österr. Bundesamtes f. Verfassungsschutz u. Terrorismusbekämpfung (BVT). Er war Berufsoffizier des österr. Bundesheeres u. nach div. Auslandseinsätzen ab 1992 im Heeres-Nachrichtenamt tätig. In dieser Zeit hat er an der Uni Wien promoviert u. einen Master-Abschluss der Naval Postgraduate School in Civil-Military Relations and Intelligence erlangt.

Leiter des BVT
Er wurde 2002 seitens der Österr. Bundesregierung unter dem damal. Bundeskanzler Schüssel ins Innenministerium berufen u. mit der Reorganisation der Staatspolizei beauftragt. Nach Abschluss der Reorganisation wurde die Staatspolizei ins neu gegründete Bundesamt f. Verfassungsschutz u. Terrorismusbekämpfung übergeleitet. Polli wurde 2002 der erste Direktor dieser Sicherheitsbehörde; eine Funktion, die er bis 2008 innehatte.
Während seiner 6-jährigen Amtszeit konnte sich das BVT als Sicherheitsbehörde mit den zentralen Zuständigkeiten im Bereich der Terrorismusbekämpfung u. dem Schutz der verfassungsmäßigen Einrichtungen im In- u. Ausland als der Spionageabwehr etablieren. Vor allem im Bereich der Spionageabwehr wurden während seiner Amtszeit immer wieder Konflikte mit ausländischen, in Österreich operierenden, Nachrichtendiensten bekannt. Nach Ablauf seiner Amtszeit hatte sich Polli nicht mehr für diese Funktion des Direktors BVT beworben. Abgelöst wurde er vom ehem. Leiter des EUROPOL Terrorismusreferates, Peter Gridling.

Weiteres Wirken
Von Herbst 2008 bis Nov. 2009 war er als Leiter der Konzernsicherheit der Siemens AG in München beschäftigt. Er wurde während seiner Funktion bei Siemens von Vorwürfen aus seiner Zeit als Leiter des BVT eingeholt, wonach man ihm zu enge Kontakte zum Iran nachsagte. Die Generalbundesanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen ihn allerdings mangels Verdachtslage kurz nach Aufnahme der Ermittlungen eingestellt.

Polli gründete 2012 die Firma polli-IPS (Intelligence & Public Safety) mit Sitz in Wien. Die Firma ist spezialisiert auf die Abwehr von Betriebs- u. Wirtschaftsspionage u. unterstützt Unternehmen bei ihren Aktivitäten in sicherheitskritischen Regionen oder sicherheitskritischen Lagen im In- oder Ausland.

Privates: Polli ist verheiratet u. hat 2 Kinder.

Seine Firma: http://www.polli-ips.com/index_de.html

https://kurier.at/politik/inland/spionage-kmus-im-visier-der-amerikaner/16.607.571 .. als Sicherheitschef der Siemens AG wurde der Jäger aber selber zum Gejagten. Er musste diesen Spitzenjob 2009 nach einer Geheimdienstintrige der Amerikaner wieder aufgeben. Die CIA hatte es nicht verwunden, daß er sich in seiner Zeit als BVT-Leiter Aktivitäten der Amerikaner in Bezug auf „Terrorjagd“ u. Überflugrechte quergelegt hatte. Polli kennt jedenfalls die US-Spionagewelt von allen Seiten. Er ist überzeugt: Im Focus der US-Spionage stehen heute nicht mehr sowj. Panzerdivisionen, sondern weltweit Banken u. Firmen. Auch die Terrorgefahr würde manchmal nur als Alibi für derartige Operationen dienen ..
Viele Tätigkeiten wären privatisiert worden. Zum Beispiel zu Sicherheitsfirmen oder harmlos erscheinenden NGOs. Zur Gesamtstrategie gehören auch andere US-Erfindungen. Etwa die neue Compliance-Euphorie, mit der ein gewaltiges Spitzelnetz geschaffen wurde. Denn jeder Mitarbeiter in großen US-Konzernen ist verpflichtet, Wahrnehmungen über mögliche Verstöße an Meldestellen zu berichten ..
Ziel sei es, Personen in persönliche u. berufliche Abhängigkeit zu bringen. Das beginne etwa mit dem Aufbau von persönlichen Freundschaften. Wer nicht kooperiert, werde aber diskreditiert u. fertig gemacht. Das schließe Rufmord u. sogar Erpressung ein. Besonders Klein- u. Mittelunternehmen sieht Polli im Visier. Die KMUs hätten ein ungeheures Potenzial an Innovation, gleichzeitig aber die schwächsten Abwehrmechanismen. Oft würden sie gar nicht erkennen, daß sie Ziel eines Angriffes sind ..

https://www.profil.at/home/ex-verfassungsschutz-chef-wien-agentenhochburg-snowden-361643  Ex-Verfassungsschutz-Chef über Wien als Agentenhochburg und Snowden profil: Wie weit war das US-Überwachungssystem Prism den Regierungen in Österreich u.a. EU-Staaten bekannt?
Polli: Alle für die Kooperation verantwortlichen politischen Stellen wussten darüber Bescheid, aber nicht über die jetzt durch Snowden aufgedeckte Intensität der Überwachung. Der eigentliche Skandal besteht darin, daß die Amerikaner ihre Verbündeten in diesem gewaltigen Ausmaß ausspioniert haben.

profil: Aber auch die Briten, Franzosen u. Deutschen verfügen über solche Überwachungssysteme.
Polli: Alle Länder, die es sich leisten können, haben ähnliche Kontrollsysteme aufgebaut: die Briten mit ihrem Tempora-Programm, die Franzosen oder der Bundesnachrichtendienst in Deutschland. Der BND ist einer der primären Ansprechpartner der NSA.

profil: Die deutsche Regierung will bis zu Snowdens Enthüllungen von den Lauschangriffen nichts gewusst haben.
Polli: Das Überwachungssystem, das die Amerikaner der ganzen Welt übergestülpt haben, spioniert nicht nur Bürger oder Terroristen aus. In erster Linie geht es längst um Wirtschaftsspionage, vor allem in Deutschland. Nirgendwo sonst gibt es so viele Patente u. Know-how, auch bei kleinen u. mittleren Betrieben. Ein primäres Angriffsziel sind Informationen über die weltweiten Geldströme, u. auch da bietet sich Frankfurt als Finanzmetropole an. Swift u.a. Abkommen mit den USA über Datenaustausch runden das Bild nur ab.

profil: Informationen darüber werden übers Internet ausgespäht?
Polli: Das Internet ist nur ein Vehikel zum Absaugen von Informationen. Ein anderer Teil läuft über andere Telekommunikationskanäle, u. es gibt zusätzlich die klassische Spionage. Aber die moderne Spionage läuft nicht mehr über Agenten, sondern über Anwälte, Unternehmen, Joint Ventures u. Insider, wie der Fall Snowden zeigt. Den Amerikanern geht es darum, den Informationsvorsprung auszubauen. Die Bekämpfung des Terrorismus war nur das Feigenblatt, auf dem all diese Überwachungsprogramme aufgesetzt worden sind. Die NSA hat den Heuhaufen erst geschaffen, in dem sich die Nadel perfekt verstecken lässt. Das ist die eigentliche Ironie der Affäre Snowden.

profil: Auch österr. Dienste sollen regelmäßige Kontakte zur NSA pflegen.
Polli: Es gibt in Österreich keinen klassischen Geheimdienst. Der Auslandsnachrichtendienst hat in Österreich einen einzigartigen Status, da er beim Militär angesiedelt ist. Das Heeresnachrichtenamt (HNA) darf nach dem Militärbefugnisgesetz im Ausland tätig sein. Das Abwehramt ist im militärischen Rahmen für das Bundesheer zuständig. Aber das Problem liegt darin, daß die Grenze zwischen Auslands- u. Inlandsnachrichtendienst immer mehr verschwimmt. Und dann gibt es noch das BVT im Innenministerium, den zivilen Dienst, der eigentlich Polizei ist. Das führt zu Kompetenzüberschneidungen mit den zivilen Einrichtungen. Deren Informationsaustausch mit ausländischen Diensten weist eine bis dato andere Qualität u. Quantität auf, geht es doch überwiegend um personenbezogene Daten. Und dann stellt sich die Frage, warum wir uns gleich 2 militärische Nachrichtendienste leisten.

profil: Sie sollen sich früher hauptsächlich gegenseitig überwacht haben. Das HNA wurde politisch von der ÖVP kontrolliert, das Abwehramt von der SPÖ.
Polli: Diese Teilung ist heute objektiv überhaupt nicht mehr aufrechtzuhalten.

profil: Zusätzlich ermittelt noch das Bundesamt f. Verfassungsschutz u. Terrorismusbekämpfung.
Polli: Aber dieses ist Teil der Polizei, unterliegt unter anderem dem Sicherheitspolizeigesetz u. ist daher per Definition kein Geheimdienst. Das erschwert leider die Terrorismusbekämpfung, denn das BVT kann nur dann ermitteln, wenn es einen konkreten Verdacht gibt, also nicht ausreichend im Vorfeld einer Straftat, wie es nötig wäre. In Österreich fehlt ein Dienst, der über Befugnisse verfügt, wie sie die Staaten rund um uns längst haben.

profil: Aber ein solcher Dienst wäre kaum kontrollierbar.
Polli: Die sogen. demokratische Kontrolle von Geheimdiensten ist ohnehin nur Illusion. Sie ist ja nur dann möglich, wenn etwa die Mitglieder eines Parlamentsausschusses Experten oder zumindest fachkundig sind. Das ist nach meinen Erfahrungen in Österreich nur äußerst eingeschränkt der Fall. Das bedaure ich zutiefst.

profil: Gibt es einen Kooperationsvertrag des HNA mit der NSA?
Polli: Die NSA schließt Verträge auf einer rechtsstaatlichen Basis mit unterschiedl. Organisationen. Da die NSA solche bilateralen Verträge mit Bündnispartnern u. Drittstaaten abschließt, kann man ruhig davon ausgehen, daß es auch mit Österreich einen entsprechenden Vertrag gibt.

profil: Obwohl wir nicht NATO-Mitglied, sondern neutral sind?
Polli: Österreich teilt mit den USA viele gemeinsame Werte u. auch Ziele, daher gibt es auch eine Zusammenarbeit im Sicherheitsbereich. Mehr darf ich dazu nicht sagen, weil ich noch immer dem Amtsgeheimnis unterliege.

profil: Ist Wien nach dem Ende des Kalten Kriegs noch ein Zentrum für Spionage?
Polli: Wien ist noch immer eine Hochburg der Spionage, auch deshalb, weil wir hier viele internat. Organisationen haben. Es ist immer noch eine Belohnung für jeden Agenten, wenn er nach Wien versetzt wird. Aus diesem Grund sind auch die Missionschefs solcher Einheiten hier hochrangig besetzt. Unsere Gesetzgebung war jahrzehntelang Steigbügelhalter dieser Entwicklung. Sie können in Österreich nur dann wegen Spionage belangt werden, wenn diese gegen die Interessen der Republik gerichtet ist. Wenn irgendein ausländischer Agent einen Kollegen nach Wien einlädt, um hier über Spionage gegen ein anderes EU-Land zu reden, dann ist das absolut legal. Etwas Schöneres gibt es ja gar nicht.

profil: Spione werden auch höchst selten ausgewiesen.
Polli: Es gibt die sogen. Residenturen, die an den Botschaften die Verbindung zu den offiziellen Stellen in Österreich halten. Wenn es Probleme gibt, kann man jemanden vorladen, von der CIA oder von den russ. Geheimdiensten FSB oder SVR. So können viele Probleme rasch u. unauffällig gelöst werden. Davon getrennt arbeiten die klassischen Spione. Sie kommen mit einem Team u. einer bestimmten Aufgabe, um eine operative Angelegenheit zu Ende zu bringen. Aber das gibt es überall auf der Welt.

profil: Welche Ziele sind bei uns für solche Operationen interessant?
Polli: Da sind wir wieder bei der Wirtschaftsspionage. Aber dabei geht es nicht um die großen ATX-Unternehmen, sondern immer mehr um die kleinen u. mittleren Betriebe, die im Bereich der Datensicherheit sehr oft nachlässig sind. In Österreich werden Cyberabwehr-Mechanismen von der Politik erst jetzt gebündelt. Auch hier hinken wir der Entwicklung hinterher. Und der Argwohn, der zwischen einzelnen Ministerien herrscht, erschwert den Schutz der österr. Wirtschaft.

profil: Die NSA belauscht div. EU-Institutionen. Sind in Wien davon auch die UN-Büros betroffen?
Polli: Dazu hört man vom Innen- u. Außenministerium sehr wenig. Aber warum soll man schlafende Löwen wecken, wenn es nicht notwendig ist? Bei uns läuft auch da alles gemütlicher.

profil: Österreich ist eines der letzten Länder, in denen anonyme Wertkarten für Handys verkauft werden. Sie wurden auch von ausländischen Agenten u. Terroristen verwendet.
Polli: Es ist mir in meiner Amtszeit nicht gelungen, das abzustellen. Und es ist offenbar auch ein gewaltiges Geschäft. Nach der Zahl der verkauften Wertkarten müsste jeder Österreicher 2 Wertkartenhandys besitzen.

https://bachheimer.com/mit-offenen-karten .. 31.07.2017 .. Kommentar von Ex-Österreich-Geheimdienstchef Polli: „America first“ – Europe last?
Wie die USA mit Ihrer Sanktionspolitik die Beziehung zu Deutschland belasten
Die Ereignisse Juli 2017 werden wohl zu den der denkwürdigsten in der Geschichte der langen transatlantischen Beziehungen gezählt werden. Was nicht eintreten durfte, ist nun eingetreten: Der US-Senat u. das Abgeordnetenhaus haben sich in überwältigender Mehrheit für die Ausweitung der schon bestehenden Sanktionen gegen Russland ausgesprochen. Das verabschiedete Gesetz liest sich wie eine wirtschaftl. Kriegserklärung gegen Russland. Daß das Gesetz auch Sanktionen gegen Nordkorea u. den Iran umfasst, geht in der erhitzten transatlantischen Diskussion fast unter. Die Ermittlungsergebnisse von Justiz, Sonderermittler u. FBI vorwegnehmend, legt das Gesetz dem US-Präsidenten, einmalig in der jüngeren Geschichte der USA, enge Fesseln an. Ohne Zustimmung des Kongresses, so der Text des Gesetzes, ist der Präsident nicht in der Lage, diese Beschränkungen wieder aufzuheben. Schon aufgrund des innenpolitischen Drucks in der Russlandaffäre rund um Präsident Trump gehen politische Beobachter davon aus, daß der Präsident dieses Gesetz in der vorliegenden Form unterzeichnen wird. Dann kann es in Kraft treten.

Der erste politische Kollateralschaden des Gesetzes ist auch schon ausgemacht. Es sind die transatlantischen Beziehungen, die hier aufs Spiel gesetzt werden, insbes. die Beziehungen zu Deutschland. Die Wirtschaftssanktionen haben vor allem die russ. Energiewirtschaft ins Visier genommen u. hier vor allem den Energieexport nach Europa. Nach wie vor macht der russ. Energieexport nahezu 50 % des russ. Staatshaushaltes aus. Das Gesetz beruft sich dabei auf die russ. Rolle bei der Annexion der Krim, vor allem aber auf die angebliche Rolle des russ. Geheimdienstes auf den Ausgang der jüngsten Präsidentschaftswahlen. Der tatsächliche Hintergrund des Gesetzes ist jedoch ein anderer: Es geht um die USA-Marktanteile für Flüssiggas u. um die Zurückdrängung russ. Erdgaslieferungen vom europäischen Markt.

In einer bisher so nie so zur Schau gestellten Harmonie veröffentlichte das österr. Bundeskanzleramt auf seiner Homepage eine gemeinsame Presserklärung des österr. Bundeskanzlers Kern u. des deutschen Außenministers Gabriel. Darin ist die Rede von „völkerrechtswidrigen exterritorialen Sanktionen gegen europ. Unternehmen, die sich am Ausbau der europ. Energieversorgung beteiligen“. Daß es hier nicht um Vermutungen geht, liegt auf der Hand. Um die Kritik am US-Gesetzesentwurf nicht als eine Fundamentalkritik gegen US-Rechtsprechung zu platzieren, trägt die gemeinsame Erklärung den Untertitel: „Unterstützung für die Bemühungen des US-Außenministeriums, diesen Gesetzentwurf zu verändern“. Das Gesetz ermächtigt den US-Präsidenten gegen Unternehmen vorzugehen, die ab einer Grenze von 5 Mio. Dollar in russ. Energie-
infrastruktur investieren oder als Zulieferer tätig werden. Damit sind nicht nur deutsche sondern auch österr. Unternehmen bedroht, sich in der US-Sanktionsfalle zu verfangen. In Österreich wären Gasprom-Partner wie die ÖMV genauso betroffen, wie die Zulieferer Vöstalpine, der 2016 einen Großauftrag für die Lieferung von mehr als 100.000 Tonnen Spezialbleche für das Projekt Nord Stream II erhalten hat. Selbiges gilt auch für Shell u. für die deutsche Firma Wintershall gemeinsam mit Dutzenden deutschen Zulieferern. Aber nicht nur, daß das Projekt durch diese Strafandrohung in Frage gestellt wird, es zielt auf die deutsche Wirtschaft ab, welche hier nachhaltig an der Zusammenarbeit mit dem russ. Energiesektor behindert werden soll. Selbst Kanzlerin Merkel, der man ansonsten kein inniges Verhältnis zu Russland unterstellen kann, hat gegen diese Form amerikanischer Wirtschaftspolitik protestiert.

Tatsächlich ist das deutsch-amerikanische Verhältnis schon jetzt, u. nach Bekanntwerden der Spionagetätigkeiten der USA auf deutschem Boden erst recht, mehr als angespannt. Die Aufarbeitung der Snowden-Affäre hat heftige diplomatische Spannungen zwischen Deutschland u. den USA verursacht, die seit fast 3 Jahren kaum mehr zu kaschieren sind. Die öffentlich gewordenen Papiere in der Snowden-Affäre legen nahe, daß ein unglaublich engmaschiges technisches Spionagenetzwerk der amerikan. NSA u. CIA auf deutschem Boden existiert. Daher stellt sich die berechtigte Frage, wieviel Spielraum die deutsche Politik hat, US-Interessenslagen Substanzielles entgegenzusetzen. Politische Spionage, vor allem aber Wirtschaftsspionage in Deutschland war u. ist die Zielsetzung amerikan. Aufklärung, um die Erkenntnisse aus den Snowden-Papieren kurz zu fassen. Es greift einfach zu kurz, wie die deutsche Kanzlern mit dem inzwischen legendären Satz: „Abhören unter Freunden, das geht gar nicht“ darauf reagierte. Es ist schon verständlich, daß die deutsche Politik dieses höchst brisante Thema der alliierten Spionage auf deutschem Boden kleinredet. Ist es doch bisher so gewesen, daß die US-Dienste in Deutschland tun u,. lassen konnten, was sie wollten u. das völlig legal. Dafür sorgen nach wie vor die Sonderrechte der Alliierten auf deutschem Boden, u. diese wurden leidlich ausgenützt. Es scheint so zu sein, daß die NSA offenbar Zugang nicht nur zur Kommunikation der Regierung verfügt, sondern auch ein enormes Interesse an der deutschen Industrie an den Tag legt. Politik u. Wirtschaft waren seit Jahrzehnten im Focus amerikan. Aufklärung in Deutschland. Ob die jüngste Irritation daher eine Art kritisches Erwachen der Regierung einleitet? Wir werden sehen!

Der eigentl. Skandal,.. besteht darin, daß die deutsche Abwehr bis zum heutigen Tag keine Vorstellung davon hat, wie dieses technische Spionagenetzwerk am Laufen gehalten wird u. wie es technisch funktioniert. Zu groß ist der technische Fortschritt einer NSA im Vergleich zur deutschen Spionageabwehr, die so ohne weiteres nicht in der Lage ist techn. zu den Amerikanern aufzuschließen. Diese Erkenntnisse aus der jüngsten Vergangenheit haben für die deutsche Politik im Lichte der jüngsten Affäre einen bitteren Beigeschmack: In Zeiten einer harmonischen transatlantisch ausgerichteten deutschen Politik war US- Wirtschaftsspionage in Europa u. speziell in Deutschland ein politisch zu vernachlässigendes Problem. Diesmal liegt die Lage jedoch anders! Die jüngsten exterritorialen US-Gesetzgebungen waren schon in der Vergangenheit durchaus keine Seltenheit u. auch nicht die Involvierung amerikan. Dienste gegen deutsche Global Player. Ob es sich um Sanktionsregime gegen Russland, gegen den Iran, Nordkorea oder schlicht um das Thema Compliance u. Antikorruption handelte, europäische Unternehmen sind nicht das erste Mal damit konfrontiert. Neu ist jedoch, daß sie von der eigenen Regierung Rückenwind erhalten. Siemens, BASF, die Deutsche Bank, VW u. Audi sind nur einige deutsche Schlüsselunternehmen, die im Zuge der amerikanischen exterritorialen Gesetzgebung in unverschämter Weise finanziell geplündert werden.

Die Rolle der US-Nachrichtendienste zur Steuerung deutscher Nachkriegspolitik u. zur Spionage gegen wirtschaftliche Ziele war selbst der deutschen Regierung bewusst. In der Vergangenheit waren der deutschen Regierung allerdings die Hände gebunden. Es war schwer für diese Unternehmen Stellung zu beziehen, zumal die Beweiskette ihrer Vergehen nahezu lückenlos seitens der US-Behörden aufbereitet war. Die Vorwürfe reichten vom Tatbestand der Bestechung über Embargobruch bis hin zur Manipulation im Falle der deutschen Autoindustrie. Auch bevorzugten die Unternehmen eher den finanziellen Aderlass, als in die Schlagzeilen zu geraten, sodaß die deutsche Regierung die Vorfälle schlicht zur Kenntnis nahm. Im vorliegenden Fall ist das anders: Ganz der neuen US-Maxime folgend, „America First“, wird die Sanktionspolitik ganz offen dafür eingesetzt, den USA wirtschaftl. Vorteile zu verschaffen, u. dazu das Instrument der Wirtschaftssanktionen einsetzt. Angesprochen ist das deutsch-russ. Projekt Nord Stream 2, das Deutschland mit russ. Gas versorgen soll. Schon seit Jahrzehnten bezieht Deutschland sein Gas zu mehr als 30 % aus Russland.

Von der derzeitigen Entwicklung im Dreiecksverhältnis EU-Russland-USA ist vor allem Deutschland – u. eingeschränkt auch Österreich - unmittelbar betroffen. Mit dieser wirtschaftlichen Problemstellung wird unmittelbar aber auch die europ. Energiepolitik angesprochen. EU Kommissionspräsident Juncker hat bereits auf den US- Gesetzes-
entwurf reagiert u. Gegenmaßnahmen angekündigt. Der russ. Präsident regierte ebenfalls auf diesen Gesetzesentwurf mit der bevorstehenden Ausweisung von mehr als der Hälfte der in Moskau stationierten US-Diplomaten. Man kann also von einer beachtlichen politischen Krise zwischen den USA u. Russland sprechen.

Der amerikanische Gesetzesentwurf wird aller Erwartungen nach schon sehr bald mit der Unterzeichnung durch den Präsidenten in Kraft gesetzt. Er richtet in den amerikan.-europ. Beziehungen jetzt schon erheblichen diplomatischen Schaden an. Zwar stehen die transatlantischen Beziehungen nicht, wie medial bereits vielerorts angedeutet, auf einem Prüfstand, aber die Situation hat dazu beigetragen, eine neue Ära im amerikan.-europ. Verhältnis aufzuschlagen. Deutschland steht bei der Gestaltung dieses Verhältnisses im Mittelpunkt.

Dissident zu Hr. Pollis Beitrag: Daß durch die Russland-Sanktionen der USA die "Beziehungen zu Deutschland" aufs Spiel gesetzt werden, halte ich für irgendwie theoretisch. BRD-Merkel-Land ist seit 1945 der Pudel an der Leine der USA, das wird Polli schon wissen. Nach dem Krieg wurden Patente u. Wissenschaftler mitgenommen u. gestohlen, heute wird einfach per Datenklau der Wirtschaft von Know-how bis Kundendaten alles abgegriffen u. "unsere" Regierungen schauen zu. Es wird zunehmend nicht einmal mehr der Schein gewahrt, als wäre diese BRD ein unabhängiges Land. Es wäre einfach an der Zeit, daß USA-hörige Regierungen aus D u. Ö weggefegt werden u. neue NATIONALE Regierungen endlich wieder nationale Interessen vertreten. Dabei wäre besonders für die ehem. BRD empfehlenswert die Beziehungen zu USA u. NATO abzubrechen u. echte Europa-Politik mit Russland als natürlichem Partner zu machen.
Letztlich steht Hr. Polli immer noch unter Geheimhaltungspflicht u. er wird die wirklichen Riesen-Schweinereien der USA und "unserer" Regierungen samt deren Hintermännern nicht ausplaudern, wenn er nicht wie Lütgendorf, Barschel oder Haider verunfallen will...

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Isolde Charim / Daniel Charim / Miryam Charim / Jakob Charim

Beitrag von Dissident am Di Aug 08, 2017 4:31 pm

https://www.perlentaucher.de/autor/isolde-charim.html  Isolde Charim, (*1959), Studium der Philosophie. Lehrbeauftragte an der Uni Wien. Sie schreibt als freie Publizistin für die "taz", den "Falter" u. den"Standard". Am Bruno-Kreisky-Forum in Wien kuratiert sie Reihen zu den Themen "Diaspora" u. "Demokratie reloaded" ---

http://derstandard.at/1220457961443/Jiddischkeit-oder-juedische-Kultur  .. Für Charim ist Judentum "strukturelles Maranentum" , nach den zwangsgetauften spanischen Juden des Mittelalters, die sich nach außen hin christlich geben mussten, aber im Geheimen jüdische Riten u. Traditionen aufrechterhielten. "Man lebte in 2 Identitäten. Es war mit Leid verbunden, als man sich über eine einzige Identität definieren musste. Heute, wo es die Hegemonie der definierten Identitäten nicht mehr gibt, hat man als Jude einen Vorteil: Man weiß seit Jahrhunderten, wie es sich in mehreren Identitäten lebt." ---

http://campcatatonia.org/article/190/texte-die-wir-mit-beachtenswerter-regelmaessigkeit-nicht-verstehen .. Ich sage es jetzt mal offen u. ganz unqualifiziert, so frisch heraus u. ganz und gar ununtermauert, wie es mir dieses Medium nun mal gestattet: Ich halte Isolde Charim – eine Philosophin, die recht oft in der österr. Tageszeitung “Standard” einen “Kommentar der anderen” veröffentlicht – für eine Autorin verwirrter und verwirrender Texte mit verwirrten und verwirrenden Gedanken. Was hier was bedingt, kann ich nicht beurteilen, denn mich hinterläßt das alles in höchst verwirrtem Zustand. Das ist vielleicht die Pointe der Charimschen Texte: im Leser einen Zustand höchster Verwirrung zu erzeugen, der selbigen davor zurückhält, die Verwirrtheit des Textes selbst als solche zu erkennen. Wäre das beabsichtigt, so wäre das vermutlich ziemlich clever.

Ich halte Isolde C. für eine Repräsentantin des Austroschwurbeltums, das dadurch charakterisiert ist, daß mangelhafte sprachliche Ausdruckskraft mangelhafte Klarheit im Denken zu durchwegs mangelhaften Texten formiert, in einem Umfeld, in dem mangelhafte Qualitäten eines öffentlichen Diskurses dazu führen, daß derlei Mangelhaftigkeit nicht erkannt wird u. nicht bemerkt werden darf. Denn, wo doch die Regierung so böse ist, dürfen ihre Gegner nicht kritisiert werden, sonst machen sie sich ja selbst zum bösen Regierungsschergen. In der Tat hatte Charim in einem Kommentar in der wöchentlich erscheinenden Stadtzeitung “Falter” einmal behauptet, die Kritiker der Kritiker der Regierung wären eo ipso Befürworter der Regierung. Handelt es sich dabei nicht um eine mir entgangene dialektische Volte, so handelt es sich wohl um ausgemachten Unsinn. Ich frage mich bei Charimschen Texten wirklich sehr oft, ob es sich tatsächlich um den Unsinn handelt, den ich da lese, oder ob ich einfach zu dumm bin, um die Feinsinnigkeit zu entdecken. Da ich allerdings der Ansicht bin, daß ich so dumm nun auch nicht wieder bin, komme ich je nach Laune zum Schluss, sie hat sich halt etwas ungeschickt ausgedrückt, oder sie denkt und schreibt tatsächlich Unsinn.

Als Leserin von Charims Texten habe ich stets das Gefühl, da holpert ein Hirn vor mir hin, auf gedanklichen u. sprachlichen Krücken. Da will sich etwas ausdrücken u. schafft’s nie so recht, behauptet sich aber dennoch ganz ungeniert u. mit grosser Lautstärke, u. ohne jeden Zweifel an sich selbst. Traurig finde ich das. Noch trauriger finde ich, daß gewisse Unsinnigkeiten (siehe oben) dann in weiterer Folge unwidersprochen bleiben. Man muß nicht jeden Blödsinn kommentieren, aber wenn Blödsinn nicht nur fortlaufend ungeahndet bleibt, sondern auch fortwährend durch Publikation gewissermaßen geadelt wird, dann stimmt da etwas nicht.

Hier schreibt Isolde Charim über Robert Hochner, den langjährigen Moderator der Nachrichtensendung “ZeitimBild 2”, der unlängst an Krebs verstorben ist. Charim bezieht sich auf eine mittlerweile berühmt gewordene Szene – die ich leider nicht gesehen habe -, in der eine Moderatorenkollegin von R.H. im Studio zu weinen beginnt, eine weiße Rose auf den Tisch legt u. es verläßt, während im Hintergrund das Bild des lächelnden Hochner zu sehen ist. Abschied der Kollegen, mit einer “Mischung aus Inszenierung u. emotionalem Ausbruch” (Charim). Kardinal Franz König hatte davor gesagt: “Er wird nicht mehr zu uns sprechen.” In der Wiener Stadtzeitung “Falter” erschien ein zweiteiliges Interview mit Hochner, das letzte, das er gab. Da gibt es verdammt viel Stoff zu diskutieren, zu philosophieren, zu problematisieren: die Entwicklung des österr. Rundfunks parallel zur Entwicklung des politischen Systems der Nachkriegszeit, das Umgehen mit medialen Mechanismen von Seiten der Rundfunkarbeiter ebenso wie von Seiten der Politiker, die Auswirkungen einer parteipolitisch durchwachsenen Öffentlichkeit – die eben deswegen keine wirkliche Öffentlichkeit ist, weil in ihr stets private, nicht im eigentlichen Sinn politische Interessen Prio rität besitzen – auf den sogen. “öffentlich-rechtlichen” Rundfunk. Ach ja.

Isolde Charim aber denkt nach über das “zu-uns-Sprechen” von “Kirchenmännern” und Moderatoren:    “In der Kirche sind die, die sprechen jene, die das Wort verkünden. Dabei ist der Inhalt ebenso wichtig wie der Akt des Verkündens, der die Gemeinschaft um den Sprecher versammelt. Wenn Hochner in diesem Sinn zu uns “gesprochen” hat, dann muss sein Sprechen – unabhängig von den Inhalten – selbst etwas bewirkt haben. Wenn er im Falter-Interview meinte, “das Gefühl des Massenpredigens trifft die Sache nicht”, so steht diesem Gefühl der objektive Effekt gegenüber: Er hat sehr wohl seine “Zusehergemeinde”, so das Wort des Kardinals, um sich geschart. Robert Hochner sprach zu uns, weil er uns ansprach. Und er hat uns angesprochen, weil er uns versicherte, daß er er bleibt, egal was passiert. Damit gab er uns die beruhigende Garantie, daß auch wir wir bleiben, egal was passiert. Hochner selbst beschrieb diese Verbindung mit seinem Publikum im Falter so: “Wir haben halt gemeinsam viele Pannen dieses Landes mit überlebt (!). Ich vor der Kamera, die vorm Schirm.””

Behauptete Sakralität: Der “objektive Effekt” des Sprechens im Fernsehen wäre nun mal der der Schaffung einer Kirchengemeinde. Bedeutet das, daß jede Form öffentlicher Rede unweigerlich sakrale Dimensionen annimmt, oder nur die des Fernsehens?

   “Die herausragende Position vor der Kamera ist jedoch nicht genug, um diese Gemeinsamkeit, um uns unsere Identität zu verbürgen. Sonst wäre Hochner ja keine Ausnahmeerscheinung im Fernsehen gewesen. Dazu braucht es also mehr.”

Während unklar bleibt, welche Formen öffentlicher Rede nun genau wie sakral sein können oder gar müssen, wird zumindest geklärt – beziehungsweise behauptet -, dass Hochners Ansprache nicht allein aufgrund seiner Moderatorenposition sakrale Wirkungen gezeitigt hätte, denn sonst hätten das ja auch andere Fernsehansprachen gehabt, und das hamse offenbar nicht, weil sie nicht das Lächeln hatten, das Hochnersche Lächeln, dank dessen “Hochner das Eigenständige in einer großen Maschinerie verkörpert” hat, das “Zeichen seines immer bestehenden Vorbehalts gegenüber allem Geschehen u. allen Aussagen war”, das “den Einspruch des Individuums gegen die Macht u. die Mächtigen” ausdrückt, mit dem gleichzeitig “der partikularen Position derjenigen, die er interviewt hat u. ihren meist parteipolitischen Interessen eine universelle Sprecherposition gegenübergestellt” wurde. Das Lächeln symbolisiert den “universellen Einspruch des Individuums gegen die Macht u. die Mächtigen”. “Hochner verkörperte durch sein Lächeln das Subjekt mit all seinen Konnotationen: autonom, selbstinitiativ, eigenständig.” Wir halten fest: Hochner lächelt als Individuum mit Universaleinspruchsfunktion.

   “Die österreichische Paradoxie liegt nun darin, daß das Subjekt in einer Person verkörpert wird – sozusagen als Stellvertreter für alle anderen, die dadurch keine Subjekte sein müssen u. sich entspannt zurücklehnen können, im beruhigenden Wissen, daß diese notwendige Position besetzt ist. Dies ist eine – spezifisch österreichische – Form der Erlösung. Dies erklärt auch die Hilflosigkeit, in der er das Land durch seinen Abgang zurückließ – insbesondere aber jene seiner Berufskollegen.”

Noch mal ans Festhalten: Der Moderator Robert Hochner lächelt auf eine offenbar einmalige Art, die eine sakrale Wirkung seiner Rede garantiert. Somit schart er seine Zusehergemeinde um sich wie kein anderer Moderator. Weil er lächelt, ist er ein Subjekt, das ist er aber als universeller Sprecher. Das Hochnersche Lächeln ist nun Ausdruck von (Symbol für?) eine® “österreichische Paradoxie”. Somit scheint es nur in Österreich vorzukommen, daß Moderatoren lächeln, daß Fernsehmoderatoren als Subjekte auftreten, u. daß Fernsehen mit gewissen sakralen Assoziationen besetzt ist oder werden kann. ---

Leserkommentare:
chra (Jun 27, 22:28) # klar gibt's kritik. aber in medien wie standard oder falter scheinen mir beiträge von isolde charim oder auch doron rabinovici doch seltsam kritiklos über die bühne zu laufen. auf den text von charim, in dem sie den kritikern an der kritik komplizenschaft mit der regierung nahelegt oder sogar unterstellt, gab es, soweit mir erinnerlich, gar keine kritische reaktion. (nu ja, da war einer der zahllosen leserbriefe, mit deren abfassung ich kokettiert habe, war dann aber zu faul oder zu langsam dazu.)
das mit der demokratischen offensive verstehe ich eigentlich überhaupt nicht: wer sind sie, was machen sie?
für mich sah das damals so aus, als ob da plötzlich ein paar leute auftreten und für sich eine doch recht bombastische art der repräsentation behaupten ("wir sind der widerstand"), aufgrund ihrer bereits etablierten namen auch anerkannt werden, und damit hat sich's. dann reisen sie als widerstandsvertreter nach portugal oder so und sprechen mit eu-typen. sehr sonderbar.
ich habe einmal auf die homepage der d.o. eine freundliche frage gepostet: wer seid ihr denn so, wie seid ihr organisiert, was wollt ihr, wer legitimiert euch, usw. da wollte dann keine rechte antwort kommen, die platte blieb auf "wir sind alle nette leute mit den richtigen ansichten" hängen. naja, das sind meine arbeitskollegen auch.
mit "gettoattack" habe ich übrigens ähnliche probleme; die sache mit dem "label", unter dem man da disparate zugänge zusammenfassen will, hab ich nie so recht kapiert, und die slogans bzw. filmchen, die von seiten gettoattack kommen, finde ich meist voll daneben, haarscharf (aber doch) am humoristischen ziel vorbei, und oft auch weniger haarscharf am politischen ---

katatonik (Jun 28, 11:13) #
Ja, genauso habe ich den Artikel von Isolde Charim heute (9.1.11)über “Christenverfolgung” in der taz empfunden. Immer am Ziel vorbei und unangenehm verwirrend.

https://esel.at/location/149 - Bruno Kreisky Forum, Armbrustergasse 15, 1190,Wien.
SP-Denkwerkstatt mit internat. Vortragsprogramm - kuratiert u.a. von Isolde Charim u. Robert Misik.

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https://www.news.at/a/nitsch-steueraffaere-videos-totschweigen .. Die Nitsch-Videos - Wie der Künstler u. sein Anwalt belastende Aufnahmen totschweigen wollen
NEWS berichtete vor kurzem exklusiv über Videoaufnahmen, die den Künstler Hermann Nitsch (75) u. seine Ehefrau Rita schwer belasten. Gegen beide wird von der Justiz wegen des Verdachts auf Abgabenhinterziehung ermittelt. Die Bild- u. Tonaufnahmen sind zweifellos geeignet, die Vorwürfe gegen das Ehepaar Nitsch zu erhärten.

Nitsch-Anwalt Dr. Daniel Charim (siehe Bild oben) von der Kanzlei Charim, Steiner & Hofstetter in Wien hat in der Vergangenheit mehrfach erklärt, seine Mandanten würden die "angeblichen" Aufnahmen nicht kennen. NEWS wollte an dieser Stelle jeden Zweifel ausräumen u. seinen Lesern ermöglichen, sich selbst ein Bild zu machen. Doch dann erreichte uns folgendes E-Mail von Dr. Charim:

Namens Hr. Hermann Nitsch u. Fr. Rita Nitsch, die ich bekanntlich vertrete, halte ich fest: Meine Mandanten haben erfahren, daß seitens NEWS beabsichtigt wäre, Video-
aufnahmen, auf denen Rita Nitsch "zu hören u. zu sehen" wäre, einen Dritte (sic!) weiterzugeben oder selbst zu veröffentlichen - dies etwa dadurch, daß diese Aufnahmen dem ORF ausgehändigt oder im Internet für jedermann zugänglich gemacht werden. Ich weise nachdrücklich darauf hin, daß Hr. u. Fr. Nitsch einer Weitergabe oder einer Veröffentlichung derartiger gegebenenfalls bestehender Videos nicht zustimmen - und daß es einen - gerichtlich strafbaren - Missbrauch darstellen würde, wenn Aufnahmen, auf denen Rita Nitsch zu hören wäre, dennoch Dritten zugänglich gemacht werden sollten (siehe dazu insbes. § 120 Abs. 2 Strafgesetzbuch).
Ich bin beauftragt, einem allenfalls dennoch stattfindenden Missbrauch gegebenenfalls bestehender Aufnahmen mit gerichtlichen Schritten entgegenzutreten.
Mfg
Dr. Daniel Charim - Charim, Steiner & Hofstetter - Rechtsanwälte

Haben Dr. Charim u. seine Mandanten Sorge davor, die Echtheit der belastenden Aufnahmen könnte sich bei einer Veröffentlichung nicht mehr leugnen lassen? NEWS bleibt jedenfalls an der Causa Nitsch dran, die das Zeug dazu hat, die heimische Kunstszene - vom Maler bis zum Sammler - in Aufregung zu versetzen.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/sammlung-charim-zu-gast-in-berlin-wiener-blut/7251242.html .. Daniel Charim, der 1968 als Jurastudent in einem Hörsaal der Wiener Uni Zeuge der berühmt-berüchtigten „Uni-Ferkelei“ wurde. Mehrere Akteure des Wiener Aktionismus brachen in ihrer Veranstaltung mit einer Reihe von Tabus. Während sich die einen entsetzt distanzierten, entstand aus Charims Zufallsbegegnung ein nachhaltiges Interesse an dieser Kunst, das er mit seiner Frau Miryam Charim bis heute teilt.
Beide erwarben im Laufe der Jahre zahlreiche Werke der zentralen Figuren der alpenländischen Aktionskunst, wie Hermann Nitsch, Günter Brus, Rudolf Schwarzkogler u. Valie Export. Mit dem 1969 vor einer Gefängnisstrafe nach West-Berlin geflüchteten Sprachphilosophen Oswald Wiener entstand sogar eine Freundschaft, die auch das Ehepaar Charim regelmäßig an die Spree führte. Jetzt ist ihre Sammlung in 6 Räumen des Salon Dahlmann ausgestellt .. Die Ausstellung verbindet die ältere Künstlergeneration, ergänzt durch Arnulf Rainer, Dieter Roth, Ingrid Wiener u. Franz West, mit jüngeren Positionen, in denen die künstlerischen Strategien der 60er u. 70er-Jahre eine Fortsetzung finden. Nur ein Teil dieser Künstler rekrutiert sich aus dem Programm der Wiener Galerie von Miryam Charim, die von 2008-2011 gemeinsam mit Lisa Ungar auch einen Ausstellungsraum in Kreuzberg betrieb ---

http://www.zeit.de/2000/38/Auf_in_den_Buergerkrieg_ .. Daniel Charim .. seit Mitte der achtziger Jahre als Bürgerrechtler aktiv: Von den Aktionen gegen Waldheim 1986 bis zur "Lichtermeer"-Kundgebung gegen Haiders Anti-Ausländer-Volksbegehren 1993 --- Andre Heller´s Anwalt, Haider-Spezialist Daniel Charim ---

http://www.florianklenk.com/2010/06/02/allein-gegen-die-rechte-mafia/trackback/index.html ..  als Jörg Haider daran ging, politische Kritik (etwa von André Heller) mit dem Strafrecht zu bekämpfen, waren es Anwälte wie Daniel Charim oder Gabriel Lansky, die der FPÖ mit Recherchen Paroli boten ..

http://www.repclub.at/2011/05/18/%E2%80%9Eneues-osterreich%E2%80%9C-%E2%80%93-die-geschichte-eines-namen-auszuge-aus-einem-gesprach-von-sibylle-summer-mit-kuno-knobl-im-fruhjahr-2009/ .. haben wir beschlossen, eine neue Bewegung, das „Neue Österreich“, zu gründen. Proponenten waren u. a. Gaby Lansky, Erhard Löcker, Daniel u. Miriam Charim, Rubina Möhring, Peter Kreisky, Doron Rabinovici, Gustav Glaser u. Peter Pelinka. Wir haben den Verein „Neues Österreich“ angemeldet ---
Republikanischer Club“ kam erst später zum Namen dazu ---

https://www.filmmuseum.at/ueber_uns/mission_statement .. Filmmuseum .. Getragen von der Rep. Österreich, Stadt Wien sowie von privaten Zuwendungen u. Eintrittsgeldern --- Vorstand: Daniel Charim (Obmann), Boris Marte (Obmann-Stellv.), Barbara Albert, Barbara Fränzen, Peter Huemer, Danny Krausz, Elisabeth Mayerhofer, Peter Tscherkassky, Peter Zawrel, Peter Kubelka (Gründungsmitglied), Heinrich Wille (Gründungsmitglied, Ehrenobmann), Peter Konlechner (Gründungsmitglied) (1936-2016)

https://www.onvista.de/fonds/kags/profil/73422 .. Julius Meinl Investment GmbH .. Aufsichtsrat: Mag. Wolfgang Werfer Vorsitzender, Dr. Wolfgang Spitzy, Dr. Daniel Charim Stellv. Vorsitzender (6.12.1950) ---

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20010521_OTS0204/joerg-haider-zieht-klage-gegen-standard-kolumnisten-hans-rauscher-zurueck .. STANDARD-Anwalt Dr.Daniel Charim ..

http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=15044405 .. Noch bevor der Noricum-Untersuchungsausschuss seine Tätigkeit aufnahm, wurde am 10.10.1989 im Straflandesgericht Wien die Noricum-Affäre .. aufgerollt. (im Bild) Finanzminister Ferdinand Lacina (r.) u. sein Rechtsanwalt Dr. Daniel Charim ..

https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20170124_OGH0002_0040OB00252_16M0000_000 ..  in der Rechtssache der klagenden Partei F*****gesellschaft mbH, *****, vertreten durch Dr. Daniel Charim u. Mag. Jakob Charim, Rechtsanwälte in Wien ..

http://nysattorneysearch.com/attorney.php?id=4977534 .. JAKOB CHARIM is registered attorney admitted in New York State in 2011. The registration number is 4977534. The company name is CHARIM, STEINER & HOFSTETTER. The office address is Wasagasse 4, Vienna 1090, Austria. The county is Out of USA. The phone number is +43 1 319 64 11. The law school is COLUMBIA UNIVERSITY ---
http://www.law.columbia.edu/graduation/2010/graduates/degree-candidates .. Columbia Law school, The Class of 2010, Master of Law Degree .. Jakob Charim ..

http://www.heute.at/sport/fussball/story/SC-Maccabi-Wien-20810036 .. SC Maccabi Wien .. Noch ohne Position:  Ohad Hirschl, Michael Abaev, Ariel Abramov, Alexander Babajew, Lron Batia, Eli Berenshtein, Jakob Charim,..

https://lesen.lexisnexis.at/autor/Harnik/Stephen .. Stephen M. Harnik, Esq. ist Partner bei Harnik & Finkelstein LLP in New York u. als Rechtsanwalt in den Bereichen Gesellschaftsrecht, internat. Recht, Prozessführung, Schiedsgerichtsbarkeit, Trusts u. Immobilienrecht tätig. Er ist Vertrauensanwalt der Republik Österreich in New York u. Direktor mehrerer österr. Wohltätigkeitsorganisationen. Am 6.6.2007 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Ein besonderer Dank gilt Mag. Jakob Charim LL.M. für seine Mitarbeit ---  In den letzten Jahren werden vermehrt auch österr. Unternehmen in den USA geklagt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Die Hoffnung auf hohe Schadenersatzansprüche, insb die Aussicht auf punitive damages, spielt hier ebenso eine Rolle wie die Zulässigkeit von Erfolgshonoraren u. das weitgehende Fehlen einer Kostenersatzpflicht ---

https://www.kompany.at/p/at/370440s .. Nostalgic Night Veranstaltungs- Gesellschaft Mbh ... vertritt seit 4.11.2011 gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer.; GS: (A) Jakob Charim (7.3.1983 ), Einlage EUR 17.500 ---
http://www.lilettes.com/impressum/ .. René Segal & Miryam Charim OG, Tuchlauben 19, 1010 Wien --- http://www.statsinfinity.com/domain/k8Prz2OdnQfebiUo0SA3_Q.._info.html .. Domain: LILETTES.COM .. Owner/Registrant/Admin/Tech: Jakob Charim ..

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Maria Windhager

Beitrag von Dissident am Do Aug 17, 2017 8:38 am

http://www.campusfernsehen.at/diskussion-maria-windhager/ .. Dr. Maria Windhager (*1967) .. studierte an den Uni Wien & Salzburg (Mag. 1995, Dr. 2000). 1986-1991 publizierte sie für APA u. „FORVM“, sie arbeitete für die Familienrechtsberatung Hollabrunn (1995-1996), in den Jahren 1996/97 wirkte sie beim Parlamentarischen Hearing zur Medienfreiheit in Österreich mit u. arbeitete für die Privatrundfunkbehörde. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind Rundfunk- & Fernsehrecht, Internetrecht, Urheberrecht, Vereinsrecht, Verfassungsrecht, Menschenrechte u. Verwaltungsrecht. Maria W. ist Medienanwältin in der Kanzlei Schmidt, Kornfeld, Wukoschitz, Windhager in Wien.

http://www.ra-win.at/wir.html .. Mitgliedschaften: Verein österr. Juristinnen, Vereinigung Österr. StrafverteidigerInnen, Arbeitsgemeinschaft der Verlagsjustitiare
„medien und recht", Zeitschrift für Medien- und Kommunikationsrecht (Beirätin), „juridikum“, zeitschrift für kritik|recht|gesellschaft (Redaktion)
(Chefredakteurin 1991-2000; Mitherausgeberin 2000-2003), 2000-2005 Mitglied des Publizistikbeirates, 1998-2004 Mitglied des ORF-Publikumsrates
1997 bis 1998 Ersatzmitglied in der Privatrundfunkbehörde

http://derstandard.at/2000051922740/MedienquartettAnwaeltin-Windhager-spricht-sich-im-gegen-Begriff-Fake-News-aus .. Medienanwältin Windhager gegen Begriff "Fake News" .. Sie plädiert dafür, falsche oder gefälschte Nachrichten im Einzelfall zu betrachten u. einzuordnen. "Falsche Tatsachenbehauptung" Erfundene, rufschädigende Nachrichten wie die auf Facebook gestreuten Gerüchte, .. Van der Bellen leide an versch. Krankheiten, ordnet sie schlicht als "falsche Tatsachenbehauptung" ein. Selbst wenn man gegen eine solche gerichtlich klagen könne – was VdB lt. Windhager nicht getan hat –, erleide man vor allem als Politiker dadurch fast immer einen Schaden, sagte Journalistin Sibylle Hamann ..

https://www.gruene.at/wir-klagen-facebook .. Im Rechtsstreit (siehe weiter unten) mit Facebook haben wir Grüne einen großen Erfolg erzielt: Mithilfe unserer Anwältin Maria Windhager .. wurde unsere Bundessprecherin u. Klubobfrau Eva Glawischnig als "miese Volksverräterin" u. "korrupter Trampel" bezeichnet. Das Posting stammt von Facebook-Userin "Michaela Jaskova". Es handelt sich dabei aber um ein Fakeprofil. Es erfüllt ganz eindeutig den Tatbestand der üblen Nachrede sowie der Ehrenbeleidigung .. Wenn der Urheber oder die Urheberin nicht bekannt ist, ist ein rechtliches Vorgehen gegen Hassposter fast unmöglich. Facebook gibt aber Nutzerdaten von Fakeprofilen nur auf richterliche Anordnung heraus, ein Fakeprofil kann man aber nicht klagen. "Hier beißt sich die Katze in den Schwanz", sagt Windhager. Facebook verhindert so eine Strafverfolgung ..

Unregelmäßigkeiten bei der Stichwahl zum österr. Bundespräsidenten: http://diepresse.com/home/innenpolitik/5037139/FPOeAnwalt_Van-der-Bellen-ist-genauso-ein-Opfer-wie-Hofer .. Die Anwältin von Van der Bellen, Maria Windhager .. Daß viele Wähler eigentlich Norbert Hofer die Stimme geben wollten, es aber wegen Manipulationen nicht konnten, basiere auf "Verschwörungstheorien" ..
Leserkommentar: "Das Vorbringen der VdB-Anwälte ist verständlich aber irrelevant, weil es darauf nicht ankommt. Aber sie haben halt sonst nichts. Ist wie beim Diesel-Gate. VW brachte auch immer wieder vor, dass die Sicherheit der Lenker nie gefährtet ist. Aber darauf kommt es nicht an !"

https://www.derfabian.at/medienanwalte-mussen-mutig-sein .. Maria Windhager, die unter anderem den Standard-Verlag in medienrechtlichen Angelegenheiten vertritt .. Zu welchem Rechtsgebiet beraten Sie den Standard am häufigsten?
"Häufigstes Thema ist eindeutig das Persönlichkeitsschutzrecht ... Unternehmen .. haben natürlich das nötige Geld für Prozesse. Ich bin dann zum Teil mit einem Aufforderungsschreiben nach dem anderen konfrontiert u. selbst wenn es in der Sache nicht gerechtfertigt ist, muss das abgearbeitet werden. Da merkt man schon wie stark Recht auch immer mit Geld im Zusammenhang steht..." ---
"..  Journalisten brauchen innerhalb von 10 Minuten verlässliche Rechtsauskunft, da muss man einfach wahnsinnig schnell Entscheidungen treffen können, die oft sehr schwierig sind, weil es im Medienrecht komplizierte Abgrenzungs- u. Abwägungsfragen gibt. Man muss sehr mutig u. entscheidungsfreudig sein. Darum liegt das Medienrecht nicht vielen. Ich merke das auch bei der Suche nach Konzipienten – es ist sehr schwer passende Leute zu finden .." ---
Glauben Sie, daß die öffentl. Meinung Einfluss auf die Entscheidung d. Gerichtes hat? "Ja, das glaube ich schon. Wir alle lassen uns von Stimmungen beeinflussen .." ---

http://www.ra-win.at/wir.html ..  Unsere Erfolge (Auswahl) - Links zum Anklicken
   HG Wien 11 Cg 65/16w vom 07.12.2016 – Einstweilige Verfügung gegen Facebook
   überwiegend bestätigt durch: OLG Wien 5 R 5/17t vom 26.04.2017
   Beschimpfung (korrupter Trampel, miese Volksverräterin)
   § 78 UrhG, § 1330 ABGB

Verletzung von Art 10 EMRK
   CASE OF STANDARD VERLAGS GMBH v. AUSTRIA (No. 3) - Bankmitarbeiter Hypo-Alpe-Adria .. 10.04.2012 .. Identitätsschutz, politische Debatte
   Art 8, 10 EMRK, § 7a MedienG .. MR 2012, 7 mit Anmerkung von Maria Windhager; ÖJZ 2012/3 (MRK); ecolex 2012, 269: Rechtsprechungsübersicht
   CASE OF STANDARD VERLAGS GMBH v. AUSTRIA - Rosenstingl-Affäre (Zitat Ewald Stadler) .. 02.02.2007
   Satirische Berichterstattung, Grenzen der politischen Kritik, Berufung auf Äußerung Dritter .. Art 10 EMRK, § 6 MedienG, § 111 StGB ..
   CASE OF STANDARD VERLAGS GMBH AND KRAWAGNA-PFEIFER v. AUSTRIA - Jörg Haider (guter Ruf von Werner Doralt) .. Politischer Kommentar - Werturteil
   Art 10 EMRK, § 6 MedienG, § 111 StGB .. MR 2007, 11: akt. EGMR-Rechtsprechung - Anmerkungen zu EGMR "Standard Verlagsgesellschaft mbH gegen Österreich" und "Standard Verlagsgesellschaft mbH und Krawagna-Pfeifer gegen Österreich" von Daniel Ennöckl und Maria Windhager, MR 2007, 23

Verletzung von Art 6 EMRK
   CASE OF SCHMIDT v. AUSTRIA - RA Dr. Harald Schmidt .. 22.10.2008 unangemessene Verfahrensdauer   Art 6 EMRK, § 6 MedienG

Struck out of the list
   CASE OF GRÜNE ALTERNATIVE WIEN v. AUSTRIA - Hilmar Kabas Nazi-Uniform .. 29.02.2012  Erneuerung des Strafverfahrens, Verfahrenskosten § 6 MedienG, § 111 StGB

OGH - Zivilverfahren
   OGH 6 Ob 219/16y vom 29.11.2016 – Kollektivbeleidigung (Aula Verlag Ges.m.b.H. und Dr. Manfred Werner Duswald) § 1330 ABGB
   OGH 6 Ob 52/16i vom 24.10.2016 – Glawischnig (falsches Zitat mit Lichtbild) Satire, politische Kritik  § 78 UrhG
   OGH 6 Ob 154/16i vom 30.08.2016 – Fahndungsfoto (Ähnlichkeit mit Strache) Vorwurf von antisemitischen Botschaften, Werturteil  § 1330 ABGB
   OGH 6 Ob 47/15b, 27.5.2015 – Zulässigkeit v. politischer Kritik (Doppelfunktion des Patentamts-Chef) Abgrenzung von Tatsachenbehauptung u. Werturteil § 1330 ABGB
   OGH 4 Ob 74/15h vom 19.05.2015 (OLG Wien 4 R 133/14d vom 27.02.2015) – Nachforschungen des Presserats, Selbstkontrolle der Medien   Handeln im geschäftlichen Verkehr, Förderung fremden Wettbewerbs   Art 10 EMRK, § 7 UWG
   OGH 4 Ob 153/11w vom 28.02.2012 - "suicide by cop" - falscher Christoph S.  Lichtbildveröffentlichung, Bildnisschutz, immaterieller Schadenersatz   § 78 UrhG
.. OGH 6 Ob 15/10i vom 19.03.2010 - AvW-Hausdurchsuchung   Zivilrechtsfragen - Menschenrechte, Grundfreiheiten  § 6 MedienG, §§ 85, 87ff UrhG
   OGH 4 Ob 132/09d vom 20.10.2009 - Aufruhr-Versand   Bildnisschutz, Portraitfoto, Bildbegleittext   § 78 UrhG  .. 2010 ..
   OGH 6 Ob 284/08w vom 19.02.2009 - Eurofighter-Netzwerk   Verdachtsberichterstattung, Werturteil, Tatsachenbehauptung   § 1330 ABGB
   OGH 6 Ob 218/08i vom 15.01.2009 - Eurofighter-Werbekampagne   Werturteil, Tatsachenbehauptung   § 1330 ABGB .. 2009 ..
   OGH 4 Ob 92/08w vom 26.08.2008 - Natascha K III   Sicherungsverfahren, Unterlassung .. 2009 ..
   OGH 6 Ob 315/05z vom 26.01.2006 - FPÖ-Plakat EU-Wahl 2004   Unterlassungsvergleich, Wiederholungsgefahr   § 1330 ABGB
   OGH 6 Ob 56/03h vom 20.03.2003 - gewaltbereiter Demonstrant I   Grenzen zulässiger Kritik an Politikern, Herabsetzung des Gegners durch unwahre Tatsachenbehauptungen   § 1330 ABGB
   OGH 6 Ob 1/04x vom 29.01.2004 - gewaltbereiter Demonstrant II   Unterlassung, Widerruf, Unwahre Tatsachenbehauptung   § 1330 ABGB
   OGH 4 Ob 203/03m vom 21.10.2003 - Portraitfoto auf Website   Urheberrechtsverletzung, Rundfunkunternehmer, Unterlassung, Schadenersatz ..

OLG - Zivilverfahren
   OLG Graz 5 R 131/16x vom 07.10.2016 – Aula, Duswald (KZ-Überlebende)   Beschimpfung (Landplage, Kriminelle, Verbrecher)   §§ 16, 43 und 1330 ABGB
   OLG Graz 5 R 14/16t vom 11.02.2016 – Facebook, Bildnisschutz, Sicherungsverfahren   Unterstellung unwahrer Behauptung, Grenzen zulässiger Satire, Kern der Ehre und Menschenwürde Art 10 EMRK, § 78 UrhG, § 1330 ABGB
   OLG Wien 16 R 270/12m vom 09.01.2013 - Internet-Diskussionsforum, Bekanntgabe des Nutzers   Dienstanbieter, Auskunftspflicht, Rechtsverletzung, objektiver Maßstab, Meinungsäußerungsfreiheit, Zulässige Kritik   Art 10 EMRK, § 18 Abs 4 ECG   MR 2013, 16

OGH - Strafverfahren
   OGH 15 Os 14/15w vom 19.06.2016 – Haftung für ehrenrührige Postings   Sorgfaltspflichten für den Betreiber einer privaten Website in Bezug auf ehrenrührige Postings Dritter   §§ 6 ff MedienG, Art 10 EMRK, § 16 ECG
   OGH 15 Os 28/15d vom 25.03.2015 und OGH 15 Os 53/15f vom 29.04.2015 – höchstpersönlicher Lebensbereich von Minderjährigen   Engster Kernbereich der Privatsphäre, Eignung zur Bloßstellung in der Öffentlichkeit, identifizierende Berichterstattung   § 7 MedienG
   OGH 15 Os 171/13f (15 Os 172/13b) vom 19.02.2014 – Knappheitsgebot, Gegendarstellung   Plakative Anlassveröffentlichung rechtfertigt Wiederholung des wesentlichen Inhalts der Primärveröffentlichung bei Gegendarstellung   §§ 9, 13 MedienG
   OGH 15 Os 21/11v vom 04.05.2011 - Einbruch Pressehaus WAZ   Medienrecht, Persönlichkeitsschutz, Sanktions- und Haftungsausschluss bei wahrheitsgetreuer Wiedergabe von Äußerungen Dritter iSd § 6 Abs 2 Z 4 MedienG   §§ 33, 34, 35 MedienG ..
   OGH 15 Os 125/08h (15 Os 126/08f, 15 Os 127/08b) vom 21.09.2009 - ausländerfreier Bezirk   Medienrecht, Strafausschließungsgrund, gebotene journalistische Sorgfalt ..
   OGH 11 Os 124/07f vom 29.04.2008 - Umfärbung Fussball-Bundesliga   Feststellung des Bedeutungsinhaltes, Voraussetzung der außerordentlichen Wiederaufnahme des Verfahrens   §§ 6 ff MedienG   MR 2008, 140, EvBl-LS 2008/7

OLG - Strafverfahren
   OLG Wien 18 Bs 63/15v vom 13.05.2015 – Unvertretbarkeit von höchstpersönlichen Rechten von Kindern   Ausschlussgrund des Einverständnisses von Betroffenen zur Erörterung/Darstellung ihres höchstpersönlichen Lebensbereichs   § 7 MedienG
   OLG Wien 18 Bs 329/14k vom 10.03.2015 – Üble Nachrede und Schutz der Unschuldsvermutung (Skinhead-Reportage „Am Schauplatz“)   Lücken und Widersprüche in der Beweiswürdigung, Beweismaß beim Wahrheitsbeweis und Sorgfaltsbeweis   §§ 6, 7b MedienG
   OLG Wien 19 Bs 504/12z vom 26.02.2013 - Herausgabe von Userdaten   Redaktionsgeheimnis, Online-Forum, Poster, Verweigerungsrecht ..

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Julius Ringel

Beitrag von Dissident am Do Aug 17, 2017 5:26 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Ringel  Julius Alfred Ringel (1889-1967) war ein österr. u. deutscher Offizier, zuletzt General der Gebirgstruppe u. Befehlshaber mehrerer großer Verbände im 2. Weltkrieg.

Ringel besuchte ab 1905 eine Landwehr-Kadettenschule in Wien, wo er 909 zum Fähnrich befördert wurde u. ins k.u.k. Landwehr-Infanterie-Regiment 4, eine Gebirgsjägereinheit, kam. 1910 erfolgte die Beförderung zum Leutnant.

1. Weltkrieg
Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges kämpfte er als Oberleutnant in Galizien u. an der Alpenfront mit dem Gebirgs-Schützen-Regiment 2. Er kam nach Kriegsende in italien. Kriegsgefangenschaft.

Zwischenkriegszeit

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft nahm er in Kärnten an Kämpfen gegen jugoslawische Freischärler teil u. wurde danach ins neu geschaffene Bundesheer aufgenommen. 1930 erreichte er den Rang eines Majors. Nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant 1932 kam er in den Stab der 5. Gebirgsjäger-Brigade. Er war ein führendes Mitglied des 1936 gegründeten illegalen Nationalsozialistischen Soldatenringes (NSR). Beim Anschluss Österreichs zeigte er sich als überzeugter Nationalsozialist. Er wurde in die Wehrmacht übernommen u. Chef des Stabes der 3. Gebirgs-Division, welche von Generalmajor Eduard Dietl kommandiert wurde. Am 1.2.1939 erfolgte die Beförderung zum Oberst u. er wurde Kommandeur des Infanterie-Regiments 74.

2. Weltkrieg
Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde er Chef des Stabes der 268. Infanterie-Division u. ab 27.10.1939 Kommandeur des Infanterie-Regiments 266. Mit diesem Regiment wurde er im Westfeldzug 1940 eingesetzt. Nachdem er am 7.6.1940 wieder in die 3. Gebirgs-Division zurückkam, wurde er mit der Aufstellung der 5. Gebirgs-Division beauftragt. Seine Beförderung zum Generalmajor erfolgte am 1.11.1940. Mit dieser Division nahm er am Krieg gegen Griechenland teil, durchstieß die Metaxas-Linie u. drang über Saloniki u. die Thermopylen bis nach Athen vor. Mai 1941 nahmen Teile seiner Division an der Luftlandeschlacht um Kreta teil, bei der die Insel erobert wurde.

Anschließend wurde Julius Ringel mit seinem Verband an die Ostfront verlegt u. nahm dort an Angriffs- u. Stellungskämpfen an der Newa, am Wolchow u. am Ladogasee teil u. wurde am 1.12.1942 zum Generalleutnant befördert. Außerdem erhielt er für seine Leistungen am 23.10.1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nach verlustreichen Abwehrkämpfen wurde er mit seiner Truppe im Nov. 1943 nach Oberitalien transportiert u. nahm unter anderem an der Schlacht um Monte Cassino teil, wo er auch die Gustav-Linie erreichte. Ab 1.4.1944 wurde er Kommandierender General des LXIX. Gebirgs-Korps in Kroatien, welches der Heeresgruppe F unter Generalfeld-
marschall Maximilian von Weichs unterstellt war. Ringel wurde am 1.6.1944 zum General der Gebirgstruppe befördert u. am 22.6.1944 zum Kommandierenden General des stellv. XVIII. Armeekorps u. Befehlshaber im Wehrkreis XVIII (zuständig für Steiermark, Kärnten, Tirol u. Salzburg) ernannt. Im Gegensatz zum Wiener Wehrkreis XVII beteiligte er sich aber nicht am Attentat vom 20.7.1944, obwohl sein Chef des Generalstabes mit den Verschwörern sympathisierte.

Im Wehrkreis XVIII bildete Ringel aus den dort stehenden Verbänden ab Februar 1945 das Armeekorps Ringel, mit dem er in die Kriegsgefangenschaft ging. In den letzten Kriegsmonaten war der General Motor hinter den Bestrebungen das Eindringen der Roten Armee in die Steiermark zu verhindern. Er mobilisierte viele Einheiten seines Wehrkreises u. entsandte sie ins Gebiet rund um den Semmering-Pass sowie in den Bezirk Oberwart an die Reichsgrenze. Aus den Alarmeinheiten im Semmering-Gebiet wurde in den letzten Kriegstagen die 9. Gebirgs-Division (Ost) gegründet. Die in den Bezirk Oberwart entsandten Verbände gingen bei den Kämpfen Anfang April weitestgehend verloren ---

https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Julius_Ringel .. General Ringel auf Kreta
Am 23.5.1941 befahl der Kommandeur der 5. Gebirgsdivision, General Julius Ringel, Vergeltungsmaßnahmen: „Ein Meuchelmord an einem Soldaten der Luftwaffe am 22.5.1941 hat ergeben, daß die griechische Bevölkerung in Zivil, Uniform, auch in deutscher, an den Kämpfen teilnimmt u. Verwundete niederschiesst, niedersticht, u. Ringe abschneidet, Gefallene schändet u. ausplündert. Wo eine griechische Zivilperson mit der Schusswaffe in der Hand angetroffen wird, ist sie sofort zu erschiessen. Desgleichen ist bei Angriffen auf Verwundete zu verfahren. In Ortschaften sind Geiseln festzunehmen (Männer von 18–55 Jahren) u. ihnen u. der Einwohnerschaft bekanntzugeben, daß im Falle feindl. Handlungen jeder Art gegen die deutsche Wehrmacht sofortige Erschiessung erfolgt. Für jeden Deutschen 10 Griechen, dazu werden die in der Nähe befindlichen Ortschaften angezündet.”

Julius Ringel, HURRA, DIE GAMS! (GRAZ – STUTTGART, 9. Auflage 1994) Die Geschichte der 5. Gebirgsjägerdivision vom Zeitpunkt ihrer Aufstellung bis zu ihrer Kapitulation im Jahre 1945 enthält dieses Buch. Inhalt sind die wirklich einmaligen Waffentaten an vielen Fronten, die sich wie ein spannender Roman lesen u. sich dabei doch eindeutig an die Wahrheit halten. Schon ihr erster Einsatz an der Metaxaslinie Griechenlands ist ein echtes Bravourstück, das die „Buam“ glänzend meistern. Die Bunkerlinie wird durchbrochen, der Weg ins Innere Griechenlands u. dadurch nach dem Süden ist frei. Nun „rennen“ sie fast durch das Bergland nach Athen, vor sich her die fliehende englische Armee. Aber kaum ist das Land ganz besetzt, taucht schon der Gedanke an die Eroberung Kretas als kriegsentscheidende Tat auf. Die „Jäger“ werden nun zur „Luftlandemarinedivision“, denn auf Holzkähnen u. per Flugzeug werden sie übers Meer gebracht u. bei Maleme abgesetzt. Die Eroberung der Insel - gemeinsam mit den Fallschirmjägern - wird zu einem der schwierigsten, kühnsten u. leider auch verlustreichsten Einsätze, der auch für den damaligen Gegner unvergessen blieb. (...) Das obige Zitate ist dieser Schrift entnommen: Marlen von Xylander, Die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta 1941–1945, (Einzelschriften zur Militärgeschichte, 32, Freiburg i. Breisgau 1989)

"Anlaß zu Strafsanktionen gab es leider genug, denn wehe dem Soldaten, der diesem Gesindel in die Hände fiel! Unter den Freischärlern befanden sich auch einzelne kleine Gruppen von braunen Neuseeländen, die an Wildheit u. Zügellosigkeit womöglich die heimischen Banditen übertrafen. Für sie war der Krieg nichts als eine Gelegenheit Urinstinkte u. atavistische Haßgefühle gegen den Weißen überhaupt auszutoben." Ringel: "Hurra die Gams", Leopold Stocker Verlag,Graz u. Stuttgart 5. Auflage, S.148

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Leopold Engleitner

Beitrag von Dissident am Do Aug 17, 2017 5:31 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Engleitner  Leopold Engleitner (1905-2013) .. wuchs in der Bad Ischl auf .. Anfang der 1930er Jahre .. wechselte seine Religion und ließ sich 1932 als Zeuge Jehovas taufen. In der Zeit des Austrofaschismus hatte er von Seiten seiner Umgebung u. der Behörden mit religiöser Intoleranz bzw. Verfolgung zu kämpfen. 1938 kam er nach dem „Anschluss Österreichs“ aufgrund seiner Weigerung, seinen Glauben aufzugeben sowie in Hitlers Armee Kriegsdienst zu leisten, mit der Ideologie des Nationalsozialismus in Konflikt.

Am 4.4.1939 wurde er in Bad Ischl von der Gestapo verhaftet u. in Linz u. Wels in U-Haft genommen. Vom 9.10.1939-15.7.1943 wurde er in den KZ Buchenwald, Niederhagen u. Ravensbrück inhaftiert .. Im KZ Niederhagen lehnte er es ab, den „Revers“ (Erklärung) zu unterschreiben u. damit seinem Glauben abzuschwören, obwohl ihm dies die Entlassung aus dem KZ ermöglicht hätte. Er kaufte sich im KZ einen Koffer für die .. Heimreise .. Im KZ Buchenwald musste er die als Geiseln inhaftierten früheren französischen Regierungsmitglieder Georges Mandel u. Léon Blum bedienen ---
Juli 1943 wurde er .. aus dem KZ Ravensbrück unter der Bedingung entlassen, sich zur „lebenslangen Zwangsarbeit in der Landwirtschaft“ zu verpflichten.
Nach seiner Rückkehr in die Heimat arbeitete er auf einem Bauernhof in St. Wolfgang. 3 Wochen vor Kriegsende, am 17.4.1945, erhielt er allerdings doch noch den Einberufungsbefehl in die deutsche Wehrmacht zugestellt. Er leistete der Einberufung nicht Folge u. entschloss sich zur Flucht ins Gebirge des Salzkammerguts. Dort versteckte er sich in der Meistereben Almhütte u. in einer Höhle.
Am 5.5.1945 konnte er von seiner Flucht nach Hause zurückkehren u. arbeitete zunächst weiter als Knecht auf dem Bauernhof in St. Wolfgang. Als er 1946 nicht mehr in der Landwirtschaft arbeiten wollte, wurde ihm dies vom Arbeitsamt Bad Ischl mit der Begründung, daß seine „Zwangsverpflichtung“ aus der NS-Zeit immer noch gültig sei, verweigert. Erst Interventionen von Seiten der US-Besatzungsmacht führten dazu, daß er im April 1946 von der Zwangsverpflichtung entbunden wurde.
- - -
2004 wurden das Buch u. der Film „Unbroken Will“ in Amerika publiziert und von Engleitner und Rammerstorfer bei einer Präsentationstour im United States Holocaust Memorial Museum in Washington, D.C., an der Columbia University in New York und im Simon Wiesenthal Center in Los Angeles präsentiert ---
.. Im KZ Buchenwald musste er die als Geiseln inhaftierten früheren französischen Regierungsmitglieder Georges Mandel u. Léon Blum bedienen ---
.. 2006 erhielt er mit seinem Biografen Bernhard Rammerstorfer den Elfriede-Grünberg-Preis der Welser Initiative gegen Faschismus ---

Übersicht über die Verfolgung im Austrofaschismus von 1934 bis 1938
   Frühjahr 1934 – 48 Std. Haft: Gefängnis Bad Ischl
   Winter 1934/35 – 48 Std. Haft: Gefängnis Bad Ischl
   5.1.1936 - 30.3.1936: Gefängnisse St. Gilgen u. Salzburg
   19.9.1937 - 14.10.1937: Gefängnis Bad Aussee

Übersicht über die Verfolgung während der Zeit des Nationalsozialismus
   4.4.1939 - 5.10.1939: Gefängnisse Bad Ischl, Linz u. Wels
   5.10.1939 - 9.10.1939: Transport ins KZ (Gefängnisse Salzburg u. München)
   9.10.1939 - 7.3.1941: KZ Buchenwald
   7.3.1941 - April 1943: KZ Niederhagen in Wewelsburg
   April 1943 - 15.7.1943: KZ Ravensbrück
   ab 22.7.1943 .. Zwangsarbeit in der Landwirtschaft
   17.4.1945 - 5.5.1945: Flucht ins Gebirge nach Einberufungsbefehl

Mehr über die Zeugen Jehovas (speziell im KZ Mauthausen) hier: http://doedr.forumieren.net/t48p100-kl-mauthausen#1183 2 Teile

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Ehud Avriel = Georg Überall und Efraim Ilin

Beitrag von Dissident am Di Aug 22, 2017 2:01 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Ehud_Avriel  Ehud Avriel, (1917-1980) = Georg Überall war ein österreichischer Zionist, israelischer Diplomat und Politiker.

Georg Überall wuchs in Wien auf .. Er trat in Wien der jüdischen Jugendbewegung Blau-Weiß bei.
Dort engagierte er sich für die Alija u. wurde von 1938 bis 1940 Büroleiter der Kinder- u. Jugend-Alijah, bis er selbst im Jahr 1940 nach Palästina auswanderte.
Dort trat er der Hagana bei u. engagierte sich während des 2. Weltkriegs weiter für die Rettung von europäischen Juden.
Dazu war er von 1943 bis 1944 im Rettungskomitee in Istanbul tätig, ein Kollege in Istanbul war Teddy Kollek.

Nach Kriegsende war er eine der wichtigen Personen der Alija Bet u. gründete gemeinsam mit anderen Juden aus Deutschland, Österreich u. der Tschechoslowakei im Nov. 1946 den Kibbuz Neot Mordechai.

Avriel war ab 1948 der bevollmächtigte Gesandte Israels in der Tschechoslowakei u. in Ungarn, ab 1950 in Rumänien.

Anfang 1948 wurde Avriel von David Ben Gurion mit dem Waffenkauf in Europa beauftragt. Nach vergeblichen Einkaufsbemühungen auf dem Schwarzmarkt trat er durch die Vermittlung von Adam-Robert Avramowitsch in direkte Verhandlungen mit der Waffenfabrik Zboroyovka in Brünn. Avriel beschaffte Waffen u. militärische Ausrüstung im Wert von 750.000 Dollar, organisierte den Transport in die jugoslawische Hafenstadt Šibenik sowie die Nora für den Transport der Waffen nach Israel.

1955 zog er für die Arbeiterpartei Mapai in die Knesset ein, wo er bis zu seinem Ausscheiden 1957 Mitglied im Bildungs- u. Kulturausschuss sowie Auswärtigen- u. Verteidigungsausschuss war. Danach war er bis 1960 Botschafter Israels in Ghana, Kongo u. Liberia. 1961 wechselte er ins israel. Außenministerium u. war bis 1965 stellv. Generaldirektor. 1965-1968 war er Israel. Botschafter in Italien. 1968 wurde er zum Vorsitzenden des Zionistischen Exekutivkomitees gewählt. Ab 1974 war er Generalkonsul in Chicago, ab 1977 Botschafter für Sonderangelegenheiten. 1979 zog er sich aus der Politik zurück.

Publikationen:    Open the Gates! The dramatic personal story of "illegal" immigration to Israel (1976)

https://en.wikipedia.org/wiki/Ehud_Avriel  ..  After the war ended he helped illegal Jewish immigration to Palestine. In 1946, he was sent to Czechoslovakia to purchase arms for the Jewish community. 1948 he became envoy to Czechoslovakia and Hungary. Together with Israeli tycoon Efraim Ilin, Avriel negotiated an arms deal with Czechoslovakia ..

https://en.wikipedia.org/wiki/Efraim_Ilin  Efraim Ilin (1912–2011) was an Israeli tycoon and security expert .. he was born in Kharkov, Russian Empire (today Kharkiv, Ukraine). He grew up with Zionist upbringing and spoke Hebrew from the age of 6. In 1925 his family emigrated to Mandatory Palestine, settling in Ness Ziona ..
In 1938 he was drafted by Avraham Stern to volunteer in the Irgun. He worked with Stern and David Raziel who was one of its founding members. In 1948, together with Ehud Avriel, Ilin, who was then living in Mailand/Italy, negotiated a deal with Czechoslovakia to supply arms for the IDF. In 1948 Ilin also negotiated an arms equipment deal with Levi Eshkol and the Yugoslavians on behalf of the Mossad.

Financial career
In 1945 Ilin helped Max Cukier and Avram Goldstein to contract to buy Egyptian cotton to be spun in Italy for re-export to Palestine and became their junior partner. In 1948, after the founding of the State of Israel, the Henry Ford Motor Company sought to invest in Israel and facilitate the large number of vehicles it would need for the military and government. After threats of boycotts from the Arab nations, Ford backed down.
While the government was searching for alternatives, Lord Marcus Sieff of London, put Ilin in contact with Hickman Price of Kaiser-Frazer. Kaiser had recently built an automobile plant in the Netherlands, and were planning to build an additional one in Greece. Ilin met Price and the two agreed to begin a $2.5 million project. Kaiser-Frazer was prepared to invest half a million dollars and it would be Ilin's responsibility to invest the other 2 million dollars. In 1950, Ilin, who was unsure if the investment would be successful, traveled to Brooklyn, N.Y. to meet Rabbi Menachem M. Schneerson for advice on the matter. Schneerson urged Ilin to provide the 2 million needed to bring the deal to fruition, telling Ilin that the new car company would boost the Israeli economy and provide jobs for Israeli citizens, Holocaust survivors and new immigrants. Schneerson told Ilin the deal would be successful.

Kaiser was opened in Israel in 1951. The factory in Israel built Kaiser-Frazer products, along with Mack trucks, under license. By 1956, Kaiser-Fraizer was responsible for 28% of Israeli exports. By the end of the 1950s, the operation was known as Kaiser-Ilin, named after Ilin. In 1959, Kaiser-Ilin reached an agreement to assemble 6-cylinder Studebaker Larks in Haifa, to help potential buyers bypass stiff Israeli duties on imported vehicles. Earlier that year, the Kaiser-Frazer plant at Haifa laid off 400 workers and suspended operations for two weeks because of a lack of parts.

https://en.wikipedia.org/wiki/Aliyah_Bet  Aliyah Bet ("Aliyah 'B'" – bet being the second letter of the Hebrew alphabet) was the code name given to illegal immigration by Jews to Mandatory Palestine in violation of British White Paper of 1939 restrictions, in the years 1934 to 1948 ---  In modern-day Israel it has also been called by the Hebrew term Ha'pala ---
From 1945 to 1948, in a stage known as Bricha, it was an effort to find homes for Jewish survivors .. who were among the millions of displaced persons ("DPs") languishing in refugee camps in occupied Germany. During the first phase, several organizations (including Revisionists) led the effort; after World War II, the Mossad LeAliyah Bet ("the Institute for Aliyah B"), an arm of the Haganah, took charge ---
Post-World War II, Ha'pala journeys typically started in the DP camps and moved through one of two collection points in the American occupation sector, Bad Reichenhall and Leipheim. From there, the refugees travelled in disguised trucks, on foot, or by train to ports on the Mediterranean Sea, where ships brought them to Palestine ---
Over 100,000 people attempted to illegally enter Palestine. There were 142 voyages by 120 ships. Over half were stopped by the British patrols. The Royal Navy had eight ships on station in Palestine, and additional ships were tasked with tracking suspicious vessels heading for Palestine. Most of the intercepted immigrants were sent to internment camps in Cyprus: (Karaolos near Famagusta, Nicosia, Dhekelia, and Xylotymbou). Some were sent to the Atlit detention camp in Palestine, and some to Mauritius. The British held as many as 50,000 people in these camps (see Jews in British camps on Cyprus) ---

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Albert Bach

Beitrag von Dissident am Di Aug 22, 2017 2:42 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Bach  Albert Bach (1910-2003) war ein österr. General der Infanterie u. 1963-1972 Befehlshaber der Gruppe II (Steiermark, Kärnten) in Graz.

Nach der Matura trat er 1931 ins Bundesheer ein, absolvierte 1932-1935 die Theresianische Militärakademie u. wurde am 1.9.1935 zum Leutnant im Kärntner Infanterieregiment Nr.7 ausgemustert. Bei den Olympischen Winterspielen 1936 in Garmisch war er Mannschaftsführer der österr. Olympiamannschaft für Militärschipatrouillenlauf u. belegte mit ihr den 4. Platz.

Nach Anschluss Österreichs 1938 durch das Deutsche Reich als Oberleutnant in die deutsche Wehrmacht übernommen, machte er den Polenfeldzug 1939 mit dem Gebirgsjäger-Regiment 139 u. das Narvik-Unternehmen 1940 im Stab der 3. Gebirgs-Division mit. Vom Herbst 1940 bis Anfang 1941 absolvierte er als Hauptmann den Generalstabskurs an der Kriegsschule Berlin. Dann nahm er im Stab der 12. Armee am Balkanfeldzug u. an der Landung auf Kreta teil. Im Feldzug gegen die Sowjetunion war er 1941 beim Vormarsch durchs Baltikum 2. Generalstabsoffizier der 30. Infanterie-Division, 1942 1. Generalstabsoffizier eines Armeekorps bei den Kämpfen um Demjansk u. von Mai 1943 bis Aug. 1944 während der Abwehrkämpfe im Nordwestrussland u. des Rückzugs im Baltikum 1. Generalstabsoffizier der 30. Infanterie-Division. Ende Nov. 1943 wurde er Oberstleutnant i.G. Von Sept. 1944 bis Kriegsende war er 1. Generalstabsoffizier der 16. Armee, die an den Kämpfen um Riga u. an den Abwehrschlachten in Kurland beteiligt war. Mai 1945 geriet er in sowj. Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde.

Nach Tätigkeit in der Privatwirtschaft trat Bach 1956 ins Bundesheer der 2. Republik ein u. wurde Leiter der Organisationsabteilung. Vom 1.3.1958 bis zum 1.7.1961 war er stellv. Leiter der Sektion II u. damit engster Berater des Generaltruppeninspektors General der Infanterie Erwin Fussenegger. In dieser Zeit war er wesentlich am Aufbau des neuen Heeres der 2. Republik beteiligt. Nach den Umstellungen im Ressort unter Bundesminister Schleinzer, die zu einer Einschränkung der Kompetenzen des General-
truppeninspektors führten, war für Bach im Ministerium kein Platz mehr u. er wurde mit dem Kommando der höheren Offizierskurse betraut. Ohne Ressentiments widmete er sich seiner neuen Verwendung. Er führte den 3. Generalstabskurs zu einem erfolgreichen Ende u. wandelte das bisherige bescheidene Kurskommando zu einer neuen Bildungseinrichtung des Heeres – der Stabsakademie. 1961 wurde er Kommandant der neuen Einrichtung, aus der die spätere Landesverteidigungsakademie hervorging, deren Grundlagen er mit seiner Aufbauarbeit geschaffen hatte.

1963 erfolgte seine Ernennung zum Befehlshaber der Gruppe II (Steiermark u. Kärnten) u. 1964 die Beförderung zum Generalmajor. Wieder widmete er sich seinem neuen Wirkungsbereich u. drückte seinem Verband den Stempel seiner Persönlichkeit auf. In den Jahren unter seiner Kommandoführung wurde in zahlreichen Übungen u. durch Impulse versch. Art die Schlagkraft der Truppe gestärkt u. das Niveau der Ausbildung angehoben. 1969 wurde er zum General der Infanterie befördert.

Während der durch die Dienstzeitverkürzung 1970 ausgelösten Bemühungen um eine Bundesheerreform engagierte sich der General in der Reformkommission u. versuchte durch eingehende Denkschriften eine zweckmäßige Lösung vorzuschlagen. Nachdem seine Bemühungen erfolglos blieben, bat er 1972 den Bundesminister wg. seiner ernsten Bedenken gegen die geplante Umstrukturierung der Truppe demonstrativ um Enthebung von seiner Funktion. Dies geschah u. mit Jahresende ging er in den Ruhestand.

Nur seine engere Umgebung wusste, daß Bach nicht nur eine beeindruckende militärische Persönlichkeit war, sondern auch über breit gestreute kulturelle Interessen u. eine überdurchschnittliche künstlerische Begabung verfügte, die er vor allem als feinsinniger Aquarellist zum Ausdruck brachte.

Literatur
Stefan Bader: An höchster Stelle… Die Generale des Bundesheeres der zweiten Republik. Gra & Wis, Wien 2004, ISBN 3-902455-02-0


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Richard Wadani

Beitrag von Dissident am Do Aug 24, 2017 11:58 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Wadani  Richard Wadani (*1922 als Richard Wedenig) ist ein österr. Deserteur der deutschen Wehrmacht u. politischer Aktivist. Sein Engagement u. das seines Personenkomitees Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz trugen beträchtlich dazu bei, daß der Nationalrat am 21.10.2009 das Aufhebungs- u. Rehabilitierungsgesetz beschlossen hat, das alle Opfer der NS-Militärjustiz rehabilitiert. Auch für die Errichtung des 2014 enthüllten Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz haben sich Wadani u. sein Personenkomitee eingesetzt.

Wadani wuchs in einer sozialdemokratischen Familie, die aus Österreich stammt, in Prag auf. 1938 musste die Familie zurück nach Wien, wo Wadani ein Schutzbündler rät, sich zur Luftwaffe zu melden. Er wurde dort Kraftfahrer. 1942 unternahm er einen ersten Fluchtversuch, der scheiterte. 1944 gelang ihm die Desertion an der Westfront u. er wurde Soldat der Tschechoslowakischen Exilarmee in Großbritannien.

Obwohl er sich selbst als Befreier ansah, war er nach seiner Rückkehr nach Österreich Anpöbelungen u. Schmähungen ausgesetzt. Darauf zog er sich zurück, wurde Sportlehrer, später Bundestrainer u. Bundeskapitän im Volleyballverband. Als politische Heimat sah er die KPÖ an, welche er aber nach der Zerschlagung des Prager Frühlings verließ. Die Tageszeitung Standard schreibt: „Wie das Nachkriegsösterreich mit Wehrmachtsdeserteuren umging, hat ihn nie losgelassen.“ - „Noch 2001, als die Debatte über die Rehabilitierung der Deserteure voll einsetzt, tritt er anonymisiert auf, lässt sich nur seitlich fotografieren: 'Wir hatten permanent Anrufe u. Beschimpfungen.'“

2002 wurde er Sprecher des Personenkomitees »Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz«. Nach hartem Ringen erreichte er 2003 – gemeinsam mit der Österr. Lagergemeinschaft Mauthausen u. Wolfgang Neugebauer, dem .. Leiter des DÖW − die Aberkennung des Ehrengrabs des NS-Fliegermajors Walter Nowotny.
Nowotny Walter, siehe:  http://doedr.forumieren.net/t11p75-menschen-und-personalien#778
Nach 2005 setzte sich das Personenkomitee dafür ein, das Anerkennungsgesetz aus diesem Jahr abzuändern. Darin wurden Deserteure zwar indirekt rehabilitiert, aber nicht explizit genannt. Viele Jahre hindurch organisierten Wadani u. sein Personenkomitee jeweils Ende Okt. oder Anf. Nov. eine Kundgebung bei der Hinrichtungsstätte in Kagran. Unterstützt in seinem politischen Engagement wurde und wird Wadani von seiner Frau Sieglinde, geb. Bair. Ihr Vater war der Widerstandskämpfer Franz Bair, nach dem das Franz-Bair-Heim in Kapfenberg benannt ist.

http://derstandard.at/1254310849108/Kopf-des-Tages-Richard-Wadani-erkaempft-seine-Anerkennung .. Wie in Deutschland will er auch in Österreich Deserteursdenkmäler .. Leserkommentar: ".. Leserbrief vom ewig-gestrigen Siegfried Kampl, Kleine Zeitung 21.10.2009, Titel "Heikle Frage Deserteure", er schreibt: "Manche Deserteure waren Kameradenmörder" und als Draufgabe "Deserteure haben dem Vaterland noch nie gute Dienste geleistet" ..

https://www.chefduzen.de/index.php?topic=10223.0;wap2 .. Wadani unterstützt als Soldat illegal Zivilisten und Partisanen ..  "Wenn ich jetzt nicht ins Spital komme, muß ich mit zum Einsatz«, sagte ich zu ihm. Ich hatte damals eine Nasenscheidewandverkrümmung, die war nicht weiter schlimm, aber ich fragte den Arzt, ob man die Nase nicht einmal operieren könne. Er sagte: »Das geht«. Jetzt dachte ich mir, wenn wieder irgendein Einsatz kommt, dann muß der Blinddarm raus u. dann eventuell die Mandeln. Nach dem Spital gab es dann 4 Wochen Genesungsurlaub, u. ich war sozusagen weg von diesem Einsatz." ..
" Ich war immer entschlossen, die Wehrmacht zu verlassen und mich der Roten Armee anzuschließen.." --- "..Ich habe öfters aus dem Tank so an die 40 bis 60 Liter Benzin abgezapft u. an Russen gegeben. Die haben dann damit Molotow-Cocktails gebaut." --- Personenkomitee »Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz« .. Neben der tatkräftigen Unterstützung aus dem Universitätsbereich waren einzig die österr. Grünen, die sich jahrelang für uns eingesetzt u. für uns gekämpft haben. Namentlich zu nennen wären hier der Initiator der Rehabilitierungsbemühungen Andreas Wabl, u. .. Terezija Stoisits ---

http://diepresse.com/home/panorama/wien/4195805/Tag-der-Genugtuung_Deserteursdenkmal-in-Wien-eroeffnet?_vl_backlink=/home/index.do .. Das Wiener Denkmal für Wehrmachtsdeserteure .. Klubobmann der Rathaus-Grünen, David Ellensohn ..

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Zuletzt von Dissident am Mi Aug 30, 2017 11:22 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Manfred Tisal

Beitrag von Dissident am Mi Aug 30, 2017 9:52 am

Manfred Tisal  .. https://www.youtube.com/watch?v=sSM7WBCv40M&feature=youtu.be

https://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Tisal  .. Manfred Tisal (*1953 in Villach, Kärnten) ist ein österr. Kabarettist, Moderator, Autor u. Journalist. Bekannt wurde er durch seine Rolle als „EU-Bauer“ beim Villacher Fasching sowie als Mitglied der Kärntner Kabarettgruppe Lei Drei. Im Laufe seiner Karriere erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Geboren wurde Tisal als 1. Kind von Elfriede (Buchhalterin) u. Anton Tisal (ÖBB-Bediensteter). Er hat 3 jüngere Geschwister. Manfred T. wuchs in Villach auf, absolvierte dort seine Pflichtschuljahre sowie eine Lehre als Koch. Weitere Stationen seiner beruflichen Karriere waren:
   Saisonjobs als Koch u. Kellner in div. österr. Fremdenverkehrsorten u. am Schiff
   Moderator u. Redakteur beim ersten österr. Privatsender Tele Uno der seinen Standort in Italien hatte
   freier Redaktionsmitarbeiter der Kleinen Zeitung in Villach
   Mitglied der Arnoldsteiner Gemeinderates (unabhängige Liste Arnoldstein = ULA)
   seit 2000 ist er freiberuflich als Moderator, Autor u. Kabarettist tätig
   seit 2005 moderiert er auch als freier Mitarbeiter Frühschoppensendungen bei Radio Kärnten

Manfred T. ist verheiratet, Vater von 4 Kindern u. 2facher Großvater. Er war jahrelang Präsident des 1.KBCV (Kärntner Bowling Club Villach) u. über 6 Jahre Präsident des Villacher Musikvereines.

Villacher Narr
1990 war das Startjahr für einen Villacher Narren u. der Beginn einer Karriere als Akteur, „EU-Bauer“, Texter, Co-Regisseur, Minister u. Vorstandsmitglied der Villacher Faschingsgilde. Daraus erwuchs zudem eine Freundschaft, die zur Gründung der Kärntner Kabarettgruppe Lei Drei führte. Gemeinsam mit den Villacher Faschings-Stars „Nachzipfer“ Hannes Höbinger u. „Noste“ Manfred Obernosterer tourte Tisal über 1 Jahrzehnt erfolgreich durch ganz Österreich. Mit Lei Drei nahm Manfred T. auch einmal an der Vorausscheidung zum Grand Prix der Volksmusik teil. Mit seinen Soloauftritten „Lachen ist gesund“ u. „Lachen ist der Stuhlgang der Seele“ ist Tisal im In- u. Ausland unterwegs. Die freie Zeit, die Tisal bei seinen Tätigkeiten bleibt, verbringt er mit dem Schreiben von Büchern sowie Geschichten u. Auftragsgedichten.

Publikationen
   1994: „Da ane und da ondare“, Klagenfurt, Kärntner Druck- und Verlags-Gesellschaft, ISBN 3-85391-122-6
   1997: „Kleiner Ratgeber für Kärnten Besucher“
   1998: „Willkommen in Kärnten : kleiner Ratgeber für Kärnten-Besucher“, Illustration von Norbert Mößlacher (ca. 1998)
   1999: „Kärntner Schoppen’gschichten“, Klagenfurt, Verlag Johannes Heyn, ISBN 3-85366-942-5
   2000: „Zeit für Heiterkeit“, Klagenfurt, Edition Norica
   2006: „Niedergschriebn zum Weitersogn“
   2007: „Stommtisch-gschichtn“
   2009: „Best O(f)f“
   2010: „Heiter geht’s weiter…“
   2010: „Weihnachtsgeschichten zum Nachdenken und Lachen“
   2012: „Anfoch lesn, anfoch lochn“
   2014: Kuhmentare - Tagebuch aktueller Unzulänglichkeiten

Diskographie
   2008: 15 Jahre EU-Bauer – Wie ein Stuhlgang der Seele (Tyrolis)
   2013: Fegerländer Schoppen mit Manfred Tisal (Eigenverlag)

http://www.tisal.at/ --- http://www.leidrei.at/ ---

https://www.facebook.com/manfred.tisal/posts/1397203923726370

KUHmentar: "8.000.000.000" Acht Milliarden!!!! An den vielen Nullen könnte man ärgerbedingt ersticken.So viel kosten uns die Flüchtlinge. Ich glaube jedoch das dies nur eine Dunkelziffer ist. Die armen Teufel in unserem Land, mit Mindestpensionen, hohen Mieten, teuren Lebensmitteln u.s.w. müssen jeden Cent 3x umdrehen, bevor sie ihn ausgeben, werden es unserer Politik danken. Und die Flüchtlinge? In den Ländern aus denen sie kommen (keine Kriegsflüchtlinge) verdienen sie einen Bruchteil von dem was wir ihnen in den Rachen stecken. Vielleicht kommen sie auch nur deshalb weil es bei uns keine Arbeit gibt. Dann heißt es, sie sind traumatisiert. Schön langsam glaube ich, daß wir traumatisierter sind sind, als unsere "Zuwanderer". Einmal muss Schluss sein.
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Für alle die mein gestriges Posting kritisiert haben! .. KUHmentar: „Is jo wohr“
Tagtäglich sehe von meinem Balkon, wie Asylanten mit Adidasschuhen, Nike-Leiberln u. Diesel-Jeans mit Smartphone u. nagelneuen Bikes diskutierend vorbei gehen. Mich frisst ein bisschen der Neid. Nicht weil ich das nicht habe, sondern weil sie es gratis bekommen. Neben einer Mindestsicherung, die sie nicht verdient haben. Vielleicht könnte ich mir das alles auch leisten, wenn ich keine Miete bezahlen müsste. Wenn ich mein Smartphone nicht vertragsgebunden kaufen müsste, wenn ich Körperpflegemittel, TV-Gebühr, Lebensmittel u. das berufsbedingt notwendige Auto u. div. Ausgaben für Frau u. Kind nicht bezahlen müsste. Und alle Steuern u. Abgaben natürlich. Ich denke, wenn ich von Flüchtlingen höre immer an meinen Vater, der von der Gefangenschaft in Russland, zu Fuß nach Villach zurück gekehrt ist, mit seinen Eltern das zerbombte Haus aufbauen musste u. sich u. seine Familie in der Nachkriegszeit mit einem ÖBB-Gehalt von 740 Schilling ernähren musste. Und es gab ärmere. Er hat für sein Land gekämpft u. wurde in den Jahren bis zu seinem Tod nur mit Worten belohnt. Aber er hat es mit seinem Obolus mit aufgebaut.
Dafür gesorgt, das wir einer sozialen Sicherheit entgegenblicken können. Einer sozialen Sicherheit die uns jetzt weggenommen wird. Von Menschen die als politisch legitimierte Sozialschmarotzer über uns herfallen. Ich habe nicht den Eindruck, daß sie unwissend ihr Ziel wählen, denn sie sind mittels Internet u. Handy mit der Welt verbunden. Sie sind nicht so dumm, nicht das Beste für sich zu wählen. Und ich warne jeden, mich jetzt ins sogen. „populistische rechte Eck“ zu stellen was bei uns im Land schon fast usus ist. Hier geht es um eine Frage der Gerechtigkeit u. die sollte keine Parteienfrage oder eine Frage der Religion sein.
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Manfred Tisal: .. Nicht wir, sondern unsere Politik wird mit dem Problem nicht fertig.
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.. Man muss sich dafür schämen, das Toleranzprediger nicht einmal so viel Toleranz an den Tag legen andere Meinungen als die Ihre zu akzeptieren ..
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KUHmentar: Es tut mir leid, aber ich kann die 680 Reaktionen u. 1800 Klicks der 27.000 Frauen u. Männer die es gesehen haben nicht mehr beantworten. Ich habe sie aber alle gelesen. Es zeigt einmal mehr, das es ein Problem ist, über das nachzudenken es sich lohnt. Es spaltet jedoch die Gesellschaft. Ich verstehe sowohl meine Kritiker, als auch die Befürworter. Ich wollte nur in einem freien der Demokratie verschrieben Land meine Meinung äußern. Aber jetzt habe ich endlich verstanden, warum unsere Politik nicht funktionieren kann. Wenn ich mit Folgen rechnen muss, dann werde ich sie auf mich nehmen. Es ist mein Buckl. Ich werde mir jedoch weiterhin das Wort nicht verbieten lassen. Was mich besonders schmerzt ist die Wortwahl einiger "Gutmenschen".Ich bezweifle ob sie wissen was Recht, Gerechtigkeit und Nächstenliebe bedeutet.
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KUHmentar: "Zur Erinnerung" Wir waren schon EU-Mitgliedstaat. Schengen gab es auch schon. Wenn jemand die Grenze innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten passieren wollte, musste man einen Reisepass vorlegen. Hatte man keinen, wurde man zurück geschickt. Und heute? Flüchtlinge landen mit dem Boot. Keiner fragt nach einem Pass und die Polizei steht Spalier. Und was macht die EU? Nix, nix und wieder nix. Mit was lenkt man ab. Mit Diskussionen rund um den Diesel und mit wahrscheinlich krebserregenden Substanzen in (faulen) Eiern.
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KUHmentar: "Unverständlich" 64 IS-Krieger in Haft. Immer mehr Illegale in Kleinbussen und Güterzügen. Es werden zunehmend Flüchtlingsgruppen aufgegriffen. Ohne Pass, ohne Ausweis, ohne Herkunftsnachweis. Ohne Alles. Und es sind noch hunderttausende, die Presse weiß sicher wo, die auf die Einreise in die gelobten Länder Deutschland und Österreich warten. Die Kontrollen sollen verstärkt werden. Aber was nützen Panzer, verstärkte Grenzkontrollen u.s.w. wenn hunderte Kilometer grüne Grenze die Möglichkeit bieten, den Kontrollen zu entkommen. Und einmal da, sind sie da und bleiben, weil sie ja schon da sind. Es ist auch kein Wahlkampfthema, denn wo es aufgrund der Gesetzeslage keine Lösung gibt, kann man auch nichts anbieten als den Zaubersatz "es geht nur gemeinsam".   Nur den Herrn Gemeinsam gibt es nicht.
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https://www.facebook.com/manfred.tisal/posts/1397203923726370  Manfred Tisal: KUHmentar: "Offener Brief an die Kleine Zeitung"
Herzlichen Dank für die Veröffentlichung meines Postings. Nur eines stört mich. Wenn sie schon mit meinen Worten Schlagzeilen machen, dann wäre es schon angebracht gewesen, diese vollständig wiederzugeben. Auch hätte man mich informieren oder in Kenntnis setzen können. Und Herrn Sommersguter sei ins Stammbuch geschrieben. "Nicht ich bin es, der Nutzen aus meinen Postings zieht, sondern er ist es, der über meine verbalen Ergüsse zu einem Honorar kommt. Ich habe nur eine Meinung in Worte gefasst u. diese ins Netz gestellt. Und glaubt Herr Sommersguter allen Ernstes, daß ich nur weil ich beim Villacher Fasching Missstände anprangere u. KUHmentiere, das ganze Jahr über die Klappe halten muss. Zudem glaube ich, dass der Anruf bei unserem Kanzler Ing. Günther Kunz nur dem Zweck gedient hat, um eventuell eine Entlassung aus der Gilde "anzuleiern". Pfui - schlimme Hintergedanken. Aber eine tolle Schlagzeile.
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http://derstandard.at/2000063210402/Villacher-Fasching-Star-poltert-auf-Facebook-gegen-Asylanten .. "Villacher Fasching"-Star poltert auf Facebook gegen "Asylanten"  .. sorgt mit 2 kontroversen Postings auf Facebook für heftige Kritik. Tisal schreibt darin von "Asylanten mit Adidasschuhen, Nike-Leiberln u. Diesel-Jeans mit Smartphones". Flüchtlinge sollen diese Dinge "gratis bekommen", behauptet Tisal. Er erwähnt außerdem seinen Vater, der im 2. Weltkrieg "für sein Land gekämpft" habe u. "bis zu seinem Tod nur mit Worten belohnt" worden sei ---  er glaube "schön langsam, daß wir traumatisierter sind als unsere 'Zuwanderer'" ---
Leserkommentar: ".. interessant, daß eine Meinung nur dann frei geäußert werden darf wenn es im Konsens des linken Establishment im Einklang steht, jedoch alles rechts davon zensiert u. mundtot gemacht wird. Ironie, daß genau hier ein illiberales u. undemokratisches Verhalten erkennbar ist, gegen das ja immer eifrig vorgegangen wird."

https://www.facebook.com/manfred.tisal/posts/1397203923726370  Manfred Tisal - 9. September - KUHmentar: "Mein heutiger Tag"
Eine Einvernahme von mir bei der Kripo, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft (Ein Lob der Kripo, die trotz viel Arbeit in die Computertasten hauen musste). Grund dafür war das Kommentar einer Userin auf ein Posting von mir. Dann erneut Verhetzungsvorwürfe der "Kleinen Zeitung" nur weil ich meine "freie Meinung" geäußert habe u. last but not least,. ebenfalls auf den Artikel bezogen, versteckte Vorwürfe zu kassieren u. soziales in Anspruch zu nehmen u. viele andere hässliche Kommentare anonymer User. Für heute reicht es!!!

https://www.facebook.com/HCStrache/?hc_ref=ARSH1Am0hP6MshWdQay_HKz5eUwZr7C9KpGYzDFecB09JanaJm8esGLs6scgMk4huKo&fref=nf&pnref=story
HC Strache: Nachdem der ORF den Kabarettisten und "EU-Bauer" (bekannt vom Villacher Fasching) gekündigt hat, weil er keine freie Meinung äußern darf, ist er ab sofort frei zu buchen. Jeder Verein, jede Orts-, Bezirks- oder Landegruppe oder auch bei privaten Veranstaltungen kann ihn unter - manfred@tisal.at - für einen Auftritt buchen. Er ist als Kabarettist ein absoluter Gewinn!

https://www.facebook.com/manfred.tisal/posts/1397203923726370  KUHmentar: „Traurig“ Es wird bei uns nicht mit gleichem Maß gemessen. Ich habe lediglich eine Aussage hinsichtlich der Flüchtlinge getroffen. Und das zu einem falschen Zeitpunkt. Ich bin halt ein bekannter Narr, der seinen Mund nicht halten kann, wenn es um Ungerechtigkeit geht. Diejenigen die diesen Shitstorm ausgelöst haben, haben sich damit wahrscheinlich ins eigene Knie geschossen. Und die Entwicklung, was die Wirtschaftsflüchtlinge anbelangt ist wirklich gefährlich. Das erkennt ein Blinder mit Krückstock. Mittlerweile auch alle Parteichefs, obwohl es parteipolitisch nicht relevant ist, sondern lediglich ein Problem mit dem alle fertig werden müssen. Täglich kommen illegale, namenlose Flüchtlinge ins Land. Sie erwarten sich Hilfe. Warum auch immer. Und unsere Gutmenschen laufen Gefahr, an ihrer Nächstenliebe zu ersticken, wenn nicht bald Lösungen gefunden werden. ---
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KUHmentar: „Jetzt schlägt´s 13“ Ich habe in Facebook meine Meinung gesagt. Ich habe gesagt: „Wirtschaftsflüchtlinge sind politisch legitimierte Sozialschmarotzer“. Das ist meine Meinung. Und es herrscht Meinungsfreiheit in diesem Land. Habe ich geglaubt. Ich denke ich habe Unrecht. Viele Tage lang, hat der ORF von Erdogans „Säuberungsaktionen“ Journalisten betreffend, die aufgrund ihrer Meinung ins Gefängnis mussten, berichtet. Mir hat der ORF aufgrund meiner Meinung die Zusammenarbeit aufgelöst. Steht jetzt der ORF auf der gleichen Stufe? Nach der Reihe werden Engagements mit mir als Moderator gekündigt. Ich hätte mich zum Beispiel auf das Publikum am 30.9. in Judenburg gefreut. (Wer weiß was noch kommt?) Feiglinge, die in einer Demokratie nicht einmal das Recht der Meinungsfreiheit anerkennen! Danke aber jenen, die wissen worum es geht. Dem Muatterl und den Vaterl auf deren Lebenswerk unser Wohlstand basiert und die mir mit einem „weiter so“ die Hand gedrückt haben. Der Frau die von einem Van aus, Daumen hoch gezeigt hat, oder dem Tiroler der mich scheinbar aus einem Gasthaus unter Applaus angerufen und gesagt hat: „der ganze Ort steht hinter Dir“ ---

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Hans Kloepfer

Beitrag von Dissident am Mi Sep 06, 2017 9:26 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Kloepfer  Hans Kloepfer (1867-1944), österr. Arzt u. Schriftsteller, der vor allem durch seine weststeirische Mundartdichtung Popularität erlangte.

Er wurde als 2. Kind des Wundarztes u. Geburtshelfers Johannes Kloepfer u. Ludovika Kloepfer geb. Fuchs in der weststeirischen Gemeinde Eibiswald geboren. Er besuchte nach der Volksschule das 1. k.u.k. Staatsgymnasium in Graz, das er 1885 abschloss. Anschl. studierte er Medizin an der Uni Graz. Das Studium konnte er 1891 abschließen. Nach Volontariat im Allg. Krankenhaus Paulustorgasse/Graz trat er 1893 in die Praxis seines Vaters in Eibiswald ein. 1894 nahm er die Stelle eines Werksarztes bei der Alpinen Montangesellschaft in Köflach an, die er bis zu seinem Tod innehatte. 1902 heiratete er Martha Steiner, die Tochter des Verwalters eines Kohlenbergwerkes. Dieser Ehe entstammten 3 Kinder: Thomas, Hans u. Wiki.

Kloepfer zog mit Gedichten wie Dahoam, Da Ruß oder Spätherbst tiefe Spuren in die Kulturgeschichte der Steiermark. Als leidenschaftlicher Geschichtsforscher verfasste er Heimatbücher von poetisch-herbem Reiz, als Erzähler schuf er berührende Prosawerke. Kloepfer war ferner musikalisch begabt, von ihm stammt die Melodie des ins Kommersbuch übernommenen Studentenliedes Vale universitas, welches er als Mitglied des Akad. Gesangvereines, der späteren akad. Sängerschaft Gothia, zusammen mit seinen Bundesbrüdern Ottokar Kernstock u. Viktor Zack verfasst hat.

Trotz wachsenden Ansehens als Dichter wollte Kloepfer vor allem dies: Arzt bleiben, solange er es sein konnte. Über 50 Jahre praktizierte er als Werksarzt, Distriktsarzt, Gestützsarzt, Hausarzt, Bahnarzt, Schularzt, Armenarzt, Klosterarzt u. Chefarzt der von ihm begründeten Köflacher Rettungsabteilung.

Kloepfer war u. ist wg. seiner deutschnationalen Einstellung u. seiner Sympathie für den Nationalsozialismus umstritten. So begrüßte er 1938 den Einmarsch u. Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich in einem Wahlaufruf zur „Volksabstimmung“ 1938 als „festlichen Brautlauf“. Im selben Jahr publizierte er ein mundartliches Hitler-Gedicht im Steir. Bergbauerngruß: „Schreibm tuat er si Hitler, / und uns so guat gsinnt, / wia ma weit in der Welt / net an liabern wo findt.“ Kloepfer beteiligte sich auch mit einem Beitrag am Bekenntnisbuch österr. Dichter (herausgegeben vom Bund deutscher Schriftsteller Österreichs), das die Ereignisse vom März 1938 begeistert begrüßte. Kloepfer wurde mit 1.5.1938 Mitglied der NSDAP. Die Mitgliedsnummer 610.9231 stammte aus einem Nummerkontingent, das „verdienten Österreichern“ vorbehalten war. Das neue Regime förderte Kloepfer, seine Werke wurden in der NS-Zeit mehrfach aufgelegt u. waren in zahlreichen Anthologien vertreten.

Am 26.6.1944 verstarb er nach einem Schlaganfall im Alter von 77 Jahren in Köflach. Hitler u. Goebbels ließen bei seinem Begräbnis Kränze niederlegen.
1955 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Hamerlingstraße in Kloepferstraße umbenannt .. In Knittelfeld wurde die Doktor-Hans-Klöpfer-Straße nach ihm benannt. Außerdem ist er Namenspatron der 1976 gegründeten „pennalen Studenten- u. Absolventenverbindung "Hans Kloepfer zu Voitsberg-Köflach“.

Im Geburtshaus von Hans Kloepfer in Eibiswald Nr. 36 ist das Kloepfermuseum untergebracht. Neben Gegenständen u. Erinnerungen aus dem Leben von Hans Kloepfer sind Ausstellungsstücke zu Brauchtum u. Geschichte der Region sowie alte „Koralpengläser“, mundgeblasene Gläser u. Flaschen aus den Glashütten der Umgebung zu sehen.

Werke
   Vom Kainachboden, 1912, mit Illustrationen von Emmy Hiesleitner-Singer
   Aus dem Sulmtale, 1922, mit Illustrationen von Emmy Hiesleitner-Singer
   Steirisches Bilderbuch, 1930, mit Illustrationen von Emmy Hiesleitner-Singer
   Aus alter Zeit, 1932
   Eibiswald, 7 Lieferungen, 1933–34
   Aus dem Bilderbuch meines Lebens, 1935
   Was mir die Heimat gab, 1936
   Sulmtal und Kainachboden, 1936, mit Illustrationen von Emmy Hiesleitner-Singer
   Gesammelte Gedichte, 1936
   Steirische Geschichten, 1937
   Joahrlauf, 1937
   Bergbauern, 1938
   Erntedank, 1939
   Aus der Franzosenzeit, 1940
   Um den Zigöllerkogl, 1940
   Dahoam, 1941
sowie Aufsätze u. Beiträge in Zeitschriften und Tageszeitungen. Vertonung des Vagantenliedes von Kernstock, Singspiele u. Stücke für Kasperltheater.

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Otto Tschadek

Beitrag von Dissident am Do Sep 07, 2017 10:11 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Tschadek  Otto Tschadek (1904-1969), österr. Rechtsanwalt u. Politiker (SDAPDÖ, kurzzeitig SPD, später SPÖ).

Jugend und Ausbildung
.. Er wuchs in seinen Jugendjahren in Sarasdorf/Leitha auf u. besuchte 1916-1918 die k.u.k.-Militärrealschule in Bruck/Leitha. Nach Ende der Monarchie setzte er seine Ausbildung in der Bundeserziehungsanstalt Wien-Breitensee fort. 1923: Matura, studierte einige Semester Staatswissenschaften bis er schließlich sein Studium der Rechte an der Uni Wien aufnahm. Nachdem sein Vater 1927 verstarb, war er auf ein Stipendium u. Unterstützung der Partei, ausgedrückt durch seinen Freund u. Mentor, den damaligen Landeshauptmann-Stellv. von Niederösterreich Oskar Helmer, angewiesen. 1931 erfolgte Tschadeks Promotion zum Dr. jur. an der Uni Graz.

Politische Karriere in der Zwischenkriegszeit

Bereits mit 19 Jahren trat er in die SDAPDÖ ein u. wurde Funktionär in der Lokalsektion Sarasdorf. 1930-1934 war er Gemeindeamtsleiter in Mannersdorf. Weiters war er Bezirksparteiobmann des Bezirkes Bruck/Leitha der SDAPDÖ u. auch in der Niederösterreichischen Landespolitik aktiv. 1934 wurde die Sozialdemokratische Partei in der Zeit des Austrofaschismus von Bundeskanzler Dollfuß verboten u. Tschadek wurde für 7 Monate in den Anhaltelagern Kaisersteinbruch u. Wöllersdorf inhaftiert. Nach seiner Entlassung entschloss er sich Rechtsanwalt zu werden u. legte 1939 die Rechtsanwaltsprüfung mit Auszeichnung ab. Diesen Beruf konnte er zunächst nicht ausüben, da er kein Mitglied der NSDAP war. Erst ab 1941 war er als selbständiger Rechtsanwalt in Bruck/Leitha tätig.

Militärdienst und Kieler Zeit
Ab 1940 diente er bei der deutschen Kriegsmarine in Stralsund. Dort wurde er zunächst als Matrose u. später als Oberstabsrichter im Marine-Hilfsgerichtsrat eingesetzt. Zuletzt war er Oberstabsrichter am Marinegericht Kiel. In dieser Funktion kam er in sehr engen Kontakt mit der Kieler Bevölkerung u. war bei dieser sehr beliebt, da er politische Verurteilungen weitgehend verhinderte. Auch bei der kath. Kirche war er, aufgrund der Abwehr eines Todesurteils gegen einen Geistlichen, sehr beliebt. Bereits 2 Tage nach der Kapitulation Deutschlands zog er ins Kieler Rathaus ein.

Neueren Forschungen zufolge muss aber die Vita Tschadeks zumindest in Teilen neu geschrieben werden. Obwohl er in seiner Autobiographie schrieb: "Viele waren der Meinung, daß ein Kriegsrichter auch ein Blutrichter sein musste. In Wirklichkeit lagen die Dinge vollkommen anders" u. sich selbst gerne als milder Richter u. guter Mensch stilisierte, belegen Aktenfunde in einem deutschen Archiv, daß Tschadek mehrere Menschen zum Tod verurteilte. So begnügte sich Tschadek in einem Fahnenfluchtfall nicht bloß mit der geforderten Höchststrafe, sondern verurteilte Ernst Stabenow am 21.9.1942 wg. Fahnenflucht zum Tode - u. zusätzlich zum "Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebzeiten u. zu 5 Jahren Zuchthaus u. einer Geldstrafe von RM 400". 1943 ließ der spätere SPÖ-Politiker Ludwig Becker als "Volksschädling" hinrichten. Nov. 1944 verhängte er gegen den Marinesoldaten Heinrich Laurien wg. angebl. Plünderung die Todesstrafe. Dieses Urteil war offenbar selbst seinen Vorgesetzten zu hart, es wurde in Zuchthausstrafe umgewandelt. Kurt Kuschke, den Tschadek wegen sogen. Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilte, wurde am 8.1.1943 hingerichtet.

Tschadek wurde von den Engländern als Stadtrat berufen u. war zuständig fürs Kriegsschädenamt. Bereits im Juli wurde er Bürgermeister. Seine größte Aufgabe war die Wiederherstellung der Wasserleitungen u. sanitärer Anlagen um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Bereits 2 Wochen später hatte er sein Ziel erfüllt u. auch die Straßenbahnen fuhren wieder. Weitere Erfolge waren die Aufnahme von Torfgewinnung zu Heizzwecken, die Wiederherstellung der meisten Gebäude u. die Wiedereröffnung des Schauspielhauses. Nov. 1945 wurde auch der Universitätsbetrieb wieder aufgenommen, so früh wie in keiner anderen deutschen Stadt.

Nach der Neugründung der SPD in Kiel, an der Tschadek beteiligt war, u. der Einsetzung einer provisor. Stadtvertretung wurde er Febr. 1946 zum Oberbürgermeister von Kiel ernannt, u. damit Nachfolger von Max Emcke. Zur gleichen Zeit wurde er, ohne sein Wissen, in den österr. Nationalrat gewählt. Er kehrte kurz nach Österreich zurück um die Angelobung vorzunehmen u. die Sachlage zu klären. Zurück in Kiel übergab er März 1946 die Amtsgeschäfte an Willi Koch u. kehrte endgültig nach Österreich zurück.

Rückkehr nach Österreich und weitere politische Karriere

Nach seiner Rückkehr war er anfangs als Rechtsanwalt in Wr. Neustadt tätig u. gleichzeitig Abgeordneter des Nationalrates. 1949-1952 sowie 1956-1960 war er Justizminister in den Regierungen Figl II, Raab II u. Raab III. Anliegen, die er bearbeitete, waren eine Neufassung des österr. Strafrechtes u. Mitarbeit im Verfassungsausschuss. Danach war er Landesrat u. bald darauf stellv. Landeshauptmann von Niederösterreich, wobei er sich hauptsächlich für die Verbesserung des Schulwesens u. der Gemeindestruktur einsetzte. Weitere politische Funktionen waren Mitglied des Bundesparteivorstandes der SPÖ, stellv. Landesparteiobmann der SPÖ Niederösterreich u. Klubobmann der SPÖ im niederösterreichischen Landtag.

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Fritz Muliar - Friedrich Ludwig Stand

Beitrag von Dissident am Do Sep 07, 2017 10:47 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Muliar Fritz Muliar, gebürtig Friedrich Ludwig Stand (1919-2009), Schauspieler, Kabarettist u. Regisseur.

Muliar wurde als uneheliches Kind geboren u. wuchs in Wien-Neubau auf. Sein leiblicher Vater Maximilian Wechselbaum war ein Tiroler k.u.k. Offizier, der sich um seinen Sohn nicht kümmerte u. später Nationalsozialist wurde. Muliars Mutter Leopoldine Stand dagegen, die als Sekretärin bei der Österr. Kontrollbank arbeitete, war eine überzeugte Sozialdemokratin. 1924 lernte sie den russisch-jüdischen Juwelier Mischa Muliar kennen u. heiratete ihn. Fritz Muliars familiärer Hintergrund war damit multikulturell geprägt: Seine Großeltern waren erzkatholisch u. deutschnationaler Gesinnung, seine Mutter eine engagierte Linke u. sein Stiefvater Jude. Nachdem seine erste Ehe mit Gretl Doering kurz zuvor gescheitert war, heiratete er 1955 Franziska Kalmar, die erste Fernsehsprecherin Österreichs. Mit ihr hatte er die Söhne Alexander (*1957) u. Martin (*1959). Sein Sohn Hans (*1946) aus erster Ehe mit Gretl Doering starb 1990. Muliars Enkel, Markus, veröffentlichte 2015 das Buch „Damit wir uns verstehen!“, in welchem er Tagebücher u. Briefe seines Großvaters aus dem 2. Weltkrieg transkribierte.

Muliar war Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt u. feierte 2006 sein 70-jähriges Bühnenjubiläum. Er lebte mit seiner Frau in Groß-Enzersdorf in der Nähe der Lobau bei Wien. Er war engagierter Sozialdemokrat u. unterstützte regelmäßig Wahlkampagnen der SPÖ. Er war bekennender Freimaurer u. gehörte einer Wiener Freimaurerloge an. Muliar war auch Mitglied im parteilosen u. überreligiösen Österr. Pfadfinderbund.

Mit 16 Jahren beendete er die Schule u. begann ein Schauspielstudium am Neuen Wiener Konservatorium. Seine ersten kabarettistischen Auftritte erfolgten 1937 in Stella Kadmons Kleinkunstbühne „Der liebe Augustin“, später auch im „Simpl“, wo er allerdings, nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich 1938, nur noch harmlose Opernparodien u. Bauernschwänke spielen durfte. Nebenher arbeitete er als Vertreter für Babykosmetik, um Geld für den Lebensunterhalt (auch seiner Mutter) zu verdienen, nachdem der Stiefvater im März 1938 vor den Nazis in die USA geflohen war. April 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. 1942 saß er 7 Monate wg. Wehrkraftzersetzung u. Betätigung zur Wiederherstellung eines freien Österreichs in Einzelhaft. Er wurde sogar zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde aber in eine 5-jährige Haftstrafe umge-
wandelt, die zur sogen. „Frontbewährung“ in einer Strafeinheit an der Ostfront ausgesetzt wurde. Das Kriegsende verbrachte er in englischer Kriegsgefangenschaft.

1946 fing er als Sprecher bei Radio Klagenfurt an, wo er seine spätere Frau Gretl Doering kennenlernte. Doering brachte ihren 4jährigen Sohn Heinz mit in die Ehe, aus der kurze Zeit nach der Hochzeit Sohn Hans hervorging. Muliar arbeitete als Schauspieler u. Regisseur in Graz bei „Der Igel – das kleine Zeittheater“. Er wechselte ans Steirische Landestheater, wo er sogar ein Angebot als Theaterdirektor hätte annehmen können. Stattdessen kehrte er 1949 zurück nach Wien ans Raimundtheater, wo er als Operetten-
buffo mit Größen wie Johannes Heesters u. Marika Rökk auftrat, zeitweise aber auch als Conférencier im Nachtclub Moulin Rouge arbeitete. 1952-1965 spielte er im Simpl an der Seite von Karl Farkas u. Ernst Waldbrunn, aber mit der Zeit auch an allen bedeutenden Bühnen Wiens, im Theater in der Josefstadt, im Volkstheater, ab Mitte der 1970er Jahre auch am Wiener Burgtheater, ab 1994 wieder in der „Josefstadt“. In den Sommerpausen trat er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf.

Vor der Kamera stand Muliar das erste Mal 1940, im Film „Herz ohne Heimat“ mit seiner damal. Partnerin Friedl Hoffmann u. dem seinerzeit noch eher unbekannten Curd Jürgens. Nach dem Krieg spielte er in mehr als 100 Fernsehfilmen u. -serien mit. Daneben widmete er sich in vielen Vortragsabenden der Rezitation. Mit zahlreichen Schallplatten-, Rundfunk- u. Bühnenprogrammen zum jüdischen Witz etablierte er sich überdies als äußerst populärer Interpret jüdischer Witze im deutschen Sprachraum.
Muliar galt als Volksschauspieler. Besonders gut konnte er Menschen darstellen, die jiddisch sprechen oder „böhmakeln“ ---
Zitat: „Ich bin ein Darsteller des kleinen Mannes – ein jüdischer Bankier, das ist noch drinnen, den Othello muß ich nicht unbedingt spielen. Den Lear – nur in einer Musicalfassung.“

Druckwerke u.a. (Auswahl Dissident)
Damit ich nicht vergesse, Ihnen zu erzählen. Jiddische Geschichterln u. Lozelachs. Matari, Hamburg 1967
Jiddische Witze und Geschichten. Fontana, Hamburg 1973
Das Beste aus meiner jüdischen Witze- und Anekdotensammlung
Nachwort zu William Novak u. Moshe Waldoks: Das große Buch des jüdischen Humors. Athenäum, Königstein im Taunus 1982
An Herrn Bundespräsidenten Kurt Waldheim. In: Milo Dor (Hrsg.): Die Leiche im Keller. Dokumente des Widerstands gegen Dr. Kurt Waldheim

Tonträger
Der jüdische Witz. Dargeboten von Fritz Muliar, Preiser 1959
Kabarett aus Wien Nr. 31. Bonkes und Chalosches erzählt von Fritz Muliar, Preiser 1960
Fritz Muliar erzählt jüdische Witze. Preiser o. J.
Damit ich nicht vergess’, Ihnen zu erzählen! Jüdische Witze. 2. Folge. Preiser o. J.
Fritz Muliar erzählt zum 3. × Jüdische Witze. o. J.
Fritz Muliar erzählt Witze, natürlich jüdische. o. J.
Neue jüdische Witze und Geschichten. Live-Aufnahme. Philips 1968
Jiddische Witze und Geschichten. Fontana 1973
… da lachen nicht nur die Jidden. Live-Aufnahme, Fontana o. J
Die Briefe des Menachem Mendel. Von Scholem Alejchem
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Ruth Beckermann

Beitrag von Dissident am Fr Sep 08, 2017 3:35 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Ruth_Beckermann  Ruth Beckermann (*1952 in Wien), Dokumentarfilmerin u. Autorin. Die Eltern von Ruth B. sind beide Überlebende des Holocaust. Sie studierte in Wien u. Tel Aviv Publizistik u. Kunstgeschichte u. promovierte 1977 zum Dr. phil. In New York studierte sie Fotografie an der School of Visual Arts. Während des Studiums arbeitete sie als Redakteurin für die Magazine Die Weltwoche u. Trend.

1977 entstand in Zusammenarbeit mit der Videogruppe Arena ihr erster Film. Gedreht auf Video u. 16-mm-Film dokumentiert "Arena besetzt" die Besetzung des ehemaligen Wiener Schlachthofes Arena. Im Folgejahr gründete sie den Filmverleih Filmladen, in dem sie 7 Jahre tätig war. 1978 u. 1981 folgen mit "Auf amoi a Streik" u. "Der Hammer steht auf der Wiese da draußen" 2 kurze Dokumentationen zum Thema Arbeit u. Streik, gedreht auf 16-mm-Film. In dieser Zeit entstanden auch ihre ersten Bücher.

1983 setzte sie mit "Wien retour" den Startpunkt zu einer Filmtrilogie, in der sich die Regisseurin mit jüdischer Identität beschäftigt, auf den Spuren individueller u. kollektiver Verbindungslinien quer durch versch. Kulturen. Es sind 3 Filme – Wien retour, Die papierene Brücke u. Nach Jerusalem –, denen in unterschiedlichen Formen das Reisen, das Unterwegssein, formales Prinzip u. Inhalt zugleich sind.

1996 folgte "Jenseits des Krieges". Ehem. Wehrmacht-Soldaten berichten über ihre Erlebnisse jenseits des „normalen“ Krieges: ein Film, in dem nicht allein die Zerstörung des Mythos von der „anständigen“ Wehrmacht (im Gegensatz zur verbrecherischen SS) vorangetrieben wird, sondern auch die Konstruktion von Geschichte in der Nachkriegszeit erhellt wird.

.. 2001 unternahm sie eine kleine Reise vor die eigenen Haustür. homemad(e) zeigt, wie im Wien des Jahres 2000 der politische Umbruch im Kaffeehaus reflektiert wird.

2006 begleitete sie in Zorros Bar Mizwa 4 Zwölfjährige auf dem Weg zu ihrer Bar Mizwa. Der Film feierte im Rahmen der Viennale '06 Premiere ..

2011 wurde American Passages fertiggestellt und wird im Wettbewerb von Cinéma du réel laufen.

2016 lief der Film Die Geträumten auf der Berlinale. Ein junger Mann u. eine junge Frau lesen dabei die Liebesbriefe, die sich Ingeborg Bachmann u. Paul Celan fast 20 Jahre geschrieben haben. Bei der Diagonale 2016 wurde der Film als bester Spielfilm ausgezeichnet.

.. Ruth B. ist Mitbegründerin der Interessensgemeinschaft Österr. Dokumentarfilmer u. war bis 2008 Obfrau derselben. Sie unterrichtete an der Uni Salzburg, der University of Illinois at Chicago u. der Uni für angewandte Kunst Wien .. Ruth B. lebt u. arbeitet als freie Autorin u. Filmschaffende in Wien u. Frankreich.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/5187 .. Wien, wo ihre Großmutter den Krieg als „U-Boot“ überlebte, indem sie sich stumm stellte .. Ihr aus Czernowitz stammender Vater Salo Beckermann, der den Krieg in der Roten Armee überlebte, etablierte sich nach dem Krieg rasch in Wien u. machte seinen Traum von einem eleganten Damenmodengeschäft im Stadtzentrum wahr. 1950 war er der Mutter, einer Wienerin, nach Israel nachgereist, hatte sie geheiratet u. nach Wien zurückgeholt. Eigentlich wollte das Paar nur 1 Jahr bleiben, aber dann gingen die Geschäfte besser u. besser. Betty Beckermann konnte sich gegen ihren Mann nicht durchsetzen. „Ich wollte nie meine Kinder hier großziehen“, sagt sie in einem der Filme ihrer Tochter ---
Die Sommerferien verbrachte die Familie in Israel, im Winter schützte der große jüdische Freundeskreis vor der Kälte der antisemitischen Außenwelt. Nur der Onkel, der Auschwitz überlebt hatte ---
.. für die Strukturen der österr. Gesellschaft interessierten sich die Eltern u. deren Freunde herzlich wenig. Man lebte im Vakuum. Zuhause war exterritoriales Gebiet. Man gehörte nicht dazu und wollte es auch nicht --- „Mazzesinsel“ war einst der Spitzname für den 2. Bezirk, die Leopoldstadt, in der vor dem Krieg 60 % der Bevölkerung jüdisch waren. Fast zeitgleich kam ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm "Wien retour" über den österr. Kommunisten Franz West heraus, der einzige ihrer Filme, der nie den Weg ins österr. Fernsehen gefunden hat ---
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2x Franz West ...

Beitrag von Dissident am Fr Sep 08, 2017 4:18 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_West_(Politiker)  Franz West (Politiker) (1909-1984), eigentlich Franz Weintraub, Politiker u. Publizist.
Franz W. war in seiner Jugend im Verband Sozialistischer Mittelschüler u. als Student der Rechtswissenschaften im Verband Sozialistischer Studenten Österreichs aktiv. 1933 trat er der KPÖ bei u. flüchtete 1938 über die Tschechoslowakei nach England. Ab 1941 war er dort Präsident des Free Austrian Movements. Nach seiner Rückkehr nach Österreich 1945 wurde er Mitglied des Politbüros der KPÖ u. 1965-1969 Chefredakteur der KPÖ-Zeitung Volksstimme. 1969 distanzierte er sich von der KPÖ u. wandte sich dem Eurokommunismus u. der Mitarbeit im „Wiener Tagebuch“ zu. Er war Mitarbeiter des DÖW.

https://www.doew.at/erinnern/biographien/erzaehlte-geschichte/februar-1934/franz-west-jetzt-muss-man-was-machen .. Franz West, geb. 1909 in Magdeburg als Kind einer jüdischen Familie. 1924 Übersiedlung nach Wien --- Herbst 1945 Rückkehr nach Wien. 1946-1968 Chefredakteur von "Weg und Ziel" ---

Erzählte Geschichte - Februar 1934 - Franz West: Jetzt muss man was machen!
".. war der 12. Februar für mich: Tage des frustrierten Zuschauens bei einem Kampf, der sich isoliert von mir abgespielt hat. Ich habe im Prater gewohnt, und geschossen wurde von der Reichsbrücke, von der Lassallestraße aus, hinüber zum Goethe-Hof. Man konnte nichts machen. Dann haben wir auch noch Folgendes erlebt: Schön langsam haben Straßenbahnen angefangen zu fahren, während noch geschossen wurde. Die Eisenbahn ist vor allem gefahren. In Wirklichkeit gab es keinen Generalstreik. Die Geschäfte waren geöffnet. Das Erste war das Gefühl einer Niederlage. Man hat bald gehört, dass sehr viele gefallen sind. Gefühl der Trauer. Nachdem ich schon ein aktiver Kommunist war, war es für mich nicht schwer wie für diese jungen Sozialdemokraten, die Linken, irgendwo einen Platz zu finden, sondern ich habe ja schon zu einem Team gehört, das längst illegal war, das schon eine Organisation hatte. Sehr schnell war dieses Gefühl der Niederlage überdeckt durch den Gedanken: Jetzt muss man was machen! --- es ist in diesen Praterkreisen sehr schnell bekannt gewesen: Der is a Kommunist. Und es war tatsächlich so, in dieser allerersten Zeit nach dem Februar: Wenn du so über die Gassen gegangen bist, war 's so, wie wenn du ein offenes Büro für den Beitritt gehabt hättest. Die Leut sind gekommen u. haben gesagt: "Du, jetzt is aus. Mit der SP is nix mehr zu machen. I möcht bei euch in der Partei sein." Und wir sind sofort - sofort - dazu übergegangen ... Wir haben also nach dem Zellenprinzip gearbeitet; haben auf der lokalen Basis 5er-, 7er-, 8er-Gruppen gebildet, haben einen Pol-Leiter, einen politischen Leiter, jeder Zelle bestimmt; die Zelle musste sich ein, zwei Wohnungen finden, in denen sie ihre Zellensitzungen abhalten konnte. Die Zellensitzungen waren in dieser Zeit jede Woche. Teilweise waren sie Zusammenkünfte zum Literaturempfang: Klebezettel, Flugzettel, Vorbereitung von optischen Aktionen. Teilweise, nachdem die Verbindung zur Kreisleitung hergestellt war, haben wir schon die "Rote Fahne" [Zentralorgan der KPÖ] gekriegt u. begonnen, Artikel, Aufrufe der Partei zu diskutieren. Das Parteileben hat wieder angefangen. Die Niederlage-Stimmung war auf einmal völlig weg. Im Gegenteil: Du hast das Gefühl gehabt, irgendeine ganz überraschende, neue Zeit hat für uns begonnen. Wir fangen an, aus diesem Häuferl heraus tatsächlich die führende Kraft der Arbeiterbewegung zu werden."

http://www.doew.at/erinnern/biographien/erzaehlte-geschichte/anschluss-maerz-april-1938/franz-west-du-musst-mich-aufnorden .. Erzählte Geschichte - "Anschluss" (März / April) 1938 -- Franz West: .. "Radio gehört und hab dann die Kapitulationsrede Schuschniggs gehört. Ich hab mich sofort angezogen, bin runter --- Wachleute haben bereits Armbinden mit dem Hakenkreuz getragen --- Fast die gesamte Garnitur von leitenden Kommunisten war entweder - so wie ich - jüdisch und allein schon deshalb gefährdet oder gerade knapp vorher durch Amnestie aus dem Gefängnis gekommen, also bekannt --- Wir wurden an einen Schmuggler empfohlen, einen gewerbsmäßigen Schmuggler, der uns über die tschechoslowakische Grenze bringen sollte .. Es hat 200 Schilling pro Kopf gekostet, das war eine ganz saubere Summe --- "..Auf jeden Fall, was wir brauchen werden für dieses Kriegführen, ist Geld. Massiv Geld werden wir brauchen für die ganze Organisierung der illegalen Arbeit." Es hat sich zufällig ergeben, daß ein führendes Mitglied der Kommunistischen Partei der USA auf der Durchreise aus Moskau in Prag war, u. der hat Folgendes gesagt: "Für antifaschistische Sachen ist in Amerika Geld zu holen. Für Anti-Hitler-Sachen erst recht. Es gibt reiche Juden. Es gibt Demokraten usw. Ihr müssts das organisieren." --- Ich sollte am 25. April von Le Havre mit einem amerikanischen Frachter nach Kuba fahren. In Kuba gab es eine Methode, sich zu legalisieren u. kurzfristig nach Amerika zu kommen. [...] Es war etwas schwierig für mich, einen Pass zu besorgen. Um nach Frankreich zu kommen, musste ich fliegen. Ich konnte doch nicht über deutsches oder österr. Gebiet mit dem Zug fahren. [...] Dann hab ich den Pass bekommen, das muss schon zu dem Zeitpunkt gewesen sein, wo ich in Le Havre hätte sein müssen. Honner hat mir gesagt: "Gehts schief, dann bist du in Paris u. musst dich registrieren lassen." [...] Ich bin nach Paris gekommen, hab eine Anlaufstelle gehabt. Dort hat man mich schon erwartet, aber Tage vorher. Man hat mir gesagt: "Aus. Das Schiff ist weg." Man hat mich zur Secours Populaire, also in die Volkshilfe der französ. Partei geführt. Dort war ein Büro für Österreicher, u. da drin ist mein alter Freund Franz Marek gesessen. Ich hab nicht ein Stück Papier außer dem falschen tschechoslowakischen Pass gehabt, den haben sie mir in der Anlaufstelle abgenommen. Ich bin dann mit 2 Zeugen zur Prefecture, zur Fremdenpolizei, gegangen u. hab mich dort unter meinem richtigen Namen, Franz Weintraub, legalisiert ---

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_West_(K%C3%BCnstler)  Franz West (1947-2012) .. Künstler .. er studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Gironcoli. Erste Ausstellungen folgten in den 1980er-Jahren, aber seine Beschäftigung mit der Skulptur begann schon früher mit den sogen. „Passstücken“: freie, transportable, undefinierbare Formen aus Gips, Papiermaché oder Metall, die als Stützen, Prothesen oder Gewächse an den Körper gelegt werden konnten. So wollte er unter anderem Neurosen verbildlichen: „Ich behaupte, wenn man Neurosen sehen könnte, sähen sie so aus“ ..

http://derstandard.at/1342947780093/Kuenstler-Franz-West-gestorben .. Der Bildhauer war jahrelang der international wichtigste lebende Künstler Österreichs --- Prägend war für ihn der Wiener Aktionismus, insbes. die Material- u. Körperaktionen von Hermann Nitsch, Otto Mühl u. Günther Brus ---  Die Arbeit konnte er längst nicht mehr selbst bewältigen: In seiner Werkstatt waren mitunter dutzende junge Künstler beschäftigt. Sie bauten nach Modellen patchworkartig die dreidimensionalen phallusartigen Schlangen, die Windungen u. Schleifen zusammen, die der Meister mit ein paar gezielten Hammerschlägen zu unverkennbaren Wests veredelte. Und dann wurden die Skulpturen monochromatisch lackiert - in Gelb- oder Grüntönen zum Beispiel. Oder in Rosa, wohl seiner bevorzugten Farbe ---

http://diepresse.com/home/kultur/kunst/1403612/Was-geschah-am-Sterbebett-von-Franz-West .. Um den künstlerischen Nachlass von Weltkünstler Franz West ist ein Streit zwischen Witwe u. Privatstiftung gerichtsanhängig .. So professionell die Karriere von Franz West, Österreichs teuerstem Künstler, in seinen letzten Jahren betrieben worden ist, so chaotisch geht es nach seinem Tod im Sommer 2012 mittlerweile um seinen Nachlass zu. Fast kein großer Player der österr. Kunstszene, der nicht an irgendeiner Front irgendwie in den Zwist verstrickt ist ..
Die „Verlassenschaft“, also die Familie Wests, seine Frau u. 2 Kinder, klagen die kurz vor seinem Tod gegründete Privatstiftung, der West seinen künstlerischen Nachlass, 270 Werke, übertragen hat. Diese Widmung wird angefochten. Begründung: Der 65-Jährige, der an einer durch HepatitisC bedingten Leberzirrhose im Endstadium litt, sei damals, 6 Tage vor seinem Tod, nicht mehr geschäftsfähig gewesen. Ein Privatgutachten von Siegfried Kasper, Vorstand der Uni-Klinik für Psychiatrie u. Psychotherapie, wurde vorgelegt. Die Richterin setzte einen neuen Termin an, ein weiteres Gutachten wurde beauftragt. Weiterverhandelt wird vermutlich im Herbst, gibt Christoph Kerres, Anwalt der Familie, der „Presse“ Auskunft.
Worum geht es hier? Um Kunstmarkt-Geier, die am Bett eines Todkranken die Familie um ihr Erbe betrogen haben? Um eine geldgierige Witwe, die den Willen ihres Gatten, das Werk durch eine Stiftung für die Zukunft zu sichern, nicht akzeptieren will? Auf jeden Fall geht es um viel Geld, der Streitwert soll 10 Mio. € betragen.
.. Wests Wiener Galerist, Christian Meyer, der nicht in der Stiftung sitzt: .. "Jetzt muss man erst einmal 5 Jahre warten, bis der Markt sich eingespielt hat. Und dieser Markt wird nicht in Österreich geklärt werden, sondern bei Sotheby's u. Christie's.“
Es ist anzunehmen, dass das Wiener Auktionshaus „Im Kinsky“ dabei nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. Um nur einen Verdacht anzusprechen, den Szenekenner gleich äußern: Schließlich ist der Wiener Sammler u. Anwalt Ernst Ploil, der nicht nur das West'sche Stiftungskonstrukt baute, sondern auch im Vorstand sitzt, auch „Im Kinsky“-Geschäftsführer. Vorstandsvorsitzende allerdings ist Ines Turian, über Jahrzehnte Wests engste Mitarbeiterin u. Büroleiterin, einen weiteren Sitz hat Wolfgang Hienert, der langjährige Restaurator Wests. Im Stiftungsbeirat sitzt mit Elan Wingate noch ein enger Mitarbeiter von Wests US-Galerie Gagosian.
Welche persönlichen Vorteile hier gezogen werden könnten, ist Ploil völlig unverständlich, sagt er im Gespräch mit der „Presse“: „Mein Verdienst in der Stiftung geht über einen Spesenersatz nicht hinaus. Turian verdient jetzt ein weit geringeres Gehalt als bei West u. führt dennoch den Betrieb weiter. Und Gagosian hat vorher auch nichts anderes gemacht, als er jetzt könnte, nämlich die Kunst Wests vertrieben, er hat ihm das Tor zur Welt geöffnet. Jetzt steht der Betrieb natürlich.“ Es sei ein „völlig unnötiger, blindwütiger Streit“, so Ploil, der anders als Meyer sehr wohl meint: „So etwas kann einem Künstlerruf das Genick brechen.“
Auch sonst steht Meinung gegen Meinung: über Wests Gesundheitszustand. Und seinen Willen, wie mit seinem Werk zu verfahren ist. Eine Stiftung habe West nie geplant, sagt etwa Kerres, in bisher allen anderen Schriften u. Testamenten seien Frau u. Kinder als Erben vorgesehen gewesen. „Gerade am Sterbebett sollte jemandem nicht etwas zugemutet werden, was eine völlige Veränderung seines bisherigen Lebenswegs darstellt.“ Sehr wohl, so Ploil, habe West mit ihm u. anderen über eine Stiftung während eines längeren Zwists mit seiner Frau nicht nur gesprochen, sondern man habe gemeinsam bereits 1 Jahr vor seinem Tod begonnen, die Details auszuarbeiten. Es wäre nur noch um den Unterschriftstermin gegangen, der bereits vor seiner Krankenhauseinlieferung vereinbart gewesen sei.
„Klar war“, so Ploil, „die ganze Kunst soll in die Stiftung u. dem Einfluss der Erben entzogen werden. Nicht aus Feindseligkeit, sondern der Betrieb sollte weiterlaufen wie bisher.“ Als Begünstigte der Stiftung habe West außerdem die Familie vorgesehen, die ansonsten, in einem am selben Tag unterzeichneten Testament, mehrere Eigentumswohnungen geschenkt bekommen habe. „Dagegen hatte die Witwe nichts einzuwenden. Zumindest bisher“, stellt Ploil fest. Von Künstlern, mit denen West eng befreundet war, hört man, daß alle Seiten Fehler gemacht hätten. In die Stiftung hätten neutralere Personen berufen werden sollen, .. Eine einzelne Person könne so ein Erbe nicht verwalten.
Eine Nebenfront in der Causa West-Nachlass ist ein Streit um das „Franz West Archiv“, dessen wissenschaftl. Arbeit West über Bild- u. Verwertungsrechte finanziert sah. Nach Wests Tod kam es dort zu Veränderungen, die bisherigen, von West gezahlten Mitarbeiter wurden ausgesperrt, sie rekonstruieren jetzt ein neues Archiv im Auftrag der Privatstiftung. Die Generalsekretärin des Vereins ist Mumok-Kuratorin Eva Badura, Präsident ist der ehem. Mumok-Direktor Edelbert Köb. Köb wolle nun warten, wie die Klage ausgeht, bis man eine Klärung mit der Stiftung herbeiführt.
Leserkommentare: "Wests Werke sind leicht zu fälschen! Es kursieren denn auch fast so viele falsche Wests wie Originale. Nun obliegt es also dieser Stiftung, und nicht der Witwe, was als "echt" verkauft werden wird. Ergo kommt diese Stiftung beinahe einer Lizenz zum Gelddrucken gleich"
"Franz Wests Kunst...... ist wie der Großteil der Gegenwartskunst für alle, die nicht im Kunstgeschäft involviert sind, Mist. "
"West? Das ist doch der völlig beknackte Typ, der überdimensionale Papmaschepenise in die Gegend gestellt hat."
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Friedrich Adler

Beitrag von Dissident am Mo Sep 11, 2017 11:39 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Adler_(Politiker)  Friedrich Adler (1879-1960) war ein Politiker in der österr. Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) u. Naturwissenschafter. 1916 erschoss er aus Protest gegen die Politik der Regierung im 1. Weltkrieg den österr. Ministerpräsidenten Karl Stürgkh, wurde dafür zum Tode verurteilt, von Kaiser Karl zu 18 Jahren Kerker begnadigt u. 1918 amnestiert. Er war 1918/1919 wesentlich an der Niederschlagung kommunistischer Putschversuche beteiligt. 1923-1940 als (General)Sekretär der Sozialistischen Arbeiterinternationale tätig, prägte er 1938-1945 entscheidend die politische Ausrichtung der Exilorganisation der österr. Sozialisten (AVOES). Seine deutschnationale Einstellung machte ihn nach 1945 zur politischen Unperson.

F. Adler zeigte als Sohn des Gründers u. Vorsitzenden der SDAP Victor Adler bereits in jungen Jahren großes Interesse an der Politik. Seine Mutter Emma Adler war Sozialistin u. Schwester der reichsdeutschen Sozialdemokraten Heinrich Braun u. Adolf Braun. Aufgrund seiner labilen Gesundheit u. seiner Neigung zu Fanatismus wollte ihn jedoch sein Vater von politischen Aktivitäten fernhalten u. überredete ihn, nach dem Abitur ein Studium in der Schweiz zu absolvieren. Friedrich ging nach Zürich, erwarb dort 1897 ein Diplom als Fachlehrer für Mathematik u. Physik, wurde 1902 zum Dr. phil. promoviert .. 1897 wurde er Mitglied im Verband der österr. Sozialdemokratie in der Schweiz, 1898 Mitarbeiter der schweizer Zeitung „Volksrecht“, für die er 1910/1911 als Chefredakteur tätig war. 1901 übernahm er überdies eine Vorstandsfunktion im Verband der Internat. Arbeitervereine in der Schweiz .. Er kehrte 1911 nach Wien zurück, wo er neben Otto Bauer als einer der 4 Parteisekretäre der SDAP vor allem als Redakteur der Monatsschrift „Der Kampf“ arbeitete. Er vertrat dort einen prononciert internationalistischen u. pazifistischen Kurs, für den er zunächst kaum Mitstreiter fand. Um so größere Hoffnungen setzte er auf die 1889 konstituierte 2. Internationale, die sich angesichts der Spannungen auf dem Balkan strikt gegen die kriegerische Austragung von Konflikten u. für Widerstand gegen jede Kriegspolitik des entsprechenden Landes ausgesprochen u. entsprechende Resolutionen gefasst hatte.

Der Kriegsausbruch brachte Adler 2 bittere Enttäuschungen: Die friedenssichernden Beschlüsse der 2. Internationalen wurden fast nirgends umgesetzt, nationales Interesse überwog bei fast allen Mitgliedern der Internationale. Die 2. Enttäuschung war die Haltung der eig. Partei. Sie trug nicht nur die Maßnahmen der Regierung mit, sondern unterstützte diese im Kampf gegen das „reaktionäre Zarenregime“. Als am 22.10.1914 im Parteiorgan Arbeiter-Zeitung ein besonders martialisch-patriotischer Artikel des Chefredakteurs Friedrich Austerlitz erschien, war für Adler das Maß voll. Er griff nun in seinen Blättern nicht nur den mit Notverordnungen regierenden Ministerpräsidenten Stürgkh, sondern auch die eig. Parteiführung u. damit auch seinen Vater an. Seine Isolation wuchs. Nachdem er am 20.10.1916 in einer Ansprache eine besonders scharfe Attacke gegen die Parteiführung gerichtet hatte, schien seine Isolation komplett. 1 Tag später griff er zur Waffe.

Attentat und Folgen (1916–1918)
Am 21.10.1916 erschoss er den österr. Ministerpräsidenten Stürgkh im Speisesaal des Wiener Hotels Meissl & Schadn. In der Arbeiter-Zeitung bezeichnete Friedrich Austerlitz die Tat zunächst als „der ganzen sozialistischen Ideenwelt fremd u. unbegreiflich“. Adler sei ein Mensch, „der einem Wahne folgt“ u. sich in einer „unseligen Tat […] im Fanatismus der Selbstzerstörung […] selbst dahin gibt u. grausam vernichtet, was noch ein reiches Blühen versprach.“

Den Mordprozess, in dem Adler von Gustav Harpner vertreten wurde, instrumentalisierte Adler als Bühne für eine Abrechnung mit der eig. Partei. Er beklagte, daß dort bereits der „bürokratische Apparat die Oberhand über die Zukunftsinteressen des Proletariats gewonnen“ habe. Sein Zorn richtete sich vor allem gegen den reformistischen Karl Renner, dem er „biedere Verlogenheit“, „Prinzipienlosigkeit“ u. „Gaukelei“ vorwarf. Unter Leuten wie ihm sei die Partei immer mehr „verchristlichsozialisiert, nationalisiert u. verkleinbürgerlicht.“ Sie habe sich dadurch immer mehr zu einer „konterrevolutionären Instanz“ entwickelt, die den Grundsätzen der 2. Internationalen längst untreu geworden sei. Er habe die Parteiführung mehrfach vor dieser Entwicklung gewarnt; man habe ihn jedoch nicht ernst genommen. Er sei dadurch zur Überzeugung gelangt, daß nur eine aufrüttelnde Tat das dringend erforderliche generelle Umdenken einleiten könne. Diese Tat habe er nun gesetzt. Es sei ein Attentat „gegen die österr. Moral“, zweitens ein „Bekenntnis zur Gewalt“ eines Sozialisten, der auf der Basis des Massenkampfes stehe, der nach den sozialistischen Grundsätzen „mit allen zweckdienlichen Mitteln“ zu führen sei. Seine Tat erhalte durch den im Lande vorherrschenden Absolutismus seine Legitimität. Sie solle weder den Massenkampf ersetzen noch ihn auslösen, sondern lediglich die „psychologischen Voraussetzungen künftiger Massenaktionen“ in Österreich schaffen.

Er wurde zum Tode verurteilt. Nach dem Prozess textete Austerlitz in der Arbeiter-Zeitung bereits anders als nach der Tat. Er machte Adler zwar nicht zum Märtyrer der Bewegung, aber immerhin zum „Märtyrer seiner Überzeugung“, der sich „in aufrechter Tapferkeit“ eingesetzt habe, um „der Sozialdemokratie zu dienen, um der Idee zu dienen, der sich sein Geist, sein Wille, seine Arbeitskraft für ewig verbunden hat.“ Adler wurde bald danach von Kaiser Karl zu 18 Jahren Haft begnadigt u. vom selben Kaiser im Zuge einer seiner letzten Amtshandlungen 1918 aus der Haft entlassen, nicht ohne ihm sein eigenes Automobil für die Heimfahrt zur Verfügung zu stellen.

Nimmt man die Personalentscheidungen als Maßstab, die am Parteitag 1917 getroffen wurden, so hatten die Parteifunktionäre Friedrich Adlers Botschaft überhört. Man bestätigte nicht nur den alten Vorstand im Amt, sondern berief mit Karl Renner gerade einen von Adler besonders heftig angegriffenen Funktionär in den Vorstand. Doch abgesehen davon waren die Auswirkungen der Schüsse Adlers unverkennbar. Von der Tat u. dem Unmut der darbenden, kriegsmüden Bevölkerung beflügelt, hatte man bereits vor dem Parteitag die Weichen vom Sozialpatriotismus zu Zentrismus u. Sozialpazifismus gestellt.

Volksheld und die Revolutionsoption (1918–1919)
Der amnestierte Friedrich A. wurde als Volksheld nicht nur von der eig. Partei, sondern auch von den Kommunisten umworben, die ihm 2x vergeblich die Parteiführung antrugen. Er blieb der Sozialdemokratie treu u. bekam mit der Führung der Arbeiterräte eine Schlüsselfunktion übertragen. Am 12.11.1918 scheiterte der erste Versuch der Kommunisten, die Macht an sich zu reißen. Die Lage blieb jedoch explosiv, da sich nun auch das kommunistische Ungarn unter Béla Kun ins Geschehen einbrachte. Am 12.6.1919 wurden Friedrich Adler die Pläne für einen weiteren kommunistischen Putschversuch unter Führung von Vertretern der 3. Internationalen zugespielt. Am Folgetag legte er diese Pläne bei der Konferenz der Arbeiterräte auf den Tisch. Sein leidenschaftlicher Appell, diese Aktion nicht zu unterstützen, wurde verstanden, der Putschversuch im Keim erstickt. Nicht ohne Berechtigung stellte Otto Bauer, stellv. Parteivorsitzender u. Chefideologe der SDAP, später fest, daß die „zielbewusste Führung Friedrich Adlers in den Arbeiterräten, Julius Deutsch u. seines Freundeskreises in den Soldatenräten … den Kampf entschieden haben.“

Internationalist (1920–1940)
Am 11.11.1918 starb Victor Adler, am nächsten Tag wurde die Republik Deutschösterreich ausgerufen, 3 Tage später wurde die Parteiführung an Karl Seitz übertragen, der eher dem pragmatischen Parteiflügel zuzuordnen war. Die eigentliche Führung der Partei übernahm jedoch der stellv. Parteivorsitzende u. Chefideologe Otto Bauer. Die SDAP ging nun in eine Koalition mit den stimmenschwächeren Christlichsozialen, er selbst übernahm das Außenressort, trat aber einige Monate später zurück, als der ersehnte Anschluss ans sozialistische Deutschland am Veto der Siegermächte scheiterte. Bauers nächster Plan war die Umsetzung der Idee vom „Integralen Sozialismus“, auch „Dritter Weg“ genannt. Es war dies der Versuch, die in die (sozialdemokratisch-reformistische) 2. Internationale u. die am 4.3.1919 gegründete (kommunistische) 3. Internationale gespaltene Arbeiterbewegung wieder zusammenzuführen. Diesem Zweck sollte die Internat. Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien (von der 3. Internationale als 2 1/2 Internationale verhöhnt) dienen. Sie sollte die Reformisten zum Übergang in den „revolutionären Kampf“ bewegen u. das Sowjetregime zum friedlichen Abbau der inneren Diktatur anregen, die durch eine „soziale Demokratie zu ersetzen“ sei. Adler war ebenso wie O. Bauer von Notwendigkeit u. Sinnhaftigkeit dieser Initiative zutiefst überzeugt u. führte auch den Vorsitz dieser Arbeitsgemeinschaft. Die erste Konferenz unter Anwesenheit von Vertretern aller 3 Gruppierungen, die am 2.4.1922 in Berlin begann, zeigte jedoch klar die Unvereinbarkeit der Standpunkte auf. Die Arbeitsgemeinschaft kehrte daraufhin in den Schoß der 2. Internationalen zurück, die am 21.3.1923 in Hamburg zusammentrat u. die Sozialistische Arbeiterinternationale gründete. Adler u. Thomas Shaw wurden zu Generalsekretären gewählt, doch bald war es Adler allein, der bis 1940 die Fäden dieser Organisation zog. Dazu Braunthal, selbst zeitweilig Mitarbeiter Adlers bei der „Arbeitsgemeinschaft“:
   „Er war aber der Kopf der Internationale. Er steuerte ihre Politik in den zahllosen Kommissionssitzungen, die in den Perioden zwischen den Kongressen über seine Anregung zusammentraten, u. in den Sitzungen des Büros u. der Kongresse, deren Beratungen u. Beschlüsse er durch Memoranden vorbereitete. Er stellte durch die Vorschläge der Tagesordnung der Konferenzen die Probleme im Einklang mit seiner Politik zur Debatte u. beeinflusste durch die Wahl der Referenten die politische Linie ihrer Behandlung.“

Doch die Umstände waren stärker. Die Internationale trat im Jahr von Hitlers Machtübernahme das letzte Mal zusammen, mit Hitlers Expansion begann der Niedergang der europ. Arbeiterbewegung. 1940 sah sich auch Adler zur Räumung seines Sekretariates u. zur Flucht in die USA genötigt.

Informeller Führer des Sozialdemokratischen Exils (1938–1945)
März 1938 marschierten deutsche Truppen in Österreich ein, das Land wurde „angeschlossen“. Der Vorsitzende der unter Dollfuß u. Schuschnigg illegalen „Revolutionären Sozialisten Österreichs“, Joseph Buttinger, floh mit einer kleinen Schar Getreuer ins Ausland. Er ließ die als konspirative Kaderpartei organisierte Partei mit einem Stillhalte-
befehl u. ohne weitere Weisungen zurück, weil er überzeugt war, daß seine Organisation bereits kompromittiert u. nicht mehr arbeitsfähig war. Buttinger traf sich in den letzten Märztagen mit Otto Bauer u. Adler in Brüssel. Man wurde sich einig, das Auslandsbüro der österr. Sozialdemokraten (ALÖS) mit dem Führungsgremium der Revolutionären Sozialisten Österreichs zur „Auslandsvertretung der österr. Sozialisten (AVOES)“ zusammenzulegen. Die konstituierende Sitzung der AVOES fand vom 1.-2.4.1938 unter Führung von Buttinger statt. An ihr nahmen neben Buttinger, Adler u. Bauer die sozialdemokratischen Funktionäre Otto Leichter, Oscar Pollak, Josef Podlipnig, Karl Hans Sailer u. Manfred Ackermann teil. In dieser Sitzung wurden die Statuten u. Ziele der Exilarbeit der Organisation festgelegt u. einstimmig beschlossen. Die Grundzüge wurden als Brüssler Deklaration (auch Brüssler Manifest oder Brüssler Beschluss genannt) publiziert.

Im Manifest wurde die politische Abschirmung einer gesamtdeutschen Revolution nach Hitler zum primären politischen Ziel der Exilarbeit erklärt. Um den revolutionären Kräften vor Ort die Handlungsfreiheit zu wahren, sollte sich das sozialistische Exil in kein Abhängigkeitsverhältnis mit anderen österr. Exilorganisationen u. auch nicht mit Gastländern begeben.
Dieses Brüssler Manifest blieb gemeinsam mit der wenige Monate später erlassenen „Kriegsdeklaration“, „Die politische Stellung u. die Tätigkeit der Auslandsvertretung während der Zeit der akuten Kriegsgefahr“ (publiziert in der „RS-Korrespondenz“ Nr.5 vom 2.11.1938) die Richtschnur für die Exilarbeit bis 1945. Es war ein Programm, welches das sozialistische Exil zur weitgehenden politischen Untätigkeit verurteilte. Die Aktivitäten beschränkten sich vorwiegend auf die Verhinderung repräsentativer Organisationen zur Vertretung gesamtösterr. Interessen. Dieses Verhalten stieß insbes. nach Kriegsbeginn auf wachsendes Unverständnis der Gastländer sowie des übrigen österr. Exils u. wurde auch von vielen der Partei nahestehenden Exilanten kritisiert. Auch manchen AVOES-Mitgliedern wurde das selbst auferlegte Korsett des Manifestes zu eng. Die Spannungen eskalierten, als der selbstbewusste, zum spanischen General ernannte, internat. renommierte Julius Deutsch aus Spanien zurückkehrte u. eine angemessene Funktion in der AVOES einforderte, die ihm Buttinger aber nicht einräumen wollte.

Nach Bauers sen. Tod 1938 konnte sich Buttinger meist nur mehr mit Hilfe Friedrich Adlers durchsetzen, was diesen zum Schiedsrichter u. endgültig zum informellen Führer der AVOES werden ließ. Der deutsche Westfeldzug 1940 zwang die AVOES-Funktionäre zur Flucht von Paris nach Südfrankreich u. ins Exil nach Übersee. Mit Hilfe Buttingers, dessen Frau Muriel eine einflussreiche, vermögende Amerikanerin war, konnten Adler u. die Masse der AVOES-Mitglieder nach New York gelangen. Lediglich Oscar Pollak u. Karl Czernetz landeten in London, das nach dem Fall von Paris zum Zentrum des österr. Exils geworden war, u. errichteten dort das London Büro als offizielle Zweigstelle der AVOES. Mit diesem Büro griffen sie im Sinne des Brüssler Manifestes immer wieder ins Exilgeschehen ein. Die Verhinderung d. Bildung einer repräsentativen österr. Auslands-
vertretung wurde aber selbst von den sozialdemokratischen Emigranten mehrheitlich negativ rezipiert u. führte zum Exodus von zwei Dritteln der Mitglieder des dem Büro angeschlossenen sozialistischen Clubs.

Vom Schicksal der europ. Arbeiterbewegung tief betroffen u. vom Dauerstreit gezeichnet, verließen Buttinger u. Hubeny gegen Jahresende 1941 die AVOES. Podlipnig hatte bereits seit dem Eintreffen in den USA an keinen Sitzungen mehr teilgenommen. Auch Adler wollte nun die AVOES nicht mehr weiterführen, wurde aber überredet, zumindest der Gründung einer Organisation zur Interessenvertretung der in den USA tätigen Sozialisten zuzustimmen. Diesen Forderungen konnte sich Adler nach dem 7.12.1941, dem Tag des japan. Überfalls auf Pearl Harbor, nicht mehr entziehen, zumal die bald danach erfolgte deutsche Kriegserklärung an die USA die Situation des deutschsprachigen Exils drastisch verändert hatte. Es kam daher Frühjahr 1942 zur Gründung des Austrian Labor Committees (ALC), das von Adler die annähernd gleichen Statuten wie die AVOES erhielt. In den Statuten des ALC sind daher erneut folgende Ziele enthalten:
   „die Freiheit der Entscheidung des österr. Volkes über sein Schicksal, die nach dem Sturz Hitlers getroffen werden muss, sicher zu stellen… Das ALC sieht in der sozialistischen Neugestaltung Europas das Hauptziel. Die Arbeiterklasse in Österreich hat nach der Überzeugung des ALC keine ‚nationale Revolution‘ zu vollbringen, sondern alle Kräfte auf die soziale Revolution, die dem Krieg folgen wird, zu konzentrieren.“

Im Abseits (1944–1960)
Nachdem das ALC daran mitgewirkt hatte, die Formierung eines österr. Kampf-Bataillons unter US-Flagge zu verhindern, u. auch der Versuch torpediert worden war, in den USA eine Exilregierung unter Hans Rott u. Willibald Plöchl zu etablieren, zog sich Adler immer mehr aus der Arbeit des Committees zurück. Er meldete sich erst wieder zu Wort, als am 31.10.1943 in der Moskauer Deklaration der Entschluss der Alliierten bekannt gegeben wurde, Österreich als einen freien u. unabhängigen Staat wieder zu errichten. Während das übrige Exil dieses Memorandum begeistert begrüßte u. als Erfolg seiner Arbeit darzustellen versuchte, sah sich Adler vor den Trümmern seiner Exilpolitik, seines Strebens nach Selbstbestimmung der Österreicher, u. kritisierte in Austrian Labor Information (A.L.I.), dem Mitteilungsblatt des ALC, das Memorandum, weil es „dem Geist des Diktates u. nicht der Anerkennung der Gleichberechtigung der Völker“ entspreche u. helfe, eine irreführende „Legende vom glücklichen Österreich“ aufzubauen. Die internat. Reaktion war heftig u. sorgte auch in den eig. Reihen für Unverständnis u. Unmut. Adler plante nun einen spektakulären Austritt aus dem ALC, der ihm jedoch sowohl von Jacques Hannak als auch von Wilhelm Ellenbogen u. Otto Leichter ausgeredet wurde. Dennoch legte er die Leitung des ALC nieder, die nun Otto Leichter übernahm. Adler wurde aber gebeten, weiter an den Sitzungen teilzunehmen, was zu einer Situation führte, die Leichter in einem Brief an W. Ellenbogen wie folgt beschrieb:   „Die Lage ist jetzt so, daß das ALC im Zeichen einer Dauerdemission des Genossen Adlers steht…welche… zu Beginn jeder Sitzung durch einen neuen Brief neu in Kraft gesetzt wird, um dann, wenn der jeweilige Standpunkt des Genossen Adlers akzeptiert wurde, am Schluss der Sitzung in die einfache Dauer-Demission zurückversetzt zu werden. Die Konsequenz ist, daß in jeder Frage der Wille des Genossen Adlers, ob sonst eine Mehrheit vorhanden ist oder nicht, entscheidet. Dazu sind keine Sitzungen des ALC mehr notwendig. Man könnte sich schriftlich mit Vorschlägen an den Genossen Adler wenden, er würde entscheiden, da nach den geschilderten Mechanismen alles zu geschehen hat, was er will…“
Dieser Brief illustriert die Tatsache, daß es auch nach der Demission Adlers zu keiner Änderung der Exilpolitik kommen konnte. Nach dem Krieg sah sich die neue SPÖ mit dem Vorwurf der KPÖ konfrontiert, sie habe durch ihren Deutschnationalismus dem Nationalsozialismus den Weg bereitet, mit Renner den Anschluss befürwortet u. keinen Widerstand gegen Hitler geleistet. Die KPÖ berief sich dabei auf ihren Funktionär Alfred Klahr, der bereits 1937 die These der Existenz eines eigenständigen österr. Volkes vertreten hatte. Der angegriffene Renner vollzog nun anlässlich des Gedenktages 950 Jahre Österreich eine auch für seine Gesamtpartei gültige radikale Wende:
   „Der Österreicher ist im strengen Wortsinn kein deutscher Stamm. Seine Eigenart unterscheidet ihn von allen deutschen Stämmen … unser Volk besitzt so eine ausgeprägte u. von allen anderen verschiedene Individualität, daß es die Eignung u. auch den Anspruch dazu hat, sich zu einer selbständigen Nation zu erklären.“
– Karl Renner: 950 Jahre Österreich. Rede des Bundespräsidenten am 22.10.1946

Adler schaffte diese Wende nicht. Er blieb dabei, daß er sich zuerst als Internationalist, danach als Deutscher u. zuletzt erst als Österreicher fühle u. wehrte sich vehement gegen die Pauschalverurteilung des deutschen Volkes, dessen demokrat. Kräfte für ihn die ersten Opfer Hitlers waren. Unter anderem äußerte er in den Nachkriegsjahren:
   „Wenn die ebenso reaktionäre wie widerliche Utopie einer österr. Nation Wahrheit würde u. ich gezwungen wäre, zwischen ihr u. der deutschen Nation zu wählen, würde ich mich für jene entscheiden, in der Goethes Faust, Freiligraths revolutionäre Gedichte u. die Schriften von Marx, Engels u. Lassalle nicht zur ausländischen Literatur gehören.“

Solche Meinungen führten – öffentlich geäußert – zu einer scharfen Reaktion Renners u. verfestigten in Adler den Wunsch, sich aus der österr. Politik nun völlig herauszu-
halten. Nachdem er 1946 nach Europa zurückgekehrt war, liquidierte er zunächst das Büro der Internationale in Brüssel, zog dann in die Schweiz, in die Nähe seiner Töchter, u. widmete sich dort der Geschichte der Arbeiterbewegung. Der von ihm herausgegebene u. sorgfältig kommentierte Briefwechsel seines Vaters mit Karl Kautsky u. August Bebel erschien 1954. Dann begann er an seinem Hauptprojekt, der Biographie seines Vaters, zu arbeiten, hatte jedoch in den letzten Lebensjahren nicht mehr die Kraft, diese Arbeit abzuschließen. Wien besuchte er nach dem Krieg nur noch 1x, u. zwar 1952 zum 100. Geburtstag seines Vaters. Die Partei bereitete ihm einen würdigen Empfang.
- - -

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Ronnie Seunig

Beitrag von Dissident am Mo Sep 18, 2017 3:31 pm

http://www.seunig.cz/inpage/uber-mich/  Ronnie Seunig .. Geb. in Wien 1964 als eines von 4 Kindern von Josef u. Helga Seunig.
1979 beginnt er eine Lehre als Industriekaufmann in Wien - 1983 eröffnet er mit knapp 19 Jahren sein erstes Café.
1989 ist er pleite u. geht nach Tschechien, 2 Jahre leitet er rund 40 Spielhallen u. Casinos. Eröffnung des ersten Duty Free Shops der Tschechoslowakischen Republik.
1992 erfolgt sein Rückzug aus dem Automatengeschäft. Gleichzeitig steigt er ins Duty Free Geschäft ein.
1994 Gründung der Excalibur City - 1996 ist er erstmals Milliardär ("leider nur in Schilling").
2000 Musikproduktionen wie Waterloo & Robinson, Bilgeri, Horst Chmela, Haddaway, Supermax, Joni Madden usw..
2005 1. Platz beim European Video Grand Prix, bestes Video als Drehbuchautor, Produzent u. Co-Regisseur mit Bilgeri, „Silver Bell“.
2007 Buch „Land der Lügen“
Als einer der erfolgreichsten Jungunternehmer Österreichs beherrscht der Duty Free Kaiser die Schlagzeilen. Aber der Self-Made Millionär ist weit mehr. Ronnie Seunig gilt als unkonventioneller Freigeist, als verlässlicher Kumpel mit Handschlagqualität, als Kämpfer, humorvoll u. vielseitig interessiert: Der Philosophie u. den Naturwissenschaften fühlt er sich leidenschaftlich zugetan. So erforscht er etwa Alternativ-Motoren u. ist Inhaber zahlreicher Patente ---

Er bezeichnet sich selbst als manischen Sammler u. ist Eigentümer der weltweit größten Sammlung von “Schuco” Blechspielzeug sowie Stan Laurel & Oliver Hardy Gegenständen. Auch seine Jukebox-Sammlung mit selbst restaurierten Geräten aus den 20er - 50er Jahren ist mittlerweile die bedeutendste weltweit. Sein Archiv mit mehr als 2000 16mm Filmen aus den Anfängen der laufenden Bilder, rund 8000 Schellacks u. allen nur erdenklichen Ton- u. Bildträgern aller Epochen ist einmalig.

Zahlreiche Sportarten begeistern ihn: Kite-Surfen, Wakeboard, Sky Ski, Wasserski, Hochrad, Einrad, Motocross, Reiten, Snowboard, Fliegen, Tauchen (unter anderem Tauchgänge mit seinem selbst gebauten Zweimann-U-Boot in Australien), Kartfahren auf seiner selbst konstruierten Rennstrecke in Australien, Fliegen in seinem Tiger–Flugzeug Shirkan.

https://www.meinbezirk.at/horn/lokales/falco-und-sein-einzig-wahrer-freund-d2028624.html .. Falco und sein einzig wahrer Freund
"Ich hab´ noch keine verlassen, alle haben mich verlassen", sagte Falco über die Frauen. Einen guten Freund, der einem in Glücksmomenten genauso, wie in schlechten Zeiten zur Seite steht, fand er erst einige Jahre vor seinem Tod. Ronnie Seunig, Selfmade-Millionär u. Excalibur-City-Chef, war mit Falco sehr eng befreundet. Sie wohnten nur ca. 15 km voneinander entfernt u. verbrachten viel Zeit miteinander. "Ich bin bei ihm zu Hause ein- u. ausgegangen u. er bei mir", bestätigt Ronnie gegenüber den Bezirksblättern ihr vertrautes Verhältnis. "Wenn ich bei ihm war, hat uns seine Mutter Maria Kaffee gemacht, oder wir sind bei mir im Büro bis nach Mitternacht gesessen u. haben geredet - oder wir sind um die Häuser gezogen", lacht Seunig.
Falco hatte endlich einen Menschen gefunden, der dasselbe geschafft hatte wie er - aus dem Nichts Millionär zu werden. Aber Seunig war u. ist ein bodenständiger Mensch, der mit dem plötzlichen Reichtum anders umgegangen ist als Falco. Das hat der Sänger immer sehr bewundert. "Das hat ihm immer gefallen, daß einer am Teppich geblieben ist", lacht Ronnie. Während Superstar Falco "in einem Leben soviel erlebt hat, wie andere Menschen in 4 Leben nicht. Falco fuhr mit 300 über die Lebensautobahn."
Ronnie half Falco aus seiner fatalen finanziellen Situation. Mit rund ATS 18 Mio. Schulden drohte Falco die Zwangsversteigerung seiner Liegenschaften. Da sich so gut wie kein Käufer fand, kaufte schließlich Ronny Falcos Penthouse in Wien Hietzing für ATS 10 Mio. Für die restlichen Bankschulden von ca. ATS 5 Mio. organisierte Ron eine Umschuldung auf seine ihm nahestehende Bank und bürgte für diesen Kredit. Weitere ATS 3,65 Mio. gewährte Ronnie Falco als Privatdarlehen. Mit diesen Maßnahmen war der Bankrott abgewehrt. Die einzig wirklich eingeweihte Person war Falcos Mutter. Einen Skandal wollte man verständlicherweise vermeiden.
Nach Falcos Tod hat Ronnie sich um sämtliche Belange und um die Abwicklung der Verlassenschaft bemüht und Maria Hölzel jede Unterstützung gewährt.
Ronnie Seunig ist Vorstandsvorsitzender der Falco Privatstiftung.
Seunig zur Garser Falco-Villa: "Es gibt ein sehr gutes Projekt, an dem gearbeitet wird. Es gibt noch keine Nägel mit Köpfen, aber es ist was in petto..."
Er beendete das Telefonat mit den Bezirksblättern heute am späten Nachmittag mit den Worten: "So, jetzt muss ich Schluss machen, ich muss ins U4 zur Geburtstagsparty."
Das U4 war Falcos Stammlokal.

http://www.seunig.cz/inpage/skandalen/  .. Mit Ron’s offener u. kontroverser Art schafft er sich nicht nur Freunde. Gerne wird er auch missinterpretiert, absichtlich falsch verstanden, neidvoll angegriffen, u. selbstverständlich bleibt das eine oder andere Fettnäpfchen, in das man rein tritt. Hier eine kleine Auflistung mit Ronnie’s Interpretation der wichtigsten Aufreger.

Plakat Produkteinführung: Der Energy Drink „Excalibur Magic Power Elixir“ verlangte eine besondere Marketingstrategie. Ronnie’s Konzept: Provokation.
Eine unbekleidete Schönheit hält vertikal das Schwert Excalibur, somit ist die Brust bedeckt. Vor den gespreizten Beinen der sitzenden Lady steht eine Dose "Excalibur Magic Power Elixir". Soweit so gut, und eigentlich sollte sich daran niemand stoßen. Was jedoch die Gemüter erregte war die Headline „Produkteinführung?“
Die Aufregung war groß. Plakate wurden von Frauenrechtlerinnen, die sich in ihrer Würde verletzt fühlten, von den Wänden gekratzt. Der österr. Werberat hat darauf das Plakat verboten, eine einmalige Vorgehensweise, die es bis dato noch nie gegeben hatte. In der ZIB 2 wurde über den Skandal ausführlich berichtet. Karin Resetarits hat das Thema sehr locker im Kulturjournal behandelt. Unzählige Proteste seitens Frauenorganisationen flatterten in Ronnie´s Büro.
Sein Kommentar zu den Anschuldigungen, dieses Plakat sei frauenfeindlich u. fordere zu Gewalt gegen Frauen auf: "Werte Damen, es scheint ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein, daß die Lady auf dem Plakat das Schwert Excalibur in ihren Händen hält. Eine der mächtigsten Waffen der Geschichte, mit der König Artus mehr als 13.000 seiner Feinde hingemetzelt hat. Jeder, der dieser Frau etwas Böses wollte, wäre ein Selbstmörder. Und zur Produkteinführung ... es ist auch eine Tatsache, daß sehr viele Damen diese Möglichkeit bereits nutzen ..." - Zugegeben, nicht die ganz feine Art aber durchaus originell.

Die Causa Falco: Ronnie war mit Falco sehr eng befreundet. Sie wohnten nur ca. 15 km voneinander entfernt u. verbrachten viel Zeit miteinander. Ronnie half Falco aus seiner fatalen finanziellen Situation. Mit ca. ATS 18 Mio. Schulden drohte Falco die Zwangsversteigerung seiner Liegenschaften. Da sich so gut wie kein Käufer fand, kaufte Ronnie dessen Penthouse in Wien Hietzing für ATS 10 Mio.. Für die restlichen Bankschulden von ca. ATS 5 Mio. organisierte Ron eine Umschuldung auf seine ihm nahe stehende Bank u. bürgte für diesen Kredit. Weitere ATS 3,65 Mio. gewährte Ron Falco als Privatdarlehen. Mit diesen Maßnahmen war der Bankrott abgewehrt. Die einzig wirklich eingeweihte Person war seine Mutter. Einen Skandal wollte man verständlicherweise vermeiden.

Nach Falco’s Tod hat Ron sich um sämtliche Belange u. um die Abwicklung der Verlassenschaft bemüht u. Maria Hölzel jede Unterstützung gewährt. Maria Hölzel bestätigte den Darlehensvertrag in der Verlassenschaft. Zu diesem Zeitpunkt war Fr. Hölzel noch gesund. Im Jahr 2000 erlitt M. Hölzel einen folgeschweren Schlaganfall, der sie rechtsseitig lähmte u. ihr die Sprachfähigkeit nahm. Fortan kümmerte sich Ron noch intensiver um Falco’s Mutter. Er ermöglichte ihr, ihrem Wunsch folgend, wieder in die Schottenfeldgasse zu ziehen. Er organisierte die Pflege u. bezahlte nötiges Personal. Zu diesem Zeitpunkt war die Verlassenschaft noch immer stark verschuldet. Alle Rechnungen wurden von ihm bezahlt. Es zeichnete sich zunehmend ab, daß Fr. Hölzel nicht in ihrer Wohnung bleiben konnte. Im 4. Stock ohne Lift war einfach jeder Ausflug ein Kraftakt. Ron klapperte mit Maria ganz Wien ab, um den besten Platz für betreutes Wohnen zu finden. Nach mehreren Enttäuschungen wurden sie in der Seniorenresidenz Oberlaa fündig. Fr. Hölzel bezog dort ein Apartment mit 2 Zimmern u. konnte einen Großteil ihrer vertrauten Möbel mitnehmen. Zu diesem Zeitpunkt war Ron ganz auf sich gestellt. Niemand half ihm bei all den Abwicklungen u. Strapazen. Niemand bot irgendeine Unterstützung oder Hilfe an, weder die früheren „Blutsbrüder“ Falco’s noch die späteren selbsternannten „Freunde“.
Erst als die Schulden abgebaut waren u. Geld aus der Falco Stiftung in die Kassa floss waren plötzlich „Helfer“ da. Allen voran ein gewisser Rupert Leutgeb. Leutgeb sah sich plötzlich als geeignet, die Dinge in die Hand zu nehmen u. Ron als Generalbevollmächtigten der Fr. Maria Hölzel abzulösen. Leutgeb holte sich diese Generalvollmacht von Fr. Hölzel auf bis heute nicht nachvollziehbare Weise. Ronnie wurde danach nicht etwa von Leutgeb über die neue Vollmacht informiert, sondern dieser versuchte über den Schlüsseldienst Horn, die Villa Falco’s aufbrechen zu lassen. Der Schlüsseldienst verweigerte jedoch u. informierte Ron über das Anliegen Leutgebs. Ron begab sich sofort zu Fr. Hölzel, um Information darüber zu bekommen, was denn eigentlich hier vorgeht. Maria war außer sich u. konnte sich nicht erklären, wie Leutgeb zu dieser Vollmacht gekommen ist. Leider konnte Fr. Hölzel nicht sprechen, auch beim Lesen tat sie sich schwer. Ihr ein Schriftstück unterzujubeln ist daher ein Leichtes gewesen. Bei dieser Gelegenheit hat sich Leutgeb auch gleich ein Testament zu seinen Gunsten von Fr. Hölzel unterfertigen lassen. Er wusste, daß Maria in gesundem Zustand Ron in ihrem Testament zum Universalerben ernannt hatte. Gleichzeitig verpflichtete sich Ron in diesem letzten Willen, die Falco Privatstiftung zu gründen u. das gesamte Erbe einfließen zu lassen.

Fr. Hölzel erkannte, daß hier etwas völlig aus der Bahn läuft u. annullierte Leutgeb’s Vollmacht sofort im Beisein ihres vertrauten Notars. Ron sah bestätigt, daß sich eine Gruppe von Hyänen formiert hatte, die alles daran setzten, an das Erbe ran zu kommen. 2004 wurde sofort die Falco Privatstiftung ins Leben gerufen. Den fehlenden Betrag, von den benötigten 70.000 € für die Errichtung der Stiftung, von 9.000 € zahlte er als Darlehen ein. Die Stiftung war somit rechtskräftig. Als Leutgeb davon Wind bekam, sah er als einzige Möglichkeit, doch noch irgendwie eine Rolle zu spielen, die Entmündigung von Fr. Hölzel. Er regte dies beim Bezirksgericht Favoriten an, u. Fr. Hölzel wurde ein einstweiliger Sachwalter mit Konsulent Leutgeb beigestellt.

Des einstweiligen Sachwalters primäre Aufgabe bestand darin, zu prüfen ob Fr. Hölzel einen endgültigen Sachwalter benötigt. Dies geschah auf recht seltsame Weise. Der Notar Dr. Wilfried Köhler führte kein einziges Gespräch mit Familienangehörigen, u. natürlich vermied er es vehement, sich mit Ronnie zu besprechen. 2 Schreiben des Notars flatterten bei Ron in´s Haus, in denen er ihn mit forschem Ton aufforderte, sofort alle Unterlagen an ihn zu übergeben. Ron informierte den Steuerberater von Fr. Hölzel darüber, u. dieser übermittelte alle verfügbaren Unterlagen. Ron’s Anwalt, Dr. Engin Deniz, sowie die beiden Stiftungsvorstände Dr. Georg Riedl (langjähriger Anwalt Falcos) sowie Mag. Wilhelm Zmatlo (langjähriger Steuerberater Falcos sowie seiner Mutter) forderten Köhler mehrmals auf, ein Gespräch mit Ron zu führen. Immerhin führte er seit ca. 8 Jahren alle Geschäfte von Fr. Hölzel. Köhler lehnte dies kategorisch ab. Vielmehr begann er, von Malversationen, Unterschlagung u. fehlenden Beträgen zu reden. In seinen Darstellungen wurde aus einem Darlehensvertrag ein Sponsoring. Aus einer Überweisung ans Finanzamt eine Privatentnahme, aus der Rückzahlung des 5 Mio. Kredites eine Überweisung an Ron’s Bank usw.. Am Ende warf er ihm die Unterschlagung von 1,3 Mio. € vor. Gleichzeitig überzeugte er mit diesem Lügenpaket den Pflegschaftsrichter, die Klage gegen Ron einbringen zu lassen. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet u. kümmerte sich fortan um diesen Vorwurf. Köhler schlug vor, einen Gutachter einzuschalten, was auch genehmigt wurde. Nur stellte sich sofort heraus, daß der vorgeschlagene Gutachter in einem sehr nahen Vertrauensverhältnis zu Köhler steht u. damit ein neutrales Gutachten nicht zu erwarten war. Die beauftragte Richterin reagierte auf die vorgebrachten Bedenken sofort u. bestellte einen neuen Gutachter.

Nach mehrmonatigem Prüfen aller Unterlagen war das Gutachten erstellt. Fazit dieses Gutachtens war, Ron hat sich in keiner Weise etwas zu Schulden kommen lassen. Am Ende waren ca. 118.000 € zwar nicht mehr belegbar, aber glaubwürdige Auslagen für einen Zeitraum von 8 Jahren, ca. 250.000 € ließen keine offene Zweifel. Pflegerinnen wurden, wie allgemein üblich, nicht per Rechnung entlohnt. Diverse Auslagen wie Supermarktrechnungen, Friseur u. Fahrtendienste wurden im Einvernehmen mit Fr. Hölzel entsorgt. Die Vorerhebungen wurden daraufhin eingestellt. Wer glaubt, dies hätte dem Notar doch reichen müssen, der irrt. Köhler beantragte die Wiederaufnahme mit neuen abenteuerlichen Behauptungen. Die Staatsanwaltschaft lehnte ab. Nun versuchte es Köhler bei der Oberstaatsanwaltschaft. Dort wurde eine nicht nachvollziehbare Überprüfung des Aktes ans Gericht empfohlen. Gegenstand der Überprüfung war das Privatdarlehen Rons zu Falco. Die Oberstaatsanwaltschaft teilte nicht die Meinung Köhlers, Ron hätte dieses Darlehen 2x abkassiert, das wurde ja im Gutachten bereits ad absurdum gestellt, aber er habe das Kapital von 3.65 Mio. ATS 2x angemeldet u. somit möglicherweise 2x kassieren wollen. Es sei nun zu prüfen, ob hier vielleicht ein vorsätzlicher Betrug vorliegt. Schnell stellte sich heraus, daß Ron niemals das Kapital 2x angemeldet hat, sondern lediglich nach Begleichung des Darlehens zur Zinserrechnung das Ausgangskapital erwähnte. Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Notwendigkeit u. keinen versuchten Betrug. Das Oberlandesgericht hat den gesamten Akt noch einmal im Detail geprüft u. ist in einem 17 Seiten Abschlußbericht noch einmal dezidiert zu dem Schluß gekommen, Ron ist kein Fehlverhalten anzulasten, u. der Akt wurde endgültig geschlossen. Köhler hat anscheinend damit gerechnet u. hat parallel dazu einen Rechnungslegungsprozess gegen Ron eingebracht. Für Ron der Witz schlechthin. Alle Rechnungen hatte der Notar, das Gericht oder der Gutachter. Wie sollte er da Rechnung legen? Ein Gutachter hat bereits klar bewiesen, daß alle Abrechnungen korrekt sind, weshalb wird dann noch ein weiteres Gericht beschäftigt? Der Prozess sollte so künstlich am Leben erhalten werden, um so das Bestreben des Notars auf Nichtigkeitserklärung der Stiftung durchzusetzen. Die Stiftung steht dem Notar u. somit auch dem Konsulenten Leutgeb im Wege, die absolute Kontrolle über das Erbe zu erlangen. Ron sollte mit allen legalen u. illegalen Mitteln aus dem Weg geschafft werden.

Nov. 2008 kam es dann zu einem Treffen bei dem Pflegschaftsrichter. Köhler, Anwälte, Stiftungsvorstände, Ron, der Bruder von Fr. Hölzel u. Maria selbst waren anwesend. Es kam erwartungsgemäß zu hitzigen Auseinandersetzungen, u. der Richter sah sich erstmals mit den Auswüchsen des Sachwalters direkt konfrontiert. Nach Anhörung aller Beteiligten entschied er, Köhler zu liquidieren. Köhler wurde noch im Mai 2009 seines Amtes enthoben, u. die Stiftung, mit Stiftungsvorsitzendem Ronald Seunig, wurde endgültig bestätigt. Fazit dieses Wahnsinns: Eine unglaubliche Vernichtung hunderttausender Euros, viele Tränen, vor allem bei der schwerkranken Fr. Hölzel, Ronnie’s angeschlagenes Image in der Öffentlichkeit, verursacht durch Köhler’s u. Leutgeb’s Mitteilungsbedürfniss an die Medien, zahllose Gerichtstermine mit Vernichtung von Staatsgeldern. Trotzdem: Ende gut, alles gut. Leutgeb hat nichts geerbt, u. Köhler kann keinen weiteren Schaden mehr anrichten.

Mit Hitler unter einem Dach:
Ronnie gewährte einem Journalisten des Trend ein privates Interview in seinem Haus. Der Journalist versprach absolute Diskretion, u. es sollte über die Sammlungen Ronnies berichtet werden. Ronnie’s Privatmuseum beinhaltet mehr als 10.000 Ausstellungsstücke. Schnell interessierte der Jounalist sich nur noch für ein Bild: An der Decke im Wohnzimmer ist ein Gemälde aufgemalt, das versch. Dinge im Weltraum schweben lässt, mit denen sich Ronnie auseinandergesetzt hat. Unter anderem ein Klavier, Laurel & Hardy, Chaplin, das Schwert Excalibur, ein Boomerang, eine Glühlampe usw.. In einem Nebel ist das Antlitz Hitlers vage erkennbar. Dieses Bild war nun einziges Thema des Journalisten. Warum es denn da sei, was ihn damit verbindet, ob er ein Neonazi sei usw.. Ron versuchte in knappen Worten dieses Thema abzuhaken. Er habe sich mit den Auswüchsen des Krieges u. der dazugehörigen Propaganda eingehend beschäftigt. Leider gab er auch zu verstehen, daß die Nachkriegspropaganda seiner Meinung nach oft nicht der Wahrheit entspricht. In keiner Silbe wurde das Wort Holocaust erwähnt. Ron wollte sich seiner Leidenschaft, den Sammlungen, widmen. Dem Journalisten reichte dieses kurze Statement, um im Trend die Headline „Mit Hitler unter einem Dach“ zu kreiren. Ein paar Zeilen über die 10.000 teilige Sammlung u. dann 2 Seiten über Hitler.
Der Schock war groß, denn andere Zeitungen sprangen auf, ohne sich irgendwie zu informieren. Die Grüne Petrovic sowie die sozialistische Jugend erstatteten Anzeige wg. Wiederbetätigung. Ronnie wurde einvernommen u. sofort freigesprochen.
Sein Fazit: Nie wieder vertraue ich einem Journalisten. Ich habe auch gelernt, daß die Linke genauso erbarmungslos im Machtkampf agiert wie die Rechte. Die Petrovic hat keinen Moment gezögert, einen ihr Unbekannten zu beschuldigen u. vor Gericht zu bringen, weil er angeblich etwas positives über den 2. Weltkrieg gesagt haben soll. Sie hat’s in der Zeitung gelesen u. bekanntlich steht dort nur die reine Wahrheit. Ich befürworte keine menschenrechtsverletzende Regierungsform. Ich bekenne mich zum Slogan „Heimatrecht ist Menschenrecht“. Dabei mache ich keinen Unterschied zwischen Palästinensern, Juden, Sudetendeutschen oder irgend einer anderen Volksgruppe. Ich bin aber auch uneingeschränkt der Meinung, daß die Ursachen u. Tatsachen des 2. Weltkrieges nicht weiterhin verfälscht dargestellt werden sollen. Nur wenn jeder die genauen Umstände dieses Krieges versteht, kann den Menschen eine Wiederholung erspart bleiben. Das alleine sollte das Ziel dieser Propaganda sein.

Silver Bell: Eine eigenwillige u. aufrüttelnde Interpretation von Weihnachten zeigt Ron hier mit seinem ersten Drehbuch. Gemeinsam mit Regisseur Pavel Kohout u. dem Interpreten Reinhold Bilgeri (Musik: Robert Ponger) schuf er hier ein preisgekröntes Video. Die emotionalen Bildkompositionen regten zum Nachdenken an u. sorgten für Aufregung. Zu diesem Video bemerkte Ronnie: “Eine Botschaft muss spürbar sein, dann hat Sie Ihren Zweck erfüllt. Ich wollte der Kriegspropaganda der USA nicht weiter tatenlos zusehen. Dies ist mein bescheidener Beitrag, um hoffentlich dem Einen oder Anderen die Augen zu öffnen”. Die Regie prangert die Missstände dieser Welt, vor allem Kriegstreiber u. Hetzer, in berührenden u. schockierenden Szenen schonungslos an.
Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=AgtDTfv56PY
http://www.seunig.cz/inpage/silver-bell/ .. Weihnachten weitab von Kitsch u. Kommerz. Ron´s Co.-Regiedebüt soll die Menschen aufrütteln, zum Nachdenken anregen. Verfremdete Weihnachtssujets wie etwa Engel mit blutenden, zerschossenen Flügel, verletzte Kinder u. ein regungsloser Weihnachtsmann im Bombentrichter sorgen für Unwohlsein u. regen zum Nachdenken an. 3 Minuten, die der Betrachter nicht so schnell vergisst, die sich auf das Gemüt schlagen, zeigen in extrem realistischen u. aufwendig gedrehten Szenen den Graus des Krieges, der seinen Wahnsinn auch zur Weihnachtszeit nicht beendet. Wenn sich der geschockte Zuschauer beim Anblick des regungslosen Weihnachtsmannes fragt, wie es denn weitergehen soll, tänzelt ein 2 m Hühne als “Uncle Sam” gekleidet in bester Broadway Manier zwischen Bombenhagel, Geschützfeuer u. Bombentrichtern und tut so, als sei alles in bester Ordnung.

http://www.seunig.cz/inpage/ron-hill/ .. Ron Hill - Australien
Wenn der Winter bei uns Einzug hält, zieht es Ronnie auf seine Ranch nach Australien. Die wildromantische, grandiose Landschaft des 5. Kontinents in Verbindung mit seiner luxuriösen Villa, die er auf seinem über 3.5 Mio. m2 großen Grundstück erbaute, gibt ihm Kraft u. die nötige Ruhe für neue Inspirationen.
Ronhill, der treffende Name für das Grundstück, das mittlerweile auch auf Australischen Landkarten zu finden ist, hat vieles zu bieten. 2 hauseigene Berge u. der See Lake Jindabyne sind die malerische Umgebung dieses faszinierenden Anwesens. Rund 20km eigene Reit- u. Wanderwege durchziehen die Anhöhen. Mehrere Canyons, die in der Regenzeit zu reißenden Flüssen werden, zerklüften die Landschaft. Ein eigener Flugplatz mit Hangar u. dem Flugzeug „Shirkan“ im Tigerdesign garantieren rasche Ortswechsel. Mehrere Ausflugsziele machen das Reiten u. Wandern kurzweilig. Die Aussichtsplattform in 1300 m Höhe bietet einen grandiosen Blick über den See in die Weite des Kosziosko Nationalparks. Eine Barbecue Station ladet zum Grillen ein, die Berghütte mit dem viel sagenden Namen „Villa Sunset“ bietet alles für gemütliche Hüttenabende u. „Big Ron“, der mit ca. 600 Jahren wohl älteste Baum am Grundstück, spendet Schatten u. darunter ein Bankerl zum Rasten. Die Canyons sind nicht nur wunder-, sondern auch wanderbar. Traumhafte Felsformationen machen Lust auf´s Klettern u. Erkunden.
Ronnie erholt sich hier jedes Jahr mehrere Wochen, erkundet mit Motorrad oder dem Landcruiser die riesige Weite Australiens u. tankt bei langen Wanderungen u. Bergtouren Kraft für neue Aktivitäten. Viel Zeit verbringt er hier auch mit seinen Pferden, der ganze Stolz des Hausherrn! 4 tolle Rösser, Willie, Bailey, Rock u. Gypsy teilen sich hier 15ha Weiden. Zu seiner Stute Gipsy hat Ronnie eine besonders enge Beziehung. Ausflüge mit den Lieblingen stehen hier auf der Tagesordnung.
Ronnie liebt nicht nur die Ruhe u. Stille, er versteht es auch, zünftige Feste zu feiern! Auf dem 5. Kontinent sind sie schon legendär, die Grillfeste u. Partys mit Jazzband in der Villa Sunset oder auf einem Floß am Lake Jindabyne. Für sportliche Aktivitäten im Wasser steht ein 200PS Spezialboot zur Verfügung. Das Boot wurde von Ronnie so modifiziert, daß es sowohl ein vollwertiges Wasserskiboot, als auch ein hochseetaugliches Tauchboot ist. Wasserski, SkySki, Wakeboarden u. Tauchen sind Ronnies Leidenschaften. Dazu gehören auch Expeditionen in die Tiefe der Meere mit seinem selbstgebauten U-Boot. Auch im Kitesurfen ist er erprobt. Für Speed an Land sorgen 3 250er Yamaha Motocross Maschinen u. als kleine Abrundung gibt’s noch die Kartbahn mit Boxengasse rund um’s Haus. Soll’s mal nicht ganz so rasant zugehen, stehen div. Mountainbikes u. Oldtimer wie ein Rolls Royce Phantom II, ein Kougar sowie ein Jaguar E zur Verfügung.
Insgesamt ist die Infrastruktur seines Areals wohl einzigartig. Nun, man kann auch nichts anderes von ihm erwarten.

http://www.seunig.cz/inpage/sammlungen/  Sammlungen
In seinem privaten Museum steht die größte Sammlung an Jukeboxen von 1900-1950. Hier finden sich alle renommierten Hersteller wie Wurlitzer, Seeburg, RockOla, AMI u. Mills, aber auch viele frühe Boxen aus den 30er Jahren wie Gabel's, Capehart, Victrola oder Holocomb & Hoke. Die allerersten Boxen laufen noch mit Edison-Zylindern - Kalamazoo u. Regina Hexaphone sind die bekanntesten Vertreter dieser Generation. Aber auch einige sehr rare Modelle aus Europa haben hier ihren Platz gefunden. Barco, Telfa, Discophone, Musikus u. viele mehr sind Zeitzeugen, daß auch in Europa versucht wurde, Musikboxen am Markt zu platzieren. Insges. umfasst die Sammlung mehr als 200 Boxen u. ist somit die weltweit bedeutendste ihrer Art. Ronnie restauriert die Sammlerstücke zum Großteil selbst. Auch wenn die Box in noch so schlechtem Zustand ist, wenn Ronnie damit fertig ist, strahlt sie wieder wie bei ihrer Auslieferung. Für den passionierten Sammler ist dies sein aufwendigstes Hobby, das viel Geduld u. Konzentration verlangt. "Für all die Mühe, die so eine Box verursacht, werde ich durch ihren Klang u. Ausstrahlung nach der Restaurierung belohnt. Es ist ein besonderes Erfolgserlebnis, wenn man nach oft wochenlanger Arbeit auf einen Knopf drückt, der Mechanismus sich in Bewegung setzt, eine Platte von Al Jolson aufgelegt wird u. die Musik den Raum erfüllt" philosophiert Ron.

Schuco Blechspielzeug fasziniert ihn nicht weniger. Mit 3000 Exponaten ist seine Sammlung die weltweit größte. Der Großteil der Figuren stammt aus der Zeit von 1912 bis in die späten 50er Jahre. Jedoch sind auch die späteren Modelle bis 1975 fast vollständig vorhanden. Heinrich Müller, der Gründer von Schuco, hat seinem Spielzeug immer besonderes Leben eingehaucht. Die Abläufe der Funktionen sind unglaublich präzise u. somit ansprechend u. spannend. Der Pick-Pick-Vogel tackert über den Tisch u. simuliert das Aufpicken von Körnern, die Tanzfiguren drehen sich im Kreis u. spielen dabei Trommel, Geige, drehen einen Stock, jonglieren oder heben ihre Tanzpartnerin hoch. Die Fahrzeuge hupen, fahren eine 8, legen den Retourgang ein u. fahren rückwärts. Sie haben ein 4-Gang-Getriebe mit Rückwärtsgang u. Bremse sowie ein "Radio", das am Armaturenbrett eingeschaltet werden kann. Die Krönung ist sicher die Construction's Serie mit LKWs u. Feuerwehrfahrzeugen aus den 50ern u. den 60ern. Die Feuerwehr wurde zu ihrer Zeit als technisches Wunderwerk gefeiert. Die Drehleiter lässt sich sowohl manuell als auch batteriebetrieben ausfahren. Das Fahrzeug wird per Kabelfernbedienung gelenkt u. gesteuert. Eine Hupe u. eine Anhängekupplung mit dazugehörigem Anhänger gab es als Extras zu kaufen. Alle Spielsachen werden originalgetreu von Ronnie restauriert. Jede Figur, jedes Fahrzeug funktioniert 100%ig. "Die Liebe, mit der diese Spielwaren hergestellt wurden, vermisse ich bei heutigen Produkten. Die technische Perfektion bei Spielzeug, das vor rund 100 Jahren gebaut wurde, ist unglaublich. Ich zolle durch meine perfekte Wiederherstellung des Urzustandes dieser Leistung Respekt" meint Ronnie ehrfurchtsvoll. Insgesamt wurden von Ulrich Schweizer bereits 3 Bücher über Ronnies Schuco Sammlung veröffentlicht.

Laurel & Hardy, das größte Komikerduo aller Zeiten, hat einen besonderen Platz in Ronnies Herz. Alle ihre Filme in versch. Formaten finden sich in seinem Archiv: 35mm, 16mm, 8mm, Videos u. DVDs in englischer Originalfassung, seltene deutsche Vertonungen, aber auch "gefärbte" Versionen. Selbst die sehr raren phonetischen Versionen div. Kurzfilme in Spanisch u. Französisch sind vorhanden. Mehr als 1500 Figuren in Größen von 8mm bis 1,20m sind Bestandteil dieser Sammlung. Filmprogramme, Kinoposter u. Aushangfotos, private Aufnahmen u. Autogramme gehören auch dazu. Memorabilien dürfen natürlich auch nicht fehlen. Laurels Taschenuhr, sein Ausgehrock mit Stock, mehrere Taschentücher sowie die Originalhüte aus "A Chump at Oxford" zieren Vitrinen im Privatmuseum. Beide Hüte der Stars sowie Laurels letzter Privatwagen, ein Chrysler aus 1946, krönen die Sammlung. "Die Komik der beiden Hollywoodgrößen ist bis heute unerreicht. Es gibt keinen Tag, an dem es Mr. Stan Laurel & Mr. Oliver Norvell Hardy nicht schaffen, mich zum Lachen zu bringen."

In seinem Archiv befinden sich außerdem mehr als 2000 16mm Filme. Viele Disney-Klassiker wie die „Little-Rascals“-Kurzfilme (die kleinen Strolche), Buster Keaton, Harry Langdon, die Marx Brothers, The 3 Stooges, Harold Lloyd u. selbstverständlich alle Charlie-Chaplin-Filme. Viele Stummfilmklassiker u. Musicals inklusive dem ersten Tonfilm "The Jazzsinger" mit Al Jolson sowie alle "The Munsters" u. viele Filme der "Addams Family" sind Bestandteil dieser fantastischen Sammlung. Ronnie hat 2 "Kinos", eines Indoor u. eines Outdoor mit eigenem Projektionsraum.
Im Archiv sind auch mehr als 6000 Schellacks, Futter für die Jukeboxen, erfasst. Unzählige Raritäten aus dem Bereich Jazz, Swing, Reggae u. Boogie sind dabei. Viele Edison-Walzen, Papierrollen für automatische Klaviere, Blechplatten für Spieluhren, Walzen für Drehorgeln u. weitere Kuriositäten runden die Sammlung an Tonträgern ab. "Ich habe dieses Archiv als Ergänzung für meine anderen Sammlungen aufgebaut. Durch den Kontakt mit den Filmen, der Musik u. den Stars, habe ich ein besonderes Verhältnis zu dieser Zeit aufgebaut. Der Schwarz-Weiß-Film u. das Rasseln der Projektoren hat für mich einen besonderen Reiz, die Komik eine unbedarfte Frische, u. der Jazz geht durch und durch" beschreibt Ronnie die Akribie, mit der er sein Archiv führt.

https://www.meinbezirk.at/horn/lokales/ronny-seunig-steigt-in-medienbranche-ein-d1345323.html   Ronny Seunig steigt in Medienbranche ein
Excalibur-City Chef ist Herausgeber eines neuen Monatsmagazins. Der Ex von Barbara Karlich ist Chefredakteur, Seunig Herausgeber des neuen Magazins "Alles roger?"
Zur Investitionssumme macht Seunig keine Angaben. "Sicherlich kostet es am Anfang ein bisschen Geld. Es ist ein leistbares Hobby, das ich aus Überzeugung betreibe", lacht er nur. Ende Mai 2015 wird das neue Monatsmagazin in Wien offiziell groß präsentiert. Produziert wird es ebenfalls in Wien, gedruckt in NÖ. "Es wird in dieser Art etwas Einmaliges. Das 76 Seiten starke Magazin hat, was kein anderes Medium hat - es wird ein Querformat - passend für Querdenker. Wir sind völlig unabhängig, werden ein großes Spektrum an aktuellen Themen aus einer anderen Perspektive ansprechen", sagt Herausgeber Seunig, der das journalistische Konzept entwarf - mit spannenden Doppelinterviews, Portraits u. brisanten Themen - es ist für jeden etwas dabei." Begonnen wird mit einer Auflage von 200.000 Stück, vorerst erscheint das Magazin in Wien, NÖ u. Linz, später in ganz Österreich. Das Gratis-Magazin liegt u.a. in Lokalen der McDonald's-Kette (dzt. nur in Wien) auf. Verteilt wird es an Kreuzungen u. Parkplätzen "dort, wo wir eine Genehmigung haben u. es wird u.a. in Arztpraxen u. öffentlichen Lokalen aufliegen", so Seunig. Der erfolgreiche "Tausendsassa" lebt z.T. im Bezirk Horn. Neben seiner Excalibur-City, die er laufend erweitert, überrascht er nun mit diesem Coup. Doch zur Ruhe kommt er nicht, beschäftigen ihn doch schon wieder andere Projekte: Ein 5.000 m2 großes technisches Museum, wo u.a. seine Wurlitzer ausgestellt werden u. ein 6.000 m2 großes Kinderhotel, das alle Stückln spielt. Die Zeitung macht er nebenbei, lacht er.
http://www.allesroger.at/  alles roger? - Das Querformat für Querdenker - Es macht neugierig. Lässt niemanden kalt. Bewegt Österreich. alles roger? sucht ungewöhnliche Zugänge zu Themen u. findet sie. Es ist einzigartig in Österreich. Progressiv, aufwühlend, interessant, aufklärend, hinterfragend u. humorvoll. Kurz: breitenwirksam. Es gibt einzigartige Reportagen, ungewöhnliche Interviews, profunden Lifestyle − alles abseits vom Mainstream. Österr. Top-Journalisten finden sich in unserem Redaktionsbüro zusammen ..
Rogerleaks: Ihre Story bei alles roger. Haben Sie packende Geschichten zu erzählen? Wollen Sie spannendes Wissen mit uns teilen? Kennen Sie Personen, die an die Öffentlichkeit treten wollen? Dann schreiben Sie uns - ganz anonym! Ihre Nachricht wird verschlüsselt übertragen u. streng vertraulich behandelt. Sie können für Rückfragen Ihre Kontaktdaten im Text hinterlassen, müssen es aber nicht. Unsere Redakteure befassen sich vertraulich mit Ihrem vorgeschlagenen Thema ..
Facebook:  https://www.facebook.com/alles-roger-526014004225437/
https://www.falter.at/archiv/FALTER_20161012B52C9C2161/alles-roger-im-dunstkreis-der-rechtsextremen .. "Alles roger? war auch am "Kongress Verteidiger Europas" als Aussteller beteiligt. Laut Mauthausenkomittee wäre die Zeitschrift "tendenziell antisemitisch und völlig obskur" ...

Excalibur City  http://www.excaliburcity.com/de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Excalibur_City  Excalibur City ist eine kleine Einkaufsstadt auf tschech. Staatsgebiet am Grenzübergang Hatě Chvalovice in Tschechien / Kleinhaugsdorf in Österreich. Die Excalibur City umfasst ein Areal von mehr als 200.000 m2. 1 Shopping Center, 15 Restaurants, Factory Outlet Center, 4 Casinos, Tankstellen, Asia Bazar u. das Dr. Doolittle Tiercenter sind hier angesiedelt. Mehr als 2.000 Arbeitskräfte sind beschäftigt.

Der Besitzer Ronnie Seunig plante 2004 auf dem hinteren Teil der Excalibur City einen Themenpark mit dem Titel „Land der Lügen“ nach dem gleichnamigen Buch, das er veröffentlichte. Ein Buch, in dem es um 2 Kinder geht, die sich ins Land der Lügen verirren, den Schlüssel zur Wahrheit finden u. zum König der Lügner bringen sollen. Seit 2007 sind Teile des Parks in Betrieb u. jährlich kommen neue Attraktion hinzu. 2011 wurde ein Indoorbereich mit mehr als 3.000 m2 eröffnet.

Wie der Name Excalibur City bereits ahnen lässt, dreht sich das Thema um die Artus-Legende. Der „Free-Shop“ ist in einer Burg untergebracht, das Restaurant „Zur Tafelrunde“ ist bis in kleinste Detail an das Thema angepasst. Viele Gebäude erinnern an die Legende u. sind in mittelalterlichem Stil gehalten. Spätere Gebäude wurden vom Stil her moderner gestaltet u. so ergibt sich eine Mischung an Baustilen.

Am 20.12.2006 kam es gegen Abend durch die Explosion von Feuerwerkskörpern zu einem Großbrand. Dabei wurde der alte, 1998 eröffnete Bauteil (Fotos: Eingang, Weltkugel), der das Shopping Center beherbergte, völlig zerstört. Dabei wurde niemand ernsthaft verletzt oder getötet. Der Shoppingcenter-Besitzer Ronnie Seunig befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks in Australien, zeigte sich aber angesichts des enormen Schadens relativ gefasst. Laut Karel Hudec, Generalmanager der Excalibur City, betrug der durch den Brand verursachte Sachschaden 3,6 Mio. €. Das Feuer hat etwa ein Viertel des Einkaufszentrums schwer beschädigt. Dieser Bereich wurde abgerissen u. Stück für Stück wieder geöffnet. Der Eigentümer Ronnie Seunig war mit dem Sänger Falco befreundet, der hier Silvester 1997 seinen letzten Live-Auftritt hatte.

Der Eigentümer Ronnie Seunig investiert nach der „Kinderwelt“ auch in eine „Erwachsenenwelt“: eines der weltgrößten Jukebox- u. Flipperautomaten-Museen mit etwa 700 Jukeboxen u. 250 Flippern. Das Museum entsteht hinter der Excalibur City in einem eigenen Gebäude mit 8.500 m². Es soll neben einer wertvollen Jukeboxsammlung eine Flippersammlung mit raren Exponaten zeigen. Des Weiteren soll es einen Bereich mit Ausstellungsstücken aus der Filmgeschichte geben, unter anderem einen originalen Cadillac von Filmkomiker Stan Laurel sowie einem originalen Batmobil. Die Eröffnung war für den 9.9.2017 geplant.

http://www.krone.at/stars-society/zollfrei-millionaer-ronnie-seunig-ueberlebte-absturz-dem-himmel-sei-dank-story-429664  .. Zollfrei- Millionär Ronnie Seunig überlebte Absturz .. "Die Maschine wurde nach unten gezogen und der Propeller geriet in einen Wildzaun", so Seunig, der auf eine Schlucht mit 40 prozentigem Gefälle zuraste und dabei gegen mehrere Felsen und Bäume prallte .. Der Bruchpilot und ein Freund, der mit an Bord war, blieben unverletzt ..

http://www.seunig.cz/fotogalerie/land-der-luegen/  Land der Lügen
Nov. 2007 präsentierte Multitalent Ronnie Seunig einer prominenten Runde sein Erstlingswerk "Land der Lügen". Der ca. 300 Seiten starke Roman wurde exklusiv mit 20 Bildern des russischen Malers Vladimir Kolbassov illustriert. Das Ergebnis von fast 3 Jahren Arbeit begeisterte 200 geladene Gäste aus Wirtschaft, Politik u. Society u. sorgte für Topstimmung u. viel Applaus bei der gelungenen Buchpräsentation im 21. Stock des Saturn Tower hoch über Wien. Promis wie Vizekanzler a.D. Dr. Hubert Gorbach, Karl Merkatz, Barbara Karlich, Lotte Ingrisch, Ulla Weigerstorfer, Falco-Mutter Maria Hölzel u. Christina Lugner waren von der aufwendigen Präsentation des "wahrhaft gelogenen Romans, der eine völlig neue Perspektive auf die wahre Welt u. vor allem uns selbst aufzeigt" schlichtweg begeistert. Ulla Weigerstorfer moderierte das Event, Karl Merkatz las aus Seunigs Werk.
Aus dem Pressetext: „Land der Lügen“, Handlung: Die beiden Kinder Jo(hanna) u. Nick fallen durch eine kleine Unehrlichkeit ins „Land der Lügen”. Völlig verzweifelt finden sie sich plötzlich auf einem Floß mitten am Lügenmeer treibend wieder u. treffen auf den fliegenden goldenen Delfin Fino, der ihnen erklärt, daß sie sich nur dann aus dem „Land der Lügen” befreien können, wenn sie den „Schlüssel zur Wahrheit” finden u. ihn dem „König der Lügen” überbringen. In weiterer Folge geraten sie zwischen die Fronten von Gut & Böse, Macht u. Intrige, Lüge u. Wahrheit. Sie sind auf der Flucht vor der bewaffneten „Kurzbein-Garde”, dem machthungrigen Pontifex, dem Kanzler Münchhausen u. der Staatssekretärin „Intriganta”. Denn das seltsame Lügenkabinett empfindet die beiden Kinder als gefährliche Eindringlinge u. bangt um die Macht im Land der Lügen. Auf ihrer Flucht treffen die beiden Kinder auf „Die Halbe Wahrheit”, Fata & Muta Morgana, den silbernen Traumtänzer, der sie lehrt an sich zu glauben („Was Ihr glaubt, wird die Wahrheit, nach der Ihr lebt!”), auf die hypochondrische „Mega-Katz”, die bösartige Riesenspinne „Mentira”, die „Oase der Täuschungen” („Nichts ist wie es scheint”), Hündchen „HotDog” u. den kleinen „Lügenbold”, einen Doppelagenten, der im Dienst der Obrigkeit den mysteriösen Vulkan („Der Heilige Berg” oder auch „Gipfel der Lügen” genannt”) mit feuchtem Stroh zum Rumoren u. Rauchen bringt. Gelingt es den beiden Kindern am Ende zu entkommen, den Schlüssel zur Wahrheit zu finden u. in ihr reales Leben zurückzukehren? Wer ist der geheimnisvolle „König der Lügen”? Wird die Wahrheit über die Lüge siegen? Ist die Halbwahrheit nicht viel schlimmer als eine handfeste Lüge?

http://www.landderluegen.at/  Die Zukunft bringt eine weitere Realisation einer Vision von Ronnie Seunig. Auf über 160.000 m2 entsteht das "Land der Lügen", ein Themenpark mit vielen Attraktionen rund um die Lüge - wie der "Palast der Fälschungen" das "Observatorium der wissenschaftlichen Lügen" , das "Gefängnis der größten Lügner" oder eine Wasserrutsche, die das "Lügenmaul" mit dem "Meer der Lügen" verbindet.
Mit einer Investition von über 60 Mio. € wird eine Erlebniswelt geschaffen, die Ihren Besuchern eine aktive u. interaktive Beschäftigung mit der Lüge u. ein riesiges Multimediales Angebot mit High Tech Elementen bietet. In weiterer Folge soll ein topmodernes Hotel mit Service- u. Wellnessbereich mit der Excalibur City u. dem Land der Lügen verbunden werden.

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Willi Mernyi

Beitrag von Dissident am Mi Sep 20, 2017 2:52 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Willi_Mernyi  Willi Mernyi (*1968) Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich http://www.mkoe.at/ u. Mitglied im Publikumsrat/Stiftungsrat des ORF .. nach Lehre zum Starkstrommonteur bei der Elin zum Zentraljugendvertrauensrat (1985–1988) gewählt. Nach Einstieg in den Bundesjugendvorstand (1991–2000) des ÖGB u. Ausbildung im Bereich Kulturmanagement an der Uni Linz, wurde er 1993 Mitglied des ÖGB-Bundesvorstands. 1999 übernahm er die Leitung im Referat für Kampagnen, Projekte u. Zielgruppen, wechselte 2011 als Leiter ins Referat für Organisation, Koordination u. Service im ÖGB. Seit 2012 ist er Bundesgeschäftsführer der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter ..
Publikationen: mit Christa Bauer: UnSer? Amerika – austroamerikanische Blitzlichter im Zuge der US-Wahl. Mauthausen-Komitee Österreich
mit Michael Niedermair: Demagogen entzaubern. ÖGB Verlag
mit Michael Niedermair: Hetzer stoppen. ÖGB Verlag
mit Andreas Baumgartner u. Christa Bauer: Nichts als alte Mauern? Die Mauthausen Guide Ausbildung. Band 2: Handbuch zur Vor- und Nachbereitung von Besuchen an KZ-Gedenkstätten. Mauthausen Komitee
mit Florian Weninger: Die Befreiung des KZ-Mauthausen: Berichte und Dokumente. ÖGB Verlag
mit Roman Hebenstreit u. Michael Niedermair: Mit NLP zum politischen Erfolg. Das NLP-Handbuch für Betriebsräte, politisch Aktive u. Engagierte. 5., akt. Auflage. ÖGB Verlag
Kampagnen u. Aktionen erfolgreich organisieren. 2., akt. Auflage. ÖGB Verlag
Handbuch Planspiele. Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. ÖGB Verlag
mit Christa Bauer: Rechtsextrem: Symbole. Codes. Musik. Gesetze. Organisationen

https://www.facebook.com/willi.mernyi?fref=ts

https://www.unzensuriert.at/content/006197-Willi-Mernyi-Bezahlter-Linksaktivist-im-Kampf-gegen-die-FP  Mernyi: Bezahlter Linksaktivist im Kampf gegen die FPÖ
Wo sind die Zeiten, als die Interessensvertretung ÖGB noch von tatsächlichen Arbeitnehmervertretern geleitet worden ist? .. Geblieben sind die Berufsaktivisten, die abgehoben von den tatsächlichen Arbeits- u. Sozialwelten ihr eigenes linkes Süppchen kochen .. Es klingt schon fast nach Zentralkomitee, Politbüro u. SED, wenn man die Funktionen u. Berufsbezeichnungen von Willi M. liest. Aber damit dürfte das SPÖ-Parteimitglied ideologisch keine Schwierigkeiten haben, ist er doch auch immer wieder Gast des KPÖ-Volksstimmefestes ..

http://www.wienerzeitung.at/themen_channel/wz_reflexionen/zeitgenossen/543690_Willi-Mernyi.html .. Mernyi ist Vater von 2 Kindern u. leidenschaftlicher Rapid-Anhänger.
Das Mauthausen Komitee wurde 1997 vom ÖGB, von der Bischofskonferenz der röm.-kath. Kirche u. der Israel. Kultusgemeinde Österreich als Nachfolgeorganisation der "Lagergemeinschaft Mauthausen" gegründet ..

http://derstandard.at/2429659/Der-pragmatische-Weltverbesserer .. Ausgelernt hat er noch bei Elin, interessiert hat ihn dort aber eigentlich nur seine Funktion im Betriebsrat .. Polithelden Mernyis: Rosa Jochmann, Antifaschistin. Alfred Dallinger, Sozialminister. Che Guevara, Revolutionär .. sein Vater: "Der war konservativer Donauschwabe, zuerst unter den Nazis im Häfn, dann unter den Partisanen, dann nach Wien vertrieben ..

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Otto Bauer

Beitrag von Dissident am Mi Sep 20, 2017 3:46 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Bauer  Otto Bauer (1881-1938) war österr. Politiker, führender Theoretiker der Sozialdemokratie seines Heimatlandes u. Begründer des Austromarxismus. 1918-1934 stellv. Parteivorsitzender der Sozialdemokr. Arbeiterpartei (SDAP) u. 1918/1919 Außenminister der Republik Deutschösterreich.

Er war der Sohn des wohlhabenden jüd. Textilfabrikanten Philipp Bauer, der sich zum Liberalismus bekannte .. Otto studierte an der Uni Wien Rechtswissenschaften u. promovierte 1906 .. er sprach Englisch u. Französisch u. nach seiner Kriegsgefangenschaft auch Russisch. Bauer begann 1900, sich in der SDAP politisch zu betätigen, u. wurde Mitglied der Freien Vereinigung Sozialistischer Studenten. Seine politischen Interessen spiegelten sich auch in seinen Studien wider, die er nach 1-jähriger Militärdienstzeit als Reserveoffiziersanwärter 1903 in Wien begann. Neben Rechtswissenschaften, Geschichte, Sprachen u. Philosophie inskribierte er auch Nationalökonomie u. Soziologie.
Als Student lernte er die etwas älteren Parteifreunde Max Adler, Rudolf Hilferding u. Karl Renner kennen; mit ihnen gründete er den Verein „Zukunft“ als Schule für Wiener Arbeiter, die Keimzelle des Austromarxismus. Aufmerksam wurde man auf ihn, als er 1907 das 600 Seiten starke Werk Nationalitätenfrage u. Sozialdemokratie vorlegte. Er wollte dieses Problem – anders als Karl Renner – mit dem Prinzip der Kulturautonomie einer konstruktiven Lösung zuführen.

Der Weg an die Parteispitze (1907–1918)
1907 wurde das Abgeordnetenhaus des Reichsrats zum ersten Mal nach dem allgemeinen u. gleichen Männerwahlrecht gewählt; die SDAP, 1897 mit 14 Mandataren zum ersten Mal im Parlament vertreten, errang 87 Mandate u. bildete damit die zweitstärkste Fraktion. Bauer wurde auf Wunsch von Parteichef Adler Sekretär des Klubs sozialdemokr. Abgeordneter im Reichsrat.
Außerdem war der Schreib- u. Redegewandte 1907 Mitgründer u. bis 1914 Redaktionsleiter der sozialdemokr. Monatsschrift Der Kampf, deren Mitherausgeber er bis 1934 blieb. 1912–1914 fungierte er weiters als Redaktionsmitglied der Arbeiter-Zeitung, des Zentralorgans der Partei. Dies war der Anfang einer überaus fruchtbaren Karriere als Publizist, während der Bauer u.a. an die 4.000 Zeitungsartikel verfasste.
Bauer bewährte sich in der von Victor Adler vor dem 1. Weltkrieg „staatstragend“ geführten österr. Sozialdemokratie als eindrucksvoller Redner u. überzeugender Diskutant. (Friedrich Heer sprach von einer Vermählung von deutschem u. jüdischem Pathos. In diese Zeit fielen auch private Weichenstellungen. Er verliebte sich in die um 10 Jahre ältere, verheiratete Akademikerin u. Publizistin Helene Landau. 1911 (nach anderen Angaben 1920) heirateten die beiden. 1939 traf Bruno Kreisky Witwe Helene Bauer in Stockholm, fand starken Rückhalt bei ihr u. verstand sich mit ihr sehr gut. Sie lebte dort bis 1941 u. übersiedelte dann gemeinsam mit Egon Breiner über Wladiwostok u. Manila nach Los Angeles; dort lebte sie zunächst im Haushalt der Emigrantenfamilie Elias (Ilja) Laub. Sie starb 1942 in Berkeley.

Kriegsdienst und Gefangenschaft
Aug. 1914 wurde er als Reserveleutnant der Infanterie zum Kriegsdienst verpflichtet. Er geriet bereits Nov. 1914 in russ. Kriegsgefangenschaft. Wie er Karl Seitz von dort schrieb, arbeitete er an einem umfassenden theoretischen Werk. Seitz ließ ihm über Freunde in Stockholm Geld zukommen. Auf Intervention der SDAP konnte Bauer im Sept. 1917 als „Austauschinvalide“ nach Wien zurückkehren. Seine Kontakte mit Funktionären der Menschewiki hatten ihn in Russland zum überzeugten Anhänger des „marxistischen Zentrums“ gemacht. In Österreich zählte man mit diesen Ansichten zum linken (marxistischen) Flügel der Partei.

Die Linken in der Sozialdemokratie
Diese Linken hatten beim Parteitag 1917 wg. der Not der hungernden Zivilbevölkerung an Gewicht gewonnen. Auch das Herbst 1916 erfolgte tödliche Attentat von Friedrich Adler auf den unpopulären k.k. Ministerpräsidenten Stürgkh beflügelte die Gegner der Burgfriedenspolitik. Die Partei begab sich in zunehmende Distanz zum Kriegskurs der Regierung. Durch die russ. Oktoberrevolution stieg die Bedeutung des linken Flügels erneut, da man ihm nun auch die Aufgabe zumaß, die Abwanderung der österr. Arbeiter zu den Bolschewiki zu verhindern.
Es war daher naheliegend, daß man nach Victor Adlers Ableben am 11.11.1918 den jungen, dynamischen Führer der Linken, Otto Bauer, ins Führungsgremium der Partei holte, wo er bald den Vorsitzenden der Partei, Karl Seitz, überstrahlte. Als Gegengewicht erhielt der Führer des rechten Flügels, Karl Renner, am 30.10.1918 die Funktion des Staatskanzlers in der 1. Regierung des neuen Staates Deutschösterreich, der sich am 12.11.1918 zur Republik u. zum Teil der deutschen Republik erklärte.

Bauer und der Austromarxismus (1918–1934)
Bauers Karriere begann vielversprechend. Er wurde von der Partei als Nachfolger des ersten Ministers im Außenamt Viktor Adler am 12.11.1918 zum Staatssekretär des Äußern (Außenminister) Deutschösterreichs vorgeschlagen u. dann vom Staatsrat dazu berufen. Bei den Wahlen zur Konstituierenden Nationalversammlung am 16.2.1919 erzielte die SDAP die relative Mehrheit u. ging eine Koalition mit den Christlichsozialen ein, die – anders als die SDAP – nur langsam wieder politisch Tritt fassen konnte.
Bauer gilt als wichtigster Verhandler auf österr. Seite bei den Österr.-deutschen Konsultationen 1919; sein deutsches Pendant war Außenminister Ulrich von Brockdorff-Rantzau. Die Gespräche erbrachten kein greifbares Ergebnis.
Bauer wurde von der Nationalversammlung am 15.3.1919 zum Leiter des Außenamtes der Staatsregierung Renner II gewählt. Gegen den Einfall der Südslawen in Südkärnten rief Bauer, wie Kreisky berichtet, das damals noch demokratische Italien zu Hilfe. Da Bauers Anschlusspolitik wegen der Unmöglichkeit, sie bei den Kriegssiegern durchzusetzen, noch im Frühjahr 1919 als gescheitert zu betrachten war, trat er am 26.7.1919 aus der Regierung zurück; Staatskanzler Renner übernahm die Außenamtsagenden selbst. Bauer war (bis 1934) als Abgeordneter u. März-bis Okt.1919 mit Ignaz Seipel in der vom Parlament eingesetzten Sozialisierungskommission tätig; ihr wichtigstes Ergebnis war der Entwurf des von der Nationalversammlung am 15.5.1919 beschlossenen Betriebsrätegesetzes. Die Vergesellschaftung von Privatunternehmen versandete auf Grund der divergenten Auffassungen der Koalitionspartner bald.

Gemeinsam mit den Führern der Arbeiter- u. Soldatenräte, Friedrich Adler u. Julius Deutsch, gelang es Bauer, die Arbeiterschaft auf Parteilinie zu halten u. die beiden Putschversuche der Kommunisten (12.11.1918 u. 14.6.1919) im Keim zu ersticken. Dieser Erfolg hing auch damit zusammen, daß im Zuge der ca. 2 Jahre andauernden Nachkriegskonjunktur der revolutionäre Elan der Arbeiterschaft stark nachgelassen hatte. Es war jener Zeitraum, während dessen man als Arbeiter ein hinreichendes Arbeitsangebot vorfand, einen angemessenen Lohn lukrieren konnte, kaum Mietzins zahlte u. in Wien Anspruch auf die ersten Sozialleistungen der unter Jakob Reumann zum „Roten Wien“ gewordenen Hauptstadt hatte.

Anschlussfrage - Sozialdemokratische Anschlussbewegung
Der Anschluss Deutschösterreichs einschl. Deutschböhmens an die anfangs sozialdemokratisch geführte Weimarer Republik des Deutschen Reiches erschien von 1918 an vielen, vor allem städtischen Sozialdemokraten ein selbstverständliches Ziel. Wie andere Nationalitäten der untergegangenen Monarchie beanspruchte man das nationale Selbstbestimmungsrecht für die Deutschen in Österreich; außerdem erwarteten die Sozialdemokraten die sozialistische Revolution in Deutschland. Der denkmächtigste Apostel dieses Deutschland-Glaubens ist Otto Bauer.
Beim Parteitag am 31.10. u. 1.11.1918 erklärte Bauer, vom nationalen Standpunkt als Deutsche u. vom internat. Standpunkt als Sozialdemokraten müsse man den Anschluss an Deutschland verlangen. Die Provis. Nationalversammlung beschloss am 12.11.1918 auch den Anschluss an Deutschland. Am 25.12.1918 richtete Bauer eine Verbalnote an die Siegermächte, der Anschluss an Deutschland sei der einzige u. richtige Weg.
Er führte vom 27.2.-2.3.1919 vertrauliche Anschlussverhandlungen mit dem deutschen Außenminister Ulrich von Brockdorff-Rantzau, dessen Vertreter in Österreich aber intern vor dem bankrotten Kleinstaat warnten. Österr. Anschlussgegner waren für Bauer, wie er im Parlament sagte, Hoch- u. Landesverräter.

Mitte April ließ man Bauer über einen britischen Offizier in Wien den Rat zukommen, in den Friedensverhandlungen das Anschlussthema tunlichst zu vermeiden. Bauer informierte seine Regierungskollegen erst Wochen später darüber. Er nominierte als Delegationsleiter in St. Germain vorerst Franz Klein, der als vehementer Anschluss-
befürworter bekannt war. Als sich die brit. Warnungen herumsprachen, wurde die Delegationsleitung noch vor Beginn der Verhandlungen an Renner übertragen.
Am 7.5.1919 wurde der deutschen Delegation in Versailles von der Triple-Entente der Entwurf des Friedensvertrages übergeben, aus dem sich ergab, daß die Kriegssieger die Vereinigung von Österreich mit Deutschland nicht gestatteten. Dies bewog Bauer letztlich, als Staatssekretär für Äußeres zurückzutreten; am 26.7.1919 betraute die Konstituierende Nationalversammlung Staatskanzler Renner mit der Leitung des Staatsamtes für Äußeres. Bauer blieb Anschlussbefürworter bis 1933: … jeder Sozialdemokrat u. jeder Arbeiter in Österreich war sich darüber klar, daß wir den Anschluss an die Deutsche Republik, nicht aber an das Zuchthaus Hitlers wollten. ---

SDAP in Opposition
1920 begann die vor allem auf Inflationsspekulationen beruhende Nachkriegskonjunktur abzuklingen. Neben den Werktätigen, die durch die Inflation ihre angemessenen Beamtengehälter, Ersparnisse u. Anleihen verloren hatten, waren nun auch Rentner, Pensionisten u. Altbauern, die auf Zins- u. Pachteinnahmen angewiesen waren, an die Armutsgrenze geraten. Die Unzufriedenheit dieser Gesellschaftsschichten u. das wieder stärkere „Trittfassen“ der Konservativen schlugen sich im Wahlergebnis vom 17.10.1920 nieder. Die SDAP verlor ihre relative Mehrheit, die Christlichsozialen lagen nun 6 Prozentpunkte voraus. Die SDAP verließ, da Bauer darauf bestand, die schwarz-rote Koalition; Heeresstaatssekretär Julius Deutsch musste daher die Kontrolle über das Bundesheer aufgeben (das 14 Jahre später an der Unterdrückung der Sozialdemokratie entscheidenden Anteil haben sollte). Die Sozialdemokraten sollten nun bis 1945 auf Bundesebene keine Regierungsfunktion mehr erreichen.
Dieser Schritt, dessen jahrzehntelang anhaltende Auswirkungen damals nicht abzusehen waren, wurde von Karl Renner, der sich im Parteivorstand dagegen ausgesprochen hatte, wie folgt kommentiert:   „Otto Bauer machte durch seine starre Haltung, durch das Gewicht seiner Persönlichkeit … der Sozialdemokratie den Eintritt in die Koalition, außer um den Preis einer Parteispaltung unmöglich … So war das Experiment glücklich gelungen, die Republik, die in erster Linie von der sozialdemokratischen Arbeiterschaft als demokratische Republik gegründet worden war, als reine „Bourgeoisrepublik“ zu deklarieren …“

Linzer Programm 1926
1926 beschloss die SDAP ihr Linzer Programm, das die Handschrift Bauers zeigte. Den großdeutschen Linzer Politiker Franz Langoth verstörten Plakate u. Transparente wie Heraus mit der Diktatur des Proletariats; er berief sich auf Viktor Adler, der (nicht verifizierbar) Bauer als das talentierteste Unglück der Sozialdemokratischen Partei bezeichnet habe.
Bauers revolutionsaffine Rhetorik, die im Sinn des Marxismus den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus als historische Notwendigkeit, somit als früher oder später unausweichlich, definierte, überlagerte die konkreten Forderungen der Partei so stark, daß die Gegner der SDAP mit Zitaten aus dem Programm vor dem Bolschewismus warnen konnten, obwohl die politische Praxis der Sozialdemokratie (vor allem im Roten Wien, wo Parteichef Seitz Bürgermeister war) reformorientiert u. demokratisch angelegt war. Kreisky sprach von einem furchtbaren verbalen Fehler: [dem] Satz von der „Diktatur des Proletariats“, der der Partei wie ein Brandmal anhaftete. … Es war eine gefährliche Formulierung, u. sie stand im Gegensatz zu allem, was im Programm zu lesen war. Andererseits, betont Kreisky, habe dieser Verbalradikalismus sehr dazu beigetragen, die Spaltung der österr. Sozialdemokratie zu verhindern.

Ablehnung der Koalitionsangebote der Christlichsozialen
Bauer lehnte mit Zustimmung von Seitz u. Renner 1931/1932 Koalitionsangebote der Bundeskanzler Seipel u. Dollfuß (CS) ab; ein bald als verhängnisvoll betrachteter Fehler (Kreisky: Meiner Meinung nach war das die letzte Chance zur Rettung der österr. Demokratie) Adolf Schärf gab später an, Bauer u. Seitz hätten ihn am 4.3.1933 mit dem Ratschlag zurückzutreten zu Renner geschickt. Der Rücktritt aller 3 Nationalratspräsidenten an diesem Tag ermöglichte Dollfuß 2 Tage später die Erklärung, der Nationalrat habe sich selbst ausgeschaltet; er verhinderte den Wiederzusammentritt. Obwohl für diesen Fall in den Parteistatuten zwingend festgelegt, kam es deswegen nicht zum Generalstreik.
Mai 1933 erklärte Bauer bei einer Parteiversammlung, die Gefahr Habsburg sei keineswegs geringer als die Gefahr Hitler.
Bauer ließ sich erst dann zum Handeln drängen, als sich die Einsatzpläne des Schutzbundes bereits in den Händen der Exekutive der Dollfuß-Regierung befanden u. zahlreiche Waffendepots von der Exekutive geräumt worden waren.
Theodor Körner war stets gegen die Schutzbundpläne von Julius Deutsch u. Otto Bauer aufgetreten, die ihm unzweckmäßig erschienen. Anfang Februar 1934 in letzter Minute gebeten, das Kommando über den Schutzbund zu übernehmen, beschwor er am 11.2. nach Prüfung der Schutzbundstruktur in 6 Wiener Bezirken Otto Bauer, es auf keinen Fall zu einem Zusammenstoß mit der Regierung u. ihren Kräften kommen zu lassen, den Schutzbund u. SDAP nur verlieren könnten.

Exil (1934–1938)
Als Otto Bauer während der Februarkämpfe 1934 im Exil in Brünn eintraf, zog er die Konsequenzen aus dem Scheitern seiner Pläne u. der Kritik, die ihm aus den eig. Reihen entgegenschlug. Er gab bekannt, daß er der Partei zwar weiter als Berater, Publizist u. Verwalter der geretteten Parteigelder zur Verfügung stehen, selbst aber keine Führungspositionen mehr übernehmen würde. In diesem Sinne unterstützte er mit seinem Auslandsbüro der österr. Sozialdemokraten (ALÖS) den sozialdemokratischen Untergrund mit Rat u. Tat, was dazu beitrug, daß sich die Revolutionären Sozialisten ab 1935 unter Joseph Buttinger bundesweit als Nachfolgeorganisation der SDAP in der Organisationsform einer konspirativen Kaderpartei etablieren konnten.

1938 emigrierte Bauer nach Brüssel, wo es Ende März zur Zusammenlegung seines Auslandsbüros mit der aus Österreich geflüchteten Führung der Revolutionären Sozialisten (R.S.) zur Auslandsvertretung der österr. Sozialisten (AVOES) kam. Die AVOES wurde von Buttinger geführt, Bauer war prominentes Mitglied u. Herausgeber der Zeitung Der sozialistische Kampf.
Bauer, der der Entwicklung seit Bismarck zum Trotz von Deutschland als Hort des Geistes u. des Fortschritts schwärmte, sprach sich in seinem 1938 in Paris verfassten politischen Testament neuerlich für die gesamtdeutsche Revolution (inklusive Österreich) aus, weil er die sozialistische Revolution in Österreich allein nicht für durchsetzbar hielt. Die Erklärung Renners für den Anschluss 1938 hielt er für richtig. Bauer hat sich immer als Deutscher betrachtet u. gefühlt.

Am 5.7.1938 erlag Bauer in Paris einem Herzinfarkt. Er wurde auf dem Friedhof Père Lachaise gegenüber dem Denkmal für die Kämpfer der Pariser Kommune von 1871 beigesetzt. 1948 wurde seine Urne nach Wien gebracht ---
- - -
Weiterwirken
Die Grundzüge von Bauers Austromarxismus findet man auch noch bei den 1934-1938 im Untergrund tätigen u. von Bauer unterstützten Revolutionären Sozialisten u. bei der Auslandsvertretung der österr. Sozialisten (AVOES) nach 1938.
Die 1945 neu gegründete SPÖ orientierte sich hingegen von Anfang an den Konzeptionen des Bauer-Antipoden Karl Renner, der auch erneut als Staatskanzler der neu gegründeten Republik fungierte. Der Marxismus Bauerscher Prägung behielt zunächst zwar nach der Gründung der Sozialdemokratischen (damals: Sozialistischen) Partei Österreichs (SPÖ) einen gewissen formalen Stellenwert, was auch dem anfangs geführten Zusatz zum offiziellen Parteinamen („Sozialdemokraten u. Revolutionäre Sozialisten“) zu entnehmen ist. Sein Einfluss nahm jedoch rasch ab, da die meisten Sozialdemokraten mit von Kommunisten verwendetem Vokabular nichts zu tun haben wollten, warnte doch die ÖVP lang vor der „roten Katze“ der angeblich drohenden roten Einheitsfront.
Der Sozialphilosoph Norbert Leser vertrat die Ansicht, daß Bauers Tod 1938 einen Richtungsstreit innerhalb der SPÖ verhindert hat: „Wäre Otto Bauer – das Gehirn u. die Seele des Austromarxismus – 1945 noch am Leben gewesen u. wäre er nach Österreich zurückgekehrt, hätte sich eine Auseinandersetzung über die Fehler der alten Führung wohl kaum vermeiden lassen, aber mit der toten Ikone, die man an Feiertagen beschwor, im Alltag jedoch verleugnete, ließ es sich für die Nachkriegs-SPÖ gut leben.“ Unter Kreisky wurde Bauer durch eine ab 1975 erschienene 9-bändige Werkausgabe geehrt, die aber keinerlei Auswirkungen auf die Politik der Partei mehr hatte.

Was dem Austromarxismus Bauerscher Prägung seine internat. Singularität verliehen hatte, war der Versuch, einen marxistischen Mittelweg zwischen den Bolschewiki u. den reformistischen Sozialdemokraten zu steuern, mit dem Endziel der Demokratisierung der Sowjetunion u. einer Wiedervereinigung in einer gemeinsamen Internationale. In der Periode des kalten Krieges stellte sich bis zum Beginn der Reformperiode Gorbatschows diese Hoffnung als illusorisch dar; auch später blieb sie irreal. Kreisky hielt Bauer 1986 unter den großen Männern, denen er begegnet sei, trotz mancher Fehlbeurteilung von überlegenem Intellekt.

Familie
Otto Bauers 1919 geborener Sohn Martin war erfolgreicher Trickfilmzeichner u. Filmproduzent in Österreich, der für zahlreiche außergewöhnliche Fernsehwerbungen der 1950er u. 1960er Jahre verantwortlich zeichnete. Er produzierte auf eigene Kosten einen Modelltrick-Werbespot für die SPÖ zur Nationalratswahl 1966.
Seine Schwester Ida Bauer (1882–1945) ist als Patientin von Sigmund Freud bekannt geworden, der eine berühmte Fallgeschichte über sie schrieb, in der er sie mit dem Pseudonym „Dora“ bezeichnete. Sein Neffe war der Dirigent Kurt Adler.

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Valentin Inzko

Beitrag von Dissident am Mi Sep 27, 2017 2:50 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Valentin_Inzko  Valentin Inzko [jun.] (*1949) ist Kärntner Slowene u. Diplomat .. Sein Vater war der Slawist u. Schulinspektor Valentin Inzko sen. (1923–2002). Dessen leitende Tätigkeit im Rat der Kärntner Slowenen u. in der Krščanska kulturna zveza (Christlicher Kulturverband) prägte auch den Sohn.

1955-1959 besuchte Inzko die 2-sprachige Volksschule in Suetschach im Rosental. Danach war er im Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt. 1967 begann er mit den Studien der Rechtswissenschaften sowie von Serbokroatisch u. Russisch an der Uni Graz. 1972 promovierte er zum Dr. juris. Im Anschluss absolvierte er die Diplomatische Akademie in Wien.
1974-1978 war er stellv. Leiter der UNDP-Vertretung in Ulan Bator. Danach war er 4 Jahre lang stellv. Leiter der UNDP-Vertretung in Colombo. 1981 trat er ins Bundes-
ministerium für ausw. Angelegenheiten ein. Er wurde zuerst in der Politischen Sektion, Abteilung für Mittel-, Ost- u. Südosteuropa, Zentralasien u. Südkaukasien, eingesetzt. 1982-1986 war er in der Botschaft Belgrad (Serbien) als Presse- u. Kulturattaché tätig. Danach war er 3 Jahre lang in der Vertretung bei der UNO in New York Botschaftsrat, österr. Delegierter der 1. Kommission (für Abrüstung u. internat. Sicherheit) der Generalversammlung sowie stellv. Vorsitzender der UN-Abrüstungskommission. 1989/1990 war er im Außenministerium in Wien als stellv. Leiter der Abt. f. Presse u. Information tätig. Okt.-Dez.1992 war er Leiter der OSZE-Mission in Serbien, im Sandžak in Süd-
westserbien. 1990-1996 war er Kulturrat der Botschaft Prag u. ab 1.1.1993 Gründungsdirektor des österr. Kulturinstituts in Prag.

Tätigkeit als Botschafter
1999 wurde Inzko zum Botschafter in Sarajevo für Bosnien/Herzegowina berufen, als Nachfolger des seit 1994 tätigen Franz Bogen, wo er nach der Belagerung von Sarajevo die Botschaft eröffnete u. aufbaute (seit Juni 1997 operativ tätig, vom damal. Außenminister Schüssel 21.11.1997 eröffnet, parallel mit dem Botschafts-Außenbüro in Banja Luka). Vom damal. Präsidenten Izetbegović wurde er zum Ehrenbürger von Sarajevo ernannt. 1995-2005 war er wieder im Innendienst im Bundesministerium f. ausw. Angelegenheiten Wien Leiter der Abt. für Mittel-, Ost- u. Südosteuropa, Zentralasien u. Südkaukasien.

2005-2009 war Inzko Botschafter in Laibach für die Republik Slowenien. Nach EU-Beitritt Sloweniens 2004 begleitet er dort die Integration in die Gemeinschaft, wie das Schengen-Abkommen zum freien Grenzverkehr, das Dez. 2007 umgesetzt wurde.

Sondermissionen in Bosnien
2009 kehrte er nach Bosnien zurück, per 26.3. wurde er Hoher Repräsentant für Bosnien/Herzegowina, der Beauftragte der UNO für die Resolution 1031 des UN-Sicherheitsrates u. die Umsetzung des Dayton-Abkommens zur Konsolidierung des Landes. Er ist nach Wolfgang Petritsch der 2. Österreicher in dieser Funktion. 2009 u. 2011 bekleidete er damit auch den Posten des EU-Sonderbeauftragten für Bosnien-Herzegowina.

Er bewarb sich mit der Hoffnung auf Außenseiterchancen u. wurde mit überwältigender Mehrheit für diesen Posten nominiert. Einzig die USA legten ein Veto ein, da sie den Kandidaten des NATO-Landes Großbritannien, Emyr Jones Perry, favorisierten. Sie wollten das Verfahren neu aufrollen, stimmten aber letztlich der Ernennung Inzkos zum Nachfolger des Slowaken Miroslav Lajčák zu.

Weitere Tätigkeiten
2010, in seiner Zeit als Botschafter in Slowenien, wurde er zum Vorsitzenden des Rates der Kärntner Slowenen gewählt.
Inzko ist mit der Sängerin Bernarda Fink verheiratet: http://doedr.forumieren.net/t45-slowenien-krain-untersteiermark#2474

http://doedr.forumieren.net/t153-bosnien-und-herzegowina-fleckerlteppich#2472 .. Diese Art "Gouverneur" residiert nicht nur sehr prächtig, sondern erhält auch ein monatliches Salär von 24.000 € - was .. besonders daran stört ist, daß dieser oppulente Unterhalt eines von außen Vorgesetzten auch noch unter "Hilfsgelder für Bosnien" eingepreist ist! ..
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Karl Renner

Beitrag von Dissident am Do Sep 28, 2017 11:58 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Renner  Karl Renner (1870-1950), österr. sozialdemokratischer Politiker (SDAP/SPÖ) u. Jurist. Nach 1. Weltkrieg u. Zusammen-
bruch der Monarchie war er 1918-1920 als Staatskanzler maßgeblich am Entstehen der 1. Republik Österreich beteiligt. Er leitete die österr. Delegation bei den Verhandlungen in Saint-Germain. 1920-1934 war er Abgeordneter zum Nationalrat. 1931 wurde er Präsident des Nationalrates; sein Rücktritt u. der seiner beiden Stellvertreter am 4.3.1933 wurde von Bundeskanzler Dollfuß als Selbstausschaltung des Parlaments begrüßt u. als Vorwand für die Etablierung der Ständestaatsdiktatur genützt, die als Austrofaschismus bezeichnet wurde. 1938 war er der bedeutendste sozialdemokr. Befürworter des Anschlusses Österreichs ans Nationalsozialistische Deutsche Reich.
Als Österreich als unabhängiger Staat nach dem 2. Weltkrieg wiedererrichtet wurde, war er als erneuter Staatskanzler der prov. Regierung einer der Hauptakteure. Dez. 1945 bis zu seinem Tod 1950 amtierte er als erster Bundespräsident der 2. Republik. Renner war Anhänger der parlamentarischen Demokratie im Sinne Lassalles u. zählte als solcher in seiner Partei zum rechten, pragmatischen Flügel. Dabei hat er immer darauf beharrt, als Marxist zu gelten, wenn auch als ein Marxist eigener Observanz. Er gilt als fruchtbarer Publizist, dessen Spezialgebiet die Rechtssoziologie war.

.. Renner war 1895 maßgeblich an der Gründung der internat. Naturfreundebewegung beteiligt, die heute weltweit über 500.000 Mitglieder zählt ..
Er hatte wesentlichen Anteil an der formalen Staatswerdung der 1. Republik, am Habsburgergesetz u. am Zustandekommen des Bundes-Verfassungsgesetzes .. Renner dichtete den Text zur inoffiziellen Hymne „Deutschösterreich, du herrliches Land“ selbst. Er leitete die deutschösterr. Delegation bei den als Diktat empfundenen Friedensverhandlungen in St. Germain ..

.. Im Zusammenhang mit der Geschäftsordnungskrise März 1933, die von den Christlichsozialen unter Dollfuß zu einem Staatsstreich genutzt wurde (u. propagandistisch als „Selbstausschaltung des Parlaments“ bezeichnet wurde), spielte Renner als Präsident des Nationalrates eine umstrittene Rolle. Er ließ sich von Bauer u. Seitz überreden, aus abstimmungstechnischen Gründen sein Amt niederzulegen. Nach dem Rücktritt der beiden anderen Präsidenten führte dies zu einer Situation, für die in der Geschäftsordnung nicht vorgesorgt worden war. Eine Beilegung dieser Geschäftsordnungskrise wurde jedoch am 15.3.1933 von Dollfuß unter Einsatz der Exekutive unterbunden, die Abgeordneten konnten nicht zusammentreten.
Renner blieb nach seinem Rücktritt untätig u. nutzte seine Position als ehem. Nationalratspräsident nicht. Der ehem. 3. Nationalratspräsident, der Deutschnationale Sepp Straffner, berief am 9.3. für den 15.3. den Nationalrat ein. Die Bundesregierung unter Dollfuß qualifizierte diese Einberufung als der Verfassung widersprechend u. kündigte an, „einer drohenden Verfassungsbeugung entgegenzuwirken.“ 200 Kriminalbeamte, die von der Regierung geschickt wurden, hinderten daraufhin die sozialdemokratischen u. großdeutschen Abgeordneten, die sich am 15.3. Sitzung versammeln wollten, am Betreten des Sitzungssaales.

Nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich 1938 gab Renner dem Neuen Wiener Tagblatt ein vom NS-Staat autorisiertes Interview, das am 3.4.1938 erschien. Im Beitrag mit Titel „Ich stimme mit Ja“ distanzierte er sich zwar von den Methoden, mit denen der Anschluss erfolgte, erklärte jedoch:   „Trotzdem habe ich seit 1919 in zahllosen Schriften u. ungezählten Versammlungen im Lande u. im Reiche den Kampf um den Anschluß weitergeführt. Obschon nicht mit jenen Methoden, zu denen ich mich bekenne, errungen, ist der Anschluß nunmehr doch vollzogen, ist geschichtliche Tatsache, u. diese betrachte ich als wahrhafte Genugtuung für die Demütigungen von 1918 u. 1919, für St-Germain u. Versailles. Ich müßte meine ganze Vergangenheit als theoretischer Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen wie als deutschösterreichischer Staatsmann verleugnen, wenn ich die große geschichtliche Tat des Wiederzusammenschlusses der deutschen Nation nicht freudigen Herzens begrüßte. […] Als Sozialdemokrat u. somit als Verfechter des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen, als erster Kanzler der Republik Deutschösterreich u. als gewesener Präsident ihrer Friedensdelegation zu St-Germain werde ich mit Ja stimmen.“

.. Renners Tochter Leopoldine Deutsch-Renner (1891–1977) emigrierte 1938 mit ihrem jüd. Mann Hans Deutsch-Renner (1879–1953) u. ihren 3 Kindern nach London, kehrte aber schon 1939 zu ihrem Vater nach Gloggnitz zurück ..

1938/39 verfasste Renner das Manuskript Die Gründung der Republik Deutschösterreich, der Anschluß u. die sudetendeutsche Frage, in dem er den „Anschluss“ Österreichs u. der sudetendeutschen Gebiete – u. auch die Handlungsweise Hitlers u. seiner Regierung in diesem Zusammenhang – sehr ausführlich positiv darstellte. Das Manuskript blieb damals unveröffentlicht; es wurde 1990 von Eduard Rabofsky ediert u. kommentiert .. Zur Erklärung von Renners damal. Haltung muss berücksichtigt werden, daß seine unmittelbare Heimat, das deutsch besiedelte Südmähren, 1918/19 gegen den Willen der Bevölkerung nicht zu Deutschösterreich gelangen konnte, sondern von tschech. Militär besetzt u. der Tschechoslowak. Republik einverleibt wurde.

Renner verbrachte die Zeit der NS-Herrschaft unter Hausarrest in Gloggnitz, wo er ein Haus besaß. Dieser Hausarrest war von den Nationalsozialisten sehr großzügig bemessen worden. Auch war ihm das Schreiben weiterhin erlaubt, u. er verfasste (ohne Publikationsmöglichkeit) Das Weltbild der Moderne, ein umfangreiches Versepos in Anlehnung an Lukrez.

Renner und die Gründung der Zweiten Republik (1945–1950) - Stalin und Renner
Die Weigerung der Auslandsvertretung der österr. Sozialisten (AVOES), mit anderen österr. Exilgruppierungen zusammenzuarbeiten, hatte zur Folge, daß es während des Krieges zu keiner Konstituierung einer österr. Auslandsvertretung oder Exilregierung kam u. mit Kriegsende ein politischer Freiraum in Österreich existierte. Diesen Freiraum wollte die sowj. Regierung so bald wie möglich zur Bildung einer ihr genehmen Regierung nutzen. Mit dem Auftrag zur Suche nach Karl Renner unmittelbar nach dem Einmarsch der ersten Rotarmisten in Österreich setzte Stalin erste Schritte in diese Richtung. Den Westalliierten wurden diese Intentionen verschwiegen, da der Sowjetunion bekannt war, daß sie den Österreichern erst nach Kriegsende u. auch dann nur in kleinen Schritten politische Verantwortung übertragen wollten. Stalin fasste diesen Entschluss auch gegen den Willen der KPÖ. Diese hatte um Zeit für den Aufbau einer neuen Parteiorganisation vor Ort gebeten, da die alte, von Gestapo-Spitzeln unterwanderte Parteiorganisation während des Krieges so gut wie restlos zerschlagen worden war. Dazu meinte der österr. Marxist Erwin Scharf:    „Daß ausgerechnet Renner, der sich von den Nazis agitatorisch für die Sanktionierung der Okkupation Österreichs hatte missbrauchen lassen, mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, blieb unbegreiflich… erst als in späteren Jahren im Politischen Büro der KPÖ das Thema angeschnitten wurde, erhielt ich einige aufklärende Informationen: Tatsächlich waren Franz Honner u.a. führenden Funktionäre der KPÖ nicht der Ansicht, daß man nach der militär. Befreiung sofort eine prov. Regierung bilden sollte. Denn vorher musste man die demokratischen Organisationen aufbauen, eine feste Einheit aller Demokraten u. Patrioten schaffen, den opportunistischen Spreu vom antifaschistischen Weizen scheiden, u. dann erst könnte man, gestützt auf die neuen politischen Gruppierungen, eine Regierung bilden. Aber dieser Plan konnte nicht verwirklicht werden. Das Oberkommando der Roten Armee hatte … Dr. Karl Renner eingeladen, eine prov. Regierung zu bilden.“

Am 4.4.1945 meldete das Kommando der 103. Gardeschützendivision, daß sich der gesuchte Karl Renner im Raum Gloggnitz aus eig. Antrieb gemeldet u. sich bezüglich einer Regierungsbildung zur Verfügung gestellt hatte. Dazu Renner:    „Ließ ich mich in Verhandlungen ein, so konnte das mit der Einbuße meines guten Namens u. mit meiner politischen Ehre endigen u. überdies der Sozialdemokr. Partei… zum Nachteil ausschlagen… nach längerem Ringen entschloss ich mich, alle Risiken auf mich zu nehmen, um möglicherweise doch Österreich die Chance zu geben, die verhängnisvolle Bindung an Hitler-Deutschland selbst zu zerreißen […]. Anderseits war mir klar bewußt, daß ich niemals als Beauftragter Russlands die Mission übernehmen u. durchführen konnte. Der Auftrag mußte von Österreich selbst kommen.“

Renner wurde zum Stab der 9. Gardearmee weitergeleitet. Die sowj. Truppen nahmen nach Rücksprache mit Moskau sein Angebot zur Mithilfe an u. wiesen ihm als Sitz das Schloss Eichbüchl bei Wr. Neustadt zu, wo er gemäß Korpskommissar Scheltow seine Vorschläge betr. einer Regierungsbildung zu Papier bringen sollte. Als er wenig später die Aufforderung der Sowjetunion ablehnte, einen Appell an die Rote Armee zu richten, wuchs seine Befürchtung, daß man ihm den Auftrag für die Regierungsbildung entziehen könnte. Er richtete nun einen Brief an Stalin, der zu Missverständnissen geführt hat. Dieser Brief weist zwar peinlich wirkende Schmeicheleien auf, enthält aber keine von der Sowjetunion erwartete Zusage bezüglich der Bildung einer Volksfront mit der KPÖ. Dieser Brief wurde von sowj. Seite zwar mit Skepsis aufgenommen, Stalin nahm ihn aber dennoch zum Anlass, Renner mit einer Regierungsbildung zu beauftragen. Es folgten Verhandlungen mit den Interessenvertretungen betr. der Zusammensetzung des prov. Gremiums, wobei Renner auf die Akzeptanz im Westen zu achten hatte.

Haltung der Westmächte
Die USA u. Großbritannien erfuhren vom sowj. Projekt, Prov. Regierung Österreich, erst am 26.4.1945 am Rande der Außenministerkonferenz. Dort teilte der stellv. sowj. Außenminister Wyschinski seinen brit. u. amerikan. Amtskollegen nur beiläufig mit, daß man am Folgetag in Wien das Kabinett Renner angeloben werde. Es war dies der Zeitpunkt, an dem die deutschen Truppen noch am Stadtrand von Wien im Kampf mit der Roten Armee standen. Die Briten legten unverzüglich Protest ein. Die USA schlossen sich diesem Protest nicht an, verweigerten jedoch Renners Ministerriege ebenso die Anerkennung wie die Briten. Am 27.4.1945 wurde Renner u. sein Team von Marschall Tolbuchin, dem Oberkommandierenden der in Österreich südlich der Donau operierenden 3. Ukrainischen Front, offiziell empfangen. Mit 29 Mann u. 1 Frau nahm man die Arbeit im Parlament auf. Als wichtigste Aufgabe hatte die Sowjetunion dem prov. Kabinett die Vorbereitung bundesweiter Wahlen anbefohlen. Dieses Vorhaben wurde auch von den (prov.) Landeshauptleuten der westl. Bundesländer unterstützt. Dort hatte der prov. LH von Tirol Karl Gruber eine Initiative für ein ungeteiltes Österreich gestartet u. seine Kollegen im Westen Österreichs für eine Zusammenarbeit mit Renner u. seiner prov. Regierung gewonnen. Nach zähen Verhandlungen erklärten sich am 20.9.1945 die Briten bereit, die Blockade der Wahlen aufzugeben u. der prov. Regierung zumindest bezüglich von Wahlen eine Kompetenz über ganz Österreich zuzubilligen. Sie waren auch mit einer der Wahlvorbereitung dienenden Länderkonferenz einverstanden.

Entscheidung der Länderkonferenz
Am 26.9.1945 stand auf dieser Länderkonferenz noch einmal alles auf des Messers Schneide. Die kommunistischen Mitglieder der prov. Regierung weigerten sich, den Vertretern der westl. Bundesländer Kabinettsposten einzuräumen, die Konferenz stand knapp vor dem Abbruch. Es war dann der sozialdemokr. Bürgermeister von Linz, Koref, der jenen Kompromissvorschlag einbrachte, der schließlich auch von der KPÖ angenommen wurde. Der Weg für bundesweite, freie Wahlen war nun geebnet. Sie brachten am 25.11.1945 aber nicht wie von der Sowjetunion erwartet die absolute Mehrheit für SPÖ (44,6 %) u. KPÖ (5,4 %) u. die Chancen auf eine österreichweite Volksfront, sondern die absolute Mandatsmehrheit für die ÖVP (49,8 % der Stimmen).
Die USA u. England zeigten sich betr. des Wahlergebnisses erfreut u. zögerten auch nicht mit der Anerkennung des Konzentrationskabinetts Figl. Die enttäuschte Sowjetunion hingegen gab der neuen Bundesregierung erst nach dem Austausch dreier ÖVP-Bundesminister ihren Segen. Auf die Spitzengliederung der KPÖ hatte der Wahlausgang keinen Einfluss. Die Sowjetunion berücksichtigte, daß Koplenig u. Genossen eindringlich genug vor Renner u. frühen Wahlen gewarnt hatten. Mit dieser Wahl wurde der Grundstein für den „Sonderfall“ Österreich gelegt, ein Status, der dem Land 1955 die volle Souveränität brachte.
Renner wurde am 20.12.1945 durch die Bundesversammlung zum 1. Bundespräsidenten der 2. Republik gewählt u. blieb dies bis zu seinem Tod 1950.

Antisemitismus - Debatte über Nationalratsreden in den 1920ern
2012 machte Franz Schausberger auf angebl. antisemitische Äußerungen Renners aufmerksam u. forderte nach der Umbenennung des Dr.-Karl-Lueger-Rings in „Universitätsring“ auch die Umbenennung des Dr.-Karl-Renner-Rings in „Parlamentsring“ .. Schausberger wies darauf hin, daß Renner in seinen Parlamentsreden „den Begriffen „jüdisch“ oder „Juden“ einen negativen Drall“ gegeben habe. Renner ging es, lt. Schausberger, nicht darum „das Großkapital, den Manchesterliberalismus generell u. die Banken zu kritisieren, es ging ihm immer um das „jüdische Großkapital“ um die „jüdischen Banken“ u. den „jüdischen Manchesterliberalismus“.“ Auch sei es Renner 1920 nicht um Schleichhändler in Wien generell gegangen, „es waren immer die „jüdischen Schleichhändler“, die er anklagte, obwohl eine große Zahl nichtjüdisch war.“ Renner nannte Ignaz Seipel einen „Judenliberalen in der Soutane“ u. warf ihm unter anderem vor „die Unterordnung des ganzen Kleinbürgertums unter die Führung des jüdischen Großkapitals, zur Tatsache zu machen, …indem Sie endlich auf den Thron unserer Finanzen das edle Paar gesetzt haben: Christ und Jud, Doktor Gürtler und Dr. Rosenberg.“..

Das „jüdische Großkapital“
Der sozialdemokr. Agitation im Österreich u. Deutschland der 1920er war gemein, daß sie das Vorurteil des „jüdischen Großkapitals“ für sich nutzte u. dadurch auch verstärkte .. Rathkolb führte 2005 zum Thema SDAP u. Antisemitismus bzw. zu Renners Abneigung gegen die Rückkehr jüdischer Exilanten 1945 allgemein an, in der latent antisemitischen Stimmung der 1. Republik sei die Sozialdemokratie „in der Propaganda der Christlichsozialen u. Deutschnationalen zur Judenpartei stigmatisiert“ worden, ..

Der Sozialphilosoph Leser verteidigte Renner u. meinte: „Wenn Renner im Zusammenhang mit der Genfer Sanierung 1922 u. dem damit verbundenen Völkerbunddiktat von einer jüdischen Finanzmacht sprach, so bediente er damit keine antisemitischen Klischees, sondern stellte nur eine Tatsache fest.“

Ausgrenzung jüdischer Heimkehrer u. Holocaustüberlebender nach 1945
Die von Renner mitentworfene u. als Erstunterzeichner unterschriebene Österr. Unabhängigkeitserklärung vom 27.4.1945 erwähnte das Schicksal der jüd. Österreicher in der NS-Diktatur nicht .. was Renner mit den Worten verdeutlichte: „Für den Judenschaden soll grundsätzlich die Volksgesamtheit nicht haftbar gemacht werden“. Vertriebene bzw. geflüchtete jüd. Österreicher wurden nur in Ausnahmefällen zur Rückkehr eingeladen .. Februar 1946 nahm Bundespräsident Renner in einer Ansprache vor dem Palästina-Komitee zur Zukunft von Österreichs Juden unter anderem so Stellung:   „… die jüd. Gemeinde kann sich nie erholen. (…) glaube ich nicht, daß Österreich in seiner jetzigen Stimmung Juden noch einmal erlauben würde, diese Familienmonopole aufzubauen. Sicherlich würden wir nicht zulassen, daß eine neue jüd. Gemeinde aus Osteuropa hierher käme u. sich hier etablierte, während unsere eigenen Leute Arbeit brauchen.“ ..

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Richard Bernaschek

Beitrag von Dissident am Do Okt 12, 2017 5:59 pm

Richard Bernaschek http://doedr.forumieren.net/t88-mauthausen-haftlinge-und-nebenlager#1434

Schutzbundführer am 18.4.1945 in Mauthausen hingerichtet.
http://www.dokumentationsarchiv.at/SPOE/Braune_Flecken_SPOE.htm .. Bernašek (häufig fälschlich auch: Bernaschek) .. im Frühsommer 1934: „Das Programm der Nationalsozialisten steht uns näher ... Österreich ist nicht lebensfähig u. daher verlangen wir den Anschluß an ein großes Wirtschaftsgebiet, u. zwar als Deutsche ans Deutsche Reich.“ .. „Versöhnlich wirkt der Umstand auf mich, daß mit der gleichen Energie u. Zähigkeit, mit der man den volksschädigenden Einfluss des Finanz- u. Industriekapitals – hierbei aber vorwiegend den des jüdischen – zu bekämpfen sucht, man nun auch den verderbenbringenden Einfluss des Klerus, in beiden Kirchen, zu brechen versucht.“ .. Tätigkeit für die Allianz-Versicherung, die auch Unterorganisationen der NSDAP u. Gebäude u. Personal im KZ Auschwitz u. KZ Dachau versichert.

Bis ins Jahr 1944 konspirative Kontakte zu Gliederungen der NSDAP u. der Kriminalpolizeileitstelle Linz, die dem RSHA Berlin unterstellt ist.
Festnahme nach dem 20.7.1944 nach Aufdeckung des Komintern-Netzwerkes; am 18.4.1945 in Mauthausen hingerichtet.
Kommunisten u. SPÖ feiern ihn dennoch als vermeintlichen Widerstandskämpfer.

https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Bernaschek .. eine der Hauptfiguren des Österr. Bürgerkriegs, der am 12.2.1934 im Hotel Schiff in Linz ausbrach u. sich innerhalb kurzer Zeit auf Wien u. Industrieregionen wie Steyr oder die Obersteiermark ausbreitete .. Ab 1926 war er Landesleiter des oberösterr. Schutzbundes, der uniformiert u. bewaffnet nach militärischem Vorbild aufgebaut war. Schutzbundmitglieder, die nicht beim Militär gedient hatten, erhielten ihre Schießausbildung in sog. Arbeiter-Schützenvereinen. 1926 konnte B. am Halbjahreskurs der sog. Arbeiterhochschule in Wien teilnehmen. Er kam in Kontakt mit Führerpersönlichkeiten der Sozialdemokratie (u.a. Karl Renner, Adolf Schärf, Theodor Körner, Friedrich Adler, Otto Bauer, Alexander Eifler, Otto Neurath), die als Dozenten den Kursteilnehmern eine intensive ideologische Schulung zuteilwerden ließen. Bernascheks bereits bekannte Haltung als „Linker“ unter den Sozialdemokraten wurde dabei gefestigt. Am 4.3.1933 fand in Wien die sog. Selbstausschaltung des Parlaments statt u. am 15.3.1933 wurden großdeutsche u. sozialdemokr. Abgeordnete unter Polizeigewalt am Betreten des Parlaments gehindert bzw. die sich bereits im Parlament befindlichen Abgeordneten wurden von der Polizei hinaus eskortiert. In Folge wurde am 31.3.1933 der Republikanische Schutzbund aufgelöst.
B. schrieb zu diesem Anlass: „Als die überraschende Weisung kam, am 31.3. keinen Widerstand zu leisten, liefen die Schutzbündler mit vor Scham gerötetem Gesicht herum. Aber sie retteten die Waffen u. verbrannten die Schriftstücke.“ Der Schutzbund war aber nur der Form nach aufgelöst, die militär. Übungen u. Zusammenkünfte wurden unter Deckmantel sportlicher Veranstaltungen (ASKÖ), Wanderungen, Führerkurse etc. weitergeführt. Es erwies sich aber schwierig, den kämpferischen Elan der früheren Jahre aufrecht zu halten, die Glaubwürdigkeit der marxistisch ausgerichteten Sozialdemokr. Partei war unter ihren Anhängern wg. ihrer passiven Haltung gegenüber den Märzereignissen von 1933 erschüttert, die Mitgliederzahl begann zu bröckeln u. ein Teil der Arbeiterschaft wanderte zur NSDAP ab. Vermutlich ist es falsch, die Attraktivität der NSDAP für die Arbeiterschaft allein auf die Situation der Arbeitslosigkeit, die wirtschaftlichen Probleme in Österreich u. die wirtschaftlichen Erfolge in Nazideutschland zurückzuführen; wie aus einem Brief Bernascheks an die Parteileitung hervorgeht („Man führt die Haltung der Partei in den letzten 10 Monaten, also seit der denkwürdigen Parlamentssitzung, auf die jüdische Führung zurück, die sich zum Kampf nicht entschließen kann.“), wurden auf den Versammlungen auch antisemitische Äußerungen laut (führende Mitglieder der SDAP wie Otto Bauer waren bekanntlich Juden) u. die Ideologie des Nationalsozialismus kam diesen Tendenzen besser entgegen als die marxistische Lehre der SDAP.

Zu den Vorereignissen des 12.2.1934 gehört, daß die Polizei immer wieder illegale Waffentransporte aus der Tschechoslowakei u. Waffenlager festgestellt hatte.
So wurde am 24.1.1934 in Schwechat ein großes Waffenlager mit Gewehren, Maschinengewehren, Handgranaten u. größeren Mengen Sprengstoff ausgehoben. Der Sprengstoff hätte ausgereicht, um die Regierungsgebäude der Wiener Innenstadt von der Kanalisation aus in die Luft zu sprengen, wie dies auch von Major Eifler im Kriegsplan des Schutzbundes vorgesehen war. Auch das „Hotel Schiff“ u.a. Stützpunkte des Schutzbundes waren bereits 1931 nach Waffen durchsucht worden u. die Parteiführung unter Gruber hatte auf den Abtransport der Waffen kaum reagiert. Sogar noch am 10.2.1934 hatte es eine Waffensuche in Steyr gegeben, bei der ein Betriebsobmann kurzfristig verhaftet worden war, ohne daß dies weiterreichende Folgen gehabt hätte.

Bernaschek hatte sich am 11.2.1934 mit seinen engsten Mitstreitern (Ludwig Bernaschek, Ferdinand Hüttner, Otto Huschka, Franz Schlagin, Franz Schrangl u. Josef Glasner) beraten u. sich entschlossen bei einer Waffensuche am Montag mit „gewaltsamen Widerstand ... u. in Fortsetzung des Widerstandes zum Angriff“ zu reagieren. „Dieser Beschluß ist unabänderlich“, so fügte er noch in seinem Brief an die Leitung der Sozialdemokr. Partei hinzu. Dieser Brief wurde mit einer handschriftlichen Notiz Bernascheks mit dem Inhalt „Waffensuche provozieren“ im Hotel Schiff aufgefunden. Bereits in der Nacht zum 12.2. hatte er Befehl gegeben, strategisch wichtige Punkte in u. um Linz zu besetzen. Wie aus den Erinnerungen des Sicherheitsdirektors Hammerstein-Equord hervorgeht, waren zwar Waffensuchen geplant, jedoch wusste die Exekutive nicht, wo zu beginnen sei; gedacht war ans Parkbad, wo das Ausladen verdächtiger Kisten beobachtet worden war. Durch ein merkwürdig verschlüsseltes Telegramm („Der Tante geht es gut, die Ärzte u. der Onkel Otto sind der Meinung, daß man nichts unternehmen dürfe. Bernaschek soll sofort nach Wien kommen.“), das für eine Adresse im Hotel Schiff bestimmt war, aufmerksam gemacht, geriet nun das Parteiheim des Sozialdemokraten in den Focus der Aufmerksamkeit. Hammerstein rief daraufhin Viktor Benz, den Polizeidirektor von Linz an, der neben dem Hotel Schiff wohnte u. der dort selbst während der Nacht auffällige Transporte festgestellt hatte. Damit stand fest, wo am nächsten Tag mit der Waffensuche begonnen werden sollte.
Bernaschek hatte bekanntlich bei seiner Entscheidung die Leitung der Sozialdemokr. Partei von Oberösterreich nicht informiert. Das Signal von der Parteileitung aus Wien war aber eindeutig: Man wollte keinen Aufstand. Hinzu kommt als besondere Tragik, daß im Landtag von Oberösterreich die 3 Parteien (Christsoziale, Sozialdemokraten, Großdeutsche) demokratisch gewählt waren u. in einer Proporzregierung unter Leitung von Landeshauptmann Schlegel mehr oder minder gedeihlich zusammenarbeiteten. Der Landtag war also trotz der Lage auf Bundeseben noch ein Hort der Demokratie u. der Aufstand wurde infolge der Ereignisse vom 12.2. genutzt, um diese letzte Bastion der Demokratie abzuschaffen.
Gegen 7.00 Uhr begann die Polizei mit etwa 30 Polizisten unter Führung der Polizeioffiziere Hofer u. Petrich mit der Durchsuchung. Bernaschek ersuchte noch um 7.15 Uhr LH Schlegel um Intervention, dieser konnte den Ablauf aber nicht mehr stoppen, da er nicht mehr fürs Sicherheitsreferat zuständig war. Kurz darauf drang die Polizei ins Hotel Schiff ein u. es wurden B. u. 2 weitere Sozialdemokraten um 7.45 verhaftet u. aus dem Gebäude zum Arrestantenwagen geführt. B. versuchte auf der Straße zu flüchten, wurde aber schnell wieder gestellt u. festgenommen. Nach der Festnahme von B. kam es zu einem Schusswechsel zwischen einem im oberen Stockwerk verschanzten MG-Schützen u. der Polizei. Im Zuge der weiteren Kämpfe, die erst gegen Mittag u. unter Einsatz des Bundesheeres beendet wurden, wurde der MG-Schütze Rudolf Kunz getötet.
Vor seiner Verhaftung hatte B. noch die Schutzbündler in Steyr, Wels, Vöcklabruck u. im Kohlerevier alarmiert u. zu den Waffen gerufen. Zugleich versuchte er, belastende Schriftstücke zu vernichten. In Oberösterreich brachen daraufhin schwere Kämpfe aus, die durch die Exekutive (Bundesheer, Gendarmerie, Assistenztruppen) erst bis zum 13. 2. niedergeschlagen werden konnten. Auch in Wien u.a. Bundesländern brachen Aufstände aus, bis zum 15.2. war die Ruhe wiederhergestellt. Diese Kämpfe gingen als Februaraufstand 1934 oder „Österr. Bürgerkrieg“ in die Geschichte ein. Es wurde jedoch kein Generalstreik ausgerufen u. sogar die dem Schutzbund nahestehenden Gewerkschaften der Eisenbahner u. der Postler griffen nicht ins Geschehen ein. Zudem erwies sich auch die Exekutive gegenüber dem Staat als loyal u. die erwarteten Überläufer gab es nicht.

In der Nacht auf den 3.4.1934 ließ der nationalsozialistisch gesinnte Gefängnisdirektor, Ernst Seiler, 3 Sozialdemokraten (Richard Bernaschek, Otto Huschka, Franz Schlagin) sowie 2 Nazis (Ignaz Faster, Karl Straßmayr) unter Mithilfe des Justizwachebeamten Karl Dobler aus dem Linzer Landesgerichtsgefängnis entkommen. Alle 5 wurden von NS-Fluchthelfern nach Passau u. dann München gebracht. Bernaschek wurde von den Nationalsozialisten mit allen Ehren willkommen geheißen. Nach einem Empfang beim Bürgermeister von Passau u. einem Besuch bei der Österr. Legion in Vilshofen, wo B. dem SA-Führer für Österreich Hermann Reschny vorgestellt wurde, reiste er nach München weiter. Am 5.4.1934 fand das 1. Treffen mit Theo Habicht, dem Leiter der NSDAP von Österreich statt. Von der Landesleitung der NSDAP für Österreich wurde Bernaschek bei seinem Aufenthalt finanziell großzügig unterstützt. In München traten die beiden Nazis u. die 2 mit B. geflüchteten Sozialdemokraten der Österr. Legion bei, während B. verkündete, „Das Programm der Nationalsozialisten steht uns näher“. B. verfasst in München ein Manuskript, in dem er sich mit der Situation der österr. Sozialdemokratie auseinandersetzt, wobei er auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten auslotete. Die Hoffnung, daß er von Nationalsozialisten bei der Veröffentlichung seines Werkes unterstützt würde, erfüllt sich jedoch nicht. Und damit ging er wieder auf Distanz zu den Nationalsozialisten.

Bernaschek konnte Deutschland unbehelligt am 30.5.1934 verlassen u. reiste nach Zürich weiter, wo er bei Friedrich Adler, dem Sekretär der 2. Internationale, eine Zufluchtstätte fand. Mit dem Flugzeug reiste B. dann nach Prag, wo er vom Schutzbundfunktionär Recknagel ins Schutzbündlerlager Zbraslav gebracht wurde. Ebenso nahm er Kontakt mit dem emigrierten Otto Bauer u. dessen Auslandsbüro der österr. Sozialdemokraten (ALÖS) in Brünn auf. Anf. August konnte er mit Richard Strasser u. August Moser eine geplante Reise nach Moskau antreten. Hier wurde er freundlich aufgenommen u. traf mit Béla Kun, Knorin u. Manuilski zusammen. Obwohl er nicht durch die Revolutionären Sozialisten (R.S.), der Nachfolgeorganisation der SDAP, legitimiert war, entwickelte er weitreichende Pläne über eine Zusammenarbeit der 2. Internationale mit der 3. Internationale. Weder von Seiten der Kommunisten, noch von Seiten der Sozialdemokraten wurde die von B. vorgeschlagene Kampffront beider Parteien letztlich akzeptiert. Über die Sowjetunion u. die Situation der Arbeiter dort äußerte er sich sehr ablehnend („Hier hat der Arbeiter genausowenig zu reden wie bei den Nazis. Diktatur da und dort. Das ist nichts für uns“). Vielleicht spielte für diese Einschätzung auch die Ermordung von Bernascheks Schwiegersohn Franz Leschanz eine Rolle, der - wie viele andere in die Sowjetunion geflüchtete Schutzbündler auch - Opfer stalinistischer Säuberungswellen wurde.

Zurückgekehrt in die Tschechoslowakei übersiedelte er nach kurzem Aufenthalt in Prag Okt. 1934 nach Kaplitz, wo er sich unter Decknamen Franz Hoffmann aufhielt. Frühjahr 1935 musste er aufgrund eines Bescheides der Bezirkshauptmannschaft Kaplitz den Bezirk verlassen u. war dann in Prag bzw. wieder im Emigrantenlager Zbrazlav. Seinen Lebensunterhalt bestritt er aus Zuwendungen der 2. Internationale u. Gelegenheitsarbeiten. Nach Einmarsch der Nationalsozialisten am 12.3.1938 in Österreich bemühte sich B. um eine Rückkehr nach Österreich. Dies gestaltete sich etwas schwierig, da er am 6.12.1935 wg. seiner staatsfeindlichen politischen Betätigungen ausgebürgert worden war. Schließlich erhielt er von den tschech. Behörden einen Interimspass, der ihm am 20.1.1939 die Ausreise nach Frankreich ermöglichte, um von dort ev. nach Schweden zu emigrieren. In Paris erhielt er von Bruder Ludwig die Nachricht, er könne nach Österreich zurückkehren, ohne eine Verhaftung befürchten zu müssen, dies sei ihm vom Gauleiter Eigruber zugesichert worden. Am 30.1.1939 kehrt er nach Linz zurück u. wurde wieder eingebürgert.
In Linz war er vorerst im Radiogeschäft seines Bruders Ludwig angestellt. Dann soll er Vertreter für eine Lederfirma gewesen sein, letztlich bekommt er eine Stelle als Versicherungsvertreter der Allianz-Versicherung. Juni 1943 bewirbt er sich um eine Stelle im Städt. Maschinenamt, die er auch am 1.7.1943 antreten kann. Nach dem Attentat auf Hitler am 20.7.1944 wurde B. verhaftet u. zuerst ins Polizeigefängnis in Linz, dann ins KZ Mauthausen, dann in die Polizeidirektion Wien (Okt.1944), von dort in das Gestapogefängnis Morzinplatz u. Anf. März 1945 wieder nach Mauthausen gebracht. In Mauthausen wurde B. misshandelt u. gefoltert. Kurz vor Kriegsende wurde er, wie aus Zeugenberichten hervorgeht, am 18.4.1945 im KZ Mauthausen vom SS-Oberscharführer Niedermeier durch Genickschuss ermordet. Seine Familie erhielt eine  Beileidsmitteilung der Lagerleitung mit der Sterbeurkunde, auf der als Todesursache Lungenentzündung verzeichnet war.

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Re: Menschen und Personalien

Beitrag von Dissident am Mi Okt 18, 2017 2:26 pm

Heute im aktuellen Zusammenhang, oder im Inhalt erweitert worden:

Karl Renner http://doedr.forumieren.net/t11p225-menschen-und-personalien#2488

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Hans Öllinger & Alfred Migsch

Beitrag von Dissident Gestern um 9:52 am

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_%C3%96llinger  Johann (Hans) Öllinger (1914-1990), 21.4.-22.5.1970 kurzzeitig Bundesminister für Land- u. Forstwirtschaft im ersten rein sozialdemokratischen Kabinett der Republik Österreich.

Er studierte Agrarwirtschaft an der Wiener Hochschule f. Bodenkultur, wurde 1937 Dipl.Ing. u. promovierte 1942 mit dem Thema Untersuchungen über die Milchwirtschaft im Gau Kärnten. Juni 1933 - Herbst 1937, auch während der „Verbotszeit“ nach dem gescheiterten Juliputsch, war er Angehöriger u. zuletzt Sturmführer der SA. Dabei beteiligte er sich an Terrorakten gegen die austrofaschistische Regierung. 1937 wurde er SS-Mitglied u. brachte es zum Untersturmführer u. Mitglied der SS-Totenkopfverbände. Nach dem Anschluss 1938 trat Öllinger in die Landesbauernschaft Südmark (Steiermark, Kärnten, inkl. Osttirol u. Südburgenland) ein u. wurde Mai 1938 Mitglied der NSDAP.

1940 schied er nach eig. Angaben aus SS u. NSDAP aus u. meldete sich zur Wehrmacht, um als Offizier am Westfeldzug teilzunehmen. Gerüchteweise war er aus der SS ausgeschlossen worden. Als Alpinist war er Mitglied in 2 Gebirgsdivisionen .. April 1946 wurde er aus französ. Kriegsgefangenschaft entlassen, es sei außer seiner „Zugehörigkeit zur SS nichts Nachteiliges oder Belastendes“ vorgelegen. Nach dem Krieg gelang ihm trotz politischer Vorbelastung eine Beamtenkarriere im Amt der Kärntner Landesregierung. Er brachte es bis zum Hofrat, trat zwar nicht der SPÖ bei, wurde aber 1960 Mitglied des BSA (Bund der Sozialdemokratischen Akademiker).

Öllinger-Affäre
Bundeskanzler Kreisky nominierte den parteiunabhängigen Agrarexperten Öllinger als ersten Landwirtschaftsminister, der nicht der ÖVP angehörte 1970 für sein Kabinett. Er war Kreisky, der ihn zuvor nicht gekannt hatte, vom Kärntner Landeshauptmann Sima vorgeschlagen worden. Die Zeitschrift Die Furche veröffentlichte, nach Hinweisen von Wiesenthal, daraufhin Öllingers NS-Vergangenheit. Aufgrund heftiger Diskussionen in der Öffentlichkeit, die auch international geführt wurden, trat Öllinger 4 Wochen nach seiner Ernennung zurück. Kreisky hatte sich geweigert, Öllinger aus politischen Gründen abzuberufen, daher trat Öllinger „freiwillig u. nur aus Krankheitsgründen“ von seinem Amt zurück. Nach anderen Angaben hatte Öllinger tatsächlich einen Herzanfall erlitten. Sein Nachfolger im Amt wurde Oskar Weihs, ebenfalls BSA- u. ehem. NSDAP-Mitglied.

http://derstandard.at/1924843/Kreiskys-braune-Minister .. Motivation der SPÖ bei der Integration ehem. Nazis: "Nicht nur bei Wahlen, sondern auch bei der Gewinnung neuer Einflusssphären in Staat u. Wirtschaft" sicherten sie der SPÖ politische Erfolge ..
Leserkommentar:
"..  jemanden zu ächten, ohne daß ein schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden kann, ist unangebracht u. außerdem rechtswidrig."

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44906295.html .. auch nach Öllingers Rücktritt gelobte Kreisky: "Ich erkläre noch einmal, daß ich zu Dr. Öllinger stehe." ..

https://www.profil.at/home/zeitgeschichte-die-nazi-waschmaschine-102743 ..  Für eine Macht im Staat fehlte der SPÖ einfach das Personal. Gleichzeitig waren 700.000 Österreicher NSDAP-Mitglied gewesen u. nach Kriegsende kaltgestellt. Die Sozialdemokratie befand sich in einem Dilemma von moralischem Anspruch u. machtpolitischem Kalkül u. gab offensichtlich Letztem den Vorzug .. Im Wettkampf mit der ÖVP um die Posten im Proporzstaat sollte der 1946 gegründete BSA zum wichtigsten Vehikel werden. Schon am 1. Bundestag April 1947 sprach sich BSA-Präsident Alfred Migsch, ein Widerstandskämpfer u. Mauthausen-Häftling, für ein vorsichtiges Einbinden ehem. Nationalsozialisten in den BSA aus .. Der BSA Steiermark bestand zu 70 % aus registrierungspflichtigen NS-Mitgliedern, in Oberösterreich waren 58 % der BSAler Ex-Nazis, in Salzburg 26 %. Im Wiener BSA kamen nur 15 % aus der NS-Ecke ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Migsch Alfred Migsch (1901-1975), österr. Politiker .. war über 2 Jahrzehnte Abgeordneter zum Nationalrat u. 1947-1949 Bundesminister f. Elektrifizierung u. Energiewirtschaft .. 1922/1925 war er als Funktionär der SAJ (Sozialistischen Arbeiterjugend) aktiv u. arbeitete ab 1929 als Sekretär für Stadtrat Weber. 1934 wurde er an die Bezirkshauptmannschaft Favoriten versetzt. Nach dem Österr. Bürgerkrieg setzte er sein politisches Engagement fort. Während der Zeit des NS schloss er sich der „Anti-Hitler-Bewegung Österreichs“ an u. redigierte die ab Jänner 1943 erscheinende illegale Zeitung „Wahrheit“. Die Matrizen für die Vervielfältigung der Zeitung wurden dabei teilweise von seiner Mitarbeiterin Kühnlein im Büro im Rathaus hergestellt, teils produzierte er sie selbst in seiner Wohnung. Er wurde Jänner 1944 von der Gestapo verhaftet, die ihm jedoch keine strafbaren Handlungen nachweisen konnte. Dennoch wurde er im KZ Mauthausen bis zu dessen Befreiung durch die Alliierten im Mai 1945 inhaftiert. Nach Ende des 2. Weltkriegs wurde Migsch am 19.12.1945 als Abgeordneter zum Nationalrat angelobt, dem er zunächst bis zum 18.1.1955 angehörte. Gleichzeitig gehörte Migsch der Bundesregierung Figl I von 24.11.1947-8.11.1949 als Minister f. Elektrifizierung u. Energiewirtschaft an. Am 12.12.1954 wurde er Amtsführender Stadtrat f. Personalangelegenheiten, Verwaltungs- u. Betriebsreform in Wien, legte dieses Amt jedoch April 1956 wieder zurück. Er gehörte 1956-1966 erneut dem Nationalrat an. Obwohl er selbst KZ-Häftling gewesen war, setzte er sich für eine "differenzierte u. vorsichtige Einbindung ehem. Nationalsozialisten" in die SPÖ ein u. vertrat eine relativ harte Haltung gegenüber jüdischen Restitutionsansprüchen ..

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Josef Gerö & Eva Blimlinger & Thomas Blimlinger

Beitrag von Dissident Gestern um 2:18 pm

https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Ger%C3%B6  Josef Gerö, ungarisch József Gerő, (1896-1954), österr. Jurist u. parteiloser Politiker. Gerö amtierte außerdem als Präsident des ÖFB u. Vizepräsident der UEFA

.. 1926 zum Richter beim Bezirksgericht Baden bei Wien ernannt .. Staatsanwalt in Wr. Neustadt. 1934 wurde er nach Wien ins Justizministerium ins „Straf- u. Gnadenreferat politischer Natur“ berufen, wo er für Personalangelegenheiten sowie der Verfolgung politischer Delikte zuständig war. Dieses Referat war vermutlich eine nachgeordnete Dienststelle der Abt. 4 (Straf- u. Gnadensachen), deren Leiter Gerö 1937-1938 war. Parallel dazu arbeitete er ab 1936 als Erster Staatsanwalt. Obwohl parteilos, wurde er nach Anschluss Österreichs durchs Deutsche Reich wg. seiner beruflichen Tätigkeit sowie seiner Eigenschaft als „Halbjude“ im Sinne der Nürnberger Gesetze von der Gestapo festgenommen u. am 1.4.1938 (mit dem sogen. Prominententransport) ins KZ Dachau deportiert, später ins KZ Buchenwald verlegt. Nach 16-monatiger Haft wurde er freigelassen u. ließ sich in Zagreb nieder, wurde Prokurist in einer Textilfirma. 1941 wurde er wieder von der Gestapo verhaftet, später aber schuldlos entlassen u. 1944 nach Wien zurückgebracht, wo er Exportleiter bei einer Seidenfabrik wurde.
Nach Kriegsende war er auf Vorschlag der SPÖ bis 1949 u. 1952–1954 österr. Justizminister. In der Zwischenzeit war er Präsident des Oberlandesgerichts Wien. Da er Opfer des NS-Regimes gewesen war, sah man in der SPÖ darüber hinweg, daß er 1934-1938 als Staatsanwalt an der Verfolgung von revolutionären Sozialisten u. Februarkämpfern mitgewirkt hatte.
Gerö war begeisterter Fußballspieler u. rief gemeinsam mit Freunden den FC Libertas Wien ins Leben, der es in seiner Geschichte bis in die höchste österr. Spielklasse schaffte. Schon bald übernahm der rechte Verteidiger in seinem Klub das Amt des Schriftführers, später das des Präsidenten. 1927 wurde er Präsident des Wiener Fußballverbandes u. hatte diese Position bis zu seiner Verhaftung durch die Nationalsozialisten inne. 1945 wurde er erster Präsident des wieder belebten ÖFB u. übte dieses Amt bis zu seinem Tode aus. Zudem wurde er 1954 zum ersten Vizepräsidenten der UEFA bestellt. Außerdem war er 1946-1954 Präsident des ÖOC.

Gerö war Vater von Heinz Gerö, der ebenfalls Präsident des ÖFB wurde. Er war Großvater von Thomas Blimlinger, dem ersten Bezirksvorsteher der Grünen im 7. Wiener Gemeindebezirk, von Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste in Wien, u. Marianne Afifi, Bibliothekarin in Los Angeles.

http://derstandard.at/2000009759181/Grossvater-Josef-und-der-Onkel-Heinz .. mit 21 Jahren wechselte er das Glaubensbekenntnis von mosaisch auf evangelisch .. Sohn Heinz, "Mischling ersten Grades", .. bot die Wehrmacht einen, freilich stets fragilen, Schutz. Gleich nach der Matura, rückte Heinz also ein .. Josef Gerö, Chefankläger gegen die Nazis, kam als "Schutzhaft-Jude" mit dem ersten Transport nach Dachau ..  kam schon 1939 frei .. "Die Familiengeschichte", erzählt Eva Blimlinger, "spricht von der Intervention eines hohen italien. Fußballfunktionärs." Gerö folgte seiner Frau Leopoldine u. Tochter Margarethe - die Mutter der Blimlingers - nach Zagreb .. Als Justizminister oblag ihm nach dem Krieg die juristische Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen, was in seiner Amtszeit (1945-49, 1952-54) auch tatsächlich erfolgte ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Blimlinger  Eva Blimlinger (*1961), österr. Historikerin, Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien ..
sie u. ihr politisch bei den Grünen tätiger Bruder Thomas sind Enkelkinder von Josef Gerö .. Uni Wien - Studium der Deutschen Philologie, Geschichte u. Sozialkunde, das sie mit dem akad. Titel Magistra abschloss. 1988-1991 war sie kaufmänn. Angestellte in einer Tabaktrafik ..
1991-1992 war sie Gleichbehandlungsbeauftragte der Österr. Rektorenkonferenz, 1992-1999 Leiterin des Büros für Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule f. angewandte Kunst Wien. 1999-2004 war sie Forschungskoordinatorin der Österr. Historikerkommission u. gleichzeitig 2002-2004 Geschäftsführerin des Stipendienprogramms Premiere. 2004 wurde sie Leiterin der Abt. für Projektkoordination u. Prozessmanagement Kunst u. Forschungsförderung an der Uni f. angewandte Kunst. 2011 wurde sie Rektorin der Akademie der bildenden Künste .. Darüber hinaus ist sie zuständig für wissenschaftl. Koordination der Kommission für Provenienzforschung sowie Mitglied u. stellv. Vorsitzende des beim Bundesministerium für Unterricht, Kunst u. Kultur eingerichteten Kunstrückgabebeirates. 2006 erhielt sie den Willy-u.-Helga-Verkauf-Verlon-Preis für antifaschistische österr. Publizistik. Seit 2007 ist sie ein von den Grünen nominiertes Mitglied des ORF-Publikumsrats.

http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/652077/Eva-Blimlinger-neue-AkademieRektorin- Leserkommentar:
Kompliment! „An der Universität für angewandte Kunst Wien leitete sie 1991-1999 das von ihr aufgebaute Büro für Öffentlichkeitsarbeit, 2002-2004 war sie Geschäftsführerin des EU-Stipendienprogramms "Premiere" für Absolventen." Wenn mir jetzt noch jemand sagen könnte, was all das mit den Anforderungen einer namhaften Kunstakademie zu tun hat? Wenn der Portier in der Freizeit töpfert, ist er vermutlich qualifizierter."
"Netzwerke hat man eben. Sitzt in X Institutionen. Sprich: nirgends was gemacht ausser einen Sessel besetzt. Ahnung von Kunst u. Kunstgeschichte hat die Frau leider keine, aber dafür ein Parteibuch, der einzige Kompetenznachweis der in Ö benötigt wird."

https://www.unzensuriert.at/content/005790-Akademie-der-bildenden-K-nste-wird-zum-gr-nen-Genderexperiment .. ist sozusagen eine „Quereinsteigerin“ in diese Funktion, hatte sie mit Kunst u. Kultur im engeren Sinne in ihrem Berufsleben doch kaum zu tun. Vielmehr war sie als Schwester des Grünen Bezirksvorstehers in Wien Neubau, Thomas Blimlinger, in Sachen Öffentlichkeitsarbeit sowie grüner Partei- u. Genderpolitik unterwegs .. Vertreterin der Grünen Bildungswerkstatt .. Seit 2007 ist sie auch grünes Kuratoriumsmitglied im berüchtigten DÖW. Begonnen hat sie unter anderem bei der linken Wiener Stadtzeitung  Falter u. beim SPÖ-Programmorgan Zukunft Ende der 80iger Jahre .. offenbarte B. ihr Amstverständnis, indem sie die Schleifung des Radetzkydenkmales am Praterstern unterstützt oder den Feminismus für sich als Ideologie definiert, die eine klare Bevorzugung von Frauen in allen Lebensbereichen erzielen will. Die Grundlagen für ein solches Agieren sind klar. Das Sein hat bei Eva B. immer schon das Bewußstein getrieben. Ihre Funktionen u. Auftraggeber anhand der von ihr veröffentlichen Biographie kreisen zu einem großen Teil im SPÖ-Einflussbereich etwa der Stadt Wien oder SPÖ-naher Gewerkschaftsorganisationen u. linker Vereinigungen. Daneben ist sie auch in zahlreichen rot-grünen Vereinen aktiv, so etwa seit 1997 Obfrau des Vereins Depot. Dieser Verein veranstaltete unter anderem 2011 gemeinsam mit der linksextremen Plattform Linkswende eine Reihe unter dem Titel „Marx is Muss“ ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Blimlinger  Thomas Blimlinger (*1957), österr. Politiker. Seit 2001 Bezirksvorsteher des 7. Wiener Gemeindebezirks, Neubau ..
1991 wurde der studierte Ökonom Bezirksrat, 1996 auch Grüner Klubobmann in Neubau. Daneben wirkte er 1992-1998 als Bundesfinanzreferent der Grünen u. war Mitglied des Bundesvorstandes .. 2001 ..wurde er zum ersten von den Wiener Grünen gestellten Bezirksvorsteher Wiens. Aufgrund von Unvereinbarkeitsbestimmungen musste er seine bis dahin betriebene Tabaktrafik aufgeben u. verlor die Trafikkonzession .. Sept. 2017 gab er seinen Rücktritt als Bezirksvorsteher von Neubau bekannt ..
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170927_OTS0106/thomas-blimlinger-gibt-abschied-aus-bezirkspolitik-bekannt .. als „der Trafikant vom Siebensternplatz“ bekannt .. Als erster Bezirk Wiens führt Neubau flächendeckend Tempo 30 ein (ausgenommen Straßen mit öffentl. Verkehr) .. Die Umgestaltung der neuen Mariahilfer Straße, die er gemeinsam mit der Grünen Stadträtin Vassilakou ..gegen viel medialen Gegenwind umsetzt ..

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